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Fallarbeit

Prof. Dr. Torsten Linke

veröffentlicht am 20.01.2022

Englisch: casework, case work

Fallarbeit ist eine Tätigkeit in der Sozialen Arbeit, die sich mit der professionellen Betrachtung und Bearbeitung von Fällen beschäftigt. Für die Auseinandersetzung mit Fällen wurden verschiedene Konzepte, Methoden, Verfahren und Techniken entwickelt, die ein systematisiertes und planvolles Vorgehen unterstützen und die Abfolge der Bearbeitung eines Falls in verschiedene Phasen gliedern.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Entwicklung – erste Schritte
  3. 3 Weiterentwicklung
  4. 4 Konzepte, Methoden, Verfahren, Techniken
  5. 5 Exemplarische Vorgehensweise
    1. 5.1 Situationserfassung
    2. 5.2 Situationsanalyse (Anamnese)
    3. 5.3 Diagnose
    4. 5.4 Zielsetzung
    5. 5.5 Interventionsplanung und -durchführung
    6. 5.6 Evaluation
  6. 6 Abschließende Rahmung
  7. 7 Quellenangaben
  8. 8 Literaturhinweise
  9. 9 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Fallarbeit (auch Kasuistik) findet in verschiedenen Disziplinen, Professionen und beruflichen Handlungsfeldern statt. In der Sozialen Arbeit ist die Fallarbeit im Kontext der Sozialen Einzelfallhilfe entstanden. Entscheidend war hier die Entwicklung von einer intuitiv geleiteten Hilfe in der Fürsorge zu einer professionellen, und damit planvollen, methodisch untersetzten und fachlich begründeten Unterstützung, zur Begleitung von Menschen in besonderen Lebenslagen und in sozialen Problemlagen, die diese aus eigener Kraft nicht bewältigen können. Neben der Bedeutung von Ansätzen, die ein fallbezogenes fachliches Denken auf der Basis eines theoretischen Wissens und ein methodisches Handeln in der Praxis unterstützen, sind ethische Grundsätze auf der Basis von Menschenwürde und Menschenrechten und eine (selbst-)reflexive Herangehensweise zu wichtigen Säulen des professionellen Handelns geworden. Fallarbeit in der Sozialen Arbeit ist durch einen subjekt-, lebenswelt-, partizipativ- und ressourcenorientierten Ansatz gekennzeichnet.

2 Entwicklung – erste Schritte

Fallarbeit ist eng mit der Professionalisierung der Sozialen Arbeit verknüpft und hat sich historisch vor allem im Rahmen der Sozialen Einzelfallhilfe entwickelt. Obwohl sich auch in Europa und den deutschen Territorialstaaten ab dem 19. Jahrhundert Ansätze professionellerer Strukturen und ein Wandel vom Ehrenamt hin zu einer Verberuflichung in der Fürsorge, bspw. im Elberfelder System, finden, sind die ersten Ansätze einer Systematisierung der Fallarbeit in den USA zu verorten. Diese Bestrebungen von einer rein intuitiven Hilfe hin zu einer strukturierten Fallarbeit sind eng mit dem Wirken von Mary Richmond verbunden. In Deutschland arbeiteten vor allem Alice Salomon und Siddy Wronsky in den 1920er-Jahren den Ansatz im Kontext der sozialarbeiterischen Professionalisierung weiter aus (Galuske 2013, S. 78 ff.; Meinhold 2012, S. 35 ff.; Wendt 2019, S. 69 ff.). Bis heute ist die in dieser Zeit entstandene/​erarbeitete Phasierung nach dem klassischen Dreischritt die zentrale Basis der Fallarbeit in der Sozialen Arbeit:

  • (Sozial-)Anamnese: Aufnahme der Person, Erstgespräch, Sammlung von Informationen, Daten und Fakten zur Bewertung des Falls mit der Person und im Umfeld;
  • Soziale Diagnose: Zusammenfassung, Verdichtung und Bewertung des Falls;
  • Behandlung/​Therapie: helfende und akzeptierende Beziehung und Gespräche als zentrale Elemente (direkte Behandlung: Arbeit mit Individuum, indirekte Behandlung: Arbeit mit Personen aus dem Umfeld und Organisation von Hilfe).

Alice Salomon beschreibt Ihre Vorstellung eines notwendigen strukturierten Vorgehens von Sozialarbeiter:innen wie folgt:

„Er muss die Beobachtungen über Tatsachen und Symptome und die erhaltenen Aussagen prüfen und vergleichen, bewerten und Schlüsse daraus ziehen. Erst dadurch kann er ein möglichst genaues, zutreffendes Gesamtbild der sozialen Schwierigkeiten eines Menschen und seiner Familie herstellen, das ihm ermöglicht, einen Plan für die Abhilfe zu fassen. Das ist die soziale Diagnose“ (Salomon 1928, S. 26 f. zit. nach Galuske 2013, S. 89).

