Hörtechnische Grundausbildung
Prof. Dr. Carl Heese
veröffentlicht am 10.07.2025
Die Hörtechnische Grundausbildung ist eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme mit dem Ziel, gehörlosen oder schwer hörbeeinträchtigten Personen und solchen, die davon bedroht sind, eine Grundrehabilitation zu ermöglichen, mit der die allgemeinen Fähigkeiten zur Teilhabe an Alltag und Beruf gestärkt werden.
Die Maßnahme ist für Personen vorgesehen, die grundsätzlich eine Berufsausbildung oder eine Umschulung aufnehmen wollen, die aber aufgrund ihrer Beeinträchtigung noch nicht ausreichend ausbildungsfähig sind. Sie wird von Berufsbildungswerken und Berufsförderzentren angeboten und dauert zwischen drei und sechs Monaten. Die Finanzierung erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit, sofern diese der zuständige Träger der Rehabilitation ist. Als typische Inhalte werden die folgenden angegeben:
- Sprachtraining
- Hörtraining für Hörgerät- oder Cochlea-Implantatträger
- Erarbeitung und Training einer Hörtaktik
- Einsatz von Schriftdolmetschern, lautsprachbegleitenden Gebärden und technischen Hilfen
- Audiotherapie
- Kommunikationstraining
- Training zur Steigerung der Konzentrations- und Belastungsfähigkeit
Wissenschaftliche Evaluationen zur HTG liegen nach unserer Kenntnis bislang nicht vor.
Quellenangaben
Bundesagentur für Arbeit, 2025. Grundausbildung für Menschen mit hochgradigen Seh- oder Hörbehinderungen beantragen [online]. Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit [Zugriff am: 07.07.2025]. Verfügbar unter: https://www.arbeitsagentur.de/datei/​behinderungsbedingt-erforderliche-grundausbildung_ba041939.pdf
Verfasst von
Prof. Dr. Carl Heese
Professur für Rehabilitation an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg
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