Ko-Konstruktion
Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf
veröffentlicht am 24.08.2025
Ko-Konstruktion bezeichnet in der Sozialen Arbeit, Beratung und Therapie einen kooperativen, dialogischen Prozess, in dem Fachkräfte und Klient:innen bezugnehmend auf ein Thema gemeinsam Bedeutung herstellen, Lösungen entwickeln und die soziale Wirklichkeit gestalten. Konstitutiv für Ko-Konstruktion ist, dass Fachkräfte nicht für ihre Klient:innen entscheiden, sondern gemeinsam mit ihnen.
Überblick
- 1 Zusammenfassung
- 2 Ko-Konstruktion in verschiedenen Anwendungsbereichen
- 3 Kernprinzipien ko-konstruktiver Arbeit
- 4 Vorteile ko-konstruktiven Arbeitens
- 5 Ausgewählte Praxisbeispiele ko-konstruktiver Arbeit
- 6 Herausforderungen und Grenzen der Ko-Konstruktion
- 6.1 Herausforderung in Zwangskontexten
- 6.2 Herausforderung in interkulturellen Kontexten
- 6.3 Herausforderung in heterogenen Gruppen
- 6.4 Herausforderung bei eingeschränkten Sprachkenntnissen
- 6.5 Herausforderung aufgrund von psychischen Erkrankungen
- 6.6 Herausforderung aufgrund von Zeit- und Ressourcenmangel
- 7 Quellenangaben
1 Zusammenfassung
Der Begriff „Ko-Konstruktion“ setzt sich zusammen aus den „Ko“, was „gemeinsam“ bedeutet, und „Konstruktion“,was sich mit „erschaffene Gegebenheit“ übersetzen lässt (Schmitt und Simon 2020, S. 11 ff.). Der Ausdruck wird vor allem in der Pädagogik, Psychologie, Soziologie und Sozialen Arbeit – sowie weniger umfänglich auch im Personalmanagement – genutzt. Die Bedeutungsinhalte und Schwerpunkte, die mit Ko-Konstruktion verknüpft werden, variieren allerdings ebenso wie die Bezeichnungen der Menschen, mit denen ko-konstruiert wird.
Je nach Arbeitsbereich werden diese u.a. als Klient:innen, Kund:innen, Patient:innen, Betreute oder Schutzbedürftige tituliert, was mit teils unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen einhergeht. Ein weiterer Begriff, der in seiner Bedeutung neutral gehalten ist und in unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, ist „Adressat:innen“. Die Ko-konstruktion wird von Fachkräften und Adressat:innen gemeinsam vollzogen.
Dausendschön-Gay, Gülich und Krafft legen dar, dass das zunächst linguistische Konzept der Ko-Konstruktion zur Beschreibung von Äußerungen entwickelt wurde, die von mehreren Menschen gemeinsam formuliert werden (Dausendschön-Gay et al. 2015, S. 12). Sie erweitern dies auf jedwede soziale Ereignisse, die von den Beteiligten gemeinsam hervorgebracht werden und schreiben: „Für das Konzept der Ko-Konstruktion bzw. des Ko-Konstruierens bedeutet dies, dass es nicht mehr ausschließlich die gemeinsame Formulierungsarbeit der Beteiligten modelliert, sondern alle Formen des gemeinsamen Handelns einschließt, sofern die Koproduzenten ihre Orientierung auf ein anzustrebendes Ziel der Interaktion sich gegenseitig erkennbar machen“ (ebd.). Ko-Konstruktion basiert auf der Annahme, dass es in interaktiven, kommunikativen Kontexten nicht die eine objektive Wahrheit gibt, sondern dass Wirklichkeit im Dialog zwischen den Beteiligten sozial ausgehandelt, gedeutet und verändert werden kann. Die konstruktive Qualität menschlicher Wirklichkeiten wird in den Sozialwissenschaften unter dem Begriff Konstruktivismus diskutiert. Der Ansatz geht davon aus, dass Wissen durch soziale Aushandlungsprozesse ko-konstruiert wird (König 2010, S. 15 f.; Wyrobnik 2014, S. 125 ff.). Ein ko-konstruktives Vorgehen beinhaltet, Wirklichkeit(en) diskursiv herzustellen und zu berücksichtigen, dass multiple Wirklichkeiten existieren, die das Resultat individueller Bewertungen sind – mithin also auch anders konstruiert werden können.
In Anknüpfung daran heben Pils und Pils hervor, dass sich Ko-Konstruktion als Interventionsmethode „auf die Auffassung des sozialen Konstruktivismus, wonach Lernen durch Zusammenarbeit stattfindet, also ‚ko‘-konstruiert wird“, berufe (Pils und Pils 2011, S. 188). Ludewig betont ebenfalls, Fachkräfte „ko-konstruieren die Anliegen, handeln ihre Aufträge aus und vereinbaren die Ziele zusammen mit ihren Kunden“ (Ludewig 1999, S. 14). Auch Schulze schildert, dass die Konstitution komplexer sozialer Systeme (Menschen, Familien, Institutionen, Gesellschaften etc.) aus konstruktivistischer Sicht ein ständig wechselnder, kreativer und dynamischer (Kommunikations-) Prozess sei, in dem Wirklichkeit als eine soziale, interdependente Ko-Konstruktion erzeugt werde (Schulze 2004, S. 120).
„Menschen leben und handeln in einer Vielheit von ‚Beschreibungswelten‘, die durch Sprache als vermittelte gesellschaftliche Wechselbeziehung mit anderen Menschen definiert werden“ (ebd.). Wenn Menschen in der Konstruktion von Wissen kooperierten, konstruierten sie gleichzeitig die für die Interaktion gültigen Regeln und stellten durch die Teilnahme an der Ko-Konstruktion sicher, dass diese gegenseitige Achtung erführen (Schulze 2004, S. 120). Daran anschließend geht Williams davon aus, dass grundsätzlich jeder Erziehungs-, Entwicklungs- und Bildungsprozess als eine Form der Ko-Konstruktion und Ko-Evaluation biologischer (körperlicher), psychischer und sozialer Systeme verstanden werden könne (Williams 2007, S. 81).
2 Ko-Konstruktion in verschiedenen Anwendungsbereichen
Youniss (1978) verknüpft mit Ko-Konstruktion vor allem die kooperative Sozialisation unter Gleichaltrigen und Freunden, wohingegen Wygotski Ko-Konstruktion als einen pädagogischen Ansatz versteht, der sich dadurch auszeichnet, dass Kinder und Erwachsene gemeinsam ihr Wissen und ihre Fähigkeiten erweitern (Textor 2000).
Im Management wird auf Ko-Konstruktion vor allem im Kontext des Führungsverhaltens eingegangen. Darauf rekurrierend erklären Güntner und Kauffeld, dass Führung nicht nur eine führende Person voraussetze, sondern auch Personen, die sich führen lassen (Günter und Kauffeld 2021, S. 553 f.). Das setze voraus, dass Führende und zu führende Personen zumindest partikular über eine geteiltes Verständnis von Wirklichkeit verfügen, dieses in ihrer Interaktion also ko-konstruieren.
