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Lebensbewältigung

Prof. Dr. Sandra Meusel

veröffentlicht am 15.11.2022

Die Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch stellt einen interdisziplinären Ansatz zur Erklärung sozialer Problemlagen dar, der ebenso die Unterstützungsmöglichkeiten Sozialer Arbeit für Menschen in krisenhaften Lebensphasen begründet und beschreibt. Es werden individuelle, umfeldbezogene und gesellschaftliche Einflüsse berücksichtigt, die bei der Herausbildung und Bearbeitung von Krisen eine Rolle spielen.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Einleitung
  3. 3 Das kritische Lebensereignis im Kontext gesellschaftlicher und umfeldbezogener Rahmenbedingungen
  4. 4 Innerpsychische Abläufe beim Umgang mit Krisen als Ursache für nicht normgerechtes Verhalten
  5. 5 Handlungsaufforderungen an die Soziale Arbeit
  6. 6 Fazit
  7. 7 Quellenangaben
  8. 8 Literaturhinweise

1 Zusammenfassung

Die Theorie der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch nimmt kritische Lebensereignisse in ihren komplexen Entstehungszusammenhängen in den Blick. Sie versteht unangemessenes Bewältigungsverhalten als Ausdruck unzureichend erfüllter Bedürfnisse, eingeschränkter persönlicher Möglichkeiten der Wahrnehmung, Thematisierung und Problemlösung bei gleichzeitigem Streben nach psychosozialer Handlungsfähigkeit. Soziale Arbeit erforscht, analysiert und thematisiert diese Zusammenhänge. Auf der Basis verschiedener Schulen und Ansätze begleitet und unterstützt Soziale Arbeit Menschen bei der Lebensbewältigung. Das spezifische methodische Vorgehen wird in Abhängigkeit von der individuellen Lebensgeschichte der Adressat:innen (Stecklina und Wienforth 2020) sowie von den organisational und gesellschaftlich eingebundenen Fachkräften begründet. Das Lebensbewältigungstheorem (LB-Theorem) dient darüber hinaus als Basis für Forschungsarbeiten im Bereich der Wissenschaften Sozialer Arbeit.

2 Einleitung

Soziale Arbeit unterstützt Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Es kann beispielsweise sein, dass sie eine Trennung oder Scheidung erleben, Mühe haben, beruflich Fuß zu fassen oder sich die Beziehungen zu ihren Mitmenschen konfliktreich gestalten. Alle Akteure der Sozialen Arbeit, sowohl die Praktiker:innen in der direkten Arbeit mit den Menschen, als auch die Studierenden an Hochschulen und Universitäten sowie die Wissenschaftler:innen, leisten auf ihre Weise einen Beitrag, um die Risiken unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens abzufedern. Die Vorgehensweisen der Sozialen Arbeit können sehr vielgestaltig, aber nicht beliebig sein. Soziale Arbeit folgt theoretischen Grundannahmen, die für die Arbeit Orientierung bieten.

Zu den bedeutsamen aktuellen Theorien Sozialer Arbeit gehört das Lebensbewältigungstheorem (LB-Theorem) nach Lothar Böhnisch. Fundiert und umfassend werden darin der Gegenstand der Sozialen Arbeit, die komplexen Ursachen- und Erklärungszusammenhänge sozialer Probleme sowie die Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit formuliert. Es wird auf bestehende Ansätze, wie die Anomietheorie, die Individualisierungsthese, den systemischen Ansatz und den tiefenpsychologischen Ansatz, zurückgegriffen und diese in den Diskurs der Sozialen Arbeit eingebunden. Das LB-Theorem eröffnet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Praxis, Lehre und Forschung.

Der vorliegende Artikel erklärt wesentliche zugrundeliegende Theorie-Ansätze und differenziert den Gegenstand der Sozialen Arbeit aus. Dazu gehört ganz allgemein die Lösung sozialer Probleme (Engelke et al. 2018; Autrata und Scheu 2015), welche im LB-Theorem als „kritische Lebensereignisse“ (Böhnisch 2016, S. 35) konkretisiert werden. Es wird dargelegt, welche verschiedenen Wirkungen – Böhnisch bezeichnet diese als „Dimensionen“, „Sphären“ (Böhnisch 2016, S. 55) bzw. „Ebenen“ (Böhnisch und Schröer 2018, S. 320) – bei der Herausbildung zusammenwirken: gesellschaftliche, umfeldbezogene und individuelle Einflüsse. Weiterhin werden die Grundsätze, die laut LB-Theorem für die professionelle Bearbeitung im Rahmen der Sozialen Arbeit bedeutsam sind, dargestellt. In dem Zusammenhang wird auf einzelne Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit – mit Böhnischs Worten „Handlungsaufforderungen“ – näher eingegangen und Bezüge zu den Theorie-Ansätzen hergestellt.

