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Lebensweltorientierung

Prof. Dr. Cornelia Füssenhäuser

veröffentlicht am 27.02.2026

Ähnliche Begriffe: Alltags- und Lebensweltorientierung; lebensweltorientierte Soziale Arbeit

Englisch: lifeworld orientation

Lebensweltorientierung bzw. eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit bezeichnet eine differenzierte und mehrdimensionale Theorie‑ wie Praxisperspektive Sozialer Arbeit, die auf die Arbeiten von Hans Thiersch zurückgeht. Sie richtet den Blick auf die alltäglichen Lebensverhältnisse und Bewältigungsaufgaben von Adressat:innen Sozialer Arbeit und verbindet die Wahrnehmung und Analyse subjektiver Deutungen mit der Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Entwicklungslinien der Lebensweltorientierung
    1. 2.1 1960er‑ und 1970er-Jahre: Entstehung und Positionierung
    2. 2.2 Späte 1970er‑ bis 1980er-Jahre: Differenzierung und Etablierung
    3. 2.3 Ab 1990er-Jahre bis heute: Neue Herausforderungen
  3. 3 Gegenstand und zentrale Begriffe
    1. 3.1 Alltag
    2. 3.2 Alltäglichkeit
    3. 3.3 Alltagswelten
    4. 3.4 Bühnen-Metapher
    5. 3.5 Wissenschaftstheoretische Verortung
    6. 3.6 Das „Alphabet der Alltäglichkeit“
    7. 3.7 Routinisierung und Pragmatik
  4. 4 Handlungsaufgaben Sozialer Arbeit
    1. 4.1 Struktur‑ und Handlungsmaximen
    2. 4.2 Einmischung
    3. 4.3 Prävention
    4. 4.4 Regionalisierung
    5. 4.5 Alltagsnähe
    6. 4.6 Inklusion
    7. 4.7 Partizipation
    8. 4.8 Strukturierte Offenheit und Kasuistik
  5. 5 Adressat:innen
  6. 6 Bilanzierung
  7. 7 Quellenangaben
  8. 8 Literaturhinweise

1 Zusammenfassung

Die Alltags‑ und Lebensweltorientierung ist eine seit den 1970er-Jahren zunehmend ausdifferenzierte und in der Praxis vielfach aufgegriffene Fokussierung Sozialer Arbeit (Füssenhäuser 2021). Sie versteht sich dabei zugleich als kritische Theorie‑ und Praxisperspektive Sozialer Arbeit mit drei zentralen Blickwinkeln:

  1. Fokus auf Adressat:innen: Lebensweltorientierung interessiert sich für die Adressat:innen Sozialer Arbeit, für deren Selbstdeutungen ihrer Verhältnisse sowie ihre lebensweltlichen Anstrengungen. Dabei schließt sie subjektbezogene wie gesellschaftliche Bedingungen und Verhältnisse mit ein (ebd.).
  2. Institutionen‑ und Professionskritik: Als kritische Perspektive Sozialer Arbeit versteht sich Lebensweltorientierung als institutionen‑ wie professionskritische Soziale Arbeit (Grunwald und Thiersch 2016b). Für sie ist dabei eine kritische Auseinandersetzung mit den und Dekonstruktion der eigenen institutionellen Strategien und Programme, des professionellen Handelns sowie der damit einhergehenden gesellschaftlichen und institutionellen Verdeckungen genuiner Gegenstand und unverzichtbar.
  3. Normativ-kritische Orientierung: Als kritische und zugleich normative Perspektive Sozialer Arbeit beharrt die Lebensweltorientierung zudem auf die Unhintergehbarkeit des Anspruches auf soziale Gerechtigkeit im Sinne einer aktiven Gestaltung von Verhältnissen und der Notwendigkeit der Thematisierung gesellschaftlicher Verwerfungen und Konflikte (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 31).

2 Entwicklungslinien der Lebensweltorientierung

Die Perspektive der Lebensweltorientierung hat sich in unterschiedlichen Phasen entwickelt. Klaus Grunwald und Hans Thiersch (2016a, S. 24−26) identifizieren drei relevante Momente ihrer Entwicklung und Konsolidierung.

2.1 1960er‑ und 1970er-Jahre: Entstehung und Positionierung

Die Lebensweltorientierung etablierte sich zunächst in den 1960er‑ und 1970er Jahren im Kontext der kontroll‑ und machtkritischen Diskurse Sozialer Arbeit, die unter anderem durch soziale Bewegungen angestoßen wurden, sowie einer politisch vorangetragenen Etablierung des Sozialstaatsprinzips.

Die Lebensweltorientierung reagierte mit ihren Überlegungen damit sowohl auf die vorherrschende Praxis Sozialer Arbeit, die von Disziplinierung, Kontrolle und Anpassung geprägt war. Sie antwortete damit zugleich auf den radikalen Selbstanspruch der kritisch-emanzipativen Theorie sowie der damit einhergehenden Distanzierung zwischen Theorie und Praxis Sozialer Arbeit (Thiersch 2020, S. 16–19).

