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Kunsttherapeutin, Kunsttherapeut

Svenja Rehse

veröffentlicht am 22.08.2026

Englisch: art therapist

Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten setzen künstlerische Ausdrucksmittel zur Unterstützung psychischer Prozesse ein. Der Beruf verortet sich im Spektrum der künstlerischen Therapien. Zugang und Berufsbezeichnung sind im deutschsprachigen Raum nicht einheitlich geregelt. Es gibt verschiedene Ausbildungswege, Ansätze und Arbeitsfelder.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Bezeichnungen
  3. 3 Tätigkeiten und Einsatzbereiche
    1. 3.1 Tätigkeiten
    2. 3.2 Einsatzbereiche
      1. 3.2.1 Klinischer Bereich
      2. 3.2.2 Sozialwesen
      3. 3.2.3 Heilpädagogik
      4. 3.2.4 Pädagogische Ansätze
      5. 3.2.5 Schule, Jugendarbeit und Justiz
      6. 3.2.6 Wissenschaftlicher Kontext
  4. 4 Zugangsvoraussetzungen
  5. 5 Ausbildungsinhalte
  6. 6 Einstufung nach dem Europäischen Qualifikationsrahmen
  7. 7 Berufsrecht
  8. 8 Arbeitsmarkt
  9. 9 Geschichtliche Entwicklung
    1. 9.1 Kunst als Therapie
    2. 9.2 Anthroposophie
    3. 9.3 Kunsttherapie in der Psychiatrie
    4. 9.4 Künstlerisch-kreative Arbeit mit Kindern
    5. 9.5 Erweiterter Kunstbegriff und Soziale Kunst
    6. 9.6 Kunsttherapie heute
  10. 10 Berufsverbände
  11. 11 Fachzeitschriften
  12. 12 Kongresse
  13. 13 Quellenangaben
  14. 14 Informationen im Internet
    1. 14.1 Weiterbildungen und Studiengänge
    2. 14.2 Hochschulen
    3. 14.3 Fachausbildungen/​Weiterbildungen

1 Zusammenfassung

Kunsttherapie hat sich in klinischen, heil-/pädagogischen und sozialen Praxisfeldern etabliert und erfährt zunehmende Beachtung. Sie ist in Deutschland ein Teil der Gesundheitsversorgung, geht aber darüber hinaus. Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten sind im institutionellen, stationären sowie im ambulanten Bereich angestellt oder in freier Praxis tätig. Im klinischen Setting arbeiten sie interdisziplinär mit Medizinerinnen/​Medizinern, Psychologinnen/​Psychologen und anderen Fach-Therapeutinnen/​Fach-Therapeuten zusammen. Auch in den Bereichen Beratung, Coaching und Teamentwicklung in Institutionen und Unternehmen kommt pädagogisch orientierte Kunsttherapie zum Einsatz.

Kunsttherapeutische Praxis bezieht die tendenziell konträren Disziplinen Kunst und Therapie aufeinander und nutzt diese. Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten arbeiten mit künstlerischen Ausdrucksmitteln und wählen Medien und Methoden für die Therapie individuell aus.

Die Berufsbezeichnung Kunsttherapeutin/​Kunsttherapeut ist im deutschsprachigen Raum nicht geschützt, Zugang und Ausbildung/Studium sind nicht einheitlich geregelt, sie werden bis heute von Berufsverbänden unterschiedlich definiert.

Die Etablierung von Kunsttherapie findet durch wissenschaftliche Forschung, klinische Studien und entsprechend akademische Professionalisierung statt. Fachverbände, Fachzeitschriften und Fachliteratur sowie (internationale) Kunsttherapiekongresse bilden ein Fundament für die Etablierung und die Anerkennung des Berufes.

2 Bezeichnungen

Die Kunsttherapie gehört zu den künstlerischen Therapien. Sie ist uneinheitlich und vielfältig. Es gibt in Deutschland staatliche sowie private Ausbildungs‑ und Studienangebote auf Bachelor‑ und Masterniveau. Zudem gibt es private Institute und Schulen mit verschiedenen Lehrinhalten, unterschiedlichem Umfang und Qualitätsniveau sowie Ausbildungen mit und ohne Abschlussprüfung.

Die Begriffe Kunsttherapie, künstlerische Therapien und kreative Therapien werden heute synonym verwendet. Dazu gehören die Musik, die bildende Kunst, der Tanz, das Theaterspiel, die Literatur und die Poesie. Während im deutschsprachigen Raum die Berufsbezeichnung Kunsttherapeutin/​Kunsttherapeut nicht einheitlich geregelt ist, führte die Wahrnehmung der Synergie therapeutischer Potenziale des bildnerischen Gestaltens in Großbritannien 1997 zum staatlich anerkannten Berufsbild des Kunst-, Musik‑ und Dramatherapeuten.

Die vielfältigen kunsttherapeutischen Ansätze werden von Karl-Heinz Menzen nach verschiedenen Ansätzen unterschieden (Campus Naturalis WISSEN 2018; Menzen 2023):

  • den kunstpsychologischen
  • den kunstpädagogischen
  • den ergotherapeutischen
  • den heilpädagogisch-rehabilitativen
  • den kreativ‑ und gestaltungstherapeutischen
  • den tiefenpsychologischen

Peter Baukus und Jürgen Thies differenzieren zwischen folgenden Ansätzen (Baukus und Thies 1993):

  • dem psychiatrischen
  • dem künstlerisch-pädagogischen
  • dem heilpädagogischen
  • dem psychotherapeutischen
  • dem anthroposophischen
  • dem rezeptiven
  • dem integrativen

Explizit therapeutisches Arbeiten erfordert eine Heilerlaubnis (Heilpraktiker für Psychotherapie) oder ein psychologisches Studium mit Approbation. Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten dürfen nur therapeutisch arbeiten, wenn sie über diese verfügen.

