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Länderporträt Portugal

07.12.2020    Helena Belchior-Rocha, Inês Casquilho-Martins und Vanessa Figueiredo

Inhalt
  1. 1. Basisdaten zu Bevölkerung, Ausgaben und Staatsverschuldung
    1. 1.1 Wohlfahrtsstaat und Sozialsystem - Portugal
    2. 1.2 Auswirkungen des demografischen und technologischen Wandels
    3. 1.3 Überblick über die portugiesische Sozialwirtschaft
  2. 2. Indikatoren zur sozialen Situation in Portugal
    1. 2.1 Indikatoren für den Sozialschutz
    2. 2.2 Sozialhilfeindex
    3. 2.3 Das System des Sozialwesens und der Sozialarbeit
  3. 3. Organisation von Sozialwesen und Sozialarbeit
  4. 4. Institutionen und Organisationen: Formen der Sozialarbeit
  5. Literatur
  6. Autorinnen

1. Basisdaten zu Bevölkerung, Ausgaben und Staatsverschuldung

Basisdaten zu Bevölkerung und Wirtschaftsleistung
Bevölkerung 2019 10,29 Millionen
Privathaushalte 2019 4,14 Millionen
BIP (Bruttoinlandsprodukt) 2018 208 Milliarden
Nominales Wachstum p.a. (BIP) 2018 3,65 %
Sozialausgaben insgesamt (% des BIP) 2018 24,8 %
Bildungsausgaben (% Anteil am BIP) 2017 3,7%
Gesundheitsausgaben (% Anteil am BIP) 2017 9,0 %
Staatsverschuldung (% Anteil am BIP) 2018 119,7%

Quelle: INE/PORDATA/EUROSTAT (€)

1.1 Wohlfahrtsstaat und Sozialsystem - Portugal

Der heutige Wohlfahrtsstaat Portugal ist das Ergebnis einer Entwicklung und des Einflusses von Faktoren, die sich in drei Phasen vollzogen haben. Im Jahr 1935, zur Zeit des Estado Novo, nahm ein Prozess seinen Anfang, in dem soziale Sicherungssysteme geschaffen wurden. “Estado Novo” (Neuer Staat), hauptsächlich aus ideologischen und propagandistischen Gründen geschaffen, markierte den Beginn einer neuen politischen Periode in Portugal, die mit der Revolution vom 28. Mai 1926 eingeleitet wurde und von einer präsidialen, autoritären und antiparlamentarischen Staatsauffassung gekennzeichnet war. Als politisches Regime wurde der "Estado Novo" auch Salazarismus genannt, in Anlehnung an António de Oliveira Salazar, seinen Gründer und Anführer. Salazar wurde 1928 Finanzminister und die führende Persönlichkeit in der Regierung der Militärdiktatur. Er errichtete eine von rigiden Sparprogrammen geprägte Diktatur und wurde wegen dieser Art der Haushaltskonsolidierung auch als "Finanzdiktator" bezeichnet. Der "Estado Novo" umfasst auch die Zeit, in der Salazars Nachfolger Marcello Caetano die Regierung führte (1968-1974) (Rosas, 1982), bevor die Militärdiktatur mit der Revolution der Nelken 1974 ein Ende fand.

Der Estado Novo garantierte eine Grundversicherung gegen klassische soziale Risiken im Alter, bei Invalidität und Bedürftigkeit, die die Mindestsozialleistungen mit beruflicher Eingliederung verband.

Die zweite Phase der Entwicklung des Wohlfahrtsstaates folgte auf die Revolution vom 25. April 1974, in der die Wiederherstellung des demokratischen Regimes zur Konsolidierung der Bürgerrechte und zur Etablierung bürgerlicher, demokratischer und politischer Rechte bei gleichzeitiger Erweiterung und Vertiefung sozialer Rechte führte. Mit der Revolution vom 25. April 1974 begann das Wirtschafts- und Sozialsystem in Portugal neue Formen anzunehmen, indem es seinen Schutz ausweitete und seine sozialen Dienste verbesserte, ausgehend von einer Transformation des Wohlfahrtsstaatsmodells, in dem die Sozialpolitik eines der "Hauptelemente der sozialen Integration" war. (Mozzicafreddo, 1997:71) Hervorzuheben sind der staatlich finanzierte Schutz der Arbeitslosen, die Arbeitslosenunterstützung und die Schaffung von Sozialrenten, die erste beitragsfreie Leistung und die Einführung des allgemeinen Mindestlohns, die Erhöhung des Familienzuschlags und die Anhebung der Mindestrente. Auch andere Maßnahmen wie das Weihnachtsgeld und die Verlängerung des Mutterschaftsgeldes wurden während der Übergangsregierung eingeführt (Rodrigues, 2010).

Damit wurde die Allgemeingültigkeit von Sozialrechten anerkannt, die zugleich mit einer Erhöhung der öffentlichen Sozialausgaben und einer Anhebung der Steuern einhergingen.

Aber erst mit dem Beitritt Portugals zur EWG/EU im Januar 1986, in der dritten Phase der Entwicklung des Wohlfahrtsstaates, begann die tatsächliche Ausgestaltung sozialer und demokratischer Rechte. Diese dritte Phase wurde im Rahmen der Europäisierung des portugiesischen Wohlfahrtsstaates umgesetzt (Pereirinha and Nunes, 2006). Im Zentrum stand dabei die Verschiebung sozialstaatlicher Kontexte weg von nationalstaatlichen hin zu eher supranational geprägten Inhalten. Dabei geht es um wissenschaftsbasierte und sozialpolitische Interventionen, eine politische Orientierung hinsichtlich der Wahl von Optionen und Zielen, Instrumenten und Interventionsformen sowie die staatliche Koordination dieser Maßnahmen.

Historisch gesehen gehen die ersten Initiativen im Prozess der Bildung des Wohlfahrtsstaates in Portugal auf die Zeit vor dem Regime des Estado Novo (Neuer Staat) zurück. Zum einen durch die Entwicklung von mutualistischen Organisationen (z.B. Genossenschaften und Selbstorganisationen der gegenseitigen Hilfe und Solidarität) und zum anderen die Schaffung von Institutionen mit sozialen Aufgabenprofilen. Indem der Staat mit Sozialhilfe in den Kampf gegen die Armut eingriff, ersetzte er christliche Hilfeleistungen. Ein Prozess, der sich über Jahrhunderte erstreckte und der die Hilfeleistungen der Kirche und die Unterstützungsangebote vom 17. bis zum 19. Jahrhundert ersetzte. Im 20. Jahrhundert erreichte Portugal einen Status, der die kirchliche Hilfe vollständig ablöste. Sozialhilfemaßnahmen sind nun ein integraler Bestandteil der Sozialhilfe von der Geburt bis zum Tod geworden.

Die Rechtsgrundlage für die Arbeit von Organisationen mit sozialen Aufgaben wurde durch das Gesetz Nr. 1.884 vom 16. März 1935 festgelegt. In diesem Zusammenhang war das "neue System der sozialen Sicherheit" Teil eines Gesellschaftssystems und ein Instrument zur Gestaltung der sozialen Sicherheit und gleichzeitig das erste von der Nationalversammlung verabschiedete Gesetz. Nach der Verabschiedung der Verfassung im April 1933 gab es vier verschiedene Kategorien von sozialen Institutionen. Die erste Kategorie umfasst die Sozialhäuser der Gewerkschaften und die so genannten "Häuser des Volkes" und "Häuser der Fischer [1].

Gemeinsam war diesen Institutionen, dass es sich um korporative Arbeitsinstitutionen handelte, die sowohl über eine "professionelle Vertretung" als auch über "Wohlfahrtszwecke" verfügten. In der zweiten Kategorie sind Renten oder Vorsorgefonds enthalten. Die dritte Kategorie war den Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit vorbehalten. Die vierte und letzte Kategorie umfasste Pensionssysteme für Beamte, Militär- oder Staatsbeamte und andere Beamte und Verwaltungsbehörden (Gesetz Nr. 1.884 vom 16. März 1935). 1974, in der Zeit des Übergangs von Salazars Polizei- und Verfolgungsstaat (Schutzstaat) zum Wohlfahrtsstaat, mussten die Aufgaben des Wohlfahrtssystems neu definiert und korrigiert werden.

Somit vollzog sich der Übergang vom Protektor- zum Sozialstaat; von einem Staat der Ordnung und polizeilichen Sicherheit zu einem Versicherungsstaat, der kollektive Dienstleistungen verwaltet, damit ein neuer Gesellschaftsvertrag zwischen Staat und Bürgern geschlossen werden konnte. Die Ausweitung der Bürgerrechte, insbesondere der Sozial- und Arbeitsrechte, erweitert sowohl die Quantität und Qualität sozialer Maßnahmen als auch die Aufgabenbereiche des Wohlfahrtsstaates. Die erweiterte Staatsbürgerschaft schafft die Freiheiten, neue Personengruppen in bestehende Rechte einzubeziehen, unter anderem neuer juristische Formen zu Sozial-, Umwelt- und Lebensqualitätsrechten, und erweitert damit die Möglichkeiten für soziale Integration.

Die Stärkung dieser Bürgerrechte veränderte auch die Zusammensetzung der sozialen Strukturen durch die Förderung von mehr Chancengleichheit, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und höhere direkte und indirekte Geldtransfers. Infolge dieses Prozesses förderte die Entwicklung der individuellen Persönlichkeitsrechte, darunter die bürgerlichen und politischen Rechte, die demokratische Entwicklung in Portugal. Darüber hinaus zielte die Sicherung von Standards darauf ab, die Chancengleichheit durch allgemeine Zugangsregelungen zu verbessern und soziale Ungleichheiten durch Umverteilung des Volkseinkommens zu verringern. Die Ausweitung der Bürgerrechte ist ein erweiterter Baustein für die Herausbildung der Verfassungsmatrix und der Handlungsprinzipien des Wohlfahrtsstaates.

Die Grundlagen des Wohlfahrtsstaates unterliegen bei der Umsetzung eines Umverteilungssystems einem ständigen Wandel. Auch in der Umsetzung zur Ausbreitung privatwirtschaftlicher Systeme in die soziale Sphäre. Damit wurde die politische Struktur des Wohlfahrtsstaates pluralistisch. Auch in der aktuellen Wirtschaftskrise hat sich der Wohlfahrtsstaat behauptet. Allerdings bleibt die Frage, ob er auch in Zukunft das Gewicht des sozialen Fortschritts und der sozialen Solidarität tragen kann.

Gegenwärtig gibt es die Ansicht, dass das Regierungsmandat entsprechend der sich abzeichnenden Probleme und Erwartungen geändert werden muss (Rocha, 2015). Denn bestehende soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung nehmen im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung weiter zu (Rocha, 2015). Darüber hinaus wird die bürokratische Zentralisierung in der Verwaltung des Sozialsystems kritisiert.

Neben der politischen Relevanz steht die Bedeutung des gesellschaftlichen Konsenses hierbei in direktem Zusammenhang mit der Frage nach der neu definierten Rolle des Staates und künftigen Tendenzen seiner politischen Neuausrichtung für die gesellschaftliche Entwicklung. Im Bereich der sozialen Dienste und der öffentlichen Güter und Wirtschaftspolitik wird eine Struktur der Leistungserbringung und der Risikoabdeckung der Einkommensumverteilung im Dienstleistungssektor angestrebt:

  • ein einheitliches System sozialer Sicherung, das Risikolagen abdeckt
  • physische und altersbedingte Absicherung, z.B. im Falle von Behinderungen durch Versicherungen, Renten und Pensionen
  • ein System für die Bereitstellung sozialer, institutioneller und direkter Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Berufsausbildung, Forschung und Entwicklung und Grundversorgung; und
  • ein System von Sozialtransfers; ein Sozialbegleit- und Sozialhilfesystem für sozial benachteiligte Bürger.

Der Wohlfahrtsstaat wurde in Portugal nie als solcher im eigentlichen Sinne der Esping-Andersen-Kriterien verstanden (1990) [2]. Portugal entspricht eher dem wohlfahrtsstaatlichen Modell des mediterranen Typs, das den Schutz von Lohnempfängern auf niedrigem Leistungsniveau durch Sozialbeiträge und staatliche Beiträge refinanziert. Hauptakteur bei der Gestaltung der Sozial- und Gesundheitshilfe ist nicht der Staat oder der Markt, sondern die Familie. Infolge der verzögerten Entwicklung des Wohlfahrtsstaates nach dem 25. April 1974 wurden die ersten Schritte zur Schaffung eines erweiterten Sozialmodells verspätet unternommen, und im Gegensatz zu den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern leidet unser Land auch heute noch darunter. Darüber hinaus wurden während der Zeit der Troika [3] von 2008 bis 2014 Gesetzesreformen im Bereich der sozialen Sicherheit und des Arbeitsmarktes durchgeführt, die zeitweise den Rückzug des staatlichen Einflusses in öffentlichen Bereichen wie Gesundheit und Bildung, Finanzierung und Zugang zu diesen Dienstleistungen einschränkten. (Estanque, 2017).

Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes über die soziale Sicherheit (Gesetz 4/2007 vom 16. Januar) und der Vereinbarung mit den Sozialpartnern [4] über die Modernisierung der Sozialhilfe bekundet die Regierung, dass es ihr dennoch gelungen ist, die Mittel aufzustocken und den Reservefonds der sozialen Sicherheit zu stärken und gleichzeitig eine Entwicklungsperspektive in Richtung Nachhaltigkeit zu eröffnen.

Darüber hinaus hat sich mit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Gemeinschaft die Einstellung der portugiesischen Gesellschaft zur Armut verändert, da der Staat erfolgreich Programme zur Armutsbekämpfung entwickelt hat [5].

Der Vertrag von Maastricht [6] Der Vertrag von Maastricht dehnte den Anwendungsbereich in der Sozialpolitik aus, indem er die Befugnisse der Gemeinschaft im sozialen Bereich erweiterte: Sie sollte nicht nur zur Anhebung des Lebensstandards beitragen, sondern auch ein hohes Maß an sozialem Schutz gewährleisten. Der Bereich der Sozialpolitik ist im Vertrag von Amsterdam noch weiter gefasst [7], Der Bereich der Sozialpolitik ist im Vertrag von Amsterdam noch weiter gefasst, der den Mitgliedstaaten die Zusammenarbeit und die Vermeidung von Armut empfiehlt. Diese Verträge trugen wesentlich zur Förderung der Sozialpolitik und Weiterentwicklung bei.

Die neue sozialpolitische Agenda (2019-2024) [8] entwickelte einen umfassenden Ansatz, der die Hauptpunkte der sozialen Entwicklung herausstellt und damit auf die neuen Herausforderungen der Sozialpolitik reagiert. Zum Beispiel die Notwendigkeit, in Menschen zu investieren, um soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, auf die sozialen Veränderungen zu reagieren, die die neue wissensbasierte Wirtschaft mit sich bringt, und Portugal durch die neue Agenda wirtschaftlich und sozial zu erneuern. In diesem Sinne hat sich der Beruf des Sozialarbeiters als akademische Ausbildung und Beruf gefestigt. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter schaffen ein öffentliches Ethos im Rahmen sozialpolitischer Maßnahmen, die überwiegend auf staatlicher Ebene angesiedelt sind (Ferreira, 2011), sorgen für eine überwiegend öffentliche Wohlfahrtskultur, ermöglichen die Spezialisierung und Qualifizierung von Sozialarbeitern und definieren Sozialarbeit als eingetragenen Beruf, einschließlich der Behandlung konkreter sozialer Fragen, die sich aus der Heterogenität und Unmittelbarkeit des täglichen Lebens ergeben.

1.2 Auswirkungen des demografischen und technologischen Wandels

Portugal wurde im Laufe der Jahre mit Zeiten politischer, wirtschaftlicher und sozialer Instabilität konfrontiert, die zu einer Neuordnung der portugiesischen Gesellschaft beigetragen haben. Die Konfliktmomente in den 1970er Jahren im Zusammenhang mit der Revolution vom 25. April 1974 markierten den Beginn einer Zeit der portugiesischen wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich durch den Verstaatlichungsprozess der wichtigsten Wirtschaftssektoren verschärfte. Die in diesem Zeitraum begonnene wirtschaftliche und soziale Umstrukturierung wurde in den folgenden Jahren durch den Prozess der Modernisierung der Institutionen verstärkt. Dieser wurde mit dem Hauptziel verfolgt, Portugal im europäischen Kontext zu positionieren. Aspekte wie die Festigung der Demokratie, die Erhöhung der politischen Stabilität, die Öffnung der portugiesischen Wirtschaft im Ausland und der Antrag auf Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1977 führten zur Erreichung dieser Ziele.

In den Folgejahren gab es eine Zeit, die durch das Wachstum der portugiesischen Wirtschaft und die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der Beschäftigung gekennzeichnet war. Die 1980er Jahre waren durch das Wachstum des tertiären Sektors, hingegen die 1990er Jahre von der Arbeitslosigkeit in der Industrie geprägt (Gaspar, Henriques & Vale, 1998).

Die Jahre 1983 und 2011 waren auch für Portugal turbulent. Die Wirtschaftskrise von 1983 führte zu Phasen sozialer Proteste aufgrund niedrigerer Löhne und Subventionen, steigender Arbeitslosigkeit und Zinsen.

Im Jahr 2011 führten Schwierigkeiten beim Marktzugang, da Portugal keine nachhaltigen Zinssätze vorweisen konnte, zum Antrag auf ausländische Hilfe an den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Europäische Kommission (EK) und die Europäische Zentralbank (EZB). Dies bedeutete einen weiteren Moment der Unruhe für das Land, das sich auf ein Anpassungsprogramm einstellen musste, das durch rigide Maßnahmen und einige Spannungsmomente gekennzeichnet war. Diese ergaben sich aus der mit diesem Programm verbundenen Sparmaßnahmen (Vorlage von Zensuranträgen und Berichtigung eines Haushalts, politische und soziale Krisen, die von viel Sparsamkeit gekennzeichnet waren) (Pereira, 2018). Obwohl der Ausstieg Portugals aus dem Anpassungsprogramm im Jahr 2014 erfolgte, bestehen die Folgen der Sparmaßnahmen in Erinnerung und Lebensbedingungen der portugiesischen Bevölkerung fort.

Wenn einerseits einige der vorgenannten Momente der portugiesischen Wirtschaft eine gewisse Dynamik verliehen und günstige Bedingungen für das Entstehen einer resistenten Situation schufen, so führte diese Stabilität andererseits zu Momenten der Instabilität, die sich auch auf die demografische Entwicklung ausgeweitet haben (Moreira & Henriques, 2016).

Im Allgemeinen vollzogen sich die demografischen Veränderungen in Portugal im Vergleich zu denen in westeuropäischen Ländern nur langsam. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die Formen und Richtungen des Bevölkerungswachstums durch den Prozess des Stadtwachstums, der industriellen Entwicklung und der Migrationsströme (Emigration und Einwanderung) beeinflusst. In diesen Jahrhunderten erfuhr Portugal ein moderates Bevölkerungswachstum, obwohl es erhebliche Unterschiede zwischen Festland und Inseln, Nord und Süd, der Küste und dem Landesinneren, Stadt und Land gegeben hat. Die Analyse der natürlichen Wachstumsraten, des Gesamtwachstums und des Wanderungssaldos lässt den Schluss zu, dass im 20. Jahrhundert Veränderungen in der Intensität der Migrationsströme entscheidend für das Verständnis der Entwicklung des portugiesischen Bevölkerungswachstums waren (Fernandes, Moreira & Veiga, 2004).

Im Gegensatz zu den Bewegungen im zwanzigsten Jahrhundert, einer Zeit des demografischen Wachstums, sind die Veränderungen des 21. Jahrhunderts von demografischer Alterung gekennzeichnet.

Im Jahr 2017 erlebte Portugal ein stagnierendes natürliches Wachstum, einen Rückgang der Geburtenraten und der Mortalität sowie einen Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung, wodurch der Trend der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung fortgesetzt wurde. Gleichzeitig behindert ein signifikanter Rückgang der Migration auch das Wachstum und die Zunahme der Bevölkerung, was nicht ausreicht, um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken (Martins, Rodrigues & Rodrigues, 2016).

Im Dezember 2017 betrug die geschätzte Bevölkerung Portugals 10.291.027 Menschen, was einen Rückgang von 18.546 Menschen im Vergleich zu 10.309.573 Menschen im Jahr 2016 bedeutet. Diese Daten entsprechen einer effektiven Wachstumsrate von -0,18 %, was den Trend des Bevölkerungsrückgangs bestätigt, der sich in Portugal bereits seit 2010 [9] vollzieht (INE, 2018). Der Bevölkerungsrückgang, wie er in Portugal beobachtet wurde, hat besorgniserregende Auswirkungen auf das Land, so eine niedrige Produktivität, höhere Arbeitskosten aufgrund von Arbeitskräftemangel und Schwierigkeiten bei der Gründung und Expansion von Unternehmen.

Obwohl die portugiesische Erwerbsbevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren von 2016 bis 2018 leicht zugenommen hat (4.883 im Jahr 2016, 4.914 im Jahr 2017 und 4.917 im Jahr 2018), deuten Prognosen darauf hin, dass im Jahr 2050 mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht erwerbstätig sein dürfte (INE, 2018; Internationaler Währungsfonds, 2018). Als Hauptursachen für diese Entwicklung werden der Rückgang der Geburtenzahlen, der damit verbundene Mangel an Generationenerneuerung und die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung genannt. Diese Daten weisen darauf hin, dass man sich weiterhin auf konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenraten in Verbindung mit arbeits- und sozialpolitischen Maßnahmen konzentrieren muss, die die wirtschaftliche Stabilität, aber auch das Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf nachhaltig gewährleisten.

Im Jahr 2017 gab es 86.154 Geburten, ein Rückgang von 972 Geburten gegenüber 2016 (-1,1 %). Die Geburtenrate war jedoch in beiden Perioden gleich hoch (8,4 Lebendgeburten pro 1000 Einwohner/-innen). Trotz des Rückgangs der Geburtenzahlen im Jahr 2017 zeigte der Index künstlicher Schwangerschaften eine leichte Erholung gegenüber 2016 an (1,37 bzw. 1,36 Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter) (INE, 2018).

Das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt des ersten Kindes blieb 2016 und 2017 gleich, aber zwischen 2012 und 2017 gab es einen leichten Anstieg (28,6; 28,9; 29,2; 29,5; 29,6; 29,6). Frauen bekommen nicht nur weniger Kinder, sondern auch später. Dies trägt zur Verlangsamung des Bevölkerungswachstums, zu einem Rückgang der Zahl der Jugendlichen und damit zur Alterung der Bevölkerung (INE, 2018) bei. Hinzu kommt, dass eine älter werdende Bevölkerung einen Risikofaktor bei der Finanzierung der Reformen sozialer Sicherheitssysteme darstellt.

Der Altersbericht 2018 prognostiziert für das Jahr 2070 einen deutlichen Abwärtstrend und eine Alterung der Bevölkerung im Vergleich zum europäischen Durchschnitt (von 10.192,9 im Jahr 2020 auf 7.984,4 im Jahr 2070), bei einer Bevölkerungswachstumsrate zwischen 2020 und 2070 (-0,3 % im Jahr 2020 und -0,6% in 2070) (Europäische Kommission, 2018).

Soziale Instabilität, wirtschaftliche und arbeitsbezogene Barrieren, hohe Arbeitslosigkeit, Auswanderung und persönliche Motivationen erscheinen als Gründe für späte oder ausbleibende Geburten. Was die Sterblichkeit betrifft, so gab es 2017 in Portugal 815 Todesfälle (-0,7 %) im Vergleich zum Vorjahr, mit 110.573 Todesfällen, während die Sterblichkeitsrate unverändert blieb (10,7 ‰). Auch die Zahl der Todesfälle im ersten Lebensjahr sank von 282 im Jahr 2016 auf 229 im Jahr 2017, ebenso wie die Kindersterblichkeit, von 3,2 ‰ im Jahr 2016 auf 2,7 ‰ im Jahr 2017 (INE, 2018). Diese rückläufigen Zahlen platzieren Portugal nicht nur in die Gruppe der Länder mit den besten globalen Ergebnissen, sondern zeigen auch die Qualität der perinatalen Medizin und den Fortschritt in der Gesundheitsversorgung. Um hier eine Stabilität zu gewährleisten, ist es jedoch notwendig, allen Menschen den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung und den verfügbaren Informationen über die mit Frühgeburt und den Gewohnheiten sowie dem Lebensstil während der Schwangerschaft verbundenen Risiken zu gewährleisten. Des weiteren Armut und andere ungünstige Faktoren zu beseitigen und die Risiken medizinisch unterstützter Kinderzeugung zu kontrollieren. Auf der Arbeitsebene können auch Bedingungen geschaffen werden, die die mit der Säuglings- und Spätgeburtensterblichkeit verbundenen Risikofaktoren minimieren. So die Entwicklung und/oder Verbesserung von Maßnahmen zum Mutterschutz und zum Schutz am Arbeitsplatz (wie Flexibilität der Arbeitszeiten, Verringerung der Prekarität und des Arbeitsumfangs von Schwangeren sowie die Verlängerung des Elternurlaubs).