Demgegenüber insistierte die Lebensweltorientierung auf die „Unhintergehbarkeit der Alltagserfahrungen der Adressat:innen“ und der darin liegenden Möglichkeit der Kritik an und Befreiung aus Verhältnissen (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 25) als zentralen Bezugspunkt der sozialpädagogischen Theorie und Praxis. Lebensweltorientierung zielt daher von Beginn an auf eine veränderte Sicht auf die Adressat:innen Sozialer Arbeit wie auf die Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse und Institutionen Sozialer Arbeit.

2.2 Späte 1970er‑ bis 1980er-Jahre: Differenzierung und Etablierung

Die weitere Entwicklung Sozialer Arbeit führte in den späten 1970er‑ und vor allem in den 1980er-Jahren zur Differenzierung der Lebensweltorientierung und ihrer Etablierung als spezifisches Handlungskonzept Sozialer Arbeit (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 25).

Die Konsolidierung und Normalisierung Sozialer Arbeit, der weitere Ausbau der sozialen Infrastruktur sowie die Formulierung der Struktur‑ und Handlungsmaximen im 8. Jugendbericht sowie deren Weiterführung im SGB VIII führten zu (Thiersch 2026)

  • einer breiten Rezeption und Durchsetzung der Lebensweltorientierung in Wissenschaft wie Praxis Sozialer Arbeit
  • der Entwicklung innovativer Praxismodelle.

2.3 Ab 1990er-Jahre bis heute: Neue Herausforderungen

Die Perspektive der Lebensweltorientierung sah sich ab den 1990er Jahren bis in aktuelle Diskurse hinein verstärkt mit Strategien einer „sozialtechnologischen und ökonomistischen Überformung bestehender Arbeitskonzepte“ (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 25) ausgesetzt. Sozialtechnologische Diskurse, die Thematisierung von Effizienz und Effektivität sowie Arbeiten der Wirkungsforschung werden politisch wie fachlich stärker fokussiert.

Zugleich entstehen im Anschluss an die strukturellen Herausforderungen spätmoderner Gesellschaften veränderte Herausforderungen wie die der gesellschaftlichen Spaltung und Exklusion, der Individualisierung, Pluralisierung und Entgrenzung von Lebenslagen und Lebensverhältnissen (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 26).

Aktuelle Publikationen zur Lebensweltorientierung (Thiersch 2020; Thiersch 2026) interessieren sich von daher noch einmal verstärkter für die Verschränkung subjektiver Herausforderungen und Bewältigungsaufgaben in der Alltäglichkeit mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Begrenzungen.

Lebensweltorientierung steht, wie kaum ein anderes Konzept, für eine spezifische Fokussierung und fachliche Neujustierung der Sozialen Arbeit seit den frühen 1980er-Jahren. Das Konzept verknüpft dabei die Professionalisierung Sozialer Arbeit mit einem professionsethischen Anspruch sowie einer emanzipativen Zielperspektive: einer gelingenderen Lebenswelt.

Lebensweltorientierung zielt dabei nicht auf einen gelingenden oder gelungenen Alltag (Thiersch 2020), dies wäre eine normative Verkürzung, sondern auf die Ermöglichung eines „gelingenderen Alltags“.

3 Gegenstand und zentrale Begriffe

Für die Lebensweltorientierung ist – im Sinne einer anthropologischen Grundlage – die Beschreibung und Rekonstruktion des Alltags bzw. der Lebenswelt der Adressat:innen, der damit verknüpften Herausforderungen, aber auch der im Alltag vorfindlichen Ressourcen und Möglichkeiten sowie die Destruktion der Pseudokonkretheit des Alltags der zentrale Gegenstand Sozialer Arbeit. Der Begriff des Alltags fungiert dabei als Oberbegriff, der differente theoretische Zugänge verknüpft (Thiersch 2020, S. 46).

3.1 Alltag

Für die Lebensweltorientierung stellt der Begriff des Alltags eine zentrale Dimension der Lebensgestaltung dar (Thiersch 2020, S. 44). In der Verknüpfung phänomenologischer wie kritischer Alltagsdiskurse (Füssenhäuser 2005) sind für die Rekonstruktion des Alltags das pragmatische Handeln im Unmittelbaren und die unmittelbaren räumlichen, zeitlichen, sozialen sowie leiblichen Erfahrungen von Subjekten bedeutsam (Thiersch 2020, S. 44–47):

Der Begriff des Alltags markiert ein vertrautes und als sicher erlebtes Feld; unter Alltag werden keine neuen oder zufällige Erfahrungen verstanden. Der Begriff des Alltags verweist zudem sowohl auf konkrete Lebensverhältnisse als auch auf real bestehende Produktionsverhältnisse: Alltag wird, im Anschluss an Karel Kosik, verstanden als Möglichkeit, in der „der Mensch sich zugleich mit anderen selbst realisieren kann“ (Thiersch 1986, S. 34; Thiersch 2003).

Der für die Lebensweltorientierung zentrale Begriff des Alltags ist dabei in sich ambivalent und gebrochen: Im Alltag, seiner Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit finden sich sowohl Gefährdungen und Verdeckungen wie auch Möglichkeiten der Befreiung und Selbstrealisation von Menschen aus der Pseudokonkretheit des Alltags (Thiersch 2020). Im Alltag ist die „Utopie“ eines gelingenderen Alltags angelegt.

