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Erziehungsstil

Englisch: educational style, parenting style (in der Familie)

Der Begriff Erziehungsstil bezeichnet eine interindividuell verschiedene, aber in Bezug auf eine Person oder Gruppe relativ stabile Kombination aus Erziehungspraktiken, Erziehungszielen und Erziehungseinstellungen. Joachim Kruse spricht auch vom „emotionale[n] Klima […] in dem sich Erziehungsverhalten ausdrückt“ (Kruse 2001, S. 64 f.).

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Klassifikation von Erziehungsstilen
    1. 2.1 Klassifizierung nach Lewin
    2. 2.2 Klassifizierung nach Tausch und Tausch
    3. 2.3 Klassifizierung nach Baumrind sowie Maccoby und Martin
    4. 2.4 Klassifikation nach Liebenwein
  3. 3 Auswirkungen elterlicher Erziehungsstile
  4. 4 Erziehungsstile aus kulturvergleichender Sicht
  5. 5 Kritik
  6. 6 Quellenangaben
  7. 7 Literaturhinweise

1 Zusammenfassung

Unter den verschiedenen Modellen zur Klassifikation von Erziehungsstilen hat sich eine durch Maccoby und Martin erweiterte Unterscheidung nach Baumrind durchgesetzt. Diese klassifiziert vier Erziehungsstile:

  • autoritär
  • autoritativ
  • vernachlässigend
  • verwöhnend

Zahlreiche Studien zu den Auswirkungen verschiedener Erziehungsziele kommen zu dem Schluss, dass der autoritative Stil optimale Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche ermöglicht. Dieser stellt eine Kombination aus einem hohen Maß an Kontrolle und emotionaler Wärme dar. Kulturvergleichende Studien zeigen jedoch, dass diese Erkenntnis insbesondere auf westeuropäische und euroamerikanische Kinder aus der Mittelschicht zutrifft und nicht ohne Weiteres auf andere kulturelle Kontexte übertragen werden kann.

2 Klassifikation von Erziehungsstilen

Es sind zahlreiche Erziehungsstil-Klassifikationen zu finden. Hinzu kommen Klassifikationen von Unterrichts- und Führungsstilen, die mit dem Konzept der Erziehungsstile häufig überlappen. Im Folgenden werden einige der bekanntesten und (insbesondere im deutschsprachigen Raum) einflussreichsten Erziehungsstil-Modelle vorgestellt. Besonders häufige Verwendung findet heute die Klassifizierung nach Baumrind, Maccoby und Martin.

2.1 Klassifizierung nach Lewin

Großen Einfluss auf die Erziehungsstilforschung nahm die Klassifikation verschiedener Führungsstile durch den deutsch-amerikanischen Psychologen Kurt Lewin (Lewin 1953; Lewin et al. 1939). Er unterscheidet drei Stile:

  • Autokratisch (Autoritär)
  • Demokratisch
  • Laissez-faire

Der autokratische (autoritärer) Stil ist durch eine starke Einflussnahme und umfangreiche Vorgaben durch die Leitungsperson gekennzeichnet. Der demokratische Stil zeichnet sich aus durch gemeinsam ausgehandelte Entscheidungen und einer Führungsperson, die sich in das Gruppengeschehen einbringt, ohne es zu dominieren. Im Falle eines Laissez-faire-Erziehungsstils ist die Führungsperson nicht in das Gruppengeschehen involviert. Sie bietet lediglich auf Nachfrage Informationen an, überlässt jedoch darüber hinaus das gesamte Geschehen und sämtliche Entscheidungen der Gruppe selbst.

Mittels Experimenten untersuchte Lewin auch die Auswirkungen der von ihm vorgestellten Klassifikation. Dabei wurden Gruppen von 10-jährigen Jungen wechselnden Führungsstilen ausgesetzt. Lewin konnte zeigen, dass die verschiedenen Führungsstile unterschiedliche Auswirkungen auf das Sozial- und Leistungsverhalten der Kinder haben. So wurde z.B. in den autokratisch geführten Gruppen deutlich mehr Aggression beobachtet als in den demokratisch geführten Gruppen (Näheres zu den Auswirkungen verschiedener Erziehungsstile siehe Abschnitt 3). Lewins Forschung bleibt bis heute sehr einflussreich und seine Klassifikation spiegelt sich in zahlreichen späteren Erziehungs- und Führungsstilkonzepten wider.

