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Ethik

Prof. Dr. Ruth Großmaß

veröffentlicht am 24.03.2024

Etymologie: gr. ethos Charakter, Wesensart, Sitte, Herkommen

Ethik stellt die normativen Aspekte der Lebensgestaltung und des Handelns ins Zentrum des philosophischen wie alltäglichen Nachdenkens. Es geht nicht (nur) darum, etwas sachlich richtig oder technisch kompetent zu erledigen, sondern darum, wie eine gute Lösung von Problemen oder die gute Gestaltung des Lebens aussehen kann. Dabei fokussiert Ethik die Perspektive handlungsfähiger Personen.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Einordnung in die Philosophie
  3. 3 Relevante Konzeptionen philosophischer Ethik
    1. 3.1 Aristoteles – „Erfinder“ der Tugendethik
    2. 3.2 Seneca – Ethik als Bildungsprozess
    3. 3.3 Liberalismus des 18. Jahrhunderts – Freiheit als Bedingung ethischer Reflexion
    4. 3.4 Adam Smith – Ethische Gefühle als moralisches Sensorium
    5. 3.5 Immanuel Kant – Moralische Pflicht und praktische Vernunft
    6. 3.6 Utilitarismus: Jeremy Bentham
    7. 3.7 Emmanuel Lévinas – Vulnerabilität als moralische Aufforderung
    8. 3.8 Michel Foucault – Subjektwerdung zwischen Unterwerfung und Gestaltung
    9. 3.9 Jürgen Habermas – Ethik als diskursive Praxis
    10. 3.10 Ernst Tugendhat – Ethik und Moral in pluralistischen Gesellschaften
    11. 3.11 Feministische Positionen
    12. 3.12 Philosophie der Lebenskunst
  4. 4 Ethik als Thema in Leben, Politik und Beruf
  5. 5 Quellenangaben

1 Zusammenfassung

Der Begriff „Ethik“ in seiner heute verwendeten Bedeutung öffnet ein breites Spektrum an aktuellen Fragen rund um das „Gute“ – Fragen, die nicht nur für einzelne Personen, sondern auch im gesellschaftlichen Leben von Bedeutung sind. Entstanden ist der Begriff in der Tradition der europäischen Philosophie, aus der auch zahlreiche theoretisch begründete Konzeptionen von Ethik stammen. Auf einige dieser Konzeptionen wird auch in aktuellen Debatten zurückgegriffen – wenn es z.B. um Tugenden, ethische Gefühle, moralische Pflichten, den Gemeinwohlnutzen oder um Fürsorge und Verantwortung geht. Auch Fragen der Gerechtigkeit und der Selbstsorge werden mit Rückgriff auf philosophische Theorien diskutiert. Um sich in solchen Diskussionen zurechtzufinden und eigene Positionen entwickeln zu können, ist eine Einordnung von häufig vorkommenden Autoren und Positionen hilfreich. Denn Ethik-Konzeptionen wie die von Aristoteles, Seneca, Adam Smith, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, Emmanuel Lévinas, Michel Foucault, Jürgen Habermas, Ernst Tugendhat, Martha Nussbaum und Wilhelm Schmid unterscheiden sich nicht nur inhaltlich voneinander. Ihre Schwerpunkte und Argumente lassen sich auch je nach Fragestellung unterschiedlich nutzen. Welche Rolle Ethik im persönlichen und politischen Leben spielt, ist nicht in allen Gesellschaften gleich. So lässt sich die heute häufige Forderung nach „Ethik“ etwa als Effekt von gesellschaftlichen Entwicklungen (der zweiten bzw. reflexiven Moderne) verstehen.

2 Einordnung in die Philosophie

Sowohl der Begriff (abgeleitet vom altgriechischen éthos) als auch erste Entwürfe von Ethik stammen aus der Antike der europäischen Philosophie. Das bedeutet nicht, dass es in anderen Kulturen keine Überlegungen zum guten Leben gegeben hätte. Insbesondere in den Schriftkulturen Chinas und Arabiens finden sich breite moralphilosophische Debatten. In der chinesischen Philosophie sind diese beispielsweise um das Bemühen zentriert, „die Beziehungen zu den Menschen und zwischen ihnen gut zu gestalten“ (Ess 2021, S. 8). In der arabischen Philosophie hingegen sind sie häufig eng mit der ärztlichen Kunst verbunden (Adamson 2015, S. 101 ff.).

Die Vorstellung, unterschiedliche „Kulturen“ seien völlig voneinander abgegrenzt, ist im Übrigen unzutreffend; es gibt zahlreiche wechselseitige Einflüsse, insbesondere in Zeiten ausgeprägten intellektuellen Austausches. So verdanken wir z.B. die Tradierung der Schriften des Aristoteles – und damit auch dessen ethischen Denkens – in das europäische Philosophieren einem arabischen Philosophen (Averroes 1126–1198).