Berufs‑ und Fachverbände haben Ausbildungsstandards entwickelt. Diese sind unterschiedlich und bilden die Voraussetzung für eine jeweilige Mitgliedschaft. Einheitliche und verbindliche Standards für Kunsttherapie gibt es in Deutschland weder für Hochschulen noch für private Ausbildungsinstitute.

Alternative Bezeichnungen sind: Kreativtherapeutin/​Kreativtherapeut, Gestaltungstherapeutin/​Gestaltungstherapeut, Maltherapeutin/​Maltherapeut sowie Expressive Arts Therapist. Die Bezeichnungen verweisen unter anderem auf den zugrunde liegenden kunsttherapeutischen Ansatz.

Kunsttherapie ist in Österreich ein freier, noch nicht gesetzlich geregelter Beruf. Sie darf ergänzend und begleitend, nicht aber ersetzend für psychotherapeutische oder medizinische Behandlungen angeboten werden (Wiener Schule für Kunsttherapie o.J.).

In der Schweiz wurde 2011 die Höhere Fachprüfung (Eidgenössisches Diplom, ED) für Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten und damit die Berufsbezeichnung „Diplomierte Kunsttherapeutin (ED) / Diplomierter Kunsttherapeut (ED)“ mit fünf spezifischen Fachrichtungen (Bewegungs‑ und Tanztherapie, Drama‑ und Sprachtherapie, Gestaltungs‑ und Maltherapie, intermediale Therapie und Musiktherapie) anerkannt.

3 Tätigkeiten und Einsatzbereiche

Kunsttherapeutische Praxis findet ihre wissenschaftliche oder geisteswissenschaftliche Begründung in unterschiedlichen Disziplinen. Sie bezieht sich auf Psychologie, insbesondere der Tiefenpsychologie, Neurologie, Bindungstheorie und Ästhetik. Sie steht in enger Wechselwirkung zur (Heil-)Pädagogik und der Kunstwissenschaft. Sie kann auf Grundlagen der Psychoneurologie, der Kognitionswissenschaft, der Phänomenologie, der Psychotherapieforschung, der Synergetik, der Psychoanalyse, der analytischen Psychologie, der Humanistischen Psychologie, der kognitiven Verhaltenstherapie oder der Systemischen Therapie erfolgen oder auf anthroposophischen Annahmen beruhen und sich auf Philosophie, Kulturwissenschaft sowie Anthropologie beziehen.

Kunsttherapie soll Gesundungs‑ und Heilungsprozesse aktivieren, und ihr kommen unterschiedliche Funktionen zu. Diese sind zum Beispiel Konfliktbewältigung, Krankheitsverarbeitung oder Aktivierung von Ressourcen. Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten tragen mit ihren methodischen Werkzeugen dazu bei, die Wahrnehmung, Selbstregulation und Selbstreflexion von Klientinnen/​Klienten zu verbessern und belastende Erfahrungen zu integrieren. Sie gehen weniger nach vorher festgelegten Behandlungsplänen vor, sondern konzipieren die nächsten Behandlungsschritte in Abstimmung auf den Therapieverlauf und arbeiten dabei, gemäß ihrer Grundkonzeption, zum Beispiel aus der tiefenpsychologisch orientierten Kunsttherapie oder der anthroposophischen Kunsttherapie, mit unterschiedlichen Methoden und Materialien.

3.1 Tätigkeiten

Kunsttherapie ist in allen klinischen Bereichen anwendbar, in denen eine psychische Beeinflussung von Leidenszuständen, eine Stabilisierung oder eine Verbesserung der aktuellen Lebensqualität zu erwarten ist. Sie findet Anwendung in therapeutischen, präventiven, rehabilitativen, palliativen und heilpädagogischen Bereichen des Gesundheitswesens. Auch in sozialpädagogischen Berufsfeldern mit beratenden, betreuenden, bildenden und erziehenden Tätigkeiten sind Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten tätig.

Kunsttherapie erfordert kein „künstlerisches Können“, sondern Bereitschaft zur gestalterischen Darstellung der eigenen Befindlichkeiten und therapeutisch angebotener Themen. Es ist nicht das Ziel, ein künstlerisch wertvolles Produkt zu erschaffen. Der Fokus liegt auf dem Prozess des Schaffens und dem dadurch entstehenden Produkt als Momentaufnahme. Begriffe wie „Ästhetik“ im Sinne von Schönheit oder „Können“ spielen in der Kunsttherapie eine untergeordnete Rolle.

Der Prozess des Gestaltens und das Produkt werden als nonverbaler Ausdruck betrachtet, reflektiert und bearbeitet. Das gestaltete Produkt ergänzt die Klient-Therapeut-Beziehung einer Gesprächstherapie um ein Drittes (Therapeutische Triade nach Gisela Schmeer 2003).

Der mögliche Einsatzbereich umfasst grundsätzlich alle Altersgruppen – von Kindergärten und Einrichtungen der Kinder‑ und Jugendlichenpsychotherapie bis hin zu Alten- oder Altenpflegeheimen. Präventiv, in der Biografiearbeit, als Kreativitätsförderung oder im Coaching wird Kunsttherapie auch bei Menschen ohne Erkrankung angewendet. Kunsttherapie findet im Einzel‑ oder Gruppensetting statt, zum Beispiel im offenen Atelier oder in geschlossenen, geschützten Gruppen.

Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten arbeiten in Institutionen oder in eigener Praxis. Sie arbeiten mit malerischen/​zeichnerischen Medien, plastisch-skulpturalen Gestaltungen, Collagen sowie gegebenenfalls Fotografie. Es kommen flüssige oder feste Farben und Zeichenmaterialien, Ton, Holz, Speckstein, teilweise auch Textilien, Natur‑ und Recyclingmaterialien sowie entsprechende Werkzeuge zum Einsatz. Auch die Pflege und Verwaltung von Materialien und Werkräumen gehört zum Aufgabenspektrum von Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten.

