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Gemeinwesenarbeit

Abkürzung: GWA

Gemeinwesenarbeit ist ein traditions- und facettenreiches Konzept sozialraumbezogener Arbeit bzw. der Arbeit mit größeren sozialen Zusammenhängen. Der Begriff steht gleichzeitig für ein eigenständiges Handlungsfeld Sozialer Arbeit.
Ziel von Gemeinwesenarbeit ist die Verbesserung materieller und immaterieller Lebensbedingungen in sozial benachteiligten oder auch neu entstehenden Quartieren und/oder von spezifischen Bevölkerungsgruppen. Die Partizipation der Adressat*innen, die Unterstützung von Kommunikation, Selbstorganisation und gemeinsamer Handlungsfähigkeit sind zentrale Merkmale. GWA fördert den Aufbau von sozialen Beziehungen und Kooperationsstrukturen. Sie integriert dabei unterschiedliche Handlungsansätze und Methoden, z.B. Sozialraumanalyse, niedrigschwellige Beratung, Kultur- und Bildungsarbeit, Netzwerkarbeit, kollektives Empowerment bis hin zu gesellschaftlicher Einmischung.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Der Kern der Gemeinwesenarbeit
    1. 2.1 GWA als Gestaltung von Verhältnissen
    2. 2.2 Aktivierend und übergreifend
  3. 3 Entwicklungen (in) der Gemeinwesenarbeit
    1. 3.1 Vorgeschichte in den Settlements und fachliche Anerkennung
      1. 3.1.1 Settlements
      2. 3.1.2 Fachliche Etablierung
      3. 3.1.3 Unterschiedliche Traditionen
    2. 3.2 Frühe Entwicklungen von Gemeinwesenarbeit in Deutschland
    3. 3.3 Von den 1960er Jahren bis heute
      1. 3.3.1 Die 1960er Jahre
      2. 3.3.2 Die 1970er Jahre
      3. 3.3.3 Die 1980er und 1990er Jahre
      4. 3.3.4 Ab Ende der 1990er bis heute
  4. 4 Theorien, Kontroversen und Konzepte in der Gemeinwesenarbeit
    1. 4.1 Zentrale Unterschiede im GWA-Verständnis
    2. 4.2 Integration versus Transformation
    3. 4.3 Was meint „Gemeinwesen“?
  5. 5 Methodisches Handeln in der Gemeinwesenarbeit
  6. 6 Finanzierung und Akteur*innen in der Gemeinwesenarbeit
    1. 6.1 Programme, Finanzierungsquellen und ihre Fallstricke
    2. 6.2 Die GWA-Community und ihre Netzwerke
    3. 6.3 Die Praktiker*innen
  7. 7 Fazit und Ausblick
  8. 8 Quellenangaben
  9. 9 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Der Beitrag erläutert zunächst die grundlegenden Charakteristika von Gemeinwesenarbeit. Es folgt ein etwas ausführlicherer Blick in ihre reichhaltige Entwicklungsgeschichte. Auf dieser Basis können die anschließend dargestellten, vielfältigen GWA Konzepte besser eingeordnet werden. Danach geht es um die Frage, wie GWA „gemacht“ wird, d.h. um Methoden, Finanzierungen und Akteur*innen. Abschließend betont der Artikel das demokratie- und kohäsionsfördernde Potenzial der Gemeinwesenarbeit.

Einschränkend ist anzumerken, dass sich dieser Beitrag im Wesentlichen auf die Darstellung von Gemeinwesenarbeit in Deutschland beschränkt. Ein stärkerer Austausch und die Öffnung für theoretische Positionen, Themen und Praxiserfahrungen außerhalb des deutschsprachigen Raumes steht noch aus (Campfens 1999; Stövesand, Stoik und Troxler 2013; Larsen et al. 2014).

2 Der Kern der Gemeinwesenarbeit

Was ist Gemeinwesenarbeit? Diese Frage wurde betagten und jungen, alt eingesessenen und zugewanderten Bewohner*innen einer städtischen Großwohnsiedlung gestellt, in der seit vielen Jahren Gemeinwesenarbeit geleistet wird. Für sie ist GWA:

  • „wenn wir imstande sind, diese Not auszubreiten, verständlich zu machen. Verständlich zu machen mit irgendwelchen Aktionen […] ohne Aktionen werden die alten Leute nicht gehört.“
  • „wenn die Politiker wissen würden, wie es uns geht – wirklich geht.“
  • „wenn die Ungerechtigkeit, die ich erlebt habe, verändert werden kann. Gerechtigkeit für Migranten.“
  • „wenn wir nicht immer die sind, die sich hinten anstellen müssen, weil eigentlich nichts mehr übrig bleibt, weil die andern sich schon alles genommen haben.“
  • „wenn unsere Kinder mit Engagement und Herz und Verstand unterstützt werden.“
  • „wenn wir was verhandeln können, damit wir einen schönen Fußballplatz bekommen, wo nicht nur Gatsch auf dem Boden ist“ (Sektion GWA 2010).

Diese Antworten enthalten bereits vieles von dem, was Gemeinwesenarbeit im Kern ausmacht. GWA

  • unterstützt Menschen bei der Veröffentlichung, Veränderung und somit der Politisierung sozialer Notlagen und Ungerechtigkeiten,
  • stärkt Menschen darin, ihre Interessen zu formulieren und hilft dabei, diese an verantwortliche Stellen zu transportieren. Dafür stellt sie Beziehungen her zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, z.B. zwischen Bewohner*innen eines marginalisierten Stadtteils und Politiker*innen,
  • fördert praktische Interventionen und gemeinsames Handeln durch die Betroffenen selbst,
  • arbeitet mit unterschiedlichen Zielgruppen – z.B. Alte, Kinder, Migrant*innen – und nimmt zielgruppenübergreifende Themen auf,
  • arbeitet an der Verbesserung des Lebensumfelds und der Gestaltung von Räumen.

Die im Film ebenfalls befragten Praktiker*innen und Lehrenden aus der Sozialen Arbeit umreißen GWA eingangs so: „Gemeinwesenarbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Widersprüchen und Konflikten in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Existenzsicherung, Gesundheit, Bildung und Kultur. Und das bedeutet, in abgegrenzten geografischen oder thematischen Gebieten oder mit spezifischen Adressatengruppen zu arbeiten und auch gleichzeitig zu wissen, dass die Probleme in vielen Fällen weder dort entstehen noch ausschließlich dort zu lösen sind. Deshalb setzt sich die Gemeinwesenarbeit auch für Veränderung in übergreifenden System- und Politikbereichen ein“ (Sektion Gemeinwesenarbeit 2010).

Aufgezeigt wird das breite Spektrum der Handlungsfelder von GWA und dass Konflikte und Widersprüche zentrale Ausgangspunkte sind. Konkret können das z.B. Nutzungskonflikte um öffentlichen Raum, um Parks oder (Spiel)Plätze sein; Widersprüche, wie dem zwischen der Angewiesenheit jedes Menschen auf Wohnraum und dessen zunehmender Funktion als Investitionsobjekt und Quelle privater Profite (Schredle 2018, o.S.; Lebuhn et al. 2017).

Impliziert ist, dass GWA sich vorrangig

  • territorial (geografisch, physischer Raum),
  • funktional entlang bestimmter Inhalte (thematisch) oder
  • kategorial (bestimmte Zielgruppen) ausrichten kann.

Auch in diesem Zitat wird das transformative Anliegen von GWA deutlich sowie ihre Bezugnahme auf größere soziale Zusammenhänge und konkrete Problemlagen, die in bestimmten Stadtteilen sichtbar und/oder für bestimmte Bevölkerungsgruppen dringlich werden. Wichtig ist der Hinweis auf die stadtteilübergreifenden Verursachungszusammenhänge.

2.1 GWA als Gestaltung von Verhältnissen

Maria Bitzan fasst es so zusammen: „GWA setzt weniger an Einzelfällen an, sondern ist charakterisiert durch die Aufgabe der Gestaltung von Verhältnissen – allerdings nicht im herkömmlichen sozial-planerischen Sinn von oben, sondern im gemeinsamen Tun mit Betroffenen und in politischen Interventionen der Professionellen“ (Bitzan 2016, S. 373).

Wolfgang Hinte betont stärker die Verknüpfung beider Seiten, wenn er formuliert: „Wir haben es hier einerseits mit einem hochgradig personenbezogenen Ansatz und andererseits mit einem sozialökologischen, auf die Veränderung von Verhältnissen zielenden Ansatz zu tun – mit einer integrierenden Zusammensicht dieser beiden in der Geschichte der Sozialen Arbeit immer wieder auftauchenden Stränge“ (Hinte 2017, S. 96).

Dieter Oelschlägel, ein weiterer Autor, der den Diskurs um GWA seit Jahrzehnten nachhaltig prägt, sieht das Ziel von GWA darin „die Menschen in ihrer Lebenswelt zu aktivieren unter Einbezug ihrer spezifischen und differierenden Interessen sowie ihrer Lebensbedingungen, damit sie die Kontrolle über ihre Lebensverhältnisse (wieder-)erlangen“ (Oelschlägel 2001, S. 101).

Das „Handbuch Gemeinwesenarbeit“ definiert GWA folgendermaßen: „Gemeinwesenarbeit richtet sich ganzheitlich auf die Lebenszusammenhänge von Menschen. Ziel ist die Verbesserung von materiellen (z.B. Wohnraum, Existenzsicherung), infrastrukturellen (z.B. Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen) und immateriellen (z.B. Qualität sozialer Beziehungen, Partizipation, Kultur) Bedingungen unter maßgeblicher Einbeziehung der Betroffenen. GWA integriert die Bearbeitung individueller und struktureller Aspekte in sozialräumlicher Perspektive. Sie fördert Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation im Sinne von kollektivem Empowerment sowie den Aufbau von Netzwerken und Kooperationsstrukturen. GWA ist somit immer sowohl Bildungsarbeit als auch sozial- bzw. lokalpolitisch ausgerichtet“ (Stövesand und Stoik 2013, S. 23).

Aufgabe von Gemeinwesenarbeiter*innen ist das Erfragen und Erforschen von Problemen, Interessen und Ressourcen, das Verändern und Gestalten sozialräumlicher Gegeben- bzw. Gewordenheiten und der Lebensbedingungen der Adressat*innen, und zwar in unzähligen Gesprächen und Aktionen mit ihnen gemeinsam. GWA zeichnet sich dadurch aus, dass ihre professionellen Protagonist*innen viel Zeit außerhalb ihres Büros verbringen (sollten), also durch eine „Zugehende“- anstelle einer „Komm“-Struktur.

