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Familie

Dr. phil. Romy Simon

veröffentlicht am 20.04.2023

Etymologie: lat. familia Gesinde; lat. famulus Haussklave

Englisch: family

Als Familie werden in den Sozialwissenschaften mindestens zwei Personen aus zwei Generationen bezeichnet, die zueinander in einer Elter(n)-Kind-Beziehung stehen.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Familie im Wandel
  3. 3 Aktuelle Zahlen
  4. 4 Unterscheidungen von Familien
  5. 5 Familiale Funktionen
  6. 6 Familie als soziales Netzwerk
  7. 7 Familie als Ensemble persönlicher Beziehungen
  8. 8 Familien in einer Längsschnittperspektive
  9. 9 Familie als aktive Herstellungsleistung (Doing Family)
  10. 10 Rechtliche und politische Rahmung von Familie
  11. 11 Familien in pädagogischen Kontexten
  12. 12 Familien in der mediatisierten Gesellschaft
  13. 13 Quellenangaben
  14. 14 Literaturhinweise

1 Zusammenfassung

Die sozialwissenschaftliche Definition von Familie ist nicht immer deckungsgleich mit der Familiendefinition der einzelnen Familienmitglieder. So gibt es Konfigurationen, in denen enge Freund:innen der Familie oder Haustiere mit zur Familie gezählt werden. Für den Familienbegriff sind jedoch die folgenden Kriterien zentral, die sowohl die Mikro- als auch die Makroebene einbeziehen:

  • Generationendifferenzierung sowie
  • Kooperations- und Solidaritätsverhältnis, das zwischen den Mitgliedern besteht und in dem die Rollendefinitionen festgelegt sind (Nave-Herz 2018).

Genauer betrachtet zeichnet sich Familie durch die Übernahme einer sozialen Elternschaft aus. Dies bedeutet: Nicht die Geburt eines Kindes, mit dem eine biologische Verwandtschaft besteht, sondern die Ausübung der sozialen Vater-/​Mutterschaft, d.h. die Übernahme der alltäglichen Care-Aufgaben und Verantwortung für das Kind bzw. die Kinder, generiert eine Familie (Lenz 2013).

Familie kann zudem als gesellschaftliche Institution betrachtet werden, welche durch die Veränderungen von existierenden Leitbildern, Werten und Normen, Regeln und Handlungsmustern beeinflusst wird (Brake und Büchner 2022).

Familien sind keine natürlichen Gegebenheiten, sondern gesellschaftlich variable Konstrukte. Je nach Region der Welt und historischer Epoche werden unterschiedliche Konfigurationen von Personennetzwerken als Familien gedeutet. Für die deutsche Gesellschaft fand eine starke Veränderung mit dem Einsetzen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert statt. Die moderne Kleinfamilie wurde zum Idealtypus des familiären Zusammenlebens. Der Blick in die heutigen Familien zeigt eine Pluralisierung der gesellschaftlich legitimierten Familienformen. Dabei können sich Familien auf sehr unterschiedlichen Ebenen voneinander unterscheiden und dadurch sehr heterogen sein.

Familie kann zum einen als soziales Netzwerk gelesen werden, zum anderen aber auch als Ensemble persönlicher Beziehungen. Zudem kann Familie aus einer längsschnittlichen Perspektive, d.h. ab der Familiengründung eines Paares, betrachtet werden, in welcher die unterschiedlichen Herausforderungen für das Familienleben sichtbar werden. Familie ist dabei keine selbstverständlich vorhandene Ressource, sondern es bedarf aktiver Herstellungsleistungen der unterschiedlichen Familienakteur:innen. Das familiäre Leben findet in einer rechtlich-politischen Rahmung statt, durch welche Möglichkeiten, aber auch Verpflichtungen generiert werden. Hinzukommt die Verschränkung der Familie mit den pädagogischen Kontexten, in denen sich die Kinder und Jugendlichen befinden. Zudem übt die Mediatisierung der Gesellschaft einen Einfluss auf das familiäre Zusammenleben der einzelnen Akteur:innen aus.

2 Familie im Wandel

Familie ist kein starres Konstrukt. Es existiert vielmehr eine historische Variabilität der Familienformen. In der vorindustriellen Zeit war für die Familie die Sozialform des ganzen Hauses die typische Lebensform, die sich durch die Einheit von Produktion und Familienleben auszeichnete (Peuckert 2012). Innerhalb der Hausgemeinschaft lebten neben den Familienangehörigen ebenso nicht verwandte Mitglieder wie Knechte und Mägde. Gemeinsam bildeten sie eine Wirtschaftsgemeinschaft, in der die Sphären des Öffentlichen sowie des Privaten integriert waren.

