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Empowerment

Prof. Dr. Norbert Herriger

veröffentlicht am 04.01.2022

Etymologie: engl. empowerment Selbstbefähigung, Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht und Autonomie

Englisch: empowerment

Der Begriff Empowerment bezeichnet biografische Prozesse, in denen Menschen mehr Macht in der Gestaltung ihrer Lebensumstände gewinnen. Empowerment beschreibt Mut machende Prozesse der Selbstbemächtigung, in denen Menschen in Situationen des Mangels, der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung beginnen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, neue Kräfte entwickeln und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen lernen.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Entwicklungsgeschichte und aktuelle Diskurse
    1. 2.1 Empowerment als politischer Prozess der Selbstbemächtigung
    2. 2.2 Empowerment als professionelle Unterstützung von Lebensautonomie
  3. 3 Normative Rahmung: das Menschenbild des Empowerment-Konzeptes
    1. 3.1 Die „Philosophie der Menschenstärken“ (the strengths model)
    2. 3.2 Der Fokus auf Ressourcen
    3. 3.3 Das Eröffnen von „Testfeldern“ für das Entdecken von eigenen Stärken
    4. 3.4 Der sensible Umgang mit der Expertenmacht (sharing power)
    5. 3.5 Die Wahrung von Selbstbestimmungsrechten
    6. 3.6 Das Eintreten für soziale Gerechtigkeit
  4. 4 Empowerment-Professionalität in der psychosozialen Arbeit
  5. 5 Methodische Handwerkszeuge
    1. 5.1 Methodenkoffer – die Ebene der individuellen Ressourcenstärkung
    2. 5.2 Methodenkoffer – die Ebene der kollektiven Selbstorganisation
  6. 6 Evaluation
  7. 7 Kritische Anfragen
  8. 8 Ausblick
  9. 9 Quellenangaben
  10. 10 Literaturhinweise
  11. 11 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

„Neue Stärken entdecken“, „Ressourcen aktivieren“, „eine autonome Lebensregie führen“ – Stichworte wie diese verweisen auf ein Handlungskonzept, das in den letzten Jahren zum Fixstern am Himmel der psychosozialen Arbeit avanciert ist: das Empowerment-Konzept. Ursprünglich eine Importware aus dem Bereich der Bürgerrechtsbewegung, der Sozialen Bewegungen und der gemeindebezogenen psychosozialen Arbeit der USA ist dieses Konzept heute konstitutives Element der professionellen Identität der Sozialen Arbeit. Der Begriff Empowerment bezeichnet biografische Prozesse, in denen Menschen mehr Autonomie und Lebenssouveränität für sich gewinnen. Empowerment beschreibt Mut machende Prozesse der Selbstbemächtigung, in denen Menschen in Situationen der Hilflosigkeit und der Ohnmacht beginnen, sich ihrer Fähigkeiten und Stärken bewusst zu werden, ihre Lebenswirklichkeit aktiv gestalten und ihre Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen lernen. Empowerment – auf eine kurze Formel gebracht – zielt auf die (Wieder-)Herstellung von Selbstbestimmung über die Umstände des eigenen Lebens.

2 Entwicklungsgeschichte und aktuelle Diskurse

In der Entwicklungsgeschichte des Empowerment-Konzeptes lassen sich zwei Traditionslinien unterscheiden (zur Geschichte der Empowerment-Diskurse ausführlich Herriger 2020, S. 22–38).

2.1 Empowerment als politischer Prozess der Selbstbemächtigung

Die Anfänge des Nachdenkens über Empowerment stehen ganz in der Tradition der Bürgerrechtsbewegung des Schwarzen Amerika (civil-rights-movement: Martin Luther King) und der Befreiungsbewegungen in Ländern der „Dritten Welt“ (critical-consciousness: Paulo Freire). Die radikale Politik der Selbstbemächtigung und der Forderung nach Gleichheitsrechten durch diskreditierte Bevölkerungsgruppen in den 1960er Jahren, die Friedensbewegung in ihrem Kampf gegen kriegerisch-imperiale Einmischungen in die Souveränität anderer Staaten, die Armutsbewegung der Landbevölkerung und ihr Widerstand gegen Enteignung und Vertreibung, die Frauenbewegung mit ihrer Dekonstruktion von Machtungleichheiten zwischen den Geschlechtern – die Geschichte des Empowerment-Konzeptes ist unlösbar mit der Geschichte dieser sozialen Bewegungen verbunden. Empowerment wird hier verstanden als ein politischer Prozess der Selbstbemächtigung, in dem Menschen, die auf der Schattenseite sozialer Ungleichheit leben, sich in kollektiver politischer Selbstorganisation in die Spiele der Macht einmischen. Empowerment ist hier also ein kollektives Projekt der (Wieder-)Aneignung von politischer Selbstbestimmung: Menschen verlassen das Gehäuse der Abhängigkeit und der Bevormundung. Sie gewinnen ein kritisches Bewusstsein gegenüber bindenden gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnissen (Dekolonisierung), sie befreien sich in eigener Kraft aus einer Position der Ohnmacht und Abhängigkeit, besetzen die Bühne der politischen Öffentlichkeit und erstreiten in kollektiver Selbstorganisation ein Mehr an sozialen Rechten, Autonomie und Lebensregie. Diese so beschriebene politische Begrifflichkeit findet sich heute vor allem im Kontext von Sozialen Bewegungen, Selbsthilfeorganisationen und zivilgesellschaftlichen Projekten, welche gegen Gender-Ungleichheit, Diskriminierung und strukturellen Rassismus streiten: Black Lives Matter; People of Color (Can 2013); Selbsthilfe von Menschen mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen (Jagusch und Chehata 2020); Selbstorganisation von Menschen nach Flucht und erzwungener Migration (Kleefeldt 2018). Empowerment formatiert auf diese Weise ein machtkritisches politisches Konzept, welches Strukturen von sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und Ausgrenzung auf den Prüfstand stellt und den solidarischen politischen Widerstand gegen gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse organisiert.