Im praktischen Handeln werden unterschiedliche Methoden integriert wie z.B. Sozialraumanalyse, niedrigschwellige Beratung, alltagsorientierte Bildungsarbeit, Netzwerkarbeit, kollektives Empowerment bis hin zu gesellschaftlicher Einmischung.

Zu den grundlegenden handlungsleitenden Prinzipien gehören Partizipation und Unterstützung von Selbstorganisation, Sozialraum- und Lebenswelt- und Ressourcenorientierung und die Aktivierung (Oelschlägel 1982, S. 174; Lüttringhaus 2011, S. 277; LAG Soziale Brennpunkte Niedersachsen 2016, S. 2–7).

2.2 Aktivierend und übergreifend

Die Arbeit mit und im Gemeinwesen ist allerdings nicht auf die Soziale Arbeit beschränkt, sie ist ebenso Gegenstand anderer Wissenschaften und Handlungspraxen, u.a. von Stadtplanung, Sozialwissenschaften, Ökonomie, Politik, Psychologie und Pädagogik, von unterschiedlichen Sozialen Bewegungen sowie von Kirchen und Gewerkschaften. GWA ist im Schnittfeld (mindestens) dieser Disziplinen und unterschiedlichen Praxen entstanden und integriert, wie die Soziale Arbeit insgesamt, diverse Wissensbestände.

Fachhistorisch betrachtet gilt GWA, neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit, als dritte der drei klassischen Methoden Sozialer Arbeit. Viele ihrer grundlegenden Elemente, wie Sozialraumorientierung oder die partizipatorische Ausrichtung, haben sich in der Sozialen Arbeit als Arbeitsprinzip verallgemeinert. Dennoch handelt es sich bei der Gemeinwesenarbeit nach wie vor um ein eigenes Arbeitsfeld mit zahlreichen Projekten, Institutionen und einer lebendigen wissenschaftlichen und professionellen Community, und gleichzeitig um ein relevantes Konzept Sozialer Arbeit, das seit über hundert Jahren bis heute in verschiedenen Varianten vorliegt, genutzt und weiter entwickelt wird (Stövesand et al. 2013).

3 Entwicklungen (in) der Gemeinwesenarbeit

3.1 Vorgeschichte in den Settlements und fachliche Anerkennung

Wie Dieter Oelschlägel konstatiert, ist GWA eindeutig ein „Import“ (1982, S. 175), denn die Rezeption US-amerikanischer Konzepte von Community Organizing (CO) ab den 1950er Jahren war, abgesehen von Einflüssen aus den Niederlanden (Boer und Utermann 1970), wesentlich für die Entwicklung der Gemeinwesenarbeit in Deutschland. Allerdings beginnt die Geschichte der GWA schon viel früher. Die Entstehung der Gemeinwesenarbeit ist, wie die der Sozialen Arbeit überhaupt, eng mit der industriellen Entwicklung, dem „Manchesterkapitalismus“ des 19. Jahrhundert und dem daraus resultierenden Massenelend verknüpft. Im Rahmen der Industrialisierung wuchsen und veränderten sich die Städte, die zu Wohnorten des sich herausbildenden Proletariats wurden. Dort entstanden in Großbritannien und den USA mit den Settlements die historischen Vorläufer von Gemeinwesenarbeit (Bingel 2011; Landhäußer 2009; Müller 2013; Wendt 1989).

3.1.1 Settlements

Settlements waren Niederlassungen in städtischen Armutsquartieren, gegründet und bewohnt von Angehörigen des gebildeten Bürgertums. Das erste Settlement, Toynbee Hall wurde 1884 in East London von dem Pfarrersehepaar Samuel und Henrietta Barnett als eine Art Außenstelle der Universität Oxford eröffnet. Namensgeber war der Ökonom und Historiker Arnold Toynbee. Er gehörte zu den sozial engagierten Wissenschaftlern, die das akademische Milieu verließen und viel Zeit in den Elendsvierteln Londons verbrachten. Eben das war die Idee von Toynbee Hall – Studenten aus Bürgertum und Aristokratie sollten durch ein Leben Seite an Seite mit den Armen Kenntnis von und Verständnis für deren Situation erwerben. Dies, die klassenübergreifende Begegnung, galt als wichtige Voraussetzung zur Lösung der Sozialen Frage.

Kritisch könnte hier angemerkt werden, dass die sich entwickelnde Gemeinwesenarbeit nicht unwesentlich von dem „ideologischen Topos eines organischen und harmonischen Zusammenlebens“ (Wendt 1989, S. 3) bestimmt war. Allerdings grenzten sich sowohl Samuel Barnett als auch Jane Addams, Mitgründerin und herausragende Akteurin des Settlement Hull House, gegründet 1889 in Chicago, deutlich von einer paternalistischen, an Barmherzigkeit orientierten Hilfe ab. Barnett hinterfragte ein Konzept von Gesellschaft, das davon ausgeht „daß der Reiche dem Armen hilft und daß der Weise den Unwissenden belehrt. Das bedeutet eine Gesellschaft von Wohltätern und Hilfeempfängern, in der, bewegt vom guten Willen, der Starke zu den Schwachen geht und die Leidenden tröstet“ (1918; zit. nach Rausch 1998, S. 191). Diese Vorstellung gehörte Barnett zufolge ins Mittelalter. Er hingegen vertrat „die Konzeption einer Gesellschaft, in der Kooperation die Rolle von Mildtätigkeit übernimmt – und Gerechtigkeit die Rolle von Nächstenliebe“ (ebd.). Hiermit wird ein sehr fortschrittlicher, moderner Ansatz formuliert. Auch Jane Addams kritisierte Reformer und Liberale ihrer Zeit, die glaubten „that people must be made over by ‚good citizens‘ and governed by ‚experts‘“ (Knight 2005, S. 386). Der Begriff „Klientel“ wäre ihr vermutlich nie in den Sinn gekommen, für sie waren die anderen stets Bürger*innen (citizens) oder Nachbar*innen. Die Probleme wurden nicht in den Menschen, sondern in den vorherrschenden Lebensbedingungen in den Arbeiterquartieren, als Konsequenz ungerechter Verhältnisse und sozialpolitischer Versäumnisse gesehen.

Zur Arbeit im Hull House gehörten deshalb nicht nur praktische Hilfen (wie Volksküche, medizinische Versorgung, Unterkünfte), Bildungsarbeit (z.B. Sprachkurse, Bürgerrechte, Reformkindergarten), Theateraufführungen, Museumsgründungen und vieles andere mehr, sondern auch Initiativen im Bereich der Stadtplanung, z.B. zur Verbesserung von Infrastruktur (Müllabfuhr) oder auch politische Einmischung auf Basis von Pionierarbeiten in der Sozialforschung (Hull House Maps und Papers). Auf deren Grundlage wurden sozialreformerische Gesetzesvorlagen formuliert und so steht Hull House für die „Konzeption und Durchsetzung der ersten Fabrik-, Frauen-, Kinder- und KonsumentInnenschutzgesetze auf nationaler Ebene“ (Staub-Bernasconi 2013, S. 38). Des Weiteren bot das Settlement „eine Redeplattform und Schutz für Chicagos und ausländische Sozialrevolutionäre, Anarchistinnen und politische Flüchtlinge(ebd.) und half bei der Gründung mehrerer Gewerkschaften. Nicht zu vernachlässigen ist, dass Hull House ein Ort für Migrant*innen war, ein frühes Projekt interkulturellen Miteinanders (Satt Polacheck 1989, S. 51, 52) und insbesondere ein Ort der Ermächtigung von und für Frauen. Die Arbeit von Jane Addams und Kolleginnen ist bis heute, theoretisch und praktisch, eine Inspirationsquelle für eine fachlich fundierte, demokratisierende Gemeinwesenarbeit (u.a. Addams 1896/2007; 1910; Knight 2005).

3.1.2 Fachliche Etablierung

In Folge entwickelt sich Gemeinwesenarbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA, ohne dass sie ein einheitliches Konzept umfasste, unter dem Begriff Community Organizing (CO). Mohrlock, Neubauer u.a. (1992) zeichnen diesen Prozess über verschiedene Stationen differenziert nach. Der Terminus wird erstmals 1912 von Roger N. Baldwin in seinem gleichnamigen Vortrag erwähnt. CO war hier konzipiert als Sozialprogramm, das über die bloße Kooperation von Hilfeangeboten hinaus für die gemeinsame, organisierte Arbeit an den Problemen einer Community stand (Mohrlock et al. 1992, S. 26). Ein weiterer wichtiger Aspekt, der früh im Kontext von CO formuliert wurde, waren demokratische Ideale im Sinne einer lokalen Basisdemokratie.

Das Social Work Year Book von 1929 hatte Community Organizing zum zentralen Thema und damit fand CO in den USA offiziellen Eingang in die Sozialarbeit. Ein weiterer Meilenstein war der Lane Report von 1939. CO wurde hier als eigenständiges Handlungsfeld Sozialer Arbeit neben Einzelhilfe und Gruppenarbeit verstanden. Möglich war das „durch die technokratische Ausgestaltung des Begriffs, der so in die der social work in dieser Zeit zugeschriebene gesellschaftliche Funktion der Bereitstellung sozialer Dienstleistungen passte. In dieser Form versprach CO die Ausweitung der ‚Märkte‘ für Social Work und von innerinstitutionellen Umgestaltungen, nicht aber von grundlegenden sozialen oder gar gesellschaftlichen Veränderungen“ so die Einschätzung von Mohrlock u.a. (ebd., S. 31). Hier ließen sich durchaus aktuelle Bezüge herstellen. Der Lane-Report bot keine eindeutige Definition von CO, konturierte jedoch den Begriff durch einige zentrale Aspekte wie, dass Community Organization sowohl einen Prozess als auch ein Tätigkeitsfeld bezeichne sowie die Zielbestimmung der Mobilisierung von Ressourcen entsprechend der Bedürfnisse und Notwendigkeiten in der Community.

Mit Murray G. Ross’ „Community Organization – Theory and Principles“ erschien 1955 ein Werk, das schnell zum fachlichen Bestseller avancierte. Die Relevanz der Publikation lag neben seinem Lehrbuchcharakter darin, dass CO hier als eine Methode von Social Work beschrieben wurde, die ebenso wissenschaftlich fundiert war wie die beiden anderen gängigen Methoden. Als gleichwertige Methode neben Case- und Groupwork anerkannt und etabliert wurde CO spätestens durch die Veröffentlichung „The Community Organization Method in Social Work Education“ (Lurie 1959).