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung und der Ausbreitung der kapitalistischen Produktionsweise im 19. Jahrhundert begann sich die Familie in der Moderne herauszubilden. Zentral für diesen Prozess war die Trennung von Arbeits- und Wohnstätte sowie der Herausbildung des wohlhabenden Bürgertums (Simon und Garcia 2023). Die bürgerliche Familie war das Vorläufermodell der modernen Kleinfamilie, die zum Idealtypus des privaten Lebens wurde. Zentrale Kennzeichen waren (Schierbaum 2022, S. 23; Lenz 2013, S. 106):

  • Familie als Inbegriff des Privaten,
  • Trennung von Produktion und Reproduktion,
  • Kopplung von Ehe und Liebe,
  • Familiengründung als Zweck der Heirat sowie
  • Emotionalisierung der Eltern-Kind-Beziehung.

Insbesondere die Kindzentrierung, die starke Betonung der mütterlichen Rolle für den Haushalt und die Kindererziehung sowie die Rolle des Vaters als Ernährer und Beschützer gelten als die Merkmale der „geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung im bürgerlichen Familienalltag“ (Brake und Büchner 2022, S. 660).

Zahlenmäßig weit verbreitet waren jedoch die Arbeiterfamilien, in denen es für die Familienexistenz notwendig war, dass Frauen und Kinder arbeiteten. Diese Familien lebten in beengten, von Armut geprägten Wohnverhältnissen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich die normative Orientierung am bürgerlichen Familienmodell nach und nach aus, bis dieses in den 1950er- sowie 1960er-Jahren das dominierende Familienmodell wurde. Relevant dafür waren die Abschaffung der Kinderarbeit, die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und das Wirtschaftswunder infolge des starken Wirtschaftswachstums in den 1950er- sowie 1960er-Jahren.

In Deutschland zeichneten sich in der BRD und der DDR zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren unterschiedliche Entwicklungen ab, die von politischen Maßnahmen vorangetragen wurden. Während im Westen das Ideal der Vollzeithausfrau sowie des männlichen Ernährers durch eine konservative Familienpolitik gefördert war, wurde im Osten das Doppelverdienermodell propagiert, z.B. durch den flächendeckenden Ausbau einer staatlichen Kinderbetreuung. Auch über drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung lassen sich im Ausmaß des Umfangs der mütterlichen Erwerbstätigkeit sowie der Betreuung von Kindern unter drei Jahren Unterschiede festhalten. Frauen mit Kindern in den neuen Bundesländern sind etwas häufiger erwerbstätig. Vor allem gehen sie vermehrt einer Vollzeittätigkeit nach, während Frauen aus den alten Bundesländern hingegen häufiger in Teilzeit beschäftigt sind (Statistisches Bundesamt 2018). Während in Ostdeutschland mehr als die Hälfte der Kinder unter drei Jahren eine Tagesbetreuung aufsucht, sind dies in Westdeutschland nur knapp ein Drittel der Kinder (Statistisches Bundesamt 2022c).

Auch wenn gegenwärtig die Kleinfamilie vielmals noch als Referenzkategorie angewendet wird, existiert eine Vielfalt an unterschiedlichen Lebensformen, die gesellschaftlich legitimiert erscheinen.

3 Aktuelle Zahlen

In Deutschland lebten 2021 rund 11,62 Millionen Familien. Die Zahl der Familien ist damit im Vergleich zu 2020 leicht rückgängig (Statistisches Bundesamt 2022a). Im längsschnittlichen Verlauf lassen sich folgende Veränderungen festhalten: Waren 1996 noch 81,4 % der Elternpaare verheiratet, so sank dieser Wert 2020 um 11,2 % auf 70,2 %. 4,8 % der Elternpaare lebten 1996 in einer Lebensgemeinschaft, während dies im Jahr 2020 auf 11,7 % zutraf. Der Anteil der Alleinerziehenden stieg in diesem gleichen Zeitraum von 13,8 % auf 18 % an (Destatis Statistisches Bundesamt 2022b).

Die Kernfamilie, bestehend aus dem Elternpaar sowie dem Kind/den Kindern, kann zwar weiterhin als dominantes Muster des familiären Zusammenlebens bezeichnet werden, jedoch werden in den letzten Jahren Pluralisierungsprozesse sichtbar, die sich in sinkenden Eheschließungen und dem Anstieg bei den nicht verheirateten Elternpaaren bzw. Alleinerziehenden zeigen. Durch Trennungen bzw. Scheidungen können infolge einer Neuverpartnerung unterschiedliche Formen von Stieffamilien entstehen. Die Daten des Mikrozensus erfassen bisher die wachsende Vielfalt der familiären Verhältnisse und Lebensformen leider noch unzureichend (Brake und Büchner 2022).