Fragt man danach, wann und warum in den jeweiligen Gesellschaften moralische und ethische Fragen Bedeutung gewinnen, dann lassen sich jeweils soziokulturelle Merkmale auffinden, die in unterschiedlichen Kulturen und zu unterschiedlichen Zeiten Klärungsbedürfnisse auslösen. Zugespitzt lässt sich festhalten: Immer wenn unhinterfragt geteilte Normen (politischer, religiöser oder kultureller Art) ihre Bindungskraft verlieren, findet sich ein verstärktes Bedürfnis nach subjektiven/​individuellen Orientierungen für das richtige Handeln und ein gutes Leben: Konjunktur für Ethik entsteht an Bruchstellen gesellschaftlicher Transformation.

Für heutige Debatten über Ethik hat die westliche Tradition nach wie vor eine hohe Bedeutung als Ausgangspunkt und theoretische Grundlage.

Ethik gehört zur Praktischen Philosophie, die sich auch mit Fragen der Politik und den Grundlagen einer gerechten Gesellschaft beschäftigt. In der über 2000jährigen Geschichte sind ausgearbeitete Diskurse und Theorien entstanden, die ein breites Spektrum an Überlegungen und Argumenten bereithalten. Es gibt allerdings nicht die eine philosophische Richtung, auf die man bauen kann und in deren Theorien sich verbindliche Antworten auf anstehende normative Fragen finden lassen – es gibt unterschiedliche Ausgangspunkte und Begründungen, wir treffen auf Kontroversen und Widersprüche. Dennoch kommt man auch im eigenen Denken weiter, wenn man sich auf Konzepte der Praktischen Philosophie einlässt und dem einen oder der anderen Ethiker:in mitdenkend folgt.

Philosophische Konzeptionen haben den Vorteil, mit klaren Definitionen zu arbeiten und auf explizite Argumentation zu setzen. Das liefert Orientierung hinsichtlich der häufig zu hörenden Forderung nach Ethik und hilft auch, sich mit eher willkürlichen normativen Festlegungen auseinanderzusetzen, die im medialen und soziopolitischen Diskurs oft mit dem Wort „Ethik“ verbunden werden.

Doch wie kann man sich in der langen Tradition philosophischen Denkens zurechtfinden? Welche Auswahl an Theorien muss oder sollte man zur Kenntnis nehmen? Im Folgenden werden einige ethische Positionen der philosophischen Tradition skizziert – durchgängig solche, auf die in aktuellen Debatten auch außerhalb der Philosophie Bezug genommen wird.

3 Relevante Konzeptionen philosophischer Ethik

Die westliche Tradition der Philosophie ist bis ins 20. Jahrhundert eine männlich dominierte Disziplin. Ethik und Moralphilosophie spiegeln daher häufig Vorstellungen männlicher Dominanz, indem eine hierarchische Geschlechterordnung unterstellt wird bzw. ausschließlich (weiße) Männer als moralische Subjekte vorkommen (Kuster 2019). Die Theorien bedürfen daher der kritischen Lektüre, um sie für heutige Fragen produktiv zu machen.

3.1 Aristoteles – „Erfinder“ der Tugendethik

Fast jede Bezugnahme auf philosophische Ethik beginnt mit dem Hinweis auf die „Nikomachische Ethik“ (Aristoteles 2006) des Aristoteles (384-322 v.Chr.). Dieser, in der Mitte des 4. Jh. v.Chr. entstandene Text richtet sich an die Bürger Athens (gemeint sind freie Männer, die berechtigt sind, sich am öffentlichen und politischen Leben des Stadtstaates zu beteiligen). Aristoteles diskutiert zunächst, was „Glück“ und was „ein gutes Leben“ sei. Beides entstehe, so Aristoteles, in der Einübung und Betätigung von Tugenden.

Untersucht werden Tugenden wie Tapferkeit, Großzügigkeit, Stolz (als Umgang mit der Ehre), Sanftmut und Freundlichkeit sowie an zentraler Stelle Gerechtigkeit. Was Tugend sei, erweise sich in den vom Alltagsverhalten ausgehenden Analysen als Mittleres zwischen Extremen. Im 8. Buch der Nikomachischen Ethik findet sich zudem eine sehr modern anmutende Analyse der Freundschaft, ein Thema, das in heutigen Diskussionen über Formen des Zusammenlebens einen wichtigen Stellenwert hat (Schobin 2013). Aristoteles gilt als Begründer der Tugendethik, einer philosophischen Richtung, in der Charakterbildung (d.h. Dispositionen, die sich in der Praxis betätigen) zum guten Handeln führt.

3.2 Seneca – Ethik als Bildungsprozess

Lucius Annaeus Seneca (zw. 4 v.Chr./1 n.Chr. – 65 n.Chr.) war im Verlauf seiner Karriere im römischen Kaiserreich zunächst als (politischer) Redner und Politikberater erfolgreich. Daneben, vor allem aber in Zeiten der Verbannung und des Rückzugs widmete sich Seneca vielen moraltheoretischen Themen. Bis heute vielfach zitiert werden seine Abhandlungen über den „Zorn“ (Seneca 2006, S. 52–158), über die „Ruhe der Seele“ (a.a.O., S. 243–279) sowie über das „glückliche Leben“ (a.a.O., S. 198–232).