Engel meint, in einem ko-konstruktiven Prozess agieren Fachkräfte minimalistisch, indem sie mit Blick auf die Problemgeschichte minimalinterventiv und -investigativ vorgingen. Die Entscheidungs-, Planungs- und Handlungskompetenz blieben dabei in den Händen der Klient:innen. Dominierend seien dabei Empowerment, der Fokus auf das System, die Lebenswelt und den Alltag der Adressat:innen, deren Ressourcen und Netzwerke sowie der Austausch über Narrationen von Lösungswegen (Engel 2008, S. 203).
In der Sozialen Arbeit, in der Systemischen Beratung und in therapeutischen Kontexten bezieht sich Ko-Konstruktion auf Themen, Prozessschritte und möglich Lösungen, die Fachkräfte unter Anerkennung der Lebenswirklichkeit und Ressourcen ihrer Adressat:innen gemeinsam mit diesen erarbeiten, besprechen und beurteilen. Ko-Konstruktion basiert auf der Überzeugung, dass erfolgreiche Arbeit voraussetzt, dass die Fachkraft und deren Klient:in sich über das Wesen des Arbeitsprozesses, über die zu setzenden Ziele und die zu gehenden Schritte verständigen. Das beinhaltet, dass sie ihre jeweiligen Wahrnehmungen und Interpretationen mitteilen und aufeinander abstimmen, wodurch sie eine geteilte Wirklichkeit konstruieren (Westphal 2023; Schmidt und Smidt 2021; Kleve 2018; Simmons und Watson 2017; Cooper 2001). Diesem Verständnis nach ist Ko-Konstruktion der sich interaktiv vollziehende Aushandlungsprozess zwischen Fachkraft und Klient:in über das, was ist bzw. sein soll.
Für die Arbeit mit Klient:innen lässt sich festhalten, dass ko-konstruktives Arbeiten essenziell ist. Ko-konstruktives Arbeiten kann Konfliktpotenzial reduzieren, Klient:innen zur Teilnahme am Geschehen motivieren und nachhaltige Erfolge von Interventionen wahrscheinlich machen. Wer ko-konstruktiv vorgeht, setzt anstelle von vorgefertigten Angeboten auf eine gemeinsame Entwicklung von Wegen in komplexen Lebenslagen. Wenn sie gelingt, ermöglicht Ko-Konstruktion eine dem jeweiligen Fall angemessene, lebensweltorientierte Erarbeitung von Herangehensweisen, Linderungen – und im Idealfall Lösungen – für Probleme. Um das leisten zu können, ist unabdingbar, dass Fachkräfte über hinreichende Gesprächskompetenz, Empathie, Offenheit für Neues und Ambiguitätstoleranz verfügen.
3 Kernprinzipien ko-konstruktiver Arbeit
Konstitutiv für Ko-Konstruktion ist, Wirklichkeit mit Klient:innen zu gestalten, statt Prozesse für sie zu erarbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass den Fachkräften gelingt, sich die Lebenswelt ihrer Klient:innen zu erschließen (Grunwald und Thiersch 2004). Handlungsleitend ist dabei, Klient:innen dabei zu unterstützen, zu erkennen, dass nie nur eine Möglichkeit existiert, wie vorgegangen werden kann. Dieses Kontingenzbewusstsein finden Ausdruck im Ansinnen, stets so zu handeln, „dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst“ (Foerster in Pörksen 2002, S. 40). So zu agieren ist gerade in dynamischen Umwelten (und Lebenswelten) gut geeignet, um fallspezifische, kontextsensible Unterstützung zu leisten. Kernprinzipien eines solchen Vorgehens sind Subjektorientierung, Beziehungsarbeit, Ressourcenorientierung, Reflexivität und Partizipation.
3.1 Subjektorientierung
Unter Subjektorientierung lässt sich eine professionelle Haltung und Handlungsweise verstehen, bei der die Lebenswelt, die Perspektive und die Selbstbestimmung der Adressat:innen im Zentrum stehen. Subjektorientiert zu arbeiten umfasst, anzuerkennen, dass Menschen ihre Lebenswelt auf eigene Weise deuten. Subjektorientierung schließt mit ein, den Menschen, mit dem gearbeitet wird, nicht als Objekt sozialer Hilfe zu sehen, sondern als selbstbestimmt handelndes Subjekt wahrzunehmen, das über Ressourcen, Erfahrungen und eigene Deutungsmuster verfügt (Gabriel 2023; Spatscheck und Wagenblass 2013).
Subjektorientiertes Arbeiten umfasst, Menschen unter Wahrung ihrer Autonomie zu begleiten. Dies geschieht mit Offenheit für ihre Perspektiven und mit dem Ziel, ihre eigenen Lebensentwürfe zu stärken. Subjektorientierung zielt auf Beziehung, Dialog und gemeinsame Gestaltung statt auf Fremdbestimmung ab. Damit geht einher, dass die jeweils zu leistende Hilfe sich stets an den konkreten Bedingungen und Sichtweisen der Adressat:innen zu orientieren hat. Die Aufgabe von Fachkräften ist es, Fähigkeiten, Potenziale und Bewältigungsstrategien der Adressat:innenzu erkennen und zu stärken (Böhnisch 2023; Dewe und Stüwe 2016, S. 109 ff.).
3.2 Beziehungsarbeit
Beziehungsarbeit bezeichnet den professionellen Aufbau, Erhalt und die Gestaltung einer tragfähigen Beziehung zwischen Fachkräften und Adressat:innen. Sie ist ein zentrales Element in der beraterischen, therapeutischen und sozialarbeiterischen Praxis, zumal eine nachhaltige Veränderung, Unterstützung und Hilfe oftmals nur dann gelingen kann, wenn eine vertrauensvolle, wertschätzende und konstruktive Arbeitsbeziehung existiert. Beratung, Therapie und Soziale Arbeit finden häufig in Kontexten statt, die mit Krisen, Belastung, Ausgrenzung oder Abhängigkeit verbunden sind. In solchen Situationen ist eine verlässliche Beziehung oft die unabdingbare Grundlage dafür, dass Menschen Hilfe annehmen, sich öffnen und Veränderung zulassen (Abeld 2017, S. 14 f.; Herwig-Lempp 2002).
Damit das gelingen kann, umfasst Beziehungsarbeit, Adressat:innen empathisch aufmerksam und nicht verurteilend zu begegnen. Sie verfolgt pädagogische, unterstützende oder soziale Ziele, die sich in der Regel nur dann gelingend verfolgen lassen, wenn eine Arbeitsbeziehung besteht. Emotionale Nähe und das Widerspiegeln von Resonanz sind somit Voraussetzungen für nachhaltige Hilfe. Dabei hat Beziehungsarbeit immer fachlich fundiert und ethisch begründet zu erfolgen, um Grenzverletzungen zu verhindern. Nähe und Distanz sind fallangemessen auszubalancieren, was soziale Kompetenz und beständige Reflexion der eigenen Professionalität voraussetzt (Hancken 2023, S. 13 ff.).
