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Soziologie

Prof. Dr. Oliver Dimbath

veröffentlicht am 27.01.2022

Synonym: Gesellschaftswissenschaft

Etymologie: lat. socius gemeinsam, gr. logos Wort, Lehre

Englisch: sociology

Soziologie ist die Wissenschaft der Beziehungen zwischen Menschen im weitesten Sinn.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Die Anfänge des Faches
  3. 3 Hauptfragen – für alles eine Soziologie
  4. 4 Kontroversen
    1. 4.1 Widerstreitende Kulturen
    2. 4.2 Soziologinnen und Soziologen in der Gesellschaft
  5. 5 Nachbardisziplinen und Interdisziplinarität
  6. 6 Soziologie in der Öffentlichkeit
  7. 7 Ausblick – Zukunft der Soziologie
  8. 8 Quellenangaben

1 Zusammenfassung

Das Wort Soziologie setzt sich zusammen aus dem lateinischen Begriff socius, der sowohl das Gemeinsame, Gemeinschaftliche als auch den Gefährten bezeichnet, und dem Suffix -logie, welches altsprachlich den Gegenstand der Befassung beziehungsweise Erkenntnis oder Vernunft ausweist. Er wird seit der frühen Neuzeit verwendet, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Themengebiet auszudrücken.

Beziehungen sind mehr oder weniger beständig und haben einen kleineren oder größeren Allgemeinheitsgrad. Sie sind mit Erwartungen verbunden, die das Handeln des Individuums in seinem Bezug auf andere orientieren (soziales Handeln). Die Soziologie befasst sich mit den typischen Formen und Inhalten von Beziehungen, die in Werten, Normen oder Institutionen zum Ausdruck kommen. Da sich eingelebte Beziehungsmuster nur langsam und nicht ohne Grund verändern, ist sie auch die Wissenschaft des sozialen Wandels.

Indem sie der Frage nachgeht, wie Zusammenleben möglich ist, ist die Soziologie insofern mehr als die Wissenschaft von „der“ Gesellschaft, als diese von anderen Ordnungen des Sozialen wie zum Beispiel der Familie, der Gruppe oder der Gemeinschaft ebenso unterschieden werden muss wie von anderen Gesellschaften. Solche Vergleiche können auf der Grundlage der Bedeutung angestellt werden, die der jeweiligen sozialen Form beigemessen wird, oder anhand von Strukturdaten (Sozialstruktur). Erkenntniszugänge der Soziologie als empirischer Wissenschaft sind somit sowohl sinnrekonstruktive (Hermeneutik) als auch quantifizierend-statistische (Statistik) Ansätze.

2 Die Anfänge des Faches

Das Nachdenken über die Grundfragen des Zusammenlebens geht auf die Anfänge der Menschheit zurück. Bereits in den frühesten Schriftdokumenten finden sich Hinweise auf soziale Fragen, die aber zunächst eng mit philosophischen Problemen verbunden waren. Eine von normativen Vorstellungen unterschiedene systematische Auseinandersetzung mit sozialen Beziehungen setzt mit dem Beginn der Neuzeit ein. Nach dem Entstehen der erfahrungsbasierten, empirischen Naturbeobachtung wurde das auf Tatsachen gegründete Schlussfolgern auch auf soziale Zusammenhänge übertragen. Zunächst in Analogie zu naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden als physique sociale bezeichnet, führte der französische Sozialphilosoph Auguste Comte (1933) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Kunstwort „Soziologie“ ein. Als „positive“ Wissenschaft (Positivismus) sollte sich das neu ausgerufene Fach ausschließlich an messbaren Sachverhalten orientieren. Erste Fachgesellschaften gründeten sich; Universitätsprofessuren wurden – ausgehend von Frankreich – im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts in einigen westlichen Staaten eingerichtet (Lamnek 1995).

Die „Klassik“ des Fachs liegt am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert, als vor allem in Deutschland, England, Frankreich und Italien erste und grundlegende soziologische Abhandlungen erschienen. Zu nennen sind die wegweisenden Arbeiten von Herbert Spencer (1820–1903), Émile Durkheim (1858–1917), Vilfredo Pareto (1848–1923) und – mit Blick auf Deutschland – die Werke von Karl Marx (1818–1883) und Friedrich Engels (1820–1895), Georg Simmel (1858–1918), Ferdinand Tönnies (1855–1936) und Max Weber (1864–1920). Zentrale Fragen sind zu dieser Zeit die Erklärung und Kritik des Kapitalismus ebenso wie die Beschreibung und das Verstehen gesellschaftlicher Modernisierung und insbesondere der sozialen Folgen der Arbeitsteilung und funktionalen Differenzierung.

