Netzwerkforschung
PD Dr. Markus Gamper, Sarah A. Adjei Otuo
veröffentlicht am 22.12.2022
Netzwerkforschung befasst sich mit unterschiedlichen Erhebungs- und Analyseverfahren zur transdisziplinären Erforschung sozialer Netzwerke.
Überblick
- 1 Zusammenfassung
- 2 Was ist ein Netzwerk?
- 3 Gesamtnetzwerke
- 4 Egozentrierte Netzwerke
- 5 Quantitative und qualitative Netzwerkforschung
- 6 Netzwerktheorien
- 7 Quellenangaben
1 Zusammenfassung
Soziale Netzwerke bestehen aus Akteuren und den sie miteinander verbindenden Beziehungen. Aus der Kombination von Akteuren und Beziehungen ergeben sich unterschiedliche soziale Strukturen. Diese Komponenten, d.h. Akteure, Relationen und Strukturen werden im Rahmen der Netzwerkforschung untersucht. Die Grundannahme in der Netzwerkforschung ist, dass Individuen nicht isoliert, sondern im Kontext ihrer sozialen und strukturellen Eingebundenheit betrachtet werden müssen. Eine weitere Grundannahme besteht darin, dass von einer Wechselwirkung zwischen den Netzwerken und den einzelnen Akteuren innerhalb von Netzwerken ausgegangen wird (Gamper 2020).
Im Vergleich zu anderen sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden werden bei der sozialen Netzwerkanalyse personenbezogene (z.B. Geschlecht, Alter, Einkommen), relationale Attribute (z.B. Unterstützungsleistungen wie Hilfe beim Umzug) und strukturelle Aspekte (z.B. Dichte des Netzwerkes) bei der Analyse einbezogen (Gamper 2020).
Das Ziel der Netzwerkforschung besteht schließlich darin, die Akteure und ihre Beziehungen zu beschreiben und Kausalaussagen zu der Wirkung von Beziehungen auf die Akteure (oder umgekehrt) zu treffen. Hinsichtlich des empirischen Vorgehens bestehen sowohl in den Erhebungs- als auch Auswertungsverfahren Unterschiede.
Nach Gamper und Schönhuth (2016) lässt sich die Netzwerkforschung idealtypisch entlang zweier Dimensionen differenzieren. Zum einen können entlang einer strukturellen Dimension Gesamtnetzwerke von egozentrierten Netzwerken unterschieden werden. Während die Gesamtnetzwerforschung die Binnenstruktur von Personen innerhalb eines vordefinierten Bereichs untersucht, liegt der Fokus bei der egozentrierten Netzwerkforschung auf der Einbettung des Individuums in seine soziale Umgebung.
Zum anderen lassen sich entlang einer methodischen Dimension quantitative und qualitative Verfahren der Netzwerkforschung differenzieren. Je nach Forschungsinteresse und Untersuchungsgegenstand werden in der empirischen Praxis auch Mixed-Methods-Verfahren angewandt (Dominguez und Hollstein 2014). Die Ergebnisse von Netzwerkerhebungen werden in vielen Studien mit Hilfe von verschiedenen zur Verfügung stehenden Tools visuell dargestellt, z.B. mittels Paper-and-Pencil-Verfahren, Papier, Stifte und Bausteine-Verfahren oder anhand von Computerprogrammen (z.B. VennMaker). Diese netzwerkanalytischen Erhebungs- und Analyseverfahren finden in den Politik- und Sozialwissenschaften sowie in den Erziehungswissenschaften und der Ethnologie Anwendung.