3.1.3 Unterschiedliche Traditionen

In den USA bildeten sich schon früh sehr unterschiedliche Traditionen von CO/Gemeinwesenarbeit heraus. Zum einen, die im Voranstehenden schon angerissene Ausprägung des

  • Social Planning, bei dem es im Wesentlichen um die Verbesserung Sozialer Dienste unter (mehr oder weniger) Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort ging. Interessanterweise existieren hier Verbindungen zum Bereich einer reformorientierten Stadtplanung, die sich schon in den 1920er Jahren mit der Belebung von Neubausiedlungen und der Revitalisierung von Altbauquartieren durch Anregung eines sozialen Miteinanders und Partizipation befasste. Bald schon wurde diese Art der Stadtentwicklung mit Sozialer Arbeit verknüpft, da Expertise für den Umgang mit problematischen sozialen Situationen und den davon betroffenen Menschen benötigt wurde (Wendt 1989, S. 4). Ein wichtiger Aspekt dabei war die angemessene lokale Versorgung mit sozialen Hilfen sowie deren entsprechend ausgerichtete lokale Organisierung. Wendt hält fest, dass hier Sozialarbeiter*innen „direkt mit Planern, Lokalpolitikern und Bürgergruppen kooperierten“ (Wendt 1989, S. 5), etwas das z.B. in der Quartiersentwicklung ab den 1990er Jahren in Deutschland (wieder) praktiziert wird.

Mit Rothman (1974) können neben dieser Art des Community Organizing als Sozialplanung zwei weitere Ansätze unterschieden werden:

  • Community Development als Bemühen um die Entwicklung vor allem in ländlichen Regionen der USA oder im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit (Campfens 1997),
  • Community Organizing mit dem Schwerpunt der Social Action und der Organisierung von Gegenmacht, das mit dem Namen Saul Alinsky verbunden ist (Alinsky 2011; Szynka 2006). Auch wenn sich dieses Organizing außerhalb Sozialer Arbeit verortete, so wurde es zum wichtigen Bezugspunkt für die kritisch-emanzipatorische Gemeinwesenarbeit im Deutschland der 1970er Jahre.

3.2 Frühe Entwicklungen von Gemeinwesenarbeit in Deutschland

Hier sind historisch drei Stränge relevant (Oelschlägel 2013):

  1. die Settlementbewegung – ihren Grundgedanken folgend entstand 1901 das Hamburger Volksheim als erstes deutsches Settlement. Als wegweisender Vorläufer der GWA in Deutschland kann vor allem die 1911 von Friedrich Schulze ins Leben gerufene Soziale Arbeitsgemeinschaft (SAG) Berlin-Ost gelten. Die Erkenntnis, dass die damals entstehenden Settlements keine ausschließlich im Christentum verankerte Bewegung waren, wie das lange wahrgenommen wurde, ist das Verdienst Dieter Oelschlägels. Er rückte die Existenz und eigenständige Arbeit jüdischer Settlements in Deutschland und Europa in den Blick (Oelschlägel 2012).
  2. Reformkräfte innerhalb der Freien Wohlfahrtspflege und der kommunalen Fürsorge, genannt seien Alice Salomon und Marie Baum. Sie plädierten für die Einbeziehung gesellschaftlicher Zusammenhänge in ein planvolles Vorgehen und gegen die Beschränkung auf den Einzelfall sowie für die Förderung nachbarschaftlicher Selbsthilfe und die quartiersbezogene Koordination von Hilfsangeboten;
  3. die politische Stadtteilarbeit, wie sie in den 1920er und 30er Jahren von der kommunistischen Partei Deutschlands durchgeführt wurde.

Diese Traditionen wurden im Nationalsozialismus unterbrochen bzw. ganz ausgelöscht. Der Bezug auf Stadtteile und Nachbarschaften war allerdings ein wichtiges Element ihrer Politik. Kleine territoriale Gemeinwesen in Form von Block und Zelle wurden geschaffen, die auf die Kontrolle und die Einbindung der Bewohner*innen in die nationalsozialistische Bewegung sowie die Mobilisierung für deren Belange zielten (Boulet et al. 1980, S. 41). Eine Schlüsselrolle kam den Block- oder Zellenleitern zu, die gewissenermaßen als ehrenamtliche „Gemeinwesenarbeiter“ fungierten. Ihre Funktion wird folgendermaßen beschrieben: „Er soll Mittler sein zwischen den Volksgenossen verschiedener sozialer Schichtung! Unter den Volksgenossen des Blockes oder der Zelle muß die wahre Volksgemeinschaft herrschen“ (Schubert 1977, zit. ebd.). Die Potenziale, die der NS im lokalen Gemeinwesen sah und dessen Funktionalisierung macht folgendes Zitat deutlich: „Und zwar ist es nun gerade die Unmittelbarkeit des Vollzugs im Beisammen des Alltags, die das nachbarschaftliche Verhältnis politisch griffig macht. Um dessentwillen ist die örtliche Verbundenheit der Einwohner gerade heute wieder zur unumgänglichen Voraussetzung der politischen Gemeindebildung geworden […]“ (Ipsen 1936, zit. ebd. S. 42).

In der Nachkriegszeit waren laut Kunstreich (1998, S. 131) die einzigen Institutionen, die Elemente von Gemeinwesenarbeit praktizierten, die wieder eröffneten Nachbarschaftsheime. Sie erhielten eine neue Rolle als Orte der Einübung demokratischer Tugenden im Rahmen der „Re-education“. Außerdem sollten sie den Nachbarschaftsgedanken stärken, denn der Wiederaufbau erforderte Gemeinschaftssinn und gegenseitige Hilfe. Nachbarschaftshäuser existieren auch heute, einige als Orte einer engagierten Gemeinwesenarbeit (Runge 2017).

Vogel und Oel (1966, S. 7) bestimmen die 8. Internationale Konferenz für Sozialarbeit 1956 in München als den Zeitpunkt, von dem an Community Organizing/Commnuity Development als Gemeinwesenarbeit in deutschen Fachkreisen als eigenständige Methode Sozialer Arbeit aufgenommen wurde. Verloren ging damit allerdings allmählich auch ein erweitertes Verständnis von Gemeinwesenarbeit als kommunaler und regionaler Entwicklungspolitik.

3.3 Von den 1960er Jahren bis heute

Die neuere Geschichte der GWA ist wechselvoll – vom euphorischen Aufbruch über ihre „Beerdigung“ bis hin zur Neu-Entdeckung und Renaissance.

3.3.1 Die 1960er Jahre

Mehrere Bundesländer nahmen GWA 1962 in die Rahmenlehrpläne der Höheren Fachschulen für Sozialarbeit auf. Praktische Bedeutung erhielt GWA aber erst ab Mitte, Ende der 1960er Jahre. Das 1968 auf Deutsch erschienene, bereits erwähnte Werk von Murray G. Ross „Gemeinwesenarbeit. Theorie, Prinzipien, Praxis“ wurde auch in Deutschland zum einflussreichen Standardwerk für die Vermittlung von GWA (Stövesand 2013; Mohrlock et al. 1992). Wolfgang Hinte beschreibt, wie der Aufbruch in der GWA das konzeptionelle Spektrum und das Handlungsrepertoire der Sozialen Arbeit um zahlreiche Aspekte erweiterte (Hinte 2017, S. 90). Ende der 1960er Jahre galt GWA als modernste Form der Sozialarbeit und war auch hierzulande, nicht mehr nur auf der Ebene der Fachliteratur, als dritte Methode eingeführt.

Den Hintergrund für den Aufschwung der GWA bildeten steigende Anforderungen an die Soziale Arbeit, Einsparungsdruck sowie eine sich radikalisierende Kritik an der Gesellschaft und an der traditionellen Sozialen Arbeit. In den 1960er Jahren schrumpfte das Wirtschaftswachstum, die Lebensbedingungen verschlechterten sich – die Problemlagen in der sich transformierenden Gesellschaft wurden komplexer, die öffentlichen Einnahmen jedoch knapper: „Öffentliche Träger sozialer Dienstleistungen konnten den wachsenden Bedarf sozialer Hilfen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln decken. Weder materiell noch methodisch reichte das vorhandene Instrumentarium aus, um der Not zu begegnen“ (Oelschlägel 2017, S. 171). Sozialarbeiter*innen, die zwischen restriktiver Mittelvergabe und expansiver Mittelnachfrage zum Puffer gemacht wurden, forderten neue Strategien (Boulet et al. 1980, S. 49). GWA als Ansatz, der sich auf größere Gruppen von, wie es damals hieß, „Randständigen“ richtet, schien billiger und angemessener als Einzelfallhilfe und damit als Möglichkeit der Rationalisierung und der Modernisierung der kommunalen Sozialarbeit. Hier finden sich deutliche Parallelen zur aktuellen Konjunktur der Sozialraumorientierung.

Weiterhin wurden der GWA kompensatorische Funktionen zugeschrieben, denn der soziale Wandel ging mit wachsender Individualisierung und dem brüchig Werden sozialer Netze einher, die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit in den Sozialdiensten nahm ab – hier sollte GWA Lücken füllen (Wendt 1989, S. 9). Zusätzlich entstanden neue Handlungsbedarfe in Richtung einer quartiersbezogenen Sozialen Arbeit, denn an den Rändern der Städte wuchsen zahlreiche neue Großwohnsiedlungen und in den Altbauquartieren der Innenstädte wurden umfangreiche Sanierungsprogramme bzw. Abrissvorhaben durchgeführt. Gleichzeitig existierten in vielen Städten aus der Nachkriegszeit noch Behelfssiedlungen und Übergangheime für obdachlose Menschen. Mietergruppen organisierten sich und eine außerparlamentarische, linke Opposition artikulierte sich, die auch die Soziale Arbeit ergriff. Diese wurde heftig kritisiert weil sie „sich in keiner Weise um die Ursachen sozialer Probleme kümmerte, lediglich als nachgängige Instanz an den Symptomen einzelner Menschen herumdokterte, nicht einmal ansatzweise das Lebensumfeld der Menschen einbezog und keinerlei präventive Aktivitäten zur Vermeidung sozialer Notlagen entwickelte“ (Hinte 2018, S. 207). Die Proteste erzeugten einen Legitimationsdruck – auch vor dem Hintergrund der Systemkonkurrenz mit der DDR – und mussten befriedet werden. In diesem Zusammenhang wurde der GWA staatlicherseits die Aufgabe zugeschrieben „durch eine Mitbestimmung im vorparlamentarischen Raum und die Übertragung dieser Willensbildung in die Vertretungskörperschaften zu erreichen, daß sich das Volk mit den Entscheidungen seiner politischen Führer identifiziert […]“ (Weismann und Rilling 1969, S. 487 zit. n. Boulet et al. 1980, S. 48). Auch wenn das so direkt nicht mehr ausgedrückt würde: Partizipation steht bis heute in der Gefahr der Funktionalisierung.