Ebenfalls im 19. Jahrhundert begründet ist die Teilung des Faches in unterschiedliche „Paradigmen“ oder Grundorientierungen. So bildet sich in der Tradition des Positivismus Comtes eine am naturwissenschaftlichen Denken orientierte „erklärende“ Soziologie im Gegensatz zu einer insbesondere an der in den Geisteswissenschaften etablierten Hermeneutik ausgerichteten „verstehenden“ Soziologie heraus. Ein weiterer Grunddissens entsteht zu dieser Zeit mit Blick auf die Funktion der wissenschaftlichen Soziologie. Die eine Position verpflichtet sich der möglichst neutralen Beschreibung und Rekonstruktion sozialer Strukturen, die andere fordert, dass die bestehenden Verhältnisse nicht nur erfasst, sondern auch einer Kritik unterzogen und gegebenenfalls verändert werden müssten.

Die Einführung des Faches Soziologie als universitäre Disziplin erfolgt in Frankreich kurz vor dem Übergang ins 20. Jahrhundert. In Deutschland werden ab den 1920er-Jahren erste Professuren an den Universitäten in Frankfurt am Main, Leipzig und Berlin eingerichtet. Im Jahr 1909 gründet sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie. Nach einer ersten Blütezeit in den 1920er-Jahren werden viele deutsche Soziologen in den 1930er-Jahren in die Emigration gezwungen. Nicht alle kehren nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wieder nach Deutschland zurück. Entsprechend ist die Nachkriegssoziologie geprägt vom Wirken einiger übriggebliebener sowie heimgekehrter Akteure. An die Erfolge der Vorkriegszeit kann diese Soziologie zunächst nicht anschließen. Erst die von den Vereinigten Staaten ausgehende Planungseuphorie der 1960er-Jahre führt zu einem starken Ausbau des Faches auch an europäischen Universitäten. Die sich im Anschluss an diese Entwicklung einstellende Ernüchterung löst sowohl einen Krisendiskurs des Faches als auch seinen langsamen Rückbau unter anderem in Deutschland aus. In der Gegenwart erscheint die deutsche Soziologie als eine fachidentitär zerrissene Disziplin, in der Schulen unterschiedlicher Paradigmen, zwei gegensätzlich orientierte Fachgesellschaften, Anhänger:innen unterschiedlicher thematischer Moden, Grundlagenforschende und angewandt Forschende um knappe Ressourcen wetteifern, was in der Außenwirkung des Faches zum Eindruck einer anhaltenden Uneinigkeit und Uneinheitlichkeit bis hin zum Vorwurf wissenschaftlicher Bedeutungslosigkeit geführt hat (Dettling 1996). Erst mit dem Auftreten (global-)gesellschaftlicher Krisen, etwa im Zusammenhang mit dem Klimawandel beziehungsweise den Folgen einer umfassenden Globalisierung, werden soziologische Expertisen unterschiedlicher Provenienz wieder in erhöhtem Maße abgerufen.

3 Hauptfragen – für alles eine Soziologie

Wenn es darum geht, die zentralen Fragen des Faches zu benennen, wird üblicherweise auf wenige Setzungen französischer und deutscher „Klassiker“ zurückgegriffen.

Auf den bereits erwähnten Comte geht die Bestimmung des Faches als empirische Wissenschaft zurück, deren Ziel darin besteht, Ordnung zu identifizieren und – durch die Formulierung von gesetzmäßigen Zusammenhängen – gesellschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen. Dieser Tradition lässt sich ansatzweise auch das Werk des Franzosen Émile Durkheims (1970 [1895]) zuordnen, der Soziologie als die Wissenschaft gesellschaftlich institutioneller Ordnungen – er bezeichnet sie als soziale Tatbestände – und vor allem als Fach mit eigenem Erkenntnisgegenstand begreifen will.

Die Spannung zwischen einem empirisch fundierten Streben nach ursächlichem Erklären auf der Grundlage eines deutenden Verstehens und damit zwischen einem eher naturwissenschaftlich und einem eher geisteswissenschaftlichen Gegenstandbezugs kommt in der Definition des deutschen Klassikers Max Weber (1980 [1921]) zum Ausdruck, der Soziologie als eine Wissenschaft begreift, die im sozialen Handeln des Einzelnen ihren Ausgang nimmt.

Eine dritte – von den erstgenannten unterscheidbare – Perspektive eröffnet schließlich der deutsche Soziologe Georg Simmel (1999 [1908]), indem er das Fach über die Suche nach sozialen Formen im Sinne wiederkehrender Wechselwirkungsmuster oder Beziehungen bestimmt.

Allen drei Sichtweisen ist gemein, dass sie das Soziale nicht als statisch, sondern als in stetem Wandel befindlich begreifen. Gesellschaft ist kein abschließend zu erfassendes Arrangement sozialer Strukturen oder Muster, sondern ein Prozess sich fortlaufend ändernder Ordnungen, die ungleiche Chancen produzieren, immer Gegenstand von Konflikten sind und deshalb stets unter einem durch Macht und Herrschaft eingehegten Änderungsvorbehalt stehen. Nicht zuletzt aufgrund der Schaffensphase dieser drei Autoren kann das akademische Fach Soziologie als „Kind der Moderne“ begriffen werden; und daran, dass gesellschaftliche Modernisierung als ein vielgestaltiger Prozess sozialen Wandels zu untersuchen ist, hat sich bis heute nicht viel geändert.