3 Das kritische Lebensereignis im Kontext gesellschaftlicher und umfeldbezogener Rahmenbedingungen

Zu den Hauptaufgaben der Sozialen Arbeit zählen die Unterstützung bei der Bewältigung kritischer Lebensereignisse und somit die soziale Integration von Menschen (Böhnisch 2018). Ein kritisches Lebensereignis meint eine belastende Erfahrung, die einen Menschen im eigenen Bewältigungshandeln überfordert. Es stehen ihm keine bzw. nur unzureichende Möglichkeiten zur Problemlösung in einer speziellen Situation oder auch länger andauernd zur Verfügung. Somit sind das innerpsychische Gleichgewicht und das Gleichgewicht zwischen der Person und seiner Umwelt gestört (Fillip und Aymanns 2018; Böhnisch 2016). Unter anderem sind Gefühle der Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit die Folge (Böhnisch 2016).

Hintergrund für die Entstehung kritischer Lebensereignisse stellen auf der gesellschaftlichen Ebene die Rahmenbedingungen für die individuelle Ausgestaltung des Lebens dar. Diese gestalten sich komplex und sind stark durch anomische Zustände unserer arbeitsteiligen Gesellschaft (Durkheim 1983) und Individualisierung (Beck 1986) mitbestimmt (Böhnisch 2018). An die Menschen werden durch verschiedene Instanzen, z.B. Familie, Schule, Medien, bestimmte Vorstellungen von einem guten, erstrebenswerten Leben herangetragen. Im Verlauf des Aufwachsens bekommen sie Normen und Werte zur Orientierung vermittelt. Dazu gehören zum Beispiel spezifische Ideale über gelungene Partnerschaft bzw. glückliches Familienleben und über ein erfolgreiches Berufsleben. Gleichzeitig bleiben allerdings vielen Menschen, insbesondere denen, die als sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aufwachsen, die Zugänge zur Erlangung dieser Ideale versperrt (Böhnisch 2016). Ihren Herkunftsfamilien stehen nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung, um auf die Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen, sie ausreichend in der Entwicklung und Bildung zu fördern. Familienstrukturen wandeln sich und Familienbeziehungen stehen unter Druck, auch durch die hohen Anforderungen in der Arbeitswelt. Eltern können somit häufig nicht genug emotionalen Rückhalt bieten. In der Folge erleben sich viele Menschen deutlich abgehängt vom allgemeinen Fortschritt und Wohlstand. Gleichzeitig ist Jeder und Jede im Zuge der Individualisierung herausgefordert, stärker losgelöst von traditionellen Bindungen und Rollenbildern die eigene biografische Entwicklung zu gestalten. Menschen stehen weniger unter dem Einfluss anderer bei Lebensentscheidungen. Dies bedeutet somit die Verpflichtung, aus der Vielzahl von Möglichkeiten jeweils verantwortlich auszuwählen (Böhnisch 2012). Das Risiko des Scheiterns besteht jederzeit (Stecklina und Wienforth 2020). Diese Zusammenhänge verdeutlichen, wie anspruchsvoll bzw. voraussetzungsreich sich gelungene Lebensbewältigung und gesellschaftliche Teilhabe, insbesondere für junge Menschen in prekären sozioökonomischen Verhältnissen, darstellen.

Die Spielräume für das eigene Bewältigungshandeln sind abhängig von der Lebenslage, d.h. den sozioökonomischen Rahmenbedingungen und den umfeldbezogenen Ressourcen. Dementsprechend resultiert nach Böhnisch eine spezifische „Bewältigungslage“ (Böhnisch 2016, S. 145). Diese konkretisiert sich in vier Dimensionen (Stecklina und Wienforth 2020):

  1. Sie zeichnet sich zunächst in den Möglichkeiten des Individuums aus, die emotional-innerpsychische, körperliche und zwischenmenschliche Befindlichkeit wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.
  2. Darüber hinaus fließt die soziale Anerkennung, die vom Umfeld rückgemeldet wird, ein.
  3. Weiterhin spielen die Abhängigkeitsverhältnisse eine Rolle, also inwiefern die Person selbstbestimmt und frei von Zwang ihr Bewältigungshandeln ausrichten kann.
  4. Als relevant für die Bewältigungslage erweisen sich außerdem die Gegebenheiten des sozialräumlichen Umfeldes mit ihren Begegnungs- und Gestaltungoptionen (Stecklina und Wienforth 2020).