3 Weiterentwicklung

Eine Weiterentwicklung der in den 1920er-Jahren bestehenden Ansätze gab es in Deutschland erst nach 1945 in der BRD. Zu nennen sind hier u.a. Ansätze in den 1960er-Jahren, die auf Personen wie Ruth Bang und Marie Kamphuis zurückgehen und die vor allem eine sozialarbeiterische Sicht und eine eigene europäische Herangehensweise stärken wollten. Weiterhin gab es Ansätze, die sich, teils an den Entwicklungen in den USA orientiert und durch diese inspiriert, aus einer psychosozialen Perspektive mit Fällen beschäftigten und zur Weiterentwicklung der sozialen Diagnose zu einer psychosozialen Diagnostik führten und zur Weiterentwicklung der klassischen Methode der Einzelfallhilfe vom Case Work zum Case Management beitrugen (Meinhold 2012; Wendt 2019).

Zunehmend setzte sich in den letzten Jahrzehnten anstelle des klassischen linear gedachten Vorgehens, dessen Schritte (zeitlich) nacheinander ablaufen, ein zirkuläres Verständnis der Fallarbeit durch. Die Erkenntnis, dass Fälle (hoch)komplex und dynamisch sind, führte zu einem Verständnis, dass in der Fallarbeit verschiedene Ebenen und Perspektiven (gleichzeitig) im Blick behalten werden müssen und Fallarbeit daher parallel in verschiedenen Phasen stattfindet sowie aufgrund der vorliegenden Komplexität und Dynamik Phasen, wenn nötig auch mehrmals durchlaufen werden müssen (Michel-Schwartze 2009a, S. 133). Dieses Verständnis steht im Kontext mit einer multiperspektivischen Fallarbeit, bei der alle für den Fall relevanten Bezugsrahmen in den Blick kommen sollten (Müller und Hochuli-Freund 2017, S. 23, 38, 58).

Neben diesen Entwicklungen ist vor allem die Befassung mit den ethischen Dimensionen der Fallarbeit als wichtiger Meilenstein zu nennen. Auch hier lassen sich die ersten Ideen bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den USA finden. Jane Addams verfolgte im Rahmen ihrer Arbeit Ansätze der Partizipation und der demokratischen Bildung, die auf eine Stärkung des Individuums und der Gemeinschaft zielten (Staub-Bernasconi 2019). In den 1960er-Jahren postulierten Lattke (Zehn Gebote der Sozialarbeit) und Maas (Sechs Prinzipien der Einzelfallhilfe) ethische Fachstandards (Lattke 1961, S. 319 f., zit. nach Galuske 2013, S. 87; Maas 1966, S. 73 ff., zit. nach Galuske 2013, S. 87 f.). Heute sind ethische Prinzipien im Rahmen der Professionsentwicklung, die sich an den Menschenrechten orientieren, grundsätzlicher Bestandteil der Sozialen Arbeit (DBSH 2014; Staub-Bernasconi 2007; Stockmann 2014).

Sowohl die fachlichen als auch die ethischen Diskurse haben zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den verwendeten Begriffen und den damit zusammenhängenden Handlungsweisen im Rahmen der Phasierung und so auch zu einer Veränderung der Begriffe geführt. Die stark medizinisch dominierten Begriffe wurden und werden in neueren Konzepten und Verfahren teils ersetzt und der klassische Dreischritt um die vierte Phase der Evaluation, im Sinne einer Überprüfung der Wirkung der Unterstützung und der Erreichung der Ziele als auch einer Überprüfung des Handelns der Fachkräfte, erweitert (Müller und Hochuli-Freund 2017, S. 74 ff.):

  • Anamnese/​Analyse/​Fallexploration (Wortbedeutung: erfassen der Vorgeschichte, wiedererinnern): Welche Informationen gibt es und welche davon sind relevant für den Fall?
  • Diagnose (Wortbedeutung: Unterscheidung, Erkenntnis, Urteil, Differenzierung, Wertung): Was ist das Problem? Wer hat welches Problem?
  • Intervention (Wortbedeutung: Dazwischenkommen, Dazwischentreten): Was machen wir und wie machen wir es?
  • Evaluation (Wortbedeutung: Auswertung, Erfolgs- und Wirksamkeitsbewertung): Was hat die Intervention bewirkt?

Burkhardt Müller (2012; Überarbeitung durch Hochuli-Freund 2017) macht in diesem Kontext, aufgrund der Komplexität und einer daraus folgenden multiperspektivischen Vorgehensweise um die unterschiedlichen Bezugsrahmen im Blick zu behalten, den Vorschlag, einen Fall, neben der Einteilung in die vier genannten Phasen, in einer Differenzierung zu betrachten, zwischen Fall von … (Bezug auf Theorien, Gesetze, Normen, bspw. ein Fall von Kindeswohlgefährdung), Fall für … (Bezug auf Netzwerk und beteiligte bzw. zu beteiligende/zu berücksichtigende Personen und Institutionen, bspw. ein Fall für das Familiengericht) und Fall mit … (Bezug auf die Person(en) mit denen im Fall und mit denen ko-produktiv der Fall bearbeitet wird, bspw. ein Fall mit der Familie S.) (S. 43 ff.). Müller (2012) entwickelte für ein strukturiertes Vorgehen eine Fallmatrix, die die einzelnen Punkte integriert (Abb. 1, S. 77).