Auch prekäre Arbeitsverhältnisse wurden als eine der Ursachen für Auswanderung genannt. Im Jahr 2017 gab es 16.100 Emigranten/-innen weniger als im Vorjahr (97.151) (INE, 2018). Im Jahr 2017 waren von der Gesamtzahl der Emigranten/-innen 31.753 dauerhafte und 49.298 temporäre Emigranten/-innen, weniger als im Vorjahr (38.273 dauerhafte und 58.878 temporäre Emigranten/-innen).

Obwohl Migrationsbewegungen aufgrund einer Vielzahl von Gründen entstehen können (Kenntnis der neuen Länder und Kulturen, Interesse und Verbindung zu kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten, relationale und emotionale Gründe), ist die Auswanderung, ob dauerhaft oder vorübergehend, im portugiesischen Fall ein Trend, der Teil der Geschichte des Landes ist und mit schwierigen wie instabilen politischen und sozialen Momenten verbunden ist. Wie bereits erwähnt, trugen auch historische Ereignisse wie der Prozess der Demokratisierung und Dekolonisierung infolge der Revolution vom 25. April 1974 und des Beitritts zur Europäischen Union (ehemals Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) im Jahr 1986 zu Veränderungen in der demografischen Dynamik Portugals bei. Die Differenz zwischen steigenden und sinkenden Auswanderungs- und Einwanderungsraten steht in direktem Zusammenhang mit den positiven oder negativen Einflüssen, denen das Land ausgesetzt war. Auf der einen Seite zählen dazu die Verschlechterung der Lebensbedingungen, der Mangel an Ressourcen und Beschäftigung, fehlende Unterstützung für Familien und soziokulturelle Aktivitäten, schlechte Berufsaussichten, Arbeitslosigkeit und Zeiten der Sparmaßnahmen. Doch andererseits trugen die Erholung der Wirtschaft mit der Erhöhung der Löhne, die Verbesserung und Steigerung der Lebensqualität sowie der Abbau von Arbeitslosigkeit zum Gegenteil bei. Viele Menschen erleben die Globalisierung daher als eine Strategie zur Steigerung der sozialen, wirtschaftlichen und beruflichen Mobilität.

Im Laufe der Jahre beeinflussten Migrationsströme das demografische und soziale Gefüge Portugals, was sich auf die Lebensweise der portugiesischen Bevölkerung insgesamt auswirkt.

Mit Blick auf das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Einwanderung und Demografie hat das Konzept der Substitutionsmigration eine sehr wichtige Rolle eingenommen. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen (2000) gleicht Substitutionsmigration sowohl den Rückgang an Geburten und der Erwerbsbevölkerung als auch die Alterung der Bevölkerung aus. Dieser Bericht offenbart auch, dass die Fähigkeit Portugals, demografisch zu wachsen, von positiven Wanderungsbilanzen abhängt, was eine echte Herausforderung darstellt. Obwohl sich das Land von den Wanderungs- und negativen natürlichen Bilanzen zwischen 2010 und 2016 mit einem positiven Wanderungssaldo von 4.886 Einwanderern (ein Anstieg von 22 % gegenüber dem Vorjahr) erholen konnte, ist die Lage weiterhin unsicher. Eine gut durchdachte Politik zur Förderung der Einwanderung kann eine der Lösungen sein, um diese Situation zu entspannen, indem sie Menschen in das Land einlädt und dauerhaft bindet. Und dies nicht nur zur Verjüngung der Bevölkerung, sondern auch um zur Stabilität des Sozialversicherungssystems beizutragen.

Anhand der zuvor analysierten Daten wird deutlich, dass die im Laufe der Jahre in Portugal verifizierten demografischen Veränderungen zahlreiche Herausforderungen im 20. Jahrhundert und in den folgenden Jahrhunderten darstellen. Eine der Folgen ist der höhere Altersdurchschnitt in der Erwerbsbevölkerung.

Dem Alterungsbericht 2018 zufolge wird die Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen im Jahr 2056 von 58,4 % auf rund 70 % steigen, während die Erwerbsquote der 15- bis 24-Jährigen aufgrund längerer Bildungszeiten zurückgehen wird (Europäische Kommission, 2018). Obwohl diese Situation bereits heute besteht, in Portugal sind immer mehr Arbeitnehmer/-innen über 55 Jahre, kann sich dieses Szenario in Zukunft fortsetzen oder sogar verschärfen. Dies kann den Generationswechsel ebenso betreffen wie die Anpassungsfähigkeit an technologischen Fortschritt.

Neue Technologien haben unsere Lebensweise grundlegend verändert. Technologie wirkt sich nicht nur auf die Umwelt, die Menschen und Institutionen aus, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Die Technologie beherrscht den Menschen, indem sie ein hohes Maß an Abhängigkeiten schafft.

Die technologische Entwicklung in Verbindung mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Nutzung von Automatisierungsprozessen in der Produktion und im Konsum erfordert tiefgreifende Reflexionen über die für die Arbeitsmarktregulierung zuständigen Politiken und Institutionen.

Die Auswirkungen neuer Technologien auf den Arbeitsplatz hängen mit diversen Veränderungen zusammen, wie beispielsweise: Inhalt und Art der Aufgaben, erforderliche Fähigkeiten, Arbeitstempo, Anzahl der Arbeitnehmer/-innen, Verteilung und Standort der Arbeitnehmer/-innen sowie Arbeitszeiten. Diese Veränderungen machen deutlich, dass Fähigkeiten erworben werden müssen, die es den Menschen ermöglichen mit dem Einsatz neuer Technologien auf dem Laufenden zu bleiben, insbesondere in einem Arbeitskontext, und mit der Entwicklung mitzuhalten.

Der Widerstand gegen den Wandel, den viele Menschen, insbesondere ältere, haben, ist jedoch ein Hindernis für die Anpassungsfähigkeit und Akzeptanz der dem technologischen Fortschritt innewohnenden Veränderungen.

Obwohl es Länder gibt, die bereits fast ausschließlich auf die Automatisierung ihrer Produktionssysteme angewiesen sind, kann diese Realität mittel- und langfristig auf den Rest der Welt ausgedehnt werden. Dies manifestiert sich in Situationen wie dem Wegfall von Arbeitsplätzen und Berufssektoren, der Zahl der Arbeitnehmer/-innen und veränderten Arbeitsabläufen. In Zukunft wird die Technologie diejenigen Aufgaben ersetzen, die als mechanisch und routinemäßig gelten und die derzeit noch von Menschenhand ausgeführt werden.

1.3 Überblick über die portugiesische Sozialwirtschaft

Die Sozialwirtschaft ist ein Thema, das in Portugal aufgrund seiner strategischen Bedeutung für das Land, aber auch aufgrund der starken Heterogenität, die die nationalen Institutionen auszeichnet, besondere Aufmerksamkeit verdient.

Institutionen der Sozialwirtschaft versuchen durch ihre Tätigkeit, soziale Ziele ohne Gewinnmaximierung zu erreichen. Dazu zählen Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, „Barmherzigkeit“, private Institutionen der sozialen Solidarität sowie Stiftungen und Verbände, unabhängig von ihrem Zweck (Freizeit-, Sport- oder Kultur-, Nichtregierungsorganisationen und andere).

Diese Organisationen spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Wegs in eine hoffnungsvollere Zukunft durch nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und die Wahrung des sozialen Zusammenhalts.

Die Anerkennung der Rolle und Arbeit dieser Organisationen durch den Staat hat immerhin die Nähe und Entwicklung von Partnerschaften sowie die Durchführung von Gesetzesreformen und die Festlegung von Kooperationskriterien zwischen dem Staat und ihnen erleichtert. Für den Sektor wurden weitere Erfolge erzielt: nämlich die Verabschiedung des Grundgesetzes für die Sozialwirtschaft, das die Aktualisierung und Überarbeitung dieser Institutionen ermöglichte, zudem die Verabschiedung spezifischer Gesetze.

Im Kontext des Gemeinschaftsrahmens "Portugal 2020" wurde auch ein Programm ausschließlich für soziale Eingliederung und Beschäftigung entwickelt, das einen Beitrag zu Innovation und Unternehmertum sowie zu einem konsequenten Management auf der Grundlage von Mechanismen zur Überwachung und Bewertung der Ergebnisse leisten soll (Fernandes, 2016).

Basierend auf dem 2013 eingeführten und 2016 veröffentlichten Satellitenkonto für die Sozialwirtschaft ist es möglich, den Sektor anhand einer Reihe von Indikatoren zu charakterisieren und seinen Einfluss auf die Volkswirtschaft wahrzunehmen. Den Daten zufolge machte der Sektor Sozialwirtschaft im Jahr 2013 2,8 % der nationalen Bruttowertschöpfung (BWS) aus, geprägt von einer starken Heterogenität, die sich auf mehrere Tätigkeitsfelder erstreckt. Konkrete Maßnahmen und soziale Sicherheit waren die ökonomische Hauptaktivität, auf die 54,6% der bezahlten Beschäftigung und 44,7 % der BWS entfielen. Bezogen auf Unternehmensgruppen entfielen 93,4 % auf Vereinigungen mit altruistischen Zielen, die mit 61,0 % zur BWS und mit 64,8 % zu bezahlter Beschäftigung beitrugen (INE, 2016) [10].

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung, die dieser Sektor vor allem für das Niveau der Umsetzung der Nachbarschaftspolitik zeigt, die sich mit den Maßnahmen moderner öffentlicher Politiken, decken.

2. Indikatoren zur sozialen Situation in Portugal

2.1 Indikatoren für den Sozialschutz

Das Sozialversicherungssystem bietet sozialen Schutz auf mehreren Ebenen der Unterstützung. Diese Unterstützungssysteme unterscheiden sich nicht nur in ihren Finanzierungsformen, sondern auch in der Art des angebotenen Sozialschutzes. Im beitragspflichtigen System wird dieser Schutz als Gegenstück zu den Sozialbeiträgen aus der Arbeitswelt, wie z.B. Altersrenten oder Arbeitslosenunterstützung, gewährleistet. Durch das beitragsunabhängige System, das in der Regel aus Steuern finanziert wird, besteht seine Hauptaufgabe darin, soziale Rechte und Unterstützung zu gewährleisten, und zwar in den Bereichen soziales Handeln, Solidarität und Familienschutz, wie z.B. Familienbeihilfe oder soziales Eingliederungseinkommen.

Tabelle 1 enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten sozialen Unterstützungen des portugiesischen Sozialschutzsystems auf der Grundlage der monatlichen Informationen, die das Büro für Strategie und Planung (GEP) des Ministeriums für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit (MTSSS) gemäß den Daten vom September 2020 veröffentlichte.

Tabelle 1 - Allgemeine Daten zu den Sozialleistungen (September 2020) [11])
LeistungenGesamt
Arbeitslosenunterstützung 230 303
Empfänger/-innen des Familienzuschusses 1 036 196
Empfänger/-innen von Krankengeld 175 002
Empfänger/-innen von Elterngeld 42 302
Empfänger/-innen von Einkommen aus sozialer Integration (RSI) 211 992
Empfänger/-innen von ergänzenden Sozialleistungen für ältere Menschen (CSI) 162 154
Altersrenten 2 065 140
Begünstigte von Leistungen zur sozialen Eingliederung 110 205