2.2 Klassifizierung nach Tausch und Tausch

Eine weitere Klassifikation stammt von den deutschen Psychologen Anne-Marie und Reinhard Tausch. Sie beziehen sich in ihrer Forschung auf das Verhalten von Lehrkräften im Schulunterricht; die von ihnen definierten Unterrichtsstile lassen sich jedoch in ihren Grundideen auch auf elterliche oder andere Erziehungskontexte übertragen. Ebenso wie Lewin unterscheiden sie drei Erziehungsstile:

  • Autokratisch
  • Sozial-integrativ
  • Laissez-faire

Im Unterschied zu Lewins typologischem Modell handelt es sich hier um ein dimensioniertes Modell. Bei Lewin hängen die Stildefinitionen lediglich vom Ausmaß der Einflussnahme durch die Führungsperson ab, während sie hier auf die beiden Dimensionen Lenkung und emotionale Wärme einklassifiziert werden (Tausch und Tausch 1973; Spanhel et al. 1975). Der autokratische Stil ist durch ein hohes Maß an Lenkung und emotionale Kälte gekennzeichnet. Der sozial-integrative Stil besteht in der Kombination aus einem mittleren Maß an Lenkung und einem hohen Maß an emotionaler Wärme, während der laissez-faire-Stil sich durch wenig Lenkung und ein mittleres Maß an emotionaler Wärme auszeichnet (vgl. Abb. 1).

Dimensionierte Klassifikation nach Tausch und Tausch
Abbildung 1: Dimensionierte Klassifikation nach Tausch und Tausch
(Quelle: Tausch und Tausch 1973; Spanhel, Tausch und Tönnies 1975)

In späteren Werken arbeiten Tausch und Tausch mit einem Modell aus insgesamt vier Dimensionen (vgl. Abb. 2). Erziehungsverhalten oder Erziehungseinstellungen können damit in vier Bereichen bestimmt und bewertet werden. Die in der Abbildung rechts genannten Ausprägungen stellen jeweils die förderlichen Varianten, die links genannten die beeinträchtigenden Varianten der Dimensionen dar.

Vier Dimensionen der Erziehung nach Tausch und Tausch
Abbildung 2: Vier Dimensionen der Erziehung nach Tausch und Tausch
(Quelle: Tausch und Tausch 1998, S. 100)

Die erste Dimension umfasst die emotionale Dimension, die bereits in ihrem früheren Modell enthalten war. Ihre problematische Ausprägung beschreibt Missachtung, Kälte und Härte in der Erziehung, ihre positive Ausprägung Achtung, Wärme und Rücksichtnahme. Neu hinzu kommt in diesem Modell die Verstehens-Dimension. Sie klassifiziert Erziehung auf einer Bandbreite zwischen keinem einfühlenden Verstehen und vollständigem einfühlenden Verstehen. Die dritte Dimension betrifft die Aufrichtigkeit der Erziehenden. In ihrer problematischen Ausprägung beschreibt sie Erziehung die von Fassadenhaftigkeit, Nicht-Übereinstimmung und Unechtheit geprägt ist. Ihre förderliche Variante dagegen umfasst Echtheit, Übereinstimmung und Aufrichtigkeit. Die vierte Dimension stammt ebenso wie die emotionale Dimension aus dem früheren Modell von Tausch und Tausch. Diese Lenkungsdimension klassifiziert auch hier Erziehung zwischen einem durch minimale Lenkung, Dirigierung und Kontrolle geprägten problematischen Pol und einem förderlichen Pol, der sich durch maximale Lenkung, Dirigierung und Kontrolle auszeichnet (Tausch und Tausch 1998, S. 100).

2.3 Klassifizierung nach Baumrind sowie Maccoby und Martin

Die US-amerikanische Entwicklungspsychologin Diana Baumrind (1966; 1967; 1971) differenziert ursprünglich ebenfalls drei Erziehungsstile:

  1. Autoritativ
  2. Autoritär
  3. Permissiv

Diese basieren auf Beobachtungen von Kindern in frühkindlichen Bildungseinrichtungen sowie im Kontext ihrer Familie und auf Interviews mit den Eltern.