Dass ein Mensch sich in einer spezifischen Bewältigungslage wiederfindet, ist nicht zufällig, sondern mitbestimmt durch die Art und Weise des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Diese Rahmenbedingungen sind wesentlich durch soziale Ungleichheit gekennzeichnet. Anschaulich wird dies, indem Modelle der Einteilung unserer Gesellschaft herangezogen werden. Es wird von Klassen, Schichten und Lebensstilen gesprochen. Laut der Klassentheorie regeln die ökonomisch bestimmten Macht-Verhältnisse die Zugehörigkeit zu einzelnen Interessengruppen und dies häufig im Zusammenspiel mit politischen Anschauungen (Meusel 2016). Die Zugehörigkeit zu einer Schicht, z.B. konservativ-bürgerliche, prekäre, sozialökologische, wird aus Ähnlichkeiten der Lebenswelten abgeleitet (Calmbach et al. 2020). Es fließen Merkmale wie formale Bildung, Wertorientierung, Lebensstile und ästhetische Vorlieben (ebd.) ein. Menschen werden also unter anderem aufgrund ähnlichen Bildungsniveaus, Einstellungen, Gewohnheiten und Geschmacks gruppiert, wenngleich es zwischen den Gruppen Überschneidungen gibt.

Ein Ansatz, diese beiden Modelle (Klassen und Schichten) miteinander zu verbinden, stammt von Bourdieu (1985). In seinem Modell des sozialen Raums geht er davon aus, dass Menschen abhängig vor allem von ihren Einkommensverhältnissen, ihrer beruflichen Laufbahn und in dem Zusammenhang ihrem kulturellen Hintergrund eine bestimmte Position im sozialen Raum einnehmen (Schwingel 1995). Die soziale Position wird also im Wesentlichen von der Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe bestimmt (ebd.). Sie zieht nun wiederum jeweils einen spezifischen Lebensstil, sogenannte „symbolische Merkmale der Lebensführung(a.a.O., S. 111) nach sich, also subjektive Wahrnehmungen, Geschmack, Freizeitgestaltung etc. Die Verhaltensweisen, Werthaltungen und Konsumgewohnheiten von Menschen sind demnach nicht beliebig, sondern abhängig von der sozialen Position, insbesondere der beruflichen Stellung (ebd.).

Diese Zusammenhänge verweisen bereits auf die Bedeutung des sozialen Umfeldes bei der Bewältigung von kritischen Lebensereignissen. Die Art und Weise des Zusammenlebens in Familien, die Kommunikation und Beziehungsgestaltung zwischen Menschen, die Strukturen in Gruppen und Cliquen, die Wert- und Handlungsorientierungen in Organisationen der Bildung und Arbeitswelt bringen davon ausgehend spezifische Bewältigungskulturen hervor (Böhnisch 2016). Diese Annahme kann durch einen weiteren theoretischen Ansatz, den systemischen Ansatz, verdeutlicht werden.

Dieser besagt unter anderem, dass sich individuelles Verhalten stets aus zirkulären Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen ergibt. Menschen kommunizieren und handeln in komplexen Wechselwirkungen und abhängig von unterschiedlichen Sichtweisen auf gemeinsame Situationen. Spezifische Normen und Regeln im Miteinander werden in einem System, also beispielsweise einer Familie, einer Clique oder einem Team, wirksam. Somit gewinnt das individuelle Bewältigungsverhalten eine Bedeutung für dieses System und umgekehrt. Verhalten kann also gleichzeitig als problematisch wahrgenommen werden und eine stabilisierende Funktion gewinnen (Schlippe und Schweitzer 2016). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Elternteil seinen eigenen Selbstwert aufrechterhält, indem das Kind abgewertet oder beleidigt wird. Von dem Elternteil werden die eigenen Aussagen möglicherweise als reale Einschätzung der Eigenschaften des Kindes gesehen, während für das Kind subjektiv das Versagen von Anerkennung im Vordergrund steht. Als mögliche Rückwirkung kann nun das Kind wiederum problematisches Verhalten zeigen. Hier wird bereits der Bezug zur psychodynamischen Sphäre sichtbar, welche im Folgenden in Augenschein genommen wird.