Quelle: GEP/MTSSS

  • Im September 2020 wurden 230.303 Arbeitslosengeldzahlungen bearbeitet, was einen Anstieg von 37,2% im Hinblick auf September 2019 bedeutet. Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld betrug 197.398. Das Arbeitslosengeld dient dem Schutz von Arbeitnehmern vor Armut, die erwerbstätig waren und arbeitslos geworden sind.
  • Die Familienzulage ist eine monatliche Geldleistung mit dem Ziel, Familienausgaben im Zusammenhang mit der Unterstützung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen auszugleichen. Die Zahl der Inhaber von Familienzulagen betrug 1.036.196 minus 63.751 (-5,8%) unter Berücksichtigung des Monats September 2019. Insgesamt wurden 507.852 Zuwendungen an Frauen (49,0% der Gesamtzahl) und 528.344 Zuwendungen an Männer (51,0% der Gesamtzahl) geleistet.
  • Insgesamt gab es 175.002 Leistungen im Krankheitsfall, wobei in diesen Gesamtbeträgen neben den Ansteckungsverlusten durch das neue Coronavirus auch Leistungen für die prophylaktische Isolierung in Kombination mit dem Leistungsanteil bei Tuberkulose enthalten sind. Nach Geschlecht aufgeschlüsselt erhielten 101.975 Frauen (58,3% der Gesamtzahl) diesen Zuschuss, während 73.027 Empfänger männlich sind (41,7% der Gesamtzahl). Das Krankengeld ist eine Leistung, die dem Empfänger zugeschrieben wird, um den Lohnausfall auszugleichen, der sich aus der krankheitsbedingten vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ergibt. Als Krankheit gilt jede krankheitsbedingte Situation, die nicht auf eine berufliche Ursache oder eine entschädigungspflichtige Handlung eines Dritten zurückzuführen ist und die über die Arbeitsunfähigkeit entscheidet.
  • Das Elterngeld ist ein Geldbetrag, der an die Eltern oder Erziehungsberechtigten für die Geburt eines Kindes während der Elternzeit (da vielleicht nicht erwerbstätig) gezahlt wird. Es soll den Verdienstausfall während der Dauer der Elternzeit ersetzen. Die Zahl der Empfänger von Elterngeld belief sich im September 2020 auf 42.302 Personen.
  • Im September 2020 gab es 211.992 Empfänger/-innen von RSI. Im gleichen Zeitraum gab es einen Anstieg um 3,2% (plus 6.612 Empfänger/-innen). Die RSI ist eine Unterstützung zum Schutz von Menschen in extremer Armut, die aus einer Ausgleichszahlung zur Deckung des Mindestbedarfs besteht. Mit dieser Unterstützung wird gleichzeitig ein Eingliederungsprogramm ausgearbeitet, in dem ein Vertrag über eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen ist, die entsprechend den Merkmalen und Bedingungen des Haushalts des Antragstellers festgelegt werden und die auf die fortschreitende soziale, arbeitsmäßige und gemeinschaftliche Eingliederung seiner Mitglieder abzielen.
  • Der Solidaritätszuschlag für ältere Menschen (Solidarity Supplement for the Elderly (CSI)) ist eine monatlich gezahlte Geldleistung für ältere Menschen mit geringem Einkommen, die mindestens so alt sind wie das Regelalter für den Zugang zur Altersrente des allgemeinen Sozialversicherungssystems und die in Portugal ansässig sind. Diese Leistung erhielten im September 2020 162.154 Personen, davon waren 70,2% der erfassten Personen weiblich und 29,8% männlich.
  • Die Altersrente ist ein monatlich gezahlter Betrag, der zur Absicherung im Alter an die Stelle der Arbeitseinkommen treten soll. Es wurden 2.065.140 Altersrenten gezahlt, davon 1.089.985 an Frauen, was 52,8% der Gesamtheit entspricht, während an die Männer 47,2% der Gesamtzahl gingen, also 975.155 Rentenzahlungen.
  • Die soziale Eingliederungsleistung schützt alle in- und ausländischen Bürger, Flüchtlinge und Staatenlose, die eine Behinderung haben, die zu einem Behinderungsgrad von 60 % oder mehr führt, durch finanzielle Hilfen. Insgesamt erhielten 110.205 Personen Sozialleistungen zur Eingliederung. Betrachtet man den September 2019, so ergibt sich ein Anstieg um 9,9%, wobei weitere 9.968 Personen in die soziale Eingliederungshilfe einbezogen wurden.

Bezüglich der Sozialschutzausgaben ermöglichen es uns die vom Institut für Finanzverwaltung der sozialen Sicherheit (IGFSS) des Ministeriums für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit (MTSSS) bereitgestellten Daten zu verfolgen, wie hoch der prozentuale Anteil der Sozialversicherungsausgaben am BIP (Bruttoinlandsprodukt) für Beihilfen oder andere Ausgaben ist.

Sozialversicherungsausgaben in % des BIP 2008-2016
Abbildung 1 - Sozialversicherungsausgaben in % des BIP 2008-2016 [12]
Quelle: IGFSS/MTSSS

Abbildung 1 zeigt, dass die Sparpolitik in Portugal (2011-2014) auch in Bezug auf die Sozialausgaben gemessen am BIP härter war. Anhand von Abbildung 2 können wir sehen, dass die Hauptausgaben für den Sozialschutz in den Bereichen Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsförderung liegen, wobei der RSI der Bereich ist, in dem die Ausgaben weniger ins Gewicht fallen.

Ausgaben für Sozialversicherungsleistungen (in Tausend Euro) 2008-2016
Abbildung 2 - Ausgaben für Sozialversicherungsleistungen (in Tausend Euro) 2008-2016 [13]
Quelle: IGFSS/MTSSS

Tabelle 2 - Ausgaben für Sozialversicherungsleistungen (in Tausend Euro) 2008-2016[14]
 Social Security Expenditure TotalSocial payments expenditure
TotalFamily membersSickness and MaternityUnemployment and Job supportPensions, supplements and complementsSocial Integration Income (RSI)
2008 26801178,7 18324103,5 942763,2 742577,3 1566573,6 12818152 425721
2009 29577376,8 20110363,5 1136984,5 850875,8 2045184,9 13464650,4 507708,9
2010 31093897,6 20907615 1108523,6 892518,4 2221136 14011912,6 519908,7
2011 29356867,5 20788868,5 812022,1 923268,1 2103793,5 14448733,8 414383,5
2012 36341054,6 21670488,6 807039,6 863817,3 2592952,7 14943607,9 387904,3
2013 45639377,3 22589417,8 806345,7 783911,5 2737667 15831958,8 315143,4
2014 37523665,3 22124364,2 776650,7 825120,4 2238737,2 15953982,5 294448
2015 33095112,7 21506641,4 771183,3 9 16852,2 1 760640,4 15753196,1 287351,1
2016 30030286 21772948,2 797270,5/td> 979530,3 1509656,4 16124291,2 334677,7

Quelle: INE/ IGFSS/MTSSS

Die gesammelten Daten ermöglichen es uns auch, die Ausgaben des Sozialversicherungssystems mit der Zahlung von Sozialleistungen nachzuvollziehen und zu überprüfen, ob es Schwankungen bei den einzelnen Sozialleistungen gab (Tabelle 2).

Anhand dieser Analyse lässt sich feststellen, dass seit 2014 ein Anstieg der Ausgaben für Kranken- und Mutterschaftsgeld zu verzeichnen ist, während die Ausgaben für Arbeitslosen- und Beschäftigungshilfen zurückgegangen sind.

Bei den Rentenausgaben gab es mit Ausnahme des Jahres 2015 einen schrittweisen Anstieg. So gab es beim RSI seit 2011 einen Rückgang der Ausgaben, die 2016 stärker ins Gewicht fielen.

2.2 Sozialhilfeindex

Auf der Grundlage der Daten des Nationalen Instituts für Statistik (INE) werden die wichtigsten Ergebnisse des Wohlfahrtsindex für Portugal (IBE) für den Zeitraum zwischen 2004 und 2017 dargestellt (Schaubild 3).

Gesamt- und Pro-Kopf-Gesundheitsindex (IBE) (2004 = 100) 2004-2017
Abbildung 3 - Gesamt- und Pro-Kopf-Gesundheitsindex (IBE) (2004 = 100) 2004-2017 [15]
Quelle: INE

Die Daten deuten auf ein weiterhin leichtes Wachstum des IBE hin, das sich durch eine, wenn auch verminderte, Verbesserung der Lebensqualität und durch die erhebliche Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen erklärt, die seit 2013 zum Anstieg des Wohlstandsindexes beitrug. Anhand der Daten lässt sich feststellen, dass sich Wohlstandsindex in Portugal zwischen 2004 und 2017 fast durchweg positiv entwickelt hat, nachdem er nur im Zeitraum 2007-2008 und im Jahr 2012 sank.

Die beiden Aspekte der Wohlstandsanalyse, die anhand der beiden Indizes zu materiellen Lebensbedingungen und der Lebensqualität ermittelt wurden, wiesen unterschiedliche Verhaltensmuster auf. Der Lebensqualitätsindex war immer höher als der für die materiellen Lebensbedingungen, mit Ausnahme des Zeitraums von 2006 bis 2010, in dem diese Indizes ihre Positionen umkehrten. So entwickelten sich die beiden Indizes in den Zeiträumen 2007-2008 und 2010-2013 in entgegengesetzte Richtungen.

Tabelle 3- Zusammenfassung der IBE-Indexindikatoren (2004 = 100) [16]
Perspektive / BereichI2008I2014I2017
Wohlfahrtsindex 105,2 114,5 131,4
Lebensgrundlagen 96 85,3 97,5
Wirtschaftlicher Wohlstand 105,0 105,3 113,1
Wirtschaftliche Gefährdung 90,9 77,8 94,3
Work and Compensation 92,0 71,1 85,2
Lebensqualität 109,1 127,1 145,9
Gesundheit 118,0 123,6 137,5
Life-Work Balance 109,1 104,2 99,9
Bildung, Wissen und Fähigkeiten 128,1 187,5 215,2
Soziale Beziehungen und subjektives Wohlbefinden 93,5 97,4 112,0
Bürgerbeteiligung und Regierung 100,0 135,9 173,3
Personenschutz 101,4 113,6 144,6
Umwelt 112,1 133,4 139,1

Quelle: INE

In Tabelle 3 können wir die Indikatoren, die einige Dimensionen des Wohlstandsindex ausmachen, genauer betrachten, insbesondere im Bereich der materiellen Lebensbedingungen und der Lebensqualität.

Analysiert man die Indikatoren, die die materiellen Lebensbedingungen umfassen, so zeigt sich, dass die wirtschaftliche Vulnerabilität und die Beschäftigung im Vergleich zu 2008 im Jahr 2014 am stärksten von der Krise betroffen waren, mit einem leichten Anstieg des wirtschaftlichen Wohlstands, selbst im Jahr 2014. Es ist jedoch zu beachten, dass dieser Indikator im Jahr 2017 einen Anstieg aufweist, der zur Verbesserung dieses spezifischen Index beiträgt.

Im Hinblick auf die Lebensqualität gab es in den betrachteten Jahren einen Anstieg in den Bereichen Gesundheit, Bildung, soziale Beziehungen und subjektives Wohlbefinden, Bürgerbeteiligung, persönliche Sicherheit und Umwelt. Lediglich im Bereich Life-Work-Balance gab es im Laufe der Zeit eine negative Tendenz. Die positive Entwicklung der meisten Indikatoren ermöglichte eine positive Zunahme dieses spezifischen Index.

Armutsgefährdungsquote: vor und nach Sozialtransfers 2004-2017 (%)
Abbildung 4 – Armutsgefährdungsquote: vor und nach Sozialtransfers 2004-2017 (%) [17]
Quelle: INE

Abbildung 4 schließlich stellt den Vergleich der Armutsrisikoquote vor jedem Sozialtransfer, nach der Übertragung von Renten und nach der Übertragung aller Sozialleistungen dar. Hier wird dargestellt, welche grundlegende Rolle die Sozialtransfers, nämlich die Renten, bei der Erfüllung des sozialen Schutzes der Bürger spielen und wie sie zur Verringerung des Armutsrisikos beigetragen haben, indem sie es um mehr als die Hälfte verringerten.

2.3 Das System des Sozialwesens und der Sozialarbeit

Derzeit ist das Gesetz Nr. 4/2007 [18] vom 16. Januar in Kraft, mit dem Erlass des Gesetzes 83-A/2013 vom 31. Dezember, das an die Stelle des Sozialversicherungsgrundgesetzes 2002 tritt (BSSL). Die Ziele des Systems mit dem BSSL von 2007 sind darüber hinaus die Gewährleistung des Rechts auf soziale Sicherheit als Grundrecht, um eine anhaltende Verbesserung der Sozialhilfe zu fördern, Gerechtigkeit zu stärken und die Effizienz des Systems incl. seiner Verwaltung zu erhöhen.

Gemäß BSSL von 2007 ist die Struktur des Sozialhilfesystems in drei Systeme gegliedert: i) gesellschaftliches Sozialhilfesystem; ii) Sozialsystem; und iii) Komplementärsystem. Das gesellschaftliche Sozialhilfesystem umfasst drei Bereiche: Sozialmaßnahmen, Teilhabe und Familienschutz.

Die Ziele des Sozialhilfesystems sind die Gewährleistung der Grundrechte und der Chancengleichheit der Bürger/-innen, die Förderung des Wohlergehens und des sozialen Zusammenhalts durch: a) die Umsetzung des Rechts auf Grundbedarf der Bürger/-innen bei wirtschaftlichen Engpässen, b) die Vermeidung und Beseitigung von Armut und Ausgrenzung, c) die Entschädigung für Familienausgaben und d) den Ausgleich von Kosten in den Bereichen Behinderung und Abhängigkeit (Artikel 26, Gesetz Nr. 4/2007).

Die Finanzierung der Sozialhilfe erfolgt durch staatliche Leistungen und durch Bereitstellung von Steuereinnahmen [19], die der Sozialhilfe aus anderen Quellen, wie z.B. den Sozialversicherungseinnahmen, zugutekommen und nicht durch Beitragsmittel. Das Ziel hierbei ist es, soziale Notlagen und sozioökonomische Ungleichheit sowie Fälle von Ausgrenzung oder sozialer Abhängigkeit zu verhindern und gleichzeitig die Integration und Förderung der Gemeinschaft sowie die Kapazitätsentwicklung zu fördern (Artikel 29, Gesetz 4/2007).

