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Kraus, Hertha

Hertha Kraus im Alter von ca. 40 Jahren
Abbildung 1: Hertha Kraus im Alter von ca. 40 Jahren (Ida-Seele-Archiv)

* 11. September 1897 in Prag
† 16. Mai 1968 in Haverford

Die deutsch-amerikanische Sozialwissenschaftlerin Hertha Kraus gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den Pionierinnen einer modernen Wohlfahrtspflege und Sozialen Arbeit in den USA wie in Deutschland.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Lebenslauf
    1. 2.1 Kindheit, Schulbildung und Studium
    2. 2.2 Beruflicher Werdegang
  3. 3 Lebenswerk und Wirkungsgeschichte
    1. 3.1 In der Zeit der Weimarer Republik bis zu Beginn der Nazi-Diktatur
    2. 3.2 In der Zeit nach 1945
  4. 4 Würdigung
  5. 5 Quellenangaben
  6. 6 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Hertha Kraus war neben Marie Baum (1874-1964), Gertrud Bäumer (1873-1954), Frieda Duensing (1864-1921), Walter Friedländer (1891-1984), Christian Jasper Klumker (1868-1942), Alice Salomon (1872-1948), Siddy Wronsky (1883-1947), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des „modernen Sozialwesens und einer aufgeklärten und wissenschaftlich begründeten Sozialarbeit darin“ (Schirrmacher 2002, S. 13). Sie gehörte zur ersten Generation professionell ausgebildeter Wohlfahrtspflegerinnen (heute Sozialarbeiterinnen), die ihren Beruf als Broterwerb betrachteten und nicht nur als eine „Sache der Not“. Die promovierte Staatswissenschaftlerin arbeitete in geschichtsträchtigen Projekten, „erreichte eindrucksvolle Führungspositionen und emigrierte 1933 in die USA, wo sie Professorin wurde und die methodische Weiterentwicklung von Gemeinwesenarbeit und Casework mit voran trieb und nach dem Krieg nach Deutschland zurück trug“ (Wenzel 2003, S. 79). Wie bedeutsam ihr Wirken war, zeigt, dass der erste Bundeskanzler der BRD, Konrad Adenauer (1876-1967), der in die USA emigrierten Sozialwissenschaftlerin bereits am 10. April 1945 schrieb:

„Ich habe eine sehr große Bitte an Sie: Kommen Sie doch wenigstens für einige Zeit, sobald es eben möglich, herüber! – Ich könnte mir denken, daß das ein großes Opfer für Sie bedeuten würde. Aber ich kenne ja Ihre Hilfsbereitschaft und Ihre Arbeitsfreudigkeit; Sie kennen unser Land, und Sie kennen USA. Ich glaube, Sie könnten sowohl der Stadt Köln wie Deutschland und unseren gemeinsamen Idealen sehr wertvolle Dienste leisten. Also kommen Sie bitte recht bald!“ (Mensing 1983, S. 34).

2 Lebenslauf

2.1 Kindheit, Schulbildung und Studium

Hertha Kraus erblickte als ältestes von zwei Kindern des Gymnasiallehrers für Geografie Alois Kraus (1863-1953) und dessen Ehefrau Hedwig Kraus, geborene Rosenfeld (1870-1954), am 11. September 1897 in Prag (damals zur Habsburgermonarchie gehörend) das Licht der Welt. Ihre Eltern waren mosaischen Glaubens, „verkehrten aber nicht ausschließlich in jüdischen Kreisen“ (Berger 1997, S. 364). Wegen der beruflichen Karriere des Vaters übersiedelte die Familie Kraus im August 1902 nach Berlin. In der Reichshauptstadt wollte Alois Kraus, der sich inzwischen durch seine hochgeschätzten Veröffentlichungen zu einem angesehenen Experten der Wirtschaftsgeografie entwickelt hatte, bestehende Kontakte zu einigen der bedeutendsten Wissenschaftler seines Fachs auffrischen und verfestigen. Im Frühjahr 1903 folgte der Umzug nach Frankfurt/Main. Dort unterrichtete Alois Kraus als Oberlehrer (später Studienrat) Wirtschaftsgeografie an der neugegründeten Höheren städtischen Handelsschule und zugleich noch an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, die 1914 in die neu entstandene Universität integriert wurde. Am 16. Oktober 1903 wurde Hertha in die Frankfurter Viktoriaschule (heute Bettinaschule) eingeschult. Später wechselte sie an die 1908 gegründete und noch heute bestehende Schillerschule in Frankfurt-Sachsenhausen, eine simultane öffentliche Höhere Mädchenschule mit realgymnasialem Studienzweig. Dort legte die begabte Schülerin im März 1916 das Abitur mit besten Noten ab. Anschließend studierte Hertha Kraus an der Universität Frankfurt zuerst Wirtschaftswissenschaften, dann Sozialwissenschaften (Fürsorgewissenschaften). Inhalte ihres Studiums waren ausgewählte Bereiche der Rechtswissenschaften, der Nationalökonomie, der Psychologie und der Erziehungswissenschaften. Zu ihren akademischen Lehrern zählten, neben dem eigenen Vater, Paul Arndt (1870-1942), Christian Jasper Klumker (1868-1942) und Friedrich Giese (1882-1958). Gegen Ende ihres Studiums schied sie aus der israelitischen Gemeinde aus. Hertha Kraus bezeichnete sich, wie aus in ihren Immatrikulationsunterlagen hervorgeht, als Dissidentin: „Konfession diss.“ (Archiv Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main). Am 31. Juli 1919 promovierte sie mit dem Prädikat „magna cum laude“ zum Dr. rer. pol. mit einer Arbeit über „Aufgaben und Wege einer Jugendfürsorgestatistik“.