Fallmatrix nach Müller
Abbildung 1: Fallmatrix nach Müller (2012, S. 77)

Aus fachlicher Sicht lässt sich, aufgrund der Komplexität und verwobener Problemlagen in einem Fall, grundsätzlich folgende Herausforderung für ein professionelles methodisches Handeln in der Praxis beschreiben:

„Verfahren der Sozialen Diagnostik sind (im besten Fall) wissenschaftlich untersuchte und generierte Verfahren, die PraktikerInnen helfen, in kontrollierter Form zu adäquaten Entscheidungen in einer fallbezogenen Handlungssituation zu kommen. Sie ermöglichen, nicht nur auf Basis des Alltagsbewusstseins, sondern mit Fachlichkeit Situationen einzuschätzen. […] Dabei sind i.d.R. zwei große Schritte zu bewältigen: Zuerst muss die Komplexität der Situation erfasst werden, dann muss trotz der einmal erkannten Komplexität eine Reduktion erfolgen können, die eine eindeutige und nachvollziehbare Entscheidung für eine professionelle Handlungsstrategie ermöglicht“ (Pantuček 2006, S. 4).

4 Konzepte, Methoden, Verfahren, Techniken

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden verschiedene Ansätze im Rahmen der Fallarbeit entwickelt, um der oben beschriebenen Herausforderung gerecht zu werden (für einen Überblick siehe Braun et al. 2011; Galuske 2013; Herwig-Lempp 2022; Kreft und Müller 2019; Griesehop et al. 2012). Der Versuch diese Ansätze in einer Ordnung zu systematisieren ist verbunden mit dem Diskurs darüber, was ein Konzept, eine Methode, ein Verfahren und eine Technik ist, speziell was darunter in der Sozialen Arbeit verstanden werden kann. Nach Dieter Kreft und C. Wolfgang Müller (2019), aus deren Sicht nur die drei klassischen Methoden der Sozialen Arbeit als Methoden bezeichnet werden sollten, lassen sich die meisten dieser Ansätze zu den Verfahren und Techniken der Sozialen Arbeit zuordnen (S. 20 ff.).

Neben dem bereits oben angesprochenen Case Management und der Psychosozialen Diagnostik sowie den Ausführungen zur Multiperspektivischen Fallarbeit können hier stellvertretend aus dem vielfältigen Kanon von Verfahren noch die Sozialpädagogische Diagnose, die ethnografische Fallarbeit, die biografische Einzelfallhilfe, das systemische Case Management und verschiedene Ansätze, die das professionelle methodische Handeln bei der Arbeit mit Fällen stärken sollen (siehe zu diesen beiden Punkten die unten genannten Quellen und die Literatur) sowie als Techniken die Genogrammarbeit, der Zeitstrahl, die Arbeit mit Netzwerkkarten/​VIP-Karten, W-Fragen, die SMART- und STARR-Technik und das systemische Fragen genannt werden (siehe hier für einen praxisorientierten Überblick die Beiträge in Hefel und Hiebinger 2021; Michel-Schwartze 2009b). Stellvertretend wird die, von den Autor:innen als ein generalistisches, methodenintegratives Konzept verstandene Kooperative Prozessgestaltung näher beschrieben, mit der eine angemessene Gestaltung des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit gelingen soll (Hochuli-Freund und Stotz 2021, S. 19; 2013). Unter dem Begriff verstehen die Autor:innen folgendes:

„Der Begriff Kooperative Prozessgestaltung bezeichnet Prozesse, die sowohl intra- und interpersonell als auch gemeinsam mit einer Klientin oder einer Klientengruppe im Hinblick auf definierte Ziele geplant, umgesetzt und ausgewertet werden“ (Hochuli-Freund und Stotz 2013, S. 133).

Die intrapersonelle Kooperationsebene (intra: innerhalb) bezieht sich auf die Zusammenarbeit innerhalb von Teams der Sozialen Arbeit und verweist auf die Bedeutung der Teamarbeit sowie die damit zusammenhängenden Kompetenzen und Ressourcen (bspw. Gestaltung der Übergabe zum Schichtwechsel in der Heimerziehung und eines zeitlichen, strukturellen und inhaltlichen Rahmens für Teamsitzungen, Fallberatungen und Supervisionen). Die interpersonelle Kooperation (inter: zwischen) umfasst die Zusammenarbeit mit anderen Professionen und Berufen und die Bedeutung von Netzwerkarbeit (vor allem bei komplexen sozialen Problemen) sowie damit zusammenhängende Kompetenzen, Ressourcen aber auch Fragen der Rahmenbedingungen, des rechtlichen und strukturellen Status und der sich ergebenden Konstellationen (Hochuli-Freund und Stotz 2013, S. 106 ff.).