Das Statistische Bundesamt gibt zudem Auskunft über die Anzahl der Kinder in den Familien. So lebten im Jahr 2021 in 50,1 % der Familien ein Kind, in 38,2 % zwei und in 11,8 % drei und mehr Kinder (Statistisches Bundesamt 2022b; eigene Berechnung). Die Dominanz der Ein- und Zweikindfamilien in der heutigen deutschen Gesellschaft zeigt sich in diesen Zahlen sehr deutlich. Mehrkindfamilien, d.h. Familien mit drei und mehr Kindern, sind weniger verbreitet.

4 Unterscheidungen von Familien

Familien können hinsichtlich verschiedener Perspektiven voneinander unterschieden werden (Lenz 2013; Nave-Herz 2015; Nave-Herz 2018; Konietzka und Zimmermann 2020).

Unterscheidung nach Familienformen:

  • Kernfamilie, bestehend aus einem heterosexuellen Elternpaar, verheiratet oder unverheiratet;
  • Stieffamilien/​Patchworkfamilien, d.h. Entkopplung der sozialen und biologischen Elternschaft bei einem Elternteil;
  • Einelterfamilien, d.h. Kleinfamilie bestehend aus Vater oder Mutter sowie Kind(ern) (Alleinerziehende);
  • Regenbogenfamilien, d.h. Familie bestehend aus gleichgeschlechtlichen Elternteilen mit Kind(ern);
  • Pflegefamilie/Adoptivfamilie, d.h. Übernahme der sozialen Elternschaft für (ein) nicht leibliche(s) Kind(er).

Unterscheidung nach Generationen:

  • Kernfamilie, d.h. Konfiguration aus zwei Generationen;
  • Mehr-Generationen-Familie, d.h. Konfigurationen mit mindestens drei Generationen;
  • Erweiterte Familie, d.h. Konfiguration aus mindestens zwei Generationen zuzüglich weitere familienexterne Personen.

Unterscheidung nach Wohnsitz:

  • Neolokale Familie, d.h. ein gemeinsamer Wohnsitz;
  • Bilokale Familie, wie Pendler-Familien mit zwei Haushalten oder Living-Apart-Together, d.h. Elternteile leben in getrennten Haushalten.

Unterscheidung nach struktureller Zusammensetzung:

  • Anzahl der Familienmitglieder;
  • Alter;
  • Geschlecht.

Unterscheidung nach Kindschaftsverhältnis:

  • Leibliche, d.h. biologische Elternschaft;
  • Soziale, d.h. rechtlich angenommene Elternschaft, z.B. durch Adoption, sowie nicht rechtlich angenommene, z.B. bei Pflegekindern oder mit in die Zweierbeziehung gebrachte Kinder des Partners/der Partnerin.

Dank dieser verschiedenen Unterscheidungen wird eine hohe Diversität deutlich, unter welchen Aspekten Familien sich charakterisieren lassen. Familie ist demnach nicht gleich Familie, sondern zeichnet sich durch eine starke Heterogenität aus. Zudem wird bei diesen Differenzierungen deutlich, dass der sozialwissenschaftliche Familienbegriff weit über die Blutsverwandtschaft hinausgeht. Es gibt Familien, in denen biologische und soziale Elternschaft vereint ist, jedoch existieren alternative Familienformen, in denen die soziale Elternschaft – ohne die biologische Elternschaft – bei einem Elternteil oder beiden Elternteilen besteht (Kuhnt und Steinbach 2014, S. 41).

5 Familiale Funktionen

Familien können unterschiedliche Aufgabenbereiche zugeschrieben werden (Dunkake 2010):

  • Reproduktion: Das Zeugen von Kindern, um das Weiterbestehen der Gesellschaft zu sichern;
  • Haushaltsfunktion: Familie wird als gemeinsame Wirtschaftseinheit aufgefasst;
  • Emotionaler Spannungsausgleich: In der Familie soll das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit, Liebe sowie Zuneigung gestillt werden;
  • Soziale Platzierung: Die heranwachsenden Kinder werden einer gesellschaftlichen Position innerhalb der hierarchisch organisierten Gesellschaft zugewiesen;
  • Sozialisation: Familie gilt als primäre Sozialisationsinstanz im lebenslangen Prozess der Sozialisation. Den Kindern werden Werte und Normen vermittelt, die sie in der aktiven Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt anwenden.

Insbesondere bei den ersten beiden Funktionen zeigen sich in der heutigen Gesellschaft Verschiebungen, z.B. kann die biologische Elternschaft in Konfigurationen mit sozialen Elternteilen in den Hintergrund treten. Zudem ist das getrennte Zusammenleben zwischen sich in einer gemeinsamen Partnerschaft befindlichen Elternteilen gesellschaftlich legitimiert.

