Wer eine neue Stelle im Sozial- oder Gesundheitswesen sucht, denkt meist zuerst ans Bewerben: Stellenanzeige sichten, Unterlagen zusammenstellen, absenden, warten. Doch es gibt einen zweiten Weg und der wird im Fachkräftemangel immer relevanter: gefunden werden, ohne aktiv zu suchen.

Inhalt
  1. Warum der Arbeitsmarkt im Sozialwesen diese Strategie begünstigt
  2. Was passive Jobsuche bedeutet und was sie nicht ist
  3. Wie Sie als Fachkraft im Sozialwesen sichtbar werden
  4. Was Sie dabei beachten sollten
  5. Fazit

Warum der Arbeitsmarkt im Sozialwesen diese Strategie begünstigt

Die Ausgangslage ist eindeutig: Laut der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit warten Einrichtungen in der Altenpflege im Schnitt 286 Tage auf eine passende Besetzung. Einer der höchsten Werte überhaupt. Im Gesundheitswesen insgesamt fehlten laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zuletzt rechnerisch rund 46.000 Fachkräfte, mehr als in jeder anderen Branche. Bis 2049 wird der Bedarf an Pflegekräften laut Destatis um bis zu 690.000 Personen steigen.

Das bedeutet für qualifizierte Fachkräfte im Sozialwesen: Die Nachfrage nach Ihnen ist hoch, auch wenn Sie gerade gar nicht aktiv suchen. Träger und Einrichtungen schauen sich längst aktiv um, weil klassische Stellenanzeigen allein nicht mehr ausreichen. Diesen Mechanismus können Sie gezielt für sich nutzen.

Was passive Jobsuche bedeutet und was sie nicht ist

Passive Jobsuche bedeutet nicht, einfach nichts zu tun. Es bedeutet, sichtbar zu sein auf den richtigen Kanälen, mit den richtigen Informationen, so dass Arbeitgeber:innen Sie finden, wenn sie gezielt suchen. Personalverantwortliche betreiben dafür sogenanntes Active Sourcing. Sie durchsuchen Karrierenetzwerke, Fachforen und Stellenmärkte gezielt nach Profilen, die zu einer offenen Stelle passen. Schätzungen zufolge sind nur 20 bis 30 Prozent der wechselwilligen Fachkräfte aktiv auf Jobsuche. Die übrigen 70 bis 80 Prozent sind potenziell erreichbar, aber nicht selbst aktiv.

Wie Sie als Fachkraft im Sozialwesen sichtbar werden

Das vollständige Profil in Karrierenetzwerken ist der wichtigste Hebel. LinkedIn und Xing werden von Personalverantwortlichen im Sozialwesen zunehmend genutzt. Ein vollständiges Profil mit aktuellem Berufsfeld, Qualifikationen und, wenn gewünscht, dem Signal „offen für neue Möglichkeiten" reicht aus, um auf dem Radar zu erscheinen. Sie müssen keine öffentliche Jobsuche signalisieren; die meisten Netzwerke ermöglichen es, diese Einstellung diskret zu setzen.

Netzwerk und Fachcommunity sind im Sozialwesen besonders wirkungsvoll. Viele Stellen werden über persönliche Empfehlungen vergeben. Wer auf Fachtagungen, in Verbänden oder in Online-Communitys aktiv ist, wird wahrgenommen. Als Fachkraft, nicht als Bewerberin oder Bewerber. Das ist ein entscheidender Unterschied. Man begegnet sich auf Augenhöhe, bevor ein konkretes Interesse entsteht.

Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen öffentlich machen lohnt sich ebenfalls. Wer eine Supervisionsausbildung, eine Leitungsqualifikation oder eine Spezialisierung abgeschlossen hat, sollte das in Profilen und Netzwerken sichtbar machen. Gerade diese Qualifikationen werden im Active Sourcing gezielt gesucht.

Was Sie dabei beachten sollten

Passive Jobsuche erfordert keine ständige Aktivität, aber regelmäßige Pflege. Ein veraltetes Profil, zum Beispiel auf LinkedIn, mit fehlendem Berufsfeld oder falscher Einrichtung wirkt unglaubwürdig. Überprüfen Sie Ihre Onlinepräsenz ein- bis zweimal im Jahr und passen Sie sie an Ihren aktuellen Stand an.

Seien Sie außerdem ehrlich mit sich darüber, was Sie wirklich suchen. Wenn Sie über Active Sourcing angesprochen werden, sollten Sie wissen, was Sie von einem neuen Arbeitgeber erwarten: Tarifbindung, Trägerschaft, Region, Arbeitszeit, Entwicklungsmöglichkeiten. Das macht erste Gespräche konkreter und spart auf beiden Seiten Zeit.

Fazit

Im Sozial- und Gesundheitswesen ist die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften strukturell hoch und das stärkt Ihre Position. Wer sichtbar ist, ohne aktiv zu suchen, hat einen echten Vorteil, denn man wird angesprochen, weil man passt und nicht weil man zufällig gerade sucht. Das ist eine andere Ausgangslage für ein Gespräch, und oft auch eine bessere.

Passende Stellen finden – auf dem socialnet Stellenmarkt

Auch wer nicht aktiv sucht, sollte wissen, wo die relevanten Angebote im Sozialwesen erscheinen. Auf dem socialnet Stellenmarkt finden Sie Stellen aus allen Bereichen der Sozialwirtschaft – mit Angaben zu Träger, Tarifbindung und Vergütung. Jetzt informieren!

Quellen

Alle Angaben in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu individuellen Fragen empfehlen wir, eine Fachberatung in Anspruch zu nehmen.

Verfasst von
Cläre McDaniel
Freiberuflerin für Kommunikationsberatung, Text und Design
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