Berufsorientierung
Dr. Jan Schametat
veröffentlicht am 29.09.2025
Berufsorientierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine selbstbestimmte, informierte Entscheidung über die eigene berufliche Zukunft zum Ziel hat. Unter dem Begriff werden sowohl der individuelle Entwicklungsprozess hin zur Berufswahl als auch unterschiedliche (institutionelle) Lern- und Unterstützungsangebote gefasst.
Überblick
- 1 Zusammenfassung
- 2 Historische Entwicklung von Berufswahl-/​Laufbahntheorien
- 3 Einflussfaktoren im Prozess der Berufsorientierung
- 4 Berufswahlreife, Berufswahlkompetenz oder Berufswahlbereitschaft
- 5 Sozialpädagogische Zugänge
- 6 Soziale Arbeit und Lebenslaufentscheidungen
- 7 Quellenangaben
1 Zusammenfassung
Berufsorientierung ist ein vielschichtiges Phänomen, das über unterschiedliche theoretische Zugänge erklärt wird. In ihnen spiegeln sich stets Aushandlungsprozesse zwischen Individuum und Gesellschaft. Zudem wurden in zahlreichen empirischen Studien Einflussfaktoren identifiziert, die sich auf den Prozess der Berufswahl auswirken. Das Ziel (pädagogischer) Interventionen in institutionellen Entwicklungsprozessen ist die Befähigung zu einer selbstbestimmten und informierten Entscheidung über die eigene berufliche Zukunft. Dabei unterscheiden sich sozialpädagogische Zugänge teilweise deutlich von etablierten Ansätzen der Berufsberatung.
2 Historische Entwicklung von Berufswahl-/​Laufbahntheorien
Heutige Ansätze zur Erklärung von Berufswahlprozessen beruhen auf Theorien, die bereits ab den 1950er-Jahren entwickelt wurden. Während im Deutschen der Begriff der Berufswahltheorien vorherrscht, wird im angloamerikanischen Raum vorwiegend von Laufbahntheorien (career theories) gesprochen. Nicht zuletzt erkennt dieser Begriff die Berufswahl als einen stetigen (lebenslangen) Prozess an.
Grundsätzlich werden heute zwei Kernthesen früherer Modelle als überholt angesehen:
- Heutige Ansätze fokussieren weniger auf Einzelpersonen, sondern stärker auf die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt.
- Aktuelle Theorien gehen nicht mehr von klar definierten und abgrenzbaren Phasen aus. Vielmehr wird Berufswahl heute als ein komplexes, dynamisches und kontextuelles Phänomen verstanden.
Hirschi und Baumeler (2020, S. 34 ff.) fassen folgende zentrale Punkte moderner Ansätze zur Berufswahl zusammen:
- Berufswahl ist kontextabhängig.
- Der Prozess ist dynamisch und wird von Einflussfaktoren innerhalb und außerhalb einer Person bestimmt (persönliche Interessen, soziale Umwelt oder auch Zufälle und Gelegenheiten).
- Die Prinzipien sind konstruktivistisch: Nicht „objektiv“ gemessene Interessen oder Fähigkeiten stehen im Vordergrund, sondern deren subjektive Interpretation und Bedeutungszuschreibung.
- Subjektiver Karriereerfolg ist das Ziel, das heißt, nicht Einkommen oder Status, sondern persönliche Zufriedenheit und empfundene Sinnhaftigkeit.
- Der Prozess der Berufswahl beruht auf aktiver Selbstgestaltung.
2.1 Frühe Theorien
2.1.1 Passungstheoretischer Ansatz
Der passungstheoretische Ansatz geht auf John Holland (1997) zurück. Er betrachtet, inwieweit die Interessen, Werte und Fähigkeiten einer Person mit bestimmten Berufsprofilen zusammenpassen. Holland sah einen starken Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit und dieser Passung.