Als ein zentraler Punkt ist in der Kooperativen Prozessgestaltung ein Phasenmodell für die Fallarbeit verankert, welches als Orientierungsrahmen für das professionelle methodische Handeln dient. Hochuli-Freund und Stotz (2013) gliedern ihr Modell, aufbauend auf den klassischen Dreischritt, in sieben verschiedene Phasen:

  1. Situationserfassung
  2. Situationsanalyse
  3. Diagnose
  4. Zielsetzung
  5. Interventionsplanung
  6. Interventionsdurchführung
  7. Evaluation

Die Autor:innen unterbreiten in ihren Ausführungen eine konzeptionell ausgearbeitete Vorgehensweise, schlagen Techniken vor mit denen in den einzelnen Phasen gearbeitet werden kann und unterstreichen, auch durch die grafische Darstellung des Modells, eine zirkuläre Denk- und Vorgehensweise bei der Arbeit mit Fällen (Hochuli-Freund und Stotz 2013, S. 136; 2017 ). Gleichwohl lässt das Modell, neben den Vorschlägen der Autor:innen, die Offenheit für Professionelle zu, einen Fall fallspezifisch – sich grundlegend am Modell orientierend und das Vorgehen an den Bedarfen des Subjekts und der Lebenswelt ausgerichtet – zu strukturieren, in den einzelnen Phasen zu planen und die dafür geeigneten Techniken (selbst) zu wählen.

Die für die Fallarbeit entwickelten Konzepte und Verfahren sowie Handlungsmodelle stellen idealtypische Denkmuster und Orientierungshilfen für das Handeln von Professionellen dar. Sie sollen diese unterstützen:

  • eine (scheinbar) unübersichtliche Situation zu ordnen und zu überschauen,
  • verschiedene und neue Perspektiven auf einen Fall einzunehmen,
  • einen Fall aus einer bewusst eingenommenen (reflexiven, analytischen) Distanz zu betrachten und zu bewerten,
  • eine Situation in einen (anderen, größeren, neuen) Zusammenhang zu verorten,
  • mit den Adressat:innen für diese neue Sichtweisen zu ihrer spezifischen Lebenssituation, zu ihrem Problem, zu ihren Lösungsmöglichkeiten erarbeiten zu können,
  • das methodische Handeln anhand der Prozessschritte in einem Verfahren oder Modell, auf Grundlage von durch Evaluation und Reflexion gewonnenen Erkenntnissen, neu zu orientieren und auszurichten,
  • aufbauend darauf selbst für die eigene Praxis Verfahren und Modelle weiterzuentwickeln, auch neu zu entwickeln und diese im Dialog mit der Wissenschaft zu evaluieren.

5 Exemplarische Vorgehensweise

In den einzelnen Phasen der Fallbearbeitung können, grundsätzlich orientiert am Modell der Kooperativen Prozesssteuerung (Abb. 2) und ergänzt durch weitere Vorschläge, folgende Überlegungen und Fragen einbezogen werden, um das Denken und Handeln zu leiten (Borchert, 2021, S. 145 ff.; Erhardt, 2013, S. 54; Hochuli-Freund und Stotz 2021; Müller und Hochuli-Freund 2017, S. 107 ff.; Preis 2001, S. 71 ff.; Staub-Bernasconi 2012, S. 169 f.):

5.1 Situationserfassung

  • Erstkontakt, Erstgespräch, Aufnahme der Person und Auftragsklärung
  • Was ist der Anlass?
  • Welcher konkrete Auftrag lässt sich feststellen/wird formuliert? Welche Anliegen/​Aufträge gibt es noch im Fall? Wie sind die Anliegen einzuordnen? Vom wem werden hier Aufträge formuliert?
  • Wie ist die rechtliche und strukturelle Situation des Falls? Wer ist hier zuständig? (Verweisungs- und Netzwerkkompetenz)
  • Klärung: Gibt es ein dringendes Problem? Ergibt sich die Notwendigkeit eines sofortigen Handelns im Sinne einer Krisenintervention im Rahmen der spezifischen Situation, der Bedarfe der Adressat:innen, der professionellen Verantwortung, der rechtlichen und beruflichen Stellung als Fachkraft, bspw. im Rahmen einer akuten Kindeswohlgefährdung, einer Selbst- und/oder Fremdgefährdung oder eines Wohnungsnotfalls?