„Empowerment bedeutet die Freiheit als Selbst existieren zu können, ohne sich Handlungszwängen zu beugen, die von außen aufgrund sozialer Kategorien (wie ‚Rasse‘, Klasse, Gender, Disability u.a.) an uns herangetragen werden und die uns in unserer Sozialisation prägen. Daher richtet sich Empowerment an Menschen, die durch diese Herrschaftsverhältnisse (Rassismus, Klassismus, Sexismus, Heteronormativität u.a.) unterdrückt werden“ (Nassir-Shahnian 2013, S. 16).

„Dekolonisierung ist als alltäglich gelebter politischer Prozess zu verstehen und als ‚[…] Kampf, uns selbst zu definieren – im Widerstand gegen Beherrschung und darüber hinaus‘ (hooks 1994, S. 13). In erster Linie meint die Dekolonisierung des Selbst den Prozess, sich über die unterdrückerischen Strukturen, in denen wir sozialisiert sind und die unser Leben prägen, bewusst zu werden. Daher ist die kritische Reflexion über sich selbst und die Verortung der eigenen Identität in diesen Strukturen Ausgangspunkt für Befreiung und Selbststärkung“ (a.a.O., S. 19).

2.2 Empowerment als professionelle Unterstützung von Lebensautonomie

Eine zweite (historisch jüngere) Traditionslinie thematisiert die Rezeption von Empowerment in der verberuflichten psychosozialen Arbeit. Beginnend in den 1990er Jahren erobert der Empowerment-Gedanke die theoretischen Diskurse und die berufliche Praxis von psychologischer Beratung und Sozialer Arbeit. Empowerment wird so zum Signum einer professionellen psychosozialen Arbeit, die Prozesse der (Wieder-)Aneignung von Selbstgestaltungskräften anregend, unterstützend und fördernd begleitet. Julian Rappaport, für viele der geistige Vater eines professionellen Handlungsprogramms von Empowerment, schreibt in diesem Sinn:

„Sich dem Empowerment-Programm verpflichtet zu fühlen, bedeutet [für den beruflichen Helfer; Anm. des Autors], sich zum Ziel zu setzen, solche Lebenskontexte zu identifizieren, zugänglich zu machen oder neu zu schaffen, in denen bislang stumme und isolierte Menschen […] Verständnis, Stimme und Einfluss im Hinblick auf jene Lebensumstände gewinnen, die ihr Leben beeinflussen“ (Rappaport 1990 zit.n. Herriger 2020, S. 20).

Das Arbeitsziel einer von diesem Empowerment-Verständnis angeleiteten psychosozialen Praxis ist es somit, dort, wo Menschen erschöpft und in erlernter Hilflosigkeit gebunden sind, ein Arrangement von Unterstützung bereitzustellen, welches es ihnen möglich macht, sich ihrer ungenutzten, lebensgeschichtlich verschütteten Lebensstärken zu erinnern, sie zu festigen und zu erweitern.

„Auf eine kurze Formel gebracht: Handlungsziel einer sozialberuflichen Empowerment-Praxis ist es, Menschen das Rüstzeug für ein eigenverantwortliches Lebensmanagement zur Verfügung zu stellen und ihnen Möglichkeitsräume aufzuschließen, in denen sie sich die Erfahrung der eigenen Stärke aneignen und Muster einer solidarischen Vernetzung erproben können“ (Herriger 2020, S. 20).

„Empowerment steht für ein neues fachliches Selbstverständnis, in dem Menschen in marginaler Position nicht mehr als versorgungs- oder behandlungsbedürftige Mängelwesen betrachtet, sondern als ‚Experten in eigener Sache‘ wahrgenommen und gestärkt werden. Dieser Paradigmenwechsel geht von dem Grundgedanken aus, daß professionelle Helfer nicht ‚für‘ ihre Adressaten zu handeln hätten, sondern daß es ihre Aufgabe sei, durch Parteinahme, Kooperation, Assistenz und Konsultation die Betroffenen so zu unterstützen, daß sie sich ihrer eigenen Kompetenzen bewußt werden und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbstbestimmten und sozialverträglichen Lebensverwirklichung nutzen“ (Theunissen 1998, S. 103).