Sowohl die grundlegenden individuellen Interessen als auch die Berufsprofile lassen sich in diesem Ansatz sechs Grundorientierungen zuordnen. In dem sogenannten RIASEC-Modell (aufgrund der grafischen Form auch Hexagonalmodell genannt) werden sie unterteilt in:
- Realistic (handwerklich-technisch)
- Investigative (untersuchend-forschend)
- Artistic (künstlerisch-kreativ)
- Social (erziehend-pflegend)
- Enterprising (führend-verkaufend)
- Conventional (ordnend-verwaltend).
Zu dem Modell existieren unterschiedliche, teils frei verfügbare Interessentests auf der Grundlage von Selbsteinschätzungen. Im Ergebnis erhalten Nutzer:innen einen Code aus drei Buchstaben der RIASEC-Folge – auch Holland-Code genannt –, welcher die höchsten Ausprägungen der persönlichen Interessen angibt (z.B. RIA).
Metaanalysen haben gezeigt, dass die von Holland postulierte Korrelation zwischen Berufsmerkmalen und Arbeitszufriedenheit weniger stark ausgeprägt ist als angenommen (Steinmann und Maier 2018, S. 228). Dennoch sind diese Tests nach wie vor ein wichtiges Element in Kontexten der institutionellen Berufsberatung. Sie sollten jedoch kontextualisiert und nicht überbewertet werden.
2.1.2 Entwicklungstheorie
Ein laufbahnpsychologischer Ansatz ist die Entwicklungstheorie von Donald Super (1954). Diese geht davon aus, dass sich berufliche Entwicklung anhand bestimmter Phasen innerhalb des Lebenslaufes vollzieht: Wachstum, Exploration, Etablierung, Erhaltung und Rückzug. Zudem basiert sie auf der Annahme, dass Personen ihr Selbstkonzept in ihre Laufbahnentwicklung implementieren müssen und sich verschiedene Lebensrollen (bspw. Arbeitnehmerin, Mutter, Partnerin, etc.) für die jeweilige Person in ihrer Wichtigkeit unterscheiden (Hirschi und Baumeler 2020, S. 32 f.).
Neuere Ansätze der Entwicklungspsychologie gehen auf Super zurück und verstehen die Laufbahnentwicklung mehr als dynamische Interaktion zwischen Person und Umwelt.
2.2 Konstruktivistische Ansätze
Zu den derzeit einflussreichsten Theorien zur Berufswahl gehören die sozial-kognitive Laufbahntheorie (Lent et al. 1994) und die konstruktivistische Laufbahntheorie (Savickas 2005, 2013).
2.2.1 Sozial-kognitive Laufbahntheorie
Die sozial-kognitive Laufbahntheorie baut auf Banduras (1986) sozial-kognitiver Lerntheorie auf. Berufswahl wird hier als dynamischer Prozess mit mehreren Entscheidungspunkten verstanden, in dem Individuen grundsätzlich eine aktivere Rolle einnehmen als in früheren Theorien. Zentrales Konstrukt der Theorie ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Diese wird beeinflusst durch Lernerfahrungen, Erfolg oder Misserfolg, soziale Einflüsse sowie den physiologischen beziehungsweise affektiven Zustand einer Person. Die Selbstwirksamkeitserwartung bedingt die Ergebniserwartung und wirkt sich darüber auf die persönlichen (beruflichen) Ziele einer Person aus (Steinmann und Maier 2018, S. 229 ff.).
2.2.2 Konstruktivistische Laufbahntheorie
Ein weiterer entwicklungspsychologischer Ansatz ist die konstruktivistische Laufbahntheorie von Savickas (2005, 2013). Sie baut auf der Entwicklungstheorie Supers auf, würdigt jedoch auch den passungstheoretischen Ansatz von Holland.
Berufswahl wird hier als Prozess lebenslanger Karriereplanung gesehen. Entwicklung wird vorrangig verstanden als Anpassungsreaktion einer Person auf Umwelteinflüsse und weniger als innerer Reifungsprozess. Personen konstruieren aktiv subjektive Realitäten und handeln nicht aufgrund objektiver Rahmenbedingungen. Die Berufswahl ist dabei Ausdruck des eigenen Selbstverständnisses.
