socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

socialnet Lexikon


Suche nach Begriff, AutorIn, Schlagwort
socialnet Lexikon [Work in Progress]

Deutsches Rotes Kreuz

Abkürzung: DRK

Offizielle Bezeichnung: Deutsches Rotes Kreuz e.V., Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, 95 VR 590 B

Interessenlage: Die Autorin ist Mitarbeiterin im DRK-Generalsekretariat.

Websites: www.drk.de, www.drk-wohlfahrt.de

Das Deutsche Rote Kreuz e.V. ist nationale Hilfsgesellschaft und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Auftrag
  3. 3 Tätigkeit
  4. 4 Organisation
  5. 5 Geschichte
  6. 6 Quellenangaben

1 Zusammenfassung

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist mit 191 Nationalen Gesellschaften, Internationalem Komitee des Roten Kreuz und Internationaler Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften die größte humanitäre Organisation der Welt. Das Deutsche Rote Kreuz ist Teil dieser weltweiten Gemeinschaft, die seit über 150 Jahren umfassend Hilfe leistet für Menschen in Konfliktsituationen, bei Katastrophen und gesundheitlichen oder sozialen Notlagen. Neben seinen internationalen Verpflichtungen kommt das Rote Kreuz in seiner Rolle als größte Hilfsorganisation Deutschlands und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege auch im Inland seiner Verantwortung in verschiedenen Bereichen nach (DRK o.J.).

Im DRK-Generalsekretariat in Berlin wird die zukünftige Ausrichtung des DRK e.V. gestaltet.

2 Auftrag

Im Zeichen der Menschlichkeit setzt sich das DRK für das Leben, die Gesundheit, das Wohlergehen, den Schutz, das friedliche Zusammenleben und die Würde aller Menschen ein. Das DRK bekennt sich zu den sieben Grundsätzen der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung (DRK o.J.):

  1. Menschlichkeit,
  2. Unparteilichkeit,
  3. Neutralität,
  4. Unabhängigkeit,
  5. Freiwilligkeit,
  6. Einheit und
  7. Universalität

3 Tätigkeit

Das DRK-Generalsekretariat als Bundesgeschäftsstelle des DRK e.V. mit Sitz in Berlin setzt verbandspolitische Ziele und gewährleistet, dass die Rotkreuzgrundsätze eingehalten werden. Es hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit seiner eigenverantwortlichen DRK-Mitgliedsverbände durch zentrale Maßnahmen und einheitliche Regelungen zu fördern und ihr einen verbindlichen Rahmen zu setzen. Auch übernimmt es die Beratung und Schulung für den DRK-Gesamtverband, soweit dies gewünscht wird. In seinen Bereich fallen die Auslandshilfe, die Suchdienste, die Politikberatung auf Bundes- und Europaebene sowie die Interessenvertretung in der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Darüber hinaus übernimmt das DRK-Generalsekretariat die Führung in Großschadenslagen in Deutschland.

Im DRK-Bundesverband übernimmt der Bereich Jugend und Wohlfahrtspflege (DRK-Wohlfahrt) die Aufgaben des Spitzenverbandes der Freien Wohlfahrtspflege. Zu den Aufgaben gehören:

  • konzeptionelle Weiterentwicklung der sozialpolitischen Ausrichtung des Verbandes und aktives Einbringen in sozialpolitischen Debatten der Wohlfahrtspflege
  • Fortentwicklung und Unterstützung bestehender Strukturen im Verband durch fachliche Begleitung, Initiieren neuer Projekte und Entwicklung neuer Konzepte
  • Konzipieren, Organisieren, Leiten von Fachtagungen, Konferenzen, Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen
  • Öffentlichkeitsarbeit: Erarbeiten von Beiträgen in relevanten Fachzeitschriften, DRK-Publikationen und der DRK-Wohlfahrt.de

Die DRK-Landesverbände sind als regionale Spitzenverbände organisiert und betreiben zum Teil eigene Einrichtungen. Sie sind Ansprechpartner für die Landesregierungen und Landesbehörden. Gemeinsam mit dem Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. haben sie eine Leitfunktion gegenüber ihren DRK-Mitgliedsverbänden inne und koordinieren gemeinsame Entwicklungen. Die DRK-Schwesternschaften konzentrieren sich auf den Bereich der Kranken- und Altenpflege und bilden Gesundheits- und KrankenpflegerInnen aus.

Die DRK-Kreisverbände und -Ortsvereine tragen vielfältige Aufgaben – allen voran die Organisation der ehrenamtlichen Arbeit und das Training für den Katastrophenfall. Dazu gibt es die fünf Rotkreuz-Gemeinschaften: die Bereitschaften, die Bergwacht, die Wasserwacht, das Jugendrotkreuz und die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Die DRK-Kreisverbände übernehmen dabei vorwiegend unterstützende Funktionen, haben aber zusätzlich noch andere Aufgabenbereiche. Beispiele sind die Angebote in der Altenhilfe, der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, des Rettungsdienstes und der Erste-Hilfe-Ausbildung. Dank der zahlreichen kleineren Verbände ist das Deutsche Rote Kreuz immer nah am Menschen – und deshalb stark vor Ort.