Der autoritative Erziehungsstil ist gekennzeichnet durch eine Kombination aus starker Kontrolle und hohen Ansprüchen einerseits, sowie Wärme, Rationalität und positive Bestärkung andererseits. Im Vergleich zu Lewins demokratischem Stil zeigen Eltern mit einem autoritativen Erziehungsstil nach Baumrind ein höheres Maß an Kontrolle. Eltern mit einem autoritativen Erziehungsstil versuchen, das Kind zu lenken, erklären aber auch die Hintergründe ihrer Forderungen, ermutigen zur Diskussion und Erlauben das Äußern von Einwänden. Sie setzen ihre Perspektive als Erwachsene durch, aber anerkennen das Kind in seinen individuellen Interessen und Bedürfnissen.

Eltern mit einem autoritären Erziehungsstil sind kontrollierend und distanziert und zeigen weniger Wärme gegenüber ihren Kindern als andere Eltern. Sie versuchen, das Kind entsprechend ihren Vorstellungen zu formen, sie wertschätzen Gehorsam und nutzen Strafen, um zu bewirken, dass sich das Kind im Falle von Meinungskonflikten ihrem Willen unterordnet. Die Autonomie des Kindes wird deutlich eingeschränkt.

Ein permissiver Erziehungsstil bezeichnet dagegen Eltern, die wenig Kontrolle ausüben, wenige Ansprüche stellen und ein mittleres Maß an Wärme zeigen. Permissive Eltern zeigen eine akzeptierende, nicht-strafende Haltung gegenüber dem Kind, seinem Verhalten, seinen Wünschen und Impulsen. Sie vermeiden es, Kontrolle auszuüben oder Gehorsam einzufordern und gewähren dem Kind möglichst viel Freiheit seine Aktivitäten nach eigenem Willen zu gestalten.

Die US-amerikanischen Psychologen Eleanor E. Maccoby und John A. Martin differenzieren Baumrinds „permissiven“ Erziehungsstil weiter in eine verwöhnende und eine vernachlässigende Ausprägung und definieren damit eine zweidimensionale Klassifizierung, die bis heute in der Familienpsychologie umfassend Verwendung findet (Maccoby und Martin 1983, S. 39).

Klassifikation nach Diana Baumrind, Maccoby und Martin
Abbildung 3:Klassifikation nach Diana Baumrind, Maccoby und Martin
(Quelle: Maccoby und Martin 1983, S. 39)

Den autoritativen Stil kennzeichnet weiterhin ein hohes Maß an Wärme sowie ein hohes Maß an Kontrolle. Ebenso bleibt der autoritäre Erziehungsstil definiert durch ein geringes Maß an Wärme und ein hohes Maß an Kontrolle. Der neu hinzu gekommene permissiv-verwöhnende Stil ergibt sich dagegen aus einer Kombination aus viel Wärme und wenig Kontrolle während der persmissiv-vernachlässigende Erziehungsstil durch wenig Wärme und wenig Kontrolle gekennzeichnet ist.

Später veröffentlichte Baumrind (1991) eine erweiterte Klassifizierung, in der sie sechs Erziehungsstile unterscheidet:

  • Autoritativ
  • Demokratisch
  • Hinreichend
  • Direktiv
  • Nicht-direktiv
  • Desinteressiert

Durchgesetzt hat sich aber dennoch ihre drei- bzw. nach Maccoby und Martin viergliedrige Klassifikation, weshalb diese erweiterte Klassifikation hier nicht näher erläutert wird.

2.4 Klassifikation nach Liebenwein

Die deutsche Pädagogin Sylva Liebenwein weist darauf hin, dass eine Abstufung auf der Kontrolldimension sinnvoll wäre und ergänzt das Modell von Baumrind, Maccoby und Martin daher um einen in Anlehnung an Lewin als „demokratisch“ bezeichneten Erziehungsstil. Er stellt eine Kombination aus einem hohen Maß an Wärme und einem mittleren Maß an Kontrolle dar (Liebenwein 2008; Liebenwein und Weiß 2012; vgl. Abb. 4).

Klassifikation nach Liebenwein
Abbildung 4: Klassifikation nach Liebenwein
(Quelle: Liebenwein 2008, S. 33 f.)

