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Mindmap

Tatjana van de Kamp

veröffentlicht am 11.02.2024

Weitere Schreibweise: Mind-Map

Etymologie: engl. mind Gedanken; engl. map Karte, grafische Darstellung

Englisch: mind map

In einer Mindmap werden ausgehend von einem zentralen Begriff Informationen, Ideen oder Assoziationen visuell dargestellt bzw. entwickelt. Mindmapping ist eine Methode, die die Visualisierung sowie das Lernen komplexer Inhalte unterstützt und es ermöglicht, kreative Denkprozesse sowie Brainstorming zu strukturieren.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Theoretischer Hintergrund
  3. 3 Methode und Anwendung
  4. 4 Vorteile und Grenzen der Mindmap
  5. 5 Anwendungsfelder und empirische Erkenntnisse
    1. 5.1 Empirische Untersuchungen
    2. 5.2 Fazit der Studien
  6. 6 Digitale Unterstützung: App oder Papier?
  7. 7 Quellenangaben
  8. 8 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Mindmap und Mindmapping sind eingetragene Warenzeichen und wurden in den 1970er-Jahren vom Autor und Bildungsberater Tony Buzan entwickelt. Sie sind visuelle Darstellungen von Informationen, Gedanken und Ideen, deren Schlüsselbegriffe in einer Art Baumstruktur in Ästen von einem zentralen Begriff in der Mitte nach außen abgehen. Gemäß der Lerntheorie bilden die Äste Assoziationen zwischen den Begriffen ab. Die visuelle Darstellung soll einen ganzheitlichen Überblick über das Thema ermöglichen und beide Hirnhälften gleichzeitig aktivieren.

Empirische Studien belegen positive Effekte der Mindmap für Lernerfolge, allerdings unter den Voraussetzungen, dass die Methode zuvor geübt und an die Zielgruppe angepasst wird sowie eine entsprechende Motivation zur Anwendung vorhanden ist. Unklar bleibt jedoch, welche Mechanismen sich bei Anwendung von Mindmaps auf welche Weise auf die Lern- und Abrufprozesse auswirken.

Vielfältige Programme und Apps für Einzelnutzer, Teams und Firmen wurden inzwischen für eine digitale Erstellung von Mindmaps entwickelt.

2 Theoretischer Hintergrund

Während seines Studiums suchte Tony Buzan nach einer Möglichkeit, sein Gehirn effizienter zu nutzen, um viele wissenschaftliche Informationen zu strukturieren und zu lernen. Er begann, sich intensiv mit der Funktionsweise des Gehirns, Informationsverarbeitung sowie Gedächtnis und Mnemotechniken zu beschäftigen. Dabei erarbeitete er die Mindmap als Gedächtnishilfe. Sein Bruder Barry Buzan entwickelte diese schließlich zu einem hilfreichen Denkwerkzeug beim Schreibprozess seiner Dissertation weiter (Buzan und Buzan 2002).

Die Mindmap bildet für Tony und Barry Buzan den Vorgang des radialen Denkens ab, ein Konzept, das sie aus Elementen der kognitiven Lernpsychologie, der Gestaltpsychologie und der Lateralisierung entwickelten (Buzan und Buzan 2002).

  • Kern der Lernpsychologie ist das assoziative Lernen, das auf Verbindungen (Assoziationen) zwischen verschiedenen Konzepten sowie zwischen Reizen und Reaktionen basiert, wobei hervorgehobene oder saliente Reize die Aufmerksamkeit bündeln können.
  • Die Gestaltpsychologie postuliert, dass das menschliche Gehirn danach strebt, Gestalten oder Muster zu vervollständigen und einzelne Informationen zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzusetzen, abzuspeichern und abzurufen.
  • Bezugnehmend auf die Erkenntnisse der Lateralisierung gehen Buzan und Buzan (a.a.O., S. 32) davon aus, dass beide Hirnhälften gleichzeitig aktiviert werden und parallel arbeiten können, wobei die linke auf Worte, Zahlen, logisch-rationales Denken und lineare Abläufe fokussiert, während die rechte zu Räumlichkeit, Ganzheitlichkeit, sinnlicher sowie emotionaler Wahrnehmung und Assoziationen beiträgt.