2 Was ist ein Netzwerk?
In der Netzwerkforschung wird davon ausgegangen, dass einzelne Elemente, sogenannte Knoten, miteinander verbunden sind. Die Relation zwischen zwei Elementen, sogenannten Kanten, bildet die kleinste Einheit, eine Dyade. Dyaden existieren jedoch nicht solitär, sondern verbinden sich zu größeren Netzwerken und Strukturen. Nach einer allgemeinen Definition, die sowohl auf soziale wie auch nicht-soziale, d.h. technische oder physisch-materielle Elemente wie z.B. Straßen- oder Stromnetzwerke anwendbar ist, kann ein Netzwerk daher als „[…] abgegrenzte Menge von Knoten oder Elementen und der Menge der zwischen ihnen verlaufenden sogenannten Kanten“ verstanden werden (Jansen 2006, S. 58).
Neben dieser formalen Bestimmung von Netzwerken sind in der Netzwerkforschung Begriffsbestimmungen von Bedeutung, welche vielmehr die Interdependenz zwischen Netzwerken und sozialem Handeln in den Fokus stellen. Zwar richtet sich die Definition von Netzwerken immer auch an dem Untersuchungsgegenstand aus, aber hinsichtlich einer allgemeinen Begriffsbestimmung können Netzwerke vor dem Hintergrund der sozialen Netzwerkforschung angelehnt an die Definition von Clyde J. Mitchell (1969, S. 2) wie folgt definiert werden:
Soziale Netzwerke bestehen aus bestimmten Mengen von Akteuren, die durch bestimmte Beziehungen mehr oder weniger miteinander verbunden sind. Hierbei können die Merkmale und die Beziehungsstrukturen dazu verwendet werden, Verhaltensweisen dieser Akteure zu erklären bzw. zu verstehen. Jedoch kann der Fokus auch auf die Strukturen und deren Beziehungen bzw. deren Entstehung gelegt werden. Im Allgemeinen wird von einer Verbindung zwischen Akteuren, deren Beziehungen wie Strukturen und der (positiven wie auch negativen) Wirkungen zwischen diesen Merkmalen ausgegangen.
3 Gesamtnetzwerke
Ein Gesamtnetzwerk stellt einen vordefinierten Bereich dar, innerhalb dessen Akteure (Knoten) durch Beziehungen (Kanten) miteinander verbunden sind. Bei der Gesamtnetzwerkanalyse werden die jeweiligen Akteure und deren Relationen innerhalb gegebener oder festgesetzter Grenzen betrachtet und analysiert (Gamper 2020, S. 112).
In der Gesamtnetzwerkanalyse wird also eine bestimmte Anzahl von Knoten und Kanten in den Blick genommen (z.B. ein Sportverein oder ein Klassenverband) (Jansen 2006). Im Rahmen der Untersuchung eines Klassenverbandes können beispielsweise Daten zu schulischen Akteuren (Schüler*innen) und ihre Verbindungen zu anderen Personen (Mitschüler*innen) in dem vordefinierten Bereich der Schulklasse erhoben werden.
Die Grenzen des Netzwerkes werden auf der Basis von Theorien oder auch aufgrund von empirischen Vorkenntnissen bestimmt. Teilweise erfolgen in der Forschung aber auch pragmatische Grenzziehungen, die den Bedingungen des zu erforschenden Feldes zugrunde liegen (vertiefend: Laumann et al. 1983).
Ein gängiges Vorgehen bei der Erhebung von Gesamtnetzwerken stellt die Auswahl der Akteure durch Namenslisten dar. Die Namenslisten können bereits vorliegen oder sie werden mittels der Befragung von Kontaktpersonen erstellt, wobei die Kontaktpersonen immer auch Teil des zu untersuchenden Netzwerkes sind. In der Netzwerkbefragung werden neben persönlichen Daten (z.B. Alter, Geschlecht) spezifizierte Beziehungsparameter erfragt (z.B. Freundschafts- oder Liebesbeziehungen). Alle erhobenen Attribute und Beziehungen werden dann in ein Gesamtnetzwerk übertragen.
Auf der anderen Seite gibt es auch Forschungszugänge, bei denen Daten zu Personen und Beziehungen bereits (digital) vorliegen (z.B. Facebook, Twitter). Eher selten sind Erhebungsverfahren, die auf teilnehmender/​nicht-teilnehmender Beobachtung basieren. Beziehungen zwischen Akteuren werden hierbei auf der Grundlage von Beobachtungen ermittelt (z.B. die Weitergabe von Pausenbroten oder von Zigaretten auf dem Schulhof).