Gleichviel, ob es nun um soziale Handlungen, um wechselwirkende Beziehungen oder um Institutionen als gesellschaftliche Ordnungsmomente geht, kann sich soziologisches Fragen auf völlig unterschiedliche – im Grunde: alle – Gebiete richten, in denen Menschen mit anderen interagieren. So wie funktional differenzierte Gesellschaften als Vereinigungen verschiedener Sozialsysteme begriffen werden können, wird es möglich, auch das Fach Soziologie auf alle Handlungsfelder einer Gesellschaft zu beziehen. In Deutschland hat sich neben dem grundlagentheoretisch interessierten Bereich der sogenannten Allgemeinen Soziologie eine Vielzahl von Spezialsoziologien etabliert. Jede einzelne dieser Perspektivierungen, die auch als Bindestrich-Soziologien bezeichnet werden, widmet sich Handlungen, Beziehungen und Ordnungen auf Gebieten, denen entweder eine politische Steuerungsrelevanz beigemessen wird, oder die als ein für das gesellschaftliche Zusammenleben grundlegender Bestandteil der Gesellschaft betrachtet werden. Im Grunde aber folgt die Spezialisierung und Differenzierung des Faches den sich je gegenwärtig entwickelnden Forschungsinteressen der Soziolog:innen, was zu einer unendlichen Bandbreite soziologischer Fragestellungen führt. Dies mag bei gesellschaftlichen Grundfunktionen mit einer politischen Soziologie, einer Wirtschaftssoziologie, einer Kultursoziologie oder einer Religionssoziologie beginnen, sich über Wissenssoziologie, Körpersoziologie oder eine Soziologie sozialer Probleme fortsetzen und in Spezialisierungen wie eine Medizinsoziologie, Umwelt- und Techniksoziologie oder Kriminalsoziologie bis hin zu Bereichen wie Bildungssoziologie, Jugendsoziologie oder Familiensoziologie münden. Teilweise werden diese Gebiete umfassend erforscht, was zur Vereinigung der einschlägig Forschenden in Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie geführt hat. Anderenteils repräsentieren Spezialsoziologien die Forschungsinteressen kleiner Gruppen oder einzelner, wie sich an zugespitzten Fragestellungen wie einer Soziologie des Verschwindens, des Vergessens oder auch des Terrors zeigt.

4 Kontroversen

Kämpfe um die epistemologische Ausrichtung sowie später die Wahrnehmung einer schwankenden gesellschaftlichen Akzeptanz spiegeln sich in Kontroversen wider, die einige Schlaglichter auf Grundprobleme des Fachs werfen. Es sind dies zunächst die historischen Auseinandersetzungen um eine einheitliche paradigmatische Ausrichtung und – später – die innerfachliche Debatte um den wissenschaftlichen „Wert“ beziehungsweise den gesellschaftlichen Nutzen des Faches.

4.1 Widerstreitende Kulturen

Angesichts der historischen Entwicklung der Soziologie im Spannungsfeld zwischen einer faktenbasierten Naturwissenschaft und einer an der historisch beziehungsweise an der Rekonstruktion von Sinn orientierten Geisteswissenschaft lohnt sich eine detailliertere Betrachtung von drei Hauptkontroversen: den ersten Methoden- oder Werturteilsstreit, den Positivismusstreit und den (zweiten) Methodenstreit. Alle drei fachöffentlich geführten Auseinandersetzungen können auch in einem größeren wissenschaftshistorischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang verstanden werden – im Folgenden geht es allerdings nur um einige Grundlinien (zum wissenschaftstheoretischen Überblick siehe Ritsert 2003 und zum historischen Hintergrund Lepenies 2006).

Der sogenannte Werturteilsstreit steht am Beginn der Etablierung des Faches in Deutschland. Im Kontext der sich als Reaktion auf die Arbeiterbewegung formierenden Bismarckschen Sozialpolitik und deren Fortführung etablierten sich zwei kontroverse Positionen hinsichtlich des wissenschaftlichen „Auftrags“ der Soziologie. Schauplatz der Auseinandersetzung ist der 1873 gegründete Verein für Socialpolitik, ein Zusammenschluss von Forschern, die sich unter anderem mit einer wissenschaftlichen Analyse sozialpolitischer Maßnahmen befassten. Im Mittelpunkt der auf dem Wiener Soziologiekongress des Jahres 1905 angestoßenen Diskussion stand die Frage, inwieweit die Wissenschaftler auch politisch-normativ Position beziehen dürfen (Neuloh 1986). Die unter anderem von Gustav Schmoller vertretene Position der sogenannten Kathedersozialisten legt die Möglichkeit einer objektiv richtigen Erkenntnis beziehungsweise Wahrheit zugrunde, was dem politischen Urteil letztlich eine bindende wissenschaftliche Orientierung verordnet. Die Gegenposition wird beispielsweise von Max Weber eingenommen, der eine objektiv gültige Wahrheit in Abrede stellt, da Politik notwendig interessengebunden sei. Politik und wissenschaftliche Analyse seien daher strikt zu trennen, was aber nicht bedeute, dass ein Wissenschaftler als Staatsbürger nicht auch eine politische Position vertreten dürfe. Er muss den Rollenwechsel nur anzeigen. Der Streit, der seinen Höhepunkt im Jahr 1909 hatte und einen wichtigen Anstoß zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie lieferte, entschied sich zunächst zugunsten der Weberschen Auffassung. Da aber Weber eine seiner Stellungnahmen mit dem Wort „Werturteilsfreiheit“ überschrieben hatte, war die Saat zu einer erneuten Konfrontation bereits ausgebracht. Diese konnte allerdings aufgrund zweier Kriege und des nationalsozialistischen Regimes bestenfalls latent überdauern, bis sie in der Nachkriegszeit wieder aufkeimte.