Eine konzentrierte Arbeitsweise in der Durchführung der Therapiesitzungen und der Dokumentation ist durchgehend erforderlich. Das Gespräch mit Patientinnen/​Patienten sowie mit Angehörigen erfordert Einfühlungsvermögen, fachliche Kompetenzen der Gesprächsführung und Kompetenzen zur kontinuierlichen eigenen Psychohygiene (Bundesagentur für Arbeit 2026b; Spreti, Rentrop und Förstl 2022).

3.2 Einsatzbereiche

Künstlerische Therapien sind in medizinischen Bereichen ebenso wie in der Prävention und Rehabilitation Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Sie sind in zahlreichen Akut‑ und Rehabilitationskliniken sowie psychosomatischen Einrichtungen etabliert. Positive Effekte beispielsweise bei Depressionen, Angstzuständen, Traumata (PTBS) und im Bereich der Onkologie sind heute nachgewiesen (Petersen 2020; Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. 2026).

Die Kunsttherapie und ihre verschiedenen Ansätze beziehen sich zum überwiegenden Teil auf den großen Bereich psychischer Störungen, bei dem sich die künstlerischen Therapien an die unterschiedlichen Psychotherapierichtungen – vor allem die analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie – anlehnen oder anderen, beispielsweise anthroposophischen, Ansätzen folgen und im klinischen Kontext ihre Anwendung finden. Ein weiterer Wirkungsbereich der künstlerischen Therapien sind die Berufsfelder im Spektrum der Sozialpädagogik, der Sozialen Arbeit sowie der Heil- und Sonderpädagogik.

Insgesamt sind Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten in den verschiedensten Praxisfeldern tätig und erschließen sich zunehmend weitere Einsatzgebiete.

Als zielgruppenspezifisch-kreativpädagogische Angebote entwickeln sie zum Beispiel Angebote für sehr junge Mütter, zur Trauerbewältigung, zur Inklusion oder zur Integration. Kunsttherapeutische Methoden werden im Coaching und in kreativ-pädagogischer Biografiearbeit eingesetzt. Dabei werden gegebenenfalls Elemente aus anderen kreativen Therapieformen genutzt. Intermediale Ansätze nutzen und integrieren Musik-, Drama-, Tanz-, Bewegungs-, Poesietherapie u.v.m. (Petzold und Orth 1990; MSH Medical School Hamburg 2026).

3.2.1 Klinischer Bereich

Im institutionellen Kontext, aber oft auch in freier Praxis, arbeiten sie interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen zusammen, zum Beispiel mit Psychotherapeutinnen/​Psychotherapeuten, Medizinerinnen/​Medizinern sowie anderem Fachpersonal.

3.2.2 Sozialwesen

  • stationäre und teilstationäre Einrichtungen zur psychosozialen Betreuung, auch Tageskliniken
  • Seniorenwohnheime (z.B. in der Demenzprävention)
  • Wohnheime für Menschen mit Behinderung
  • Selbsthilfeprojekte
  • Beratungs‑ oder Betreuungseinrichtungen, zum Beispiel psychosoziale Zentren für die Betreuung traumatisierter Geflüchteter, für Menschen mit sexualisierter Gewalterfahrung u.a.

3.2.3 Heilpädagogik

3.2.4 Pädagogische Ansätze

  • Offene Ateliers
  • Museen
  • Kinder‑ und Jugendeinrichtungen

3.2.5 Schule, Jugendarbeit und Justiz

  • allgemeinbildende Schulen, zum Beispiel im offenen Ganztag (Grundschulen, weiterführende Schulen, besonders Förderschulen)
  • Jugendarbeit
  • Justizvollzugsanstalten (z.B. in der Resozialisierung von Straffälligen)
  • Forensische Psychiatrien

3.2.6 Wissenschaftlicher Kontext

  • Kunsthochschulen und Hochschulen
  • Fachhochschulen
  • Fachakademien für Lehre und Forschung
  • Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs

4 Zugangsvoraussetzungen

Da Kunsttherapie im deutschsprachigen Raum keine geschützte Berufsbezeichnung ist, gibt es keinen einheitlich geregelten Zugang aufgrund einer bestimmten Qualifikation. In der Regel bilden jedoch ein Hochschulstudium (Bachelor, Master) und/oder Berufserfahrung sowie eine entsprechende Fortbildung (Vollzeit oder berufsbegleitend) die Grundlage für den Erwerb und die verantwortliche Umsetzung der vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben und Kompetenzen in der Kunsttherapie.

Kunsttherapeutische Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung setzen in der Regel eine Promotion oder Habilitation voraus.

Für eine freiberufliche therapeutische Tätigkeit oder therapeutische Arbeit in eigener Praxis wird eine ärztliche Approbation benötigt. Nur mit Erlaubnis gemäß des Heilpraktikergesetzes darf die Heilkunde in Deutschland ausgeübt werden.

Kunsttherapie ist wie die meisten anderen Therapieformen im Umfeld der Psychotherapie in ständiger Entwicklung begriffen. Laufende Fortbildung und Information über den aktuellen Stand der kunsttherapeutischen Forschung sind angeraten.

Während des Kunsttherapie-Studiums und während der Ausbildung zur/zum Kunsttherapeutin/​Kunsttherapeuten wird kein Gehalt gezahlt. Private Institute verlangen dafür mehrere tausend Euro, an staatlichen Hochschulen fallen Semesterbeiträge an. AZAV-geprüfte Kurse können mit einem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Vor Aufnahme einer Ausbildung sollten Förderoptionen geprüft werden.

5 Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich zwischen den Hochschulen und an den Instituten stark. Der Hochschulkompass, eine Zusammenstellung der Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz (o.J.), und die Datenbank Kursnet der Bundesagentur für Arbeit (2026a) bieten Übersichten aller zurzeit aktuellen Studiengänge und Weiterbildungen mit ihren Inhalten und Rahmenbedingungen. Ein sorgfältiger Vergleich ist, je nach eigenen Ansprüchen und Erwartungen, angeraten.

