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Berliner Eingewöhnungsmodell

Anja Burger

veröffentlicht am 22.10.2021

Verwechselungsgefahr mit: Berliner Modell (Didaktik), Berliner Modell der Kleinkindpädagogik

Das Berliner Eingewöhnungsmodell beschreibt ein Verfahren zur Gestaltung des Übergangs von der Familie in eine (institutionelle) Fremdbetreuung, besonders bei jungen Kindern.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Phasen
    1. 2.1 Informationen an die Eltern
    2. 2.2 Grundphase
    3. 2.3 Trennunsgphase
    4. 2.4 Stabilisierungsphase
    5. 2.5 Schlussphase
  3. 3 Mögliche Anpassungen des Ablaufs
  4. 4 Quellenangaben

1 Zusammenfassung

Das Modell basiert auf der ethologischen Bindungstheorie, berücksichtigt internationale Forschungsstudien und bezieht praktische Erfahrungen mit ein (Hédervári-Heller 2010). Seinen Ursprung hat es in einem Projekt von Kuno E. Beller und wurde von Hans-Joachim Laewen und Kolleg/​innen im Rahmen des INFANS-Projekts weiterentwickelt (Keller 2019; Viernickel et al. 2009).

Der Grundgedanke des Modells ist, dass Kinder ein Grundbedürfnis nach einer emotional tragenden Bindungsbeziehung haben (Hédervári-Heller 2010). Dieses Bedürfnis wird meist durch Mutter oder Vater erfüllt, sodass diesen Personen im Rahmen des Eingewöhnungsprozesses eine besondere Rolle zukommt und zentral für das Gelingen des Übergangs ist (Viernickel et al. 2009; Keller 2019). Im Rahmen des Modells werden die unterschiedlichen Bindungsqualitäten berücksichtigt (Viernickel et al. 2009). Ziel der Eingewöhnung ist es daher, „in Kooperation mit Eltern dem Kind unter dem Schutz einer Bindungsperson das Vertrautwerden mit der neuen Umgebung und den Aufbau einer ‚Bindungsbeziehung‘ zur Erzieherin zur ermöglichen“ (Laewen et al. 2015, S. 40). Die Eingewöhnung ist demnach auch nicht nur eine Anpassungsleistung des Kindes, sondern bedarf des Aufbaus eines neuen Beziehungsdreiecks zwischen Eltern, Kind und Erzieher/in (Laewen et al. 2015). Das Berliner Modell bietet hierfür eine erste systematische Darstellung und Verfahrensvorschläge und dient Erzieher/​innen als Orientierungsstruktur bei der Gestaltung und Bewertung der Aufnahmesituation (Laewen et al. 2015).

2 Phasen

Der Ablauf ist in fünf Phasen gegliedert: Information an die Eltern, Grundphase, Trennungsphase, Stabilisierungsphase und Schlussphase, deren Ablauf im Modell genau beschrieben sind. 

2.1 Informationen an die Eltern

In einem Informationsgespräch mit der Einrichtungsleitung oder idealerweise mit der/dem eingewöhnenden Erzieher/in wird den Eltern der Ablauf der Eingewöhnung vor dem Beginn dargelegt. Dabei sollten die Eltern über die Bedeutung der frühen Bindungen der Kinder und ihre eigene Rolle im Prozess informiert werden. Hilfreich sind auch konkrete Verhaltensvorschläge für die Eltern im Rahmen der Eingewöhnung selbst. Wichtig ist es, ihnen die Stabilität der kindlichen Bindungsbeziehung zu den Eltern und auch die Rolle der Erzieherin/des Erziehers im Prozess zu erläutern. Dies beugt unbegründetem Konkurrenzdenken der Eltern zur Erzieherin/zum Erzieher vor. Studien belegen, dass sich die Mutter-Kind-Bindung im ersten halben Jahr der Krippenzeit eher verfestigt. Je nach Einrichtung kann es Möglichkeiten geben, das Kind bereits vorher auf die anstehende Eingewöhnung vorzubereiten bzw. es im Prozess zu unterstützen, indem zusätzliche Belastungssituationen (Umzug o.ä.) vermieden werden oder der private Tagesablauf (bspw. Essens- und Schlafenszeiten) sukzessive an die Abläufe der Einrichtung angepasst wird (Laewen et al. 2009; Laewen et al. 2015). Das Erstgespräch dient darüber hinaus dem Kennenlernen zwischen Erzieher/in und Eltern und ggf. dem Kind. Es gilt, erste Informationen über Gewohnheiten, Routinen und bisherige Erfahrungen des Kindes zu sammeln und eine Idee von den aktuellen Interessen des Kindes und seiner Entwicklung zu erhalten. Dies erleichtert der Erzieherin/dem Erzieher die pädagogische Gestaltung der ersten Tage mit Spielmaterialien o.ä. und wirkt sich damit ebenfalls gewinnbringend auf die Eingewöhnung aus.