Ein halbes Jahrhundert nach dem Versiegen des Methodenstreits entbrannte eine erneute Auseinandersetzung um die Frage einer normativen Ausrichtung wissenschaftlicher Analysen, wobei die Frontlinie nun zwischen einer engagierten kritischen Sozialwissenschaft und einem objektivierend naturwissenschaftlichen Erkenntnisanspruch verlief. Es hatte sich erwiesen, dass durch den Werturteilsstreit keinesfalls alle Fragen um das Verhältnis von Objektivität und Wertung geklärt worden waren. Als Positivismusstreit wurde die wieder aufflammende Kontroverse bezeichnet, weil der Erkenntnisanspruch einer faktenbasierten und dadurch wertfrei-objektiven Wissenschaft nach naturwissenschaftlichem Paradigma aufgrund der historisch-sozialen Bedingtheit allen Wissens in Zweifel gezogen wurde (Adorno et al. 1972). Ein wichtiger Bezugspunkt war eine missverständliche Radikalisierung der alten Weberschen Position, der zufolge Wissenschaft immer „wertfrei“ zu sein habe. Der maßgebend von Theodor W. Adorno vorgebrachte Diskussionspunkt überzog durch die Bildung zweier pauschalisierender Kritiken, die einen unreflektierten Faktenglauben (Positivismus) mit der Vorstellung einer unterstellten Wertneutralität zusammenbrachte. Dadurch konstruierte er eine übersteigerte Position, von der sich selbst diejenigen, die er ihr zuordnete, leicht distanzieren konnten. Die hauptsächliche Stoßrichtung seiner Argumentation bemühte die Kritik an der Vorstellung objektivierter Erkenntnisgenese allerdings nur, um ein verstärktes Engagement einer eingreifenden, kritischen Theorie vor dem Hintergrund der Annahme einer gesellschaftlichen Totalität als zentralem Bezugspunkt zu fordern. Es sei also erkenntnistheoretisch unmöglich, sich als (Sozial-)Wissenschaftler:in auf eine rein tatsachenfeststellende Position neutralen Konstatierens zurückzuziehen, ohne die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Erkennens zu berücksichtigen. Die Gegenposition wurde durch Karl Raimund Popper auf dem Standpunkt eines kritischen Rationalismus vertreten, der sich allerdings ebenfalls vom Positivismus distanzierte, die Möglichkeit objektiver Erkenntnis aber nicht infrage stellte. Beigelegt oder gelöst wurde diese Auseinandersetzung, die teilweise auf gegenseitigen Missverständnissen beruhte, nicht, wenngleich es Vermittlungsversuche – etwa durch Ralf Dahrendorf – gab. Im Gegensatz zum Werturteilsstreit verschieben sich die Positionen nun allerdings in Richtung einer Konfrontation objektiver und in ihrer Konsequenz sachlich-neutraler Erkenntnis mit notwendig gesellschaftlich und damit historisch fundierten Erkenntnispotenzialen, die immer schon wertend seien und das Potenzial zur Umgestaltung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse habe.