Alltag beinhaltet nicht sichtbare Protestpotenziale und verdeckte Hoffnungen und insistiert darauf, dass „gegenüber der philosophisch und erkenntnistheoretisch eingeforderten rigiden Trennung von Sein und Sollen im Gegebenen das Bessere, Mögliche angelegt ist“ (Grunwald und Thiersch 2016c, S. 909).

3.2 Alltäglichkeit

Der Begriff der Alltäglichkeit beschreibt die Subjektivität von Deutungen und die Unmittelbarkeit der Erfahrungen in der Alltäglichkeit von Raum, Zeit und sozialen Beziehungen (Thiersch 2020, S. 52).

Zudem wird über den Begriff der Alltäglichkeit als „Schnittstelle von Verhältnissen und Verhalten, von objektiven und subjektiven Gegebenheiten“ (Thiersch 2016, S. 6) die Subjektbezogenheit des Menschen mit der Sozialstruktur verknüpft. Subjektbezogene Deutungs‑ und Bewältigungsmuster sind untrennbar verbunden mit gesellschaftlichen Verhältnissen, Vorgaben und Verdeckungszusammenhängen.

3.3 Alltagswelten

Der Begriff Alltagswelten verweist hingegen auf die „Repräsentation der Alltäglichkeit“ (Thiersch 2020, S. 48) in konkreten Lebenswelten und Erfahrungsräumen wie der Schule, der Arbeitswelt, der Familie, der Clique, der öffentlichen Kommunikation. Bezeichnet werden damit ebenso sozialarbeiterische Settings und Programme.

3.4 Bühnen-Metapher

Für die Lebensweltorientierung sind nicht nur die unmittelbare phänomenologische Erfahrung des Alltags, sondern auch ihre anthropologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen relevant. Um diesen Zusammenhang aufzuschließen, wird im Diskurs der Lebensweltorientierung oftmals der Vergleich mit einer Bühne gewählt.

Die Alltäglichkeit wie die Alltagswelten sind als Vorderbühne zu verstehen, auf der sich der Alltag subjektbezogen realisiert und entfaltet. Diese (Vorder-)Bühne ist zugleich geprägt von gesellschaftlichen bzw. institutionellen (unbewussten) Strukturen, die als Hinterbühne verstanden werden. Die Alltäglichkeit in den Alltagswelten kann dabei als Schnittstelle des Objektiven mit dem Subjektiven bzw. von Verhältnissen und Verhalten gelesen werden (Thiersch 2020; Thiersch 2026).

3.5 Wissenschaftstheoretische Verortung

Die zentralen Begriffe Alltag, Alltags‑ bzw. Lebenswelten sowie Alltäglichkeit sind eingebettet in unterschiedliche wissenschaftstheoretische Diskurse. Lebensweltorientierung als Wissenschaftskonzept steht in der Tradition einer „hermeneutisch-pragmatischen Erziehungswissenschaft und einer pragmatisch-orientierten Sozialen Arbeit“ (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 29) sowie deren sozialwissenschaftlicher Reformulierung.

Das Konzept verknüpft dabei die hermeneutische Grundfigur von Verstehen mit einer interaktionistisch-phänomenologischen Analyse (Schütz 1991; Husserl 1962) von Alltag bzw. Lebenswelt sowie der Kritik und Überschreitung gegebener Alltagsverhältnisse im Horizont der kritischen Alltagstheorie von Karel Kosik (1986). Lebensweltorientierung versteht sich dabei als pragmatische Wissenschaft, die auf Wissen und Handeln zielt (Thiersch 2020, S. 29).

3.6 Das „Alphabet der Alltäglichkeit“

Vor den Rahmenbedingungen der Hinterbühne konkretisiert sich das Alltagsleben in den Überlegungen zu Alltäglichkeit; dies wird in den neueren Publikationen von Hans Thiersch (Thiersch 2020, S. 52 – 69; Thiersch 2026) mit der Programmatik „Alphabet der Alltäglichkeit“ bezeichnet und stellt eine relevante Grundlage professionellen Handelns dar.

Alltäglichkeit – so eine zentrale Grundlage der Lebensweltorientierung – konkretisiert sich in der Subjektivität von Deutungen und v.a. in der Unmittelbarkeit von Zeit, Raum und sozialen Beziehungen sowie in konkreten Bewältigungsaufgaben mit dem Ziel eines gelingenderen Lebens (Thiersch 2020, S. 52). Diese Unmittelbarkeit von Erfahrungen ist zugleich immer auch leiblich vermittelt und durch das Verhältnis zum eigenen Körper geprägt (ebd.). Sie wird in der Realität spätmoderner Gesellschaften erweitert und aufgebrochen durch eine zunehmende Entgrenzung und Virtualisierung von zeitlichen, räumlichen und sozialen Erfahrungen.

Alltäglichkeit wird entsprechend im Modus eines „Doing Alltag“ (Thiersch 2020, S. 54) hergestellt, sie ist vorgegeben und konstituiert sich immer wieder neu und verändert (ebd.). Sie ist zudem mit Gefühlen aufgeladen und führt entsprechend zu unterschiedlichen Deutungen und Einschätzungen wie Sicherheit, Fremdheit, Ängstlichkeit, Freude, Offenheit, Neugier, Rückzug (ebd.).