Zentrales Konstrukt der Theorie ist die sogenannte Laufbahnadaptabilität (adaption, „Anpassung“), die als biografische Übergangskompetenz verstanden werden kann. Sie beschreibt die „Fähigkeit zu kompetentem Handeln in biographischen Übergängen“ (BIBB 2018, S. 116). Diese Fokussierung trägt den zunehmenden Differenzierungen und Flexibilitätsanforderungen moderner Arbeitswelten Rechnung. Laufbahnadaptabilität umfasst Einstellungen, Kompetenzen und Verhaltensweisen, die Personen in die Lage versetzen, eine Passung zwischen ihrem Selbstkonzept und einem Beruf herzustellen. Insgesamt lässt sie sich in vier zentrale Anpassungsressourcen unterteilen:
- Interesse (concern)
- Kontrolle (control)
- Neugier (curiosity)
- Zuversicht (confidence)
Laut Savickas und Profeli (2012, S. 663) zeichnen sich anpassungsfähige Personen dadurch aus, dass sie sich planend mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen, Verantwortung für diese Aufgabe übernehmen, Optionen explorieren und Vertrauen in ihre persönlichen Ziele entwickeln.
2.3 Weitere theoretische Ansätze
In der jüngeren Vergangenheit sind weitere theoretische Ansätze entstanden, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Happenstance Learning Theory von Krumboltz (2009) sieht die Laufbahnentwicklung als Resultat eines komplexen und in Teilen unvorhersehbaren Prozesses, der nur bedingt planbar ist und somit nicht als rationale Wahl betrachtet werden kann. Menschliches Verhalten wird hier verstanden als Produkt einer endlosen Zahl an Lernerfahrungen in geplanten und ungeplanten Situationen. Die Interaktionen zwischen geplantem und ungeplantem Verhalten sind so komplex, dass Konsequenzen daraus praktisch unvorhersehbar sind und am besten als Zufall (happenstance) beschrieben werden können (Hirschi und Baumeler 2020, S. 35).
Die proteische Laufbahntheorie von Hall (1996) betont die Selbstverantwortung und Selbststeuerung von Personen, von denen in modernen Arbeitskontexten eine besonders hohe Flexibilität erwartet wird. Das Handlungsziel ist hier vorrangig der subjektive Karriereerfolg, der sich an der persönlichen Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit der Arbeit orientiert (Hirschi und Baumeler 2020, S. 37).
Schließlich scheint insbesondere die Theorie der Psychologie der Arbeitstätigkeit nach Duffy et al. (2016) anschlussfähig an Theorien der Sozialen Arbeit. Entstanden aus der Kritik an klassischen Theorien, die ein Idealmodell der Berufswahl als freien Wahlprozess begreifen, werden hier die Lebensrealitäten von Menschen berücksichtigt, die stets durch ungleiche Zugangsvoraussetzungen gekennzeichnet sind. Eine selbstbestimmte Berufswahl und die Ausübung einer würdevollen Arbeit (decent work) werden hier als Grundlage für die Befriedigung zentraler Bedürfnisse (Überleben, soziale Verbundenheit, Selbstbestimmung) gesehen. In der Folge sollte Berufsberatung stärker auf den sozialen Kontext der Ratsuchenden eingehen. Zudem wird für eine stärkere Intervention auf gesellschaftlicher Ebene sowie politische Einflussnahme zugunsten benachteiligter Gruppen plädiert (Hirschi und Baumeler 2020, S. 38 f.).
3 Einflussfaktoren im Prozess der Berufsorientierung
Berufsorientierung wird einerseits als individueller Lernprozess verstanden, andererseits werden darunter auch (institutionelle) Lernarrangements gefasst, die diesen Prozess unterstützen sollen (Butz und Deeken 2014, S. 10). Insofern werden auch die Einflussfaktoren auf diesen Prozess in personale, soziale und institutionelle Faktoren unterschieden (Schnitzler 2020, S. 187). Sowohl aktuelle Berufswahltheorien als auch die jüngere Forschung verweisen jedoch zudem verstärkt auf die Bedeutung der Umwelt (räumliche Einflussfaktoren).