Der Methodenstreit in den Sozialwissenschaften erscheint vor diesem Hintergrund als Fortführung des Positivismusstreits, wobei sich der Gegenstand der Kontroverse erneut ändert. Hatte sich die Soziologie der Nachkriegsjahre in Deutschland wesentlich auf statistisch-quantifizierende Verfahren der Gesellschaftsanalyse und damit auf eine an den Naturwissenschaften angelehnte Methodik gestützt, setzt mit den 1970er-Jahren eine erneute Zuwendung zu sogenannten qualitativen, am Verstehen sozialer Vorgänge orientierter und zunehmend systematisierter Methoden ein (als Zeitdokument siehe Kreissl und Wolffersdof-Ehlert 1985), die ihre Daten durch nicht-standardisierte Interviews oder Beobachtungen erheben und Erkenntnisse mithilfe interpretativer Verfahren gewinnen. Auch in diesem Methodenstreit geht es wieder um die Frage nach objektiver sozialwissenschaftlicher Erkenntnis. Dabei konnte die positivistische Tradition den Anspruch erheben, streng nach den Grundsätzen der Gültigkeit ihrer Instrumente und der Wiederholbarkeit ihrer Erkenntnisgewinnung vorzugehen. Die sogenannten qualitativen Ansätze müssen, da sie stärker auf die Interpretationsleistung der Forschenden angewiesen sind, diesem Anspruch nicht standhalten. Gegen den Vorwurf der Beliebigkeit ihrer Befunde konnten die Vertreter:innen einer interpretativen Sozialforschung allerdings einwenden, dass auch die Erhebung und Deutung quantifizierender Daten Interpretationsprozessen unterliegt. Der Methodenstreit endete in den 1990er-Jahren einerseits mit einem Unentschieden und andererseits durch Ansätze einer wechselseitigen Akzeptanz, die sich auf die methodologischen Anfänge und das Gebot zu triangulativer Forschung – also der Kombination beider Verfahrensweisen – rückbesann. Abseits einer weitgehend methodentoleranten Fachkultur entwickelten sich in den nachfolgenden Jahren immer wieder Fundamentalismen aus beiden Positionen, die sich darum bemühten, das von ihnen jeweils bevorzugte Paradigma auch theoretisch besser zu begründen. Inwieweit es hierbei jedoch primär um Momente der Schulenbildung beziehungsweise Schulenkonkurrenz oder des Wettbewerbs um knappe Ressourcen ging, kann hier nicht entschieden werden. Für die Außenwahrnehmung bleibt allerdings ein Schisma zweier unversöhnlicher Positionen bestehen, die sich wechselseitig jeden Anspruch auf Wissenschaftlichkeit absprechen. Trotz einer in vielen Forschungsfragen friedlichen und bisweilen konstruktiven Koexistenz durch methodische Triangulation oder Mixed-Methods-Designs wird durch solche Botschaften weniger der Eindruck eines wissenschaftlich produktiven Skeptizismus bestärkt als vielmehr der Verdacht eines unproduktiven Gelehrtenstreits, der letztlich darin mündet, dass gar kein soziologischer Forschungsbefund mehr als „belastbar“ oder „aussagekräftig“ akzeptiert werden kann.

4.2 Soziologinnen und Soziologen in der Gesellschaft

Es ist zudem ein Merkmal der jüngeren Soziologie, dass sie sich selbst in einer Legitimationskrise sieht. Wenn von einer Krise der Soziologie die Rede ist, ist die fehlende innere Einheit des Faches vielleicht ein Grund – aber nicht der einzige. Nach einer Phase der Hochkonjunktur während der 1960er- und 1970er-Jahre, in denen eine sozialtechnologische Planungseuphorie zu einem Ausbau an Universitäten im Sinne einer Neuschaffung von Professuren und Studiengängen führte, setzte spätestens mit dem Beginn der 1980er-Jahre eine Ernüchterung ein, die der Soziologie zeitweise neben einem schlechten Leumund auch einen Rückbau an universitärer Lehrkapazität bescherte. Der schlechte Ruf des Soziologiestudiums leitete sich einerseits aus einem Überangebot an Absolventinnen und Absolventen ab, die mit Schwierigkeiten bei der Einmündung in die Arbeitsmärkte konfrontiert waren. Viele der in den Soziologie-Curricula vermittelten Kompetenzen fanden in Wirtschaft und Verwaltung kaum Verwendung, und der Praxisschock nach – endlich – geglücktem Stellenantritt führte dazu, dass Soziologinnen und Soziologen sich eher als Generalistinnen und Generalisten begriffen, die in unterschiedlichen Arbeitsfeldern erfolgreich wirkten, aber explizite soziologische Kompetenzen nicht gerade vor sich hertrugen. Erst im Laufe der Jahre pendelte sich die anfangs hohe Arbeitslosigkeit, die gern mit dem Stereotyp des studierten Taxifahrers verbunden wurde, auf dem Niveau einer mittleren Arbeitslosigkeit unter Akademiker:innen ein. Andererseits hatte die Ausbildung in soziologischen und mitunter kritischen Theorien dazu geführt, dass die von Absolventinnen und Absolventen des Faches vertretenen gesellschafts- und sozialpolitischen Positionen oft eher dem linken politischen Spektrum zuzuordnen waren. In Verbindung mit dem im Fach verankerten Paradigmenpluralismus mag dies mitunter dazu geführt haben, dass eine fraglose Anpassung an vorgefundene Mentalitäten und Haltungen nicht immer vorgenommen wurde (Dimbath 2005).