Exemplarisch seien hier einige Hochschulen mit ihren Modulen benannt (Stand 2026).

An der Hochschule für Bildende Künste Dresden werden folgende Module gelehrt (Hochschule für Bildende Künste Dresden o.J.):

  • Fachtheoretische Grundlagen
  • Methoden der Kunsttherapie
  • Künstlerischer Schwerpunkt
  • Forschung und Praxis der Kunsttherapie (Vorlesungen und Seminare)

Dazu kommen Gruppenarbeiten und Supervision.

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee teilt das Studium ebenfalls in Module ein und lehrt (weißensee kunsthochschule berlin 2026):

  • Kunstpraxis – Kunsttheorie
  • Psychologie/​Medizin
  • Psychotherapie (Theorie)
  • Kunsttherapeutische Lehrveranstaltungen
  • Kunsttherapeutische Berufspraxis (Praktika)
  • Selbsterfahrung

Weiterhin sind Supervision und Ausstellung Teil des Studiums.

Die FH Nürtingen bietet zwei Studienschwerpunkte (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen 2026a, 2026b):

  1. „Integration von Praxis und Begleitforschung“
    • Künstlerische Recherche und ästhetische Forschung
    • Qualitative und quantitative Forschungsmethoden
    • Prozessevaluation und Qualitätssicherung
    • Diagnostik
    • Behandlungsplanung
  2. „Kunsttherapeutische Praxis im Kontext“
    • Kunsttherapie in interdisziplinären Kontexten und komplexen Systemen
    • Aktuelle und kulturvergleichende Konzepte zu Gesundheit und Krankheit, Norm und Abweichung
    • Berufsethische Orientierung

An der KFH Freiburg sind folgende Weiterbildungsinhalte gegeben (Katholische Hochschule Freiburg gGmbH 2026):

  • Vertiefte Materialerfahrung des bildnerisch-plastischen Gestaltens (Malerei, Grafik, Ton, Holz, Collage)
  • Begleiten von künstlerischen Prozessen, basierend auf Selbsterfahrung
  • Grundlagenwissen bezüglich Diagnostik, Störungs‑ und Krankheitsbildern
  • Entwicklungspsychologie
  • Psychopathologie
  • Neurologie
  • Grundlagen kunsttherapeutischen Handwerks (Indikation, Intervention, therapeutische Beziehung und Haltung)
  • Prozessbegleitung, ‑reflexion und ‑dokumentation
  • Organisation Werkstatt & Atelier

6 Einstufung nach dem Europäischen Qualifikationsrahmen

Überwiegend ist Kunsttherapie im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) je nach Art und Tiefe der Ausbildung auf den Niveaus 6 und 7 (Bachelor und Master) eingestuft. Das EQR-Niveau 6 (Bachelor-Niveau) umfasst im Durchschnitt 180–210 ECTS. Es gilt für berufsqualifizierende Bachelorstudiengänge der Kunsttherapie. Dies entspricht dem Grundniveau für den Einstieg in den Beruf und wird so vom Deutschen Fachverband für Kunst‑ und Gestaltungstherapie (DFKGT) bestätigt. Konsekutive oder weiterbildende Masterstudiengänge sowie zertifizierte universitäre Lehrgänge (z.B. M.A. Klinische Kunsttherapie) sind auf EQR-Niveau 7 (Master-Niveau) angesiedelt. Diese Stufe umfasst vertiefte wissenschaftliche und klinisch-therapeutische Kompetenzen, im Umfang von oft 120 ECTS im Master beziehungsweise 300 ECTS gesamt inklusive Bachelor.

Private Ausbildungen, Fortbildungen und Module (auch an Fachakademien) ohne direkten Hochschulabschluss sind auf EQR-Niveau 4 bis 5 (Fachschul‑ oder Weiterbildungsniveau) eingestuft.

7 Berufsrecht

Viele kunsttherapeutische Ausbildungen bevollmächtigen zur selbstständigen Durchführung von künstlerischen Therapien, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte und biografischer Krisen außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben. Diese sind meist in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern verortet. Bereits in diesem Kontext kann unter Umständen Entlastung von Problemen und Krisen sowie eine Entwicklung oder Heilung verspürt werden. Explizit therapeutische Arbeit bedarf einer Qualifikation, die zumeist durch ein Fachstudium an einer Hochschule erworben wird und in folgenden Gesetzen geregelt ist:

  • Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) vom 17.02.1939 (RGBl. S. 251), zuletzt geändert durch Artikel 17e des Gesetzes vom 23.12.2016 (BGBl. I S. 3191)
  • Gesetz über das Zentralregister und das Erziehungsregister (Bundeszentralregistergesetz – BZRG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21.09.1984 (BGBl. I S. 1229), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 18.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 183)

Therapieangebote implizieren ein Heilversprechen, das nicht garantiert werden kann. Mit einem Psychotherapiestudium mit Approbation oder dem Heilpraktiker für Psychotherapie (HP Psych.) darf therapeutisch gearbeitet werden, da psychologische Ausbildungsanteile, Krankheitslehre und psychosoziale, psychosomatische sowie psychiatrische Störungsbilder in der Ausbildung beziehungsweise im Studium behandelt und geprüft werden.

8 Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt für Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten ist stabil und gut. Es besteht insbesondere im klinischen und im institutionellen sozialen Bereich eine steigende Nachfrage. Dabei ist die Qualifikation sowohl für die Einstellung als auch die Eingruppierung entscheidend. Gute Jobchancen bestehen vor allem dort, wo interdisziplinär gearbeitet wird, zum Beispiel in festen Teams in der Psychiatrie oder Psychosomatik, die durch kreative Therapien ergänzt werden.