2.2 Beruflicher Werdegang

Nach dem Studium arbeitete die junge Doktorin der Sozialwissenschaften in Berlin als Helferin bei der Kinder- und Studentenspeisung der Quäker, mit denen sie während ihres Studiums, als sie als Mitglied des Allgemeine Studentenausschuss (ASTA) 1918 an einem Studientag in Weimar teilgenommen hatte, eher zufällig in Berührung kam. Bald wurde sie Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks für den Einzugsbereich Nord-Ost, der sich von Sachsen bis Ostpreußen erstreckte. Nach drei Jahren verließ sie Berlin. Konrad Adenauer (1876-1967), seinerzeit regierender Oberbürgermeister in Köln, holte die erst 25-Jährige, die inzwischen in die SPD eingetreten war, in die durch Krieg und Besatzung wirtschaftlich und sozial stark in Mitleidenschaft gezogene Rheinmetropole. Er bot ihr im Range einer Stadtdirektorin die Leitung des neu installierten Wohlfahrtsamts an. Zum 1. April 1923 trat Hertha Kraus, die zuvor noch eine Studienreise durch die USA unternahm, die neue Stelle an und war damit „die jüngste Inhaberin einer solchen verantwortungsvollen Position in einer Stadtverwaltung Deutschlands“ (Reinicke 1998, S. 323). Dies war schon ein couragierter Schachzug von Konrad Adenauer, zumal zu jener Zeit solche Positionen nur männlich dominiert waren. Der katholische Oberbürgermeister und Zentrumspolitiker des rechten Flügels seiner Partei schätzte die Sozialdemokratin ob ihrer profunden Kenntnisse sowie Praxiserfahrungen und scherte sich wenig um den Protest einer Kölner Zeitung gegen die Berufung eines so jungen, nicht-kölnischen, „ausländischen und nicht-katholischen Mädchens auf einem so verantwortlichen hohen Posten“ (Kraus 1950, S. 95). Zudem unterrichtete sie noch nebenamtlich an der Wohlfahrtsschule der Stadt Köln.

Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, schrieb Hertha Kraus im März 1933 an Freunde und Bekannte in den USA:

„Alles ist aus den Fugen geraten – Gesetze, Verträge, Ausverkauf der Regierung. So auch meine Arbeit – wahrscheinlich. Bin mit Hunderten, die der Republik mit Herz und Kopf gedient hatten, ‚beurlaubt‘ worden. Wir alle sind beurlaubt, die ganze Gruppe in Köln […] und viele viele andere. Die meisten von ihnen sind keine Sozialisten, aber sehr viele Frauen. Dies ist die Zeit für ‚ausgewachsene‘ Männer. Keine ‚weiblichen Torheiten‘“ (Wieler 1989, S. 316).

Sofort wurde sie, weil Jüdin (als solche sie sich jedoch schon lange nicht mehr fühlte) und Sozialdemokratin, all ihrer Ämter enthoben. Das am 7. April 1933 erlassene Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums gab hierzu im Nachhinein die rechtliche Grundlage. Um einer Verhaftung zu entgehen, floh Hertha Kraus in das hessische Städtchen Lindenfels im Vorderen Odenwald. Von dort aus emigrierte sie im Sommer 1933, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin und Lebensgefährtin, der Sozialarbeiterin Gertrud Schulz (1877-1952), in die USA. Im April 1939 folgten ihr die Eltern in die Emigration, die fortan im Haus ihrer Tochter wohnten und von ihrer finanziellen Unterstützung abhängig waren. Nach 1945 verhandelte Hertha Kraus mit der Stadt Frankfurt/Main wegen Ruhestandsansprüchen ihres Vaters.