Widerständige Einmischung war jedoch das, was den damaligen Mainstream der GWA ausmachte: „Widerstand, Betroffenenbeteiligung, Veränderung von Verhältnissen, Organisation von Gegenmacht, Kampf gegen das Establishment und systematische Suche nach kollektiver Betroffenheit waren Vokabeln, die das etablierte Bürgertum, aber auch die dadurch geprägte bürgerliche Soziale Arbeit (nicht nur damals) nachhaltig irritierten. Gemeinwesenarbeiter/-innen initiierten Mieterinitiativen, Demonstrationen und Stadtteilfeste, sie skandalisierten unzumutbare Wohnverhältnisse, infrastrukturelle Mängel, unsinnige Prestigeprojekte oder korrupte Funktionsträger, sie organisierten öffentliche Foren und Pressekampagnen und sorgten auf vielfältige Weise dafür, dass unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen sich im Wohnquartier artikulierten, engagierten und organisierten“ (Hinte 2017, S. 90).

3.3.2 Die 1970er Jahre

In den 1970er Jahren, als die außerparlamentarische Opposition zersplitterte, der Demokratisierungs- und Reformschwung der etablierten Politik nachließ, es mit der „Ölkrise“ auch zu einer Wirtschaftskrise kam und damit zu Kürzungen und Schließungen von Sozialprojekten, wurde es auch um die GWA allmählich stiller. Tatsächlich wurde sie 1975 in einer ironischen Aktion aus der GWA-Community heraus für tot erklärt. Die „Todesanzeige“ führte als Gründe auf: Allzuständigkeit, Eigenbrötelei und Profilneurose; methodische Schwäche und theoretische Schwindsucht; finanzielle Auszehrung und politische Disziplinierung (Holubec 2005, o. S.).

Dennoch wurde GWA weiterhin praktiziert. Zwar wurden kaum Stellen explizit dafür ausgeschrieben, auffällig war aber, dass die entsprechenden Kompetenzen von Einstellungsträgern nachgefragt wurden. Das belegt eine Analyse von Stellenanzeigen Ende der 1970er Jahre. Diese ergab, dass GWA als geschlossenes Arbeitsfeld an Bedeutung verloren hatte, ihre Elemente wie Sozialraumorientierung, ganzheitliche Problembetrachtung, Vernetzung, Aktivierung allerdings im gesamten professionellen Bereich zu finden waren. Damit schien GWA tendenziell zu einem allgemeinen Prinzip geworden zu sein, das die traditionellen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit überschritt (Boulet et al. 1980, S. 3; Oelschlägel 2013, S. 189). Dieser Trend, unter dem Titel „Sozialraumorientierung“, lässt sich erneut seit einigen Jahren feststellen.

Die Überwindung der Engführung von GWA als Methode oder Arbeitsfeld und ihre Etablierung als umfassenden, problembezogenen Arbeitsansatz, als „Grundsatz, der das professionelle Handeln des Sozialarbeiters in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern leiten sollte“ (Boulet et al.1980, S. 146) war das Anliegen von Boulet, Kraus und Oelschlägel, die 1980 Gemeinwesenarbeit als Arbeitsprinzip bestimmten. Fortan findet sich die Bezeichnung von GWA als übergreifendem Arbeitsprinzip neben ihrer historisierenden Einordnung als „klassische“ Methode. Es finden sich allerdings aktuell auch Plädoyers für die Beibehaltung des Methodenbegriffs (Kreft und Müller 2017, S. 23).

3.3.3 Die 1980er und 1990er Jahre

In den 1980er Jahren rückte (auch) die Gemeinwesenarbeit von marxistischen Theorien ab und den Alltag und die Lebenswelt in den Mittelpunkt. Sie greift damit die von Hans Thiersch 1978 eingeleitete „Alltagswende“ in der Sozialpädagogik auf. Die Konfliktlinie Kapital und Arbeit wurde abgelöst von der zwischen Bürger und Staat (Oelschlägel 2007). Auf die großen Entwürfe zur Gesellschaftsveränderung und den zuvor ausgerufenen Klassenkampf im „Reproduktionsbereich“ folgte die Einmischung in überschaubaren Bezügen. Ziel war die unmittelbare Veränderung von Lebensbedingungen. Dafür steht unter anderem der Ansatz der aktivierend-katalytischen Gemeinwesenarbeit, wie er von Hinte und Karas entworfen wurde. Sie formulierten explizit, es ginge jetzt darum, „innerhalb bestehender gesellschaftlicher Strukturen Veränderungen voranzutreiben“ (Karas und Hinte 1978, S. 47). Dazu ist allerdings anzumerken, dass die GWA-Praxis auch schon zuvor wesentlich kleinteiliger und pragmatischer war als so manche ihrer Verlautbarungen (Victor-Gollancz-Stiftung 1974). Dennoch: „GWA ist immer noch ein Reizwort, das bei vielen Amtsleitern und Geschäftsführern Phantasien von demonstrierenden Ruhestörern und die eigene Institution bedrohenden Professionellen weckt“ (Hinte 1989, S. 31). Deshalb verabschiedeten sich wichtige Protagonisten wie Wolfgang Hinte von ihm und ersetzen ihn durch die stadtteilbezogene Soziale Arbeit (Hinte et al. 1982). Neben der deutlichen Artikulierung einer anti-pädagogischen bzw. non-direktiven Haltung den Bewohner*innen gegenüber war die Betonung der stadtteilbezogenen Kooperation von/mit Ämtern und Institutionen mit der GWA in einer nicht (mehr) abgrenzenden, sondern eher intermediären Rolle damals neu.

Hier lassen sich schon die Konturen des Konzepts der Sozialraumorientierung der 1990er Jahre erkennen (Fürst und Hinte 2014). Es wird einerseits beschrieben als Weiterentwicklung von GWA als Arbeitsprinzip, d.h. eine „Perspektive, die als konzeptioneller Hintergrund (Fachkonzept) für das Handeln in zahlreichen Feldern der Sozialen Arbeit dient“ (Hinte 2017, S. 96.). Dabei steht es vor allem für konzeptionelle Veränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. als „Jugendhilfe spezifisches Handlungskonzept“ (Hinte 2005, S. 552), mittlerweile erhält es aber auch zunehmend Bedeutung in der Alten- und Behindertenhilfe. Andererseits verweist es auf sozialraumbezogene Umstrukturierungen in Sozial- und Jugendämtern unter dem Motto „vom Fall zum Feld“ (Hinte et al. 1999). Gegenstand ist hier, im Unterschied zur GWA nicht ein Gemeinwesen sondern der Einzelfall, für dessen Bearbeitung der sozialräumliche Kontext genutzt wird (Hinte 2018, S. 218). GWA geht also nicht in der Sozialraumorientierung auf (Fehren 2017) und ist auch nicht zu verwechseln mit einer Sozialraumarbeit, wie sie von Fabian Kessl und Christian Reutlinger (2010) als eine kritisch-reflexive, raumtheoretisch unterfütterte Perspektive für die Soziale Arbeit entworfen wurde.

Ebenfalls in den 1990ern wurde Community Organizing als Aufbau von Bürger*innenorganisationen und Soziale Aktion in der Tradition Saul Alinskys wiederentdeckt (Mohrlock et al. 1992; FOCO/Stiftung Mitarbeit 2015). Mittels Fortbildungen, der Gründung von Plattformen und Instituten (www.fo-co.de, www.dico-berlin.org) wurde CO in der bzw. neben der bundesdeutschen GWA verankert.

3.3.4 Ab Ende der 1990er bis heute

Die Diskussion um die Zunahme städtischer Segregation und „abgehängte“ Stadtteile und in Folge die Auflegung von Programmen zur Sozialen Stadtentwicklung, erst in einzelnen Bundesländern, ab 1999 auch im Bund (Krummacher et al. 2003) führte zu einer Renaissance von GWA im Rahmen von Quartiersmanagement (Bülter und Maier 2002; Riede 2017). Hier wurden erstmals in größerem Ausmaß wieder Stellen in der Gemeinwesenarbeit geschaffen. Eine weitere Entwicklung ab Ende der 1990er ist die vermehrte Auseinandersetzung mit Gemeinwesenökonomie und Konzepten alternativen Wirtschaftens (Klöck 1998; Elsen 2011, 2017), die Anschlüsse bietet an Soziale Bewegungen, Stichwort „Solidarische Ökonomie“ (Altvater und Sekler 2006) und Debatten um die „Commons“ (Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung 2012). Ein anderes Feld, für das Gemeinwesenarbeit eine größere Rolle zu spielen begann, waren Sicherheitsdiskurse und die lokale Gewaltprävention (Stövesand 2007; Diebäcker 2013), auch unter dem Aspekt von Gewalt in engen sozialen Beziehungen (Stövesand 2018a).

Die Neuauflagen von GWA bzw. neuen Schwerpunkte sind nicht zu trennen von einem neoliberalen Umbau der Gesellschaft. Neben einer Vertiefung der sozialen Spaltung ist er gekennzeichnet durch die Ökonomisierung aller gesellschaftlichen Bereiche und einem Paradigmenwechsel von der „aktiven Sozialstaatsorientierung hin zur aktivierende(n) Sozialraumorientierung“ (Kessl und Otto 2005, S. 59). In diesem Kontext wurden aus Städten „Standorte“ bzw. „Unternehmen“ (Becker 2016; Ronneberger et al. 1999) und der Sozialstaat wurde unter dem Leitbild der „Aktivierung“ und der Postulierung der Eigenverantwortung von Individuen, Gruppen und lokalen Strukturen umgebaut. „Regierung“ funktionierte immer stärker über die Selbstverantwortlichkeit und Eigentätigkeit der Einzelnen und der Anrufung von Gemeinschaft statt Gesellschaft (Bröckling et al. 2000).

Die Neoliberalisierung hat auch den Wohnungsmarkt stark getroffen, Wohnungen werden zunehmend zur Ware, in den letzten Jahren sind Hunderttausende aus städtischem Besitz an international tätige Konzerne verkauft worden. Zusammen mit dem schrumpfenden Bestand an Sozialwohnungen und den Folgen der Finanzkrise 2008, die aufgrund der Niedrigzinspolitik Immobilienbesitz zu einer lukrativen Alternative zu Sparkonten u.Ä. machten („Betongold“) führt das zu einem rasanten Anstieg der Mieten. Von immer größerer Relevanz ist deshalb ein Handlungsfeld, das seit den Anfängen zu den Kernthemen der GWA gehört, das Wohnen und die Stadtentwicklung, konkret: der Zusammenhang zwischen Armut und Wohnen, die Gentrifizierung und das „Recht auf Stadt“ (Rausch 2013; Stoik und Stövesand 2015; Drilling und Oehler 2016).