Da Seneca in der Freiheit von Staats- und Berufspflichten die Voraussetzung für das Erreichen „sittlicher Vollkommenheit“ sah, ist seine Ethik eine der persönlichen Bildung und Lebensführung. Viele seiner Abhandlungen haben die Form von Briefen und sind nah an existenziellen Lebensereignissen ausgerichtet, sodass auch heutige Überlegungen zu Lebenskunst daran anschließen können (Fellmann 2009).

3.3 Liberalismus des 18. Jahrhunderts – Freiheit als Bedingung ethischer Reflexion

Die moraltheoretischen Überlegungen der mittelalterlichen europäischen Philosophie sind eng mit christlich-theologischem Denken verknüpft. Erst die durch die Reformation (und den 30-jährigen Krieg) ausgelöste Krise normativer Umorientierung hat Fragen von Moral und Ethik wieder in einer auch heute anschlussfähigen Form auf die Tagesordnung gesetzt.

Autoren des (politischen) Liberalismus wie John Locke (1632-1704), David Hume (1711-1776) und John Stuart Mill (1806-1873) fokussieren jedoch weniger Fragen der Ethik als Themen der gesellschaftlichen Strukturbildung und der Staatsführung, um beispielsweise Freiheitsrechte begründen zu können. Erst die damit eröffneten individuellen Freiheitsräume geben dann Anlass zu weitergehenden moraltheoretischen Reflexionen.

3.4 Adam Smith – Ethische Gefühle als moralisches Sensorium

Adam Smith (1723-1790) gilt als einer der Begründer der Nationalökonomie und als Vertreter eines konsequenten Marktliberalismus. Unter Zeitgenossen aber war er viel bekannter als Autor einer „Theorie der ethischen Gefühle“ (Smith 2004). Grundlegend für die darin entwickelte Ethik ist das Konzept der „Sympathie“. Die Vorstellungskraft ermögliche Mitgefühl – man versetze sich in die Situation einer anderen Person und stelle sich vor, was man selbst in der Situation spüren/fühlen würde – ohne dass daraus eigene Gefühle würden. So ergebe sich ein Maßstab für die Angemessenheit der Gefühle der anderen Person. Das moralisch Richtige des eigenen Handelns entstehe durch das Bemühen, die eigenen „Gefühle auf jenes Maß herabzustimmen, bis zu welchem der (die Fähigkeit der Sympathie nutzende, R.G.) Zuschauer mitzugehen vermag“ (a.a.O., S. 27). Viele Alltagssituation und ethische Fragen diskutiert Smith ausgehend von diesem Theorem. So liefert seine Analyse der Affekte Anhaltspunkte für den moralischen Umgang mit unterschiedlichen Leidenschaften. Gegenüber Hass und Liebe z.B. kommt die „Sympathie“ unterschiedlich zum Einsatz. Auch wenn wir bei der Verliebtheit einer anderen Person hinsichtlich des Liebesobjektes kaum gleich fühlen, sind doch die den Prozess begleitenden Gefühle „Hoffnung, Furcht und Leiden“ nachfühlbar (a.a.O., S. 39 f.) und deshalb auch in ihrer Angemessenheit zu beurteilen. Hass und Vergeltungsgefühle wiederum sind gut nachzuvollziehen, etwa wenn diese Gefühle auf eine Beleidigung reagieren. Sie müssen aber, „bevor wir sie nachempfinden oder als anständig oder geziemend ansehen können, immer bis zu einem weit niedrigerem Grad herabgestimmt werden […] “. Denn „In Bezug auf alle derartigen Affekte teilt sich unsere Sympathie zwischen der Person, die dieselben empfindet und der Person, die ihren Gegenstand bildet.“ (a.a.O., S. 44)

3.5 Immanuel Kant – Moralische Pflicht und praktische Vernunft

Immanuel Kant (1724-1804), der vielleicht wirksamste Philosoph der Aufklärung, hat keine Ethik verfasst, die außerhalb seines Gesamtkonzeptes einer Neubegründung von Philosophie steht. Zentral für Kants Philosophie sind die drei „Kritiken“, die jeweils sehr grundsätzlich danach fragen, wie Wissenschaft, praktisches Handeln und ästhetisches Urteilen vernünftig begründet werden können.

„Vernunft“ als spezifisch menschliche Fähigkeit ermögliche es, die dem Erkennen, dem Handeln und Urteilen zugrundeliegenden Prinzipien zu entfalten und daraus selbstreflexiv und schlussfolgernd Theorien und richtiges Handeln abzuleiten. Fragen von Moral und Ethik gehören in den Bereich der praktischen Vernunft. Kant geht davon aus, dass Prinzipien praktischen Handelns, die aus einem kritischen Gebrauch der Vernunft hervorgehen und Pflichten begründen, ausnahmslos gelten.