Die Emigrantin konnte dank ihrer hohen Reputation, ihrer guten Beziehung zu den Quäkern, ihrer hervorragenden Beherrschung der englischen Sprache und ihren fundierten Kenntnissen der amerikanischen Wohlfahrtspflege ihren Karriereweg in den USA nahtlos fortsetzen. Sie wurde Dozentin am renommierten Carnegie Institut of Technology in Pittsburgh/​Pennsylvania, wo sie zum Winter 1934 eine Einstellung als Visiting Professorin für Social Work am dortigen Margarte Morrison College erhielt. An den genannten Ausbildungsstätten lehrte Hertha Kraus die ganze Breite der Sozialwissenschaften. Zwei Jahre später, inzwischen Mitglied der National Association of Social Work, folgte sie einem Ruf als Professorin für Social Economy an das „progressive wie elitäre Quäker-College Bryn Mawr“ (Bernet 2009, S. 104) in Philadelphia. Dort lehrte sie bis 1962.

Neben ihrer kräfteverschleißenden Vollzeitberufstätigkeit in Lehre und Forschung war Hertha Kraus noch vielfältig ehrenamtlich tätig, beispielsweise als Beraterin des Social Security Board (SSB), die das nationale Wohlfahrtssystem kontrollierte. Direktorin dieser Institution war die Sozialarbeiterin Jane Margueretta Hoey (1892-1968), „die weitreichende politische Kontakte hatte und ebenso wie Hertha Kraus mit der Präsidentengattin Eleanor Roosevelt [1884-1962] befreundet“ (Bussiek 2002, S. 55).

Hertha Kraus im Alter von ca. 65 Jahren
Abbildung 2: Hertha Kraus im Alter von ca. 65 Jahren (Ida-Seele-Archiv)

Nach dem Zusammenbruch der Nazi-Gewaltherrschaft, kam die ehemalige Kölner Stadtdirektorin im September 1946 erstmals als „Special Representative“ des American Friends Service Committees in das zerstörte und in vier Zonen geteilte Deutschland. Es folgten viele weitere Besuche, um beim Wiederaufbau sozialarbeiterischen Know-hows zu helfen. Zusammen mit anderen Fachleuten bereitete Hertha Kraus im Rahmen eines sozialpädagogischen Arbeitskreises einen Gesamtplan zur Gestaltung der Sozialarbeit im Nachkriegsdeutschland vor. Sie betätigte sich als Beraterin und (teilweise) Dozentin innerhalb des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs, der die Aufgabe übernahm, „vorgebildete Fachkräfte an amerikanischen Institutionen studieren und Erfahrungen sammeln zu lassen und nach der Rückkehr den demokratischen Aufbau Deutschlands mitzugestalten“ (Füssl 2004, S. 207). Dabei ging es u.a. um Fragen der Ausbildung von Sozialarbeiter*innen, um Community Work, Wohnungshygiene im sozialen Wohnungsbau, Verwaltungspolitik und -praxis, Mobilisierung von Bürgerbeteiligung im Sozialwesen u.a.m. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass sich nach einer verhältnismäßig kurzen Vorbereitungsinitiative im Frühjahr 1950 der Deutsche Landesausschuss der Internationalen Konferenz für Sozialarbeit wieder konstituierte und einige Monate später erstmals eine deutsche Delegation an der V. Internationalen Konferenz für Sozialarbeit in Paris teilnehmen konnte.

1963 ging die amerikanische Staatsbürgerin (seit dem 11. Januar 1939) in den Ruhestand, blieb aber weiterhin äußerst aktiv. Noch im selben Jahr reiste sie auf ihrer „Friedensmission“ nach Deutschland, um zwischen den zwei deutschen Staaten zu vermitteln. Unter anderem verhandelte sie mit Walter Ulbricht (1893-1973) und Willy Brandt (1913-1992) (Schirrmacher 2002, S. 570 ff.). Ihre letzten Lebensjahre waren durch marternde Krankheiten und körperliche Gebrechen geprägt, von denen sie sich in ihrer Betriebsamkeit so gut wie möglich nicht einschränken ließ. Hertha Kraus starb am 16.05.1968 in ihrem Haus in Haverford, in der Nähe von Bryn Mawr an den Folgen eines Bluthochdruckschocks. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Quäkerfriedhof in Haverford, in einem gemeinsamen Grab mit ihrer bereits im Juni 1952 verstorbenen Lebenspartnerin.