3 Normative Rahmung: das Menschenbild des Empowerment-Konzeptes

Empowerment ist ein „werthaltiges Konzept“ – das Empowerment-Konzept ist eingespannt in einen Rahmen von handlungsleitenden normativen Überzeugungen und Werthaltungen. Diese Grundüberzeugungen, die das Empowerment-Konzept, sein Menschenbild und sein methodisches Handeln anleiten, lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

3.1 Die „Philosophie der Menschenstärken“ (the strengths model)

Empowerment ist zunächst und vor allem eines: eine Einladung an alle psychosozial Tätigen, den Bezugsrahmen ihres Denkens und Handelns zu wechseln, eine Einladung zum Perspektivenwechsel. Das Empowerment-Programm ist nach eigenem Verständnis ein Gegenrezept gegen den Defizit-Blickwinkel, der das Menschenbild der traditionellen psychosozialen Arbeit bis heute über weite Strecken prägt. Will man den konzeptuellen Kern des Empowerment-Konzeptes formulieren, so ist es vor allem dies: ein verändertes, optimistisch gefärbtes Menschenbild. Mit seiner Betonung von Selbstorganisation und autonomer Lebensführung formuliert dieses Menschenbild eine radikale Absage an Metaphern der Schwäche, des Defizits und des Nicht-Gelingens: Die Menschen, die professionelle soziale Hilfen in Anspruch nehmen, werden hier nicht mehr (allein) im Fadenkreuz ihrer Lebensunfähigkeiten und Hilflosigkeiten wahrgenommen. Im Zentrum stehen vielmehr ihre (verbliebenen oder auch wieder zu entdeckenden) Stärken und Fähigkeiten, auch in Lebensetappen der Hilflosigkeit und der Demoralisierung eine produktive Lebensregie zu führen und gestaltend die Umstände des eigenen Alltags zu modellieren. Das Empowerment-Konzept zeichnet so das Bild von Menschen, die auch belastenden Lebenssituationen und Lebenszeiten kompetente Konstrukteure eines gelingenden Alltags sind und Kompetenz in der Gestaltung der eigenen Biografie wahren. Dieses Vertrauen in die Stärken der Menschen, in produktiver Weise die Belastungen und Zumutungen der alltäglichen Lebenswirklichkeit zu verarbeiten, ist der Kern und Kristallisationspunkt aller Empowerment-Gedanken. In der angloamerikanischen Debatte wird diese Orientierung an den Stärken der Adressatinnen und Adressaten sozialer Arbeit als „the strengths model“ gehandelt (Rapp und Goscha 2012; Saleebey 2013). Diese „Philosophie der Menschenstärken“ wird von den im Folgenden dargestellten Grundüberzeugungen getragen.

3.2 Der Fokus auf Ressourcen

Das Empowerment-Konzept vertraut auf die Talente, die Fähigkeiten und die Stärken der Menschen. Leitfaden ist ihm die Bekräftigung jener Ressourcen, die es ihnen möglich machen, ihr Leben auch in Zeiten biografischer Belastungen erfolgreich zu meistern. Ausgangspunkt allen pädagogischen Handelns ist daher zunächst einmal eine präzise Diagnose der verfügbaren und der zu entwickelnden (personalen und sozialen) Ressourcen der Klientinnen und Klienten (Ressourcendiagnostik). Auf dieser Grundlage zielt der sozialpädagogische Arbeitskontrakt sodann auf eine Erweiterung der Ressourcenhaushalte der Betroffenen – eine ressourcenorientierte Erinnerungs- und Biografiearbeit, eine stärkenzentrierte Beratung, die Vernetzung der vielfältigen Unterstützungsressourcen in privater und institutioneller Lebenswelt durch Verfahren des Unterstützungsmanagements u.a.m. sind hier Methoden der Wahl.

3.3 Das Eröffnen von „Testfeldern“ für das Entdecken von eigenen Stärken

Die wohl wichtigste Ressource einer gelingenden Lebensgestaltung ist die Erfahrung von Selbstwirksamkeit – die Erfahrung also, aufgrund eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten gewünschte Handlungen ausführen und positiv bewertete Lebensziele erreichen zu können. Ein positives Saldo an Selbstwirksamkeit schafft – mit Blick auf Vergangenes – Stolz auf subjektive Lebensleistungen und zugleich – mit Blick auf Zukünftiges – Mut, neue Herausforderungen gelingend bearbeiten zu können (Bewältigungsoptimismus). Ein Leitmotiv der Empowerment-Praxis ist es daher, in den vielen Nischen des Alltags Räume für die Erprobung von Selbstbestimmung zu eröffnen. Gefragt ist hier auf Seiten der professionellen Helfer eine Pädagogik der Ermutigung, verknüpft mit einer spezifischen Sensibilität für Orte, Gelegenheiten, Testfelder, in denen Menschen sich selbst und Anderen ihr Können dokumentieren können. Dort aber, wo Menschen die Erfahrung von produktiver Gestaltungskraft machen, vollziehen sich dynamisch sich beschleunigende Prozesse einer „Stärkung von Eigenmacht“ – sie fühlen sich ihrer Umwelt weniger ausgesetzt und gewinnen Mut für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung.