4 Egozentrierte Netzwerke
Ein egozentriertes Netzwerk beschreibt die interpersonale Vernetzung eines Akteurs, dem sogenannten Ego. Das egozentrierte Netzwerk besteht aus den Beziehungen der befragten Person (Ego) zu anderen Akteuren im individuellen Netzwerk, d.h. zu sogenannten Alteri, mit denen Ego verwoben ist (Gamper 2020, S. 114).
Die interpersonale Vernetzung von Ego steht im Zentrum der Analyse. Im Unterschied zu der Gesamtnetzwerkanalyse existieren bei der egozentrierten Netzwerkanalyse keine vorgefertigten Namenslisten. Die Alteri sowie die Beziehung zu ihnen und ggf. auch die Beziehungen untereinander werden durch die Befragung des ausgewählten Akteurs, dem Ego, ermittelt (Burt 1984; McCallister und Fischer 1978; Wellman 1979).
Die Fragen fungieren als sogenannte Akteursgeneratoren (dazu gehören z.B. Namensgeneratoren, Ressourcengeneratoren, Positionsgeneratoren), d.h. Fragen, auf deren Basis Akteure genannt und daraufhin durch die meist vorgegebenen Beziehungen zu ihnen (z.B. Freundschafts- oder Liebesbeziehungen, schulisches Unterstützungsverhalten) beschrieben werden. Neben den persönlichen Daten zu Ego und den Alteri (z.B. Alter, Geschlecht) werden Akteursinterpretatoren erfragt (z.B. soziodemografische Angaben, Rauchverhalten). Je nach Forschungsschwerpunkt kann am Ende auch nach den Beziehungen zwischen den Alteri gefragt werden (Alter-Alter-Beziehungen).
Während in quantitativen egozentrierten Studien oftmals auf Visualisierungen verzichtet wird, weil der Aufwand bei einer großen Menge an Netzwerkdaten den Nutzen der Visualisierung weit übersteigt, ist in den qualitativen egozentrierten Forschungen die Visualisierung von Netzwerken gängig.
5 Quantitative und qualitative Netzwerkforschung
5.1 Quantitative Netzwerkforschung
Die quantitative oder auch standardisierte Netzwerkforschung befasst sich mit statistischen Strukturbeschreibungen und der Analyse von Kausalzusammenhängen. Im Zentrum steht die Untersuchung der Verteilungseigenschaften von Merkmalen, die Prüfung sowie die Entwicklung von Hypothesen und Erklärungsmodellen und die Aufdeckung von netzwerk- und akteursbezogenen Zusammenhängen (Gamper 2020, S. 117)
Anhand von strukturierten und standardisierten Daten werden insbesondere Strukturmaße wie beispielsweise Größe und Dichte des Netzwerkes sowie die Zentralität spezifischer Komponenten und die Heterogenität der Netzwerkstruktur berechnet (Jansen 2006; Wasserman und Faust 1994; Scott 2000). Hier kann zwischen den strukturbeschreibenden Verfahren (z.B. Netzwerkgröße und -dichte) und den stochastischen Verfahren differenziert werden, welche z.B. mittels des Exponential Random Graph Models (ERGMs) und SIENA versuchen, überzufällige Zusammenhänge zu ermitteln.
Im Allgemeinen wird bei der quantitativen Analyse von Netzwerken zudem zwischen Netzwerkparametern und Akteursparametern unterschieden. Die Netzwerkparameter beinhalten Komponenten, die das Netzwerk betreffen und zu deren Maßzahlen z.B. die Netzwerkgröße, Dichte oder Cliquenberechnungen zählen.