3.3 Ressourcenorientierung
Ressourcenorientierung kann als Oberbegriff für eine professionelle Haltung und Methodik verstanden werden, bei welcher der Fokus konsequent auf Stärken, Fähigkeiten, Potenzialen und unterstützenden Kontexten von Adressat:innen liegt. Ressourcenorientierung beinhaltet, Menschen nicht auf ihre Probleme zu reduzieren, sondern sie mit allem, was sie können, wissen, wollen und deuten, in ihrer Ganzheitlichkeit zu sehen. Die Grundüberzeugung ist, dass durch die Fokussierung von Ressourcen Selbstvertrauen, Eigenverantwortung und Handlungsmacht gestärkt werden (Möbius 2010). Dem Ansatz zugrunde liegen ein humanistisches Menschenbild und konstruktivistische Überlegungen, welche die Grundlage für eine systemische, multiperspektivische Herangehensweise bieten.
Konstitutiv für Ressourcenorientierung ist, das herauszuarbeiten und zu aktivieren, was Menschen mitbringen, um Veränderungen zu bewirken (Dettmann 2017, S. 81 ff.; Budde, Früchtel und Loferer 2004). Ziele der Ressourcenorientierung sind die Stärkung der Handlungskompetenz der Adressat:innen, die Förderung von Selbstwert und Motivation, die Vermeidung von Stigmatisierung und die Entwicklung lebensweltbezogener Lösungen (Bohmeyer 2011). Was zwecks dessen als Ressource fungieren kann, ist vielfältig. So lassen sich z.B. personale Ressourcen (Fähigkeiten, Interessen etc.) ebenso definieren wie soziale (Familie, Freund:innen, Netzwerke etc.), materielle (Einkommen, Wohnung, technische Ausstattung etc.), kulturelle (Sprache, Traditionen, religiöse Zugehörigkeit etc.) und institutionelle Ressourcen (Unterstützung durch Einrichtungen, Behörden, Selbsthilfegruppen) (Herriger 2006, S. 4 ff.).
3.4 Reflexivität
Reflexivität bezeichnet die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen professionellen Handeln, Denken, Fühlen und den strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen sich das Handeln vollzieht (Resch 2014; Forster 2013; Dewe 2009). Sie ist ein zentrales Merkmal professioneller Berufsidentität und geht über bloße Selbstreflexion hinaus. Reflexivität umfasst, nicht nur zu fragen, was getan wird, sondern auch, was man warum wie (nicht) macht, was sich verbessern ließe und was vielleicht zu wenig fokussiert wird. Reflexivität zeigt sich im Nachdenken über eigene Haltungen, Vorurteile und Gefühle. Sie kann umfassen, sich Fragen zu stellen, z.B. Inwiefern beeinflussen die eigenen Werte eine Fallentscheidung? Sind eingesetzte Methoden wirklich probat? Inwieweit beeinflussen Machtverhältnisse und Rollendynamiken die Interaktion mit Adressat:innen? (Adl-Amini et al. 2022; Beushausen 2021).
Von Reflexivität zeugt es, sich zu vergegenwärtigen, welche Vorgaben oder institutionellen Erwartungen das eigene Handeln beeinflussen. Reflexiv kann auch bedeuten, sich zu fragen, ob man wirklich partizipativ oder ggf. unbewusst dominierend agiert. Ein Ziel von Reflexivität kann sein, die Qualität der eigenen Dienstleistung zu sichern, dabei durchgängig verantwortlich zu handeln, etwaige Ambivalenzen zu erkennen und ein selbstkritisches Machtbewusstsein zu entwickeln. Das zielt darauf ab, das eigene Handeln im Sinne der Adressat:innen weiterzuentwickeln. Ko-konstruktion liegt dann vor, wenn Fachkräfte und Adressat:innen gemeinsam Bedeutungen, Ziele und Handlungsoptionen reflektieren.
3.5 Partizipation
Unter Partizipation lässt sich die aktive Beteiligung von Adressat:innen an Entscheidungs-, Gestaltungs- und Handlungsprozessen verstehen, die sie selbst betreffen. Ein partizipatives Vorgehen ist in unterschiedlichen Hilfekontexten ein zentrales fachliches und ethisches Prinzip, das auf Anerkennung, Selbstbestimmung und demokratischer Teilhabe basiert. Partizipation meint nicht nur, dass Menschen „mitreden dürfen“, sondern dass sie ernsthaft und umfassend einbezogen werden, dass sie gehört werden und mitgestaltend tätig sind. Dies ist nicht nur auf einzelne Menschen beschränkt, sondern kann sich ebenfalls auf Gruppen beziehen (Debiel und Wagner 2017; Scheu und Autrata 2013).
Partizipation zielt darauf ab, die Selbstbestimmung von Adressat:innen zu stärken, ihre Kompetenz zu fördern, soziale Gerechtigkeit und Inklusion zu ermöglichen (z.B. partizipative Ansätze im Community Organizing), lebensweltnahe Angebote zu entwickeln und eine demokratische Kultur zu verwirklichen. Partizipation ist ein grundlegendes professionelles und menschenrechtliches Prinzip, das Betroffene zu Beteiligten macht und anerkennt, dass deren Perspektiven unverzichtbar sind, um wirksam und nachhaltige mit ihnen zu arbeiten (Opielka 2017).
4 Vorteile ko-konstruktiven Arbeitens
Der Nutzen ko-konstruktiven Arbeitens liegt darin, dass dadurch Partizipation, Selbstbestimmung und Wirksamkeit professioneller sozialarbeiterischer, beratender oder therapeutischer Arbeit gestärkt werden. Dem Ko-Konstruieren kommt dabei eine inhaltliche und eine relationale Dimension zu. Die Fachkräfte tragen zum Ko-Konstruieren bei, indem sie Bestätigung, Würdigung und Anregung realisieren „bzw. indem sie »Destabilisierung« (Anregung) in einen Kontext von »Stabilisierung« (Bestätigung) einbetten“ (Grossmann 2018, S. 351). Das explorative Verhalten der Adressat:innen bedarf eines „emotional sicheren Orts, von dem es ausgeht und an den es zurückkehren kann. Je belasteter Klientinnen sind, desto mehr Bestätigung bzw. Stabilisierung müssen sie erfahren und desto dosierter sollten sich Anregung und Destabilisierung gestalten“ (ebd.).
Ko-konstruktiv vorzugehen ermöglicht, tragfähige, individuelle Lösungen in komplexen Lebenslagen mit Adressat:innen zu entwickeln und sie in der Bearbeitung ihrer Anliegen zu fördern. Aufgrund dessen kann es kein immer gültiges schematisches Vorgehen geben, sondern muss in jedem Einzelfall immer neu erarbeitet werden. Diese Individualität und Subjektorientierung führt zu mehr Wirksamkeit, Akzeptanz und Würde im Hilfeprozess. Gefördert wird eine dialogische und demokratische Arbeit, bei der Menschen zum einen Hilfe erfahren, zum anderen aber auch in ihrer Eigenverantwortung gestärkt werden.