5.2 Situationsanalyse (Anamnese)

  • Welche Informationen und Fakten liegen vor? Welche weiteren Personen sollten informiert und einbezogen werden? Welche Perspektiven könnten noch einbezogen werden/wären zu beachten?
  • Reflexion: Um was geht es hier? Welche Informationen brauche ich als Fachkraft noch für eine Einschätzung des Falls? Welche Informationen fehlen noch? Welche Fakten wären noch wichtig, um den Fall einschätzen und beurteilen zu können? Was sollte noch erfragt werden? Wen müsste ich dazu noch befragen?
  • Herausforderung: Komplexität meistern! Aufgabe: Die Komplexität erfassen, den Fall gleichzeitig möglichst offenhalten, um alle relevanten Fakten und Perspektiven aufnehmen zu können und dann den Fall eingrenzen.
  • Die Analyse ist (noch) keine Diagnose. Ein zu schneller Übergang zur Diagnose kann zu voreiligen und zu engen Schlüssen führen und damit zu einer nicht passenden oder unangemessen Intervention.
  • Jeder Fall ist ein neuer Fall und sollte als solcher behandelt und neu bearbeitet werden.
  • In der Praxis haben Menschen (teils auch mehrgenerational als Familien) sogenannte Fallgeschichten und Hilfebiografien, die in Akten dokumentiert sind und in Institutionen weitergegeben werden.
  • Die Weitergabe von Akten und das Wissen von Dritten führen zu mehr Informationen zum Fall und können relevante Fakten liefern, sie können aber auch manipulierend wirken, Vorurteile reproduzieren und zu vorschnellen Einordnungen und Entscheidungen führen.
  • Es ist ein sensibler Umgang mit dem Vor-Wissen und ebenso mit Nicht-Wissen nötig.
  • Eventuell erfahren Professionelle nicht zu Beginn, sondern erst nach Aufbau einer, von den Adressat:innen aus ihrer Sicht als ausreichend wahrgenommenen, vertrauensvollen Arbeitsbeziehung sensible Dinge und erhalten diesbezüglich Informationen von den Adressat:innen.
  • Reflexion: Wie wirken sich meine Vorannahmen, mein berufliches Erfahrungswissen, meine persönlichen Erfahrungen, Einstellungen, Normen und Werte und meine Emotionen auf den Fall aus? Wie beeinflussen diese meine Sicht darauf, mein Denken und mein Handeln?
  • Eine Situationsanalyse ist eine Momentaufnahme und muss wiederholt werden, wenn neue Informationen zum Fall vorliegen.

5.3 Diagnose

  • Klärung des sozialen Problems: Was ist das Problem? Wer hat das und wer hat welches Problem? Was sehe ich als Fachkraft für ein Problem? Was sehen die Adressat:innen für ein Problem? Was sehen andere Beteiligte (bspw. Institutionen) für ein Problem? Was sind die möglichen Ursachen des Problems?
  • Welche Definitionsmöglichkeiten des Falls/des sozialen Problems sind aus verschiedenen (fachlichen, theoretischen, empirischen) Perspektiven möglich?
  • Hypothesenbildung: Welche Erklärungshypothesen können gebildet werden? Wie kann der Fall verstanden werden? Was ist hier eigentlich geschehen? Was könnte geschehen sein? Warum könnte es zu dieser Situation gekommen sein? Wie könnte es dazu gekommen sein? Welche Beweggründe könnten die beteiligten Personen haben? Was gibt es noch zu bedenken? Was könnte hier alles eine Rolle spielen?
  • Die Bewertung sollte nicht allein, sondern im Team vorgenommen und besprochen werden (bspw. in einer kollegialen Fallberatung) und mit den Adressat:innen muss eine Validierung erfolgen.
  • Was ist die zentrale Hypothese? Welche Erklärung(en) sind am relevantesten? Wie ist die Sicht der Adressat:innen?
  • Was sind die zu beachtenden gesetzlichen Grundlagen? Wer hat welches Mandat/​bisher welche Aufträge und Aufgaben?
  • Welche Ressourcen können Sie analysieren? Welche Ressourcen (personell, sozial, materiell, finanziell usw.) sind vorhanden/​werden gebraucht? Welche Rahmenbedingungen sind vorhanden/​werden gebraucht?
  • Reflexion: Gibt es noch offene Punkte und Fragen? Bin ich mir als Fachkraft sicher bzgl. meiner Einschätzung, gibt es Irritationen? Was sollte noch erfragt und geklärt werden? Wen müsste ich dazu noch befragen? Welche Perspektiven wären noch wichtig und könnten noch hilfreich sein? Welche Ressourcen wären noch wichtig und könnten hier unterstützend sein?
  • Welche zentral zu bearbeitende Fragestellung ergibt sich für die weitere Fallarbeit aus den Überlegungen? Welche Aufträge ergeben sich hinsichtlich einer Intervention? Liegt ein (unmittelbarer) Handlungsbedarf vor? Gibt es eine mögliche Krise, die eine Krisenintervention erforderlich macht?
  • Welche Aufgaben ergeben sich aus den Erkenntnissen für den weiteren Verlauf/die Zukunft?
  • Reflexion: Wie hätte durch Angebote der Sozialen Arbeit früher Unterstützung geleistet werden können? Welche Unterstützung hätten die Personen gebraucht, um die aktuelle Situation zu vermeiden? Warum hat dies nicht funktioniert/ist es nicht dazu gekommen? Wie hätte hier der Zugang zu Angeboten gestaltet werden können/den Personen ein Zugang zu diesen ermöglicht werden können? 