6 Familie als soziales Netzwerk

Familie gilt als das primäre soziale Netzwerk, in das die Familienmitglieder mit ihren jeweiligen Beziehungen zueinander eingebettet sind. Das familiäre soziale Netzwerk vermittelt den Akteur:innen Werte und Normen, unterliegt jedoch ebenso kulturellen Werten und gesellschaftlichen Normorientierungen (Nestmann 1997). Die Familie ist aber selbst in weitere Netzwerkbeziehungen eingebunden, die für die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Wertigkeiten einnehmen können. Insbesondere bei den heranwachsenden Kindern gewinnen mit dem Schuleintritt die Peers eine wichtige Rolle bei dem Ablöseprozess von den Eltern. Deren Rolle kann nach und nach immer wichtiger werden und letztendlich, wenn vielleicht auch temporär, die Bedeutsamkeit der Eltern-Kind-Beziehung abschwächen.

Die sozialen Netzwerke stellen eine zentrale Quelle dar, um soziale Unterstützung generieren zu können. Innerhalb des familiären Gefüges gilt die Paarbeziehung als größte multiplexe Beziehung, in welcher Emotionen ausgetauscht werden, praktische Hilfe erbracht und über Probleme und die Kindererziehung gesprochen wird (Nestmann 1997). Hinzu kommen weitere familiäre und verwandtschaftliche Bezüge, die eine verlässliche Quelle von Unterstützung sein können. Freund:innen und Bekannte können z.B. bei familiären Problemen und Spannungen im Alltag Hilfe bieten (Hobfoll und Vaux 1993).

Innerhalb des familiären Netzwerkes sind die Reziprozitätserwartungen viel generalisierter, d.h. bei den Unterstützungsleistungen findet kein eindeutig zuordenbarer direkter Austausch statt und ist raum-zeitlich flexibler als beispielsweise unter Freund:innen oder Nachbar:innen. Bei diesen familienexternen Netzwerkpersonen lässt sich eine generalisierte Reziprozität wiederfinden, d.h. dem zeitlich nicht stark verzögerten Zurückgeben von Unterstützungsleistungen, wonach Familien sich häufig durch eine verzögerte Reziprozität auszeichnen. In familiären Beziehungen kommt es oftmals zunächst zu einer länger andauernden einseitigen Hilfe und erst viel später – evtl. sogar über eine Generation hinweg – wird Unterstützung zurückgegeben (Diewald und Sattler 2010).

7 Familie als Ensemble persönlicher Beziehungen

Innerhalb einer Familie kann es – je nach Anzahl der Familienakteur:innen – eine Vielzahl an unterschiedlichen persönlichen Beziehungen untereinander geben:

  • Elternpaar (Zweierbeziehung),
  • Elter(n)-Kind(er)-Beziehungen,
  • Geschwisterbeziehungen,
  • Beziehungen zu entfernteren weiteren Verwandten (Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins) sowie
  • weitere mit der Familie verknüpfte Beziehungsformen (Freundschafts-, Nachbarschafts-, Arbeitsbeziehungen, Patenschaften).

Persönliche Beziehungen zeichnen sich durch die Fortdaueridealisierung der Beziehung, dem gegenseitigen persönlichen Wissen voneinander, der emotionalen Verbundenheit, der personellen Unersetzbarkeit sowie einer ausgeprägten Interdependenz aus (Lenz und Nestmann 2009, S. 10 ff.). Aus je mehr Familienmitgliedern die Familie besteht, desto höher wird die Anzahl der möglichen persönlichen Beziehungen untereinander. Ein Elternpaar mit drei Kindern hat beispielsweise zehn mögliche Dyaden. Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive heraus kann es sehr interessant sein, sich auf die unterschiedlichen familiären Subsysteme zu fokussieren und die von außen an die jeweiligen persönlichen Beziehungen herangetragenen Werte und Normen zu beleuchten. Zudem können sich durch das Älter- und damit Selbstständigerwerden der heranwachsenden Kinder bzw. Jugendlichen Veränderungen in den jeweiligen persönlichen Beziehungen ergeben.

8 Familien in einer Längsschnittperspektive

Familien können aus einer längsschnittlichen Perspektive heraus betrachtet werden. Mit der Geburt des ersten Kindes wird das Paar zu einer Familie – aus einer Dyade wird eine Triade. Dies kann weitreichende Auswirkungen auf die Paarbeziehung haben, kommen doch neue Herausforderungen und Aufgaben auf das Paar hinzu.