Dadurch, dass gemeinsam reflektiert wird, was erreicht werden soll, wird zum anderen sichergestellt, dass das, was in der Fallarbeit bearbeitet wird, auch wirklich das Thema des/der Adressat:in ist und dass die Ziele, die verfolgt werden, auch wirklich solche sind, die der/die Adressat:in verfolgen will (Müller 2012). Darüber hinaus erhöht sich durch ko-konstruktives Vorgehen die Passgenauigkeit und Nachhaltigkeit von Lösungen. Indem berücksichtigt wird, dass Adressat:innen in diverse Bezugssysteme eingebunden sind, die sie beeinflussen und von denen sie beeinflusst werden, stellt ein ko-konstruktives Vorgehen jenen Lebensweltbezug sicher, der auf Seiten der Adressat:innen nötig ist, um Ideen und Veränderungen in der realen Lebenspraxis auch umsetzen zu können.
Gemeinsam entwickelte Unterstützungsformen sind an das Leben der Adressat:innen, an deren Ressourcen und Bedürfnisse angepasst. Dadurch sind sie meist umsetzbar und nachhaltig wirksam. Darüber hinaus können durch Ko-Konstruktion die Motivation, das Selbstvertrauen und das Erleben von Selbstwirksamkeit gestärkt werden (Messmer und Hitzler 2011). Im Wissen darum fördert Ko-Konstruktion Empowerment, indem sie Menschen nicht auf Defizite reduziert, sondern sie als aktive Akteur:innen in der Fallbearbeitung ernst nimmt und Stärken fördert (Ehlers 2017, S. 37 ff.). Letztlich hilft ko-konstruktives Handeln dabei, nicht nur auf Seiten der Adressat:innen, sondern auch bei den Fachkräften, Lernprozesse zu befördern. Schließlich erweitern alle beteiligten Personen ihr Verständnis, reflektieren ihre Perspektiven und entwickeln ihre Reflexivität weiter.
5 Ausgewählte Praxisbeispiele ko-konstruktiver Arbeit
Ko-Konstruktion kommt in der Beratung, in der Therapie, in der sozialpädagogischen Familienhilfe, bei partizipativen Projekten, in der Sozialraumorientierung, in der Kinder- und Jugendhilfe, in Bildungskontexten sowie in der Arbeit mit Menschen in prekären Lebenslagen zur Anwendung. Nachfolgend finden sich drei exemplarische Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen dafür, wie ein ko-konstruktives Arbeiten aussehen kann, aber – da hochgradig kontingent – nie muss.
5.1 Ko-Konstruktion in der Sozialberatungsstelle
Frau K. kommt zu einer Sozialberatungsstelle, da sie alleinerziehend ist und sich überfordert fühlt. Sie lebt mit ihren beiden Kindern (2 und 4 Jahre alt) in einer kleinen Wohnung und hat gut 6000 € Schulden. Sie sagt, sie fühle sich total erschöpft, sei schnell gereizt und wisse nicht, wie es weitergehen soll.
Die Sozialarbeiterin führt mit ihr ein Erstgespräch. Zunächst ist der Sozialarbeiterin wichtig, zuzuhören und Deutungen zu verstehen. Sie versucht, die subjektive Sichtweise ihrer Klientin zu verstehen und Gründe für ihr Belastungsempfinden zu erfassen. Die Sozialberaterin will eruieren, was genau belastet, was Frau K. bereits versucht hat, um Entlastung zu erfahren, welche Bedeutung sie ihren Problemen gibt, über welche Ressourcen sie verfügt und wie ihr Leben sich gestalten müsste, um wieder positiver in die Zukunft sehen zu können.
Dabei hält sich die Sozialarbeiterin mit einer Problemdiagnostik zunächst bewusst zurück. Sie will sich nicht vorschnell ein Urteil bilden, will „Schubladendenken“ vermeiden und maßt sich kein Urteil darüber an, was „das eigentliche, wirkliche Problem“ ist. Vielmehr fragt sie: „Wenn wir zusammen auf Ihre Situation schauen, was wäre für Sie das Wichtigste, womit wir anfangen sollten?“.
Im Laufe des Gespräches zeigt sich, dass für Frau K. nicht die Schulden im Vordergrund stehen, sondern das Gefühl, ihren Kindern keine gute Mutter zu sein. Anstatt fertige Lösungen zu präsentieren, fragt die Sozialarbeiterin, woran sie das festmache und was ihr in der Vergangenheit in schwierigen Situationen geholfen habe. Zudem stellt sie die Frage in den Raum, was sich ändern würde, wenn es ein kleines Stück leichter wäre und was von wem bzw. mit wem getan werden könnte, um dies zu erreichen.
Gemeinsam erarbeiten Fachkraft und Ratsuchende in insgesamt vier Beratungsgesprächen im Laufe von 30 Tagen konkrete nächste Schritte, darunter ein Entlastungsangebot über eine Familienhilfe, ein Schuldnerberatungstermin sowie eine Perspektive auf eine Mutter-Kind-Kur. Im Verlauf der Gespräche verbalisiert die Sozialarbeiterin regelmäßig das Besprochene und versichert sich durch Rückfragen, dass sie verstanden hat, worum es Frau K. wirklich geht. Die beiden reflektieren wiederholt gemeinsam, ob die initiierten Schritte so umsetzbar und hilfreich waren oder ob etwas angepasst werden sollte. Die Klientin fühlt sich dadurch nicht nur unterstützt, sondern ernst genommen und gestärkt. Die Beraterin hat keine Lösung präsentiert, sondern beide haben diese auf der Basis von Vertrauen, aktiver Beteiligung und Anerkennung gemeinsam entwickelt.
5.2 Ko-Konstruktion in der Systemischen Therapie
Herr J. ist erfolgreich als Architekt tätig. Er ist seit jeher sehr introvertiert und hat Probleme, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. In seinem Job ist regelmäßige Kommunikation mit Kolleg:innen und Kund:innen allerdings unvermeidbar. Das belastet Herrn J. stark. Er kommt mit dem Anliegen in die Therapie, dass er sich dadurch überfordert fühlt und häufig Konflikte mit Kolleg:innen erlebt. Seine Mutter empfiehlt Herrn J., die Probleme mit einer befreundeten Therapeutin, zu besprechen, die systemisch arbeitet.
Diese hört Herrn J. bei seinen Schilderung im Erstgespräch aufmerksam zu und stellt die folgende Frage: „Sie haben erzählt, dass es oft zu Spannungen mit Kolleg:innen kommt. Was glauben Sie, trägt dazu bei?“ Herr J. meint daraufhin, dass er immer sehr direkt sei, woraufhin viele Leute „komisch“ reagierten, wodurch er sich dann schnell angegriffen fühle.