3.4 Der sensible Umgang mit der Expertenmacht (sharing power)

Ein leitendes Motiv der Empowerment-Arbeit ist die Anerkennung der „Expertenschaft der Klientin/des Klienten in eigener Sache“, d.h. die Adressation oder der Adressat wird – vor dem Hintergrund ihrer oder seiner je individuellen Lebenserfahrungen – als „Experte der eigenen Lebenssituation“ wahrgenommen und anerkannt. Mit dieser Wertschätzung der lebensgeschichtlich geschöpften Expertise einher geht zugleich eine signifikante Veränderung der Machtbalance in der helfenden Beziehung. Eine psychosoziale Praxis, die auf dem Vertrauen in die Stärken ihrer Adressatinnen und Adressaten aufbaut, nimmt Abschied von der Expertenmacht. Denn: Vertrauen in die Selbstgestaltungskräfte der Menschen und ihre Lebenssouveränität bedeutet immer auch einen Verzicht auf vorschnelle Expertenurteile über die Standards des „richtigen Lebens“, bedeutet auch eine sensible Eingrenzung der beratenden und therapeutischen Macht. An die Stelle des sicheren Expertenurteils (d.h. der professionellen Unterstellung, „sicher zu wissen, wessen der andere bedarf“) tritt mehr und mehr das offene und machtgleiche Aushandeln von Lebensperspektiven. In den Mittelpunkt der helfenden Beziehung rückt so der biografische Dialog, in dem die Lebensdeutungen der Klientin/des Klienten und die (durchaus abweichenden und konträren) stellvertretenden Lebensdeutungen der beruflichen Helferin oder des beruflichen Helfers zusammengeführt werden und in einer gemeinsamen Verständigung über lebbare Lebenszukünfte miteinander verknüpft werden. Obwohl Muster struktureller Macht in die institutionelle Arbeitsbeziehung unlösbar eingelassen sind – Ziel einer neuen Professionalität im Zeichen von Empowerment ist so die Konstruktion einer (weitgehend) symmetrischen Arbeitsbeziehung (Kooperation auf Augenhöhe), die auf die Attribute einer bevormundenden Fürsorglichkeit verzichtet und sich auf einen Beziehungsmodus des partnerschaftlichen Aushandelns einlässt.

3.5 Die Wahrung von Selbstbestimmungsrechten

Menschen haben ein Recht auf Eigen-Sinn, Unterschied und Diversität. Sie haben das Recht, diese Eigen-Sinnigkeit (dort, wo sie die Freiheit der anderen nicht gefährdet und verletzt) auch gegen den Mainstream gesellschaftlicher Normalitätsstandards zu behaupten und zu leben. Aus diesem Glauben an das unveräußerliche Recht auf Autonomie erwachsen für die Empowerment-Arbeit zwei ethische Verpflichtungen: zum einen ein stetig wachsames parteiliches Eintreten für Mündigkeitsrechte und gegen Eingriffe in das Recht der Adressatinnen und Adressaten auf Eigenverfügung und Selbstbestimmung (ein streitbares advokatorisches Engagement); und zum anderen die (bereits genannte) sensible selbstreflexive Eingrenzung der eigenen Expertenmacht, sodass der helfende Dialog nicht in ein bevormundendes Diktat von Normalität und in eine fürsorgliche Kontrolle von Lebenssouveränität umschlägt (der Abschied von expertokratischen Mustern der sozialen Hilfe).

3.6 Das Eintreten für soziale Gerechtigkeit

Ein letzter Grundwert thematisiert die politischen Horizonte des Empowerment-Konzeptes: die gesellschaftlichen Strukturen sozialer Ungleichheit und die sozial ungleiche Verteilung von materiellen Lebensgütern (Niveau und Sicherheit des verfügbaren Einkommens und Vermögens) und immateriellen Lebensgütern (Bildung; Gesundheit; soziale Sicherung; Inklusion in Anerkennungsgemeinschaften). Die Philosophie des Empowerment bleibt hier – auch in Zeiten einer konservativen Rückwendung und eines durchgreifenden Reformpessimismus – einem sozialaufklärerischen Programm verpflichtet. Es ist Ziel der Arbeit, Menschen ein kritisches Bewusstsein für die Webmuster der sozial ungleichen Verteilung von Lebensgütern und gesellschaftlichen Chancen zu vermitteln und in ihren Köpfen ein analytisches Wissen um die Veränderbarkeit dieser übermächtig erscheinenden Strukturmuster zu festigen. Und es ist Ziel der Arbeit, Menschen sowohl im mikrosozialen Kosmos ihrer alltäglichen Lebenswirklichkeit als auch im makrosozialen Kosmos der politischen Selbstvertretung zu sozialer Aktion anzustiften.