3.1 Personale Faktoren
Unter personalen Einflussfaktoren können zunächst Persönlichkeitsmerkmale gefasst werden, die sich auf die Berufswahl auswirken. Mit beruflicher Entschiedenheit korrelieren unter anderem die Persönlichkeitsmerkmale Extraversion (soziale Aktivität), niedrig ausgeprägter Neurotizismus (emotionale Labilität) und Offenheit für Erfahrungen sowie hohe Gewissenhaftigkeit (Schnitzler 2020, S. 187).
Insbesondere Selbstwirksamkeitsüberzeugungen haben einen signifikanten Einfluss auf den Berufswahlprozess und strukturieren diesen gewissermaßen vor (Hartkopf 2016, S. 73).
Auch soziodemografische Faktoren können den personalen Faktoren zugeordnet werden, obgleich diese im Rahmen von Sozialisationsprozessen auch in einem sozialen Zusammenhang gesehen werden müssen. Allen voran wirkt sich die Kategorie Geschlecht signifikant auf die Berufswahlentscheidungen aus. So lassen sich unter anderem geschlechterspezifische Motive bei der Berufswahl (Gille 2008, S. 188) sowie die immanente Verhandlung identitärer Rollen und Subjektpositionen (Micus-Loos und Plößer 2017, S. 364) nachweisen. Geschlechterdisparitäten beruhen hier ihrerseits auf einem komplexen Zusammenspiel struktureller, institutioneller, familiärer und individueller Faktoren (Makarova und Herzig 2020, S. 275).
Personale Einflussfaktoren spiegeln sich nicht zuletzt in der Heterogenität von Lerngruppen wider. So gibt es in beruflichen Entwicklungsprozessen eine starke Dynamik teilweise wiederholter Neu- und Umorientierungen (Driesel-Lange et al. 2020, S. 58) und sogar Schüler:innen, die in ihrer Entwicklung zurückfallen oder retardieren (Rahn et al. 2020, S. 148).
3.2 Soziale Faktoren
Unter die sozialen Einflussfaktoren auf die Berufswahl fallen vorrangig die Kategorien Milieu und die in Teilen damit verbundenen Bildungsaspirationen sowie der Einfluss von Sozialisationsinstanzen.
So haben Milieu und Schulqualifikation beispielsweise einen Einfluss auf die Motive bei der Berufswahl: Schüler:innen mit niedrigen Bildungsabschlüssen orientieren sich stärker an hohen Einkommen und zeigen dabei einen stärkeren Anpassungswillen, während für jene mit höheren Bildungsabschlüssen die Passung zwischen den eigenen Interessen und dem Berufsprofil im Vordergrund steht (Brändle und Grundmann 2020, S. 93).
Als wesentliche Unterstützungsressource werden im Diskurs immer wieder die Eltern herausgestellt (Rahn et al. 2020, S. 151). Unterschiedliche Theorien über ihre Bedeutung für den Berufswahlprozess reichen vom Motiv der intergenerationalen Reproduktion des sozialen Status (Kinder sollen mindestens den Status der Eltern halten) bis hin zu einer motivationalen Priorisierung des Zwecks sozialer Positionierung vor inhaltlichen Interessen (Schnitzler 2020, S. 188).
Nicht selten passen Jugendliche zudem ihre Berufswünsche ihrer Peergroup an (Steinmann und Maier 2018, S. 237).
Zu betonen ist jedoch, dass soziale Beziehungen nicht ausschließlich als Ressource zu verstehen sind, sondern immer auch Erwartungen an die Individuen richten, Restriktionen setzen oder Zwänge ausüben können (Neuenschwander et al. 2012, S. 331).
3.3 Institutionelle Faktoren
Mit Blick auf die institutionelle Verankerung von Unterstützungsangeboten ist festzustellen, dass lange Zeit eine starke Fokussierung auf Ausbildungsberufe vorherrschte und Studieninteressierte weniger berücksichtigt wurden. Seit einigen Jahren ist jedoch eine Intensivierung von Berufsorientierungsangeboten auch an Gymnasien festzustellen (Kracke et al. 2020). Historisch zeichnet sich bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein zunehmendes Problembewusstsein für die Integration der jüngeren Generation in die Arbeitswelt ab. Fink (2011, S. 97) bezeichnet daher die (institutionelle) Berufsorientierung als Aufgabe moderner Industriegesellschaften.