Dazu gehört der Schutz der schwächsten Gruppen (Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen) oder anderer Menschen in Situationen wirtschaftlicher oder sozialer Benachteiligung sowie die Durchführung weiterer Maßnahmen in Zusammenarbeit mit anderen nicht öffentlichen Einrichtungen. Soziale Dienste und Einrichtungen, Programme zur Bekämpfung von Armut, sozialer Missstände, Marginalisierung und sozialer Ausgrenzung, in Härtefällen die Gewährung von Geldleistungen und Sachleistungen werden als Antworten auf ihre Ziele hervorgehoben (Artikel 30, Gesetz Nr. 4/2007). Als Akteure in diesem Prozess der Entwicklung sozialen Handelns gestalten der Staat, gemeinnützige private Einrichtungen und Institutionen Gemeindearbeit, Auftragsvergabe, Effizienz und Wirksamkeit in sozialen Diensten und Unterstützungen, einschließlich Dienstleistungen und sozialen Antworten. Partnerschaften werden geschätzt, da sie die Förderung des sozialen Freiwilligendienstes in Übereinstimmung mit anderen Einrichtungen und Dienstleistungen wie Gesundheit und Bildung fördern. Private Einrichtungen der sozialen Solidarität (IPPS) werden als Vermittler zwischen Familie und Sozialhilfe eingesetzt und betonen die lokale Intervention, insbesondere über das soziale Netzwerk. Es sei darauf hingewiesen, dass "die Inanspruchnahme von Sozialdiensten und -einrichtungen von der Zahlung von Beiträgen durch die jeweiligen Empfänger unter Berücksichtigung ihres Einkommens und desjenigen ihrer jeweiligen Haushalte abhängig gemacht werden kann" (Artikel 31, Gesetz 4/2007). Neben der Unterstützung von Maßnahmen durch die IPSS bezieht sie sich auch auf die Rolle gewinnbringender Unternehmen und die soziale Verantwortung der Unternehmen bei der Förderung von sozialer Unterstützung und Mittel.

Das Teilsystem Solidarität zielt darauf ab, Formen der Prävention und Beseitigung von Armut und sozialer Ausgrenzung "auf der Grundlage der Solidarität der gesamten Gemeinschaft" sicherzustellen. Des Weiteren sollen Leistungen gewährt werden in Situationen, in denen eindeutig persönliche oder familiäre Leistungen nicht in das Rentensystem einbezogen werden müssen" oder " soziale oder wirtschaftliche Notlagen aufgrund von Beitragsmängeln" vorliegen (Artikel 36, Gesetz Nr. 4/2007). Diese Leistungen sollen die soziale Integration der Betroffenen und Familien im Einklang mit den Grundsätzen der sozialen Teilhabe und der positiven Differenzierung fördern. Um vor allem in Fällen wirtschaftlicher Not, Invalidität, Altersarmut, Tod, unzureichendem Einkommen aus Erwerbsarbeit oder Altersrente, der Unmöglichkeit dies über das Rentensystem abzudecken. [20]

Das Teilsystem Familienschutz soll bei erhöhten familiären Belastungen, einschließlich Invaliditäts- und Unterhaltsabgaben, sicherstellen, dass Schulden nach juristischer Prüfung übernommen werden. Dazu kann auch die Gewährung von Sachleistungen gehören. [21] In diesem Teilsystem variiert die Sozialhilfe je nach Einkommen, Zusammensetzung und Größe der Haushalte der Betroffenen.

Das Sozialversicherungssystem basiert auf dem Grundsatz der Solidarität im beruflichen Kontext (von Arbeitnehmern/-innen oder Selbständigen, Selbständigen sowie freiwillig Versicherten) und garantiert Geldleistungen für Sozialhilfe (bei Krankheit, Mutterschaft, Vaterschaft und Adoption, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, Invalidität, Alter und Tod). [22] Dieses System basiert auf einer gesetzlichen Beitragspflicht im Zusammenhang mit dem Leistungsanspruch, der maßgeblich durch die Beiträge von Arbeitnehmern/-innen und Arbeitgebern/-innen selbst finanziert wird [23]. Aufgrund der einheitlichen Sozialsteuer können Grenzen für ihre Anwendung und die Festlegung der Leistungsbeträge festgesetzt werden. [24] Bei den Leistungen "Die Höhe der Sozialhilfe, nämlich die Mindestrente, wird auf der Grundlage des Index der Sozialhilfe, in den Situationen und unter den gesetzlich festgelegten Bedingungen festgelegt" (Artikel 68º, Gesetz Nr. 4/2007), wird ein jährlich angepasster Referenzwert festgelegt: Index der Sozialhilfe (Index of Social Support, IAS), der auf das Prinzip der Generationengerechtigkeit und die finanzielle Nachhaltigkeit des Sozialversicherungssystems abzielt. Diese Bestimmungen gelten sowohl für das Sozialversicherungssystem als auch für die Teilsysteme Solidarität und Familienschutz.

Das ergänzende System, ein Mix aus öffentlicher Finanzierung und anderen Mitteln, wird konkret in der Aufteilung der sozialen Verantwortung verwirklicht. Seine Entwicklung muss vom Staat durch als angemessen erachtete Anreize gefördert werden (Artikel 81 Gesetz Nr. 4/2007). Das System der öffentlichen Finanzierung ist gekennzeichnet durch freiwillige Einzelmitgliedschaft, die vom Staat organisiert und verwaltet wird, als Ergänzung zum Sozialversicherungssystem. [25] Die Initiativsysteme sind ergänzende betriebliche Maßnahmen, die Arbeitnehmer/-innen oder Selbständige erfassen, die auf freiwilliger Basis ergänzend zur beitragspflichtigen Sozialhilfe einzahlen. [26]6 Altersvorsorge, Lebensversicherung, kapitalbildende Versicherung und Gegenseitigkeitsversicherung sind individuelle Möglichkeiten, die ebenfalls freiwilligen Charakter haben. [27]

Die Sozialversicherung gewährleistet und verwirklicht durch ihre Systeme das Grundrecht auf Sozialhilfe mit dem Ziel der sozialen Sicherheit. So wird (auch in Krisen- und Sparzeiten) die Garantie eines universellen Sozialhilfemodells Mechanismen in Anwendung bringen, die die sozialen Rechte fördern. Und es wird in Sozialpolitiken investieren, die auf die Ziele des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalts im nationalen und europäischen Kontext ausgerichtet sind.

Die Annäherung an die Soziale Arbeit beinhaltet die Berücksichtigung des soziohistorischen Prozesses, der die Grundlage für ihre Entstehung und Entwicklung ist: immer komplex, unabhängig von der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Konjunktion, wenig wahrnehmbar und nicht sofort die Bedeutung erfassend, die die Gesellschaft der Sozialen Arbeit beimisst. Für Parton (2002) zeigt die Entstehung postmoderner Gesellschaften einige Unsicherheiten in einem komplexen Kontext mit sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und technologischen Veränderungen.

Ein erster Blick wird ermöglicht, indem einerseits die Analyse der sozialen Beziehungen der kapitalistischen Gesellschaft und ihrer Transformationen zur Sprache gebracht wird. Dazu gehören soziale Fragen und Probleme und die Art und Weise, das Sozialwesen in die Antworten auf diese Probleme einzubeziehen. Und andererseits die Analyse der Arbeitsformen, die historisch von den Sozialassistenten geleistet werden, mit einem Praxisschwerpunkt (Martins, 2002).

Die Entstehung der Sozialen Arbeit beginnt mit Sozialhilfeaktivitäten, zunächst philanthropischer und gemeinnütziger Natur, die sich im Laufe des letzten Jahrhunderts entwickelt haben und die Soziale Arbeit zu einem anerkannten Beruf und einer Disziplin der wissenschaftlichen Produktion machen. Dieses gereifte Wissen hat sich in einem komplexen System und einer zunehmend globalisierten Welt auf der Grundlage ethischer Prinzipien und Werte weiterentwickelt (Dominelli, 2005).

Die Konstruktion der Sozialarbeit ist kein linearer und kontinuierlicher Prozess. Seit ihrer Entstehung werden die Ziele je nach den verschiedenen Bedarfen für die Gesellschaft, soziale Gruppen und Bewegungen sozialer und politischer Natur unterschiedlich gesetzt und in professionelle Praktiken umgesetzt.

Heute stehen wir jedoch vor einem sehr komplexen Szenario - dem Szenario der Globalisierung oder Postmoderne -, dessen Hauptmerkmale Mobilität, Flexibilität, Fluidität, Relativierung, kurze Meldungen, Fragmentierung, Risse an den Rändern und Grenzen, Fusionen, Schnelllebigkeit, Unmittelbarkeit, Dezentralisierung und Extraterritorialität von Macht, Unvorhersehbarkeit und Konsum sind. Diese Punkte haben direkte Auswirkungen auf die persönliche Ebene, erkennbar an Gefühlen wie Ungewissheit, Unsicherheit, Sorge und Angst. Diese Gefühle resultieren aus der Unvereinbarkeit zwischen langfristigen Lebensprojekten und der Unmittelbarkeit der Arbeit im neuen flexiblen Kapitalismusmodus.

Die mit dem Arbeitsmarkt verbundenen Risiken, Sparsamkeit und demografische Alterung sowie die Rigidität der Modelle selbst sind Gegenstand der Debatte über die Verantwortlichkeiten politischer Interventionen. "Aus diesen Gründen gibt die Anerkennung der Bedeutung neuer Risiken, neben alten Risiken, den düsteren Schlussfolgerungen der Arbeit an permanenter Sparmaßnahme einen wichtigen Anstoß" (Taylor-Gooby, 2004:2)

Auf dem Markt muss der/die Einzelne die Lebensgrundlage, das Überleben suchen, ohne auf öffentliche Mittel zählen zu müssen. So wird eines der Leitmotive des Sozialwesens (Menschenrechte) durch die Aufwertung der sozialen Intervention beim Einzelnen und nicht mehr im Recht in Frage gestellt.

Diese Idee spiegelt das Denken von Netto (2015) für Soziale Arbeit als professionelles Projekt wider, in dem Sozialarbeiter ihr Handeln auf der Grundlage ihrer Werte, sozialen Funktionen, Ziele, theoretischen Kenntnisse, Normen und Praktiken fortsetzen und ihre Ausübung in einem institutionellen Rahmen (sozial, privat und öffentlich) fördern, der mit dem Unternehmenskontext artikuliert ist.

Das ist der Wandel, der sich in der Berufspraxis vollzieht. Es wird eingegriffen, nicht durch die Anpassung des/der Einzelnen an die Norm oder die Garantie seiner/ihrer Rechte, sondern dadurch, dass es Gründe und Motivationen gibt, auf dem Markt zu konkurrieren und seine/ihre eigenen Lebensgrundlagen zu schaffen.

Belchior-Rocha (2018) warnt davor, dass industrielle und kapitalistische Gesellschaften typischerweise Probleme im Zusammenhang mit Wirtschaftswachstum, sozialen Ungleichheiten, Lebensqualität u.a. aufweisen, für die weder systemische Prozesse noch eine nachhaltige Sichtweise auf ein Wirtschaftsmodell in Betracht gezogen wurden (Universalität, konkretes Handeln und Integration als Grundkonzepte umfassend). Diese Konzepte stehen in direktem Zusammenhang mit der Frage nach Werten und ethischen Prinzipien, der Intervention sowie den Zielen und Vorgaben der Sozialen Arbeit.

Die Krise unserer Tage liegt im Bruch zwischen dem Leben in der kapitalistischen Industriegesellschaft zu einer anderen Lebensform, die durch einen Prozess der Anhäufung von Kapital und neuen Konsumformen im Finanzkapitalismus entsteht. Es ist einfach eine Krise der Ausgrenzung und der sozialen Kluft zwischen den Reichsten und den Ärmsten, die scheinbar durch das Wachstum des Sozialstaates geschwächt wurde. Es gibt Veränderungen auf der Ebene der sicheren Erwerbsarbeit, der Familie und des Gesellschaftsvertrags in seiner politischen, zivilen und sozialen Dimension.

Was die Familie betrifft, so gibt es auch tiefgreifende Veränderungen durch den Eintritt von Frauen in den Arbeitsmarkt, die Zunahme von Alleinerziehendenfamilien unter dem Einfluss von Schule und Fernsehen und das Entstehen neuer Konsummuster. Durch Individualisierung, prekäre Arbeit und den Verlust der familiären Lebensbedingungen wird die Kontinuität der Familie immer weniger geschätzt. Der/die Einzelne verlässt sich also stärker auf sich selbst und weniger auf die Familie.