4 Innerpsychische Abläufe beim Umgang mit Krisen als Ursache für nicht normgerechtes Verhalten

Bisher wurde deutlich, dass Menschen nicht unabhängig von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Verhältnissen um sie herum in Krisen geraten und damit umgehen. Hinzu kommen innerpsychische Abläufe, die individuelles Bewältigungshandeln hervorbringen. Insbesondere der tiefenpsychologische Ansatz verdeutlicht, inwiefern sozial abgelehntes Verhalten und somit misslungene Bewältigung entstehen. Böhnisch bezieht sich insbesondere auf die Wiener Individualpsychologie im Anschluss an Sigmund Freud sowie auf pädagogische Vordenker wie Siegfried Bernfeld (Stecklina und Wienforth 2020).

Ausgangspunkt ist ein kritisches Lebensereignis (s.o.), in welchem sich eine Person befindet. Beispielsweise ist die Person von Mobbing in der Schule oder Arbeitswelt betroffen. Auch Schulverweigerung oder Verlust des Arbeitsplatzes können dafür stehen, andauernde Konflikte in der Familie, über längere Zeit erlebte Abwertung durch ein Familienmitglied oder sonstige unerfüllte Grundbedürfnisse wie z.B. nach Anerkennung. In dieser Situation ist die betroffene Person bestrebt, auf jeden Fall das Gefühl zu behalten, sich selbst behaupten zu können. Böhnisch bezeichnet dieses psychische Grundbedürfnis als „Streben nach Handlungsfähigkeit“ (Böhnisch 2016, S. 11). Gemeint ist der unbedingte Wunsch, sich auch in Schwierigkeiten als selbstwirksam zu erleben. Diese Orientierung kann durchaus auch als passives Streben, der Situation überlegen zu sein (Stecklina und Wienforth 2020), beobachtet werden. Kommen nun im Rahmen des kritischen Lebensereignisses weitere Konstellationen hinzu, dann kann dieses Streben nach Handlungsfähigkeit nicht optimal genutzt werden. Es wird damit keine sozial anerkannte Lösung des Problems für die Person erzielt. Das ist dann der Fall, wenn in dieser Krise die eigene Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt sind und wenn – abhängig von den bisherigen biografischen Erfahrungen – die zur Verfügung stehenden Ressourcen zur Bearbeitung des Problems nicht ausreichen (Böhnisch 2016). Die eingeschränkte Wahrnehmung bezieht sich auf die Fähigkeit, sich selbst in der Situation adäquat einschätzen zu können, die eigenen Gefühle zu bemerken, die nicht ausreichend erfüllten Bedürfnisse für sich zur Kenntnis zu nehmen. Weiterhin fällt es der Person schwer, die selbst erlebten Mängel anderen mitzuteilen, über das eigene Erleben der Krise zu sprechen. Die Fähigkeit zur Thematisierung der eigenen Hilflosigkeit ist also ebenfalls eingeschränkt (ebd.). Zusätzlich stehen der Person zu wenige oder gar keine Möglichkeiten zur Lösung zur Verfügung, sie kann beispielsweise nicht durch Kommunikation den Konflikt klären oder sich gegen dauerhafte Abwertung der eigenen Person zur Wehr setzen. Diese Konstellation führt dazu, dass sich ein innerer Druck aufbaut, die Person Stress erlebt.

Da das Streben nach Handlungsfähigkeit weiter anhält, müssen andere Wege gesucht werden, um dieses belastende innerpsychische Erleben zu entschärfen, den Druck abzubauen. Unangemessenes Bewältigungshandeln ist die Folge, dies kann bis hin zu abweichendem Verhalten führen. Das eigene Erleben der Situation äußert sich aktiv oder passiv gegen die eigene Person oder nach außen (Böhnisch 2016). Verletzendes Verhalten gegen sich selbst, verbale oder gewalttätige Aggressionen gegen andere, sozialer Rückzug, Kompensation, Suchtverhalten oder psychische Auffälligkeiten und Abwertung anderer sind einige Beispiele für sozial abgelehnte Bewältigung kritischer Lebensereignisse. Gleichzeitig erfährt die Person ein herabgesetztes Selbstwertgefühl (Stecklina und Wienforth 2020), ihr ist klar, dass sie nicht gleichermaßen sozial integriert und anerkannt ist wie andere. Selbst- und Fremdzuschreibung von Eigenverantwortung für das Erleben der Situation und die Rückmeldungen zum als problematisch eingeschätzten Verhaltens tragen dazu bei, dass sich die Person im Vergleich zu anderen als unzulänglich einschätzt.