Institutionelle Maßnahmen können mit Steinmann und Maier (2018, S. 14) grob unterteilt werden in innerschulische Maßnahmen, Self-Assessments und individuelle Berufsberatung:
- Innerschulische Maßnahmen sind im jeweiligen Curriculum verankert (bspw. in Form von Vorträgen von Berufsberatenden, Betriebserkundungen, Praktika, Zukunftstagen oder dem Besuch im Berufsinformationszentrum BIZ).
- Self-Assessments sind Selbsteinschätzungsverfahren, bei denen die individuellen Interessenprofile mit Referenzgruppen verglichen werden, um darüber relevante Berufsprofile zu ermitteln. Derartige Tools sind vielfach online (oftmals kostenpflichtig) erreichbar, teilweise jedoch auch in schulische Maßnahmen integriert.
- Die individuelle Berufsberatung ist ein Eins-zu-eins-Setting zur Förderung der Exploration passender Berufe durch professionelle Berufsberatende. Neben der Bundesagentur für Arbeit finden sich hier zunehmend kommerzielle Angebote.
An den Angeboten institutioneller Berufsorientierung wird immer wieder Kritik geäußert. Insbesondere werden kritisiert: ein Überangebot an Maßnahmen und Anbietenden, konzeptionelle Mängel (unterschiedliche Zuständigkeiten, fehlende Verzahnung der Angebote, fehlendes didaktisches Rahmenkonzept) sowie fehlende Qualitätskontrollen oder Evaluationen (Brüggemann et al. 2017; Löwenbein et al. 2017; Fink 2011; Kaak et al. 2017).
3.4 Räumliche Faktoren
Beim Übergang von der Schule in den Beruf wird stets ein implizites regionales Wissen bedeutsam, welches historisch gewachsen ist und die Pfade vor Ort maßgeblich beeinflusst (Muche et al. 2016, S. 182). Nicht zuletzt sieht die konstruktivistische Laufbahntheorie die Berufswahl als Anpassung einer Person an ihre Umwelt (Savickas 2013).
Empirisch wurde nachgewiesen, dass die Berufsaspiration von Jugendlichen in einem signifikanten Zusammenhang mit regionalen Arbeitsmärkten steht (Flohr et al. 2020, S. 99). Zudem haben räumliche Disparitäten einen Einfluss auf die biografischen Orientierungsprozesse von Jugendlichen. Insbesondere in (ländlich-)peripheren Regionen spielt neben der Berufswahl auch die Wohnortentscheidung eine entscheidende Rolle für den Orientierungsprozess. Diese Dualität führt oftmals zu einer Mehrbelastung (Meyer et al. 2017, S. 60). Insbesondere Jugendliche, die sich regional gebunden fühlen und gleichzeitig weniger Zuversicht in regionale Perspektiven haben, nehmen die Berufswahl als erschwert wahr (Schametat 2025, S. 246 f.).
Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass Geschlechterdisparitäten durch räumliche Disparitäten verschärft werden. Mädchen haben generell eine höhere Abwanderungsneigung; diese ist jedoch in peripheren Räumen stärker ausgeprägt. In diesen Räumen ist zudem ihre Zuversicht in die regionalen Perspektiven wesentlich geringer ausgeprägt als bei den Jungen (Schametat und Engel 2023, S. 526 ff.).
Die Wechselwirkungen innerhalb biografischer Orientierungsprozesse (u.a. zwischen Berufswahl und Wohnortentscheidung) erfordern also frühzeitige, relational ausgerichtete Unterstützungsangebote.
4 Berufswahlreife, Berufswahlkompetenz oder Berufswahlbereitschaft
Immer wieder ist auch das Maß, in dem Jugendliche dazu imstande sein sollten, eine Berufswahlentscheidung zu treffen, Gegenstand von Diskussionen. Diese Frage ist gleichsam elementar für die sozialpädagogische Praxis, da sich in ihr typische Spannungsfelder zwischen Individuum und gesellschaftlichen Erwartungen spiegeln. Zudem wirkt sie sich auf die Rahmung institutioneller Unterstützungsangebote aus.