Der Arbeitslohn variiert je nach Ausbildungsqualifikation, Berufserfahrung, Arbeitgeber/Unternehmensgröße und Bundesland stark. Das durchschnittliche Gehalt (Stand 2026) liegt bei rund 3.000 € pro Monat, die unteren monatlichen Gehälter beginnen bei circa 2.200 €. Die Stellen sind oft an den Etat von Trägern oder Kliniken und an eine Kostenübernahme im Gesundheitswesen gebunden. Die Bezahlung ist nur in großen Kliniken tariflich geregelt, doch da der Beruf gefragt ist, befinden sich Arbeitssuchende in einer sehr guten Verhandlungsposition. Hohe Jahresgehälter zu erreichen, ist vor allem in großen psychiatrischen Kliniken, Universitätskliniken oder Reha-Zentren mit Tarifvertrag und nach vielen Berufsjahren möglich. Auf Bachelor-/​Master-Niveau sind Eingruppierungen in die Stufen 9 bis 11 TVöD möglich. Auch eine erfolgreiche, gut vernetzte eigene Kunsttherapiepraxis kann Einnahmen in dieser Höhe erwirtschaften. Alternativ, und weil Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten in keinem eigenen Tarifrahmen festgeschrieben sind, orientiert sich die Bezahlung im öffentlichen Dienst an der akademischen Qualifikation. Mitunter wird als Eingruppierung auch ein pädagogischer (Hochschul-)Abschluss für die Eingruppierung herangezogen.

Für Leitungspositionen eines kreativen/​therapeutischen Teams in psychosomatischen Großkliniken (mehr als 1.000 Mitarbeitende) steigt die Vergütung an. In Psychiatrie und Psychosomatik sind die Budgets für Kreativtherapien oft höher als im Bereich der Altenpflege. Das Gehalt von Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten ist auch in wirtschaftsstarken Ballungsräumen wie Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sowie in Metropolen im Allgemeinen höher (praktischArzt 2025).

In der Kunsttherapie arbeiten wesentlich mehr Frauen als Männer. Berufsverbände weisen einen geschätzten Frauenanteil in Ausbildung und Beruf von rund 85 bis 90 Prozent aus (Schellen 2020). Zum einen ziehen soziale, therapeutische und künstlerische Berufe traditionell mehr Frauen an, zum anderen werden in sozialen Einrichtungen oft Teilzeitstellen angeboten, was häufiger von Frauen nachgefragt wird. Eine hohe Nachfrage nach Kunsttherapeuten besteht unter anderem, um diese in der Therapie gezielt als Rollenvorbild für männliche Patienten in Kliniken und Jugendhilfeeinrichtungen einzusetzen.

Arbeitgeber können bei der Einstellung von Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten bisher selbst über die vorausgesetzte Qualifikation entscheiden. Hochschulabsolventinnen/​Hochschulabsolventen werden aufgrund ihrer breiten, fundierten, wissenschaftlichen Ausbildung in Theorie und Praxis im Allgemeinen bevorzugt, aber auch Ausbildungen mit umfangreichem Curriculum werden teilweise im klinischen Bereich akzeptiert. Daher ist die Anerkennung des Berufsbildes weiterhin wichtig. In klinischen Studien werden kunsttherapeutische Ansätze indikationsbezogen oder zielgruppenspezifisch untersucht. Es besteht ein hoher Bedarf an evidenzbasierten wissenschaftlichen Nachweisen. Im Rahmen von Kooperationen von Hochschulen und/oder Kliniken werden fachspezifische Forschungsprojekte realisiert, an denen Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten beteiligt sind. Für diesen Bereich stehen allerdings nur wenige finanzielle Mittel zur Verfügung. Wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Kunsttherapie gewinnt sowohl für die kunsttherapeutische Praxis als auch für die berufspolitische Etablierung dieser Fachrichtung immer mehr an Bedeutung.

9 Geschichtliche Entwicklung

9.1 Kunst als Therapie

Aus Kunstwissenschaft, Psychologie und Pädagogik entwickelten sich in den USA, Großbritannien und im deutschsprachigen Raum seit Anfang des 20. Jahrhunderts erste Ansätze der Kunsttherapie. Sie gingen hervor aus Kunst und künstlerischer Praxis, aus der Kunsterziehung und aus der Entwicklungspsychologie (z.B. Entwicklung der Kinderzeichnung). Kunst und Therapie wurden, ausgehend von der Praxis, zunächst in der Arbeit mit Kindern und psychisch Kranken erforscht. Der Begriff „Kreative Therapien“ war eng mit der Kunsterziehung gekoppelt, die zur Entwicklungsförderung eingesetzt wurde. Erst in den 1970er-Jahren entstand die begriffliche Trennung in einen pädagogischen und einen therapeutischen Ansatz. Pionierinnen der kunsttherapiepraktischen Grundlagenforschung waren zum Beispiel Edith Kramer, Margaret Naumburg (Ende der 1940er-Jahre), Joan Erikson (1950er-Jahre) sowie Judith Aron Rubin und Helen Landgarten (Dalley 1986).

9.2 Anthroposophie

Die niederländische Ärztin Ita Wegmann entwickelte in Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner die anthroposophische Medizin. 1921 gründete und eröffnete sie in Arlesheim in der Schweiz eine anthroposophisch orientierte Klinik und wandte dort in enger Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner die anthroposophische Medizin an. Gemeinsam mit Margarete Hauschka, einer deutschen Ärztin, und der Malerin Liane Collot d'Herbois legte sie die Grundlagen für die anthroposophisch orientierte Kunsttherapie im deutschsprachigen Raum und integrierte sie in die klinische Arbeit. Etwa zur gleichen Zeit begannen im deutschsprachigen Raum etliche Ärztinnen/Ärzte beziehungsweise Patientinnen/​Patienten, bildnerisches Gestalten in den Heilungsprozess einzubinden.