Die Therapeutin meint, dass dies eine spannende Beobachtung sei und fragt, wie sie gemeinsam erkunden könnten, was hinter dieser Reaktion steckt. Herr J. erwidert, dass er denke, dass es mit früheren Erfahrungen zu tun habe. Er habe oft kämpfen müssen, um ernst genommen zu werden. Die Therapeutin sagt: „Das klingt nachvollziehbar. Was halten Sie davon, wenn wir in der nächsten Sitzung mit einer kleinen Übung schauen, wie Sie sich in solchen Momenten innerlich fühlen und was Sie dann brauchen?“ Das klingt für Herrn J. gut. Er meint, er hätte auch Lust, mal aufzuschreiben, was in ihm vorgeht, wenn er sich angegriffen fühlt. Die Therapeutin bestärkt ihn darin und sagt, dass das eine tolle Idee sei. „Wenn Sie möchten, integrieren wir das als gemeinsamen Baustein in unsere Arbeit“, teilt sie mit. In der zweiten Sitzung fragt sie: „Wenn wir mal annehmen, Ihr Verhalten, also die Direktheit und das schnelle Gefühl, angegriffen zu sein, hätte eine positive Absicht, welche könnte das sein?“
Herr J. überlegt etwas und erwidert, vielleicht schütze es ihn davor, übergangen zu werden. „Also könnte man sagen, dieses Verhalten war in der Vergangenheit nützlich? Vielleicht sogar eine Stärke?“, fragt die Therapeutin, woraufhin Herr J. antwortet, dass das sicher so sei, zumal er sich in seiner Ausbildung immer wieder behaupten müsse. „Wenn diese Stärke aber in Ihrem heutigen Arbeitsumfeld zu Konflikten führt, wie könnten Sie die so einsetzen, dass sie Ihnen weiter dient, aber weniger Reibung erzeugt?“, möchte die Therapeutin wissen. „Vielleicht könnte ich lernen, erst mal zu prüfen, ob ich wirklich angegriffen werde, bevor ich reagiere“, antwortet er. Die Therapeutin meint daraufhin, dass klinge nach einer wertvollen neuen Strategie und erkundigt sich, wer aus seinem Umfeld ihn darin unterstützen oder Feedback geben könnte, ob er zu hart reagiert. „Meine Kollegin Anna. Die ist sehr ehrlich, aber nicht wertend“, ist Herr J. überzeugt. Nun überlegen sie gemeinsam, wie er sich auf das Gespräch mit Anna vorbereiten kann.
Ein ko-konstruktives Verhalten in diesem Beispiel zeigt sich darin, dass die Therapeutin keine fertigen Lösungen vorgibt, sondern zu einer Exploration einlädt. Herr J. und sie arbeiten gleichwertig an Deutungen sowie an der Entwicklung von Lösungsideen. Das als problematisch empfundene Verhalten wird als Ressource und Schutzstrategie betrachtet. Die Therapeutin fragt nach möglichen Perspektiven Dritter und bezieht das berufliche Umfeld des Herrn J. mit ein, ohne Schuld zuzuschreiben. Der Fokus liegt nicht auf Defiziten, sondern auf funktionalen Anteilen und vorhandenen Fähigkeiten. Herr J. wird in seinem Wissen und Empfinden als Experte seiner Lebenswelt ernst genommen. Die Therapeutin und der Ratsuchende bringen sich aktiv ein, hören einander zu, stellen Fragen und reflektieren gemeinsam. Sie entwickeln gemeinsam nächste Schritte, wodurch ein Gefühl von Zusammenarbeit entsteht.
5.3 Ko-Konstruktion in der Schulsozialarbeit
Der 13-jährige N., der mit seiner Mutter vor 8 Jahren von Syrien nach Deutschland geflohen ist, besucht die siebte Klasse der Grund- und Hauptschule. Er kommt in das Büro der Schulsozialarbeiterin, weil er sich in seiner Klasse ausgegrenzt fühlt. N. hat den Eindruck, dass Mitschüler:innen ihn meiden. Er beginnt von seinen Erfahrungen zu berichten. „Die meiden mich alle immer“, sagt er. „Du hast gesagt, du fühlst dich oft außen vor – magst du mir ein Beispiel erzählen, wann das besonders deutlich war?“, fragt daraufhin die Schulsozialarbeiterin. Das sei in Gruppenarbeiten, erklärt N.. „Da will mich keiner haben. Ich sitze immer alleine. Oder auch bei Sport, wenn Teams gewählt werden, da werde ich immer als letzter gezogen“, sagt er. Die Sozialarbeiterin erwidert, dass das sehr frustrierend klinge und das sie selbst sich da auch schlecht fühlen würde.
„Was glaubst du, warum die sich so verhalten?“, möchte sie wissen. Er sei halt nicht so laut wie die anderen und sage selten etwas. „Also eher ruhig – kann auch eine Stärke sein. Was glaubst du, wie du in der Klasse wahrgenommen wirst?“, erkundigt sich die Schulsozialarbeiterin. „Vielleicht denken die, ich bin komisch oder langweilig“, meint N.. „Wenn wir gemeinsam überlegen, wie du ein bisschen mehr Anschluss finden könntest – was wäre dir wichtig? Was würde für dich überhaupt passen?“, erkundigt sich die Sozialarbeiterin. Er wolle nicht aufdringlich sein, aber vielleicht könnte er mal jemanden fragen, ob er mitmachen kann, äußert N.. Das sei ein guter erster Schritt, gibt die Sozialarbeiterin zu verstehen. „Magst du überlegen, wen du ansprechen würdest? Und wie du das genau sagen würdest?“, fragt sie. Das könnte vielleicht Elias sein, meint N.. Den könnte er fragen: „Wenn ihr nächstes Mal eine Gruppe macht, kann ich dabei sein?“. Das klinge gut und sei auch sehr mutig. Sie fragt schließlich, ob N. das kurz zusammen mit ihr üben wolle, worauf er sich einlässt.
Merkmale des ko-konstruktiven Ansatzes in dieser Sequenz sind, dass N. von der Sozialarbeiterin aktiv beteiligt wird. Seine Ideen und Perspektiven sind zentral, werden aufgegriffen und besprochen. Die Sozialarbeiterin begleitet mit Fragen und Impulsen. Zudem ermutigt sie. Statt standardisierte Tipps zu geben, erkundet die Fachkraft gemeinsam mit dem Jugendlichen, wie er die Situation erlebt, welche Ideen er selbst hat und welche Lösungen im sozialen Umfeld denkbar wären. Die Situation zeichnet aus, dass nicht für den Schüler entschieden wird, sondern mit ihm gemeinsam. N. entwickelt dabei eigene Ideen und erlebt sich als handlungsfähig, da er als aktiver Akteur gesehen und ernstgenommen wird.
6 Herausforderungen und Grenzen der Ko-Konstruktion
Ein ko-konstruktives Arbeiten ist in sämtlichen beraterischen, therapeutischen, pädagogischen und sozialarbeiterischen Arbeitsfeldern möglich. Je nach Kontext ergeben sich für Fachkräfte unterschiedliche Herausforderungen:
6.1 Herausforderung in Zwangskontexten
In Situationen, in denen Adressat:innen nicht freiwillig, sondern unter behördlicher oder ihrer Lebenslage geschuldeter Verpflichtung eine Dienstleistung wahrnehmen müssen (z.B. bei Langzeitarbeitslosigkeit durch das Jobcenter, bei vermeintlicher Kindeswohlgefährdung durch das Jugendamt oder nach einer Straftat im Rahmen der Bewährungshilfe), ist ko-konstruktives Agieren oft herausfordernd. Freiwilligkeit, Vertrauen, Mitgestaltungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, die Interaktion sanktionsfrei beenden zu können, sind in diesen Kontexten eingeschränkt. Deshalb ist es insbesondere in Zwangskontexten in der Sozialen Arbeit hilfreich, sich trotz dieser Herausforderungen um Ko-Konstruktion zu bemühen. Dies erfolgreich zu leisten, setzt allerdings Kenntnis der Spezifika des Beratens in Zwangskontexten voraus (Kaminsky 2015; Roessler 2012; Großmaß 2010; Gumpinger 2007).