Gegenwärtig rücken angesichts der verstärkten Zuwanderung von Geflüchteten und einer politischen Rechtsentwicklung der Umgang mit Vielfalt und die GWA als Konzept für lokale Integration und ein gelingendes Miteinander (Riede und Noack 2017) sowie die Demokratieentwicklung (Bringt et al. 2014) in den Focus der Gemeinwesenarbeit – und die Gemeinwesenarbeit wieder in den Focus der Aufmerksamkeit von Politiker*innen, Behörden und Wohnungswirtschaft. Es ist kein Zufall, dass in der letzten Zeit mehre GWA-Forschungs- und Förderprogramme gestartet sind, u.a. vom vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung, der DGSA (Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit), vom Bundesbauministerium sowie neue Landesförderprogamme in Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Bevor es im Weiteren darum geht, wie Gemeinwesenarbeit konkret gemacht wird, erfolgt nun ein kurzer Blick auf unterschiedliche Theoriestränge, Konzepte und Deutungen zentraler Begriffe von Gemeinwesenarbeit. Welche Methoden in der GWA angewandt werden bzw. wie diese genau ausgestaltet sind, hängt stark von der theoretischen Fundierung und inhaltlichen Ausrichtung eines GWA Konzeptes ab.

4 Theorien, Kontroversen und Konzepte in der Gemeinwesenarbeit

Wenn über GWA gesprochen wird, dann kann sowohl ihre Bestimmung

  • als allgemeines, übergreifendes Arbeitsprinzip Sozialer Arbeit,
  • als Arbeitsfeld Sozialer Arbeit mit Handlungsvollzügen, Institutionen, Projekten und eigenen Netzwerken oder auch
  • als ein Konzept Sozialer Arbeit, d.h. einen Entwurf, der Ziele, handlungsleitende Prinzipien und Methoden in einen begründeten Zusammenhang stellt (Galuske 2013), gemeint sein.

4.1 Zentrale Unterschiede im GWA-Verständnis

Die Gemeinwesenarbeit ist von den Theoriesträngen und Handlungsansätzen her ausgesprochen vielfältig, daher gibt es die GWA bzw. das eine gültige Konzept nicht. Es gab und gibt weit auseinanderliegende Ansätze. Dazu gehören solche, die ein technisches oder managerielles Verständnis von GWA als „geplanten Wandel von oben“ mittels eingesetzter Expert*innen mit dem Erhalt des gesellschaftlichen Status Quo verknüpfen und die ohne weitere Beteiligung der Bevölkerung auskommen. Hierbei geht es oft um die Effizienzsteigerung und den Ausbau sozialer Dienstleistungen. Ebenso existier(t)en Ansätze, die Gemeinwesenarbeit als Instrument einer revolutionären Massenbewegung im Kontext des Klassenkampfes bzw. einer grundlegenden gesellschaftlichen Transformation auffassen. Dazu kommt, dass zentrale Begriffe wie „Gemeinwesen“ oder „Partizipation“ inhaltlich sehr verschieden gefüllt sind.

Dieser Umstand wird über die Jahrzehnte hinweg immer wieder als mangelnde theoretische Konsistenz, Unklarheit oder Grund für die unzureichende Profilierung von GWA problematisiert. Abgesehen davon, dass diese Vielfalt auch als Ressource gesehen werden könnte, verweist sie vor allem darauf, dass Begründung, Form und Inhalt Sozialer Arbeit nicht linear und nicht einfach gegeben, sondern abhängig sind von historisch unterschiedlichen gesellschaftlichen und regionalen Kontexten, von Interessen, politischen Kräfteverhältnissen und ökonomischen Regimes, von veränderlichen kulturellen Normen und Ideologien bis hin zu Konkurrenzmechanismen und Distinktionspolitiken in Wissenschaft und Trägerlandschaft, nicht zu vergessen die „Förderkonjunkturen“, die zu inhaltlichen Verschiebungen führen. Den Akteur*innen – ob Lehrende oder Praktiker*innen – ist damit eine gezielte Auseinandersetzung und, je nach Spielräumen, Auswahl abverlangt, für die es eine Reflexion der Begriffe und eine Kriterien geleitete Einschätzung der vorliegenden Konzepte braucht.

Orientierung bieten dazu folgende Fragen:

  • Was wird als Ausgangsproblem beschrieben?
  • Was ist die Zielsetzung?
  • Wie werden Probleme erklärt, wie ist das Gesellschaftsverständnis, das Menschenbild und die theoretische Fundierung?
  • Wie ist das Selbstverständnis und welche Leitprinzipien stehen im Vordergrund?
  • Welche Prinzipien und Methoden werden genutzt?

Wenn man sich Gemeinwesenarbeit als Kontinuum vorstellt, so kann man die Fragen von einem integrativ-affirmativen gegenüber einem transformativ-kritischen Pol her idealtypisch und knapp so beantworten: Im Focus sind primär entweder gesellschaftliche Desintegrationserscheinungen wie der Verlust sozialen Zusammenhalts, die Zerstörung gemeinsamer Werte, die Zunahme von Kriminalität und sozialen Konflikten (Ross 1968; GdW 1998) oder eher soziale Ungerechtigkeit, ungleiche Machtverteilungen und Unterprivilegierung (Alinsky 2011; Müller und Nimmermann 1973; Bitzan und Klöck 1993). Die Zielsetzungen bewegen sich entsprechend zwischen Gemeinschafts- und Wertebildung, Veränderung von Verhaltensweisen und von Reformen im Rahmen der gegebenen Gesellschaftsordnung einerseits, andererseits der Umverteilung von Macht und materiellen Ressourcen, bis hin zur Veränderung von Besitz- und Produktionsverhältnissen (z.B. durch Genossenschaften) in Richtung einer grundlegenden Veränderung des gesellschaftlichen Status Quo.

Ein zentraler Unterschied im GWA-Verständnis ergibt sich bis heute daraus, ob

  1. in erster Linie eine immanente Stadtteilperspektive eingenommen, auf endogene Ressourcen gesetzt wird und die Probleme an den Stadtteil geheftet werden („Problemstadtteil“), der dann als defizitär gilt und für den – ähnlich wie für die armen Länder des globalen Südens ein „besonderer Entwicklungsbedarf“ (Bundesprogramm Soziale Stadt) konstatiert wird oder ob
  2. soziale Probleme im Zusammenhang gesamtgesellschaftlicher Verursachungszusammenhänge und übergreifender ökonomischer, sozialer und staatsbürgerlicher Rechte thematisiert werden.

Theoretische Grundlagen wären auf der einen Seite z.B. strukturell-funktionale Gesellschaftsmodelle oder andererseits die kritische Gesellschaftstheorie.

Weiterhin kann ein*e Gemeinwesenarbeiter*in ihre Rolle eher als Leitung oder als Begleitung verstehen, als neutrale intermediäre Instanz zwischen verschiedenen Interessengruppen oder als parteilich für eine unterprivilegierte Gruppe. Die Adressat*innen können entsprechend als zu aktivierende Klient*innen gesehen werden oder als tätige Subjekte, die ihr (Über)Leben aktiv organisieren. Partizipation, ein zentrales Leitprinzip, kann gemeint sein als bloße Teilnahmegewährung an etwas, dessen Rahmen und Endergebnis von anderen vorbestimmt sind, als Mitreden, Mitwirken und Beraten oder als substantielle Teilhabe, als Mitentscheidung oder sogar Selbstbestimmung (Lüttringhaus 2001; Wagner 2017). Die Interventionen von GWA können in erster Linie konsensorientiert (kooperieren, verhandeln) oder konfliktorientiert(Konfrontation, „disruptive Taktiken“, Specht 1973) sein.

4.2 Integration versus Transformation

In der Regel sind Bürger*innenbeteiligung und Reformmaßnahmen für die meisten GWA Ansätze selbstverständliche Elemente. Das gilt auch für die Konzepte von Murray Ross und Saul Alinsky, die dennoch klassische Antipoden bilden. Auf sie wird bis heute, indirekt oder direkt, in der GWA zurückgegriffen.

Ross geht von der hohen Bedeutung von Kompromissen für das Gleichgewicht eines Gesellschaftssystems aus, dessen Ordnung an sich nicht in Frage gestellt wird. Die zentralen Probleme sah er in der Auflösung von Zugehörigkeitsgefühlen, Gleichgesinntheit und Individualität in der „Massengesellschaft“. Ursachen lägen in der Industrialisierung, der Verstädterung, der Entfremdung und auch der menschlichen Verschiedenheit, die – hier zitiert Ross – „wild wuchert, unkoordiniert und auseinanderstrebend, ins Chaos führen“ würde (Lindemann 1951 zit. n. Ross 1972, S. 94). Er sah die Gesellschaft bewegt von „komplexen Kräften“, die der Mensch nicht durchschaue, die er nicht zu kontrollieren vermöge und von denen er „völlig überwältigt werden könnte“ (Ross 1972, S. 106). Diese Beschreibungen wirken wie eine frühe Version aktueller Debatten um den „Zerfall der Demokratie(Mounk 2018) und die Abwehrhaltungen im Umgang mit Vielfalt und Differenz in einer pluralen Gesellschaft. Ersetzt werden müsste nur der Leitbegriff der Industrialisierung durch Globalisierung, auf die sich der Überwältigungsdiskurs heutzutage bezieht.

GWA hatte und hat in dieser Perspektive deshalb vor allem die Aufgabe der Gemeinwesenintegration. Sie vollzieht sich als partizipatorischer Prozess der Gemeinschaftsbildung durch Begegnung und gemeinsames Tätigsein für Belange der lokalen Community. Dabei entstehen gemeinsame Werte und Beziehungen, die es ermöglichen, über Differenzen hinwegzusehen und „besser mit Menschen zusammenzuwirken, die ‚anders‘ sind als man selbst“ (Ross 1972, S. 66). „Anders sein“ und „Differenz“ wurden, wie heute auch, zumeist nicht im Kontext von gesellschaftlichen Strukturkategorien und Herrschaftsverhältnissen thematisiert, sondern als bloße Verschiedenheit: „Unterschiedliche Menschen im Stadtteil haben auch unterschiedliche Meinungen und Interessen“ (Riede 2017b, S. 9) und GWA ist prädestiniert, hier Brücken zu bauen und das „Zusammenwachsen von Nachbarschaften“ (ebd., S. 5) zu moderieren.