Nahezu alle Pflichtenethiken – sie werden wie die utilitaristischen Ansätze der deontologischen Ethik zugerechnet – beziehen sich auf Kants Moraltheorie. Am häufigsten zitiert und diskutiert wird der „kategorische Imperativ“, der in der bekanntesten Formulierung lautet: „handle nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie allgemeines Gesetz werde“ (Kant 2014, S. 51). Inhaltlich ausgearbeitet hat Kant die sich daraus ergebende Ethik in einer späten Schrift, der 1785 erstmals publizierten „Metaphysik der Sitten“ (a.a.O., S. 309–634).

3.6 Utilitarismus – Jeremy Bentham

Bentham (1748-1832) gilt als der Begründer des Utilitarismus, einer moralphilosophischen Richtung, die moralphilosophische und ethische Fragen dem Prinzip des Nutzens folgend diskutiert. Bentham beschäftigen – ausgehend von demokratischen Grundpositionen – Fragen des gesellschaftlichen Guten und der sich daraus ergebenden Prinzipien der (staatlichen) Gesetzgebung. Da es zur Natur des Menschen gehöre, nach Glück zu streben, seien ethische und moralische Entscheidungen nach dem Kriterium des größtmöglichen Glücks für die größtmögliche Anzahl von Menschen zu bewerten. Es gelte also, die zu erwartenden Konsequenzen zu berücksichtigen, die eine Entscheidung bzw. einer Handlung für andere habe. Je nach Qualität dieser Folgen könne eine Handlung zulässig, erlaubt oder moralisch verpflichtend sein.

Der klassische Utilitarismus hat auch Kritiker auf den Plan gerufen. Die Kritik wurde vor allem von der Frage ausgehend formuliert, ob es nicht moralische Grundwerte gibt, die auch dann nicht außer Kraft gesetzt werden dürfen, wenn dies einer Mehrheit nützen würde. Diese Kritik hat zu veränderten Konzepten geführt, die konsequentialistische Argumente nutzen bzw. auf diesen basieren. Nicht mehr der größte Nutzen für die Mehrheit der betroffenen Menschen ist nun das entscheidende Kriterium, es werden vielmehr Konsequenzen auf unterschiedlichen Ebenen geprüft, die eine moralische Entscheidung hat. Öffentliche Wirksamkeit erreichten z.B. die Überlegungen von Hans Jonas (1903-1993) zur Zukunftsverantwortung. Ein aktueller Vertreter utilitaristischen Denkens ist Peter Singer (* 1946). Auf seine „Praktische Ethik“ (Singer 2013) beziehen sich z.B. viele Debatten zur Tierethik. Häufig aber werden konsequentialistische Überlegungen auf den zweiten Schritt praxisbezogenen Denkens beschränkt – wenn nach einer Klärung der zu berücksichtigenden Normen mehrere Handlungsoptionen offenbleiben. So stellt sich z.B. dem Beobachter eines Unfalls die Frage, welche Schritte der moralisch gebotenen Nothilfe zuerst erfolgen müssen – Rettungsdienst rufen oder selbst erste Hilfe leisten? Entscheidendes Kriterium für die „richtige“ Entscheidung sind die Folgen, die diese für das Unfallopfer hat.

3.7 Emmanuel Lévinas – Vulnerabilität als moralische Aufforderung

Der mit dem Freiheitsdiskurs verbundene Fortschrittsoptimismus hat durch den Holocaust und die Weltkriege des 20. Jahrhunderts sowie durch das Sichtbarwerden des Ausmaßes kolonialer Ausbeutung Brüche erfahren. Nicht nur Fragen der politischen Verantwortung müssen deshalb neu gestellt werden, auch die Verbindlichkeit ethischer Grundsätze ist vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen fragwürdig geworden. Emmanuel Lévinas (1906-1995) versucht eine Antwort auf den damit verbundenen moralischen und ethischen Orientierungsverlust. Der Verdinglichung des Anderen in bürokratisierter Entwürdigung und Preisgabe setzt er die Verantwortung für den Schutz des Anderen entgegen (Stegmaier 2019, S. 68–120). In leiblichen Erfahrungen wie Schlafen, Wachen, Schmerz, Ekel oder Scham erlebe das Subjekt die eigene Verwundbarkeit (= Vulnerabilität) im Sinne des Ausgesetzt-Seins an den Anderen. Und in der Begegnung mit dem Anderen – präsent in dessen Antlitz – vergegenwärtige sich die Verantwortung für den Schutz (der Vulnerabilität) der anderen Person.

Judith Butler (* 1956) hat an dieses Konzept angeschlossen und die geteilte menschliche Vulnerabilität als ethisch verpflichtend hervorgehoben – gegenüber den Grausamkeiten von Kriegen und Femiziden (Butler 2005).