Grabstein von Hertha Kraus und ihrer Lebenspartnerin
Abbildung 3: Grabstein von Hertha Kraus und ihrer Lebenspartnerin (Ida-Seele-Archiv)

3 Lebenswerk und Wirkungsgeschichte

3.1 In der Zeit der Weimarer Republik bis zu Beginn der Nazi-Diktatur

Als Leiterin des neuinstallierten Wohlfahrtsamts der 660.000 Einwohnern zählenden Großstadt Köln musste Hertha Kraus zuvörderst den Auf- und Ausbau der kommunalen Fürsorgesysteme organisieren, deren einheitlich männliche Verwaltung „in mechanischen Handreichungen und Kontrollmechanismen erstickt“ (Kraus 1932, S. 78). Als eine der wichtigsten Neuerungen führte sie die Familienfürsorge (Einheitsfürsorge) ein, um fürsorgerische Aufgaben bürgernäher und orientierter an den realen Lebensverhältnissen in der Familie durchführen zu können. Dies bedeutete die Aufhebung der Trennung von Innendienst (Verwaltung) und Außendienst (fürsorgerische Tätigkeit) sowie die Zusammenlegung der Zuständigkeit in die Hand einer betreuenden Person durch das Wohlfahrtsamt. Durch die Vernetzung, je nach Lage des Einzelfalls, von jugend-, gesundheits- und wirtschaftsfürsorgerischen Maßnahmen sollten Überschneidungen und Doppelbetreuungen vermieden werden. Da Familienfürsorge immer auch Außenfürsorge beinhaltete, erhielt jede Familienfürsorgerin (männliche Familienfürsorger gab es seinerzeit so gut wie keine) einen räumlich genau abgegrenzten Betreuungsbezirk zugeteilt, innerhalb dessen ihr sämtliche Aufgaben der Jugend-, Gesundheits- und Wirtschaftsfürsorge für die hier wohnenden Hilfebedürftigen übertragen wurden. Auch in Spezialbereichen wie der Krankenhaus- oder Wohnungsfürsorge hatte die Familienfürsorgerin den Außendienst zu erledigen.

Ab Mitte der 1920er-Jahre ließ Hertha Kraus leerstehende Wehrmachtskasernen in vorbildliche Wohnquartiere und in Nachbarschaftszentren, mit Kindertagesstätten (Kinderkrippen, Kindergärten, Horten), Bastel- und Nähstuben, Clubräumen sowie Offenen Türen für Jugendliche u.a. Gemeinschaftseinrichtungen umbauen, die nach dem Settlementprinzip eingerichtet und betreut wurden. Insbesondere die Umwandlung der leerstehenden Wehrmachtskasernen im linksrheinischen Stadtteil Riehl zu einer „Altenstadt“ sorgte seinerzeit für Furore. Die Stadtdirektorin veranlasste den Umbau des Kasernengeländes nach amerikanischem Vorbild zu einer dreigliedrigen Einrichtung. Sie bestand aus einem Wohnstift mit kleinen Apartments für rüstige Senior*innen, einem Pflegeheim für Personen mit psychischen und körperlichen Einschränkungen, einschließlich guter medizinischer und therapeutischer Ausstattung, ferner aus einem Versorgungsbereich, der Entlastung bei der täglichen Hausarbeit bot. Unter dem Titel „Einige Entwicklungen im Anstaltswesen für Erwachsene“, schrieb Hertha Kraus über Theorie und Praxis dieser innovativen „Altenstadt“, dass „nach den Kölner Erfahrungen der Umbau von Kasernen für Zwecke des Wohnstifts durchaus empfohlen werden […] kann [und das] Wohnstift als Mittelpunkt der Altersfürsorge hoffentlich nicht mehr lange nur ein Traum des Fürsorgers“ (Kraus 1929, S. 138 ff.) bleibt.

Riehler Heimstätten Ende der 1920er-Jahren
Abbildung 4: Riehler Heimstätten Ende der 1920er-Jahren (Ida-Seele-Archiv)