Aus diesen Überlegungen heraus definieren Buzan und Buzan (2002, S. 53) radiales Denken als assoziative Denkprozesse, die von einem zentralen Punkt ausgehend den evolutionären assoziativen Funktionsprinzipien unseres Hirns folgen. Die Mindmap unterstützt diese Prozesse als mentale Landkarte durch die räumliche Anordnung von Schlüsselbegriffen und ihren Verbindungen untereinander zu einem vollständigen Bild bei gleichzeitiger Anregung beider Hirnhälften.

Dadurch werden fünf Verarbeitungsprozesse im Gehirn gleichzeitig angeregt, verstärken sich gegenseitig und tragen zur Denkfähigkeit und Merkfähigkeit bei:

  1. Empfangen durch die Sinne,
  2. Behalten durch Speicherung von Gedächtnisinhalten und Zugriff darauf,
  3. Analysieren als Mustererkennung und Informationsverarbeitung,
  4. Ausdrücken durch kommunikatives als auch schöpferisches Handeln und Denken sowie
  5. Kontrollieren und überwachen aller geistigen und körperlichen Funktionen.

Nur wenn alle Prozesse und beide Gehirnhälften aktiviert werden, nutzt der Mensch sein ganzes Denk- und Gedächtnispotenzial. Das erklärt, warum Tony Buzan die Mindmap nicht nur zum Brainstorming und zur Förderung der Merkfähigkeit, sondern auch zum Training bei Lern- und Denkschwierigkeiten einsetzt.

Er argumentiert (Buzan und Buzan 2002), dass Notizen in Form alphanumerischer, einfarbiger Texte oder Listen durch das Aufschreiben unnötiger Details Zeit verschwenden, wichtige Schlüsselworte verschleiern sowie durch Langeweile das Erinnern erschweren und Kreativität nicht anregen können. Lineare und rationale Notizen lassen das halbe Hirnpotenzial ungenutzt, behindern damit die Bildung von Assoziationen und können das Bedürfnis nach Vollständigkeit nicht befriedigen. Eine Mindmap hingegen strahle von einem Zentralbild aus, umfasse Raum, Zeit und Farbe, beschränke sich auf wesentliche Begriffe und fördere Assoziationen zwischen den Schlüsselbegriffen sowie Kreativität und Vorstellungsvermögen. Dadurch können auch komplexe Zusammenhänge besser verstanden und gelernt werden.

3 Methode und Anwendung

Die Erstellung einer Mindmap setzt ein Nachdenken über geeignete Kategorien und Hierarchien sowie Struktur und Ordnung voraus, was für sich genommen schon eine vertiefte Verarbeitung ist sowie Lernen und Verständnis unterstützt. Wenngleich die Methode einerseits viele gestalterische Freiheiten lässt, hatte Tony Buzan doch eine genaue Vorstellung davon, wie eine Mindmap herzustellen sei (Buzan und Buzan 2002, S. 91 ff.). Benötigt werden hierzu Papier und Stifte.

  • Man beginnt mit dem zentralen Begriff, Thema oder Bild in der Mitte, das durch Größe oder Einrahmung hervorgehoben wird.
  • Davon ausgehend werden mit Druckschrift in einer radialen Hierarchie oder Baumstruktur entlang der Hauptäste die Assoziationen oder Kategorien mit passenden und aussagekräftigen Schlüsselbegriffen bezeichnet. Von jeder Kategorie oder Assoziation kann man beliebig weiter verzweigen, wobei Äste und Schrift nach außen hin dünner werden, vom Allgemeinen zum Speziellen. Ganze Sätze sind zu vermeiden, besser eignen sich Bilder oder Symbole.
  • Um Wichtiges hervorzuheben, wird mit Unterstreichungen und Farben gearbeitet. Farben dienen der visuellen Stimulierung und Gruppierung zusammengehöriger Begriffe. Dem persönlichen Stil und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wert gelegt werden sollte aber auf Deutlichkeit, erkennbare Betonungen und Assoziationen. Für Details auf niedrigeren inhaltlichen Ebenen können weitere Mindmaps erstellt werden.

Die Mindmap-Methode kann damit vielfältige Prozesse und Tätigkeiten unterstützen, wie zum Beispiel:

  • Entscheidungsfindung und Problemlösung,
  • eigene oder fremde Ideen für einen Vortrag, einen Text oder ein Projekt ordnen,
  • Notizen zu Vorträgen oder Texten anderer anfertigen,
  • Meetings protokollieren,
  • Zusammenhänge verstehen, Lernen und Prüfungsvorbereitung,
  • kreatives Denken,
  • Ideen in einer Gruppe sammeln und strukturieren.