Im sozialen Bereich sind die Rechte angesichts des kapitalistischen Szenarios nicht universalisiert, sondern wurden zunehmend reduziert, das Sozialversicherungsnetz ist brüchig und verändert den Rahmen sozialer Sicherheit. Der "neue Sozialvertrag", der durch die Globalisierung aufgedrängt wird, besteht also darin, die/den Einzelne/-n weniger sicher, weniger geschützt, wettbewerbsfähiger auf dem Markt zu machen, mit weniger Rechten. Einhergehend mit billigeren Arbeitskräften, schlechten Arbeitsbedingungen, dauerhafter Arbeitsplatz-Deregulierung, persönlicher Angst, Angst vor Arbeitslosigkeit, der Scham, nicht mit den täglichen Verpflichtungen umgehen zu können, zu verhungern und zu sehen, wie die Familie hungert und kämpft.

Dieses Szenario beinhaltet eine viel komplexere Sicht auf die Ausübung der Sozialarbeit als im 20. Jahrhundert. Wenn damals die Neukonzipierungsbewegung der Sozialen Arbeit (aus Lateinamerika in den 1960er, 1970er Jahren) gegründet wurde, besteht nun die Notwendigkeit einer neuen Rekonzeptualisierung, um zu kritisieren, was getan wurde, was richtig und falsch war, was an Risiken und Möglichkeiten und Bedürfnissen entsteht (Netto, 2015).

In diesem Umwandlungsprozess ist es wichtig, den Raum für Gemeinschaft, Solidarität und soziale Interaktion zu öffnen, die lokale und globale Integration (Giddens, 1984) der Gesellschaft. Das ist die zentrale Frage des dialektischen Denkens, die das Globale nicht als unvermeidlich erscheinen lässt. Der Markt ist nicht die einzige Grundlage der sozialen Beziehungen und ist mit Kultur und Institutionen verwoben. Kultur, lokale Produktion und soziale Beziehungen reagieren auf den globalen Markt, sind aber auch darin eingebettet. Die Bedeutungen in all den oben genannten Fragmentierungen können eine strategische Sichtbarkeit für ihre Überwindung in der Praxis haben.

Die Sozialarbeit musste ihre Grundlagentradition neu ausrichten und vertiefen, um eine zu starke Anpassung zu vermeiden, Gewohnheiten zu stärken, eine kritische, prägende Perspektive des Lernens im Alltag einzunehmen inclusive Perspektivwechsel, Richtungsänderungen und veränderten Bedingungen. Und dafür war es notwendig, in Netzwerken an individuellen und gemeinsamen Projekten zu arbeiten, Veränderungsansätze zu entdecken und neu zu artikulieren und der Krise zu begegnen. Zweifellos hat der Kapitalismus neue Anforderungen an die Sozialpolitik und das Sozialwesen gestellt. Die Perspektive des Wandels der Machtverhältnisse ermöglicht die Stärkung von Bürgerrechten, Autonomie und Identität in einem komplexen Kontext. Dieser Prozess beinhaltet notwendigerweise die Garantie von Rechten, die Entwicklung der Rahmenbedingungen des Individuums (Darling-Hammond, 2019).

Es ist wichtig, Globalisierung nicht als unabwendbar oder Kapitalismus als Ende der Geschichte zu betrachten, sondern als einen komplexen, dynamischen und widersprüchlichen Prozess, in dem auch das Sozialwesen widersprüchlich enthalten ist.

Der Beruf der Sozialarbeit ist in einen sozialhistorischen und politischen Kontext eingebettet. So ist ihre Rolle in der sozialen Arbeitsteilung von fortschreitenden Konfrontationen und Wandlungen gekennzeichnet, die für eine Gesellschaft im ständigen Wandel charakteristisch sind. Auf diese Weise wird in Portugal die Entstehung des Sozialwesens als wissenschaftliche Philanthropie bezeichnet. Immer dann, wenn die Kirche ihre Unterstützung reduziert und damit dem Einsatz von Laien Vorschub leistet, die ihr Handeln in sozialen Organisationen entwickeln, ohne unter der Aufsicht der Kirche zu stehen (Branco, 2018), so geschehen in den 1930er Jahren und während des Estado Novo (diktatorisches Regime). Der Beruf hat sich jedoch weiterentwickelt und etabliert, indem er einen Arbeits- und Wissenschaftsweg konsolidierte, der mit Demokratie und bürgerlichen, politischen und sozialen Rechten verbunden ist (Martins, 1995; Branco, 2009; Carvalho und Pinto, 2015).

Mit dem Estado Novo (neuer Staat) entwickelte Minister Salazar eine Sozialhilfe-Strategie, die im Gegensatz zu in anderen Ländern entwickelten Strategien stand, um die Bedrohung durch den Kommunismus zu bekämpfen. So arbeiteten die Sozialarbeiter/-innen mit den Arbeitern/-innen und Familien zusammen, wo sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Soziallehre der Kirche spielten (Branco, 2018).

Für Carvalho und Pinto (2015) markierte der Zeitraum zwischen den 1960er Jahren und 1974 eine neue Phase für den portugiesischen Sozialdienst, da hier die industrielle Entwicklung und die Anerkennung der Sozialwissenschaften im Bildungswesen in Portugal vorangebracht wurden. Im Estado Novo (neuer Staat) wurde die Sozialarbeit jedoch institutionalisiert, mit der Einrichtung von Schulen für Sozialarbeit in Lissabon (1935), Porto und Coimbra. In der Zeit nach dem 25. April 1974 wurde auf Forschung in der Sozialarbeit gesetzt. Dies lag am Aufkeimen neuer sozialer Probleme, die sich aus Veränderungen in der Gesellschaft ergeben, aber auch durch das Aufkommen neuer Ideologien, wie beispielsweise des Marxismus oder als Rekonzeptualisierungsbewegung der Sozialarbeit in Lateinamerika. Nach dem 25. April 1974 erlangte Portugal ein demokratisches Regime zurück, das eine bemerkenswerte Transformation der portugiesischen Gesellschaft und einen revolutionären historischen Moment für die "Bestätigung und Verwissenschaftlichung der Sozialarbeit" darstellte (Amaro, 2012: 101). In den 1980er Jahren wird der akademische Grad anerkannt und in der Ausbildung beginnt man, den Forschungsbereich durch Abschlussarbeiten und Publikationen von Bachelor-, Master- und Doktorandenabschlüssen sowie Postgraduierten zu integrieren. Die Verbreitung wissenschaftlicher Produktion durch die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Zeitschriften und der Durchführung von Seminaren beginnt (Branco, 2018). Laut Branco (2019) setzte eine neue Phase der Sozialen Arbeit in Portugal ein, sowohl durch einen Wandel des politischen Paradigmas als auch durch Einflüsse im formativen und beruflichen Bereich: Die Strömungen der kritischen und radikalen Sozialen Arbeit lateinamerikanischer Herkunft gewannen Raum in der Bildung und neue Felder professioneller Intervention, die auf den institutionellen gesellschaftspolitischen Wandel abzielen.

Sozialarbeiter/-innen befinden sich in ihrem Metier, mit einer Fülle an Forschungsinstrumenten. Der/die Experte/-in muss das seiner/ihrer Berufsausübung innewohnende Wissen ständig aktualisieren, da er/sie mit den Veränderungen in der Gesellschaft Schritt halten muss. Die Forschung ist also eine Praxis, die die Arbeit vor Ort ergänzt. "Kritikfähigkeit und reflektierendes Denken" sind grundlegende Fähigkeiten für eine professionelle und qualitativ hochwertige Antwort auf eine globale Gesellschaft (Ferreira, 2011: 67). In diesem Sinne zeigen die Anforderungen, denen Kommunen, Dienstleistungen, Fachleute und Bürger ausgesetzt sind, eine neue Herausforderung für die zeitgenössische Sozialarbeit.

Sozialarbeiter/-innen sind in der Lage, Untersuchungen durchzuführen, die auf einer festen und vorzugsweise theoretischen Grundlage entwickelt werden müssen, die in multidisziplinären Teams durchgeführt werden. So kann er oder sie durch das Studium von Problemen, basierend auf wissenschaftlichen Schritten und Verfahren, diese anwenden und lösen.

Das Interesse der Sozialarbeiter/-innen an der Erforschung der Sozialpolitik spiegelt einerseits ihr Handeln durch unmittelbare Beziehungen wider. Und andererseits ist es die Methodik selbst ist, die ihre berufliche Tätigkeit hervorbringt. Die Tradition der Sozialarbeit fußt auf zwischenmenschlichen Beziehungen, und durch sie nimmt die Beziehung eine Form von privilegiertem professionellem Handeln an. Sozialwesen und Sozialpolitik sind folglich zwei Formen der Vernetzung. Der Bereich der Sozialarbeitsintervention wird immer größer.

Robertis (2003) weist darauf hin, dass soziale Veränderungen die Sozialarbeit benötigen, um sich auf neue Situationen sozialer Verwundbarkeit vorzubereiten. Dazu gehören technologische, demographische, Familienmodelle und gesundheitliche Veränderungen, die eine Zunahme von Armut und sozialer Ausgrenzung widerspiegeln.

Derzeit stehen Sozialarbeiter/-innen vor einer ihrer größten Herausforderungen. Eine Herausforderung, die sich in der Notwendigkeit ausdrückt, die Fähigkeit zur Interpretation der Realität sowie kreative Fähigkeiten zu entwickeln. Der Fachmann, die Fachfrau arbeitet täglich an sozialen Themen, d.h. er/sie beobachtet die Ungleichheiten des/der Einzelnen in Bezug auf Arbeit, Familie, Wohnen, Gesundheit, Sozialhilfe und anderes.

Ferreira (2011) konstatiert, dass die aktuellen sozialen Probleme komplex sind und angemessene und rigorose Methoden benötigen, die in Studie, Diagnose und den sozialen Reaktionen enthalten sind, die die Beteiligung der Aufmerksamkeitsthemen kombinieren und ihr Potenzial und Wissen bewerten, um die Probleme anzugehen und zu lösen. Diese Tätigkeit darf nicht ohne kritisches Denken im Rahmen der beruflichen Tätigkeit auskommen, denn Innovation und die Überwachung des wissenschaftlichen Fortschritts sowie die Produktion neuen Wissens sind von grundlegender Bedeutung, um auf neue Situationen sozialer Risiken zu reagieren.

Die theoretischen und methodischen Grundlagen, die einen Komplex an Kenntnissen und Fähigkeiten darstellen, die der/die Sozialarbeiter/-in während ihres/seines Ausbildungsprozesses erworben hat, und die Techniken sind Arbeitsmittel, die es ihr/ihm ermöglichen, die Realität zu kennen und den Beruf auszuüben. Es ist wichtig zu betonen, dass Sozialarbeiter/-innen ihre Arbeit nicht isoliert verrichten, sondern Teil eines gemeinsamen Systems sind, indem sie sich selbst als Arbeiter/-innen begreifen, die ein multidisziplinäres Arbeitsteam zusammenstellen.

Gesellschaftsprojekte können ganz allgemein gesprochen transformativ oder konservativ sein. Unter den Transformatoren gibt es verschiedene Positionen, die mit den Formen (Taktiken und Strategien) des sozialen Wandels zusammenhängen. So besteht eine Voraussetzung für den ethisch-politischen Ansatz, der eine unerlässliche Beziehung für den Wandels oder Erhalt der sozialen Ordnung herstellt. Das ethisch-politische Projekt der Sozialarbeit ist mit einem Ansatz zur Veränderung der Gesellschaft verbunden. Diese Verknüpfung ist auf die Forderung der politischen Dimension der professionellen Intervention zurückzuführen.

3. Organisation von Sozialwesen und Sozialarbeit

Die Allgemeingültigkeit der Sozialhilfemodelle moderner Gesellschaften, die auf die Maximierung von Sozialfürsorge und -hilfe abzielt, ist zum Selbstzweck für Staaten geworden, die Dienstleistungen zu etablieren suchen, die soziale Gerechtigkeit, Integration und Umverteilung fördern. In diesem Zusammenhang wurden Berufe geschaffen, die zu den innovativen Mechanismen der Operationalisierung und sozialen Regulierung beigetrugen, wie die Sozialarbeit. Im Laufe der Zeit entwickelten sich neue Bereiche, die wissenschaftliche und theoretische Kenntnisse sowie technische Fähigkeiten für Staatsbürgerschaft, Solidarität und Gleichberechtigung hervorbrachten (Parton, 2002). Die Entstehung organisierter Formen der Sozialarbeit folgt den Entwicklungen in modernen Gesellschaften, sozialen Problemen und deren Lösung zusammen mit der Ausweitung der Wohlfahrtsstaaten (Hopkins, 2002).