Statistische Daten belegen, dass sich das durchschnittliche Alter der Frauen sowie Männer bei der Geburt des ersten Kindes immer weiter nach hinten verschoben hat. Lag es 1991 noch bei 27,9 Jahren bei den Frauen sowie 31 Jahren bei den Männern, waren es 2021 für Frauen 31,8 Jahre sowie Männer 34,7 Jahre (Statistisches Bundesamt 2022a). Dies hat vielfältige Gründe. So haben sich die Ausbildungszeiten nach hinten verlagert und die Ansprüche an eine „verantwortete Elternschaft“, wie es der Soziologe Kaufmann bereits Anfang der 1990er-Jahre bezeichnete, weit verbreitet (Kaufmann 1994, S. 50). Nach dieser Idealvorstellung sollten die Grundlagen für eine „gelungene“ Elternschaft und ein sicheres Familienleben – in persönlicher, aber auch finanzieller Hinsicht – erst einmal geschaffen werden, bevor ein gemeinsames Kind gezeugt wird. Die Ansprüche an die Eltern sind gestiegen, wie es Brake und Büchner (2022) festhalten: „Zusätzlich zu dem gesellschaftlichen Druck auf die Eltern, ihrer Versorgungs- und Erziehungsverantwortung gerecht zu werden, kommt nun […] die Verantwortung gegenüber Kindern hinzu, das Miteinander als ‚Bildungsort Familie‘ […] zu gestalten“ (Brake und Büchner 2022, S. 674).

Kurz nach der Entbindung des Kindes gehen die Gebärenden zunächst in den gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz und nehmen anschließend überwiegend Elternzeit. Zur aktuellen Nutzung des Elterngelds bzw. der Elternzeit lieferte die repräsentative Onlinebefragung zum Jahresbeginn 2021 von 1.030 Müttern und Vätern des Instituts für Demoskopie Allensbach (2021) spannende Ergebnisse: 97 % der berufstätigen Mütter nutzten das Elterngeld und/oder Elternzeit. Im Schnitt waren es dabei 18,5 Monate, die die Mütter aus dem Beruf ausschieden. Hingegen beanspruchte fast nur die Hälfte der berufstätigen Väter Elterngeld und/oder Elternzeit. Im Durchschnitt nahmen sie 3,7 Monate Elternzeit. Sichtbar werden starke Unterschiede bezüglich der Elternzeitlänge zwischen den Geschlechtern.

Mit dem Wiedereintritt in das Erwerbsleben muss der Familienalltag mit den elterlichen Erwerbszeiten sowie außerfamilialen Betreuungszeiten der Kinder vereinbart werden. Eine besondere Herausforderung stellt eine egalitär-partnerschaftliche Orientierung dar, da Mütter recht häufig in Teilzeit wieder in die Erwerbstätigkeit zurückkehren, während die Väter weiterhin in Vollzeit tätig sind bzw. ihre Arbeitszeit erhöhen. Das Modell der Versorgerehe hat auf der Ebene der Wunschvorstellungen an Zentralität verloren. Aktuell wird es ergänzt durch weitere Modelle, wie das Doppelverdiener-, das Adult-Worker sowie das modernisierte Versorgermodell (Burkart 2022, S. 467).

In einer Langzeitperspektive betrachtet, unterliegt das Familienleben diversen Veränderungsprozessen. Diese ergeben sich z.B. durch das Älterwerden der Kinder und die damit einhergehenden Verschiebungen in der Eltern-Kind-Beziehung sowie durch erwerbsbedingte Veränderungen oder den Wegfall von Unterstützungspersonen (Simon 2022). Die Anzahl, Struktur sowie Qualität von Beziehungsmustern verändern sich im Familienverlauf mehrmals.

Mit dem Auszug des letzten Kindes aus dem Familienhaushalt beginnt die sogenannte Empty-Nest-Phase. Häufig koppelt sich daran die eigene Großelternschaft. Der Begriff der „multilokalen Mehrgenerationenfamilie“ bezieht sich auf die auch nach dem Auszug der Kinder weiterhin vorhandenen Bindungen, Unterstützungsleistungen und der Sorge der Generationen untereinander (Lenz 2013, S. 114).

9 Familie als aktive Herstellungsleistung (Doing Family)

Unter dem Doing-Family-Konzept wird Familie als aktive Herstellungsleistung betrachtet, die durch die Akteur:innen erbracht werden muss. Familie ist also nicht statisch, sondern kann als ein dynamisches Konstrukt beschrieben werden, das immer wieder neu konfiguriert wird. Die Kontexte, in denen Familien eingebettet sind, sind voraussetzungsreicher und fordernder geworden, wie etwa die Betreuungs- und Bildungsinstitutionen sowie die Konsum- und Freizeitmöglichkeiten (Jurczyk und Meysen 2020, S. 27). Die doppelten Entgrenzungsprozesse der Bereiche Familie und Erwerbsarbeit erfordern von den Familienmitgliedern somit ein höheres Maß an Herstellungsleistungen des Familienlebens.