Buzan und Buzan (a.a.O., S. 108) weisen auch darauf hin, dass zum erfolgreichen Lernen der Inhalte einer Mindmap auch Kontrollwiederholungen in Form von Erinnern, Zusammenfassen und Abgleichen gehören.

Mindmaps finden Anwendung im persönlichen Bereich, in der Familie, in Bildung und Ausbildung sowie im beruflichen und Unternehmenskontext.

Neben den praktischen Anwendungen sehen Buzan und Buzan (a.a.O., S. 116) in der Mindmap vor allem das Potenzial, die visuelle Wahrnehmung und Gedächtnisleistung zu entwickeln, kreatives und künstlerisches Denken zu fördern, aber auch Körper und Geist zu entspannen sowie Stress zu reduzieren.

4 Vorteile und Grenzen der Mindmap

In der Praxis werden Mindmaps oft synonym mit anderen Mapping-Methoden verwendet, insbesondere mit der ihr sehr verwandten Concept Map, die auch hinsichtlich ihrer Effekte auf kognitive Ergebnisse empirisch untersucht wurde. 

Mindmaps sind einfacher zu erlernen, bieten Raum für Kreativität sowie persönlichen Ausdruck und sind flexibel erweiterbar. Dadurch können sie aber auch schnell unübersichtlich oder inkonsistent werden und vor allem für andere schwierig zu lesen sein (Lanzing 1998; Eppler 2006). Mindmaps (Davies 2011) sind im Vergleich zu Concept Maps auf einen zentralen Begriff oder ein Konzept in der Mitte beschränkt, von dem radial Assoziationsbegriffe in hierarchischer Baumstruktur abgehen. Diese Struktur stößt vor allem bei komplexen Themen an Grenzen. Mindmaps regen schwerpunktmäßig die visuelle Intelligenz und Kreativität an, lassen mehr Freiheit im Ausdruck und sind besser für jüngere Grundschulkinder geeignet (Keleş 2012).

Die Concept Map nach Novak und Cañas (2008) ist ebenfalls eine visualisierende Methode zur Organisation und Darstellung von Wissen. Allerdings ist sie formaler strukturiert und erfordert mehr Übung. Konzepte werden durch Kästchen oder Kreise repräsentiert. Zusätzlich können Beziehungen zwischen diesen durch Linien oder Pfeile dargestellt werden. Beziehungen werden in der Regel durch Verben ausgedrückt, wie z.B. „führt zu“ oder „beinhaltet“. Damit geht die Concept Map über die Assoziation der Mindmap hinaus und erweitert den Fokus auf Beziehungen und Kategorien. Dadurch kann sie auch komplexere Zusammenhänge oder mehrere zentrale Konzepte abbilden. So ermöglicht sie auch ein elaboriertes Lernen auf einer vertieften Ebene (Davies 2011).

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, die Konzepte komplementär eingesetzt oder die einzelnen Charakteristika zu neuen Mappingformen vermischt bzw. erweitert.

5 Anwendungsfelder und empirische Erkenntnisse

Die Mindmap ist eine in der Praxis sehr beliebte Methode. Vor allem in Unterricht und Beruf kommt sie zur Anwendung. Wenn auch nicht alle benannten Vorteile belegt sind, gibt es doch eine Reihe von Evaluationen zur Effektivität der Mindmap als Methode in bestimmten Kontexten, von denen hier einige exemplarisch vorgestellt werden.

5.1 Empirische Untersuchungen

Der Effekt des Einsatzes von Mindmaps im Unterricht auf die (schulische) Leistung scheint vor allem von der Lernkultur, dem Unterrichtsfach, dem Lernziel sowie der Zielgruppe abzuhängen (Ying et al. 2014; Keleş 2012). So erwies sich in einer Metastudie Mindmapping erfolgreicher in sozialwissenschaftlichen Fächern als in naturwissenschaftlichen. Bei Medizinstudierenden war sie sogar kontraproduktiv für die Leistung (Ying et al. 2014). Erwachsene profitierten von der Mindmap-Methode erst nach einem Training. Die positiven Effekte zeigten sich nicht für alle Nationalitäten in gleichem Umfang (a.a.O. 2014). Grundschullehrer nutzen Mindmaps vor allem, um Vorwissen und Verständnis zu erfragen, Zusammenfassungen zu erstellen und passen die Mindmap methodisch an Alter und Themenstellung an (Keleş 2012).