Alinsky kann hingegen als radikaler Basisdemokrat bezeichnet werden, der Konflikte nicht scheute, sondern sehr positiv sah und offensiv strategisch nutzte. Ihm zufolge ist der Konflikt „der wesentliche Kern einer freien und offenen Gesellschaft. Wenn man das demokratische Leben als musikalische Partitur abbildete, wäre ihr Hauptthema die Harmonie der Dissonanz“ (Alinsky 2011, S. 53, vgl. auch Bitzan 2018). Sein Anliegen war, Menschen darin zu unterstützen, Machtkonzentrationen und Privilegien zu bekämpfen, Minderheitenrechte zu schützen, gegen Rassismus und entfremdete Arbeit vorzugehen und gegen die „Teile eines jeden Systems, die […] Menschen zu einem Roboter machen könnten […], zu ängstlichen, sorgenvollen und betrübten Schafen in Menschengestalt“ (Alinsky 1973, S. 28). Er stellte die „Menschenrechte weit über die Eigentumsrechte“ (ebd.). Es ging ihm aber nicht um die grundsätzliche Umwälzung des herrschenden Systems, sondern die Veränderung von Mehrheitsverhältnissen und Machtverteilungen unter den Bedingungen der Demokratie. Diese funktioniert seiner Auffassung nach nur, wenn die Bürger*innen sich in eigenen Organisationen zusammenschließen, sich konfliktbereit zeigen, permanent Druck erzeugen und sich einmischen. Sein Vorbild waren die Gewerkschaften, die in den 1930er Jahren, als Alinsky seine Organisierungsarbeit auf Stadtteilebene in Chicago startete, weitaus kämpferischer und einflussreicher waren als momentan. Heute und hierzulande ist Community Organizing im Kontext Sozialer Bewegungen zu denken, so Michael Rothschuh (2015). Dass CO keine bloße Marginalie ist, sondern GWA Projekte quer durch die Republik inspiriert wird im „Handbuch Community Organizing“ (2015) deutlich.

4.3 Was meint „Gemeinwesen“?

Dass es die GWA nicht geben kann hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der zentrale Begriff „Gemeinwesen“ an sich schon sehr vielschichtig ist und – natürlich – unterschiedlich interpretiert wird (Barta 2017; May 2018; Stövesand 2018b). Der Gebrauch von „Gemeinwesen“ bewegt sich zwischen lokaler und religiöser Gemeinde, zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft, zwischen geographischem Ort und sozialen Beziehungen. In der GWA wird Gemeinwesen nicht selten gleichgesetzt mit einem Stadtteil oder Quartier oder ersetzt durch „Sozialraum“. Beides ist jedoch eine Engführung und wird dem Bedeutungshorizont des Begriffs nicht gerecht. Maren Schreier weist darauf hin, dass Gemeinwesen weder Territorien darstellen, noch singulär zu fassen sind, im Gegenteil: „‚Gemeinwesen‘ sind stets plural, heterogen und zudem oftmals äußerst widersprüchlich“ (2011, o.S.).

Der Terminus Gemeinwesen wurde als Übersetzung des englischen „Community“ eingeführt und semantisch schwingen dort „communication“ oder „common“ mit, das lateinische „communicare“ ist synonym für „etwas einander mitteilen, gemeinsam beraten, gemeinsam machen“ (Rausch 1998, S. 146–147). Der deutsche Begriff ist durch das Adjektiv „gemein“ bedeutungsgeschichtlich mit Gemeinschaft, Allgemeinheit, dem gemeinsamen Besitz, gemeinsamen Tun und dem gemeinsamen Ort verbunden. Hier finden sich bereits Anknüpfungspunkte für eine komplexe Konzeptualisierung von Gemeinwesenarbeit.

Wenn das Begriffsfeld wieder von unterschiedlichen Polen her systematisiert wird, so erscheinen Gemeinwesen zum einen im Sinne einer homogenen, zumeist örtlich verankerten menschlichen Gemeinschaft – „die“ Nachbarschaft, „wir“ in „unserem“ Viertel; zum anderen als sozial-räumliches Konstrukt, durchquert von Interessenunterschieden und Widersprüchen, die sich durch die miteinander verschränkten Ungleichheitskategorien von (mindestens) Klasse, Gender, „Rasse“/Ethnie und Körper beschreiben lassen (Winker und Degele 2009; Bitzan 2016).

In konservativen Auslegungen wird vor allem ein harmonisierendes Verständnis von Gemeinschaft, unter Ausblendung des Gesellschaftlichen und seiner Widersprüche nach vorne gestellt. Betont werden die „Gefühle eines gemeinsamen Bandes, einer gemeinsamen Identität, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit gemeinsamen Wertvorstellungen sowie gemeinsamer Anerkennung von Rechten und Pflichten für alle, die dazu gehören“ (Calouste Gulbenkian Foundation 1972, S. 14). Aktualisiert wurden diese Vorstellungen durch den Kommunitarismus (Etzioni 1995). Gegenwärtig sind solche Lesarten anschlussfähig für eine erstarkende Rechte, die sich gegen Pluralität und Internationalität für die Renaissance des Heimatbegriffs und das – zunehmend völkisch verstandene – Gemeinschaftliche stark macht.

In der marxistischen Tradition (Boulet et al. 1980; May 2018) wird hingegen unterschieden zwischen dem äußeren – territorialen, kategorialen, funktionalen – Gemeinwesen und dem inneren Gemeinwesen der Menschen. Das territoriale Gemeinwesen ist demnach charakterisiert durch die Siedlungsform als Ausdrucksform von gesellschaftlichen Verhältnissen, das kategoriale Gemeinwesen bezeichnet die gesellschaftliche Zuordnung von Menschen aufgrund gleicher Merkmale und das funktionale Gemeinwesen bezieht sich auf die Form der Organisation von Gesellschaft durch Institutionen. Die „äußeren“ Gemeinwesen sind Ausdrucksformen von (kapitalistischer) Gesellschaft und dialektisch vermittelt mit dem „inneren“ Gemeinwesen. Dies bezeichnet das „Wesen des Menschen als ‚Ensemble gesellschaftlicher Verhältnisse‘, als die Vielzahl gemeinsamer Lebensbedürfnisse“ und Ausdruck dieser Bedürfnisse, denen sie zunehmend entfremdet sind (Boulet et al. 1980, S. 156).

Birte Ludewig (2002, S. 62) definiert ausgehend von der kritischen, marxistisch fundierten Psychologie Gemeinwesen als ein soziales Gefüge, als einen Handlungsraum, der von den Subjekten hergestellt wird und von sozio-ökonomischen Ungleichheiten und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt ist, die sich in ihm und den Subjekten als „Widersprüche, Brüche, und Verzerrungen“ abbilden.

Unterbelichtet bleiben hier allerdings die Bedeutung des Räumlichen, des materiellen Kontextes von Subjektivität, Handeln und gesellschaftlicher Positionierung sowie die Wechselwirkung von Raum und Sozialem. Kessl und Reutlinger thematisieren diesen Zusammenhang über den Begriff des Sozialraumes. Sie sprechen von „wirkmächtige(n) Materialisierungen sozialer Prozesse“ (2010, S. 33). Demnach werden Räume „durch soziales Tun erst (re)produziert und bilden zugleich einen diese sozialen Prozesse prägenden und in diesem Sinne durchaus stabilen Verbund“ (2013, S. 129).

Die Definition im einschlägigen Handbuch zur Gemeinwesenarbeit versteht auf Basis dieser theoretischen Grundlagen Gemeinwesen im Kontext der GWA „als einen sozialen Zusammenhang von Menschen, der über einen territorialen Bezug (Stadtteil, Nachbarschaft), Interessen und funktionale Zusammenhänge (Organisationen, Wohnen, Arbeit, Freizeit) oder kategoriale Zugehörigkeit vermittelt ist bzw. darüber definiert wird (Geschlecht, Ethnie, Alter)“ (Stövesand und Stoik 2013, S. 16).

Gemeinwesenarbeit ist demzufolge viel mehr als „Stadtteilarbeit“, auch wenn sie historisch und gegenwärtig überwiegend in abgrenzbaren Gebieten, in benachteiligten Stadtteilen oder neu entstehenden Quartieren stattfindet.

5 Methodisches Handeln in der Gemeinwesenarbeit

Das Wesentliche in der Gemeinwesenarbeit ist, dass die Bestimmung von Themen und Problemen, deren Beschreibung sowie die Formulierung von Ideen, Zielen und Lösungen als Prozess angelegt ist, der sich auf einen größeren sozialen Zusammenhang richtet und diesen aktiv einbezieht, empowert, Selbstorganisierung fördert. Dabei kann es sich um eine personen- oder themenbezogene Community handeln, in der Regel sind es Bewohner*innen eines Stadtteils. Sie sind es, die den „Ton angeben“, d.h. die Definitionsmacht haben sollten.

Um ihre Themen herauszufinden und die Bedingungen für Veränderungshandeln zu klären, werden Sozialraum- oder Lebensweltanalysen durchgeführt (Deinet 2009; Riege und Schubert 2012; Spatschek und Wolf 2016). Diese sind dabei nicht „nur Ausgangspunkt, sondern fortwährendes Arbeitselement“ (Bitzan 2016, S. 377) der GWA.

Grundlegende Fragen für solche Analysen sind z.B.:
Wer sind die Menschen, um die es geht? Wie ist ihre sozio-ökonomische Situation? Was sind ihre Anliegen? Wie sind die Machtkontexte, d.h. wer sind die „Player“ im Gemeinwesen und wie die Verknüpfungen mit übergeordneten Strukturen? Wie hat sich der sozial-räumliche Zusammenhang historisch entwickelt? Welche Qualitäten und Restriktionen zeichnen ihn aus? Wie wird er von innen und wie von außen bewertet?

GWA braucht Sozialraumexpertise. Insbesondere wenn Gemeinwesenarbeiter*innen neu in einem Stadtteil sind empfiehlt es sich zunächst, abgesehen von der Informationsgewinnung durch quantitative Daten und Recherchen zur Geschichte, einen ausführlichen Stadtteilrundgang und teilnehmende Beobachtungen an zentralen Orten (Café, öffentlicher Platz) durchzuführen sowie, sich mit Schlüsselpersonen des jeweiligen Gemeinwesens zu one on ones zu verabreden – niedrigschwelligen Kennenlerngesprächen (relational interviews) um „persönlich-öffentliche“ Beziehungen aufzubauen (University of Denver 2014). Schlüsselpersonen sind Menschen, die viele andere kennen und deren Meinung etwas zählt. Das können lokale Politiker*innen sein, Vereinsvorsitzende, langjährige Bewohner*innen oder Kioskbesitzer*innen. Mit ihnen und/oder mit Bewohner*innen, die man über diese Kontakte kennenlernt, kann z.B. eine Stadtteilerkundung durchgeführt werden, bei der danach geschaut wird, was sie im Stadtteil mögen und was sie stört, was Ressourcen und Potenziale sind, was fehlt (wie z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzt*innen, Treffpunkte) und wo sie sich gern aufhalten.

