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Kinder- und Jugendhilfegesetz

Abkürzung: KJHG

Geltungsbereich: Deutschland

Rechtlicher Disclaimer: Herausgeber und AutorInnen haften nicht für die Richtigkeit der Angaben. Beiträge zu Rechtsfragen können auf Grund geänderter Rechtslage schnell veralten. Sie ersetzen keine individuelle Beratung.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) war ein Bundesgesetz mit 24 Teilen (Artikeln), aufgrund dessen das zuvor geltende Gesetz für Jugendwohlfahrt (JWG) abgelöst wurde. Mit dem KJHG ist dessen Art. 1: „Achtes Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII)“ in das Sozialgesetzbuch (SGB) eingefügt worden. Das SGB VIII stellt die wichtigste bundesrechtliche Rechtsgrundlage für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland dar.

Überblick

  1. 1 Bezeichnungen und Geltungsbereich
  2. 2 Entstehungsgeschichte
  3. 3 Literaturhinweise

1 Bezeichnungen und Geltungsbereich

Die offizielle Bezeichnung des KJHG war: Gesetz zur Neuordnung des Kinder- und Jugendhilferechts (Kinder- und Jugendhilfegesetz – KJHG) vom 28.6.1990 (BGBl I S. 1163). Da die Art. 2 bis 24 KJHG (mit Änderungsvorschriften betreffend andere Gesetze und mit Übergangsvorschriften) inzwischen obsolet geworden sind, ist nur noch das SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe (also: der frühere Art. 1 KJHG) von praktischer Relevanz. Aus diesem Grund sollte durchgängig der Begriff „SGB VIII“ anstelle des früher häufig genannten Begriffs „KJHG“ verwendet werden. Geltungsbereich des KJHG bzw. des SGB VIII ist die Bundesrepublik Deutschland seit der Wiedervereinigung.

2 Entstehungsgeschichte

Die erste reichsgesetzliche Rechtsgrundlage für die Kinder- und Jugendhilfe (früher: Jugendwohlfahrt genannt) war das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) von 1922/1924. Dieses wurde im Jahre 1961 - nach ersten Änderungen in den 1950-er Jahren – durch das Gesetz für Jugendwohlfahrt (JWG) abgelöst. Beide Gesetze waren primär ordnungsrechtlicher und weniger leistungsrechtlicher Natur. Erst mit dem KJHG/SGB VIII kam es 1990/1991 zu einer Realisierung von über Jahrzehnte hinweg verfolgten Reformvorstellungen im Hinblick auf die Schaffung eines modernen Leistungsgesetzes für die Kinder- und Jugendhilfe. Das KJHG war mit dem SGB VIII in den neuen Bundesländern am 03.10.1990 und in den alten Bundesländern am 01.01.1991 in Kraft getreten.

Hinweis auf den Beitrag zum SGB VIII
Im Übrigen wird auf den wesentlich ausführlicheren Beitrag in socialnet Lexikon zum „SGB VIII – Achtes Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe“ verwiesen.

3 Literaturhinweise

Hasenclever, Christa, 1978. Jugendhilfe und Jugendgesetzgebung seit 1900. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-03131-5

Sachße, Christoph, 2018. Die Erziehung und ihr Recht: Vergesellschaftung und Verrechtlichung von Erziehung in Deutschland 1870–1990. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-3778-4 [Rezension bei socialnet]

Wabnitz, Reinhard Joachim, 2015. 25 Jahre SGB VIII: Die Geschichte des Achten Buches Sozialgesetzbuch von 1990 bis 2015. Berlin: Eigenverlag der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ). ISBN 978-3-943847-07-9

Wiesner, Reinhard, 2011. Die Entwicklung des Kinder- und Jugendhilferechts. In: Johannes Münder, Reinhard Wiesner und Thomas Meysen, Hrsg. Kinder- und Jugendhilferecht: Handbuch. 2. Auflage. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft. ISBN 978-3-8329-5364-5

Autor
Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard Joachim Wabnitz
Assessor jur., Magister rer. publ., Ministerialdirektor a.D.;
Professur für Rechtswissenschaft, insbesondere Kinder- und Jugendhilferecht und Familienrecht an der Hochschule RheinMain, Fachbereich Sozialwesen, Wiesbaden;
Mitgliedschaften in zahlreichen Organisationen und Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland; 1991 bis 1994 Leiter der Abteilung Kinder und Jugend, Zivildienst im damaligen Bundesministerium für Frauen und Jugend; 1994 bis 1998 Leiter der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
Vorsitzender der unabhängigen Sachverständigenkommission für den 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung 2010 bis 2013;
Autor von ca. 400 wissenschaftlichen Abhandlungen und Fachveröffentlichungen, darunter 40 Buchpublikationen und zahlreiche Rechtsgutachten
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Es gibt 2 Lexikonartikel von Reinhard Joachim Wabnitz.


Zitiervorschlag
Wabnitz, Reinhard Joachim, 2019. Kinder- und Jugendhilfegesetz [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 24.05.2019 [Zugriff am: 21.07.2019]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Kinder-und-Jugendhilfegesetz

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Autor

Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard Joachim Wabnitz
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veröffentlicht am 24.05.2019

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