2.2 Grundphase

Dies sind die ersten Tage, die das Kind mit seiner Bezugsperson (meist Mutter oder Vater) in der Einrichtung verbringt. Konzeptionell sind dafür drei Tage mit je 1–2 Stunden täglich vorgesehen (Laewen et al. 2015). Der Zeitpunkt der Anwesenheit sollte sich dabei zum einen am Tagesablauf der Einrichtung, aber auch am Tagesrhythmus des Kindes (aktive, wache Phasen) orientieren.

Die Bezugsperson hält sich mit dem Kind im Raum auf, bleibt dabei passiv, aber den kindlichen Signalen gegenüber aufmerksam (Viernickel et al. 2009). Sie sollte sich nicht mit anderen Dingen beschäftigen, sondern für das Kind zur Verfügung stehen und ihm den sicheren Hafen bieten, falls es sich seiner rückversichern möchte. Hierzu gehört auch, dass sie den Raum in dieser Phase nie ohne das Kind verlässt. Das Kind kann sich völlig auf die neue Situation konzentrieren und Umgebung und Personen in Eigenaktivität erkunden (Laewen et al. 2015).

Die Erzieherin/der Erzieher zeigt sich freundlich und aufgeschlossen, besonders am ersten Tag zurückhaltend. Kontaktversuche des Kindes müssen mit einer passenden Reaktion wahrgenommen werden. Das Kind hat vor allem die Möglichkeit, eigenaktiv und ohne Drängen in der neuen Situation anzukommen. Für die Erzieherin/den Erzieher bietet sich die Gelegenheit, die Spielhandlungen des Kindes sowie die Eltern-Kind-Interaktion zu beobachten und Schlüsse für das eigene Agieren in den Folgetagen und damit den weiteren Verlauf der Eingewöhnung zu ziehen (Laewen et al. 2015). Am zweiten Tag kann die Annäherung zwischen Kind und Erzieher/in in Spielsituationen behutsam fortgesetzt werden. Die Pflegesituationen wie Wickeln und Füttern können ab diesem Tag wahrgenommen werden, werden aber von der Bezugsperson durchgeführt. Der Erzieherin/dem Erzieher bietet sich hier eine weitere Möglichkeit zur Beobachtung der Interkation zwischen Bezugsperson und Kind und dem Kennenlernen der individuellen Pflegeroutinen des Kindes (Laewen et al. 2015). Der dritte Tag verläuft wie der zweite Tag und bietet so dem Kind Stabilität. In Pflegesituationen kann die Erzieherin/der Erzieher dem Kind durch Ansprache präsenter gegenübertreten (Laewen et al. 2015).

Leitend für diese Phase ist das Ankommen des Kindes im Beisein einer vertrauten Person und auf dieser Basis das Erkunden und Entdecken der neuen Umgebung sowie das erste Kennenlernen mit der fremden Erzieherin/dem Erzieher. Die Beobachtungen des Kindes lassen erste Schlüsse auf den weiteren Verlauf der Eingewöhnung zu.

2.3 Trennunsgphase

Am vierten Tag der Eingewöhnung (außer dies ist ein Tag nach dem Wochenende) verabschiedet sich die Bezugsperson nach kurzer gemeinsamer Zeit vom Kind und verbleibt auf Abruf in der Einrichtung (Viernickel und Völkel 2009). Ideal ist ein Zeitpunkt, wenn sich das Kind von selbst der Bezugsperson ab- und einer neuen Situation zugewandt hat. Im Sinne der Aufrechterhaltung der Eltern-Kind-Bindung ist eine bewusste Verabschiedung vom Kind bedeutsam. Gleichzeitig sollte die Trennung konsequent vollzogen werden, auch wenn das Kind protestiert (Laewen et al. 2015).