5.4 Zielsetzung

  • Welche Ziele ergeben sich aus den Erkenntnissen der Diagnose und den dort formulierten Aufgaben? Was hat Priorität (aus fachlicher Sicht)?
  • Welche Ziele (kurz-mittel-langfristig) könnten formuliert und vereinbart werden? Welche Ziele haben hier die von einer möglichen Intervention betroffenen Personen?
  • Zielformulierung im Dialog mit den Adressat:innen. Was möchten die Adressat:innen (noch) erreichen? Was ist für Sie erstrebenswert und von Bedeutung?
  • Ziele müssen realistisch, erreichbar und konkret formuliert sein und verbindlich vereinbart werden.
  • Ziele müssen differenziert werden, bspw. in:
  • Wirkungs-, Bildungs- und Entwicklungsziele für Adressat:innen (Entwicklung im Dialog mit den Adressat:innen oder am besten von diesen selbst formuliert und eingebracht).
  • Handlungs- und Unterstützungsziele für die Professionellen (Was müssen die Professionellen leisten, welche Bedingungen und Strukturen müssen geschaffen werden, welche Ressourcen bereitgestellt werden?)
  • Haupt- und Teilziele (strukturelle Dimension), Fern- und Nahziele (zeitliche Dimension), Grob- und Feinziele (inhaltliche Dimension).

5.5 Interventionsplanung und -durchführung

  • Ausgehend von den Erkenntnissen aus Analyse, Diagnose und Zielsetzung erfolgt eine Entscheidung für oder gegen eine Intervention von außen durch Professionelle.
  • Welches Wissen haben wir? Welche Aufgaben und Ziele ergeben sich? Welche Ressourcen sind vorhanden?
  • Welche Interventionen (Maßnahmen) wären (unmittelbar) nötig und möglich? Welche Maßnahmen wären geeignet, um die Ziele zu erreichen?
  • Bildung von Prognosen zur weiteren Entwicklung: Welche Entwicklungs- und Zukunftsprognosen lassen sich bilden? Welche Unterstützung wäre (kreativ offen gedacht) möglich? Welche Unterstützung könnten wir anbieten? Was wäre, wenn …, was wäre, wenn nicht …? Wie würde der Fall sich entwickeln, wenn …? Was würde die Situation verschlimmern oder verbessern (worst case-/best case-Szenarien)?
  • Wie könnte sich dieser Fall weiterentwickeln und welche Intervention(en) wären hier geeignet? Welche lösungsorientierten Fallszenarien können skizziert werden (Entwicklung von mindestens drei bis sieben Szenarien)?
  • Welche fachlichen, rechtlichen und ethischen Dimensionen sind hier zu beachten? Welche Auswirkungen hätte eine Intervention für die beteiligten Personen?
  • Wie würde sich die Intervention auf die Aufgaben und Ziele auswirken? Wie sind die vorhandenen Ressourcen einzuschätzen? Was hat Priorität im Fall und wie könnte sich die Intervention hier auswirken?
  • Auswahl der Intervention und Abgleich mit Zielen, eventuell Teilziele formulieren/​anpassen und Meilensteine festlegen.
  • Klärung mit allen Beteiligten: Wer hat welche Aufgabe? Wer macht was bis wann und wozu?
  • Klärung der Kooperation, Kommunikation, Dokumentation und Evaluation.
  • Klärung des weiteren Prozesses: Termine festlegen, Beginn und erste Phase der Intervention planen.
  • Interventionen stellen grundsätzlich immer Eingriffe in die Selbstbestimmung von Menschen und in eine Lebenswelt dar und müssen demzufolge immer fachlich, ethisch und rechtlich begründet sein.
  • Abstufungen von Interventionen: Eingriff unter Ausübung von Macht und Zwang (keine oder sehr eingeschränkte Mitsprache), Hinwirken auf die freiwillige Annahme einer Hilfe durch Gespräche mit den betroffenen Adressat:innen (teilweise Mitsprache), Aushandeln einer Hilfe und Entwicklung eines Hilfeangebots mit den Adressat:innen (gemeinsame Zusammenarbeit).
  • Ziel ist das gemeinsame Aushandeln der Intervention im Rahmen einer Beratung und eines Gesprächs (Grenzen gibt es bspw. im Kontext von akuter Kindeswohlgefährdung und bei Fremd- und Selbstgefährdung).
  • Partizipation: Wo gibt es Gelegenheiten für gemeinsames Handeln und die Einbeziehung der betroffenen Personen in Entscheidungen? Welche Gelegenheiten gibt es bereits? Welche werden umgesetzt, welche nicht? Welche können noch geschaffen werden?
  • Transparenz: Haben die Adressat:innen und andere Beteiligte alle notwendigen Informationen? Wie erhalten sie diese, wenn noch nicht? Was ist dringlich? Was muss getan werden, um eine Krise zu bearbeiten/eine Gefährdung zu beenden/eine Eskalation zu verhindern? Welche Konsequenzen drohen, wenn Ziele nicht erreicht werden? Welche Sanktionen drohen, wenn keine Mitarbeit der Adressat:innen erfolgt?
  • Interventionen sollten subjekt- und lebensweltorientiert geplant werden.