Ein weiteres Anliegen war der Stadtdirektorin, die ständig wachsende Zahl der weiblichen wie männlichen erwerblosen Unterstützungsempfänger zu reduzieren, diese weg von der öffentlichen Hilfe zu bringen. Demzufolge baute sie eine großzügige Arbeitsfürsorge auf und ließ Werkstätten unterschiedlichster Arten errichten. Sie sorgte dafür, dass verschiedenartige Arbeitsangebote entwickelt wurden, damit „für Vollarbeitsfähige, für halbe Kräfte, für körperlich und geistige Behinderte“ (Kraus 1927, S. 55) genügend und geeignete Arbeitsplätze bereitstanden. Dadurch sollte der Selbstbehauptungswille des Einzelnen gestärkt und aufgezeigt werden, dass „er in einigermaßen normalen Arbeitsverhältnissen noch fähig zur Verrichtung einer wertvollen Arbeit sein kann“ (ebd.). Im Rahmen der Arbeitsfürsorge ließ Hertha Kraus extra für erwerblose und alleinstehende Frauen, die „durch einen Zufalle irgendwelcher Art aus dem Erwerbsberuf hinausgeworfen [und] kaum noch Fuß darin fassen, wenn sie die Vierzig überschritten haben“ (Kraus 1929, S. 133), Werkstätten errichten, in denen die Unterstützungsempfängerinnen, überwiegend „Alleinstehende, Witwen, Eheverlassene, Frauen von Häftlingen, Geisteskranken usw.“ (Kraus 1928, S. 280) u.a. hauswirtschaftlich beschäftigt wurden. Die Mütter konnten ihre Kleinkinder „ohne weiteres zur Arbeitsstätte“ mitnehmen, da diese „dort in Krabbelstube und Kindergarten während der Arbeitszeit der Mutter gut versorgt waren, während für die Schulkinder in den Ferien den ganzen Tag und sonst jeden Nachmittag der Hort der Frauenwerkstätten offen stand“ (ebd.). Um eine Obdachlosigkeit der Erwerbslosen bestmöglich zu vermeiden, hatte sie Rechtsbelehrungen entwickelt, die an die Bürger*innen übersandt wurden, welchen eine Mietaufhebungsklage drohte. Darin wurde auf die Optionen hingewiesen, die eine Obdachlosigkeit bzw. zwangsweise Aussetzung unterbanden. Notleidenden Künstler*innen wurde durch das Wohlfahrtsamt ermöglicht, „Städtische Einrichtungen auszugestalten, auch der Kauf ihrer Werke wurde ermöglicht“ (Reinicke 1998, S. 323).

Ein absolutes Novum war seinerzeit die Einführung des sog. „Warenkorbprinzips“. Dieses beinhaltete die Barauszahlung der Hilfesätze, statt der üblichen Abgabe von Leistungen in Naturalien. Mit diesem fortschrittlichen Modell stand Hertha Kraus im Kreuzfeuer der Kritik und im Widerspruch zu den Empfehlungen des tonangebenden Deutschen Vereins für Öffentliche und Private Fürsorge, dessen Hauptausschuss sie bis 1933 angehörte. Genannter 1880 gegründete Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit kritisierte in seinem Nachrichtendienst das sozialpolitische Experiment mit der „‚biologischen Methode‘“ relativ ausführlich, wenn auch „grundsätzlich skeptisch(Leibfried 1981, S. 475). Die Barauszahlung der Hilfesätze war für Hertha Kraus Ausdruck einer humanen Behandlung der in Not geratenen Menschen, von individuellen Persönlichkeiten, die nicht als Objekte zu behandeln seien. Für sie hatte Not kein Interesse daran, definiert zu werden. Es reiche, dass sie da ist. Allgemein beklagte die Leiterin des Kölner Wohlfahrtsamtes den inhumanen Umgang der Administration mit den Hilfeempfänger*innen:

„Ich meine hiermit nicht nur stundenlanges Warten in maßlos überfüllten, schlecht gelüfteten, unfreundlichen Räumen; nicht das Zusammenpferchen von Massen in Arbeits- und Wohlfahrtsämtern in wenig würdiger Form. Ich denke mehr an die Mängel im persönlichen Verkehr zwischen Helfer und Hilfesuchenden: die kurze Abfertigung, das mitleidlose Forschen nach Einzelheiten des Familienlebens, die grelle und oberflächliche Blitzlichtaufnahme eines Menschenschicksals, bei dem der hilfsbedürftige Mensch restlos Objekt wird und in ohnmächtigem Ärger die Manipulation beobachtete, die an ihm und seinen Nächsten kühl vorgenommen wird. Dies eben ist so verletzend: die Kette von unverständlichen Nachfragen, Ermittlungen, Berechnungen, Verfügungen, Verwaltungsakten, welche die Hilfe einleiten, sie begleiten und oft in ihrer gesamten Form bestimmen (Naturalunterstützung!) ohne daß man die Zeit findet oder es für der Mühe wert hält, sie dem Begriffsvermögen des Empfängers versöhnend nahe zu bringen“ (Kraus 1932, S. 78).