9.3 Kunsttherapie in der Psychiatrie

Unruhige und betreuungsaufwendige psychisch Kranke erhielten als Möglichkeit der Beschäftigung und zur Beruhigung die Möglichkeit, zu zeichnen und zu malen. Adrian Hill, Maler und Patient eines Sanatoriums, regte seinen Mitpatienten Adolf Wölfli und weitere zum Malen an und dokumentierte diese Arbeit in der Schrift „Art Versus Illness“ (1945). Aufgrund der positiven Wirkung auf die Patientinnen/​Patienten und deren zahlreicher Werke fand diese künstlerische Beschäftigung das Forschungsinteresse im psychiatrischen Kontext (z.B. bei Hans Prinzhorn, Walter Morgenthaler, Leo Navratil). Patientinnen/​Patienten wurden zu künstlerischer Tätigkeit ermutigt, was zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken genutzt wurde. 1981 gründete Leo Navratil das „Haus der Künstler“ als Zentrum für Kunst‑ und Psychotherapie. Auch im künstlerischen Kontext (z.B. in der Art brut von Jean Dubuffet) fanden in Deutschland und Österreich die Werke damals sogenannter „Geisteskranker“ nachhaltig Beachtung. Die Kunsttherapie fand dadurch Eingang in die Psychiatrie und beeinflusste gleichermaßen die Bildende Kunst (Spreti, Rentrop und Förstl 2022).

9.4 Künstlerisch-kreative Arbeit mit Kindern

Edith Kramer, Joan Erikson, Judith Aaron und Helen Landgarten arbeiteten und forschten seit den späten 1940er-Jahren mit unterschiedlicher Akzentuierung zu Kunsttherapiepraxis mit Kindern sowie im klinischen Kontext und publizierten jeweils Grundlagenwerke.

9.5 Erweiterter Kunstbegriff und Soziale Kunst

Joseph Beuys (1921–1986) entwickelte den erweiterten Kunstbegriff und definierte die künstlerische Praxis als soziale Kunst: „Jeder Mensch ist ein Künstler“ (Beuys 1990). Er bot damit einen direkten Bezugspunkt für eine kunsttherapeutische Praxis. Wolf Vostell (1961) entwickelte die Prämisse: „Leben ist Kunst, Kunst ist Leben“ und erklärte das Leben zur Kunst. Im Zuge des erweiterten Kunstbegriffes wurde mit dem Begriff „ künstlerische Therapie“ künstlerisches oder kunstanaloges Handeln als genuin therapeutisch bezeichnet. Aus diesem Verständnis der Kunst im Sozialen / der Sozialen Kunst fand eine Ausweitung auf Berufsfelder der Pädagogik und der Sozialen Arbeit statt (Beuys 1990).

Kunsttherapie wurde zunehmend in der Pädagogik, Heilpädagogik, Kunstpädagogik und der Ästhetischen Bildung eingebracht.

9.6 Kunsttherapie heute

Die Unterscheidung nach Konzept und Ansatz kunsttherapeutischer Praxis ist national und international relativ jung. Sie gehen zurück auf verschiedene Entwicklungslinien, Anwendungsfelder und Bezugswissenschaften. Hier zeigen sich die unterschiedlichen und interdisziplinären Ausgangspunkte und Bezüge der Kunsttherapie.

Genauso vielfältig wie die Herleitung der jeweiligen kunsttherapeutischen Ansätze und die Ausrichtung auf verschiedene Anwendungsfelder, die Bezugswissenschaften oder damit in Zusammenhang stehende therapeutische Methoden, so heterogen ist die Begriffsbildung in der kunsttherapeutischen Praxis (Menzen 2023).

Die Unterscheidung in verschiedene kunsttherapeutische Ansätze dient als eine Orientierungshilfe. Kunsttherapie ist seit ihrer Entstehung um die Anerkennung des Berufsbildes und damit verbunden auch um definierte Ausbildungs‑ und Arbeitsinhalte sowie Einstellungs‑ und Aufstiegsmöglichkeiten in der beruflichen Praxis bemüht.

Kunsttherapie wird theoretisch wie praktisch wissenschaftlich durch Studien und Theoriebildung fundiert. Es gibt eine steigende Anzahl qualitativ hochwertiger Studien, wenngleich Meta-Analysen oft eine höhere Methodendiversität und standardisierte Manuale fordern (Berghoefer 2026).

Das Angebot an Hochschulen und Universitäten bringt die Professionalisierung und Akademisierung voran und umfasst vielfältige hochschuleigene Forschungsaktivitäten und entsprechende Fachliteratur. Diese zunehmende, wechselseitig verschränkte, aber in Teilen noch heterogene wissenschaftliche Fundierung ist gestützt durch interdisziplinäre Grundlagen, klinische Standardisierung und empirische Wirksamkeitsnachweise (Berghoefer 2026; Alanus Hochschule o.J.).

10 Berufsverbände

Berufsverbände für Kunsttherapie in Deutschland setzen sich gemeinsam für Qualitätsstandards und die Anerkennung des Berufsfeldes ein. Diese Verbände legen jeweils verbindliche Richtlinien für anerkannte Aus‑ und Weiterbildungen fest, da der Begriff Kunsttherapeutin/​Kunsttherapeut gesetzlich nicht geschützt ist.

Große Fach‑ und Berufsverbände in Deutschland sind:

  • DFKGT (Deutscher Fachverband für Kunst‑ und Gestaltungstherapie e.V.): größter Zusammenschluss für Therapeuten in Deutschland mit Fokus auf Berufspolitik und Anerkennung sowie Begründer der „Fachgruppe für Kunsttherapie & Wissenschaft“ (Deutscher Fachverband für Kunst‑ und Gestaltungstherapie e.V. o.J.)
  • DGKT (Deutsche Gesellschaft für künstlerische Therapieformen e.V.): vertritt die Integration künstlerischer Therapien im Gesundheitssystem sowie in klinischen und präventiven Bereichen (DGKT – Deutsche Gesellschaft für Künstlerische Therapien e.V. o.J.)
  • BVAKT (Berufsverband Anthroposophische Kunsttherapie e.V.): Spezialverband für die anthroposophisch ausgerichtete therapeutische Arbeit (Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie e.V. 2023)
  • DAGTP (Deutscher Arbeitskreis für Gestaltungstherapie/​Klinische Kunsttherapie e.V.): Fokus auf klinische Kunsttherapie (Deutscher Arbeitskreis Gestaltungstherapie / Klinische Kunsttherapie e.V. o.J.)
  • VDKT (Verband Deutscher Kunsttherapeuten e.V.): Schwerpunkt auf psychosozialer Kunsttherapie und Kooperationen mit Fortbildungsinstituten (VDKT Verband Deutscher Kunsttherapeuten 2023)
  • BKT (Berufsverband Künstlerische Therapien e.V.): übergreifende Interessensvertretung
  • Dachverband (Berufsverband Künstlerische Therapien – BKT e.V. o.J.)