Die Reaktion des Kindes auf die Abwesenheit der Bezugsperson ist nun entscheidend für den weiteren Verlauf der Eingewöhnung. Bei den meisten Kindern treten zwei mögliche Verhaltensweisen auf:

  1. Die Kinder protestieren, rufen, weinen beim Verlassen, erstarren in ihrer Handlung, sind nicht ansprechbar und in ihrem Kummer nicht oder nur kurz durch die Erzieherin/den Erzieher zu trösten. In diesem Fall sollte die Bezugsperson nach wenigen Minuten in den Raum geholt werden (Laewen et al. 2015).
  2. Die Kinder reagieren gar nicht, spielen weitestgehend ohne Einschränkung weiter, bleiben ansprechbar und interessiert und lassen sich auch bei Kummer dauerhaft durch die Erzieherin/den Erzieher beruhigen. Hier kann die Trennung auf ca. 30 Minuten ausgeweitet werden (Laewen et al. 2015).

2.4 Stabilisierungsphase

Letztgenannte Reaktion spricht in der Regel für einen kürzeren Verlauf der Eingewöhnung. Das Kind ist an den nächsten Tagen weiter für eine gewisse Zeit allein in der Einrichtung und erfährt so eine sich steigernde Routine in der täglichen Trennung von den Eltern. Die Zeiten werden stückhaft ausgeweitet. Die Bezugsperson verbleibt anfangs abrufbereit in der Einrichtung. Erst mit zunehmender Stabilisierung ist ein Verlassen bei schneller Erreichbarkeit möglich. Die Erzieherin/der Erzieher agiert dem Kind zugewandt und haltgebend. Damit gehen beide die ersten Schritte in eine wechselseitige Beziehung, sodass die Erzieherin/der Erzieher die Rolle des sicheren Hafens für das Kind während der Besuchszeit übernehmen kann (Laewen et al. 2015).

Verläuft der Trennungsversuch am vierten Tag wie unter a) beschrieben, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die Eingewöhnung länger dauern wird. Oft sprechen die Beobachtungen an den ersten drei Tagen hierfür, sofern das Kind sich stark an seiner Bezugsperson orientiert und der Erzieherin/dem Erzieher gegenüber zurückhaltend wirkt (Laewen et al. 2015).

In den nächsten Tagen soll sich die Beziehung zwischen Kind und Erzieher/in festigen, eine erneute Trennung wird frühestens am siebten Tag, besser am achten Tag unternommen. Es empfiehlt sich für die Erzieherin/den Erzieher, in diesen Tagen immer wieder Kontaktangebote zu unterbreiten, ohne das Kind zu drängen. Es gilt auf das Erkundungsinteresse des Kindes zu bauen, das außerdem das Nähe-Distanz-Verhältnis zu den beteiligten Erwachsenen selbstständig regeln kann und wird. Grundsätzlich kann die Erzieherin/der Erzieher auch die Pflegesituationen nun nach und nach übernehmen. Wichtig ist, dass die Bezugsperson des Kindes für das Kind präsent bleibt (Laewen et al. 2015). Am siebten oder achten Tag wird ein erneuter Trennungsversuch unternommen. Auch hier ist die Reaktion des Kindes wieder entscheidend für den weiteren Verlauf. Hat das Kind in den vorherigen Tagen genug Sicherheit ins neue Umfeld gewonnen und reagiert wie oben unter b) beschrieben, kann in den Folgetagen die Trennung sukzessive fortgesetzt und mit Elementen des Tagesablaufs erweitert werden. Die Beziehung zwischen Erzieher/in und Kind wird weiter stabilisiert (Laewen et al. 2015). Ist die Reaktion des Kindes auf die erneute Trennung jedoch weiter verängstigt, weinend und protestierend, bietet es sich an, die weiteren Tage mit großer Nähe und Anwesenheit der Bezugsperson zu gestalten. Hier sollten mehr und mehr die Handlungen und Ansprache durch die Erzieher/in erfolgen, die Bezugsperson hält sich stark im Hintergrund. Je nach Verfassung des Kindes kann sie den Raum kurz verlassen, sollte aber umgehend und zuverlässig zurückkehren und dem Kind das Verlassen ankündigen (Laewen et al. 2015).