Im Anschluss an tiefenpsychologische Ansätze laufen diese Prozesse unbewusst bzw. vorbewusst ab, die Person ist sich also kaum über die Zusammenhänge im Klaren. Böhnisch spricht von „äußerer und innerer Abspaltung“ (Böhnisch 2016, S. 21, 24). Das unangepasste Bewältigungsverhalten kann demnach als Symbol für unerfüllte Bedürfnisse und Sehnsüchte verstanden werden, als Hinweis auf ein kritisches Lebensereignis, als indirekter Hilferuf (ebd.) und ist nicht selten Auslöser für den Einsatz Sozialer Arbeit. Menschen im Umfeld oder die Person selbst schätzen ein, dass etwas nicht stimmt, dass ein Hilfebedarf besteht und wenden sich an Fachdienste der Sozialen Arbeit.

5 Handlungsaufforderungen an die Soziale Arbeit

Soziale Arbeit im Bereich der Wissenschaft hat laut LB-Theorem die Aufgabe, Bewältigungsverhalten empirisch zu erforschen und im Zusammenspiel der oben genannten drei Ebenen zu analysieren (Litau et al. 2016). Sie stellt Erklärungen und Begründungszusammenhänge her und entwickelt Vorschläge für das methodische Vorgehen in der Praxis. Gleichzeitig arbeitet sie gesellschaftliche Widersprüche und Paradoxien heraus. Somit trägt sie dazu bei, Verhältnisse zu kritisieren, welche unangemessene Bewältigungsweisen hervorbringen. Diese Aufgabe stellt sich laut Böhnisch auch für Fachkräfte der Sozialen Arbeit. Sie können die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zwar kaum direkt beeinflussen, Soziale Arbeit „kann und muss diese aber skandalisieren“ (Stecklina und Wienforth 2020, S. 18). In dem Zusammenhang sei mit Plößer (2010) auf die Wirkmächtigkeit von Sprache hingewiesen. Fachkräfte Sozialer Arbeit können als Gestaltungskraft „machtvolle Effekte thematisieren, reflektieren und verringern“ (Plößer 2010, S. 223), insbesondere dann, wenn sie gemeinschaftlich als Team- bzw. Fachkolleg:innen auftreten. Kritisch anzumerken ist, dass eigene Abhängigkeitsverhältnisse im Rahmen organisationaler Anbindung und Einbindung in kommunale Strukturen dieser Skandalisierung entgegenstehen können. Sie sollten daher nicht unberücksichtigt bleiben, sondern beispielsweise in kollegialen Fallberatungen nach Ader (Ader und Schrapper 2020) offengelegt werden.

Mit den Bewältigungsprozessen auf individueller Ebene können Fachkräfte der Sozialen Arbeit an einer beliebigen Stelle im Verlauf der Herausbildung kritischer Lebensereignisse konfrontiert werden, insbesondere dann, wenn unangemessenes Bewältigungsverhalten auftritt. Die Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch hält verschiedene Möglichkeiten der Begleitung von Menschen in Krisen und der Unterstützung ihres Bewältigungshandelns bereit. Sie eröffnet einen Rahmen für Methoden, Techniken und Verfahren, der mehrere Ansätze zugrunde legt und gleichzeitig Möglichkeiten der Ausgestaltung und Weiterentwicklung eröffnet.