3.7 Routinisierung und Pragmatik

Alltäglichkeit ist des Weiteren nicht nur durch Wahrnehmungen und deren emotionaler Bedeutung, sondern ebenso durch strukturierende Elemente – der Routinisierung und der Pragmatik (Thiersch 2020, S. 59–63) bestimmt.

Routinen sind ein wesentlicher Bezugspunkt der Lebensweltorientierung sowie einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit. Sie charakterisieren die Deutungen und Handlungsmuster der Alltäglichkeit und strukturieren Erfahrungen in Zeit, Raum, sozialen Bezügen und Körperlichkeit (Thiersch 2020, S. 59). Routinen etablieren Strukturen und schaffen Verlässlichkeit in das alltägliche Handeln.

Menschen etablieren in ihrem Alltag vielfältige Routinen und greifen dabei auf ein unterschiedliches Wissen und Handlungsmöglichkeiten zurück. Routinen reduzieren die Komplexität der alltäglichen Herausforderungen und machen diese bewältigbar. Routinen sind entsprechend zunächst positiv konnotiert. Problematisch bzw. brüchig und hinterfragt werden sie erst dann, wenn sie enttäuscht werden bzw. nicht mehr ausreichend funktional erscheinen (Thiersch 2020, S. 59 f.).

Routinen – und dies stellt eine zentrale Annahme der Lebensweltorientierung dar – sind zudem in sich doppeldeutig: sie schaffen einerseits Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen, andererseits schränken sie die Entwicklung von alternativen Strategien und neuen Erfahrungen ein (Thiersch 2020, S. 60).

Die Bewältigungsherausforderungen der Alltäglichkeit sind neben der Routinisierung durch Pragmatik bestimmt (Thiersch 2020, S. 61). Unter Pragmatik versteht die Lebensweltorientierung, unmittelbar in die Erledigung von Aufgaben zu gehen und Aufgaben jenseits einer abwägenden Planung und einem grundsätzlichen Abwägen zu erledigen. Pragmatik konzentriert sich entsprechend auf das „Hier und Jetzt“ und auf die unmittelbaren Herausforderungen im Alltag.

Auch diese Pragmatik ist in sich ambivalent: Pragmatik kann dazu führen, Handlungsvollzüge immer weiter fortzusetzen, ohne deren Plausibilität zu hinterfragen oder Alternativen zu denken. Sie verzichtet – was eine zentrale Gefährdung der Lebensweltorientierung darstellt – auf ein detailliertes Abwägen der Grenzen und Risiken, sowie einer langwierigen Analyse von Stärken und Schwächen der jeweiligen Handlungsvollzüge (Thiersch 2020, S. 63).

Routinisierung wie Pragmatik werden darüber hinaus in den gesellschaftlichen Herausforderungen im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts mit vielfältigen Entgrenzungen, Problematisierungen und Tendenzen der Auflösung konfrontiert. Aus der Virtualisierung von Raum, Zeit und sozialen Beziehungen resultieren veränderte Anforderungen in Hinblick auf die Etablierung von Routinen und Pragmatik für Menschen.

Hieraus resultieren veränderte Anforderungen einer Arbeit an der eigenen Biografie und Biografizität (Thiersch 2026) und die Zumutung der Wahl zwischen unterschiedlichen Lebensentwürfen.

4 Handlungsaufgaben Sozialer Arbeit

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit bezeichnet eine spezifische Perspektive Sozialer Arbeit. Ihr zentraler Bezugspunkt liegt nicht in Methoden oder Programmen, sondern findet ihren Ausgangspunkt in der Alltäglichkeit von Menschen und deren Anstrengungen in den vielfältigen und widersprüchlichen Lebensverhältnissen zu agieren (Thiersch 2026).

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit interessiert sich entsprechend zunächst und vor allem für die „Vorderbühne“ der alltäglichen Aufgaben. Sie behält dabei die „Hinterbühne“ der gesellschaftlichen Verhältnisse, Zumutungen und Verwehrungen im Blick. In dieser doppelten Perspektive sucht sie nach Zugängen der Unterstützung im Alltag und zielt auf eine gelingendere Lebensführung – unter Berücksichtigung der Eigensinnigkeiten der Lebenswelt.

4.1 Struktur‑ und Handlungsmaximen

Die „Philosophie“ der Lebensweltorientierung zeigt sich insbesondere in den vielfach formulierten und von der Praxis Sozialer Arbeit aufgegriffenen Struktur‑ und Handlungsmaximen der Lebensweltorientierung. Darunter versteht man grundlegende Orientierungen, die das professionelle und organisationale Handeln in der Sozialen Arbeit charakterisieren und leiten. Diese fanden vermittelt über den 8. Kinder‑ und Jugendbericht sowie das SGB VIII Eingang in theoretische wie professionsbezogene Diskurse Sozialer Arbeit (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 43; Thiersch 2026).

Die Struktur‑ und Handlungsmaximen konkretisieren einerseits das professionelle Handeln. Andererseits fragen sie auch nach der institutionellen bzw. organisationalen Ausgestaltung bzw. den Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit.