Plakativer Skeptizismus oder Kritizismus sowie praktizierter Paradigmenpluralismus und deren handlungspraktische Konsequenzen führten auch in der akademischen Soziologie zu Verwerfungen insbesondere zwischen etablierten und neu berufenen Kräften am Ende der Aufbauphase des Faches in der Nachkriegszeit (Matthes 1981). In seiner Streitschrift „Anti-Soziologie“ bezeichnet beispielsweise Helmut Schelsky (1977) die Soziologie als „Schlüsselwissenschaft des 20. Jahrhunderts“. Diese Qualifizierung stützt er darauf, dass es sich um eine Disziplin handele, die über die rein fachlichen Erkenntnisse hinaus zum „Erkenntnismittel des Lebenssinnes schlechthin“ geworden sei. Die Soziologie habe, so der Vorwurf, die gesellschaftliche Sinnproduktion und Sinnvermittlung monopolisiert. Neben einer durchaus wissenschaftlich fundierten Forschung entstehe ein Herrschaftsinstrument, das von wieder anderen Soziolog:innen und ihren Gefolgsleuten eingesetzt werde. Wenn Schelsky die Soziologie als Schlüsselwissenschaft des 20. Jahrhunderts bezeichnet, zielt er darauf ab, dass das rasch gewachsene Fach die Gesellschaft mit ihren eigenen Deutungen überziehe und sie dadurch erst gemäß ihrer eigenen Begrifflichkeit und ihrer Erkenntnisse zurichte. Am Ende all dessen stehe eine Umfokussierung vom Individuum auf die gesellschaftlichen Beziehungen. Die Soziologie dringe dadurch in die Selbstwahrnehmung der Gesellschaft ein, was nicht zuletzt dazu führe, dass sich auch andere Disziplinen bei der Soziologie bedienten und deren Erkenntnisse je eigensinnig uminterpretierten. Diese auch von Friedrich H. Tenbruck (1984) geteilte Kritik am Fach Soziologie dokumentiert die zeitweilige Diffusion soziologischer Erkenntnis sowie das Hadern einzelner Fachvertreter:innen mit den Nebeneffekten dieser Entwicklung.

In den Jahren nach dieser Kritik, die sich letztlich auch gegen eine fehlende Selbstreflexion und Selbstkritik des Faches richtet, setzte eine von der Wochenzeitung DIE ZEIT lancierte Diskussion über die Legitimation der zeitgenössischen Soziologie ein (Fritz-Vannahme 1996). Diese Diskussion war ein weiterer Höhepunkt eines breiten soziologischen Krisendiskurses, der über die Jahrzehnte bis in die Gegenwart andauert, mithin aber auch angesichts der eingedenk des Rückbaus anhaltenden Etablierung des Faches als Krisengerede abgetan wurde. Gleichgültig, aufgrund welcher Indikatoren die Fachvertreter:innen eine Krise wähnen oder leugnen, sei es der Verdacht einer politisch gewollten Begrenzung des bei Studierenden beliebten Faches oder sein vermeintlicher Bedeutungsverlust im Licht der massenmedialen Öffentlichkeit, zeichnet sich in jüngerer Zeit eine vielstimmige Sorge dahingehend ab, dass der Soziologie im Zuge fortschreitender Globalisierung ihr Grundkonzept, die „Gesellschaft“, abhanden komme. Wenn Gesellschaft nicht mehr einen räumlich begrenzten Einflussbereich charakterisiere, verlöre die sozialwissenschaftliche Reflexion jede Rahmung. Beobachtbar wird dies unter anderem an einer Abwendung von institutionalisierten Kollektivkategorien hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf das Individuum im Sinne eines methodologischen Individualismus.

Der Blick auf die Krisendebatten innerhalb der Soziologie zeigt eine Sensibilität gegenüber inneren und äußeren Einflussgrößen, deren Zusammenwirken die Legitimationsgrundlage des Faches beeinflussen kann. Er zeigt auch eine Disziplin, die das Ausmaß ihrer Professionalisierung als unvollendet begreift und Antworten auf den Befund der ihr eigenen Vielstimmigkeit beziehungsweise Multiparadigmatik und damit Konflikthaftigkeit findet (Burzan 2019).

5 Nachbardisziplinen und Interdisziplinarität

Als Sozialwissenschaft kann die Soziologie in einer Verwandtschaft mit anderen wissenschaftlichen Fächern gesehen werden. Wird zwischen dem thematisch ausgerichteten Fach und der eher methodologisch orientierten Disziplin unterschieden (Heckhausen 1987), tritt die Frage nach fachlicher Ähnlichkeit, Verwandtschaft oder Nachbarschaft in den Hintergrund. Es hängt von der jeweils innersoziologisch präferierten Orientierung ab, welche Wissenschaft als Nachbardisziplin zu begreifen ist. Einerseits ergibt sich dies bereits aus dem Spektrum der Spezialsoziologien (hierzu Kerber und Schmieder 1994), andererseits aus der Präferenz zu eher erklärend-nomologischen oder eher verstehend-phänomenologischen Methodologien. Diese völlig unterschiedlichen Ausrichtungen, bei denen mithin selbst die Suche nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner schwer wird, liefern ein weiteres Indiz für die Vielstimmigkeit des Faches. Sie zeigen aber auch eine Tendenz zur interdisziplinären Zusammenarbeit bis hin zur Preisgabe der ursprünglichen Fachidentität durch die vollständige Abwanderung in andere Fächer.