Für Hertha Kraus war eine neutrale und ausgewogene Zusammenarbeit des Wohlfahrtsamts mit den Spitzenverbänden der Zeit eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehörten: Diözesan-Caritasverband, Innere Mission, Israelitisches Wohlfahrtsamt, Arbeiterwohlfahrt, Fünfter Wohlfahrtsverband (seit 1932 Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband), Wohlfahrtsausschuß der Christlichen Arbeiterschaft, Kölner Notgemeinschaft und Vaterländischer Frauenverein. Zudem arbeitete sie mit Frauenorganisationen zusammen, die mit viel Verve Wohlfahrtsaktivitäten entfalteten. Zu nennen sind hier vor allem „die Ortsgruppe Köln des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, der Kölner Verein für Haushaltspflege, der Hilfsverein für Wöchnerinnen, Säuglinge und Kranke, der Katholische Deutsche Frauenbund, der Evangelische Frauenverein und die Kölner Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes“ (Schirrmacher 2002, S. 126). Summa summarum ist festzuhalten, dass die Leiterin des Wohlfahrtsamts in ihren Kölner Jahren, „vor allen Dingen in der zweiten Hälfte hiervon, reichhaltige nationale und internationale fachliche Beziehungen auf allerrelevantester Ebene unterhielt, was zur Validität ihres Namens im In- und Ausland erheblich beitrug“ (ebd., S. 139).

3.2 In der Zeit nach 1945

Auf ihrer ersten Deutschlandreise nach dem Zusammenbruch der Nazi-Diktatur stellte Hertha Kraus fest, dass es in ihrem einstigen Heimatland an spezifischer Fachliteratur zur Sozialarbeit mangelte. Zurückgekehrt in die USA trieb sie die Veröffentlichung solcher voran. Im Jahr 1949 erschien die deutsche Ausgabe „Von Mensch zu Mensch. Casework als soziale Aufgabe“. Darin schrieb sie über den „Casework-Kern“, dass diese Arbeitsmethode auf der Verbindung von zwei wichtigen Elementen beruhe: der steten, im Kleinsten treuen Anwendung der schlichten Grundbegriffe demokratischen Lebens auf der Beziehung zwischen Fürsorger*in und Klient*in, auf der sogenannten „helfenden Beziehung“, und der psychoanalytischen Grundauffassungen menschlichen Seelenlebens. Innerhalb der klassischen Methoden der Sozialarbeit erfahren viele Menschen in Deutschland, so die Autorin, „vielleicht zum ersten Mal, den tieferen Sinn einer demokratischen Gemeinschaft: nicht als Staats- und Verwaltungsform, sondern als Grundhaltung im täglichen Leben. Während sie selbst erleben, wie solche Haltung im Wesen des Helfers sie berührt in ihren eigenen Nöten, Erleichterung schafft, Spannungen mildert, ihre eigenen, vielleicht ungeahnten Kräften frei setzt, mögen sie anfangen zu verstehen, was der tiefere Sinn solcher Haltung ist. Sie mögen lernen, sie selbst zu verwerten, vielleicht mit zunehmenden Erfolg und Glauben, in den eigenen täglichen Beziehungen zu den ihnen Nächsten und zu anderen Menschen ihrer Umgebung. Sie mögen entdecken, daß sich so neue fruchtbare Bindungen der Menschen untereinander ergeben“ (Kraus 1949, S. 29). Ein Jahr später publizierte Hertha Kraus, in deutscher Übersetzung durch Karoline Solmitz (1893-1966), eine Sammlung von 41 Originalaufsätzen über „Casework in USA“ und brachte damit diese amerikanische Methode der Gesprächsführung bzw. Einzel- und Familienhilfe in die deutsche Fachdiskussion ein. In einigen Fußnoten taucht erstmals in der deutschen Fachliteratur der Begriff Supervision auf (Kraus 1950, S. 265, 406 u. 419). Die Herausgeberin weist darauf hin, „dass Casework als Methode der Gesprächsführung unbedingt durch die dazugehörige Reflexionsform Supervision ergänzt und unterstützt werden sollte“ (Belardi 2015, S. 18). Sie sprach jedoch von „Praxislehrer“ oder „Leitendem Fürsorger“ statt von „Supervisor“ sowie von „Anleitungsprozess“ anstelle von „Supervision“ (Wacker 2002, S. 98). Die von Hertha Kraus herausgegebene Publikation war Gegenstand mancher Fortbildungsveranstaltung. Zum Beispiel hielt Ellen Simon (1895-1982) 1950 auf der 11. Gilde-Jahrestagung in der Jugendherberge Bielefeld-Sieker ein Referat über „Vom andern Amerika/Eine persönliche Ergänzung zu Hertha Kraus’ Buch ‚Case Work in USA‘“ (Thorun 2000, S. 104 f.). „Casework in USA“ avancierte zum Standardwerk, wenngleich es insbesondere von kirchlichen Fachvertreter*innen abgelehnt wurde (Neuffer 1990, S. 86). Bemängelt wurde, dass „Casework in den USA“ nichts Neues brachte, konnte man doch direkte Parallelen zu Alice Salomons „Soziale Diagnose“ (1926) und Marie Baums „Familienfürsorge“ (1927) ziehen. Heinrich Schiller (1924-2016), dessen 1963 erschienene Dissertation „Gruppenpädagogik (Social Group Work) als Methode der Sozialarbeit“ „eine Art Bibel der Gruppenarbeit(Kreft 2014, S. 437) war, konstatierte über das Buch:

„Es hat eine sehr unterschiedliche Aufnahme gefunden, wobei vor allem der Vorwurf erhoben wird, daß die verschiedenen Artikel von verschiedenen Autoren mit unterschiedlicher Weltanschauung und geistigem Niveau ohne genügende Einleitung und Erklärung dem deutschen Leser angeboten werden. Diese willkürliche Auswahl hat teilweise mehr Verwirrung als Klärung geschaffen“ (Schiller 1963, S. 26).