4.2 Einmischung

Die bereits im 8. Jugendbericht formulierten Maximen der Prävention, Dezentralisierung/​Regionalisierung, Alltagsorientierung, Integration und Partizipation wurden in nachfolgenden Publikationen zur Lebensweltorientierung ergänzt um das Prinzip der Einmischung, das, querliegend zu den vorgenannten Maximen, auf die sozialpolitische (wenngleich nachgeordnete) Rückgebundenheit professionellen Handelns verweist (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 42). Das Prinzip der Einmischung bedeutet, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit sich aktiv und kontinuierlich in gesellschaftliche und politische Aushandlungsprozesse einbringen, um die Lebensbedingungen der Adressat:innen aktiv zu beeinflussen und mitzugestalten. Einmischung ist dabei nicht situativ, sondern als kontinuierliche Beteiligung und Einflussnahme im politischen Diskurs, in politischen Kämpfen und auf unterschiedlichen Ebenen zu verstehen.

4.3 Prävention

Prävention ist eine zentrale Grundfrage Sozialer Arbeit. Als primäre Prävention zielt sie auf die Herstellung und Stabilisierung unterstützender Infrastrukturen und allgemeiner Kompetenzen zur Lebensbewältigung sowie – verkürzt gesprochen – auf die Initiierung gerechterer Lebensverhältnisse. Primäre Prävention ist entsprechend Bestandteil sozialer Infrastrukturpolitik einer modernen Gesellschaft (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 43).

Sie wird ergänzt um Angebote der sekundären Prävention, die in Erweiterung der primären Prävention darauf zielen, unerwartete Belastungen und Risiken abzufedern und diese alltagsnah zu bearbeiten. Tertiäre Prävention unterstützt Menschen nach sozialarbeiterischen Eingriffen oder Brüchen in der Entwicklung einer neuen Normalität und zielt auf eine langfristige Stabilisierung (Thiersch 2026).

4.4 Regionalisierung

Die Maxime der Regionalisierung berücksichtigt die räumliche Dimension lebensweltlicher Erfahrungen und schließt an raumtheoretische Diskurse sowie an Gemeinwesen-, Quartiers‑ und Sozialraumorientierung an. Sozialraumorientierung wird so zu einem spezifischen Aspekt der Lebensweltorientierung ausformuliert (Thiersch 2026).

Eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit schließt entsprechend an räumliche Erfahrungen von Adressat:innen an und unterstützt die Entwicklung sozialer Räume, um in und mit diesen lebensweltliche Unterstützungsangebote und Ressourcen zu verankern und zugänglich zu machen (a.a.O., S. 45). Räumliche Bezüge schließen dabei virtuelle Räume und Bezüge mit ein (Thiersch 2020, S. 122–127; Thiersch 2026).

4.5 Alltagsnähe

Alltagsnähe verweist sowohl auf die stringente Ausrichtung Sozialer Arbeit an den Alltagserfahrungen der Adressat:innen als auch auf die institutionelle wie die organisationale Ausgestaltung von Angeboten Sozialer Arbeit. Zentrale Kategorien der Alltagsorientierung sind Nähe, Erreichbarkeit, Niedrigschwelligkeit sowie der Abbau von Zugangsbarrieren (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 44).

Alltagsnähe ist in ihrem Eindringen in Privatheit immer auch „strukturell ambivalent“ (Thiersch 2020, S. 121). Soziale Arbeit bewegt sich in der Spannung von „Schutz der Privatheit“ (a.a.O. S. 122) und Zudringlichkeit im Alltag, die sich durch Modi der digitalen Kommunikation zudem verschärft.

4.6 Inklusion

Die Maxime der Inklusion zielt auf die elementare Anerkennung der Gleichheit aller Menschen in ihrer gegebenen Differenz der Alltagswelten (Thiersch 2026); Inklusion fokussiert gesellschaftliche Gleichheit und Gleichberechtigung. Zentral ist dabei Gleichheit zu sichern ohne Unterschiedlichkeiten zu verdecken und damit die Vielfalt von Alltagswelten anzuerkennen (Thiersch 2026).

4.7 Partizipation

Partizipation zielt auf Beteiligung, Mitbestimmung und Teilhabe von Lebensverhältnissen; sie geht über den Aspekt der Beteiligung hinaus und bezieht bürger‑ und menschenrechtliche Ansprüche mit ein. Partizipation beinhaltet zudem ein politisches Moment und wird in politischen Strukturen und Gremien realisiert (Thiersch 2020).

Partizipation ist strukturell ambivalent: Der Anspruch auf Gleichheit steht in Konflikt mit strukturell asymmetrischen Machtungleichgewichten zwischen Adressat:innen und Professionellen Sozialer Arbeit. Entsprechend zielt eine Lebensweltorientierte Soziale Arbeit auf die Selbstzuständigkeit von Adressat:innen und die gemeinsame Gestaltung von Aufgaben (Thiersch 2026). Ebenso sind die Anerkennung der Rechtsposition der Adressat:innen sowie die Institutionalisierung und rechtliche Verankerung von Einspruchs‑ und Beschwerderechten unabdingbar (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 46).