Parikh (2016) zeigte in einer vergleichenden Studie einer Unterrichtseinheit einer 8. indischen Klasse in Sozialkunde, dass der Einsatz von Mindmapping gegenüber dem traditionellen Unterricht zu signifikant besseren Testleistungen führte. Das Geschlecht der Lernenden hatte keinen Effekt auf die Leistung, wohl aber das Interesse am Fach.

Farrand und Kollegen (2002) untersuchten die Wiedergabe von medizinischen Fakten bei Medizinstudierenden, die entweder mit Mindmapping oder mit einer anderen selbst gewählten Strategie lernten. Mindmapping wurde dabei als Methode des elaborierten und vertieften Lernens gewählt, das neben der Merkfähigkeit auch das tiefere Verständnis fördern soll. Dabei erwies sich Mindmapping zwar erst eine Woche nach dem Lernen, dann aber signifikant effektiver als die jeweils gewählte Methode – allerdings auf Kosten der Motivation, die gegenüber der selbst gewählten Methode als geringer empfunden wurde. Die Autoren schließen daraus, dass die Studierenden von der vertieften Verarbeitung profitierten, Mindmapping als Methode aber ein effektives Training voraussetzt, das die Studierenden zum Einsatz der Methode erstens befähigt sowie zweitens auch ermutigt und motiviert.

Jones et al. (2012) verglichen drei Arten von Lernsituationen mit Mindmaps:

  • individuell zu Hause,
  • individuell in der Schule mit Unterstützung durch eine Lehrkraft sowie
  • in einer Gruppe in der Schule mit Unterstützung.

Die Gruppenaktivität wurde von den Lernenden zwar als motivierender beurteilt, die Einzelaktivität erwies sich aber als wirksamer für das Lernen. Die Autoren schließen daraus, dass Lehrkräfte nicht sowohl die Interessen als auch die Bedürfnisse aller mit ein und derselben Aktivität ansprechen und befriedigen können.

Karpicke und Blunt (2011) verglichen in ihrer klassischen Studie Lernen durch vertiefte Auseinandersetzung mit dem Stoff mittels Concept Maps mit einer Lernstrategie, in der mittels Wissensabruf und Übungstests geübt wurden. In der tatsächlich erbrachten Leistung erwies sich hier die Abruf-Übung gegenüber der Concept Map als effektiver, während den Lernenden subjektiv das Concept-Mapping erfolgreicher erschien. Verbindungen und Assoziationen werden offenbar durch häufigen aktiven Abruf gestärkt. Die Autoren weisen darauf hin, dass erfolgreiches Lernen nicht nur die Abspeicherung von Inhalten, sondern auch den erfolgreichen Abruf aus dem Gedächtnis beinhaltet, ähnlich Buzans Kontrollwiederholungen (Buzan und Buzan 2002, S. 108).

5.2 Fazit der Studien

Die empirischen Erkenntnisse lassen vermuten, dass Mindmaps ebenso wie Concept Maps sinnvolle Hilfsmittel sind, um Zusammenhänge oder Ideen zu strukturieren und sich die visualisierten Strukturen besser merken zu können. Dabei stimmt die tatsächliche Effektivität der Methode nicht immer mit der subjektiven Einschätzung der Anwender:innen überein (Jones et al. 2012; Karpicke und Blunt 2011).

Buzans Mindmap-Gesetze (Buzan und Buzan 2002, S. 96) setzten Denk- und Planungsprozesse voraus, um die Assoziationen zum Thema in einer geordneten Raumaufteilung und geeigneten Betonungen in der geforderten Deutlichkeit zu strukturieren. Das erfordert neben der vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema zum einen Training in der Technik, zum anderen aber auch das Vertrauen und die Motivation, diese Methode anzuwenden, was durch die Studien größtenteils übereinstimmend belegt wird (Jones u.a. 2012; Farrand, Hussain, und Hennessy 2002; Parikh 2016; Keleş 2012; Ying et al. 2014). Die Motivation oder Inspiration durch die Mindmap scheint also entgegen Buzans Annahmen nicht immer selbstverständlich zu sein. Auch wiederholtes Abrufen des Stoffes ist eine Voraussetzung für nachhaltiges Lernen (Buzan und Buzan 2002; Karpicke und Blunt 2011). Weiterhin ist eine Anpassung an Kontext und Zielgruppe erforderlich (Ying et al. 2014; Keleş 2012).