Die Entgrenzungsprozesse der Familie beziehen sich auf die zunehmend angestiegenen Anforderungen an die Elternschaft, insbesondere den Care-Aufgaben. Wichtige Themen sind dabei die Betreuung und Versorgung der Kinder, ebenso deren Gesundheit, Entwicklung und Bildung. Hinzu kommen die gestiegenen Ansprüche an die Partnerschaft sowie Veränderungen im Geschlechterarrangement sowie in den Generationenbeziehungen.

Die entgrenzte Erwerbsarbeit weist atypische und pluralisierte Beschäftigungsformen und -zeiten sowie höhere Flexibilitätsanforderungen auf. Bei heterosexuellen Paaren kommt es häufig zu einer Zunahme an egalitären Erwerbskonstellationen, da Frauen vermehrt erwerbstätig sind. Für die familiäre Lebensführung bedeutet dies ein Mehr an Abstimmungsleistungen, die erbracht werden müssen, um die elterliche Sorge für die Kinder zu organisieren. Der familiäre Alltag ist mit der elterlichen Erwerbstätigkeit verwoben. Über diesen wird insbesondere die Dimension der Zeit reguliert, welche für die familiären Care-Arbeiten verwendet wird (Simon 2022).

Auf einer organisatorischen Ebene stehen die Familienmitglieder vor der Aufgabe, sich zu koordinieren, um die zahlreichen Aufgaben zu bewältigen – dem sogenannten Vereinbarkeits- und Balancemanagement. Auf der Ebene der Gemeinsamkeitskonstruktion geht es darum, sich sowohl innerhalb der Familie gegenseitig als auch Außenstehenden gegenüber als zusammengehörige Gruppe zu versichern bzw. zu präsentierten (Jurczyk 2020). Insbesondere für Familien, die sich von den gesellschaftlich weit verbreiteten Familienformen unterscheiden, wie den gleichgeschlechtlichen Ehepaaren oder Adoptivfamilien, kann dies eine herausfordernde Aufgabe sein.

10 Rechtliche und politische Rahmung von Familie

Das familiäre Leben wird aus einer rechtlichen Perspektive heraus durch Abstammungsregeln sowie gesetzlich verankerte Formen der Elternschaft, wie der Adoption, Pflege oder Stiefelternschaft, bestimmt (Huinink 2009). Die verschiedenen, sich ständig weiterentwickelnden Rechtsgrundlagen des familiären Zusammenlebens regelt das umfassende Gebiet des Familienrechts.

Der Blick auf Familie ist zudem durch die Familienpolitik geprägt, da durch diese „politische oder normative Präferenzen […] für ein oder mehrere Familienmodelle vermittelt [werden]“ (Garcia 2013, S. 257). Festzuhalten ist eine enge Verknüpfung des familialen und generativen Handelns mit den vorhandenen gesellschaftlichen und politischen Strukturen. So gibt es auf der einen Seite Auswirkungen durch die Gesellschaft und Politik auf die Familien, beispielsweise in Bezug auf die Entscheidung, Kinder zu bekommen, sowie auf die Anzahl der Kinder. Auf der anderen Seite kann es mit Blick auf die (potenziellen) Eltern zu politischen Veränderungen kommen, die zukünftige Familien wiederum beeinflussen (Bujard 2020). Beispielsweise bedarf es einer gut ausgebauten Kinderbetreuungsinfrastruktur, um die mütterliche Erwerbstätigkeit realisieren zu können.

Garcia schlägt vor, das öffentliche Handeln und die Konstruktion der Familienidentität in dreierlei Perspektiven zu denken (Garcia 2013, S. 254 f.):

  • Verinnerlichung des Möglichkeitshorizonts: im Kindesalter beginnende kognitive und normative Prägung, die häufig unbewusst verläuft und familienbezogene Vorstellungen vermittelt;
  • Erwartungsstrukturierung: bezieht sich auf die Beziehung des öffentlichen Rahmens sowie die individuellen Strategien im Familienbereich. Konkret zählen hierzu beispielsweise finanzielle Unterstützungsleistungen des Staates wie Kindergeld, Wohngeld, Elterngeld, welche für die Planbarkeit einer Familie eine wichtige Rolle einnehmen können.
  • Selbstverständnis in Bezug auf externe Zuschreibungen: nimmt den Zusammenhang des öffentlichen Handelns und der Konstruktion der Familienidentität in den Blick.

Ein Beispiel für die politisch öffentliche Rahmung der Familie ist der Ausbruch der Coronapandemie im Frühjahr 2020 in Deutschland. Viele Familien waren vor Herausforderungen gestellt, die das Familienleben zum Teil stark prägten. Insbesondere in Haushalten mit jüngeren Kindern gab es größere Probleme für Eltern, die in sogenannten nicht systemrelevanten Berufen arbeiteten. Durch die zeitweiligen Schließungen der Betreuungs- und Bildungsorte sowie die Beschränkung der Kontakte mussten sie selbst die Sorgearbeit sowie das Beschulen ihrer Kinder übernehmen. Dies erfolgte häufig neben der weiterhin bestehenden Einbindung in das Erwerbsleben.