4.8 Strukturierte Offenheit und Kasuistik

Neben den Struktur‑ und Handlungsmaximen ist professionelles Handeln durch die beiden querliegenden Dimensionen der strukturierten Offenheit sowie der Kasuistik charakterisiert.

Professionelles Handeln im Sinne einer strukturierten Offenheit erfordert methodische Absicherung und fachliches Wissen, es erfordert jedoch zugleich auch Offenheit und Flexibilität gegenüber der „Unvorhersehbarkeit allen Handelns in der den Menschen gegebenen Freiheit zur Wahl“ (Thiersch 2016, S. 9). Strukturierte Offenheit eröffnet den Professionellen somit einen Handlungsspielraum, der die Offenheit lebensweltlicher Bewältigungsmuster zulässt und sich diesen aussetzt. Sie sichert diese im Bewusstsein um deren Risiken zugleich methodisch ab, bindet diese reflexiv zurück und etabliert Effektivitätskontrollen (Grunwald und Thiersch, 2016a, S. 51; Thiersch 2026).

Der Begriff der Kasuistik verweist darauf, dass der Einzelfall stets in seiner Besonderheit und spezifischen Eigensinnigkeit zu reflektieren ist und nicht durch allgemeine Klassifikationen und methodische Standardisierungen eingeschränkt werden darf (Thiersch 2026).

5 Adressat:innen

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit fokussiert auf die Lebenswelten und Lebensverhältnisse der Adressat:innen Sozialer Arbeit, die sich in den vielfältigen Lebensfeldern, privaten wie öffentlichen, repräsentieren und eng mit gesellschaftlichen wie institutionellen Bedingungen verflochten sind (Thiersch 1995, S. 117). Lebensweltorientierte Soziale Arbeit zielt darauf, Adressat:innen in ihrer Eigensinnigkeit zu respektieren (a.a.O., S. 119). Sie basiert insofern auf dem Respekt vor den Bewältigungsleistungen der Adressat:innen und insistiert in ihrer Anerkennung auf deren Überschreitung und Transzendenz (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 37).

Soziale Arbeit agiert hierbei in einer gewissen Widersprüchlichkeit. Sie geht einerseits von den alltäglichen Erfahrungen der Adressat:innen aus; sie nutzt dabei ihre methodische und theoretische Kompetenz hinsichtlich der Alltagsbefangenheit der Adressat:innen und zielt darauf, gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu erschließen. Sie ist sich andererseits der eigenen Selbstreferenzialität und des Risikos, alltägliche Erfahrungen und Ressourcen der Adressat:innen zu verdecken und zu übergehen, bewusst (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 37).

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit ist sich ihrer asymmetrischen Struktur und der Macht professioneller Angebote gewahr und setzt sich mit dieser empirisch wie professionsbezogen auseinander. Die Vermittlung von Anerkennung und die Eröffnung von alternativen Perspektiven in Bezug auf die subjektiven Bewältigungs‑ und Deutungsmuster setzen hierbei Verhandlung in gegenseitiger und wechselseitiger Anerkennung voraus.

Aufgabe Sozialer Arbeit ist es nicht, Probleme der Adressat:innen zu lösen, sondern „Lösungsmöglichkeiten miteinander zu vermitteln“ (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 37), damit sich Menschen als Subjekte ihrer Verhältnisse erfahren können. Die Orientierung an den Adressat:innen erfordert dabei auch, lebensweltliche Deutungen zu hinterfragen, aufzubrechen sowie mit anderen Möglichkeiten zu konfrontieren – im Sinne einer Destruktion der Pseudokonkretheit des Alltags (Thiersch 1995, S. 124).

Die Erfahrungen der Adressat:innen zu respektieren, ist ein zentraler Kern der Lebensweltorientierung. Dieser Bezug auf die Lebenswelt der Adressat:innen bleibt jedoch wirkungslos ohne eine (sozial)politische Arbeit an und Gestaltung von Strukturen und Verhältnissen (Thiersch 1995, S. 127) sowie ohne eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen wie professionsbezogenen Machtstrukturen, da erst diese in der Lage ist, die scheinbar horizontale Struktur von professionellen Beziehungen systematisch zu differenzieren und aufzuschließen.

6 Bilanzierung

Für die Lebensweltorientierung ist eine durchgängige Intention zentral: die Etablierung und Differenzierung einer eigenständigen Praxis Sozialer Arbeit in einer modernisierten Gesellschaft.

Die Perspektive der Lebensweltorientierung beschränkt sich dabei nicht auf die Institutionen‑ und/oder Gesellschaftskritik, sondern nimmt die alltäglichen Erfahrungen der Adressat:innen als einen zentralen Bezugsort Sozialer Arbeit im Sinne einer bewältigungsorientierten Unterstützung zur „Selbsthilfe“ auf (Grunwald und Thiersch 2016a; Grunwald und Thiersch 2016b) und bindet diese an eine kritische Rekonstruktion ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit zurück. Subjektive Deutungs‑ und Bewältigungsmuster sowie gesellschaftliche und/oder institutionelle Verhältnisse werden dabei über den Begriff der Lebenswelt miteinander verknüpft und aufeinander bezogen.