Im Jahr 1951 publizierte Hertha Kraus einen erneuten Beitrag zu den Methoden der Sozialarbeit, diesmal über „Amerikanische Methoden der Gemeinschaftshilfe“. Der Aufsatz fand allerdings hierzulande kaum Beachtung, denn die „deutsche Sozialarbeit war noch hinlänglich mit Einzelhilfe und Gruppenarbeit und der Rezeption beschäftigt und konnte mit diesen Gedanken zu Community Organizing wenig anfangen“ (Mohrlock et al. 2002, S. 41). Demzufolge ist Hertha Kraus nicht nur Wegbereiterin der Einzelfallhilfe, sie ist ebenso „Pionierin der Gemeinwesenarbeit“ (Bussiek 2002, S. 59).

Standardwerke der Sozialarbeit
Abbildung 5: Standardwerke der Sozialarbeit (Ida-Seele-Archiv)

4 Würdigung

Es ist mit der Verdienst von Hertha Kraus, dass sich die deutsche Wohlfahrtspflege (Soziale Arbeit) bis zur Machtergreifung durch die Nazis und auch noch danach bahnbrechend entwickelte und internationale Reputation fand. Sie ist ein klassisches Beispiel für die Vertreibung von Sozialarbeiter*innen jüdischer Herkunft in den Jahren des Hitler-Faschismus, die ihre in Deutschland konzipierte Theorie der Sozialen Arbeit in der Emigration innovativ weiterentwickelten, während in ihrem Heimatland der letzte Rest fortschrittlicher Wohlfahrtspflege „ausgemerzt“ wurde.

Nach dem politischen und militärischen Zusammenbruch des Dritten Reichs unterstützte Hertha Kraus die Aufbauarbeit des brachliegenden Sozialwesens im zerstörten Deutschland. Sie war bemüht, die in den USA von ihr mit und weiter entwickelten Methoden der Sozialarbeit, „Social Case Work“, „Social Group Work“ sowie „Social Community Organization“, in die westdeutsche Sozialarbeit einzuführen. Dabei ging es Hertha Kraus in erster Linie um die „Reeducation“ der moralisierenden und autokratisch handelnden deutschen Pädagog*innen/​Sozialarbeiter*innen gegenüber ihren Klient*innen auf demokratische, humanitäre und partnerschaftliche Werte. Da man lange Zeit „nichts oder doch nicht viel mit der Botschaft von Hertha Kraus anfangen konnte“ (Müller 1988, S. 102) etablierten sich die amerikanischen sozialarbeiterischen Methoden verhältnismäßig spät und mit unterschiedlich starker Gewichtung und Ausprägung in den Praxisfeldern der Sozialen Arbeit sowie in der Sozialausbildung (Füssl 2004, S. 252).

Nach ihrem Tod gerieten die Wegbereiterin der Sozialen Arbeit in Deutschland und in den USA sowie ihre Impulse auf dem Gebiet der öffentlichen Fürsorge so gut wie in Vergessenheit, von wenigen Beiträgen abgesehen, die wegen ihrer Kürze inhaltlich wenig und nur sehr selektiv diskutiert werden konnten (Berger 1997, S. 364 ff.; Fäustner 1997, S. 18; Feidel-Mertz 1993, S. 224 ff.; Reinicke 1998, S. 323; Wieler 1996, S. 1235 f.). Gerd Schirrmacher legte 2002 ein instruktives Werk über Leben und Wirken von Hertha Kraus vor, das ein historiografisches Desiderat schließt und durchaus als Standardwerk auch für die Quäkergeschichtsschreibung gesehen werden kann.

Posthum hat die Stadt Köln ihre erste Stadtdirektorin mit einer von der Bildhauerin Majka Wichner geschaffenen Statue auf dem Kölner Rathausturm geehrt. Zudem erinnert im Kölner Stadtteil Riehl eine Straße an die Impulsgeberin für die Soziale Arbeit in Deutschland. Die TH Köln vergibt seit 2010 jährlich den „Hertha-Kraus-Preis“ für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich Management und Organisation in der Sozialen Arbeit.