Um die von Buzan postulierten weitreichenderen Vorteile der Mindmap zur Förderung der Kreativität und des Denkvermögens zu belegen sowie die tatsächlich ablaufenden kognitiven und psychologischen Mechanismen beim Einsatz der Methode zu verstehen, wäre mehr Forschung nötig. Die Befunde lassen zum Beispiel die Kausalrichtung offen, also ob die Mindmap-Technik an sich durch freie Assoziationen Denk-, Merk- und Kreativitätsprozesse verbessert, oder ob die zuvor trainierten vertiefenden Denk- und Abrufprozesse es erst ermöglichen, eine gut strukturierte Mindmap herzustellen. Auch ist nicht belegt, welche Aspekte einer Mindmap oder Concept Map für welche kognitiven oder motivationalen Prozesse förderlich sind.

Um Ideen und Notizen zu strukturieren, zum Brainstorming oder zur Verschaffung eines Überblicks über die Thematik scheint die Mindmap-Methode jedoch eine geeignete Alternative zur Liste oder Tabelle zu sein (z.B. Keleş 2012). Vor allem für Menschen, die Mindmapping gerne nutzen, um schnell Informationen und Ideen in einer visuell erkennbaren Struktur festzuhalten, und regelmäßig damit arbeiten, ist sie hilfreich (z.B. Farrand, Hussain und Hennessy 2002).

6 Digitale Unterstützung: App oder Papier?

Suchmaschinen offenbaren eine Vielfalt digitaler Anwendungen zur Erstellung von Mindmaps. Die Tools unterscheiden sich unter anderem in:

  • ihrem Funktionsumfang,
  • ihrer Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit,
  • der Einfachheit der Anwendung,
  • ihren Schnittstellen zu anderen Anwendungen, Datenbanken oder Designelementen sowie
  • bezüglich ihrer Kosten.

Viele haben eine mehr oder weniger umfangreiche kostenlose Basisversion, die ein Ausprobieren ermöglicht.

Mit Papier und Bleistift lassen sich Kerngedanken und Zusammenhänge schnell und einfach skizzieren. Digitale Anwendungen sollten nach Möglichkeit die Vorteile der papierbasierten Version abbilden, schnell zu erstellen und übersichtlich sein. Auf Schönheit kommt es bei Eigengebrauch oft gar nicht an. Professionelle Kontexte erfordern jedoch darüber hinaus auch die Möglichkeit, nach einer einheitlichen Struktur im Team, online oder verteilt an einer Mindmap zu arbeiten sowie diese für alle lesbar und zugänglich zu dokumentieren. Hier kommen die Vorzüge digitaler Lösungen ins Spiel.

Eine computerbasierte Erstellung von Mindmaps kostet in der Regel, zumindest am Anfang, Zeit und lenkt gedanklich vom Thema ab, da nach Funktionen gesucht werden muss und die eigenen Vorstellungen oft schwierig abzubilden sind. Einerseits erfordert das eine gewisse Übung im Umgang, andererseits lässt sich aber auch das Entwicklungsziel formulieren, das Tool an den händischen Gebrauch anzupassen, beispielsweise bei „sketch based computer tools“ (Chik, Plimmer und Hosking 2007).

Einen Überblick über eine Auswahl verschiedener Tools bietet zum Beispiel Rixecker (2022). Die Abbildung zeigt ein mit der Open-Source-Software FreeMind selbsterstelltes Beispiel einer Mindmap. Bei der Auswahl der geeigneten Anwendung entscheiden am Ende der Anwendungskontext und/oder persönliche Vorlieben.