Die meisten dieser Verbände arbeiten unter dem gemeinsamen Dach der BAG KT (Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien) zusammen. Sie vertritt über 5.000 Therapeutinnen/​Therapeuten verschiedener kreativer Fachrichtungen deutschlandweit.

In Österreich gibt es den ÖBKT (Österreichischer Berufsverband für Kunsttherapie). Der europäische Dachverband ist der EFAT (European Federation of Art Therapy).

11 Fachzeitschriften

Das „GMS Journal of Arts Therapies“ ist eine Zeitschrift für Kunst-, Musik-, Tanz-, Theater‑ und Poesietherapie, die von der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien (WFKT) bei German Medical Science (GMS) herausgegeben wird. Forschungs‑ und Übersichtsarbeiten, Projektberichte, Kurzbeiträge sowie Diskussionsbeiträge und Kommentare zu den künstlerischen Therapien im Kontext Forschung und evidenzbasierte Medizin können in der frei zugänglichen Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht werden. Alle eingereichten Manuskripte durchlaufen ein Peer-Review.

„Kunst & Therapie – Zeitschrift für bildnerische Therapien“ ist eine Zeitschrift des Claus Richter Verlags. Die Zeitschrift bildet die Praxiserfahrungen von Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten ab. Jedes Heft widmet sich einem Schwerpunktthema. Es wird ergänzt durch Rezensionen und Ausstellungsbesprechungen.

„Musik-, Tanz‑ und Kunsttherapie“ ist eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Fachzeitschrift des Verlages Pabst Science Publishers. Sie liefert empirische Forschungsberichte, aktuelle Trends und theoretische Reflexionen. Ein Peer-Review-Verfahren sichert die wissenschaftliche Qualität.

Die „Cochrane-Library“ bietet aus verschiedenen Datenbanken zusammengestelltes Wissen, beispielsweise systematische Reviews oder randomisierte kontrollierte Studien. Viele Inhalte sind kostenfrei zugänglich. Es gibt wissenschaftliche Abstracts und Zusammenfassungen in einfacher Sprache, einige Texte liegen auch in deutscher Sprache vor.

12 Kongresse

Bedeutende Fachkongresse, Tagungen und Symposien finden im Bereich der Kunsttherapie und der künstlerischen Therapien regelmäßig statt. Sie bieten die Möglichkeit der interdisziplinären und internationalen Vernetzung sowie des Fachaustauschs zu aktueller Forschung von Kunsttherapeutinnen/​Kunsttherapeuten aus Praxis und Wissenschaft, Studierenden der Kunsttherapie sowie Kolleginnen/​Kollegen aus anderen Gesundheitsberufen.

Ausrichtende von Fachkongressen und Tagungen sind zum Beispiel das Nürnberger Forum für Kunsttherapie und Wissenschaft, die Sigmund Freud Privatuniversität Berlin mit der „SFU Kunsttherapie-Tagung“ sowie das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Berlin mit der „Fachtagung für künstlerische und Kreativtherapien: Praxis der Musik-, Kunst-, Tanz‑ und Gartentherapie in der psychiatrischen Versorgung“.

Zu den internationalen Veranstaltungen gehören der europäische Spitzenkongress ECArTE (European Consortium of Arts Therapies Education) und die AATA Conference (American Art Therapy Association) in den USA, sowohl in Präsenz als auch im Online-Format.

Des Weiteren gibt es zentrale Anlaufstellen für Termine und Dokumentationen beim DFKGT, ZfKT (Zentrum für Künstlerische Therapien) und DAGTP e.V.

13 Quellenangaben

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, o.J. Forschungsinstitut für Künstlerische Therapien / Research Institute for Creative Arts Therapies (RIArT)Alanus Hoschschule gGmbH [online]. Alfter: Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft [Zugriff am: 20.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.alanus.edu/einrichtung/​forschungsinstitut-fuer-kuenstlerische-therapien-research-institute-for-creative-arts-therapies-riart/

Baukus, Peter und Jürgen Thies, 1993. Aktuelle Tendenzen in der Kunsttherapie. Stuttgart; Jena; New York: G. Fischer. ISBN 978-3-437-11507-3

Berghoefer, Anne, 2026. Die Wirkung von Künstlerischen Therapien auf die Gesundheit von Patienten. Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien. In: Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien e.V., Hrsg. 8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien (WFKT) 2025. Berlin, 13.-14.11.2025 [online]. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House [Zugriff am: 20.08.2026]. Verfügbar unter: doi:10.3205/25wfkt27

Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie e.V. (BVAKT), 2023. Individuelle Wege zur Gesundheit [online]. Was ist Anthroposophische Kunsttherapie? Göttingen: Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie e.V. (BVAKT) [Zugriff am: 05.08.2026]. Vefügbar unter: https://anthroposophische-kunsttherapie.de/

Berufsverband Künstlerische Therapien – BKT g.e.V., o.J. BKT [online]. Münster: Berufsverband Künstlerische Therapien – BKT g.e.V. [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://bkt.blog.muenster.org/