Umgekehrt erweist sich soziologisches Wissen als besonders anschlussfähig, was dann zu manch eigensinniger Indienstnahme oder Trivialisierung führt, die von Tenbruck beklagt und im Zusammenhang einer Soziologie der Verwendung soziologischen Wissens empirisch erforscht wurde (Beck und Bonß 1989). Dies betrifft einerseits die soziologischer Arbeit entstammenden Theorieangebote von Handlungstheorien über Praxistheorien oder Sozialkonstruktivismus bis hin zu Systemtheorien. Andererseits hat sich in vielen Fächern die Anwendung eines soziologischen Blickes etabliert, der in der Lage ist, soziale Zusammenhänge und Prozesse aufzudecken, welche dem unter Praxis- und Handlungsdruck stehenden Alltagsverstand für gewöhnlich verborgen bleiben. In der Folge werden nicht nur soziologische Expertisen rezipiert, sondern unter Verwendung soziologischer Methoden gleich selbst angefertigt, wenn sie vonseiten der Soziologie nicht geliefert werden. Der Erfolg soziologischen Wissens – in Theorie oder Zeitdiagnostik, gegenstandsbezogener Forschung und Methodik – trägt im Angesicht begrenzter Verarbeitungskapazitäten auch zu einer vermeintlichen Verzichtbarkeit des Faches bei. Die oftmals mit einem Aufruf zur Interdisziplinarität verbundene Forderung guter Nachbarschaft ist somit ambivalent zu bewerten: Sie kann harmonisch und wechselseitig ertragreich sein, aber auch Konflikte bergen oder zur Abwanderung von Kompetenzen führen. Eine solche Auszehrung, Enteignung oder Übernahme der Soziologie lässt sich allerdings derzeit ebenso wenig empirisch nachweisen wie ihre institutionelle und epistemische Absicherung.

Abseits fachlicher Identitätskonstruktionen und Abgrenzungsbestrebungen ist das Verhältnis der Soziologie zu anderen Fächern durch unterschiedliche Formen der Beziehung geprägt. Diese Formen können aufeinander verweisen und interagieren – sie können aber auch völlig unabhängig voneinander bestehen. So finden zum einen Importe soziologischen Wissens vonseiten anderer Fächer statt. Dieses Wissen kann grundbegrifflich und grundlagentheoretisch sein, indem beispielsweise das soziologische Verständnis von „Sozialisation“ relevant für das Fach Soziale Arbeit ist und dort Eingang in die akademische Lehre findet. Es kann außerdem methodologisch sein, indem die in der Soziologie entwickelten Verfahren der Erkenntnisgewinnung in anderen Fächern aufgenommen und dort etabliert werden. Das Fach Soziologie bietet hier einmal mehr, einmal weniger explizit Anlässe zum Wissenstransfer. Zum anderen befassen sich Spezialsoziologien explizit mit den Themenfeldern anderer Fächer und gelangen zu spezifisch soziologischen Einsichten – beispielsweise als „Soziologie der Sozialen Arbeit“. Auch hier entstehen Erkenntnisse, die für das betreffende Fach von Belang sein und seine Entwicklung voranbringen können.

6 Soziologie in der Öffentlichkeit

Die Krisendebatte innerhalb der Soziologie, als deren Kernthema sich der Bedeutungsverlust des Faches innerhalb der massenmedialen und politischen Öffentlichkeit erwiesen hat, führte in jüngerer Zeit zu Aktivitäten, die sich unter dem Begriff einer public sociology versammeln lassen (Burawoy 2005). Im Wesentlichen geht es darum, Fachvertreter:innen zu ermutigen, sich in öffentlichen Debatten stärker zu Wort zu melden sowie den Wissenstransfer in die gesellschaftliche Öffentlichkeit proaktiv zu betreiben. Der Einsicht folgend, dass allein das Bereitstellen von Wissen kaum Aufmerksamkeit erzeugt und wenig zu öffentlicher Anerkennung führt, wird dem Fach – beispielsweise vonseiten seiner deutschen Dachgesellschaft – eine Marketingstrategie nahegelegt. Inwieweit die Einführung einer „Marke“ Soziologie (Mai 2017) die teilweise nachvollziehbaren Existenzängste innerhalb des Faches zu dämpfen vermag, kann sich erst nach einer Evaluation dieser neuen Strategie erweisen.