Um herauszufinden, was Menschen bewegt und gleichzeitig schon in einen Veränderungsprozess zu kommen wird in der Regel eine aktivierende Befragung gemacht. Sie ist „die Verfahrensweise erster Wahl, wenn man sich in ein Wohnquartier begibt und dort nach Themen sucht, die mit Betroffenheit, Ärger, Neugier oder anderen Emotionen belegt sind. Um solche Themen herum sind Menschen aktiv“ (Hinte 2018, S. 211). Denkbar ist natürlich, dass der GWA von Trägerseite schon ein Auftrag vorgegeben ist oder eine Gruppe mit einem bestimmten Thema an die GWA herantritt, z.B. Neubau einer Unterkunft für geflüchtete Menschen im Quartier. Aber auch dann muss erkundet werden, was andere im Stadtteil dazu denken und (tun)wollen, um das Thema durchsetzungsstark und demokratisch – was nicht nur Mehrheiten, sondern auch Werte meint – bewegen zu können.

Die Methode der aktivierenden Befragung entstammt der Aktionsforschung (Kurt Lewin) und beinhaltet ein bestimmtes Ablaufschema, zu dem neben „Eisbrechern“, „Mundöffnern“ auch Ideen- und Aktionsfragen sowie konkrete Verabredungen für ein weiteres Vorgehen gehören (Lüttringhaus und Richers 2019). Gemeinwesenarbeiter*innen erkunden an Haustüren, „über spontan initiierte Hausversammlungen, Gruppengespräche in Fluren, an Plätzen oder Geschäften, Kontaktaufnahme in Kneipen, beim Friseur oder beim Spielfest für Kinder aufmerksam die Interessen der Wohnungsbevölkerung“ (Hinte 2018, S. 209), ermutigen zu Artikulation und unterstützen bei Aktionen. Diese niedrigschwellige Herangehensweise ist nicht zuletzt wichtig, um Menschen zu erreichen, die sich eher selten öffentlich äußern. Insgesamt ist immer zu berücksichtigen: „Frauen und Männer, MigrantInnen und Alteingesessene, ärmere und wohlhabendere Bevölkerungsgruppen erleben ihre Wohn- und Lebensquartiere unterschiedlich und haben andere Bedürfnisse für die Gemeinwesenentwicklung“ (Bitzan 2016, S. 237). Um das nicht zu übergehen brauchen GWAler*innen intersektionale Perspektiven (Gebrande et al. 2017) und u.a. Gender- und interkulturelle Kompetenz.

Zur Gemeinwesenarbeit gehört maßgeblich die Arbeit mit Gruppen. Um Veränderungsanliegen und konkrete Gestaltungsideen in kollektiven Prozessen zu erarbeiten werden beteiligungsorientierte Gruppenmethoden wie z.B. die Zukunftswerkstatt genutzt (Stracke-Baumann 2012): über ein im Kern 3-phasiges Verfahren der Kritik-, der Utopie- und der Realisierungsphase können sich Empörung, Wünsche /Erfindungen und das Expert*innenwissen der Menschen vor Ort bzw. der entsprechenden Community ausdrücken und entfalten. Die partizipatorische und kreative Arbeit mit Gruppen findet auch in Form von World Cafés, (Troxler 2013) Planning for Real (Schwarz 2018), „Wunschproduktionen“ (Ag Park Fiction 1997; Stövesand 2005), Film- und Theaterprojekten (z.B. GWA St. Pauli 2014) statt.

Weitere relevante Methoden sind die Beratung zwischen „Tür und Angel“ (Hollstein-Brinkmann und Knab 2016), d.h. in offenen und informellen Settings; die alltagsorientierte, transformierende Bildungsarbeit (Freire 2007, Oehler 2018), Beziehungsarbeit, die – wie in allen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit – auch in der GWA eine wichtige Grundlage und Bestandteil professionellen Handelns ist (Gahleitner 2017); die Schaffung von Kommunikations- und Begegnungsräumen, z.B. durch offene Caféangebote, Flohmärkte und Nachbarschaftsfeste; materielle Ressourcenerschließung z.B. Formen solidarischer Ökonomie, wie Tauschringe, Gründung von Genossenschaften (Elsen 2011); des weiteren kommunale Sozialplanung, Gemeinwesenmediation (Götz und Schäfer 2008) oder auch bestimmte Formen der politischen Einflussnahme, z.B. über die Organisation von Statteilkonferenzen, „Go-In“, Öffentlichkeitskampagnen oder dem Verhandeln an Runden Tischen (Fischer et al. 2003; Früchtel, et al. 2013; Stövesand et al. 2013).

GWA ist also selbst keine Methode, sondern kombiniert und integriert je nach Situation unterschiedliche Formen professionellen Handelns. Gemeinwesenarbeit heißt immer, „Problemlagen über individualistische und methodische Einengungen hinaus präventiv, aber auch nach ihrer Entstehung zu verhindern bzw. zu bearbeiten“ (Hinte 1989, S. 34).

Um Problemlagen nicht zu individualisieren ist das GWA-Prinzip der Verbindung von persönlichen Erfahrungen mit den gesellschaftlich-strukturellen Bedingungen instruktiv für das professionelle Handeln. Strukturen, welche die Lebenssituationen der Einzelnen prägen sind u.a. Regeln und Normen, das Bildungswesen, eine weiße, christlich geprägte Dominanzkultur, die Geschlechterordnung sowie die Besitz- und Produktionsverhältnisse. So abstrakt das klingt, gemeint ist damit, dass eine individuell erlebte Situation, z.B. häusliche Gewalt oder das angegriffen Werden aufgrund des Tragens eines Kopftuches oder einer Kippa, auf ihren gesellschaftlichen Hintergrund hin befragt werden. Verhalten wird so in Beziehung zu den Verhältnissen gesetzt. Dies geschieht in Einzelgesprächen mit den Betroffenen, darüber hinaus versucht man jedoch, andere Menschen zu finden, die diese Diskriminierungserfahrung teilen oder die das Thema für wichtig halten, um es gemeinsam weiter zu bewegen. Die damit verbundenen Diskussionen, Recherchen und Erkenntnisse sind Teil einer lebensweltorientierten Bildungsarbeit und können idealerweise zu einer öffentlichen Thematisierung – in Zeitungen, sozialen Medien, durch Veranstaltungen, Einschaltung Antidiskriminierungsstelle – führen. Im gemeinsamen Reden und Tun entfaltet sich ein Prozess des kollektiven Empowerments, in dem Vereinzelung und Ohnmachtsgefühle überwunden werden können.

In eine ähnliche Richtung geht das Prinzip des Arbeitens in sozial-räumlicher Perspektive. Es steht konzeptionell dafür, dass GWA die Adressat*innen und ihre Themen als eingebettet in überindividuelle soziale und räumliche Zusammenhänge begreift, diese kritisch reflektiert und sie weder isoliert voneinander analysiert noch bearbeitet, sondern ganzheitlich.

6 Finanzierung und Akteur*innen in der Gemeinwesenarbeit

Gemeinwesenarbeit ist einerseits ein traditionsreiches Konzept und Arbeitsfeld, andererseits fehlt es ihr an einer eigenständigen Finanzierung. Sie ist im Sozialrecht nicht vorgesehen, materiell und institutionell zumeist nicht ausreichend abgesichert und fachlich tendenziell „unsichtbar“, da sie oft unter anderen Bezeichnungen durchgeführt wird. Anders gesagt: Nicht überall wo GWA drin ist, steht GWA drauf, denn sie ist in unterschiedlichen Fachressorts, Politikfeldern und Programmatiken verortet. Das resultiert in einer breiten Streuung der Finanzierungsquellen und damit einhergehender Zielstellungen der GWA-Projekte.

6.1 Programme, Finanzierungsquellen und ihre Fallstricke

Erste Ergebnisse eines aktuellen „Forschungsprojektes zur Verankerung von Gemeinwesenarbeit“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Sektion GWA der DGSA (Fehren, Martin und Schreier) belegen dies. Die Forschungsgruppe erhebt und analysiert die institutionellen, finanziellen und programmatischen Entwicklungstendenzen professioneller Gemeinwesenarbeit (GWA) im deutschsprachigen Raum systematisch. Demnach umfasst das Spektrum der Verankerung von GWA unter anderem Jugendhilfe, Wohnen, Stadtplanung/Stadtentwicklung, Soziokultur, interkulturelle Stadtteilarbeit, die Arbeit mit älteren oder mit geflüchteten Menschen; ebenso Inklusion, Integration, Verhinderung von Obdachlosigkeit, Mehrgenerationenwohnen und Erwachsenenbildung. Eine wichtige Finanzierungsquelle sind z.B. die Länder- und Bundesprogramme „Soziale Stadt“, hier wird jedoch selten von GWA gesprochen, sondern von „Stadtteilmanagement, Quartiermanagement, Quartiersarbeit, Regionalentwicklung oder Sozialraumkoordination“ (Hinte 2018, S. 210). Daneben kommen Fördergelder u.a. aus regionalen oder trägerspezifischen Projekttöpfen, Stiftungsmitteln oder dem Mietermanagement von Wohnungsgesellschaften.

Die Heterogenität und die damit oft zusammenhängende Prekarität von Stellen, Strukturen, Projekten stellen hohe Anforderungen an die in der GWA tätigen Personen. GWA variiert zwischen prekärem Projektstatus und verlässlicher Dauerförderung, Mischfinanzierung ist häufig anzutreffen. Selbst in vermeintlich abgesicherter GWA müssen regelmäßig vielfältige und komplexe Antrags- und Akquiseprozeduren erledigt werden, deren Aufwand, so scheint es, oft nicht annähernd im Verhältnis zum „Ertrag“ respektive zum professionellen Selbstverständnis steht.

Die Mittelakquise und -absicherung wird, so scheint es, auch dadurch erschwert, dass GWA oft „Arbeit im Hintergrund“ ist, die in Kooperation mit weiteren Akteur*innen stattfindet. Die sicht- und greifbaren Wirkungen und Ergebnisse der Gemeinwesenarbeit werden seitens Politik und Gesellschaft gerne angenommen. Die dahinterliegenden, zum Teil konflikthaften und aufwändigen sozialen Prozesse, deren Bearbeitung GWA im Wesentlichen ausmachen, lassen sich nicht „kurz und knackig“ an Entscheidungsträger*innen vermitteln oder werden von diesen nicht zur Kenntnis genommen.