Ausgangspunkt jeder Intervention Sozialer Arbeit stellen die Unterstützung von Wahrnehmung und Thematisierung sowie das Verstehen des bisherigen Bewältigungshandelns im Sinne einer Pädagogik der Anerkennung (Böhnisch 2016; Radvan 2015) dar. Fachkräfte Sozialer Arbeit sind Ansprechpartner:innen für Menschen aller Altersgruppe in kritischen Lebenssituationen. Sie hören zu und wenden bei Bedarf alternative Möglichkeiten des Zugangs zu den Erlebniswelten ihrer Adressat:innen an, z.B. Beobachtung (Martin und Wawrinowski 2006), projektive Verfahren (Wienand 2018), Arbeit mit dem Familienbrett (Schlippe und Schweitzer 2016) bzw. greifen auf die Ergebnisse kooperierender Professionen, z.B. niedergelassene Psychotherapeut:innen zurück. Verfahren der Biografiearbeit tragen dazu bei, komplexe Ursachenbündel und die lebensweltlichen Zusammenhänge von Belastungssituationen zu ergründen (Stecklina 2018). Instrumente integrativer sozialpädagogischer Diagnostik (Heiner 2004) bilden also eine wichtige Basis im Prozess des Verstehens. Eine herausragende Bedeutung in diesem Sinne gewinnen rekonstruktive Verfahren (Köttig et al. 2014), da sie direkt die subjektive Sicht ihrer Adressat:innen im Blick auf die eigenen Erlebniswelten erheben und analysieren.

Die Selbstwahrnehmung und den Blick auf die eigene Befindlichkeit können Fachkräfte der Sozialen Arbeit beispielsweise anhand des klientenzentrierten Ansatzes nach Rogers (Weinberger 2013) oder mithilfe des Mentalisierungskonzepts (Gingelmaier et al. 2018) unterstützen.

Ausgehend vom Verstehen des antisozialen Verhaltens als Hilferuf (Stecklina und Wienforth 2020) kommen laut LB-Theorem in der Praxis Sozialer Arbeit weitere Ansätze und Verfahren der Intervention zum Einsatz. Sie zielen darauf ab, die entwicklungsförderliche soziale Einbindung von Adressat:innen zu stärken. Weiterhin geht es darum, regressive, also sozial schädliche Bewältigungsstrategien abzubauen und einfache bzw. erweiterte Handlungsfähigkeit im Sinne von Agency (Homfeld et al. 2008) zu entwickeln (Stecklina und Wienforth 2020). Mit einfacher Handlungsfähigkeit ist gemeint, dass Adressat:innen wieder mit sozial anerkannten Bewältigungsstrategien im Alltag agieren, während die erweiterte Handlungsfähigkeit darüber hinaus proaktiv und umfeldbezogene Ressourcen berücksichtigend das Handeln vorausschauend organisiert.

Dazu schlägt Böhnisch „Handlungsaufforderungen“ (Böhnisch 2016, S. 105) an die Soziale Arbeit vor, die durchaus an bestehende Ansätze anschließen sowie erweiterungsfähig und für Ergänzungen offen sind. Böhnisch beschreibt beispielsweise die „Gestaltung funktionaler Äquivalente“ (Böhnisch 2016, S. 106), mit denen Adressat:innen nicht adäquat erfüllte Bedürfnisse auf sozial anerkanntem Weg erreichen, also beispielsweise Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, indem sie eigene Stärken weiterentwickeln und durch deren Anwendung positive Rückmeldungen aus dem Umfeld bekommen.

Die sogenannte „Milieubildung“ (Böhnisch 2016, S. 106.) nutzt den geschützten Rahmen von sozialpädagogisch begleiteten Gruppen, um einen Rahmen für das Einüben sozialer Kompetenzen zu stecken.

Das „Reframing“ (Böhnisch 2016, S. 112; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 312) als Verfahren aus dem systemischen Ansatz kommt im LB-Theorem insbesondere zum Einsatz, um die impliziten Botschaften regressiven Bewältigungshandelns wohlwollend zu verstehen und Verhalten, das zunächst ausschließlich problematisch erscheint, neu zu bewerten sowie dessen Potenzial für die Entwicklung der Persönlichkeit wahrzunehmen.

Interventionsmöglichkeiten nach Böhnisch sind darüber hinaus z.B. Aktivierung, Grenzen setzen, Gemeinwesenorientierung und sekundäre Krisenintervention (Böhnisch 2016), weiterhin die Beratung zur Ermöglichung von „Selbstsorge als Selbstverantwortung“ (Böhnisch 2022, S. 150). Weitere methodische Ansätze und Arbeitsprinzipien werden in der Fachliteratur aufgeführt und diskutiert, z.B. die geschlechtsspezifische Arbeit, Strategien der Vertrauensherstellung und in dem Zusammenhang die Angstreduktion und der fürsorgliche Umgang (Rosenbauer 2020), kulturelle Bildung (Hill 2020) und andere (Stecklina und Wienforth 2020).