3 Auswirkungen elterlicher Erziehungsstile

Baumrind (1967; 1966; 1971; Baumrind und Black 1967) untersucht in mehreren Studien die Auswirkungen elterlicher Erziehungsstile auf die Entwicklung von Kindern im Vorschulalter. Ihren Untersuchungen zufolge zeigen Kinder von Eltern mit einem autoritativen Erziehungsstil (viel Wärme, viel Kontrolle) ein besonders hohes Maß an Selbstvertrauen und Selbstkontrolle, Explorativität und Zufriedenheit. Kinder von Eltern mit einem autoritären Erziehungsstil (wenig Wärme, viel Kontrolle) sind vergleichsweise weniger zufrieden, zurückgezogen und misstrauisch. Ein permissiver Erziehungsstil (viel Wärme, wenig Kontrolle) der Eltern bewirkt bei Kindern das geringste Maß an Selbstvertrauen, Explorativität und Selbstkontrolle. Baumrind kommt folglich zu dem Schluss, dass der autoritative Erziehungsstil die optimale Voraussetzung für die kindliche Entwicklung bietet. Eine Reanalyse von Baumrinds Daten durch Catherine C. Lewis (1981) stellt den positiven Effekt des hohen Maßes an Kontrolle im autoritativen Stil jedoch in Frage. 

Laurence Steinberg, Susie D. Lamborn und Kolleg*innen (Steinberg et al. 1994; Lamborn et al. 1991) erforschen die Auswirkungen elterlicher Erziehungsstile mit dem Fokus auf Jugendliche. In den Bereichen Schulorientierung, Delinquenz, somatische Symptome und akademische Kompetenz zeigen sich auch hier offenkundige Vorteile des autoritativen Stils sowie eindeutige Nachteile des vernachlässigenden Stils. Gemischte Ergebnisse in den untersuchten Bereichen ergeben sich für Jugendliche aus autoritären oder verwöhnenden Elternhäusern.

Allerdings stellen die Autor*innen fest, dass diese Ergebnisse insbesondere für euro-amerikanische Jugendliche gelten, während sich die elterlichen Erziehungsstile für Angehörige anderer (sub-)kultureller Gruppen zum Teil anders auswirken. Insbesondere die von ihnen identifizierten Konsequenzen des autoritären Stils erwiesen sich unter Angehörigen von afro-, asiatisch- und hispanisch-amerikanischen Minderheiten als weniger problematisch, speziell bei vorliegender sozialer Benachteiligung (Steinberg et al. 1994, S. 768).

4 Erziehungsstile aus kulturvergleichender Sicht

Die eingeschränkte kulturelle Übertragbarkeit von Erziehungszielkonzepten und ihren Auswirkungen wird auch in zahlreichen weiteren Texten thematisiert. Dennoch gehen die meisten Lehrbücher ohne weitere Erklärung von einem Optimalitätsanspruch des autoritativen Erziehungsstils aus. Ruth K. Chao weist beispielsweise daraufhin, dass der Erziehungsstil chinesisch-amerikanischer Familien gemäß Baumrind als autoritär eingestuft werden müsste. Die Aussage, dass dieser Stil u.a. schlechte Schulleistungen zur Folge habe, trifft auf chinesisch-amerikanische Familien, deren Kinder in der Regel sehr gute Schulleistungen aufweisen, offensichtlich nicht zu. Chao argumentiert daher, dass Baumrinds Klassifizierung kein passendes Modell für die Beschreibung der Erziehung in chinesisch-amerikanischen Familien darstellt und schlägt für diesen Stil vielmehr das Konzept des „Trainings“ vor (Chao 2001; Chao 1994).

Susie D. Lamborn et al. (1996) kommen zu dem Ergebnis, dass bei afro-amerikanischen Jugendlichen speziell das einseitige Treffen von Entscheidungen durch die Eltern mit positiven Entwicklungsergebnissen wie höherer Schulleistung und weniger abweichendem Verhalten einhergeht. Hamid Masud et al. (2016) zufolge ist die von US-amerikanischen Autor*innen festgestellte Verknüpfung zwischen Erziehungsstil und Schulleistung im pakistanischen Kontext nicht gegeben. Auch Baumrind selbst räumt in neueren Publikationen ein, dass insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen strenger Erziehung genauer differenziert werden müsse (Baumrind 2013b; Baumrind 2013a).

Vorschläge für alternative, kulturspezifische Erziehungsstilmodelle liegen insbesondere für den ostasiatischen Kulturraum vor (Chao 1994; Choi et al. 2013; Otto 2018). Für zahlreiche weitere kulturelle Kontexte steht eine solche Klassifizierung noch aus.