Unterschieden werden in diesem Kontext verschiedene Konzepte: Berufswahlreife, Berufswahlkompetenz sowie Berufswahlbereitschaft.
Das Konzept der Berufswahlreife markiert den Anfang der Debatte und bezieht sich auf die Bereitschaft und Fähigkeit, Berufswahlentscheidungen zu treffen (Seifert 1984, S. 188). Kritik an diesem Konzept wurde laut, da der Reifebegriff als biologistisch gilt (Hartkopf 2020, S. 47).
Eine kritische Weiterentwicklung stellt das Konzept der Berufswahlkompetenz dar, welches die Fähigkeiten stärker betont. Aus einer pädagogisch-psychologischen Perspektive sind diese Kompetenzen erlern- und trainierbar. Neben motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten schließt das Konzept kognitive Leistungsdispositionen ein (Kaak et al. 2013, S. 2).
Das Konzept der Berufswahlbereitschaft grenzt sich noch stärker von postulierten (altersgebundenen) Reifungsprozessen ab. Es umfasst die Aspekte Entschiedenheit, planvolles Vorgehen, Exploration beruflicher Möglichkeiten und die Entwicklung einer beruflichen Identität (Schnitzler 2020, S. 187).
Im Grunde ziehen jedoch alle Konzepte die Kategorien Fähigkeit (Kompetenzen, teilweise Persönlichkeitsmerkmale) und Bereitschaft (Einstellungen) in Betracht.
5 Sozialpädagogische Zugänge
Im Feld der institutionellen Unterstützung von Berufswahlprozessen lassen sich grundsätzlich zwei Intentionen beziehungsweise Zielrichtungen unterscheiden.
Auf der einen Seite liegt der Fokus auf formal gelungenen Übergängen mit dem Ziel der Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung (Berufsberatung).
Auf der anderen Seite steht ein pädagogisches Paradigma der subjektbezogenen Berufsorientierung (Förderung beruflicher Selbstkonzepte; Butz und Deeken 2014, S. 94). Insbesondere lebensweltorientierte Ansätze der Berufsberatung (Göckler 2016) zeichnen eine sozialpädagogische Fachlichkeit aus, die über Vernetzung durchaus auch kritisch in die Arbeit von multiprofessionellen Teams eingebracht werden soll (Enggruber und Fehlau 2018, S. 174).
5.1 Subjektbezogene Berufsorientierung
Im Gegensatz zu stark passungsfokussierten Ansätzen, die die Herstellung von Ausbildungsreife und den Übergang in die Arbeitswelt zum Ziel haben, strebt eine subjektbezogene Berufsorientierung den Aufbau biografischer Selbstkompetenzen an.
In diesem pädagogischen Verständnis wird der Prozess der beruflichen Orientierung als Sinnfindung und Persönlichkeitsentwicklung verstanden. Jugendliche werden in ihrem sozialen Kontext wahrgenommen und zum Ausgangspunkt komplexer lebensweltorientierter Angebote gemacht. Trotz der Notwendigkeit, im Prozess der Berufsorientierung einen Abgleich zwischen den eigenen Interessen, Wünschen und Fähigkeiten einerseits und den Bedarfen und Anforderungen der Arbeitswelt andererseits herzustellen, bleiben die Adressat:innen Subjekt des Orientierungsprozesses und sind nicht Objekt gesellschaftlicher Anforderungen (Butz und Deeken 2014, S. 97 ff.).
Eine so verstandene Berufsorientierung zielt daher auf einen subjektiven Karriereerfolg, der sich nicht am Einkommen oder Status, sondern an der Zufriedenheit mit der Erreichung von persönlichen Laufbahnzielen bemisst (Hirschi 2015, S. 2).