3.8 Michel Foucault – Subjektwerdung zwischen Unterwerfung und Gestaltung

Die gesellschaftlichen Veränderungen der westlichen Moderne haben im 19. und 20. Jahrhundert Fragen der persönlichen Lebensführung zunehmend in private Entscheidungen verwandelt. Gesetzliche Bestimmungen bilden den normativen Rahmen und die im Sozialisationsprozess erworbenen moralischen Orientierungen lassen den Einzelnen relativ große Spielräume.

Michel Foucault (1926-1984) – als Analytiker der Macht bekannt – bestreitet diese Freiheitsgewinne nicht. Er betont jedoch, dass in der Formierung der Körper (in Schule, Militär und Arbeitsprozessen) ebenso wie in den sanften Formen der individuellen (Selbst-)Gestaltung (sozialpädagogische Hilfen, Psychotherapie, Beratung) eine „produktive Macht“ wirksam sei, die die Individuen als „moderne“ Subjekte konstituiere und zugleich in gesellschaftliche und staatliche Strukturen einpasse.

In den 1970er Jahren werden Untersuchungen zur Konstituierung des sexuellen Subjekts zum Schwerpunkt seiner Analyse (Foucault 1979; 1986a,b). Foucault fragt nach dem Verhältnis von Sexualität und Wahrheit, nach dem Zusammenhang zwischen der Produktion des Wissens über den Sex und der Konstituierung moralischer Subjekte. In den Bänden 2 und 3 – Foucault wendet sich der Antike und der Spätantike zu – wird das Spannungsverhältnis von „Subjektivierungsformen und Selbstpraktiken“ (Gehring 2008, S. 95) zum Thema, ein Spannungsverhältnis, in dem Ethik als individuelle normative Haltung und Handlungsoption entwickelt werden könne.

Die normativ codierende Moral (= all das, was uns an sozial umgebender und habituell verkörperter Moral umgibt) „bietet gleichsam einen Stoff an, eine ‚ethische Substanz‘, aus der das Individuum sich zu formen vermag, sei es im Wege der (Selbst-)Unterwerfung, sei es durch Arbeit an sich selbst oder durch die Orientierung an einem Ziel, durch welches das Ganze einer ‚Lebensführung‘ geschaffen wird“ (Gehring 2008, S. 94)

Obwohl Foucault seine Analysen historisch beschreibend und für eine bestimmte Phase abendländischer Subjektkonstitution formulierte, ist die darin enthaltene Einordnung von Ethik darüber hinaus als Theorem wirksam geworden: Ethik kann im Anschluss an Foucault als Nachdenken und Handeln verstanden werden, das die innerhalb von (machtvollen) Diskursen und Dispositiven vorhandenen Spielräume zur moralischen Selbstbestimmung nutzt.

3.9 Jürgen Habermas – Ethik als diskursive Praxis

Habermas (*1929) hat seit den 1960er Jahren nahezu durchgängig eine kritische Auseinandersetzung mit den Sozialtheorien geführt. Er kritisierte vor allem Sozialtheorien, die analytisch und beschreibend blieben und so eine Sozialforschung begründeten, die Fakten und Daten erhebt, ohne die normative Dimension des Erkennens und des sozialen wie politischen Lebens zu reflektieren. In seine eigenen theoretischen Arbeiten hat er immer auch Gerechtigkeitsaspekte und Legitimitätsfragen einbezogen. Für ethische Debatten vor allem wirksam geworden ist jedoch ein – als Diskursethik überschriebenes - methodisches Theorem:

Unter der Voraussetzung von Freiwilligkeit und der Bereitschaft zur Perspektivübernahme ist ein praktischer Diskurs möglich, der zu gemeinsamen Lösungen führt. Wenn die an einem moralischen Handlungskonflikt Beteiligten einen

„praktischen Diskurs aufnehmen, lassen sie sich […] auf normativ gehaltvolle Kommunikationsvoraussetzungen ein mit der Folge, daß performativ, also durch die bloße Teilnahme an der diskursiven Praxis, jenes Hintergrundeinverständnis entsteht, das Kant mit dem Kategorischen Imperativ ausdrückt.“ (Habermas 2020, S. 16).

Überall da, wo ethische Beratungen als methodische Instrumente genutzt werden, ist dieses Theorem implizit die Grundlage. So können ethische Fallbesprechungen in klinischen Arbeitsfeldern (z.B. bei schwierigen Entscheidungen am Lebensende) nur dann zu gemeinsam akzeptierten Lösungen führen, wenn sich die ärztliche Fachkompetenz nicht einfach durchsetzt. Diskursethisch gilt es die Perspektiven des/der Patient:in, der Pflegenden und der Angehörigen respektvoll und aktiv einzubeziehen. Im offenen Austausch können dann die Folgen von Handeln/​Nicht-Handeln erwogen und Kompromisse erarbeitet werden, die das unterschiedliche Wissen und die verschiedenen Bedürfnisse berücksichtigen – Kompromisse hinsichtlich des Zeithorizontes, der Behandlungsmethoden und der kommunikativen bzw. spirituellen Begleitung.