Stabilisiert sich das Verhalten des Kindes bis zur dritten Eingewöhnungswoche hin nicht, ist es erforderlich, mit den Eltern ein Gespräch zu suchen. Ziel dieses Gespräches ist es, ein gemeinsames Betreuungsarrangement für das Kind zu finden, das auch für die Eltern angemessen erscheint. Dabei ergibt sich die Gelegenheit, vorsichtig nach den Trennungsängsten und Gedanken der Eltern zu fragen. Oft reicht dieses Gespräch aus, um bei den Eltern für mehr Verständnis und Sicherheit zu sorgen, was meist positive Auswirkungen auf das kindliche Verhalten hat (Laewen et al. 2015). Es ist daher empfehlenswert, mit einem solchen Gespräch nicht bis zur dritten Woche zu warten, sondern dies Ende der zweiten Woche oder auch früher aktiv zu suchen, um Unsicherheiten auf beiden Seiten frühzeitig abzubauen.

2.5 Schlussphase

Die Eingewöhnungszeit gilt als abgeschlossen, wenn das Kind die Erzieherin/den Erzieher als sichere Basis akzeptiert (Laewen et al. 2015), mit ihr/ihm den Einrichtungsalltag meisten kann und selbstständig exploriert. Beim Verabschieden des Elternteils ist ein Protest noch üblich, das Kind lässt sich aber weiterhin zuverlässig durch die Erzieherin/den Erzieher trösten. Die Bezugsperson sollte für ungefähr weitere zwei Wochen erreichbar bleiben, muss aber nicht mehr in der Einrichtung anwesend sein. Die Anwesenheit des Kindes sollte über die Wochen hinweg langsam gesteigert werden (Viernickel und Völkel 2009). Es bietet sich an, mit den Eltern zum Abschluss der Eingewöhnung ein Gespräch zu führen. Inhalt sollte die Reflexion des Eingewöhnungsverlaufs mit Blick auf das Verhalten des Kindes, aber auch das der Eltern sein. Themen aus dem Vorgespräch zu Gewohnheiten des Kindes können aufgegriffen werden. Für die Eltern kann sich das Verständnis für die konzeptionelle Arbeit der Pädagog/​innen vertiefen.

3 Mögliche Anpassungen des Ablaufs

Entsprechend der Intention der Verfasser/​innen des Berliner Eingewöhnungsmodells dient der geschilderte Ablauf vor allem als Verfahrensvorschlag und kann an unterschiedlichen Stellen angepasst werden:

  • Die Zeitspannen der Phasen haben sich bewährt. Dennoch sind diese vor allem von der Reaktion des Kindes abhängig, die durch Vorerfahrungen des Kindes sowie sein Temperament bedingt sind. Zeigt das Kind früh schon ein sicheres Bindungsverhalten zur Bezugsperson, gepaart mit offener Kommunikation zur Erzieherin/zum Erzieher, muss der Trennungsversuch auch nicht erst am vierten Tag durchgeführt werden. Eine Trennung vor dem dritten Tag stellt sich meist als zu früh heraus. Ähnlich sind die weiteren Zeitangaben des Modells zu sehen. Besonders Kinder über zwei Jahre lassen sich meist mit deutlich schnellerer Taktung der Abläufe eingewöhnen.
  • Neuerungen sollten nie nach einem Wochenende oder nach einer Unterbrechung aufgrund von Krankheit eingeführt werden. Besonders nach solchen Tagen, an denen der Kontakt des Kindes zu den Eltern enger ist, fällt es Kindern oft schwer, sich wieder auf die Fremdbetreuung einzulassen (Laewen et al. 2015).
  • Das Modell sieht vor, dass ab Tag fünf die Pflegeroutinen von der Erzieherin/dem Erzieher im Beisein der Eltern durchgeführt werden können. Ebenso ist gedacht, dass das Schlafen-Legen durch die Bezugsperson eingeführt wird (Laewen et al. 2015). Dies ist in der praktischen Umsetzung meist nicht in der Weise durchzuführen. Eher hat es sich bewährt, die Stationen rund um Wickeln, Essen und Schlafen als Meilensteine in der Eingewöhnung zu betrachten, die das Kind nach und nach mit der/dem zunehmend vertrauten Erzieher/in kennenlernt. Grundlage hierfür ist ein solides Beziehungsfundament aus den ersten Tagen. Auch diese Neuerungen sollten nicht nach einem Wochenende eingeführt werden. Der Tag nach dem Wochenende sollte wie der Tag davor vonstattengehen.
  • Den Eltern kommt im Modell eine gewichtige Rolle zu. Wie geschildert, sind sie die haltgebende Instanz für das Kind, von der aus es Neues entdeckt. Doch nicht nur für das Kind ist die Eingewöhnung eine große Anpassungsleistung, sondern auch für die Eltern. Es ist daher wichtig, mit den Eltern im Gespräch zu bleiben, ihnen das pädagogische Vorgehen und die damit verbundenen Entscheidungen rund um die Eingewöhnung zu erklären und Signale des Kindes zu verdeutlichen. Ideal sind hierfür kurze Gespräche vor oder nach der jeweiligen Besuchszeit von Kind und Elternteil. Gerade nach Trennungszeiten profitieren die Eltern von der Transparenz über das Verhalten, Agieren und Handeln ihres Kindes. Schließlich sind dies Phasen, in denen sie ihr Kind selbst nicht beobachten können.
  • Bedeutend ist darüber hinaus zu respektieren, dass sich ein jedes Kind die Bezugsperson in der Einrichtung eigenständig aussucht. Manchmal ist die Beziehung zwischen Eingewöhnungs-Erzieher/in und Kind nicht stimmig. Das Kind wendet sich einer/​einem anderen Erzieher/in zu. Das Kind sollte mit seiner Wahl offen und feinfühlig empfangen werden. Im Idealfall führt die ausgewählte Person die Eingewöhnung fort. Das ist aus organisatorischen Gründen nicht immer möglich. Fällt die/der eingewöhnende Erzieher/in aufgrund von Krankheit aus, ist eine andere Person zu finden, zu der das Kind Kontakt aufgenommen hat. Sie kann die Eingewöhnung fortsetzen, besonders wenn der Prozess fortgeschritten ist.

Die Zeit der Eingewöhnung ist für das weitere Dasein des Kindes in der Einrichtung bedeutend. Nur ein sicher angekommenes Kind findet und nutzt in seiner natürlichen Exploration die Entwicklungsanreize, die ihm eine Einrichtung bietet. Um dies zu gewährleisten, ist es für die Gesundheit des Kindes zwingend nötig, die bisherige Bindung zu den Eltern zu nutzen und mit deren Sicherheit eine Beziehung zur/zum fremden Erzieher/in aufzubauen.

4 Quellenangaben

Hédervári-Heller, Éva, 2010. Eingewöhnung. In: Waltraud Weegmann, Waltraud und Carola Kammerlander, Hrsg. Die Jüngsten in der Kita: Ein Handbuch zur Krippenpädagogik. Stuttgart: Kohlhammer, S. 237–250. ISBN 978-3-17020-957-2

Keller, Heidi, 2019. Mythos Bindungstheorie: Konzept – Methode – Bilanz. Weimar: verlag das netz. ISBN 978-3-86892-159-5 [Rezension bei socialnet]

Laewen, Hans-Joachim, Beate Andres und Éva Hédervári, 2007. Ohne Eltern geht es nicht. 4. Auflage. Berlin: Cornelsen. ISBN 978-3-8346-5031-3

Laewen, Hans-Joachim, Beate Andres und Éva Hédervári, 2015. Die ersten Tage – ein Modell zur Eingewöhnung in Krippe und Tagespflege. 9. Auflage. Berlin: Cornelsen. ISBN 978-3-407-56212-8

Viernickel, Susanne und Petra Völkel, 2009, Hrsg. Bindung und Eingewöhnung von Kleinkindern. Troisdorf: Bildungsverlag EINS GmbH. ISBN 978-3-42750-458-0

Verfasst von
Anja Burger
Diplom-Pädagogin
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Zitiervorschlag
Burger, Anja, 2021. Berliner Eingewöhnungsmodell [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 22.10.2021 [Zugriff am: 30.11.2021]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Berliner-Eingewoehnungsmodell

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