Das Subjektmodell des Empowerment-Konzeptes – so kann diese Argumentation zusammengefasst werden – ist getragen von dem festen Glauben an die Fähigkeiten des Individuums, in eigener Kraft ein Mehr an Autonomie, Selbstverwirklichung und Lebenssouveränität zu erstreiten – und dies auch dort, wo das Lebensmanagement der Adressatinnen und Adressaten sozialer Hilfe unter einer Schicht von Abhängigkeit, Resignation und ohnmächtiger Gegenwehr verschüttet ist. Mehr als alle methodischen Ableitungen liegt wohl in diesem Wechsel des pädagogischen Blicks von der Defizitdiagnose hin zur Spurensuche nach Stärken die besondere produktive und anregende Kraft, die vom Empowerment-Konzept ausgeht.

4 Empowerment-Professionalität in der psychosozialen Arbeit

Eine psychosoziale Praxis, die in die Stärken ihrer Adressatinnen und Adressaten vertraut, nimmt Abschied von der Expertenmacht. Denn: Vertrauen in die Selbstgestaltungskräfte der Menschen und ihre Lebenssouveränität bedeutet immer auch einen Verzicht auf vorschnelle Expertenurteile über die Standards des „richtigen Lebens“, bedeutet stets eine sensible Eingrenzung der kommunikativen Macht. An die Stelle des sicheren Urteils des Experten und der Kooperationsverpflichtung der Klientin oder des Klienten tritt mehr und mehr ein Beziehungsmodus des offenen Dialogs und des partnerschaftlichen Aushandelns. Empowerment formuliert so ein neues Verständnis der professionellen Identität sozialer Arbeit. Diese Empowerment-Professionalität sozialer Hilfen kann abschließend mit drei Stichworten gekennzeichnet werden:

1. Die Abkehr von Paternalismus und „fürsorglicher Belagerung“

Der Verzicht auf vorschnelle Expertenurteile im Hinblick auf „Problemdeutungen“ und „stellvertretende Problemlösungen“ bedeutet für die Klientin oder den Klienten:

  • eine nicht-beurteilende Grundhaltung und ein geduldiges Sich-Einlassen auf die Situationsdeutungen, Lebensentwürfe und Zukunftsvorstellungen der Klientin/des Klienten;
  • die Abkehr von entmündigender Verantwortungsübernahme; die Ermutigung zu Eigentätigkeit und Selbstverantwortung – und dies auch dort, wo die Klientin/der Klient dies vor dem Hintergrund seiner erlernten Hilflosigkeit als überfordernde Zumutung empfindet.

2. Respekt vor der Autonomie der Klientin/des Klienten und Kommunikation „auf Augenhöhe“

Die professionelle pädagogische Arbeit versteht sich als dialogisch-reflexive Verständigung zwischen Partnern (eine „kollaborative“ Arbeitsbeziehung „auf Augenhöhe“). Das wiederum bedeutet:

  • pädagogische Arbeit auch als „konfrontativen Spiegel“ zu verstehen: Konfrontation der Selbstwahrnehmung der Adressatin/des Adessaten mit kontrastierender expertenseitiger Fremdwahrnehmung;
  • das Eröffnen von „Testfeldern“ für das Entdecken von Stärken und für die Erprobung von Selbstbestimmung und Eigengestaltung durch die Klientinnen und die Klienten selbst;
  • die (Team-)Reflexion von „Entmündigungsfallen“ in der sozialpädagogischen Kommunikation.

3. Die Mentoren-Rolle der professionellen HelferInnen

Für die neue berufliche Rolle von „Empowerment-ArbeiterInnen“ finden sich in der Literatur unterschiedliche Begrifflichkeiten: Coach – Assistent – Unterstützer – Begleiter. Hier wird der Begriff „Mentorin bzw. Mentor“ vorgeschlagen.

Mentorenschaft als „kundige Lebensweg-Begleitung“

  • Vertraute/r, UnterstützerIn und Mut machender „OrientierungshelferIn“
  • Lebenswelt-AnalytikerIn und kritische/r LebensinterpretIn
  • NetzwerkerIn, RessourcendiagnostikerIn, RessourcenmobilisiererIn
  • DialogmanagerIn und KonfliktmediatorIn
  • Institutions- und OrganisationsentwicklerIn.

5 Methodische Handwerkszeuge

5.1 Methodenkoffer – die Ebene der individuellen Ressourcenstärkung

Im Fokus der methodischen Aufmerksamkeit steht hier – auf der Ebene der sozialen Einzelfallhilfe – die Ressourcenförderung. Die pädagogische Begleitung zielt auf eine Erweiterung der Ressourcenhaushalte der AdressatInnen. Zum Einsatz kommen hier verschiedene Methoden einer ressourcenstärkenden Sozialen Arbeit (ausführlich Herriger 2020, S. 93 ff.):