In den Finanzierungen und Fördersträngen spiegeln sich aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und dominante politische Programmatiken. Unterschieden werden muss deshalb „zwischen fachlich begründeten Konzepten der Gemeinwesenarbeit und einer Praxis der GWA, die auch durch politische Programmatiken und Vorstellungen beeinflusst wird“ (Stoik 2018, S. 76,77).

6.2 Die GWA-Community und ihre Netzwerke

Die Traditions- und Fördervielfalt von GWA spiegelt sich auch in ihren professionellen Zusammenhängen. Die Settlementbewegung vernetzte sich schon früh (1926) international in der International Federation of Settlements and Neighbourhood Centres, die bis heute existiert und 2016 ihre globale Tagung in Berlin durchführte. Auf Bundesebene haben sich die Nachbarschaftsheime und ähnliche Einrichtungen im Verband für sozialkulturelle Arbeit (www.vska.de) zusammengeschlossen. Gemeinwesenarbeit, die sich aus den soziokulturellen Aufbrüchen der 1970er Jahren speist (Sievers 1982) ist eher in der Bundesvereinigung sozio-kultureller Zentren (www.soziokultur.de/bsz/) vertreten. Im Forum Community Organizing arbeiten Personen und Institutionen zusammen, die den Schwerpunkt auf die Frage der Organisierung von marginalisierten Menschen und Interessen legen (www.fo-co.info). Die Kirchen beziehen sich in ihrem ökumenischen Programm Kirche findet Stadt (www.kirche-findet-stadt.de) auf die Gemeinwesenarbeit. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit (www.bagsozialestadtentwicklung.de) versteht sich als Lobby für eben diesen Bereich, zu den Mitgliedern gehören u.a. der AWO Bundesverband, die Stiftung Mitarbeit, Caritasverbände und Diakonien sowie diverse Landesarbeitsgemeinschaften der Gemeinwesenarbeit. Aktive aus all diesen Zusammenhängen treffen sich seit Jahrzehnten jedes zweite Jahr im Rahmen der bundesweiten GWA-Werkstatt (http://www.ba-kd.de/programm/fachtagung-18-werkstatt-gemeinwesenarbeit/) und/oder auch in der Sektion Gemeinwesenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (www.dgsa.de/sektionen/gemeinwesenarbeit) und den regelmäßigen Tagungen zur Stadtentwicklung der Hochschule Nordwestschweiz in Basel oder der evangelische Akademie in Loccum zur Bürgerbeteiligung. Darüber hinaus sind Akteur*innen aus der GWA an vielen weiteren Netzwerken beteiligt wie z.B. Recht auf Stadt, der Gemeindepsychiatrie oder der Mehrgenerationenhäuser. Auf den Seiten stadtteilarbeit.de und quarternet.de finden sich Informationen zu GWA Projekten, zu GWA Geschichte und Theorie.

6.3 Die Praktiker*innen

Konkret durchgeführt wird GWA (zumeist) von Sozialarbeiter*innen. Ihr Wissen und ihre methodischen Kompetenzen, ihre Haltung und das Selbstverständnis sollen den oben genannten Zielen, Prinzipien und Aufgaben entsprechen – sicherlich keine geringe Anforderung. Aufgrund der konzeptuellen Ausrichtung und Aufgabenbeschreibung von GWA sitzen sie nicht selten zwischen allen Stühlen: „In diesem Spannungsfeld zwischen Auftraggebern, denen ökonomische Effizienz wichtig ist und Menschen, die existenzielle Bedürfnisse haben, ist es für GemeinwesenarbeiterInnen nicht immer leicht zu intervenieren. Einerseits geht es um das öffentlich Machen von strukturellen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, andererseits ist der eigene Auftraggeber Teil dieses Verwaltungssystems“ (Sektion GWA DGSA und Muckenfuss 2010, o.S.). Die daraus entstehenden Konflikte sind kein „Betriebsunfall“, sondern gehören faktisch zur Rolle von Gemeinwesenarbeiter*innen und müssen mit professionellen Mitteln bearbeitet werden.

Zu bedenken ist, dass das, was im Arbeitsfeld GWA geschieht, „im Wesentlichen gerahmt durch die Vorgaben der jeweiligen Anstellungsträger“ ist (Hinte 2018, S. 210) und nicht immer„ sind Anstellungsträger so unabhängig, dass sie bei Auseinandersetzungen und gerade bei öffentlich ausgetragenen Konflikten ihren Fachkräften die wünschenswerte Rückendeckung geben können oder wollen“ (Hinte 2018, S. 212). Da braucht es schon professionelle Klarheit und die gute Einbindung in verschiedene Netzwerke, um handlungsfähig zu bleiben (Heiner 1998; Mullaly 2007, S. 331 ff.).

7 Fazit und Ausblick

Abschließend werden in fünf Punkten Bedeutung, Bedingungen und Perspektiven von GWA herausgestellt:

1. Fachlichkeit von GWA: Ein traditionsreiches, fachlich gesättigtes, mehrdimensionales Konzept Sozialer Arbeit wie die Gemeinwesenarbeit bietet, ergänzend zur Einzelfallarbeit, eine gute Grundlage für den professionellen Umgang mit komplexen sozialen Problemen. Ihre ganzheitliche, sozialraumorientierte Zugangsweise ermöglicht es, größere soziale Zusammenhänge analytisch zu erfassen und methodisch zu bearbeiten.

2. Wider die kurzfristige Projektlogik: Erforderlich sind dafür allerdings entsprechende Ressourcen. Neben der, tendenziell im Studium vernachlässigten Ausbildung von GWA-Fachwissen und einer bundesweiten Klärung und Reform der Finanzierung von GWA sind das insbesondere Zeit und Kontinuität. Die immer gängigeren kurzfristigen Projektlogiken passen nicht zu der Prozesshaftigkeit der GWA-Arbeit.

3. GWA wirkt gegen Politikverdrossenheit, Populismus und stärkt Demokratie: Aktuell und perspektivisch wird die Förderung von tragfähigen sozialen Netzwerken und die Ausbildung sozialer, kultureller, politischer und materieller Teilnahme/Teilhabe gesellschaftlich immer bedeutsamer und dringlicher. Hierzu soll ein Aspekt von vielen herausgegriffen werden:

Menschen aus sozial marginalisierten Stadtvierteln und Bevölkerungsgruppen haben in den formellen demokratischen Institutionen (Regierung, Parlamente, Parteien) kaum eine eigene Stimme, sie sind hier wenig vertreten und ihre Wahlbeteiligung ist auffällig niedrig. Dazu kommt, dass die Ablehnung demokratischer Werte wächst und politischer Populismus Raum greift (Mounk 2018; Vehrkamp und Wratil 2017). Genau hier wird GWA zunehmend gebraucht. „GWA darf nicht mit organisierter Politik verwechselt werden und kann diese auch nicht ersetzen“ (Oelschlägel 2007, S. 31), aber Gemeinwesenarbeit ist immer auch Arbeit an der (lokalen) Demokratie. Ihr direkter Kontakt zu zahlreichen Menschen und die vielen persönlichen Gespräche; die alltagsnahe, niedrigschwellige Förderung politischer Bildung, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und des Zusammenhalts im gemeinsamen Handeln können einen Beitrag dazu leisten, diesen Trend zu stoppen.

Gemeinwesenarbeit sollte allerdings sorgfältig prüfen, welcher Art Zusammenhalt und Gemeinschaft befördert wird, ansonsten könnte sich der Kreis schließen zu einer erneuten politischen Funktionalisierung von Nachbarschaften und Gemeinschaftlichkeit für die Formierung nationalistischer und ausgrenzender Politiken.

4. Offenheit und klare Kante: Anscheinend produziert eine Gesellschaftsform, die im Zeichen des neoliberalen, globalisierten Kapitalismus die permanente Veränderung, Konkurrenz und Unsicherheit zum grundlegenden Zustand gemacht hat, damit zugleich Widerstände und Gegenentwürfe. Eine „der unbeabsichtigten Folgen des modernen Kapitalismus ist die Stärkung des Ortes, die Sehnsucht der Menschen nach der Verwurzelung in einer Gemeinde“ (Sennett 1998; S. 189). Gerade die Entgrenzung sozialer Räume, die Vervielfältigung von Lebensoptionen, all die Deregulierungen und Flexibilisierungen sowie die Delegitimierung von Institutionen (z.B. Parlament, Parteien, Kirchen) erzeugen das Bedürfnis nach Halt, nach Identität. Diese Bedürfnisse sind jedoch ambivalent. Sie können sich, und das geschieht zunehmend, über Ab- und Ausgrenzungsstrategien artikulieren.

GWA muss immer offen sein für die Anliegen und Sorgen, die von Einzelnen an sie herangetragen werden. Wenn sich hinter der Besorgnis von Bürger*innen aber vor allem Ressentiments und die Ablehnung von allem, was nicht im traditionellen oder gar völkischen Sinne deutsch ist; wenn sich dahinter gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassismus verbergen, muss GWA das auch so benennen. Will sie ihre Verpflichtung auf die geltenden Grundwerte, die Achtung der Menschenrechte und den Berufskodex der Sozialen Arbeit wirklich ernst nehmen, kann sie in dieser Situation nicht für eine akzeptierende Arbeit stehen.

5. Kooperation und konkrete Utopien: Gemeinwesenarbeit hat Expertise darin, Menschen zusammenzubringen. Sie kann unter Thematisierung ihrer Unterschiedlichkeiten dazu beitragen, einen gemeinsamen Grund zu finden und Kooperation fördern. GWA hilft dabei, konkrete Vorstellungen davon zu entwickeln, dass und wie die eigene Unzufriedenheit und Not verändert werden können. Sie ermutigt Adressat*innen Sozialer Arbeit, Bilder eines besseren Lebens nicht nur zu entwerfen, sondern sie – konkret und kleinräumig – umzusetzen.

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9 Informationen im Internet

Autorin
Prof. Dr. Sabine Stövesand
HAW Hamburg, Fakultät Wirtschaft und Soziales, Department Soziale Arbeit
Professorin für Soziale Arbeit
Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)
Sprecherin der Sektion Gemweinswesenarbeit in der DGSA
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Zitiervorschlag
Stövesand, Sabine, 2019. Gemeinwesenarbeit [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 28.01.2019 [Zugriff am: 24.04.2019]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Gemeinwesenarbeit

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veröffentlicht am 28.01.2019

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