Sie ist sich dabei der eigenen Selbstreferenzialität und der Gefährdung bewusst, alltägliche Erfahrungen und Ressourcen der Adressat:innen zu übergehen (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 37). Zur Vermeidung von Grenzüberschreitungen und Missbrauch im professionellen Handeln ist eine Sensibilisierung und kontinuierliche Auseinandersetzung mit asymmetrischen Machtstrukturen und den Risiken professionellen Handelns in der Disziplin wie Profession Sozialer Arbeit (institutionell) zu verankern.

Die Durchsetzung der Lebensweltorientierung in der Theorie wie auch insbesondere in der Praxis begründet sich auch in der Anschlussfähigkeit ihrer zentralen Begriffe sowie ihrer Nähe zu alltäglichen Lebensverhältnissen. Angesichts dieses Erfolgs in der sozialpädagogischen Praxis, der sich z.B. in der häufigen Bezugnahme auf zentrale Begriffe wie „lebensweltlich“ oder „Lebensweltorientierung“ zeigt, ist gegenüber einer Verkürzung des Begriffs immer wieder an dessen kritische und emanzipative Intention zu erinnern, um das im Begriff des Alltags angelegte Protestpotenzial nicht zu übergehen (Grunwald und Thiersch 2016a; Grunwald und Thiersch 2016b).

Dabei gilt es auch, Widerständigkeit und Protestpotenzial zu mobilisieren gegen sozialstrukturelle Zumutungen, die sich nicht in Routinen auflösen lassen, um so – im Sinne einer kritischen Alltagstradition – zu einer deutlicheren Betonung des gesellschaftskritischen Moments neben der notwendigen Orientierung an der biografisch verankerten Subjekthaftigkeit des Menschen zu kommen. Eine lebensweltorientierte Soziale Arbeit beharrt dabei auf dem „Respekt vor der Eigensinnigkeit des Alltagswissens“ und Alltagshandelns (Grunwald und Thiersch 2016a, S. 59) und steht als kritische Soziale Arbeit gegen eine Politik des Neoliberalismus und der Dethematisierung sozialer Gerechtigkeit.

Die Lebensweltorientierung sucht im Rekurs auf Bloch und Kosik nach dem Möglichen im Gegebenen und insistiert auf der Unterstützung von Menschen in der Entwicklung eines gelingenderen Alltags (Kosik 1986; Thiersch 1986; Thiersch 2020). Soziale Arbeit wird dabei als Profession verstanden, die gesellschaftliche Integrationsdefizite bearbeitet und auf die (Wieder-)Herstellung sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe zielt (Thiersch 2026).

Lebensweltorientierung steht für ein theoretisches Modell der Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Veränderung durch Soziale Arbeit. Eine damit verbundene lebensweltorientierte Soziale Arbeit ist strukturell gleichermaßen offen und flexibel wie riskant. Unverzichtbar ist entsprechend eine kontinuierliche Selbstvergewisserung und kritische Reflexion der Professionellen in Hinblick auf die kritische und emanzipative Intention der Lebensweltorientierung.

Zentraler Gegenstand einer Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit intendiert mehr als einen Bezug auf den Alltag bzw. die Lebenswelt von Adressat:innen, die kritische Dekonstruktion der Pseudokonkretheit des Alltags und der Lebenswelt der Adressat:innen oder eine Reduzierung sozialarbeiterischer Professionalität auf die Struktur‑ und Handlungsmaximen. Unabdingbar ist zugleich eine kontinuierliche Selbstkritik hinsichtlich der eigenen Programme, der spezifischen institutionellen wie organisationalen Entwicklungen und Verdeckungen sowie im professionellen Handeln immer auch eingelagerten Verkürzungen und Risiken von Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch sowie nicht intendierte „Beschädigungen“ durch Professionelle wie Institutionen Sozialer Arbeit.

Soziale Arbeit in diesem Sinne zu diskutieren sowie die Etablierung einer (selbst-)kritischen Soziale Arbeit weiter zu verfolgen ist von daher eine zentrale Aufgabe der Disziplin wie der Profession Sozialer Arbeit (Füssenhäuser 2015; Thiersch 2020, S. 193–197; Thiersch 2026).

7 Quellenangaben

Bloch, Ernst 1975. Geist der Utopie. Bearbeitete Neuauflage der zweiten Fassung von 1923. Gesamtausgabe Band 3. Frankfurt: Suhrkamp. ISBN 978-3-5182-8152-9

Füssenhäuser, Cornelia, 2005. Werkgeschichte(n) der Sozialpädagogik. Klaus Mollenhauer – Hans Thiersch – Hans-Uwe Otto. Der Beitrag der ersten Generation nach 1945 zur universitären Sozialpädagogik. Baltmannsweiler: Schneider. ISBN 978-3-89676-979-4

Füssenhäuser, Cornelia, 2015. Was bleibt!? 1978–2015: Vier Jahrzehnte Alltags‑ und Lebensweltorientierung. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik. 1(2), S. 118−124. ISSN 1610-2339