  • Motivierende Gesprächsführung: eine Form der Gesprächsführung, die gerade bei entmutigten Klientinnen und Klienten einen „Motivationsfunken“ zur Veränderung einer bestehenden belastenden Lebenssituation zünden soll (Miller und Rollnick 2015).
  • Ressourcendiagnostik: die präzise Diagnose der verfügbaren und förderbaren (personalen und sozialen) Ressourcen der Ratsuchenden (Herriger 2020).
  • Ressourcenorientierte Beratung und stärkenorientiertes Case Management: die Erweiterung der Ressourcenkompetenz der Betroffenen und die systematische und kooperative Vernetzung der vielfältigen Unterstützungsressourcen unterschiedlicher Träger durch Methoden des Unterstützungsmanagements (Lenz 2011; Ehlers et al. 2017).
  • Biografiearbeit: der biografische Dialog, dessen Ziel es ist, in der Rückschau auf die Lebensgeschichte verschüttete Bewältigungsressourcen der Klientinnen und Klienten zu entdecken, neuen Lebensmut zu schöpfen und belastende Lebenssituationen zu verändern (Herriger 2020; Hölzle und Jansen 2011).

5.2 Methodenkoffer – die Ebene der kollektiven Selbstorganisation

Auf der Ebene von Sozialraum und politischer Öffentlichkeit zielt Empowerment auf die Mobilisierung von kollektiven Ressourcen der Umweltgestaltung. Empowerment meint hier: die Menschen „vor Ort“ in ihrer je konkreten sozialräumlichen Lebenswirklichkeit ermutigen und befähigen, ihre Stimme zu erheben, ihre (raum- und alltagsbezogenen) Bedürfnisse zu artikulieren und die kollektiven Stärken zur Gestaltung lebenswerter Lebensverhältnisse zu bündeln. Das methodische Handwerk zielt hier insbesondere auf den Aufbau und die stärkende Begleitung von Unterstützungsnetzwerken, in denen Menschen mit gleichartigen Betroffenheiten ein zivilgesellschaftliches Engagement ausüben und Aktivposten einer strittigen Öffentlichkeit werden.

  • Netzwerkberatung im privaten sozialen Kreis: Netzwerkkonferenz und das Arrangement von Unterstützungsleistungen im privaten Netzwerk über den vertrauten Kreis der Kernfamilie hinaus (z.B. in besonderen Problemlagen wie akute Erkrankung, Behinderung, Pflege). Ziel der Netzwerkberatung ist eine „systematische Bewirtschaftung“ der sozialen Ressourcen des Beziehungsnetzwerkes (Klein und Furman 2021).
  • Vernetzung und Förderung von Selbsthilfe und bürgerschaftlicher Selbstorganisation: Im Mittelpunkt der methodischen Interventionen auf der gruppenbezogenen Ebene steht die Mobilisierung von Solidarität und Selbstorganisation (Menschen zusammenbringen). In den Blick rücken hier die Solidargemeinschaften von ehrenamtlich engagierten BürgerInnen, die Selbsthilfegruppen und die vielfältig-bunten zivilgesellschaftlichen Projekte – jene Zusammenschlüsse von Menschen also, die sich – vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Betroffenheit bzw. werthaften Überzeugung – in solidarischer Zusammenarbeit neue Ressourcen der Stärke erschließen und einen gestaltenden Einfluss auf Selbst und Umwelt ausüben (Speck et al. 2012; Wolf und Zimmer 2012).
  • Ressourcenmobilisierung im Stadtteil und in sozialräumlichen Kontexten: Auf der Ebene des Sozialraumes schließlich zielt Empowerment auf die Mobilisierung der kollektiven Ressourcen der BewohnerInnen eines Stadtteils (Gemeinwesenarbeit, Quartiersmanagement). Empowerment meint hier: die Menschen „vor Ort“ in ihrer konkreten. ortsgebundenen Lebenswirklichkeit ermutigen und befähigen, ihre Stimme zu erheben, ihre (raum- und alltagsbezogenen) Bedürfnisse zu artikulieren und ihre Lebensverhältnisse gemäß den eigenen Interessen zu gestalten (Herrmann 2019).

6 Evaluation

Empirisch gesicherte Studien zur Wirksamkeit von Empowerment gibt es wenige – hier öffnet sich ein noch weites Feld für zukünftige Forschung. Die wenigen aktuellen Studien verweisen hier stets auf die frühen Arbeiten der Forschergruppe um die Gemeindepsychologen Julian Rappaport und Marc Zimmerman (1995; 2000). In einem Methodenmix aus psychologischen Tests, qualitativen Interviews und teilnehmenden Beobachtungen vermessen die Forscher die subjektiven Niederschläge von individuellen und kollektiven Prozessen der Bemächtigung (hier von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in ehrenamtlichen Vereinigungen engagieren). Sie unterscheiden insgesamt drei konstitutiven Elemente von Empowerment (zur Entwicklung von Indikatoren und zur Messung der Lerngewinne von Empowerment vgl. Ibrahim und Alkire 2007 und Depauw und Driessens 2017 mit weiteren Hinweisen):

