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Systemischer Ansatz

Christian Paulick

veröffentlicht am 23.10.2020

Etymologie: System: griechisch sýstēma aus mehreren Teilen zusammengesetztes und gegliedertes Ganzes, synistánai zusammenstellen, verknüpfen

Englisch: system

Unter dem Systemischen Ansatz lassen sich Beratungs-, Therapie-, Hilfeverfahren und Arbeitsformen subsumieren, die in ihren Herangehensweisen sowohl methodisch also auch hinsichtlich der Haltung eine systemische Ausrichtung verfolgen. Hierzu zählen Systemische Beratung, Systemische Therapie, Systemische Soziale Arbeit, Systemisches Coaching, Systemische Supervision, Systemische Organisationsentwicklung und Systemische Pädagogik. Arbeitsformen nach dem Systemischen Ansatz können sich sowohl auf Einzelpersonen, Paare, Mehrpersonensysteme oder Organisationen beziehen.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Entwicklungslinien des Systemischen Ansatzes
    1. 2.1 Die „Entdeckung“ der Familie
    2. 2.2 Kybernetik erster Ordnung
    3. 2.3 Kybernetik zweiter Ordnung
    4. 2.4 Aktuelle Entwicklungen
  3. 3 Systemische Haltungen
  4. 4 Methoden und Techniken
  5. 5 Berufliche Zugänge und Praxisfelder
  6. 6 Quellenangaben
  7. 7 Literaturhinweise
  8. 8 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Systemischer Ansatz impliziert die trans- und interdisziplinären Wechselwirkungen von Systemtheorie, Konstruktivismus und den Entwicklungen systemischer Praxis (systemische Beratung, systemische Soziale Arbeit, systemische Therapie).

„Ein Wesensmerkmal der wissenschaftlichen Grundlegung des systemischen Ansatzes liegt jedoch darin, dass Wissen nicht als einheitlicher, widerspruchsfreier Kanon theoretischer und praxeologischer Konzepte, sondern als sich selbstständig in Frage stellende soziale und kommunikative Praxis verstanden wird, die sich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Facetten, Bezugnahmen und Entwicklungsrichtungen entfaltet. Gleichzeitig bietet es einen konzeptuellen Rahmen an, der Perspektivendifferenzen zwar ermöglicht, aber nicht der Beliebigkeit anheimstellt“ (Levold und Wirsching 2016, S. 11).

Charakteristisch ist dem Systemischen Ansatz, Anliegen oder Probleme nicht als individuelle Phänomene, sondern als in komplexe Gesamtzusammenhänge eingebettet und als kollektive Herstellungsleistung eines Systems zu verstehen. System bezeichnet eine „beliebige Gruppe von Elementen, die durch Beziehungen miteinander verbunden und durch eine Grenze von ihren Umwelten abgrenzbar sind“ (Schlippe und Schweitzer 2016, S. 31).

2 Entwicklungslinien des Systemischen Ansatzes

In seinen Entwicklungslinien ist der Systemische Ansatz nicht als stringenter roter Faden rekonstruierbar, vielmehr kennzeichnet sich die systemische Geschichte über das Zusammentreffen sich gegenseitig befruchtender, aber auch voneinander abgrenzender Theorie- und Praxisansätze. Während der Systemische Ansatz in seinen Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg aus therapeutischen Kontexten/​Tradierungen entstammend Modifikationen erfuhr und hierbei von Ansätzen Sozialer Arbeit beeinflusst wurde, kennzeichnet sich der Systemische Ansatz seit den 1960er-Jahren durch interdisziplinäre Wechselwirkungen, Impulsgebungen und Bündelungen von Beratung, Therapie, Sozialer Arbeit, Biologie und Soziologie. Lässt sich Systemik also als vielfältig und dynamisch in ihrem Gewordensein verstehen, sind dennoch markante Etappen, Ideen und Personen zu konstatieren, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

2.1 Die „Entdeckung“ der Familie

Aufbauend auf der sich zunehmend etablierenden Psychotherapie und ersten sozialarbeiterischen Ansätzen familienorientierter Arbeit Ende des 19. Jahrhunderts formieren sich in den 1950er-Jahren Denk-, Beratungs- und Therapieformate zu dem, was als Systemischer Ansatz bezeichnet werden kann. Im Unterschied zur Psychoanalyse ist die Geburt der Familientherapie nicht auf eine zentrale Begründungsinstanz zurückzuführen, vielmehr entstand die Idee des Verlassens einzel- und gruppentherapeutischer Settings zugunsten des familialen Einbezugs unabhängig voneinander an mehreren Orten. Zu den häufig genannten Pionieren gehörten Lymann Wynne, Theodore Lidz, Don Jackson, Nathan Ackermann, Carl Whitaker und Ivan Boszormenyi-Nagy, die in einer Zeit, in welcher gesellschaftliche Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs (Traumatisierungen, Verluste, Trauer) auf eine durch wirtschaftliches Wachstum beeinflusste Therapieversorgungslandschaft trafen, damit begannen, Familien in die Therapie mit einzubeziehen (Kriz 2014, S. 245 ff.; Ludewig 2018, S. 59 ff.; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 32 ff.; Herwig-Lempp 2002, S. 191 ff.).