Beuys, Joseph, 1990. „Kunst ist ja Therapie“ und „jeder Mensch ist ein Künstler“. In: Hilarion Petzold und Ilse Orth, Hrsg. Die neuen Kreativitätstherapien: Handbuch der Kunsttherapie Band I. Paderborn: Junfermann, S. 33–40. ISBN 978-3-87387-027-7

Bundesagentur für Arbeit (BA), 2026a. kursnet [online]. Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit (BA) [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.arbeitsagentur.de/kursnet

Bundesagentur für Arbeit (BA), 2026b. Kunsttherapeut/in [online]. Nürnberg: Bundesagentur für Arbeit (BA) [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/​beruf/8776#ueberblick

Campus Naturalis WISSEN, Hrsg., 2018. Grundlagen der Kreativen Therapie [unveröffentlichtes Studienmaterial]. 3.Ausgabe

Dalley, Tessa, Hrsg., 1986. Kunst als Therapie. Rheda-Wiedenbrück: Daedalus-Verlag. ISBN 978-3-89126-017-3

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), 2026. DGPPN-Referat [online]. Gesundheitsfachberufe. Berlin: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.dgppn.de/die-dgppn/​referate/​gesundheitsfachberufe.html

Deutscher Arbeitskreis Gestaltungstherapie / Klinische Kunsttherapie e.V., o.J. Gestaltungstherapie / Klinische Kunsttherapie [online]. Berufsbegleitender Bachelor Studiengang in Kooperation mit der KHSB in Berlin Berlin: Deutscher Arbeitskreis Gestaltungstherapie / Klinische Kunsttherapie e.V. [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.dagtp.de/

Deutscher Fachverband für Kunst‑ und Gestaltungstherapie e.V., o.J. Herzlich willkommen! Berlin: Deutscher Fachverband für Kunst‑ und Gestaltungstherapie e.V. [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.dfkgt.de/page.cfm?id=1434&

DGKT – Deutsche Gesellschaft für Künstlerische Therapien e.V., o.J. Herzlich Willkommen! [online]. Wuppertal: DGKT – Deutsche Gesellschaft für Künstlerische Therapien e.V. Der Vorstand [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://dgkt.de/

Hochschule für Bildende Künste Dresden, o.J. Aufbaustudiengang KunstTherapie [online]. Dresden: Hochschule für Bildende Künste Dresden [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.hfbk-dresden.de/lehre-forschung/​studiengaenge/​aufbaustudiengang-kunsttherapie

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), 2026a. Kunsttherapie (B.A.) [online]. Nürtingen: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.hfwu.de/studium/​studienangebot/​kunsttherapie-bachelor/

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), 2026b. Kunsttherapie (M.A.) [online]. Nürtingen: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.hfwu.de/studium/​studienangebot/​kunsttherapie-master/

Katholische Hochschule Freiburg gGmbH, 2026. M.A. Kunsttherapie / Art Therapy [online]. Freiburg: Katholische Hochschule Freiburg gGmbH [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.kh-freiburg.de/de/studium/​studiengaenge/​master-kunsttherapie

Menzen, Karl-Heinz, 2023. Grundlagen der Kunsttherapie. 6. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag. ISBN 978-3-8252-6058-3 [Rezension bei socialnet]

Petersen, Peter, 2020. Künstlerische Therapien: Wege zur psychosozialen Gesundheit. In: Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung, Hrsg. Deutsches Ärzteblatt [online]. 2000; 97(14), S. A-903-906 [Zugriff am: 20.08.2026]. ISSN 2199-7292. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/​kuenstlerische-therapien-wege-zur-psychosozialen-gesundheit-7c2aac12-6640-4748-8d37-843a0ae5306b Köln/Berlin.

Petzold, Hilarion und Ilse Orth, Hrsg., 1990. Die neuen Kreativitätstherapien: Handbuch der Kunsttherapie Band I. Paderborn: Junfermann. ISBN 978-3-87387-027-7

praktischArzt, Hrsg. 2025. Kunsttherapeut/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt [online]. Mannheim: pA Medien GmbH 20.11.2025 [Zugriff am: 14.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.praktischarzt.de/medizinische-berufe/​kunsttherapie/

Schellen, Petra, 2020. „Wir brauchen starke Künstlerpersönlichkeiten“ [online]. Berlin: taz Verlags und Vertriebs GmbH [Zugriff am: 20.08.2026]. Verfügbar unter: https://taz.de/Wir-brauchen-starke-Kuenstlerpersoenlichkeiten/!5504286/

Schmeer, Gisela, 2003. Kunsttherapie in der Gruppe: Vernetzung – Resonanzen – Strategeme. Stuttgart: Pfeiffer bei Klett-Cotta. ISBN 978-3-608-89716-6

Spreti, Flora von, Michael Rentrop und Hans Förstl, Hrsg., 2022. Kunsttherapie bei psychischen Störungen. 3. Auflage. München: Elsevier. ISBN 978-3-437-23792-8 [Rezension bei socialnet]

Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz, o.J. Hochschulkompass [online]. Bonn: Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.hochschulkompass.de/home.html

Verband Deutscher Kunsttherapeuten VDKT, 2023. Aktuelles [online]. Nienhagen: VDKT n. e.V. [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.vdkt.org/

weißensee kunsthochschule berlin, 2026. Studienordnungen [online]. Berlin: weißensee kunsthochschule berlin [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter: https://kh-berlin.de/studium/​studienorganisation/​studienordnungen

Wiener Schule für Kunsttherapie, o.J. Anerkennung und Abgrenzung zu gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen [online]. Wien: Wiener Schule für Kunsttherapie [Zugriff am: 05.08.2026]. Verfügbar unter:https://www.kunsttherapie-schule.at/ausbildung/​anerkennung-und-abgrenzung

14 Informationen im Internet

14.1 Weiterbildungen und Studiengänge

14.2 Hochschulen

14.3 Fachausbildungen/​Weiterbildungen

Verfasst von
Svenja Rehse
M.A., Dozentin Pädagogik (Fach-/Hochschulen) und Kunsttherapie
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