  1. Die intrapersonelle Komponente: Die intrapersonelle (emotionale und kognitive) Komponente bezieht sich auf die Selbstwahrnehmung der Menschen. Am Ende ihrer Reisen in die Stärke erwerben sie – so die Forschungsbefunde – ein gefestigtes Vertrauen in die eigene Kontrollkompetenz (Selbstwirksamkeit), sie entwickeln eine bekräftigte Motivation zur Umweltkontrolle und gewinnen einen Vorrat an emotional stärkenden Erfahrungen im Hinblick auf ihre Fähigkeit, die eigenen Lebenszusammenhänge auch in Zukunft aktiv zu gestalten.
  2. Die interaktionale Komponente: Die subjektiven Niederschläge erfolgreicher Empowerment-Prozesse sind des Weiteren ein verändertes kritisches Verständnis der sozialpolitischen Umwelt sowie eine veränderte subjektive Kompetenzausstattung im Umgang mit dem politisch-administrativen System. Benannt werden hier von den Autoren: ein kritisches Bewusstsein der strukturellen Webmuster von sozialer Ungleichheit und Benachteiligung; ein differenziertes Wissen um wirksame Strategien der Ressourcenmobilisierung im politischen Feld; und schließlich ein Set von beziehungsgestaltenden Fähigkeiten und Fertigkeiten, die im Wege einer aktiven Beteiligung an bürgerschaftlichen Initiativen erworben werden: Problemlösungskompetenzen; Entscheidungsstrategien und gruppenbezogene Fähigkeiten der Moderation und Leitung.
  3. Die handlungsbezogene Komponente: Diese letzte Komponente bezieht sich auf das konkrete, alltäglich gelebte Engagement in Nachbarschaft, Institutionen und lokaler Politik. Menschen überschreiten die Grenzen des Privaten, sie organisieren sich um gemeinsame soziale Anliegen und gewinnen in der Übernahme einer strittigen zivilen Verantwortung eine Politikfähigkeit neuer Qualität. In diesem umfassenden Konzept verknüpfen sich die beiden Produkt-Ebenen von Empowerment: psychologisches und politisches Empowerment – die Entwicklung von subjektiver Handlungsmacht und sozialer Gerechtigkeit gehen Hand in Hand. Der individuelle Zugewinn von alltagsbezogener Gestaltungskraft und der kollektiv erstrittene Zugewinn von politischer Macht verschränken sich zu einem untrennbaren Ganzen – sie verdichten sich im Erfahrungshorizont der Menschen zu einem Lebensgefühl von Mut, Stärke und Zuversicht, das sie als Kapital in ihre Lebenszukunft tragen.

7 Kritische Anfragen

Ein schon früh geäußerter kritischer Einwand thematisiert die (vermeintliche) Psychologisierung des Veränderungsbemühens und – hiermit verbunden – die durchgreifende „Machtblindheit“ des Empowerment-Konzeptes. Die Förderprogrammatik von Empowerment – so diese Kritik – zielt vor allem auf eine Stärkung der psychischen Ausstattung der Subjekte. Die Produkte einer ressourcenstärkenden Sozialen Arbeit sind ausschließlich in psychologischen Kategorien zu vermessen – eine Stärkung der subjektiven Kontrollüberzeugungen, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Gestaltungsvermögen, ein ermutigendes Kohärenzerleben. Die strukturellen Webmuster von sozialer Ungleichheit und differenzieller Machtverteilung hingegen, die im Habitus der Subjekte eingebrannt sind, ihr Denken und Handeln, ihre Selbst- und Weltwahrnehmung prägen und sich in der Internalisierung von Unterdrückung spiegeln, bleiben unberührt. Empowerment – so diese kritischen Einsprüche weiter – betreibt auf diese Weise eine folgenreiche Entpolitisierung von Strukturproblemen. Es vermittelt den Subjekten allein die Illusion einer selbstbestimmten Lebensgestaltung, welche sie in ihrem entfremdeten Alltag „befriedet“, die Strukturmuster ungleicher Machtdistribution hingegen unverändert belässt. Stellvertretend für diese Kritik hier die Argumentation von Seckinger (2018):

„Die Betonung von Konzepten wie Mastery, Kontrolle, Wirksamkeit wird bereits seit Langem als ein sehr individualistischer und konkurrenzorientierter Ansatz kritisiert […] Die vielfach anzutreffende Fokussierung auf die individuelle Ebene von Empowerment birgt die Gefahr, dass Empowerment auf eine Stärkung der Kontrollüberzeugung reduziert wird, das bedeutet, dass nur das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben gesteigert wird und nicht die tatsächliche Kontrolle. Somit wird möglicherweise das Politische zum Privaten und es ändert sich am Status quo der Machtverteilung nichts“ (Seckinger 2018, S. 311).