7 Ausblick – Zukunft der Soziologie

Das Fach Soziologie ist derzeit Bestandteil des Fächerangebots vieler Universitäten. Die mannigfachen Facetten der innerfachlichen Krisendiagnosen und Konflikte geben Hinweise auf Charakteristika eines Faches, das seit einigen Jahren erneut wachsenden Legitimierungszwängen ausgesetzt ist, die auch innerfachliche Fliehkräfte entstehen lassen. Das Spannungsfeld zwischen einem erkenntnisreichen und beliebten Studienfach, dessen Absolventinnen und Absolventen in vielfältigen Beschäftigungsprofilen gute Arbeitsmarktchancen realisieren (Jürgens 2021), und einer mitunter für störende Irritationen sorgenden gesellschaftlichen Reflexionsinstanz sowie zwischen einer Theorien- und Methodenschmiede und einem wohlfeilen epistemischen Selbstbedienungsladen für andere Fächer oder die mediale und politische Öffentlichkeit lässt Soziologie als weiterhin riskantes Fach erscheinen, das über eine professionelle Komponente nicht verfügt: eine starke Berufsfeldprägnanz und das öffentlich sichtbare Kompetenzprofil der Soziologin oder des Soziologen im Spektrum des gesellschaftlichen Berufssystems.

8 Quellenangaben

Adorno, Theodor W., Hans Albert, Ralf Dahrendorf, Jürgen Habermas, Harald Pilot und Karl R. Popper, 1972. Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Darmstadt: Luchterhand

Beck, Ulrich und Wolfgang Bonß, Hrsg., 1989. Weder Sozialtechnologie noch Aufklärung? Analysen zur Verwendung sozialwissenschaftlichen Wissens. Frankfurt am Main: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28315-8

Burawoy, Michael, 2005. For public sociology. In: Soziale Welt. 56(4), S. 347–374. ISSN 0038-6073

Burzan, Nicole, 2019. Über eine multiparadigmatische Soziologie. In: Nicole Burzan, Hrsg. Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen: Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018 [online]. 04.11.2019 [Zugriff am: 17.01.2022]. Verfügbar unter: https://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2018

Comte, Auguste, 1933. Die Soziologie: Die positive Philosophie im Auszug. Leipzig: Kröner

Dettling, Warnfried, 1996. Fach ohne Boden: Brauchen wir überhaupt noch Soziologen? In: Joachim Fritz-Vannahme, Hrsg. Wozu heute noch Soziologie? Ein Streit aus der ZEIT. Opladen: Leske + Budrich, S. 11–19. ISBN 978-3-8100-1770-3

Dimbath, Oliver, 2005. Wie erschließen sich Schlüsselwissenschaftler(innen) den Arbeitsmarkt? In: Soziologie: Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. 34(4), S. 404–423. ISSN 0340-918X

Durkheim, Émile, 1970. Die Regeln der soziologischen Methode. Neuwied: Luchterhand

Fritz-Vannahme, Joachim, Hrsg., 1996. Wozu heute noch Soziologie? Opladen: Leske + Budrich. ISBN 978-3-322-97371-9

Heckhausen, Heinz, 1987. „Interdisziplinäre Forschung“ zwischen Intra-, Multi und Chimären-Disziplinarität. In: Jürgen Kocka, Hrsg. Interdisziplinarität: Praxis – Herausforderung – Ideologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 129–145. ISBN 978-3-518-28271-7

Jürgens, Kerstin, 2021. Mit der Soziologie in den Beruf: Eine Handreichung. Bielefeld: transcript. ISBN 978-3-8252-5738-5

Kerber, Harald und Arnold Schmieder, Hrsg., 1994. Spezielle Soziologien: Problemfelder, Forschungsbereiche, Anwendungsorientierungen. Reinbek: Rowohlt. ISBN 978-3-499-55542-8

Kreissl, Reinhard und Christian Wolffersdorf-Ehlert, 1985. Selbstbetroffenheit mit summa cum laude? Mythos und Alltag der qualitativen Methoden in der Sozialforschung. In: Wolfgang Bonß und Heinz Hartmann, Hrsg. Entzauberte Wissenschaft. Göttingen: Schwartz, S. 91–110. ISBN 978-3-509-01397-9

Lamnek, Siegfried, 1995. Institutionelle Erfolge und professionelle Unsicherheiten auf dem Kontinent der Soziologiegründer. In: Bernhard Schäfers, Hrsg. Soziologie in Deutschland: Entwicklung, Institutionalisierung und Berufsfelder: Theoretische Kontroversen. Opladen: Leske + Budrich, S. 295–312. ISBN 978-3-8100-1300-2

Lepenies, Wolf, 2006. Die drei Kulturen: Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft. Frankfurt am Main: Fischer. ISBN 978-3-596-15518-7

Mai, Manfred, 2017. Soziologie als „Marke“: Anmerkungen zum Markenkern und zur kulturellen Hegemonie der Soziologie. In: Soziologie: Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.46(1), S. 7–16. ISSN 0340-918X

Matthes, Joachim, 1981. Soziologie: Schlüsselwissenschaft des 20. Jahrhunderts? In: Joachim Matthes, Hrsg. Lebenswelt und soziale Probleme: Verhandlungen des 20. Deutschen Soziologentages zu Bremen 1980. Frankfurt am Main: Campus, S. 15–27. ISBN 978-3-593-32695-5

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Verfasst von
Prof. Dr. Oliver Dimbath
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Zitiervorschlag
Dimbath, Oliver, 2022. Soziologie [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 27.01.2022 [Zugriff am: 25.05.2022]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Soziologie

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