6.2 Herausforderung in interkulturellen Kontexten
Ko-konstruktives Handeln in interkulturellen Kontexten kann herausfordernd sein, da hier unterschiedliche kulturelle Werte, Kommunikationsstile, Deutungsmuster und Erwartungshaltungen aufeinandertreffen können. Dies kann zu Missverständnissen, Irritationen und Vertrauensverlust führen. So kann es sein, dass Menschen ein anderes Verständnis von Hilfe und Rolle haben als die Fachkraft. Was als Hilfe, Beratung oder Unterstützung verstanden wird, variiert kulturell. In einigen Kulturen werden von einer Fachkraft eher eine autoritäre Rolle und klare Vorgaben erwartet. Ein abwartendes, erfragendes Ko-Konstruieren von Bedeutungen kann als Unsicherheit gedeutet werden. Vorstellungen zu Aspekten wie Familie, Geschlechterrollen oder Erziehung können ebenfalls kulturell geprägt sein (Hoff 2016; Faller und Attari 2009). Damit einhergehende Werturteile können divergieren, was den kooperativen Dialog erschweren oder zu Fehldeutungen führen kann (Hegemann und Oestereich 2018, S. 12 ff.). Ko-Konstruktion erfordert hier besondere kulturelle Sensibilität und Dialogfähigkeit.
6.3 Herausforderung in heterogenen Gruppen
Ähnlich wie in manchen interkulturellen Kontexten kann es auch in heterogenen Gruppen (z.B. in Jugendeinrichtungen, Therapiegruppen, Anti-Aggressionstrainings etc.) so sein, dass Menschen – egal ob aus der eigenen oder einer anderen Kulturgemeinschaft – in Bezug auf ihre Wünsche, Ziele, Erwartungen oder Einstellung sehr unterschiedlich sind (Strasser 2011). Je größer die Differenz, desto schwieriger kann es mitunter sein, sich ko-konstruktiv auf eine geteilte Realität zu verständigen. Wenn Menschen in bestimmten Bereichen zu weit auseinander liegen, kann es passieren, dass gerade diejenigen mit geringer Ambiguitätstoleranz und Konfliktfähigkeit sich zurückziehen und nicht auf eine Interaktion einlassen, die eine Voraussetzung für Ko-Konstruktion ist. Eine zu starke Heterogenität kann ebenfalls zu einer Polarisierung innerhalb der Gruppe führen, die dann in einem Intra-Gruppenkonflikt resultieren und Ausgrenzungs- sowie Abgrenzungswünsche der Gruppenmitglieder noch verstärken können.
6.4 Herausforderung bei eingeschränkten Sprachkenntnissen
Menschen kommunizieren zum größten Teil über Sprache. Wenn Fachkraft und Ratsuchende nicht dieselbe Sprache beherrschen, kann das Ko-Konstruieren erschwert sein. Nicht alle Redewendungen und Bedeutungszuschreibungen lassen sich übersetzen. Nuancen können verloren gehen und das, was gewisse Begriffe in einer Sprache meinen (z.B. Partizipation, Empowerment), ist nicht immer wörtlich auf eine andere Sprache übertragbar. Menschen übersetzen mitunter Bedeutungen von Worten, die in ihrer Erstsprache ähnlich klingen, die aber anderes meinen können. Ein Verständnis der Fachkraft dafür, dass Menschen sich in einer fremden Sprache fast nie so differenziert ausdrücken können wie in ihrer Erstsprache, ist elementar für ko-konstruktives Arbeiten. Hinzu kommt, dass diverse Adressat:innen mit Migrationsgeschichte oftmals Erfahrungen mit Marginalisierung, Misstrauen oder institutionellem Rassismus gemacht haben, was den Aufbau einer vertrauensvollen, gleichberechtigten Arbeitsbeziehung ebenfalls erschweren kann.
6.5 Herausforderung aufgrund von psychischen Erkrankungen
Es gibt Interaktionskontexte, in denen Fachkräfte es mit Menschen zu tun haben, die kognitiv eingeschränkt sind. Studien zeigen, dass rund 37 % der Menschen, die Bürgergeld beziehen, eine psychische Erkrankung aufweisen (Gühne et al. 2017; Schubert et al. 2013, S. 79). Viele Fallmanager:innen im Jobcenter schätzen diese Zahl noch deutlich höher ein (Rademaker 2020; Oschmiansky et al. 2017). Ein ko-konstruktives Arbeiten kann mit manchen dieser Personen herausfordernd sein. Sowohl unter dem Einfluss von Medikamenten, Drogen und Alkohol wie auch im Falle eines kalten Entzuges kann es vorkommen, dass Menschen sich teils erratisch verhalten und von einem Thema zum anderen springen. Sie können ihren freien Willen nicht immer klar äußern und reden mitunter „wirr“. Teils fehlt ihnen bedingt durch ihre Erkrankung die Fähigkeit, die Auswirkungen ihres (Nicht-)Handelns abschätzen zu können. Mitunter sind psychisch erkrankte Menschen (z.B. bei einer Depression) antriebslos und unzuverlässig. Sie nehmen Termine nur sporadisch war, was es schwer machen kann, überhaupt eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufzubauen und zu halten (Nixdorf und Swiderski 2022).
6.6 Herausforderung aufgrund von Zeit- und Ressourcenmangel
Der ko-konstruktive Ansatz erfordert von Fachkräften ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit, Flexibilität und Gesprächsfähigkeit. Sie müssen in der Lage sein, Prozesse sensibel zu begleiten und adäquat auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Das erfordert nicht nur diverse Kompetenzen und Motivation, sondern auch Zeitressourcen und infrastrukturelle Mittel (z.B. einen ansprechenden Beratungsraum, Emotionskarten, Flip-Charts, IT-Ausstattung etc.). Ko-konstruktives Arbeiten benötigt in der Regel mehr Zeit und Ressourcen als ein expertokratisches Vorgehen. Wird etwas gemeinsam erarbeitet, sind der Austausch und das Einbeziehen individueller Bedürfnisse zentrale Elemente. Das kann gerade in Einrichtungen mit wenig Personal und unter Zeitdruck schwierig sein, was oftmals für das Sozialwesen zutrifft (Hohendanner et al. 2024; Schalek und Pollak 2024; Görtler 2023). Unter diesen Gegebenheiten kann es schwierig sein, offen für Ko-Konstruktion zu sein.