Damit knüpft das LB-Theorem an weitere Ansätze der Sozialen Arbeit wie die Theorie der Lebensweltorientierung mit Empowerment als Struktur- und Handlungsmaxime (Thiersch 2020; Herriger 2020) sowie an die vier bedeutenden sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Schulen auf der Basis der Individualpsychologie, der Lerntheorie, des klienten- bzw. personzentrierten Ansatzes und des systemischen Ansatzes an.

6 Fazit

Das LB-Theorem kann somit als Theorie der Sozialen Arbeit gewertet werden, die auf umfassende Weise die Herausbildung individueller kritischer Lebensereignisse im Kontext historischer, gesellschaftlicher und umfeldbezogener Einflüsse analysiert und professionelle Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit unter Einbindung moderner Erkenntnisse der Bezugsdisziplinen eröffnet. Gleichzeitig bildet es die Basis für die Weiterentwicklung empirischer Forschung zum Gegenstand der Sozialen Arbeit.

7 Quellenangaben

Ader, Sabine und Christian Schrapper, Hrsg., 2020. Sozialpädagogische Diagnostik und Fallverstehen in der Jugendhilfe. München: UTB. ISBN 978-3-8252-5820-7 [Rezension bei socialnet]

Autrata, Otger, Bringfriede Scheu, 2015. Theorie Sozialer Arbeit verstehen: Ein Vademecum. Wiesbaden: VS. ISBN 978-3-658-09713-4

Beck, Ulrich, 1986. Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-11365-3

Böhnisch, Lothar, 2012. Lebensbewältigung: Ein sozialpolitisch inspiriertes Paradigma für die Soziale Arbeit. In: Werner Thole, Hrsg. Grundriss Soziale Arbeit: Ein einführendes Handbuch. 4. Auflage. Wiesbaden: VS., S. 219–233. ISBN 978-3-531-18616-0

Böhnisch, Lothar, 2016. Lebensbewältigung: Ein Konzept für die Soziale Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-3878-1 [Rezension bei socialnet]

Böhnisch, Lothar, 2018. Sozialpädagogik der Lebensalter: Eine Einführung. 8. Auflage. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-3879-8

Böhnisch, Lothar, 2022. Sozialpädagogik der Verantwortung: Auf Carl Menickes Werk aufgebaut. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6643-2

Böhnisch, Lothar und Wolfgang Schröer, 2018. Lebensbewältigung. In: Gunther Grasshoff, Anna Renker und Wolfgang Schröer, Hrsg. Soziale Arbeit: Eine elementare Einführung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 317–326. ISBN 978-3-658-15665-7 [Rezension bei socialnet]

Bourdieu, Pierre, 1985. Sozialer Raum und „Klassen“. Lecon sur la lecon: Zwei Vorlesungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28100-0

Calmbch, Mac, Bodo Flaig, James Edward, Heide Möller-Slawinski, Inga Borchard und Christoph Schleer, 2020. Wie ticken Jugendliche? 2020: Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. ISBN 978-3-7425-0531-6

Durkheim, Emil, 2019 [1983]. Der Selbstmord. Frankfurt am Main. 15. Auflage. Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28031-7

Engelke, Ernst, Stephan Bormann und Christian Spatscheck, 2018. Theorien der Sozialen Arbeit: Eine Einführung. 7. Auflage. Freiburg im Breisgau: Lambertus. ISBN 978-3-7841-3100-9 [Rezension bei socialnet]

Filipp, Sigrun-Heide und Peter Aymanns, 2018. Kritische Lebensereignisse und Lebenskrisen: Vom Umgang mit den Schattenseiten des Lebens. 2. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-032918-8 [Rezension bei socialnet]

Gingelmaier, Stephan, Svenja Taubner und Axel Ramberg, Hrsg., 2018. Handbuch mentalisierungsbasierte Pädagogik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-45249-3 [Rezension bei socialnet]

Heiner, Maja, 2004. Integrative Diagnostik. In: Christian Schrapper, Hrsg. Sozialpädagogische Diagnostik und Fallverstehen in der Jugendhilfe: Anforderungen, Konzepte, Perspektiven. Weinheim: Beltz, S. 99–116. ISBN 978-3-7799-1614-7

Herriger, Norbert, 2020. Empowerment in der Sozialen Arbeit: Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-034146-3 [Rezension bei socialnet]

Hill, Burkhard, 2020. Kulturelle Bildung. In: Gerd Stecklina und Jan Wienforth, Hrsg. Handbuch Lebensbewältigung: Praxis, Theorie, Empirie. Weinheim: Beltz Juventa, S. 678–687. ISBN 978-3-7799-4814-8