5.6 Evaluation

  • Wie können die Intervention(en), die Maßnahmen und die Ziele überprüft werden? Welche Form ist passend?
  • Welche Bestandteile der Fallarbeit und der Hilfemaßnahmen sollten insbesondere in eine Evaluation und Reflexion einbezogen werden?
  • Was lief gut, was nicht? Wie haben sich die angewendeten Verfahren und Techniken der Fallarbeit bewährt?
  • Welche Ableitungen ergeben sich aus den gewonnenen Erkenntnissen für die weitere Arbeit?
  • Angemessene Formen der Selbst- und Fremdevaluation durch unterschiedliche Verfahren und Settings (bspw. Mitarbeiter:innengespräche, Supervision, Fallbesprechungen, Fragebögen, Interviews, Aktenanalyse, Auswertung von Statistiken und Berichten) sicherstellen.
  • Evaluation ist verbunden mit Dokumentation. Dafür braucht es zusätzliche (bezahlte) Arbeitszeit, die nicht zulasten der für die Adressat:innen zur Verfügung stehenden Arbeitszeit führen sollte.
  • Evaluation benötigt eine angemessene Fehlerkultur in einer Einrichtung, nur dann ist eine ehrliche und offene Evaluation möglich.
  • Evaluation benötigt einen definierten Rahmen und eine Struktur des Handelns sowie ethische Kriterien und Ziele, die überprüft werden sollen und können.

(Borchert 2021, S. 145 ff.; Erhardt, 2013, S. 54; Hochuli-Freund und Stotz 2021; Müller und Hochuli-Freund 2017, S. 107 ff.; Staub-Bernasconi 2012, S. 169 f.)

Prozessablauf bei der Fallbearbeitung in Anlehnung an Hochuli-Freund und Stotz
Abbildung 2: Prozessablauf bei der Fallbearbeitung in Anlehnung an Hochuli-Freund und Stotz (2021)

6 Abschließende Rahmung

Fallarbeit erfordert praktische Kompetenzen und theoretisches Wissen (siehe bspw. im Handlungskompetenzmodell von Heiner 2012, S. 203 f.) sowie die Ausbildung einer ethischen Haltung, um professionell methodisch Fälle bearbeiten zu können. Als zentrale Kriterien können genannt werden:

  • verschiedene Perspektiven einbinden: Sichtweisen der Adressat:innen (fallspezifisch auch Akteur:innen, Klient:innen) und der Professionellen im Fall berücksichtigen;
  • interdisziplinäre Sichtweise auf den Fall einnehmen: verschiedene Theorien und Konzepte auf den Fall beziehen (zur Erklärung und zum Verstehen des Problems und angemessenen Planung der Intervention);
  • Kenntnisse des rechtlichen und strukturellen Rahmens sowie der Prozesssteuerung;
  • angemessener Umgang mit auftretenden Ambivalenzen und mit Ungewissheit
  • Ideen zur Auflösung von (vermeintlichen) Dilemmata; 
  • Bereitschaft zum und zur Gewährleistung eines Dialogs mit den Adressat:innen: ernsthaftes Bestreben des Aufbaus einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung vom Erstgespräch an;
  • Stärkung eines partizipativen Ansatzes der Fallarbeit: möglichst umfangreiche Beteiligung der Adressat:innen in allen Phasen der Fallarbeit (ihrer Ressourcen und Bedarfe entsprechend, um einerseits ihre Selbstwirksamkeit nicht einzuschränken und andrerseits eine Überforderung zu vermeiden);
  • Entwicklung eines professionellen Handlungsansatzes und einer ethischen Haltung bei Professionellen: Stärkung der (Selbst-)Reflexion und Kompetenzerweiterung durch Möglichkeiten wie Fort- und Weiterbildung, kollegiale Fallberatung und Supervision;
  • Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen für das Handeln der Fachkräfte.