Die weitreichenden Auswirkungen bezogen sich auf die Zunahme von psychosozialen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Insbesondere Alleinerziehende sowie Familien mit niedrigerem Einkommen waren von den mit den Einschränkungen einhergehenden Belastungen besonders betroffen (BMFSFJ 2020).

11 Familien in pädagogischen Kontexten

Das Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen läuft vor dem Hintergrund ihrer Einbindung in außerfamiliäre Institutionen in pädagogischen Kontexten ab. Mit dem seit August 2013 eingeführten Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr fand ein verstärkter Ausbau der Betreuungsplätze statt. Dennoch fehlen im Jahr 2023 rund 384.000 Kita-Plätze (Bertelsmann Stiftung 2022). Hinzu kommt die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen, in welchen innerhalb des schulischen Alltags vermehrt die bisher in der familialen Verantwortung liegenden Aufgaben übernommen werden (Peitz et al. 2020). Dabei wird die „Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder als ein gemeinsames Projekt von Familie und öffentlichen Institutionen gefasst“ (Cloos et al. 2020, S. 6). Es zeigt sich die Notwendigkeit, die innerhalb der Triade Familie, Kindertageseinrichtung sowie Schule vorhandenen Bildungs- und Erziehungsaufgaben miteinander verknüpft zu betrachten (Peitz et al. 2020).

Neben der Einbindung in die Kindertagesstätte sowie die Schule können herausfordernde Lebenslagen vorliegen, die das familiäre Zusammenleben und das Aufwachsen der Kinder erschweren und eine weitere pädagogische Einbindung notwendig werden lassen können. Herausfordernde Lebenslagen können beispielsweise folgende sein:

  • Armut,
  • Erwerbslosigkeit eines Elternteils oder beider Elternteile,
  • soziale Ungleichheit,
  • psychische oder/und physische Gewalt,
  • Erkrankung eines Familienmitgliedes oder mehrerer -mitglieder,
  • Behinderung eines Familienmitgliedes oder mehrerer Familienmitglieder,
  • Suchtproblematik eines Familienmitgliedes oder mehrerer Familienmitglieder.

Für die Familien können diese Lebenslagen bzw. -ereignisse dazu führen, dass Hilfe von außen notwendig wird. Während sich einige Leistungen auf die finanzielle Unterstützung beziehen (z.B. Unterhaltsvorschuss, Sozialhilfe, Wohngeld), stehen den Familienmitgliedern auch vielfältige andere Möglichkeiten zur Verfügung, um konkrete, auch praktische, Hilfen erhalten zu können, u.a.:

12 Familien in der mediatisierten Gesellschaft

Das familiäre Zusammenleben ist zunehmend von den sozialen Medien geprägt, die den Alltag durchdringen. Das bedeutet, das Familienleben findet in einer mediatisierten Gesellschaft statt. Nach der KIM-Studie 2020 (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2021) sowie der JIM-Studie 2022 (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2022) verfügt die überwiegende Anzahl an Haushalten über ein breites Medienrepertoire (TV-Gerät, Internetzugang, Handys, Smartphones, Computer bzw. Laptops).

Die Nutzung von Medien innerhalb von Familien kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden. Auf der einen Seite können das Alltagsmanagement sowie die Familienorganisation auf medialen Wegen erfolgen, um dadurch Absprachen flexibel zu erleichtern. Auf der anderen Seite können Familienmitglieder beispielsweise gemeinsam Filme oder Serien anschauen und auf diese Weise gemeinsam ihre Freizeit verbringen und Familienzeit generieren.

Knapp drei Viertel der befragten Eltern bewerten die Bedeutung des Handys bzw. Smartphones für die Organisation des Familienalltages als (sehr) wichtig (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2017, S. 47). Zudem können die sozialen Medien dazu beitragen, dass die familiären Beziehungen gepflegt, Emotionen bekundet werden und soziale Stärkung erbracht wird. 

Die KIM-Studie (2020) legte dar, dass das Radio auf dem ersten Platz der mit den Eltern gemeinsam verbrachten medialen Beschäftigungen liegt. Auf Platz 2 und 3 folgen die gemeinsame Nutzung von DVDs bzw. BlueRays mit 28 % sowie mit 27 % die gemeinsame Internetrecherche für schulische Belange. In Bezug auf die Nutzung der Handys/​Smartphones zeigt sich, dass diese einerseits als wichtig bewertet werden, um den Anschluss im Freundeskreis nicht zu verlieren. Andererseits führt sie jedoch auch zu Streitigkeiten innerhalb der Familie. Es lassen sich somit ambivalente Einstellungen gegenüber dieser Medienform beobachten.