Die Netzwerkgröße ergibt sich aus der Summe der Akteure im Netzwerk, während die Netzwerkdichte den Grad der Verbindungen der Akteure untereinander aufzeigt. Wenn alle Akteure in einem Netzwerk miteinander verbunden sind, ist die maximale Dichte bei einem Wert von 1 erreicht (Seidmann 1983; Wasserman und Faust 1994). Besteht keinerlei Beziehung unter den Akteuren im Netzwerk ergibt sich ein Minimalwert von 0. Nach Bott (1957) kann je nach Vernetzungsgrad der Netzwerkmitglieder zwischen „tightly knitted“- und „loosely-knitted“- Netzwerken unterschieden werden.
Die Akteursparameter beschreiben Maßzahlen, welche sich auf die einzelnen Akteure, bzw. Knoten eines Netzwerkes beziehen wie z.B. die sogenannten Zentralitäts- oder Zentralisierungsmaße. Um die Zentralität von den jeweiligen Knoten im Netzwerk zu berechnen, existieren unterschiedliche Verfahren.
Hier ist die Degree-Zentralität zu nennen, bei welcher die Zentralität desjenigen Akteurs mit den meisten Beziehungen zu anderen Akteuren im Netzwerk ermittelt wird. Bei der Betweenness-Zentralität gilt der Netzwerkakteur als zentral, der am häufigsten auf dem kürzesten Weg zwischen zwei Akteuren im Netzwerk liegt. Nach dem Berechnungsverfahren der Closeness-Zentralität wird der Akteur ermittelt, der die geringsten Distanzen zu anderen Knoten im Netzwerk aufweist. Zuletzt sei die Eigenvektor-Zentralität zu nennen. Hier wird der zentrale Knoten ermittelt, der Beziehungen zu anderen zentralen Knoten im Netzwerk aufweist.
5.2 Qualitative Netzwerkforschung
Die qualitative Netzwerkanalyse untersucht Netzwerke auf der Grundlage qualitativer Befragungen und versteht Netzwerke dabei als idiografische Konstrukte. Im Zentrum der Analyse stehen die subjektiven Deutungsmuster, Sinnstrukturen oder Wahrnehmungen der Befragten auf Akteure, Relationen und Strukturen im Netzwerk (Gamper 2020, S. 128)
Nach White (2008) wird davon ausgegangen, dass Netzwerke keine phänomenologischen Wirklichkeiten darstellen, sondern Konstrukte sind, welchen durch die Akteure Sinn gegeben wird. Grundlegend für die Erhebung und Analyse sind daher die sogenannten „Stories“ (Beschreibungen bzw. Sinndeutungen). In der erzählten Story werden Ereignisse so strukturiert und konstruiert, dass sie den subjektiv-sozialen „Sinn“ der Netzwerkakteure, Relationen und Strukturen beinhalten.
Das dynamische Entstehen und die Veränderung von Netzwerken werden somit unter der Berücksichtigung der Erzählungen und der Handlungsmöglichkeiten im jeweiligen Kontext der befragten Personen betrachtet (White 2008; Schweizer 1996).
In der qualitativen Netzwerkforschung gibt es differenzielle Vorgehensweisen. Die visuelle Netzwerkforschung (Gamper und Kronenwett 2012) stellt das am meisten genutzte Verfahren dar. Hier wird zwischen Netzwerkzeichnungen (z.B. Straus 2002; Gamper und Kronenwett 2012) und Netzwerkkarten (Kahn und Antonucci 1980; Kupfer 2018) unterschieden.