5 Quellenangaben

Belardi, Nando, 2015. Supervision für helfende Berufe. 3. Auflage. Freiburg/Brsg.: Lambertus. ISBN 978-3-7841-2610-4 [Rezension bei socialnet]

Berger, Manfred, 1997. Zum 100. Geburtstag von Hertha Kraus. Eine biographisch-pädagogische Skizze. In: Unsere Jugend. 49(9), S. 364–366. ISSN 0342-5258

Bernet, Claus, 2009. Elisabeth Rotten, Hertha Kraus und Magda Kelber. Angloamerikanische Ansätze in der intervenierenden Pädagogik 1933–1949. In: Adriane Feustel, Inge Hansen-Schaberg und Gabriele Knapp, Hrsg. Die Vertreibung des Sozialen. München: Edition text + kritik, S. 93–114. ISBN 978-3-86916-031-3

Bussiek, Beate, 2002. Hertha Kraus – Quäkergeist und Kompetenz. Impulse für die Soziale Arbeit in Deutschland und den USA. In: Sabine Hering und Berteke Waaldijk, Hrsg. Die Geschichte der Sozialen Arbeit in Europa (1900-1960): Wichtige Pionierinnen und ihr Einfluss auf die Entwicklung internationaler Organisationen. Opladen: Leske + Budrich, S. 51–60. ISBN 978-3-8100-3633-9

Fäuster, Ulrike, 1997. Es geht ein ununterbrochener Strom von Emigranten durch dieses Haus: Zum 100. Geburtstag von Hertha Kraus 11. September 1897–16. Mai 1986. In: AVS-Informationsdienst. 18(4/5), S. 18

Feidel-Mertz, Hildegard, 1993. Kraus, Hertha. In: Jutta Dick und Marina Sassenberg, Hrsg. Jüdische Frauen im 19. und 20. Jahrhundert. Lexikon zu Leben und Werke. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 224–226. ISBN 978-3-499-16344-9

Füssl, Karl-Heinz, 2004. Deutsch-amerikanischer Kulturaustausch im 20. Jahrhundert: Bildung – Wissenschaft – Politik. Frankfurt: Campus. ISBN 978-3-593-37499-4

Kraus, Alois, 1950. Lebenserinnerungen [unveröffentlichtes Manuskript]. o.O.

Kraus, Hertha 1927. Randbemerkungen zur „Sozialen Therapie“. In: Deutsche Zeitschrift für Wohlfahrtspflege. 2(12), S. 627–628

Kraus, Hertha, 1928. Ausbildung zur Hausfrau durch die Wohlfahrtspflege. In: Bayerische Frauenzeitung. 3(15), S. 279–281

Kraus, Hertha, 1929. Einige Entwicklungen im Anstaltswesen für Erwachsene. In: Wilhelm Polligkeit, Hans Scherpner und Heinrich Webler, Hrsg. Fürsorge als persönliche Hilfe. Festgabe für Prof. Dr. Christian Jasper Klumker zum 60. Geburtstag am 22. Dezember 1928. Berlin: Heymann, S. 129–145

Kraus, Hertha, 1932. Die Mängel in der Form der öffentlichen Hilfe. In: Der Mensch in der Sozialen Arbeit. 1(1), S. 78

Kraus, Hertha, 1949. Von Mensch zu Mensch: „Casework“ als soziale Aufgabe. Frankfurt/Main: Metzner

Kreft, Dieter, 2014. Prof. Dr. Heinrich Schiller wird 90. Ein Leben in, mit und für Gruppen. In: Unsere Jugend. 66(10), S. 336–439. ISSN 0342-5258

Leibfried, Stephan, 1981. Existenzminimum und Fürsorge-Richtsätze in der Weimarer Republik. In: Christoph Sachße und Florian Tennstedt, Hrsg. Jahrbuch der Sozialarbeit: 4 Geschichte und Geschichten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 469–523. ISBN 978-3-499-17458-2

Mensing, Hans Peter, 1983. Adenauer. Briefe 1945–1947. Paderborn: Schöningh. ISBN 978-3-88680-071-1

Mohrlock, Marion, Michael Neubauer, Rainer Neubauer und Walter Schönfelder, 2002. Let’s organize: Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich. München: Verein zur Förderung der sozialpolitischen Arbeit. ISBN 978-3-923126-81-1

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Autor
Manfred Berger
Mitbegründer (1993) und Leiter des „Ida-Seele-Archivs zur Erforschung der Geschichte des Kindergartens“
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Zitiervorschlag
Berger, Manfred, 2020. Kraus, Hertha [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 20.03.2020 [Zugriff am: 05.04.2020]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Kraus-Hertha

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Manfred Berger
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veröffentlicht am 20.03.2020

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