Auf Basis der Daten des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A) 2018“, welche 1.945 Zwei-Eltern-Familien mit mindestens einem Kind unter zwölf Jahren als Zielgruppe der Studie hatte, wurde eine Typologie der Mediennutzung der Kinder, der Eltern sowie der gemeinsamen Mediennutzung erstellt (Deutsches Jugendinstitut 2022):

  • „Gemeinschaftsorientierte Fernsehfamilie“ (49,2 %): Die Kinder nutzen digitale Medien nur in einem sehr geringen Ausmaß und wenn, dann häufig gemeinsam mit den Eltern.
  • „Solitäre Internet-Eltern“ (36,9 %): Bei dieser Gruppe beschäftigen sich die Kinder am wenigstens mit den digitalen Medien und wenn, dann häufig ohne die Eltern.
  • „Gemeinschaftsorientierte Medien-Affine“ (10,9 %): In dieser Gruppe werden viele Medien oft gemeinsam genutzt.
  • „Solitäre Onliner“ (3,0 %): Die Eltern und Kinder verwenden die digitalen Medien überwiegend für sich allein.

Sichtbar wird eine Vielfalt an unterschiedlichen familiären Mediennutzungspraktiken. Mit der angestiegenen Mediennutzung einhergehend sind die einzelnen Familienmitglieder tagtäglich auch häufig der omnipräsenten Werbung ausgesetzt, z.B. offensichtlich in Pop-up-Fenstern beim Surfen oder verdeckt bei der Nutzung von Instagram. Durch die Reklamen werden breit akzeptierte Vorstellungen von Familienbeziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Generationen und Geschlechter vermittelt, die die Familienleitbilder von Erwachsenen sowie von Kindern prägen (Simon und Garcia 2023).

13 Quellenangaben

Bertelsmann Stiftung, 2020. 2023 fehlen in Deutschland rund 384.000 Kita-Plätze [online]. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung [Zugriff am: 09.03.2023]. Verfügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/​aktuelle-meldungen/2022/oktober/​2023-fehlen-in-deutschland-rund-384000-kita-plaetze

Brake, Anja und Peter Büchner, 2022. Kindheit und Familie. In: Heinz-Hermann Krüger, Cathleen Krüger und Katja Ludwig, Hrsg. Handbuch Kindheits- und Jugendforschung. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 657–687. ISBN 978-3-658-24776-8

Bujard, Martin, 2020. Fertilität, Familie, Gesellschaft und Politik [online]: Wechselwirkungen zwischen familialem Handeln und gesellschaftlichen Strukturen [Zugriff am: 16.01.2023]. Verfügbar unter: http://doi.org/10.25358/​openscience-5456

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), 2020. Familie heute [online]: Daten, Fakten, Trends: Familienreport 2020. Berlin: BMFSFJ [Zugriff am: 22.01.2023]. Verfügbar unter: https://www.bmfsfj.de/resource/blob/163108/​ceb1abd3901f50a0dc484d899881a223/​familienreport-2020-familie-heute-daten-fakten-trends-data.pdf

Burkart, Günter, 2022. Familie und Paarbeziehung. In: Jutta Ecarius und Anja Schierbaum Hrsg. Handbuch Familie: Band I: Gesellschaft, Familienbeziehungen und differentielle Felder. 2., überarbeitete Auflage. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 453–472. ISBN 978-3-531-19984-9

Cloos, Peter, Katja Zehbe und Isabell Krähnert, 2020. Familie und Kindertageseinrichtungen. In: Jutta Ecarius und Anja Schierbaum, Hrsg. Handbuch Familie. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 1–19. ISBN 978-3-658-19435-2

Destatis Statistisches Bundesamt, 2022a. Anzahl der Familien in Deutschland von 1996 bis 2021 [online]. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 2023 [Zugriff am: 28.09.2022]. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/​daten/​studie/2281/umfrage/​anzahl-der-familien-in-deutschland/

Destatis Statistisches Bundesamt, 2022b. Familien und Familienmitglieder mit minderjährigen Kindern in der Familie nach Lebensform und Gebietsstand [online]. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 2023 [Zugriff am: 28.09.2022]. Verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/​Gesellschaft-Umwelt/​Bevoelkerung/​Haushalte-Familien/​Tabellen/​2-6-familien.html

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14 Literaturhinweise

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Verfasst von
Dr. phil. Romy Simon
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
TU Dresden
Institut für Soziologie
Professur für Mikrosoziologie
(Interaktions- und Sozialisationsforschung)
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Es gibt 2 Lexikonartikel von Romy Simon.

Zitiervorschlag
Simon, Romy, 2023. Familie [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 20.04.2023 [Zugriff am: 16.06.2024]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/444

Link zur jeweils aktuellsten Version: https://www.socialnet.de/lexikon/Familie

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