Als Netzwerkzeichnungen werden freie Visualisierungen bezeichnet, welche keine Vorstrukturierung durch die Forschenden beinhalten. Bei der Erstellung von Netzwerkkarten wird eine Vorstrukturierung der Netzwerkkarte vorgenommen, wie z.B. konzentrische Kreise, Sektoren oder die Positionierung von Ego im Netzwerk. Die visuelle Erhebung kann mittels Paper-and-Pencil-Verfahren, Papier, Stifte und Bausteine-Verfahren oder anhand von Computerprogrammen (z.B. VennMaker) erfolgen. Die qualitative Auswertung der Daten umfasst meist sowohl die Interpretation der erstellten Netzwerkkarten oder -zeichnungen wie auch die Analyse der Interviews. Vorstrukturierte Netzwerkkarten können durch spezifische Bedeutungszuweisungen standardisiert werden, was ggf. auch eine quantitative Auswertung der Daten ermöglicht. Bei den Netzwerkzeichnungen hingegen sind aufgrund der Offenheit quantitative Auswertungen nicht möglich. Die visuellen Methoden können in Gruppeninterviews (z.B. Gamper, Kronenwett und Schönhuth 2012) oder in Einzelinterviews (z.B. Krumbein 1995) angewandt werden.
6 Netzwerktheorien
Netzwerktheorien nehmen im Allgemeinen die soziostrukturelle Einbettung von Individuen in den Blick. Die Grundannahme besteht darin, dass das Individuum und sein Handeln in Wechselwirkung mit den sozialen Strukturen stehen, die es umgeben. Somit werden Netzwerke auf der Mesoebene verortet, d.h. zwischen Individuum (Mikroebene) und den umgebenen gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen (Makroebene) (Weyer 2012).
Eine übergreifende und generelle Netzwerktheorie existiert nicht. Stattdessen wird idealtypisch zwischen drei unterschiedlichen Ausrichtungen unterschieden (Emirbayer und Goodwin 1994, Heidler und Gamper 2017):
- strukturalistischen Determinismus,
- strukturalistischen Instrumentalismus,
- strukturalistische Konstruktivismus.
Aus der Sicht des strukturalistischen Determinismus sind die Handlungen eines Individuums durch die Struktur seines Netzwerkes und seine Einbettung darin determiniert, weshalb relationale Merkmale als entscheidendes Analysekriterium gelten.
Bei dem strukturalistischen Instrumentalismus wird verstärkt das Individuum und seine Position im Netzwerk fokussiert, welche über die Handlungsmöglichkeiten bestimmt. Die Netzwerkposition wird als eine strategische Position aufgefasst, die zum eigenen Vorteil genutzt wird.
Der strukturalistische Konstruktivismus geht von Individuen und Netzwerken als Teil einer kulturellen und sozialgesellschaftlichen Eingebundenheit aus und rückt die Wahrnehmung und Sichtweisen der Akteure vermehrt in den Vordergrund. Beziehungen werden als Konstrukte aufgefasst, denen Sinn und Bedeutungen zugeschrieben werden. Soziale Strukturen und kulturelle Determinanten werden als zu berücksichtigende Komponenten mit einbezogen.
Die Ausrichtungen unterscheiden sich im Besonderen hinsichtlich des Bedeutungsanspruchs von Relationen für das Verstehen von sozialen Phänomenen und variieren zudem in Bezug auf ihren Erklärungsanspruch. Während die „Grand Theories“ einen universellen Erklärungsanspruch verfolgen (Mills 1959), beziehen sich die „Middle-Range-Theories“ (Theorien mittlerer Reichweite) auf ein spezifisches Forschungsfeld (Merton 1968).
Letzteren kommt in der empirischen Forschung eine größere Bedeutung zu. Zu nennen sind hier beispielsweise die „strong tie“-/„weak tie“-Theorie (Granovetter 1973), die Theorie der strukturellen Löcher (Burt 1992), die Triaden-Theorie und Balance-Theorie (Heider 1958), die Einbettungstheorie (Uzzi 1997), die Theorie der Homophilie (Lazarsfeld und Merton 1954), Cliquen-Theorie (Homans 1951; Täube 2010) oder die der Reziprozität (Mauss 2000).
Zum einen dienen die theoretischen Konzepte dem Verstehen und Erklären von Netzwerkbildungen, Wirkungsweisen von Netzwerken und ihrer Bedeutung für die Akteure. Zum anderen werden sie als Grundlage für die Hypothesenbildung genutzt.
7 Quellenangaben
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