Staatliche Maßnahmen werden derzeit mit privaten und zivilgesellschaftlichen Initiativen wie den Misericórdias (Barmherzigkeit), Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Private Institutions of Social Solidarity (IPSS) und anderen kombiniert. Die Tätigkeit des dritten Sektors hat eine wichtige Rolle im Plan der "primären" Sozialität oder Solidaritäten gespielt, die den Staat, den Markt und die Gemeinschaft dort zusammenführen, wo Soziales und Wirtschaft durchmischt sind (Pond 2012:57). Wir können sagen, dass die Krise von 2008 ein neues Paradigma im Bereich der Sozialhilfe durch politische Entscheidungen und die Rolle des Staates selbst gebracht hat. Nach diesem neuen Leitbild, das aus Zeiten der Krise und Sparsamkeit hervorging, gab es eine Privatisierung von Dienstleistungen, die zur Zunahme von Armut und Arbeitslosigkeit in Portugal beiträgt. Damit geht auch der Verlust von sozialen Rechten und eine manifeste soziale Unsicherheit einher (Castro, Tomé, Carrara, 2015).

Laut Joaquim (2008) führte dieses Szenario zur Entstehung von Nichtregierungsorganisationen "als Mittel, um auf Situationen der Marginalisierung und das Scheitern bestehender Reaktionen zu reagieren" (Joaquim, 2008:25), und unter Betonung der Rolle der gesellschaftlichen Zivilgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Staat "als Partner bei der Umsetzung der Sozialpolitik" (Joaquim, 2008:26). Santos (2013) ist der Ansicht, dass es einen Schritt weg vom Staat gibt durch den Prozess der Privatisierung seiner sozialen Funktionen, dem der/die Einzelne "zu seinem eigenen Überleben verpflichtet ist: jeder für sich, mit der einzigen tangentialen Beteiligung des Staates" (Santos, 2013:32). Für den Autor hat der private, gewinnorientierte Sektor seine Nische durch die Vergabe von öffentlich-privatrechtlichen Partnerschaften im Bereich Gesundheit und soziale Sicherheit vergrößert, die zwar eine Erweiterung bringen, aber keine Effizienzsteigerung der erbrachten Dienstleistungen (Santos, 2013).

Carvalho (2016) weist darauf hin, dass der Neoliberalismus zum "Abbau des Sozialstaates geführt hat, der sich auf eine Neuzusammensetzung der Verantwortlichkeiten zwischen Staat und Gesellschaft, Familien und Markt ausgerichtet hat" (Carvalho, 2016: 7). Dies führt uns zu einem Transformationsprozess zwischen den sozialen Akteuren, der Übertragung von Kompetenzen aus der Sozialproduktion und der Sozialhilfe vom öffentlichen Sektor auf den privaten Sektor und auf Vertreter des dritten Sektors: "Das Handeln der Akteure der Sozialhilfe und der Intervention befindet sich im Feld, nicht immer symmetrisch, manchmal widersprüchlich, aus verschiedenen Perspektiven der Realität" (Carneiro, 2017:108).

Der dritte Sektor übernimmt eine bedeutende Rolle als sozialer Akteur in Fragen der sozialen Solidarität und im Bereich des sozialen Handelns in verschiedener Hinsicht. Joaquim (2008) weist auf einige Aspekte hin, wie z.B. weniger bürokratische und schnellere Hilfe, nicht gewinnbringend, auf Wohlbefinden ausgerichtet und zur Entlastung staatlicher Stellen arbeitend. Santos (2013) ist jedoch der Ansicht, dass sich die Privatisierung von Sozialhilfediensten auf eine Schwächung der Allgemeingültigkeit sozialer Rechte bezieht, wenn bestätigt wird, dass Liberalisierung und Wirtschaftlichkeit auf den Privatsektor in Bereichen wie der sozialen Sicherheit zutreffen.

Amaro (2012) hinterfragt das aktuelle Paradigma der Sozialpolitik, nämlich den Transfer von Fähigkeiten aus dem öffentlichen Sektor in andere Sektoren, und betont:

es beginnt eine Politik der Dezentralisierung einer Reihe von Kompetenzen, die einen territorialeren Charakter hat, auf einer technischen Basis fußend, die die Vorteile einer Politik der Nähe rechtfertigt, auf wirtschaftliche Interessen reagiert (Universalismus ist billiger), Grundrechtsfragen auf die Zivilgesellschaft oder die Kommunen überträgt (Amaro, 2012:236).

Des Weiteren gibt es Bedenken hinsichtlich eines Übermaßes an "Managerismus" als eine Form des politischen Handelns in einer neuen öffentlichen Verwaltung, die den Markt und öffentliche Partnerschaften aufgrund ihrer Profitabilität begünstigt. Carvalho (2016) ist der Ansicht, dass das Sozialwesen in seinen ethischen Grundlagen einem Risiko ausgesetzt ist, da "Sozialarbeiter auch hinsichtlich ihrer Effizienz bei der Umsetzung dieser neoliberalen, diskriminierenden und ungerechten Politik, die Bürger auswählt und bestraft, bewertet werden" (Carvalho, 2016:2).

Die Beteiligung und Nähe zu Gemeinschaften oder Regionen und als Förderer der Sozialpolitik durch den informellen Sektor sind wichtig. Dieser stellt sich als informeller sozialer Akteur dar, bestehend aus Elementen, mit denen Individuen in ihrem Mikrosystem eine Unterstützungsbeziehung haben, das so genannte "primäre Netzwerk" (Guadalupe, 2009:52-54). Der informelle Sektor sammelt am Ende informelle Ressourcen, die soziale Not mildern. "Von hier aus können wir Netzwerke von Verwandtschaft (basierend auf Affinität), Nachbarschaft, Freundschaft, Gemeinschaft (bezogen auf Arbeits- und Freizeitbeziehungen) etc. betrachten" (Guadalupe, 2009:55). Informelle Ebenen der unbürokratischen Hilfe können als eine "nützliche Ressource" berücksichtigt werden, die sich auf eine Position der Sozialhilfeeinheit bezieht, die jedoch die tatsächliche Existenz eines formalen Unterstützungssystems nicht garantiert und nicht ersetzen kann (Guadalupe, 2009).

Bei der Analyse der Grundlagen und Prinzipien des Sozialwesens für die soziale Entwicklung und Menschenrechte war der Kampf um politische Reformen zur Verbesserung der Lebensbedingungen und des Wohlbefindens ein Zeichen für seine Professionalisierung in der heutigen Zeit. Und auch als Wissensgebiet im Rahmen der Sozial- und Geisteswissenschaften wichtig. Payne (1996) betont, dass "der Sozialdienst in politische Aktivitäten einbezogen werden muss, um einen angemessenen Einfluss auf seine eigene Natur und Entwicklung zu gewinnen und relevante soziale Veränderungen zu beeinflussen" (Payne &Amaro, 2012:175).

Daher ist es wichtig, mit den Trends der mit der Sozialstaatspolitik verbundenen politischen Konzepte Schritt zu halten, um die Rolle von Sozialarbeiter/-innen bei der Beeinflussung der Sozialpolitik zu vertiefen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass "die Sozialarbeit durch die Gesetzgebung zur Umsetzung der Politik mit der Sozialpolitik verbunden ist" (Adams, 2002:32). Sozialarbeiter/-innen sind mit einer Reihe von ernsten Situationen und Problemen konfrontiert, die sich offensichtlich oder latent auf das Wohlergehen der Menschen und das Gleichgewicht der sozialen Strukturen auswirken. Hier kommt der Sozialarbeit eine positive Funktion bei der Bekräftigung der ethisch-politischen Dimension ihrer Prinzipien für Wohlfahrt und Sozialhilfe zu: "Sozialarbeiter sind in der Lage, diese Praxisweisheit in ein wirksames Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Ordnung zu übersetzen" (Colby, 2013:3).

Unabhängig davon, welchen Sektor sie integrieren (öffentlicher, privater oder dritter Sektor), ist seine soziale Rolle in der Sozialpolitik und den Sozialhilfemaßnahmen unbestreitbar, wenn man das Handeln zur Bekämpfung sozialer Ungleichheiten, Armut und sozialer Ausgrenzung und zur Förderung der Sozialfürsorge auf der Grundlage der Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und der Verteidigung der Menschenrechte einbezieht. Sozialarbeiter/-innen als Förderer der Menschenwürde, der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit müssen in der Lage sein, Wissen zu erwerben, das es ihnen ermöglicht, sozial zu intervenieren: "Selbst in den einfachsten Fällen gibt es normalerweise viel zu bedenken. Um gut zu handeln, müssen Sozialarbeiter gut denken, und um gut zu denken, müssen sie viel wissen" (Howe, 2009:5).

Ein Umdenken im Rahmen der Sozialhilfe im Sinne eines integrativen Sozialmodells und der Bekräftigung der Menschenrechte kann zur Stärkung von sozialen Beziehungen und einem Gefühl von sozialer Gerechtigkeit beitragen, die zu gesellschaftlicher Teilhabe und Verbesserung des Wohlbefindens sowie der Lebensbedingungen führen. In diesem Sinne ist die Sozialhilfe sensibel und offen für Prävention, Minderung und Lösung alter und neuer sozialer Probleme, die als Risikofaktoren vor einem Szenario komplexer Beziehungen erscheinen, wie es die Gesellschaften erleben (Iamamoto, 2001; Amaro, 2012; Carvalho & Pinto, 2015). Anhand der Krise von 2008, mit der eine Verringerung der Sozialausgaben und Kürzungen im öffentlichen Sektor einhergingen, geben Carvalho und Pinto (2015) einige Erläuterungen. So dass derzeit der dritte Sektor, sowie der lukrative private Sektor, im Bereich des Wohlbefindens expandieren und einen Raum für Eingriffe der Sozialarbeit fördern. Wenngleich dies mit eingeschränkteren Arbeitsbedingungen und niedrigeren Löhnen einhergeht. Die gegenwärtige Sozialarbeit steht vor Zeiten wichtiger kritischer Reflexion darüber, welche ihrer ethischen Grundsätze für die berufliche Anerkennung entscheidend sind.

4. Institutionen und Organisationen: Formen der Sozialarbeit

Sozialarbeiter/-innen versuchen, prägende Einflüsse hinter sich zu lassen, wie z.B. die Überwindung von festen Überzeugungen, Vorbehalten gegenüber dem Einsatz neuer Technologien und Zeiterfassung, um effektiver zum Wohle der Menschen zu agieren. "Eine faire Politik ist erreichbar durch die Verschmelzung von praktischer Weisheit mit objektivem, kritischem Denken, das von der Gerechtigkeitstheorie geleitet wird, die uns auferlegt, die Interessen der am wenigsten Begünstigten zu fördern (Adams, 2002:16). Der Faktor Zeit ist entscheidend, nicht nur für den eigenen Handlungsbedarf der Sozialarbeiter/-innen, sondern auch für den Zeit der Sozialpolitik. Diese muss möglicherweise kurzfristig, fast unmittelbar auf Sofortmaßnahmen in kritischen und dringenden Situationen oder langfristig mit koordinierten und abgestimmten Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung reagieren (Kwok, 2013:99).

Ausgehend von Thompson (2009) müssen wir die Rolle der Sozialarbeiter/-innen auf der politischen Ebene nicht als separaten Bereich, sondern als integralen Bestandteil einer Vielschichtigkeit auffassen. Diese ermöglicht es, ihre deontologischen Ziele zu verfolgen, nämlich die Förderung des Sozialwesens durch menschliche Beziehungen und ihr Potenzial für soziale und menschliche Entwicklung.

Darüber hinaus erfordert die Sicherung dieser verbesserten Beziehungen in der Praxis, dass wir als Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unsere zwischenmenschlichen Interaktionen mit unseren politischen Zielen verbinden und dadurch eine erhöhte Sozialität modellieren und demonstrieren, um Barrieren, die Ungleichheiten verursachen, zu beseitigen und den sozialen Wandel zu fördern (Adams, Dominelli & Payne, 2005:2).

Die Sozialarbeit verfügt über eigene Kompetenzen und Werten humanitärer Art, die auf wissenschaftlichem Wissen und professionellem systemischem und reflexivem Verhalten beruhen, die ihrem Handeln Orientierung und Bedeutung verleihen und es kritisch betrachten. Soziale Gerechtigkeit ist ein Grundprinzip des Sozialwesens, das Thompson (2009) in einem Rahmen von Werten betrachtet, wie z.B.: Bekämpfung von Ungleichheiten, Diskriminierung, Unterdrückung, Ausgrenzung und anderen Formen sozialer Ungerechtigkeit. Es befürwortet den Einsatz von Maßnahmen zur Stärkung der Menschen (einschließlich Familien, Gruppen und Gemeinschaften) und fördert emanzipatorische Formen im Gegensatz zu den sozialen Nachteilen, die sich aus diesen Situationen ergeben.