2.2 Kybernetik erster Ordnung

Der Zeitraum der 1950er- bis 1970er-Jahre lässt sich für den Systemischen Ansatz als Phase der Kybernetik erster Ordnung schematisieren. Charakteristisch für diese Phase sind Ideen, wonach (Familien-)Systeme durch gezielte Impulse therapeutisch steuerbar sind. Analog zu einem thermostatgesteuerten Heizungskreislauf wurde „Familie zusehends im Sinne einer kybernetischen Maschine als Regelkreis verstanden, in dem fortlaufend Ist-Werte aus dem System mit einem jeweiligen Soll-Wert abgeglichen werden und interne Zustandsregulierungen für die Wiederherstellung des benötigten oder gewünschten Gleichgewichtszustandes (Homöostase) sorgen“ (Levold 2016, S. 54).

Der*die Beobachter*in wird als außenstehend verstanden, demgemäß ihm*ihr die Möglichkeit einer objektiven Beschreibbarkeit des zu Beobachtenden zugestanden wird (Simon 2017, S. 18 f.).

Ein für den Systemischen Ansatz impulsgebender Denkort war seit den 1950er-Jahren das Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto. Die Arbeitsgruppe um den Psychiater Don D. Jackson (1920–1968), den Anthropologen (Gregory Bateson (1904–1980), Jay Haley (1923–2007) sowie John H. Weakland (1919–1995) formulierte 1956 mit der „Doppelbindungs-Hypothese“ den „erste[n] genuin kommunikationstheoretische[n] Erklärungsversuch zur Schizophrenie“ (Ludewig 2018, S. 64). Gemäß dieser Hypothese wurde schizophrenes Verhalten als sinnvolles Verhalten innerhalb von sozialen Kontexten verstanden, die kontinuierlich paradoxe Verhaltensaufforderungen und Kommunikationsformen bedienen (Bateson et al. 1984; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 44; Ludewig 2018, S. 64). Die Bedeutsamkeit des MRI für den Systemischen Ansatz wurde insbesondere durch das Wirken von Paul Watzlawick und Virginia Satir in Palo Alto intensiviert.

Paul Watzlawick (1921–2007) befasste sich am MRI zunächst intensiv mit Kommunikationsphänomen und formulierte gemeinsam mit Janet H. Beavin und Don D. Jackson fünf Axiome, welche sie 1967 in Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien publizierten. Im selben Jahr gründete Watzlawick gemeinsam mit John Weakland, Arthur Bodin und Dick Fisch am MRI das „Brief Therapy Center“. Zu den neuartigen Besonderheiten der therapeutischen Arbeitsweise zählt der Einsatz eines Therapeut*innenteams hinter einer Einwegscheibe, die filmische Aufzeichnung der Therapieeinheit, die Fokussierung auf das Hier und Jetzt sowie die Begrenzung der Sitzungen auf maximal zehn fünfzigminütige Einheiten im Sinne einer Kurzzeittherapie (Köhler-Ludescher 2014, S. 153 ff.; Watzlawick, Weakland und Fisch 2019). Ein breites Publikum erreichte Watzlawick mit seinen Ideen zum Konstruktivismus, die er in „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ (1976), „Die erfundene Wirklichkeit“ (1981) oder auch „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1983) formulierte.

Als zentrale Figur für den Systemischen Ansatz gilt Virginia Satir (1916–1988), die sich insbesondere mit den Zusammenhängen von „Selbstwert und Kommunikation“ (Satir 2018) befasste. Gemäß Satir verhalten sich Menschen entsprechend ihres Selbstwertes; insofern sind die Selbstwertförderung und Förderung von Wachstum als beraterisch-therapeutische Handlungsleitlinien zu verstehen. Für Satir ist destruktives Verhalten ein Ausdruck von niedrigem Selbstwert. Während bei Selbstwertbedrohung inkongruente Kommunikationsformen (Beschwichtigen, Anklagen, übermäßig rationales Verhalten, irrelevantes Verhalten) zu beobachten sind, trägt kongruente Kommunikation in Familiensystemen (und Organisationen) zum Wachstum der einzelnen Mitglieder bei (Satir 2000a, S. 32 ff.; Satir 2000b, S. 139 ff.).