5.2 Lebensweltorientierte Berufsberatung
Berufswahl- beziehungsweise Laufbahntheorien gehen weitestgehend von handlungsfähigen Individuen aus, die Verantwortung für die Vermittlung zwischen ihren Interessen sowie den Anforderungen und Bedarfen sich stetig wandelnder Arbeitsmärkte tragen. Fragen struktureller Benachteiligung werden dabei relativ konsequent ausgeblendet, was den Zugang zur Klientel der Sozialen Arbeit erschwert.
Die ungleiche Verteilung von Entwicklungsmöglichkeiten kann jedoch nur in einer lebensweltorientierten Perspektive (Göckler 2016) berücksichtigt werden. Dabei müssen zwangsläufig Elemente einer stark formalisierten Berufsberatung infrage gestellt werden. So kann bereits die standardisierte Eröffnungsphase mit ihrer Abfrage normierter Daten als einschüchternd empfunden werden. Zudem können auch kompetenzorientierte Formate Druck erzeugen und stigmatisierend wirken, wenn etwa Langzeitarbeitslosen oder Jugendlichen mit geringen Übergangschancen bei einem standardisierten Profiling eher die eigenen Schwächen vor Augen geführt werden.
Als förderliche Haltungen und Vorgehensweisen einer lebensweltorientierten Berufsberatung können daher folgende Ansätze betrachtet werden (a.a.O., S. 171):
- Passung und Matching stehen hinter einer verstehenden Annäherung an die Lebenswelt der Adressat:innen zurück
- Die Einleitungsphase ist gekennzeichnet durch Zuhören und Raumgeben
- Bisheriges Vorgehen und vorangegangene Überlegungen sind als individuelles Bewältigungshandeln zu deuten
- Phasen der Nicht-Entscheidung sind normal
- Widerstand kann als Ressource betrachtet werden
- Settings sind den Bedürfnissen der Ratsuchenden anzupassen
- Bildhafte Sprache verwenden
- Handlungsorientierte Methoden einsetzen
6 Soziale Arbeit und Lebenslaufentscheidungen
Die Frage nach einem passenden Beruf kann mit Blick auf die Einflussfaktoren der Berufsorientierung nicht losgelöst von weiteren Lebensbereichen betrachtet werden. Eine subjektive und lebensweltorientierte Unterstützung berücksichtigt stets die individuellen Relevanzsetzungen. Nicht selten bilden unterschiedliche biografisch bedeutsame Entscheidungen sogenannte Entscheidungsverbünde, innerhalb derer oftmals Zielkonflikte entstehen (Laux et al. 2018, S. 8 ff.). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Jugendliche prinzipiell gern in ihrer Heimatregion bleiben möchten, der passende Wunschberuf dort aber nicht ausgeübt werden kann. Insbesondere aus einer subjektbezogenen und lebensweltorientierten Perspektive ist es daher sinnvoller, einen ganzheitlichen Blick auf diese Lebenslaufentscheidungen einzunehmen (Schametat 2025).
Derartige Fragestellungen können in nahezu allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit relevant werden. Einen Schwerpunkt auf die berufliche Orientierung legen jedoch insbesondere die Jugendberufshilfe, die benachteiligte Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen soll, sowie die Schulsozialarbeit, zu deren Kernleistungen ebenfalls die Berufsorientierung gehört.
7 Quellenangaben
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Brüggemann, Tim, Katja Driesel-Lange und Christian Weyer, Hrsg., 2017. Instrumente zur Berufsorientierung: Pädagogische Praxis im wissenschaftlichen Diskurs. Münster: Waxmann. ISBN 978-3-8309-8539-6
Butz, Bert und Sven Deeken, 2014. Subjektbezogene Berufsorientierung: Individueller Lernprozess und kooperative Aufgabe. In: Nicole Pötter, Hrsg. Schulsozialarbeit am Übergang Schule – Beruf. Wiesbaden: Springer VS, S. 97–113. ISBN 978-3-531-18458-6 [Rezension bei socialnet]
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Verfasst von
Dr. Jan Schametat
M.A. Sozialarbeiter
wissenschaftlicher Mitarbeiter und Regionalreferent an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Schwerpunkte: Jugendliche in ländlichen Räumen und Berufsorientierung
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