Aufgrund der sich ergebenden Herausforderung im Kontext bestehender fallbezogener Komplexität, Dynamik und Einzigartigkeit einhergehend mit individuellen Unterstützungsbedarfen und Problemlagen und mit unvorhergesehenen und nicht erwarteten Entwicklungen professionell zu agieren, ist Fallarbeit nur im Kontext mit sozialarbeiterischer Improvisation auf höchstem fachlichen Niveau möglich. Fallarbeit kann nur gelingen, wenn Fachkräfte auf der Grundlage einer Basis agieren, die professionelle Standards in Bezug auf Wissen, Kompetenzen und Ethik integriert und sie in der Lage sind, diese Standards situativ angemessen einzusetzen und danach zu handeln. Sozialarbeiterische Improvisation folgt demnach einem planvollen und methodischen Handeln, welches fallspezifisch an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst (also immer wieder neu gedacht und ausgehandelt) werden muss – und dies in einer akuten Krisensituation auch sehr spontan. Das heißt, Professionelle müssen über die Fähigkeit der Improvisation verfügen und in einer Situation ihr (theoretisches, empirisches und fallspezifisches) Wissen ordnen, daraus kreative Lösungsmöglichkeiten für den zu bearbeitenden Fall ableiten, diese kommunizieren und in ein Handeln überleiten können.

7 Quellenangaben

Borchert, Jens, 2021. Pädagogik im Strafvollzug. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6383-7

Braun, Andrea, Gunther Graßhoff und Cornelia Schweppe, 2011. Sozialpädagogische Fallarbeit. München: Reinhardt/UTB. ISBN 978-3-8252-8460-2 [Rezension bei socialnet]

DBSH – Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V., Hrsg., 2014. Berufsethik des DBSH [online]. Berlin: DBSH [Zugriff am: 13.12.2021]. Verfügbar unter: https://www.dbsh.de/profession/​berufsethik/​berufsethik-des-dbsh.html

Erhardt, Angelika, 2013. Methoden der Sozialen Arbeit. Schwalbach: Wochenschauverlag. ISBN 978-3-89974-476-7 [Rezension bei socialnet]

Galuske, Michael, 2013. Methoden der sozialen Arbeit: Eine Einführung. Weinheim: Juventa Verlag. ISBN 978-3-7799-1441-9 [Rezension bei socialnet]

Griesehop, Hedwig Rosa, Regina Rätz und Bettina Völter, Hrsg., 2012. Biografische Einzelfallhilfe: Methoden und Arbeitstechniken. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-2209-4 [Rezension bei socialnet]

Hefel, Johanna M. und Irene Hiebinger, Hrsg., 2021. Einblicke in die Praxis der Sozialen Arbeit: Erfahrungsberichte aus der Fallarbeit von Sozialarbeiter*innen in Österreich. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6398-1

Heiner, Maja, 2004. Professionalität in der sozialen Arbeit: Theoretische Konzepte, Modelle und empirische Perspektiven. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-018120-5 [Rezension bei socialnet]

Herwig-Lempp, Johannes, 2022. Systemisches Sozialarbeit: Haltungen und Handeln in der Praxis. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-40783-7

Hochuli-Freund, Ursula und Walter Stotz, 2013. Kooperative Prozessgestaltung in der sozialen Arbeit: ein methodenintegratives Lehrbuch. 2. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-028656-6 [Rezension bei socialnet]

Hochuli-Freund, Ursula und Walter Stotz, 2017. Prozessmodell Kooperative Prozessgestaltung [online]. Olten: Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW [Zugriff am: 13.12.2021]. Verfügbar unter: https://www.soziale-diagnostik.ch/konzepte/​kooperative-prozessgestaltung/

Hochuli-Freund, Ursula und Walter Stotz, 2021. Kooperative Prozessgestaltung in der sozialen Arbeit ein methodenintegratives Lehrbuch. 5. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-039979-2 [Rezension bei socialnet]

Kreft, Dieter und C. Wolfgang Müller, 2019. Methodenlehre in der Sozialen Arbeit. München: Reinhardt/UTB. ISBN 978-3-8252-5290-8 [Rezension bei socialnet]

Meinhold, Marianne, 2012. Über Einzelfallhilfe und Case Management. In: Werner Thole, Hrsg. Grundriss Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS, S. 635–645. ISBN 978-3-531-18616-0

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Michel-Schwartze, Brigitta, Hrsg., 2009b. Methodenbuch Soziale Arbeit: Basiswissen für die Praxis. Wiesbaden: Springer VS. ISBN 978-3-531-16163-1 [Rezension bei socialnet]

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Müller, Burkhard und Ursula Hochuli-Freund, 2017. Sozialpädagogisches Können: Ein Lehrbuch zur multiperspektivischen Fallarbeit. 8. Auflage. Freiburg: Lambertus. ISBN 978-3-7841-2757-6 [Rezension bei socialnet]

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9 Informationen im Internet

Verfasst von
Prof. Dr. Torsten Linke
Hochschule Zittau/Görlitz - Fakultät Sozialwissenschaften
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Zitiervorschlag
Linke, Torsten, 2022. Fallarbeit [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 20.01.2022 [Zugriff am: 27.05.2022]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Fallarbeit

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