7 Quellenangaben
Abeld, Regina, 2017. Professionelle Beziehungen in der Sozialen Arbeit. Wiesbaden: Springer Verlag. ISBN 978-3-658-17128-5 [Rezension bei socialnet]
Adl-Amini, Katja, Jehle May, Philipp McLean, Stefan Müller und Anne Seifert, 2022. Reflektierte Normativität, normierte Reflexivität? Möglichkeiten und Grenzen empirischer Zugänge. In: Christian Reintjes und Ingrid Kunze, Hrsg. Reflexion und Reflexivität in Unterricht, Schule und Lehrer:innenbildung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, S. 21–38. ISBN 978-3-7815-5969-1
Beushausen, Jürgen, 2021. Anmerkungen über die Notwendigkeit einer vertieften Selbstreflexion in der Fallarbeit [online]. Bonn: socialnet [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/materialien/​29350.php
Bohmeyer, Axel, 2011. Ressourcenorientierung. Kritisch-konstruktive Reflexion über einen Paradigmenwechsel sozialprofessionellen Handelns. In: Soziale Arbeit: Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete. 60(10/11), S. 378–383. ISSN 0490-1606
Böhnisch, Lothar, 2023. Lebensbewältigung: Ein Konzept für die Soziale Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa Verlag. ISBN 978-3-7799-7238-9
Budde, Wolfgang, Frank Früchtel und Andrea Lofere, 2004. Ressourcencheck. Ein strukturiertes Gespräch über Stärken und was daraus zu machen ist. In: Sozialmagazin. 29(6), S. 14–22. ISSN 0340-8469
Cooper, Barry, 2001. Constructivism in social work: towards a participative practice viability. In: British Journal of Social Work. 31(5), S. 721–738. ISSN 1468-263X
Dausendschön-Gay, Ulrich, Elisabeth Gülich und Ulrich Krafft, Hrsg., 2015. Ko-Konstruktionen in der Interaktion. Bielefeld: transcript Verlag. ISBN 978-3-8376-3295-8
Debiel, Stefanie und Leonie Wagner, 2017. Partizipative Hilfeplanung. Weinheim: Beltz Verlag. ISBN 978-3-7799-3696-1 [Rezension bei socialnet]
Dewe, Bernd, 2009. Reflexive Sozialarbeit im Spannungsfeld von evidenzbasierter Praxis und demokratischer Rationalität – Plädoyer für die handlungslogische Entfaltung reflexiver Professionalität. In: Roland Becker-Lenz, Stefan Busse, Gudrun Ehlert und Silke Müller, Hrsg. Professionalität in der Sozialen Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 89–109. ISBN 978-3-531-16970-5
Dewe, Bernd und Gerd Stüwe, 2016. Basiswissen Profession. Weinheim: Beltz Verlag. ISBN 978-3-7799-2360-2 [Rezension bei socialnet]
Faller, Kurt und Soraya Attari, 2009. Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext. KIK München [online]. München: Landeshauptstadt München, Sozialreferat [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://info.muenchen.de/soz/pub/pdf/kik_handbuch.pdf
Forster, Edgar, 2013. Reflexivität. In: Christoph Wulf und Jörg Zirfas, Hrsg. Handbuch Pädagogische Anthropologie. Wiesbaden: Springer VS Verlag, S. 589–597. ISBN 978-3-531-18970-3
Gabriel, Thomas, 2023. Partizipation – Eine historische Perspektive auf Subjektorientierung und Objektivierung in der Kinder- und Jugendhilfe In: Stefan Eberitzsch, Samuel Keller und Juli Rohrbach, Hrsg. Partizipation in stationären Erziehungshilfen. Weinheim: Beltz Juventa, S. 24–36. ISBN 978-3-7799-7158-0
Görtler, Michael, 2023. (Keine) Zeit für Soziale Arbeit?. Freiburg im Breisgau: Lambertus Verlag. ISBN 978-3-7841-3603-5 [Rezension bei socialnet]
Großmaß, Ruth, 2010. Hard to reach – Beratung in Zwangskontexten. In: Christine Labonté-Roset, Hans-Wolfgang Hoefert und Heinz Cornel, Hrsg. Hard to reach: Schwer erreichbare Klienten in der Sozialen Arbeit. Berlin: Schibri Verlag, S. 173–185. ISBN 978-3-86863-049-7
Grossmann, Konrad Peter, 2018. Systemische Einzeltherapie. In: Kristen von Sydow und Ulrike Borst, Hrsg. Systemische Therapie in der Praxis. Weinheim: Beltz Verlag, S. 348–357. ISBN 978-3-621-28527-8 [Rezension bei socialnet]
Grunwald, Klaus und Hans Thiersch, 2004. Praxis Lebensweltorientierter Sozialer Arbeit. Weinheim: Juventa Verlag. ISBN 978-3-7799-1524-9 [Rezension bei socialnet]
Gumpinger, Marianne, 2007. Von der Pflicht zur Zwangsbeglückung. In: SIO Sozialarbeit in Österreich. 3, S. 20–22. ISSN 1019-7729
Gühne, Uta, Steffi G. Riedel-Heller und Peter Kupka, 2017. Psychisch Kranke im SGB II: zwischen Arbeitswunsch und Beratungswirklichkeit. In: ASU Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin. Nr. 52, S. 600–604. ISSN 2363-4669
Güntner, Amelie V. und Simone Kauffeld, 2021. Die Ko-Konstruktion von Führung in veränderungsbezogenen Interaktionen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. In: Gruppen. Interaktion. Organisation. 52(3), S. 551–562. ISSN 2366-6145
Hancken, Sabrina A., 2023. Beziehungsgestaltung in der Sozialen Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht. ISBN 978-3-8252-6015-6
Hegemann, Thomas und Cornelia Oestereich, 2018. Einführung in die interkulturelle systemische Beratung und Therapie. Heidelberg: Carl Auer Verlag. ISBN 978-3-8497-0190-1
Herriger, Norbert, 2006. Ressourcen und Ressourcendiagnostik in der Sozialen Arbeit [online]. Bonn: socialnet [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://www.empowerment.de/files/​Materialie-5-Ressourcen-und-Ressourcendiagnostik-in-der-Sozialen-Arbeit.pdf
Herriger, Norbert, 2020. Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-034146-3 [Rezension bei socialnet]
Herwig-Lempp, Johannes, 2002. Beziehungsarbeit ist lernbar. Systemische Ansätze in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In: Ulrich Pfeifer-Schaupp, Hrsg. Systemische Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus, S. 39–62. ISBN 978-3-7841-1424-8
Hoff, Anna, 2016. Interkulturelle Kompetenz. Ein Blick auf die berufliche Handlungsfähigkeit von morgen. In: Haushalt in Bildung & Forschung. 5(1), S. 45–59. ISSN 2193-8806
Hohendanner, Christian, Jasmin Rocha und Joß Steinke, 2024. Vor dem Kollaps!? Beschäftigung im sozialen Sektor. Berlin: De Gruyter. ISBN 978-3-11-074781-2
Kaminsky, Carmen 2015. Soziale Arbeit zwischen Mission und Nötigung: ethische Probleme sozialberuflichen Handelns in Zwangskontexten. In: Ethik Journal. 3(2), S. 1–17. ISSN 2196-2480
Kleve, Heiko, 2018. Die sozialarbeiterische Konstruktion der Wirklichkeit. In: Sozialmagazin. (12), S. 35–41. ISSN 0340-8469