Festzuhalten ist jedoch: Die hier kritisierte Individualisierung und Reduktion von Empowerment auf psychologische Dimensionen ist im Konzept des Empowerment nicht notwendig angelegt. Ganz im Gegenteil: Die Soziale Arbeit setzt gerade dort, wo Menschen in entmutigender Hilflosigkeit gefangen sind, Zeichen der Hoffnung, sie begleitet ihre Adressatinnen und Adressaten auf den ersten, vielfach noch zögerlichen Schritten hin zu neuer Lebenssouveränität und bestärkt Erfahrungen von subjektiver Handlungsmacht. Diese Erfahrungen von Selbstwirksamkeit im Kleinen aber schaffen Motivation und Kraft, Größeres zu bewegen. Die Menschen verlassen das Gehäuse der Demoralisierung, sie werden strittige Akteure in der politischen Auseinandersetzung um machtbestimmte Strukturmuster sozialer Ungleichheit. Gerade die vielen bunten Projekte, die dem Kontext von zivilgesellschaftlichem Engagement, sozialen Bewegungen und machtkritischem Protest entstammen, dokumentieren nachhaltig, dass die durch pädagogische Professionalität angestoßenen und begleiteten Empowerment-Prozesse geeignet sind, den Menschen einen „Zündfunken Mut“ zu vermitteln – ein Zündfunke, der ihnen die Kraft gibt, sich zu vernetzen, eine politische Agenda zu formulieren und eine engagierte Gegenmacht herzustellen. Die Soziale Arbeit öffnet hier die Türen zu Räumen des politischen Empowerment, sie wird zum Katalysator und solidarischen Bündnispartner von Projekten politischer Widerspenstigkeit.

8 Ausblick

Empowerment-geleitete Prozesse der Förderung von Handlungsmächtigkeit hinterlassen psychische und politische Spuren. Empowerment bestärkt zum einen das Selbstbewusstsein und die soziale Identität der Klientinnen und Klienten. Dort, wo die Adressatinnen und Adressaten die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Autonomie und Gestaltungskraft machen können, erweitern sich ihre psychischen Kräfte – sie stärken ihre personalen Ressourcen, sie schöpfen Selbstwert und gewinnen ein neues Vertrauen in die eigenen Bewältigungsfähigkeiten. Empowerment bestärkt die Menschen zum anderen aber auch in ihrer Rolle als politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger – es stärkt die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an oftmals strittigen Prozessen der politischen Willensbildung, es unterstützt ihr solidarisches Eintreten für „common goods“ und vermehrt auf diese Weise ihr produktives Kapital an zivilgesellschaftlicher Kompetenz.

9 Quellenangaben

Can, Halil, 2013. Empowerment aus der People of Color-Perspektive: Reflexionen und Empfehlungen zur Durchführung von Empowerment-Workshops gegen Rassismus [online]. Berlin: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen [Zugriff am: 19.10.2021]. PDF e-Book. ISBN 978-3-9814707-6-5. Verfügbar unter: https://www.eccar.info/sites/​default/​files/​document/​empowerment_webbroschuere_barrierefrei.pdf

Depauw, Jan und Kristel Driessens, 2017. Taking the measure: A participatory approach to measuring and monitoring psychological empowerment in social work practice. In: European Journal of Social Work. 20(4), S. 522–535. ISSN 1369-1457

Ehlers, Corinna, Matthias Müller und Frank Schuster, 2017. Stärkenorientiertes Case Management: Komplexe Fälle in fünf Schritten bearbeiten. Opladen: Verlag Barbara Budrich. ISBN 978-3-8474-0614-3 [Rezension bei socialnet]

Herriger, Norbert, 2020. Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung. 6. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-034146-3 [Rezension bei socialnet]

Herrmann, Heike, 2019. Soziale Arbeit im Sozialraum. Stadtsoziologische Zugänge. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-031719-2 [Rezension bei socialnet]

Hölzle, Christina und Irma Jansen, Hrsg., 2011. Ressourcenorientierte Biografiearbeit: Grundlagen – Zielgruppen – Kreative Methoden. 2. Auflage. Wiesbaden: VS-Verlag. ISBN 978-3-531-17774-8

Ibrahim, Solava und Sabina Alkire, 2007. Agency & Empowerment. A proposal for internationally comparable indicators. In: Oxford Poverty and Human Development Initiative (OPHI). 35(4), S. 379–403. ISSN 2040-8188

Jagusch, Birgit und Yasmine Chehata, Hrsg. 2020. Empowerment und Powersharing: Ankerpunkte – Positionierungen – Arenen. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6217-5 [Rezension bei socialnet]

Kleefeldt, Esther, 2018. Resilienz, Empowerment und Selbstorganisation geflüchteter Menschen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-45225-7 [Rezension bei socialnet]

Klein, Christoph und Ben Furman, Hrsg., 2021. Die Kraft des Miteinander: Innovative Methoden der Netzwerk- und Gemeinschaftsarbeit in Familien, Therapie, Schule und Beratung. Heidelberg: Carl-Auer. ISBN 978-3-8497-0368-4 [Rezension bei socialnet]

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11 Informationen im Internet

Verfasst von
Prof. Dr. Norbert Herriger
Hochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Professor für Soziologie sozialer Probleme, Soziologie der Lebensalter, Theorie der Sozialen Arbeit
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Zitiervorschlag
Herriger, Norbert, 2022. Empowerment [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 04.01.2022 [Zugriff am: 02.10.2022]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Empowerment

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