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kleines Mädchen mit Seifenblasen - © geralt / 18188 Pixabay

Verantwortung für Menschlichkeit

27.08.2018    Dr. Jos Schnurer

Jeder Mensch trägt tagtäglich die Verantwortung für Menschlichkeit mit sich

Auszug aus einem Interview mit Dr. Jos Schnurer

Herr Schnurer ist der mit Abstand aktivste Rezensent bei den socialnet Rezensionen und regelmäßiger Autor bei Sozial.de. Das Interview führte Ines Nowack, Chefredakteurin von Sozial.de.

Was bewegt Sie, sich immer wieder zu Wort zu melden? Warum mischen Sie sich öffentlich ein?

Schnurer: Mich beschäftigt die Frage: Wie kann man Menschen davon überzeugen, dass sie aufgeklärt sein wollen? Das geht ja weder mit dem Knüppel noch mit dem Zeigefinger. Pädagogik ist ein stetes Bohren durch ganz dicke Bohlen. Dabei sollte man nicht nachlassen, und nicht resignieren, selbst dann nicht, wenn man nicht ernst genommen und als Phantast angesehen wird, ist es wichtig, die Themen, von denen man überzeugt ist, auch zu vertreten.

Pädagogische Arbeit ist aber immer auch gefährdet durch eine Einstellung wie: Ich weiß etwas, was ich den anderen Menschen beibringen soll/kann. Das ist eine ganz gefährliche Einstellung, weil man da sich leicht auf das Podest stellt. Pädagogik darf sich wie die Sozialarbeit nicht auf das Katheter stellen.

Und was hilft anstelle dessen, in einer immer komplizierter werdenden Welt eigene, aber auch gesellschaftliche Bildung und Aufklärung zu betreiben?

Schnurer: Für mich gibt es ein Zauberwort, das Geduld heißt. In der Zeit, in der man das Gefühl hat, die Welt ist direkt bei uns, oder bricht über uns zusammen, hat man leicht das Bedürfnis, da müsste einer doch mal sagen, wo es langgeht, einer, der auf den Tisch haut, mit politischen Mitteln wieder Ordnung in die Welt bringt. Im Negativbeispiel erleben wir das mit der Trumpschen Politik. Das ist es nicht.

Dort, wo die Menschenrechte missachtet oder gar abgeschafft werden und Fake News die neuen Kommunikations- und Machtmittel sind, geht die Menschenwürde verloren. Naja, Leben ist ein schwieriges Unterfangen. Es gibt sicherlich Begleiter, Freunde oder Partner, die einem dabei helfen können, aber letztlich muss man das Leben selber bestehen. Das geht nur, wenn man sich selber Gedanken macht. In den vergangenen Jahren konzentriere ich mich deshalb auf die Praxis des stetigen Nachfragens. Sie wissen, was ich meine; Kritisch sein, nicht alles für bare Münze nehmen, nicht alles zu glauben, was einem entgegenschwirrt ... Die philosophische Anstrengung der Suche nach der Wahrheit treibt mich immer mehr um.

Wie kann man kritisches Positionieren lehren?

Schnurer: Durch die wissenschaftliche Aufforderung, Philosophie in die Erziehung zu bringen. Es ist die einzige Möglichkeit, denken zu lernen. Da gibt es spannende Beispiele. Philosophieren mit Kindern oder auch mit uns Alten zu den wesentlichen Fragen des Lebens: Weil das Leben eines der schwersten ist, aber auch eines der schönsten.

Lesen Sie das vollständige Interview bei Sozial.de.

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