3.10 Ernst Tugendhat – Ethik und Moral in pluralistischen Gesellschaften

Gegen Ende seiner akademischen Karriere hat sich Ernst Tugendhat (1930-2023) dem Thema Ethik/​Moral systematisch zugewendet. Er nimmt eine durch die Spätmoderne geprägte analytische Denkhaltung ein und versucht, die Grundlagen von Moral zu klären, ohne religiöse oder metaphysische Begründungsinstanzen vorauszusetzen.

Da im alltäglichen Handeln wie in politischen Debatten immer auch moralische Gefühle und Urteile eine Rolle spielen, die aber nicht einheitlich sind, sei anzunehmen, dass es für die Ethik weniger darum gehe, den Amoralisten zu überzeugen, als darum, das bessere Moralkonzept zu finden.

In seiner Analyse unterscheidet Tugendhat die der Ethik zugrunde liegenden Motive (Warum wollen wir moralisch handeln? Welchen Anteil hat Moral am „guten Leben“?) von den Gründen, mit denen wir ein Moralkonzept als das bessere ausweisen können. Für beides finden sich in der philosophischen Tradition Anregungen und Beispiele nachvollziehbarer Argumentation.

Plausible Begründungen haben die Chance zu überzeugen und ein mit anderen geteiltes „Gutes“ zum Ziel des Handelns zu machen. Die „Vorlesungen über Ethik“ (Tugendhat 1993) liefern eine das eigene Nachdenken anregende Diskussion zu auch heute aktuellen ethischen Fragen mit Bezugnahme auf Antworten, die man der philosophischen Tradition entnehmen kann. So findet Tugendhat in der Auseinandersetzung mit Tugendethik eine ansonsten seltene Verknüpfung zwischen dem gesellschaftlichen bzw. sozialen Guten (= Moral) und dem individuellen Guten, dem Wohlergehen des einzelnen (= im Sinne der antiken Ethik).

In aktuellen Debatten zu Ethik liegt der Fokus auf regelbasierten Konzepten.

Das ist auch für Tugendhat nachvollziehbar, solange es darum gehe, welche moralischen Grundsätze für alle gelten sollen. Aber das allein greift nach seiner Meinung zu kurz. Es sei „notwendig, die Regelmoral durch eine Tugendmoral zu ergänzen.“ (Tugendhat 1993, S. 227) – und dies nicht nur weil es in der Praxis zu aufwändig werde, jede einzelne Handlung an einer Regel zu messen. Wir benötigen das, was in der Tradition „Tugend“ genannt wurde, zum einen als habitualisierte Bereitschaft sich am Guten zu orientieren (d.h. die universellen moralischen Regeln zu befolgen). Diese „moralische Tugend“ definiert Tugendhat – darin Adam Smith folgend – als eine Charaktereigenschaft, die „(aus der Perspektive derer, die sie so beurteilen) lobenswert ist“ (a.a.O., S. 234). Zum anderen gibt es Tugenden, „die (wiederum natürlich aus der Perspektive derer, die sie so einschätzen) zuträglich für die Person sind, die sie hat.“ (a.a.O., S. 234) Es gehe jeweils nicht um die Zusammenstellung von Tugendlisten (die immer auch etwas Beliebiges haben), sondern um Dispositionen, die sich im Habitus und im Verhalten äußern. Beide Typen von Tugend sind nicht unabhängig voneinander, sondern müssen kompatibel sein.

3.11 Feministische Positionen

Ausgangspunkt feministischer Beiträge zur Ethik waren Auseinandersetzungen über unterschiedliche Moral(en) bei Männern und Frauen. Die Kohlberg-Gilligan-Debatte innerhalb der Psychologie hatte eine breite, auch philosophische Diskussion über männliche und weibliche Moral ausgelöst (Großmaß 2006, S. 322–325).

Beziehungen, Verantwortung für andere, Fürsorge schienen zur weiblichen Seite der Ethik zu gehören; Gerechtigkeitsfragen dagegen zur männlichen. Diese Kontroverse hat inzwischen an Schärfe verloren. Sie hat aber die Kritik an philosophischen Geschlechtertheorien befördert (Kuster 2019) sowie Themen der Ethik und Moralphilosophie in den Vordergrund gerückt, die bis dahin im männlich geprägten philosophischen Diskurs wenig Beachtung gefunden hatten.

Dazu gehören Fragen der Care-Ethik (Tronto 2013), des Zusammenhangs von Menschenrechten und Fähigkeiten (Nussbaum 2010, S. 376–441, 548–557) sowie die Einführung von „Anerkennung“ in die moralphilosophische Diskussion von Gerechtigkeit (Honneth 2003).