König, Anke, 2010. Interaktion als didaktisches Prinzip: Bildungsprozesse bewusst begleiten und gestalten. Troisdorf: Bildungsverlag EINS. ISBN 978-3-427-80025-5 [Rezension bei socialnet]
Ludewig, Kurt, 1999. Therapieziele un der systemischen Praxis. In: Hansruedi Ambühl und Bernhard Strauß, Hrsg. Therapieziele. Göttingen: Hogrefe Verlag, S. 251–275. ISBN 978-3-8017-1126-9
Messmer, Heinz und Sarah Hitzle, 2011. Interaktion und Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Fallstudien zum Hilfeplangespräch In: Hans-Uwe Otto Oelerich, Hrsg. Empirische Forschung und Soziale Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 51–64. ISBN 978-3-531-17204-0 [Rezension bei socialnet]
Möbius, Thomas, 2010. Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit. In: Thomas Möbius und Sibylle Friedrich, Hrsg. Ressourcenorientiert Arbeiten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 13–30. ISBN 978-3-531-16831-9 [Rezension bei socialnet]
Müller, Burkhard, 2012. Sozialpädagogisches Können: Ein Lehrbuch zur multiperspektivischen Fallarbeit. Freiburg im Breisgau: Lambertus. ISBN 978-3-7841-2117-8
Nixdorf, Christian Philipp und Jana Swiderski, 2022. Mehr Beratung wagen: Möglichkeiten konstruktiver Interaktionsgestaltung im Jobcenter (Teil 2): Implikationen für die Praxis. In: Blätter der Wohlfahrtspflege. 196(6), S. 228–230. ISSN 0340-8574
Opielka, Michael, 2017. Partizipation in der Sozialen Arbeit. In: Blätter der Wohlfahrtspflege. 164(1), S. 3–5. ISSN 0340-8574
Pils, Manfred und Elisabeth Pils, 2013. Einsatzszenarien für neue Medien im elementarpädagogischen Bereich. In: Susanne Boll, Susanne Maaß und Rainer Malaka, Hrsg. Mensch & Computer 2013 – Workshopband. München: Oldenbourg Verlag, S. 409–416. ISBN 978-3-48678-122-9
Pörksen, Bernhard, 2002. Die Gewissheit der Ungewissheit: Gespräche zum Konstruktivismus. Heidelberg: Carl Auer Verlag. ISBN 978-3-89670-227-2
Rademaker, Maike, 2020. Psychisch Kranke im Hartz-IV-System: Im Dschungel der Zuständigkeiten. In: Deutschlandfunk Nova [online]. 26.12.2020 [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://www.deutschlandfunk.de/psychisch-kranke-im-hartz-iv-system-im-dschungel-der-100.html
Resch, Christine, 2014. Reflexivität als Denkmodell und Perspektive in den Sozialwissenschaften. In: Widersprüche: Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich. 34(132), S. 75–89. ISSN 0721-8834
Roessler, Marianne, 2012. Beratung im Zwangskontext – Wertschätzung und Transparenz einsetzen, um Klientinnen und Klient:innen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. In: Marika Hammerer, Erika Kanelutti-Chilas und Ingeborg Melter, Hrsg. Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung II: Das Gemeinsame in der Differenz finden. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag, S. 151–166. ISBN 978-3-7639-5128-4 [Rezension bei socialnet]
Schalek, Kurt und Julia Pollak, 2024. Personalbedarf, hoher Workload, fehlende Anerkennung: Soziale Arbeit unter Druck!Pressegespräch des Österreichischen Berufsverbandes der Sozialen Arbeit [online]. Wien: Österreichischer Berufsverband der Sozialen Arbeit, 11.09.2024 [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://obds.at/wp-content/​uploads/2024/09/presseunterlagen_ak.pdf
Scheu, Bringfriede und Otger Autrata, 2013. Partizipation und Soziale Arbeit: Einflussnahme auf das subjektiv Ganze. Wiesbaden: Springer VS Verlag, S. 75–152. ISBN 978-3-658-01716-3
Schmidt, Thilo und Wilfried Smidt, 2021. Selbstbildung, Ko-Konstruktion oder Instruktion? In: Zeitschrift für Pädagogik. 67(2), S. 251–27. ISSN 0044-3247
Schubert, Michael, Katrin Parthier, Peter Kupka, Ulrich Krüger, Jörg Holke und Philipp Fuchs, 2013. Menschen mit psychischen Störungen im SGB II. In: IAB-Forschungsbericht. 12. ISSN 2195-2655
Schulze, Constanze, 2004. Konstruktion – Kommunikation – Therapie. Studien zur systemtheoretischen Grundlegung der Kunsttherapie [online] [Dissertation]. Köln: Universität zu Köln [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://kups.ub.uni-koeln.de/1568/1/DissSchulzeCon05.pdf
Spatscheck, Christian und Sabine Wagenblass, 2013. Subjektorientierung in der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld von Bildung, Teilhabe und Gerechtigkeit. In: Christian Spatscheck und Sabine Wagenblass, Hrsg. Bildung, Teilhabe und Gerechtigkeit. Weinheim: Beltz Juventa Verlag, S. 9–19. ISBN 978-3-7799-4071-5
Strasser, Josef, 2011. Heterogenität als Herausforderung pädagogischer Professionalität – Skizze eines Forschungsprogramms. In: Journal of Social Science Education. 10(2), S. 14–28. ISSN 1439-6246
Textor, Martin R., 2000. Lew Wygotski – der ko-konstruktive Ansatz. In: Wassilios E. Fthenakis und Martin R. Textor, Hrsg. Pädagogische Ansätze im Kindergarten. Weinheim: Beltz Verlag, S. 71–83. ISBN 978-3-4076-2408-6
Westphal, Manuela. 2023. Transnationale family-relations-networks. Relevanz und Ko-Konstruktion von Familienbeziehungen in Forschung und Praxis Sozialer Arbeit. In: Migration und Soziale Arbeit. (3), S. 267–274. ISSN 1432-6000
Williams, Beata, 2007. Von der Neurobiologie zur Pädagogik im Fremdsprachenunterricht: Implikationen aus Systemischer Psychotherapie und Beratung im Kontext Deutsch als Fremdsprache [online] [Dissertation]. Heidelberg: Universität Heidelberg [Zugriff am: 06.06.2025]. Verfügbar unter: https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/8300/2/Konstruktivismus_Rev.E_Druckversion.pdf
Wyrobnik, Irit, 2020. Elementarpädagogische Theorien. In: Norbert Neuß, Hrsg. Grundwissen Elementarpädagogik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Berlin: Cornelsen, S. 122–1338. ISBN 978-3-8346-5264-5
Youniss, James, 1978. The nature of social development: A conceptual discussion of cognition. In: Harry McGurk, Hrsg. Issues in Childhood Social development. London: Routledge, S. 203–227. ISBN 978-1-13805-486-8
Verfasst von
Prof. Dr. Christian Philipp Nixdorf
Sozialwissenschaftler, Diplom-Sozialarbeiter/-pädagoge (FH), Sozial- und Organisationspädagoge M. A., Case Management-Ausbilder (DGCC), Systemischer Berater (DGSF), zertifizierter Mediator, lehrt Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule in Braunschweig.
Mailformular
Es gibt 9 Lexikonartikel von Christian Philipp Nixdorf.


