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Störungen der Geschlechtsidentität

Laura I. Kürbitz, PD Dr. Timo O. Nieder

veröffentlicht am 23.12.2020

ICD-10: F64

Der Begriff stammt aus der ICD-10, in der ein Kapitel den „Störungen der Geschlechtsidentität“ gewidmet ist. Innerhalb dieses Kapitels werden folgende Diagnosen unterschieden:

  • Transsexualismus
  • Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen
  • Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters
  • Sonstige Störungen der Geschlechtsidentität
  • Störungen der Geschlechtsidentität, nicht näher bezeichnet.

Im Zuge der Einführung der ICD-11 wurde der Begriff der „Störung der Geschlechtsidentität“ dahin gehend kritisiert, dass er pathologisierend und damit auch stigmatisierend Menschen bezeichnet, die Geschlechtsinkongruenz oder Geschlechtsdysphorie erleben. Seit der ICD-11 wird Geschlechtsdysphorie nicht mehr als psychische Erkrankung erfasst, sondern als „Umstand der die sexuelle Gesundheit beeinflusst“. Hierdurch soll bewusst eine Depathologisierung erfolgen. Der Begriff „Störung der Geschlechtsidentität“ wird somit als veraltet betrachtet.

Verfasst von
Laura I. Kürbitz
M.Sc.Psych.
Psychologische Psychotherapeutin
Mitarbeiterin der Spezialambulanz für Sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

PD Dr. Timo O. Nieder
Dipl.-Psych., ECPS
Leitung | Spezialambulanz für Sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung
Koordination für Lehre | Fachvertretung Sexualmedizin (iMed)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie
Interdisziplinäres Transgender Versorgungscentrum Hamburg
Website
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Es gibt 4 Lexikonartikel von Laura I. Kürbitz.
Es gibt 4 Lexikonartikel von Timo O. Nieder.

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