Die Schulzeit ist vorbei, und wie geht es jetzt weiter? Für viele Menschen, die sich für die Soziale Arbeit, Pädagogik oder Pflege interessieren, beginnt dann die Frage: Wie steigt man eigentlich in diese Berufe ein?
Inhalt- Der erste Weg: Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)
- Der zweite Weg: Das Praktikum
- Der dritte Weg: Direkt in die Ausbildung oder das Studium
- Was alle drei Wege gemeinsam haben
- Praktische Tipps für die Entscheidung
- Fazit
Die Schulzeit ist vorbei, und wie geht es jetzt weiter?
Für viele Menschen, die sich für die Soziale Arbeit, Pädagogik oder Pflege interessieren, beginnt dann die Frage: Wie steigt man eigentlich in diese Berufe ein? Sollte erst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert werden, um den Berufsalltag kennenzulernen? Reicht ein kurzes Praktikum? Oder ist es besser, direkt mit der Ausbildung oder dem Studium zu beginnen?
Es gibt keine universelle Antwort, aber es gibt Kriterien, die helfen, die persönlich passende Entscheidung zu treffen. Dieser Beitrag zeigt drei Wege auf.
Der erste Weg: Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)
Das FSJ ist ein staatlich geregelter Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 15 und 26 Jahren. Es dauert in der Regel zwölf Monate. Mindestens sechs Monate und maximal 18 Monate sind möglich. Ein FSJ wird von vielen Hochschulen als Vorpraktikum für soziale Studiengänge anerkannt und kann damit eine Zulassungsvoraussetzung erfüllen, die sonst zusätzlich absolviert werden müsste. Ob und in welchem Umfang das FSJ angerechnet wird, entscheidet jedoch jede Hochschule individuell. Eine frühzeitige Rückfrage bei der gewünschten Hochschule ist deshalb empfehlenswert.
Auch für Ausbildungsplätze kann es ein Türöffner sein: Wer ein Jahr lang in einer Einrichtung gearbeitet hat, kann Erfahrung und im besten Fall bereits etwas Fachwissen vorweisen.
Die Konditionen:
ein monatliches Taschengeld von bis zu 676 Euro (Stand 2026), vollständige Sozialversicherung, Kindergeldanspruch (innerhalb der Altersgrenze), 25 bis 30 Tage Urlaub, pädagogische Begleitung durch den Träger mit verpflichtenden Seminartagen, sowie ein qualifiziertes Zeugnis, das die erworbenen Kompetenzen beschreibt. Die Einsatzbereiche sind divers: Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Altenpflege, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und weitere.
Das FSJ eignet sich gut für Menschen, die unsicher sind, ob und in welchem Bereich der Sozialen Arbeit sie tätig werden wollen. Es bietet Zeit zur Orientierung, mit Struktur und pädagogischer Begleitung. Auch für jüngere Schulabgänger:innen, die noch nicht das Mindestalter für manche Ausbildungen erfüllen, ist es eine sinnvolle Überbrückung. Abstriche müssen allerdings beim Gehalt gemacht werden: Wer auf ein reguläres Einkommen angewiesen ist, wird damit nicht auskommen.
Weitere Informationen zum FSJ gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.
Die Suche nach Organisationen und/oder Vermittler:innen kann im socialnet Branchenbuch erfolgen.
Der zweite Weg: Das Praktikum
Ein Praktikum ist kurz, flexibel und in unterschiedlichsten Formen möglich: als Schulpraktikum, als Vorpraktikum vor dem Studium, für die freiwillige Berufsorientierung oder als Teil einer Ausbildung. Im sozialen Bereich sind Praktika in den meisten Ausbildungs- und Studiengängen verpflichtend und sind oft Voraussetzung.
Bei freiwilligen Praktika gibt es keine oder nur eine geringe Vergütung. Dafür können Einblick in den Arbeitsalltag gesammelt werden. Es werden erste Berufserfahrung gemacht, die auch für den Lebenslauf relevant sind und es können bereits Kontakte geknüpft werden. Ein Vorpraktikum von drei Monaten ist für einige soziale Studiengänge Pflicht. Wer dieses bereits absolviert hat, durch ein Praktikum, ein FSJ oder den Bundesfreiwilligendienst, erfüllt also eine Zulassungsvoraussetzung.
Das kurze Praktikum eignet sich gut als erste Orientierung oder die vorherige Absicherung, dass der eigene Berufswunsch die eigenen Erwartungen erfüllt.
Weitere Informationen zum Praktikum gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit.
Der dritte Weg: Direkt in die Ausbildung oder das Studium
Wer sich sicher ist und die Voraussetzungen erfüllt, kann auch direkt starten. Für den Erzieher:innenberuf bedeutet das: die PIA oder die klassische Fachschulausbildung anzugehen. Für die Soziale Arbeit auf akademischem Niveau können Bachelorstudiengänge gewählt werden.
Dafür spricht, dass keine kein Umwege gegangen werden muss und bei PIA eine Vergütung von Beginn an, je nach Ausbildungsjahr und Tarifvertrag, gezahlt wird. Ein Argument dagegen kann es sein, dass bei Unsicherheiten in der Berufswahl risikiert wird, dass Ressourcen in die falsche Richtung fließen.
Es ist also sinnvoll sich vorher eingehend mit möglichen Ausbildungen und Studiengängen auseinanderzusetzen.
Wer sich bereits zu Studiengängen informieren möchte, der bekommt bei socialnet Studium einen sortierten Überblick über Hochschulen und ihre Angebote im Sozial- und Gesundheitswesen.
Was alle drei Wege gemeinsam haben
Alle drei Wege führen in Berufe, die mit Menschen arbeiten und daher aus Überzeugung und Neugier ausgeübt werden sollten.
Daher lohnt es sich erste Vorerfahrungen zu machen. Dies kann vor unrealistischen Erwartungen, falschen Entscheidungen und kostspieligen Umwegen schützen.
Praktische Tipps für die Entscheidung
Ehrenamtliches Engagement kann helfen.
Wer bereits in Vereinen, Jugendhilfe oder kirchlichen Einrichtungen tätig war, hat schon etwas Vorerfahrung.
Frühe Suche nach FSJ-Stellen.
Die beliebtesten Einsatzstellen sind häufig mehrere Monate im Voraus besetzt. Wer ein FSJ plant, sollte rechtezeitig mit der Suche beginnen.
Träger und Einsatzstelle überlegt auswählen.
Beim FSJ bewerben Sie sich nicht direkt bei der Einrichtung, sondern beim Träger. Viele Träger berücksichtigen individuelle Wünsche, diese dürfen klar benannt werden.
Das FSJ im Lebenslauf darstellen.
Ein FSJ ist wie ein Bildungsjahr. Es sollte unter „Berufspraktische Erfahrungen" oder „Freiwilligendienste", mit konkreten Aufgaben und erworbenen Kompetenzen ausformuliert werden.
Bundesfreiwilligendienst als Alternative.
Das FSJ steht nur Menschen bis 26 Jahren offen. Wer älter ist, findet im Bundesfreiwilligendienst eine gleichwertige Alternative.
Fazit
Das FSJ bietet Orientierung, Struktur und Zeit. Das Praktikum erfüllt Voraussetzungen und liefert erste Einblicke. Der Direkteinstieg bringt Sie am schnellsten ans Ziel, wenn dieses feststeht.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung. Er ersetzt keine individuelle rechtliche, arbeitsrechtliche oder berufliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu Ihrer persönlichen Situation wenden Sie sich bitte an die zuständigen Fachstellen, Ihren Träger oder eine anerkannte Beratungseinrichtung.
Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
Website
Mailformular