Homfeldt, Hans Günther, Wolfgang Schröer und Cornelia Schweppe, Hrsg., 2008. Vom Adressaten zum Akteur: Soziale Arbeit und Agency. Opladen: Barbara Budrich. ISBN 978-3-86649-900-3

Köttig, Michaela, Stefan Borrmann, Herbert Effinger, Silke Brigitta Gahleitner, Björn Kraus und Sabine Stövesand, Hrsg., 2014. Soziale Wirklichkeiten in der Sozialen Arbeit: Wahrnehmen – analysieren – intervenieren. Opladen: Barbara Budrich. ISBN 978-3-8474-0148-3 [Rezension bei socialnet]

Litau, John, Andreas Walther, Annegret Warth und Sophia Wey, Hrsg., 2016. Theorie und Forschung zur Lebensbewältigung: Methodologische Vergewisserungen und empirische Befunde. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-4392-1

Martin, Ernst und Uwe Wawrinowski, 2006. Beobachtungslehre: Theorie und Praxis reflektierter Beobachtung und Beurteilung. Weinheim: Juventa. ISBN 978-3-7799-0744-2

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Plößer, Melanie, 2010. Differenz performativ gedacht: Dekonstruktive Perspektiven auf und für den Umgang mit Differenzen. In: Fabian Kessl und Melanie Plößer, Hrsg. Differenzierung, Normalisierung, Andersheit: Soziale Arbeit als Arbeit mit den Anderen. Wiesbaden: VS, S. 218–232. ISBN 978-3-531-16371-0 [Rezension bei socialnet]

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Rosenbauer, Nicole, 2020. Arbeitsbündnis und Vertrauen. In: Gerd Stecklina und Jan Wienforth, Hrsg. Handbuch Lebensbewältigung: Praxis, Theorie, Empirie. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 624–631. ISBN 978-3-7799-4814-8

Schlippe, Arist von und Jochen Schweitzer, 2016. Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung: Das Grundlagenwissen. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht. ISBN 978-3-525-40185-9 [Rezension bei socialnet]

Schwingel, Markus, 1995. Pierre Bourdieu zur Einführung. Dresden: Junius. ISBN 978-3-88506-380-3

Stecklina, Gerd, 2018. Zum Verhältnis von Sozialpädagogik und Individualpsychologie. In: Sandra Wesenberg, Karin Bock und Wolfgang Schröer, Hrsg. Verstehen: eine sozialpädagogissche Herausforderung. Weinheim: Beltz Juventa, S. 134 – 147. ISBN 978-3-7799-4947-3

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Tiersch, Hans, 2020. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit – revisited: Grundlagen und Perspektiven. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6310-3 [Rezension bei socialnet]

Weinberger, Sabine, 2013. Klientenzentrierte Gesprächsführung: Lern- und Praxisanleitung für psychosoziale Berufe. 14. Auflage. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-2092-2 [Rezension bei socialnet]

Wienand, Franz, 2018. Projektive Diagnostik bei Kindern, Jugendlichen und Familien: Grundlagen und Praxis: Ein Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-035058-8

8 Literaturhinweise

Böhnisch, Lothar, 2016. Lebensbewältigung: Ein Konzept für die Soziale Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-3878-1 [Rezension bei socialnet]

Böhnisch, Lothar und Wolfgang Schröer, 2018. Lebensbewältigung. In: Gunther Grasshoff, Anna Renker und Wolfgang Schröer, Hrsg. Soziale Arbeit: Eine elementare Einführung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 317–326. ISBN 978-3-658-15665-7 [Rezension bei socialnet]

Litau, John, Andreas Walther, Annegret Warth und Sophia Wey, Hrsg., 2016. Theorie und Forschung zur Lebensbewältigung: Methodologische Vergewisserungen und empirische Befunde. Weinheim: Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-4392-1

Stecklina, Gerd und Jan Wienforth, 2020. Das Lebensbewältigungskonzept: Grundlagen und Perspektiven. In: Gerd Stecklina und Jan Wienforth, Hrsg. Handbuch Lebensbewältigung: Praxis, Theorie, Empirie. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 15–45. ISBN 978-3-7799-4814-8

Verfasst von
Prof. Dr. Sandra Meusel
Professorin für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe an der Hochschule Nordhausen
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