Füssenhäuser, Cornelia, 2022. Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung. In: Michael May und Arne Schäfer, Hrsg. Theorien für die Soziale Arbeit. 2. aktualisierte Auflage. Baden-Baden: Nomos Verlag, S. 115–134. ISBN 978-3-8487-7689-4 [Rezension bei socialnet]

Grunwald, Klaus und Hans Thiersch, 2016a. Lebensweltorientierung. In: Klaus Grunwald und Hans Thiersch, Hrsg. Praxishandbuch Lebensweltorientierung: Handlungszugänge und Methoden in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Weinheim: BeltzJuventa, S. 25−59. ISBN 978-3-7799-2183-7 [Rezension bei socialnet]

Grunwald, Klaus und Hans Thiersch, 2016b. Nachwort. In: Klaus Grunwald und Hans Thiersch, Hrsg. Praxishandbuch Lebensweltorientierung: Handlungszugänge und Methoden in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Weinheim: BeltzJuventa, S. 582−597. ISBN 978-3-7799-2183-7 [Rezension bei socialnet]

Grunwald, Klaus und Hans Thiersch, 2016c. „Lebensweltorientierung“. In: Hans-Uwe Otto, Hans Thiersch, Rainer Treptow und Holger Ziegler, Hrsg. Handbuch Soziale Arbeit. 6., überarbeitete Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 934−943. ISBN 978-3-497-02745-3 [Rezension bei socialnet]

Husserl, Edmund 1962. Die Krise des europäischen Menschentums und die Philosophie. In: Edmund Husserl Husserliana 6. Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie. 2. Auflage. Den Haag: Martinus Nijhoff, S. 314−348

Kosik, Karel 1986. Dialektik des Konkreten. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28232-8

Schütz, Alfred 1991. Der sinnhafte Aufbau der Welt. 5. Auflage. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-27692-1

Thiersch, Hans, 1986. Die Erfahrung der Wirklichkeit: Perspektiven einer alltagsorientierten Sozialpädagogik. Weinheim: Juventa. ISBN 978-3-7799-0579-0

Thiersch, Hans, 1995. Lebenswelt und Moral: Beiträge zur moralischen Orientierung Sozialer Arbeit. Weinheim: Juventa. ISBN 978-3-7799-1201-9

Thiersch, Hans, 2003. „25 Jahre alltagsorientierte Soziale Arbeit – Erinnerung und Aufgabe“. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik. 1(2), S. 118−124. ISSN 1610-2339

Thiersch, Hans, 2015. Soziale Arbeit und Lebensweltorientierung: Handlungskompetenzen und Arbeitsfelder. Gesammelte Aufsätze. Band 2. Weinheim: BeltzJuventa. ISBN 978-3-7799-3263-5 [Rezension bei socialnet]

Thiersch, Hans, 2016. Alltag und Lebenswelt im 21. Jahrhundert. In: Sozialpädagogische Impulse. 4, S. 6−11. ISSN 1023-6929

Thiersch, Hans, 2020. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit – revisited. Weinheim: BeltzJuventa. ISBN 978-3-7799-6310-3 [Rezension bei socialnet]

Thiersch, Hans, 2026. Hans Thiersch im Dialog. In: Nikolaus Meyer, Rita Braches-Chyrek, Cornelia Füssenhäuser und Martin Staats, Hrsg. Diskursive Zugänge einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit. Weinheim: BeltzJuventa. ISBN 978-3-7799-9014-7

8 Literaturhinweise

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, 2018. Theorien Sozialer Arbeit. Hans Thiersch [online]. Köln: Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, 23.08.2018 [Zugriff am: 11.01.2026]. Verfügbar unter: https://www.theorien-sozialer-arbeit.de/single-theoretiker/?tid=23.
Lehrvideoprojekt in der die Perspektive der Lebensweltorientierung durch ihren Begründer Hans Thiersch dargelegt wird

Thiersch Hans, 2020. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit – revisited. Weinheim: BeltzJuventa. ISBN 978-3-7799-6310-3 [Rezension bei socialnet]
Monografische Darstellung, die eine gute Einführung und Überblick über die Entwicklung und Grundlagen der Lebensweltorientierung ermöglicht

Thiersch, Hans 2024. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit. In: Sozialmagazin. 49(1-2), S. 68–76. ISSN 0340-8469.
Knappe und aktuelle Bilanzierung und Einführung in die Lebensweltorientierung

Thiersch Hans, 2026. Hans Thiersch im Dialog. In: Nikolaus Meyer, Rita Braches-Chyrek, Cornelia Füssenhäuser und Martin Staats, Hrsg. Diskursive Zugänge einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit. Weinheim: BeltzJuventa. ISBN 978-3-7799-9014-7.
Publikation zur Ringvorlesung Diskursive Zugänge einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit. Die Perspektive der Lebensweltorientierung wird hier von Hans Thiersch im Dialog mit Cornelia Füssenhäuser in ihren zentralen Entwicklungslinien, Begriffen und Grundfragen einführend dargestellt. Thematisiert werden dabei auch aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe der Lebensweltorientierung.

Verfasst von
Prof. Dr. Cornelia Füssenhäuser
Diplom-Pädagogin, Sozialarbeiterin, Hochschule RheinMain, Professorin für Theorien, Geschichte und Ethik Sozialer Arbeit
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