Mindmap erstellt mit FreeMind Open Software lizenziert unter GNU GPL V2+
Abbildung 1: Mindmap erstellt mit FreeMind Open Software lizenziert unter GNU GPL V2+ (eigene Darstellung)

7 Quellenangaben

Buzan, Tony und Barry Buzan, 2002. Das Mind-map-Buch: die beste Methode zur Steigerung Ihres geistigen Potenzials. 5., aktualisierte Aufl. Frankfurt am Main: MVG Verlag. ISBN 978-3-636-06243-7

Chik, Vincent, Beryl Plimmer und John Hosking, 2007. Intelligent Mind-Mapping. In: Bruce Thomas, Hrsg. OZCHI '07: Proceedings of the 19th Australasian Conference on Computer – Human Interaction: Entertaining User Interfaces [online]. New York, NY: ACM. S. 195–198 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISBN 978-1-59593-872-5. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1145/1324892.1324931

Davies, Martin, 2011. Concept mapping, mind mapping and argument mapping: what are the differences and do they matter?. In: Higher Education [online]. 62(3), S. 279–301 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 0882-4126. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/s10734-010-9387-6

Eppler, Martin J., 2006. A Comparison between Concept Maps, Mind Maps, Conceptual Diagrams, and Visual Metaphors as Complementary Tools for Knowledge Construction and Sharing. In: Information Visualization [online]. 5(3), S. 202–210 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 1473-8724. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1057/palgrave.ivs.9500131

Farrand, Paul, Fearzana Hussain und Enid Hennessy, 2002. The efficacy of the `mind map’ study technique. In: medical education [online]. 36(5): S. 426–431 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 1939-9944. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1046/j.1365-2923.2002.01205.x

Jones, Brett D., Chloe Ruff, Jennifer Snyder, Britta Petrich und Chelsea Koonce, 2012. The Effects of Mind Mapping Activities on Students’ Motivation. In: International Journal for the Scholarship of Teaching and Learning [online]. 6(1), Artikel 5 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 1931-4744. Verfügbar unter: https://doi.org/10.20429/​ijsotl.2012.060105

Karpicke, Jeffrey D. und Janell R. Blunt, 2011. Retrieval Practice Produces More Learning than Elaborative Studying with Concept Mapping. In: Science [online]. 331(6018), S. 772–775 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 1095-9203. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1126/science.1199327

Keleş, Özgül, 2012. Elementary Teachers’ Views on Mind Mapping. In: International Journal of Education [online]. 4(1), S. 93 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 1948-5476. Verfügbar unter: https://doi.org/10.5296/ije.v4i1.1327

Lanzing, Jan, 1998. Concept Mapping: Tools for Echoing the Minds Eye. In: Journal of Visual Literacy [online]. 18(1), S. 1–14 [Zugriff am:15.12.2023]. ISSN 2379-6529. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1080/23796529.1998.11674524

Novak, Joseph D. und Alberto J. Cañas, 2008. The theory underlying concept maps and how to construct them [online]. Technical Report IHMC CmapTools 2006–01 Rev 01–2008. Florida: Florida Institute for Human and Machine Cognition [Zugriff am:15.12.2023]. Verfügbar unter: https://cmap.ihmc.us/Publications/​ResearchPapers/​TheoryUnderlyingConceptMaps.pdf

Parikh, Nikhilkumar D., 2016. Effectiveness of Teaching through Mind Mapping Technique. In: International Journal of Indian Psychology [online]. 3(3), Artikel 3 [Zugriff am: 15.12.2023]. ISSN 2348-5396. Verfügbar unter: https://doi.org/10.25215/0303.054

Rixecker, Kim, 2022. Die 10 besten Mind-Mapping Tools im Web [online]. Hannover: yeebase media GmbH, 11.02.2022 [Zugriff am: 29.09.2023]. Verfügbar unter: https://t3n.de/news/mind-mapping-online-tools-568258/

Ying, Liu, Guoqing Zhao, Guozhen Ma und Yuwei Bo, 2014. The Effect of Mind Mapping on Teaching and Learning: A Meta-Analysis. In: Standard Journal of Education and Essay 2(1), S. 17–31. ISSN 2310-7545

8 Informationen im Internet

Verfasst von
Tatjana van de Kamp
Dipl. Kauffr., MA (Arbeits- und Organisationspsychologie)
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Es gibt 1 Lexikonartikel von Tatjana van de Kamp.

Zitiervorschlag
van de Kamp, Tatjana, 2024. Mindmap [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 11.02.2024 [Zugriff am: 05.03.2024]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/2467

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