Angesichts dieser Situationen der Transformation und Entwicklung sozialer Probleme reagiert die Sozialarbeit aktiv mit drei Strängen: neue Sozialpolitik, die Neudefinition von Aufgaben der Sozialarbeit und eine andere Herangehensweise an bestimmte Interventionsbereiche (Robertis, 2003:171).

Über das aktuelle soziale und berufliche komplexe Szenario sagte Restrepo: "Die Stärke, mit der diese Praktiken und Erfahrungen in die individuellen und kollektiven Subjekte eingebracht werden, das soziale Gefüge deformieren und fragmentieren, sollte einen harten Kern oder eine Flussachse der disziplinären Rekonfiguration der zeitgenössischen Sozialarbeit bilden” (Restrepo, 2003:38). Einer der wichtigsten Aspekte für heutige Sozialarbeiter/-innen ist die Frage der Reflexivität, die einige Autoren wie folgt definieren: "Reflexivität ist ein Zyklus, in dem Erfahrungen und Handlungen das Denken beeinflussen, der nachfolgende Erfahrungen und Handlungen verändert und damit wiederum das nachfolgende Denken beeinflusst" (Adams, Dominelli & Payne, 2005:9).

Reflexivität ermöglicht es, unsere Denk- und Handlungsweisen durch kritische Reflexion von Erfahrungen zu verändern, die durch zyklische und einander bedingende Prozesse von ihnen konditioniert werden. Reflexivität ist eng mit kritischem Denken verbunden, um Erfahrungen, Handlungen und Gedanken zu interpretieren. "Kritikfähigkeit und reflektierendes Denken" sind grundlegende Kompetenzen für eine professionelle und qualitativ hochwertige Antwort auf eine globale Gesellschaft (Ferreira, 2011:67). In diesem Sinne offenbaren die Anforderungen, denen die Territorien, Dienstleistungen, Fachleute und Bürger ausgesetzt sind, eine neue Herausforderung für die heutige Sozialarbeit.

Adams (2002) geht dieser Frage nach, indem er die Ansicht vertritt, dass Sozialarbeiter/-innen mehr als nur Vollstrecker/-innen sind. Die kritische Reflexion ermöglicht es der Sozialarbeit, in vielen Aspekten, die über die reine Gesetzgebung hinausgehen, zum Rechtsrahmen der Sozialpolitik beizutragen, wie z.B. die Vereinbarkeit von Rechtsfragen, die Förderung der Lobbyarbeit und die Stärkung der Menschen:

Sozialarbeiter/-innen sind nicht nur Anwälte, die an den Problemen der Menschen arbeiten. Sozialarbeiter/-innen nutzen eine Reihe von sozialwissenschaftlichen Perspektiven und Forschungen in ihrer Praxis. Im Rahmen dieses Prozesses trägt die Sozialpolitik dazu bei, dass der kritische Praktiker den Kontext der Praxis versteht (Adams, 2002:4).

Sozialarbeiter/-innen arbeiten mit Menschen in sensiblen Situationen oder sozialer Ausgrenzung zusammen, was sie dazu befähigt, ihre Bedürfnisse zu erkennen und Problemlösungen wie auch -möglichkeiten zu finden. Zum Beispiel indem sie persönliches wie soziales Wohlergehen als Ergebnis ihrer Arbeit zu erreichen versuchen oder wiederherzustellen (Beckett & Howe, 2009). Laut Cardoso (2012) werden Sozialhilfe und Sozialmaßnahmen in der Gesellschaft im Zusammenhang mit den am stärksten gefährdeten Gruppen dargestellt, was ihre Akzeptanz und Reaktionen im Bereich der Sozialleistungen, die sozialen Einrichtungen und sozialen Maßnahmen beinhaltet. "Die Globalisierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine systemische und ständig wachsende Unsicherheit" (Carvalho, 2016:11).

Die politische Dimension des "Berufsprojekts" besteht darin, die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit zu fördern sowie bürgerliche, politische und soziale Rechte für die Staatsangehörigkeit zu erschließen, zu garantieren und umzusetzen. Im Kontext der Globalisierung warnt die Zunahme sozialer Probleme wie Armut, soziale Ausgrenzung und Ungleichheiten vor der Analyse von Sozialpolitik, Methoden der sozialen Intervention und des Sozialwesens selbst. Wie Colby (2013) feststellt: "Die Kernaufgabe der professionellen Sozialarbeit ist die Förderung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gerechtigkeit für alle Menschen" (Colby, 2013:1) und stärkt ihre Grundsätze.

Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit, unabhängig von der Perspektive seiner Akteure, ist transversal und spiegelt sich in politischen Vorstellungen wider (Colby, 2013). Nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit sollten die Menschen Chancengleichheit und soziale Teilhabe erfahren, eine gerechte Verteilung anstreben und soziale Asymmetrien bekämpfen.

Die Beseitigung von Hindernissen, wie das Fehlen einer konzertierten Sozialpolitik, der Mangel an Erneuerung und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Schwierigkeit, soziale Fragen sichtbar zu machen, verhindern oft die Erreichung eines größeren Ziels sozialer Maßnahmen, nämlich die Förderung der Lebensqualität und des Wohlergehens von Individuum und Gesellschaft.

Für die Bürger/-innen haben neue soziale Risiken starken Einfluss auf ihre Grundbedürfnisse. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass der Umgang mit neuen Risiken, insbesondere für die am stärksten gefährdeten Gruppen, "mehr Menschen betrifft und weil ein nicht erfolgreicher Umgang mit ihnen erhebliche Auswirkungen auf Armut, Ungleichheit und zukünftige Lebenschancen haben kann" (Taylor-Gooby, 2004:8). Dies steht im Widerspruch zu den Menschenrechten, den Grundsätzen der Sozialarbeit und der Frage nach dem Weg der Gesellschaften zu einer zukunftsfähigen sozialen und menschlichen Entwicklung.

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Autorinnen

Helena Belchior-RochaHelena Belchior-Rocha
Professora Auxiliar/Assistant Professor
ISCTE - Instituto Universitário de Lisboa
Coordenação do 1º ano da Licenciatura em Serviço Social/
1st year Coordinator- Social Work graduation
Sub-directora do Laboratório de Competências Transversais-LCT/
Sub-director of the Soft Skills Lab
Coordenadora do Núcleo de Competencias Transversais - LCT/
Soft Skills Coordinator
Investigadora integrada do CIES/Integrated reseacher of CIES
https://ciencia.iscte-iul.pt/authors/helena-maria-belchior-campos-costa-lourenco-rocha
Departamento de Ciência Política e Políticas Públicas
Escola de Sociologia e Políticas Públicas
Avª das Forças Armadas, 1649-026 Lisboa
Ala Autónoma Gabinete 303
Cacifo 311A - Ala Autónoma
Extensão: 221367 - telefone 21
Helena_Rocha@iscte-iul.pt

Inês Casquilho-MartinsInês Casquilho-Martins
Investigadora Integrada, Lecturer Docente
ISCTE - Instituto Universitário de Lisboa
Departamento de Ciência Política e Políticas Públicas
Escola de Sociologia e Políticas Públicas
Avª das Forças Armadas, 1649-026 Lisboa
Ala Autónoma Gabinete 303
Cacifo 311A - Ala Autónoma
ines.casquilho.martins@iscte-iul.pt

Vanessa FigueiredoVanessa Figueiredo
Assistente de Investigação
Departamento de Ciência Política e Políticas Públicas
Escola de Sociologia e Políticas Públicas
Avª das Forças Armadas, 1649-026 Lisboa
Ala Autónoma Gabinete 303
Cacifo 311A - Ala Autónoma
Vanessa_Alexandra_Figueiredo@iscte-iul.pt


Fußnoten

[1] Das Fisherman's House war das wichtigste territoriale Element der korporatistischen Organisation der maritimen Arbeit im korporatistischen Regime des Estado Novo in Portugal. Es wurde durch das Gesetz Nr. 1953 vom 11. März 1937 geschaffen und durch das Dekret Nr. 27 978 vom 2. August desselben Jahres geregelt und hatte in Bezug auf die Arbeit auf See ähnliche Funktionen wie die Casas do Povo in Bezug auf die Arbeit auf dem Land. Es handelte sich um soziale Kooperationsorgane - bestehend aus Fischern, Fischereiunternehmen, Reedern und Bootsbesitzern - deren Hauptzwecke die Ausbildung, die Unterstützung der Seeleute und die soziale Absicherung der Fischer waren. In Abhängigkeit vom Zentralvorstand des Fischerhauses wurden verschiedene Dienste wie Fischereischulen, Fischauktion und Fischfang sowie das Sammeln und Konzentrieren von Meerespflanzen eingerichtet. (Garrido, 2012)

[2] Die bekannteste und heute am häufigsten verwendete Unterteilung stammt vom dänischen Soziologen Gøsta Esping-Andersen. Er unterscheidet drei Typen: liberale, konservative und sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten. Die Kategorisierung beruht auf der Logik des Verhältnisses von Staat und Markt bei der Bereitstellung von Sozialleistungen, auf der Art und Qualität der Dienstleistungen sowie auf den Auswirkungen der Sozialpolitik auf die soziale Schichtung und die soziale Machtverteilung.

[3] Die Troika der Europäischen Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds argumentieren, dass die interne Abwertung, d.h. die Kürzung der Löhne, Gehälter und Renten, die geringe Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen wird - und damit die Beschäftigung wieder steigen lässt.

[4] Das Heilige Haus der Barmherzigkeit, private Einrichtungen der sozialen Solidarität (kontinuierliche Gesundheitsfürsorge, Palliativmedizin, häusliche Pflege, Kinderbetreuung, Drogenabhängigkeit, Opferhilfe), NGOs.

[5] Seit den 1990er Jahren gibt es Programme in Partnerschaft mit dem Europäischen Netzwerk für Armutsbekämpfung mit der Schaffung der Nationalen Beobachtungsstelle für Armut https://www.adcoesao.pt/content/observatorio-nacional-de-luta-contra-pobreza und dem Nationalen Programm gegen Armut

[6] https://www.europarl.europa.eu/about-parliament/pt/in-the-past/the-parliament-and-the-treaties/maastricht-treaty

[7] https://www.europarl.europa.eu/about-parliament/pt/in-the-past/the-parliament-and-the-treaties/treaty-of-amsterdam

[8] https://www.consilium.europa.eu/pt/press/press-releases/2019/06/20/a-new-strategic-agenda-2019-2024/

[9] Da die neuesten verfügbaren Daten über die portugiesische Bevölkerung im Jahr 2017 vorliegen, wird die Analyse hier auf der Grundlage dieser Daten durch einen Vergleich mit den Daten für 2016 durchgeführt.

[10] Neueste verfügbare Daten.

[11] Daten abrufbar unter http://www.gep.mtsss.gov.pt/inicio

[12] Daten abrufbar unter at https://www.pordata.pt/

[13] Bei der Conta da Segurança Social gesammelte Daten (von 2009 bis 2017) verfügbar unter http://www.seg-social.pt/conta-da-seguranca-social

[14] Bei der Conta da Segurança Social gesammelte Daten (von 2009 bis 2017) verfügbar unter http://www.seg-social.pt/conta-da-seguranca-social

[15] Daten abrufbar unter https://www.ine.pt/

[16] Daten abrufbar unter https://www.ine.pt/

[17] Daten abrufbar unter https://www.ine.pt/

[18] Grundlegendes Sozialversicherungsrecht

[19] Artikel 90º e, Artikel 105º, Gesetz Nr. 4/2007

[20] Artikel 37 und Artikel 38, Gesetz Nr. 4/2007 vom 16. Januar

[21] Artikel 48, Gesetz Nr. 4/2007, vom 16. Januar

[22] Artikel 50, Artikel 51, Artikel 52 und Artikel 53, Gesetz Nr. 4/2007, vom 16. Januar

[23] Die Substitution des Betriebseinkommens als Teil des Sozialversicherungssystems sowie der aktiven Beschäftigungs- und Berufsbildungspolitik wird durch Arbeitnehmerbeiträge und Beiträge der Arbeitgeber finanziert. (Artikel 90, Gesetz Nr. 4/2007)

[24] Artikel 54, Artikel 55, Artikel 56, Artikel 57, Artikel 58, Artikel 69 und Artikel 62, Gesetz Nr. 4/2007, vom Januar 16

[25] Artikel 82º Gesetz Nr. 4/2007, 16. Januar

[26] Artikel 83º Gesetz Nr. 4/2007, 16. Januar

[27] Artikel 84º Gesetz Nr. 4/2007, 16. Januar


Zitiervorschlag
Belchior-Rocha Helena, Inês Casquilho-Martins und Vanessa Figueiredo, 2020. Länderporträt Portugal. In: socialnet International [online]. 07.12.2020 [Zugriff am: 26.01.2021]. ISSN 2627-6348. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/international/portugal.html