5 Kritik

Es besteht nach wie vor Uneinigkeit darüber, was der Begriff Erziehungsstil konkret bezeichnet: Bezieht er sich lediglich auf die Handlungsebene oder auf die oben genannte Kombination aus Erziehungspraktiken, Erziehungszielen und Erziehungseinstellungen? Lässt er sich ausschließlich auf Einzelpersonen anwenden oder können auch ganze Gruppen damit klassifiziert werden? Welcher Zweck wird mit dem Erziehungsstilkonzept verfolgt? In welchem der folgenden Punkte besteht er?

  • Beschreibung erzieherischen Verhaltens
  • Vorhersage von Auswirkungen auf die zu Erziehenden
  • Handlungsorientierung für Eltern und Pädagog*innen

Besonders problematisch ist, dass die Kulturspezifik von Erziehungsstilmodellen häufig unbeachtet bleibt. Stattdessen werden die Modelle auf andere zeitliche, regionale oder kulturelle Kontexte übertragen, ohne vorab zu untersuchen, ob eine Passung mit diesen Kontexten überhaupt gegeben ist. Zudem wird in allgemeinen Abhandlungen zum Erziehungsstil trotz der Ergebnisse zahlreicher kulturvergleichender Studien eine undifferenzierte Optimalität des autoritativen Erziehungsstils postuliert (z.B. Papastefanou 2011, S. 347).

Sylva Liebenwein und Sabine Weiß (2012, S. 163) weisen zudem darauf hin, dass geläufige Erziehungsstilmodelle zu undifferenziert sind. Studien zufolge favorisieren 60 % der Einwohner*innen Deutschlands einen autoritativen oder demokratischen Erziehungsstil. Gleichzeitig zeigen sich „innerhalb dieser Gruppen erhebliche Differenzen hinsichtlich der Werthaltungen, Lebensstile und der sozioökonomischen Lage“ (Liebenwein und Weiß 2012, S. 163). Diese werden in den genannten Erziehungsstilmodellen nicht abgebildet.

6 Quellenangaben

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Chao, Ruth K., 2001. Extending research on the consequences of parenting style for Chinese Americans and European Americans. In: Child Development. 72(6), S. 1832–1843. ISSN 1467-8624

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Kruse, Joachim, 2001. Erziehungsstil und kindliche Entwicklung. Wechselwirkungsprozesse. In: Sabine Walper und Reinhard Pekrun, Hrsg. Familie und Entwicklung. Aktuelle Perspektiven der Familienpsychologie. Göttingen: Hogrefe, S. 63–83. ISBN 978-3-8017-1420-8

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Steinberg, Laurence, Susie D. Lamborn, Nancy Darling, Nina S. Mounts und Sanford M. Dornbusch, 1994. Over-Time Changes in Adjustment and Competence among Adolescents from Authoritative, Authoritarian, Indulgent, and Neglectful Families. In: Child Development. 65(3), S. 754. ISSN 1467-8624

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Tausch, Reinhard und Anne-Marie Tausch, 1998. Erziehungspsychologie. Begegnung von Person zu Person. Göttingen: Hogrefe. ISBN 978-3-8017-1000-2

7 Literaturhinweise

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Liebenwein, Sylva und Sabine Weiß, 2012. Erziehungsstile. In: Uwe Sandfuchs, Wolfgang Melzer, Bernd Dühlmeier und Adly Rausch, Hrsg. Handbuch Erziehung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt, S. 160–168. ISBN 978-3-8252-8488-6 [Rezension bei socialnet]

Kruse, Joachim, 2001. Erziehungsstil und kindliche Entwicklung. Wechselwirkungsprozesse. In: Sabine Walper und Reinhard Pekrun, Hrsg. Familie und Entwicklung. Aktuelle Perspektiven der Familienpsychologie. Göttingen: Hogrefe, S. 63–83. ISBN 978-3-8017-1420-8

Liebenwein, Sylva, 2008. Erziehung und soziale Milieus. Elterliche Erziehungsstile in milieuspezifischer Differenzierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN 978-3-531-15688-0

Autorin
Dr. Miriam Morgan
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Zitiervorschlag
Morgan, Miriam, 2019. Erziehungsstil [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 01.05.2019 [Zugriff am: 16.09.2019]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Erziehungsstil

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veröffentlicht am 01.05.2019

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