Der Begriff „Care“ (= Sorge/Fürsorge/​Selbstsorge) spielt inzwischen auch in (sozial-)politischen und ökonomischen Debatten zunehmend eine Rolle. Dabei rückt „Caring“ als Arbeit ins Zentrum der Überlegungen. Tätigkeiten, die lange zur natürlichen Seite menschlicher Existenz gerechnet wurden – wie die Versorgung kleiner Kinder, die Pflege alter und kranker Menschen – werden nun als gesellschaftlich organisierte bzw. zu organisierende erkannt. Sichtbar wird damit auch die grundlegende Ungerechtigkeit, die darin liegt, diese Leistungen vor allem von Frauen zu erwarten, unbezahlt oder in anstrengenden, unzureichend entlohnten Berufen.

Die Care-Ethik lässt sich auf all diese Fragen beziehen, beschränkt sich aber nicht darauf, sondern hat den Anspruch, die Moraltheorie ausgehend vom menschlichen Aufeinander-Bezogen-Sein zu begründen und zu entfalten. Insbesondere im angelsächsischen Raum spielen Moraltheorien, die auf Bezogen-Sein und Achtsamkeit basieren, eine bedeutende Rolle (Held 2006). Unabhängig davon, ob man Care-Ethik für primär oder für eine Ergänzung von Gerechtigkeitstheorien hält, sind die in diesem Kontext entwickelten Theoreme zu Bezogenheit, Verantwortung und den Umgang mit asymmetrischen Hilfe-Konstellationen überall dort relevant, wo lebensweltlich oder professionell Beziehungsarbeit geleistet wird.

3.12 Philosophie der Lebenskunst

Seit den 1990er Jahren hat in den Gesellschaften der westlichen Moderne eine Ausweitung psychotherapeutischer Hilfen stattgefunden. Fast zeitgleich hat sich zudem eine vor allem in den Mittelschichten genutzte Wellness-Kultur etabliert. Diese ergänzend bzw. ihr kritisch entgegengesetzt sind auch philosophisch begründete Konzepte entstanden, die sich mit Überlegungen zur Gestaltung eines „guten Lebens“ beschäftigen, gerichtet an die individuelle Person.

Die Philosophie der Lebenskunst stellt so etwas wie eine auf das individuelle Leben bezogene Weisheitslehre dar (Fellmann 2009, S. 26 f.). Sie greift dazu erläuternd und argumentierend auf unterschiedliche Positionen der philosophischen Ethik zurück. Aus dem aktuellen Spektrum entsprechender Konzeptionen seien zwei Vertreter genannt:

  • Gerd Achenbach (*1947) gilt als Begründer der philosophischen Praxis (Achenbach 2023) – es wird Beratung und Coaching zu Fragen der persönlichen Lebensführung angeboten.
  • Wilhelm Schmid (*1953) vertritt eine „Philosophie der Lebenskunst“ (Schmidt 1998), die (den von Foucault thematisierten Ethiken der Spätantike inhaltlich folgend) die „Sorge um sich“ ins Zentrum stellt.

4 Ethik als Thema in Leben, Politik und Beruf

Ernst Tugendhat hatte 1993 in der ersten seiner „Vorlesungen über Ethik“ eine gesellschaftliche Veränderung konstatiert, ein neues Interesse für Ethik:

„Ethik scheint heute in der Philosophie, aber auch in den Curricula der Schulen, eine Modeerscheinung zu sein. Früher waren es eher die sogenannten kritischen Gesellschaftstheorien, für die man sich als junger Intellektueller interessierte.“ (Tugendhat 1993, S. 11)

Dreißig Jahre später hat sich dieser Trend verstärkt. Ethik hat nicht nur in Schule und Universität Präsenz, sondern auch in der Politik: Es gibt einen „Deutschen Ethikrat“, der die moralischen Aspekte von Gesetzesvorhaben diskutiert und Stellungnahmen erarbeitet. Und – für viele der ansonsten eigenständig operierenden gesellschaftlichen Felder (Medizin und Wirtschaftswissenschaften beispielsweise) wird eine „angewandte Ethik“ entwickelt (Neuhäuser et al. 2023). Schließlich werden auch eigenständige Ethiken für den Pflegebereich sowie für psychologische, pädagogische und soziale Berufe gefordert und konzipiert.

Die gesellschaftlichen Differenzierungsprozesse der westlichen Moderne haben nicht nur zu Kompetenzzuwachs und Funktionalität in den einzelnen gesellschaftlichen Feldern geführt, sondern hatten auch Auswirkungen auf die traditionellen normativen Orientierungen, und zwar sowohl in politischen Entscheidungsprozessen als auch bezogen auf die Handlungsoptionen der einzelnen Gesellschaftsmitglieder:

  • Im Alltagsleben wird die Pluralisierung der Lebenswelten zunehmend auch persönlich erfahren: Am Arbeitsplatz, in der Schule und beim Einkauf treffen Menschen aufeinander, die anderen moralischen Bewertungen folgen und dies oftmals auch von ihren Mitmenschen verlangen – moralische Bewertung hinsichtlich der Ernährung, der Fortbewegung im Verkehr, der Kleidung oder der Haltung zu religiösen Ritualen. In vielen Situation reicht es, die Unterschiedlichkeit zur Kenntnis nehmen, oft aber ist es erforderlich eine gemeinsame moralische Basis zu finden – eine Art „Minimalmoral“ (Bayertz 2004, S. 40 f.). D.h. Begründungen und der Austausch von Argumenten werden erforderlich – es entsteht Ethikbedarf.
  • Nicht nur die kulturellen Unterschiede der verschiedenen Milieus fordern das moralische Bewusstsein heraus. Auch technische Neuerungen und zunehmendes Wissen machen ethische Urteile erforderlich, die mit den in der Sozialisation erworbenen Normen nicht ausreichend gut zu beantworten sind:
    • Wie „natürlich“ ist die Geschlechtsidentität?
    • Welche Formen des Zusammenlebens und der Sexualität möchte ich in meinem Leben realisieren?
    • Wie das Lebensende gestalten?
    • Welcher Anteil an natürlichen und ökonomischen Ressourcen steht mir zu?
    • Wie viel Toleranz kann man fordern und wo sind die Grenzen der Toleranz?

Fragen wie diese beschäftigen die Einzelnen, reichen aber auch in die politischen Debatten und die Vorbereitung von Gesetzesverfahren:

  • Soll die Eizellspende erlaubt werden?
  • Wie lassen sich Care-Aufgaben angemessen verteilen?
  • Soll man aktive Sterbehilfe erlauben?
  • Welche Einschränkungen der Freiheit sind legitim, wenn es um die Eindämmung einer Pandemie geht?
  • Oder: Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt und welche Rolle spielt dabei Solidarität?
  • Auch in den beruflichen Arbeitsfeldern von Psychologie, Pflege, Pädagogik und Sozialer Arbeit ist Ethik zum Thema geworden. Die Einbeziehung wissenschaftlicher Grundlagen und die Erarbeitung spezifischer Handlungsmethoden haben die Kompetenz der Professionellen erhöht, zugleich aber die Asymmetrie zwischen Helfenden und Unterstützungsbedürftigen vergrößert. Um die helfende Beziehung angemessen zu gestalten und die Persönlichkeitsrechte derer zu wahren, denen man sich unterstützend und fördernd zuwendet, reicht die in der Sozialisation erworbene persönliche Moral der Professionellen nicht aus. So werden berufsspezifische Ethiken entwickelt, die Fachwissen, Persönlichkeitsrechte und Eckpunkte des „guten Lebens“ so aufeinander beziehen, dass professionelles Handeln nicht nur fachlich richtige, sondern auch „gute“ Praktiken entfaltet.

Der heute zu konstatierende Bedarf an Ethik ist daher mehr als eine Mode, er ist Ausdruck von und Antwort auf notwendig gewordene normative (Neu-)Orientierungen in einer pluralen und sich funktional ausdifferenzierenden Gesellschaft.

5 Quellenangaben

Achenbach, Gerd B., 2023. Philosophie der philosophischen Praxis. Baden-Baden: Nomos. ISBN 978-3-7560-0729-5

Adamson, Peter, 2015. Philosophy in the Islamic World: A very short Introduction. Oxford: University Press. ISBN 978-0-1996-8367-3

Aristoteles, 2006 (vermutl. Mitte des 4. Jh. v.Chr. entstanden). Die Nikomachische Ethik. Reibek bei Hamburg: Rowohlt. ISBN 978-3-4995-5651-7

Bayertz, Kurt, 2004. Warum überhaupt moralisch sein? München: C.H. Beck. ISBN 978-3-4066-7001-5

Butler, Judith, 2005. Gefährdetes Leben. In: Judith Butler. Gefährdetes Leben: Politische Essays. Berlin: Suhrkamp, S. 154–178. ISBN 978-3-5181-2393-5

Düwell, Marcus, Christoph Hübenthal und Micha H. Werner, 2002. Einleitung. In: Marcus Düwell, Christoph Hübenthal und Micha H. Werner, Hrsg. Handbuch Ethik. Stuttgart: Metzler, S. 1–23. ISBN 978-3-4760-1749-9

Düwell, Marcus, Christoph Hübenthal und Micha H. Werner, Hrsg. 2002. Handbuch Ethik. Stuttgart: Metzler. ISBN 978-3-4760-1749-9

Ess, Hans van, 2021. Chinesische Philosophie: Von Konfuzius bis zur Gegenwart. München: C.H. Beck. ISBN 978-3-4067-6415-8

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Foucault, Michel, 1979. Sexualität und Wahrheit: 1 Der Wille zum Wissen. Frankfurt: Suhrkamp. ISBN 978-3-5180-7470-1

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Verfasst von
Prof. Dr. Ruth Großmaß
Alice Salomon Hochschule, Professur für Ethik und Sozialphilosophie
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Zitiervorschlag
Großmaß, Ruth , 2024. Ethik [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 24.03.2024 [Zugriff am: 20.05.2024]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/1659

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