4 Organisation

Das DRK-Generalsekretariat mit Sitz in Berlin ist in vier Bereiche aufgeteilt:

  1. Nationale Hilfsgesellschaft/​Internationale Zusammenarbeit
  2. Jugend und Wohlfahrtspflege
  3. Marketing, Kommunikation und Fundraising
  4. Zentrale Dienste. 

Das DRK ist föderal organisiert. Zu seinen Gliederungen zählen das DRK-Generalsekretariat, 19 DRK-Landesverbände, der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V., 463 DRK-Kreisverbände, 31 DRK-Schwesternschaften und 4.218 DRK-Ortsvereine.

Die DRK-Ortsvereine, -Kreis- und -Landesverbände, -Schwesternschaften und der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. ebenso wie das DRK-Generalsekretariat sind als Vereine organisiert. Einzige Ausnahme ist der DRK-Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz, der insgesamt eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Diese Verbände arbeiten in ihren Bereichen eigenverantwortlich. Alle DRK-Landesverbände und der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. sind Mitglied im Deutschen Roten Kreuz e.V., das DRK-Generalsekretariat in Berlin.

Viele Leistungen wie die Blutspendedienste, Krankenhäuser, Rettungsdienste und Altenpflegeeinrichtungen wurden aus Gründen der Risikobegrenzung oder der besseren Organisierbarkeit als (gemeinnützige) GmbH organisiert. Diese GmbHs befinden sich jedoch immer im Eigentum und damit unter Kontrolle der jeweiligen DRK-Gliederung. Für diese Gesellschaften gibt es ebenfalls verbindliche Regelungen, die in verpflichtenden DRK-Mustergesellschaftsverträgen festgelegt sind. Diese enthalten Angaben zu:

  • Rechtsform/​-grundlage
  • formale Einbindung in übergeordnete Strukturen
  • interne rechtliche (Geschäftsführung/​Aufsicht/​Eigentümer bzw. Mitglieder) und
  • betriebliche Organisation (Anzahl haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen, Gliederung in Abteilungen, Betriebe, Verbandsgliederungen etc.)

5 Geschichte

Die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859 bewegte den Schweizer Kaufmann Henry Dunant sich zeitlebens unermüdlich für die Linderung der durch Kriege verursachten Leiden einzusetzen. Die Schlacht gilt als Ursprung der internationalen Rotkreuzbewegung. Jedes Jahr kommen Tausende aus aller Welt in Solferino zusammen, um die 15 km lange Fiaccolata zu begehen – in Angedenken an den Weg der Schwestern und anderen freiwilligen HelferInnen entlang des Schlachtfeldes, die Verwundete zur Versorgung in die Kirche und andere öffentliche Gebäude in Castiglione transportierten.

Bereits 1863 gelang, dem Vorschlag Dunants folgend, die Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das heutige Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

In den Ländern des Deutschen Reichs erfolgte die Gründung von Rotkreuzgemeinschaften zunächst unabhängig voneinander, meist auch unter anderem Namen. Am 12. November 1863 wurde der Württembergische Sanitätsverein als erste Nationale Rotkreuzgesellschaft auf dem Gebiet des späteren Reichs gegründet.

6 Quellenangaben

Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK), [ohne Jahr]. Selbstdarstellung des Roten Kreuzes [online], Berlin: Deutsches Rotes Kreuz e.V. DRK-Generalsekretariat [Zugriff am: 17.06.2020]. Verfügbar unter: https://www.drk.de/das-drk/​selbstdarstellung-des-roten-kreuzes/

Autorin
Nadja Saborwoski
Seit 2019 Teamleiterin des Teams 42 Soziale Arbeit und Bürgerschaftliches Engagement und seit 2020 stellvertretende Bereichsleiterin des Bereichs Jugend und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat. Sie ist verantwortlich für die konzeptionelle Weiterentwicklung und verbandsstrategische Ausrichtung der Themenbereiche Bürgerschaftliches Engagement, Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit, Migration/Integration und Sozialpolitik.
Website
Mailformular

Es gibt 1 Lexikonartikel von Nadja Saborwoski.


Zitiervorschlag
Saborwoski, Nadja, 2020. Deutsches Rotes Kreuz [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 23.06.2020 [Zugriff am: 11.07.2020]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Deutsches-Rotes-Kreuz

Urheberrecht
Dieser Lexikonartikel ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion des Lexikons für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.

Autorin

Nadja Saborwoski
Website
Mailformular

veröffentlicht am 23.06.2020

Legende

Link zu Lexikonartikel
Link zu Lexikonartikel in Arbeit
Sprung zu Quellenangaben und Literaturhinweisen

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!