Besonders einflussreich für den Systemischen Ansatz ist Satirs Methode der Skulpturarbeit, wonach ein Familienmitglied gebeten wird, die eigene Wahrnehmung von Familienbeziehungen in ein personales Bild als „eine Art Denkmal im Raum“ (Kleve 2016, S. 234) zu überführen und dergestalt die konkreten Familienmitglieder raum-körperlich zu arrangieren.

Währenddessen verfolgte Ivan Boszormenyi-Nagy (1920–2007) mit seinen Arbeiten vor allem mehrgenerationale Zusammenhänge und deren „Unsichtbare Bindungen“ (1973). Ausgangspunkt der kontextuellen Therapie stellte für ihn die Idee dar, dass innerhalb von Familien Beziehungskonten geführt werden, deren Balance von Geben und Nehmen für die einzelnen Familienmitglieder mit einem Gerechtigkeitserleben einhergehen. Für Boszormenyi-Nagy sind Dysbalancen der Beziehungsgerechtigkeiten mit (psychischen und/oder sozialen) Störungen assoziiert und können wie unsichtbare Loyalitäten als Belastungen transgenerational weitergegeben werden. Zu den Einflüssen Boszormenyi-Nagys auf die Entwicklungen der systemischen Beratung und Therapie gehören u.a. die Begriffe und Konzepte von Allparteilichkeit, Drei-Generationen-Perspektive, Ethik der Beziehungen, Loyalitätskonflikte und Parentifizierung (Baethge et al. 2017; Boszormenyi-Nagy und Spark 2015; Stierlin 2001, S. 191–199).

Mit Salvador Minuchin (1921–2017) ist die strukturelle Familientherapie assoziiert, welcher sich insbesondere mit den Grenzziehungen von Subsystemen in familialen Kontexten befasste. Minuchins Konzept basiert auf normativen Ideen von Familie, denen gemäß der*die Therapeut*in „von Anfang an die Führung übernehmen“ (Minuchin und Fishman 1983, S. 50) muss und direktiv agieren sollte. Ziel ist es, dabei angemessene Grenzen zwischen familialen Subsystemen (z.B. Großeltern, Eltern, Geschwister) zu forcieren. Dies geschieht über das Austarieren zwischen den Polen Loslösung/Isolation von Subsystemen (starre Grenzen) und Verstrickung von Subsystemen (diffuse Grenzen). Minuchins gezielt herausforderndes und teilweise provokantes Agieren zielt auf die Herstellung von Klarheit der (intergenerationalen) Grenzen innerhalb der Familie ab (Kriz 2014, S. 267 f.; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 45 ff.; Stierlin 2001, S. 122–143).

Nicht zuletzt markiert das sogenannte Mailänder Modell einen zentralen Bestandteil systemischen Arbeitens. Dieses bezeichnet das systemische Arbeiten der Gruppe um Mara Selvini Palazzoli (1916–1999), Giuliana Prata, Luigi Boscolo (1932–2015) und Gianfranco Cecchin (1932–2004) in den 1970er-Jahren. Die – von Bateson und Watzlawick inspirierten – Ideen der Mailänder Gruppe waren insbesondere für die Entwicklungen Systemischer Ansätze in Europa von großer Bedeutsamkeit. Ihr Arbeiten mit Familiensystemen und vornehmlich anorektischen oder schizophrenen Symptomträger*innen schildert das Quartett in der 1975 erschienenen Publikation „Paradoxon und Gegenparadoxon“ (1977 auf Deutsch). Die dabei entwickelte sogenannte lange Kurztherapie ist auf zehn Sitzungen ausgerichtet, zwischen denen jedoch mindestens ein Monat liegt. Charakteristisch für den Sitzungsablauf ist das Durchführen eines systemischen Gesprächs von zwei Therapeut*innen mit dem Familiensystem, während zwei weitere Therapeut*innen das Geschehen durch einen Einwegspiegel beobachten. Zwischen den vier Therapeut*innen bestehen während des Gesprächs (meist telefonische) Kontaktmöglichkeiten. Nach dem vorrangig der Informationsgewinnung dienenden) Interview besprechen die vier Therapeut*innen hinter dem Einwegspiegel gemeinsam Hypothesen und die Abschlussintervention, welche alsdann durch die beiden gesprächsführenden Therapeut*innen dem Familiensystem als Verschreibung im Sinne eines verordneten Therapeutikums kommuniziert wird. Das Setting eines Zweikammermodells wird dabei stets aufrechterhalten (Hoffman 2000, S. 273 ff.; Kriz 2014, S. 272 ff., Schlippe und Schweitzer 2016, S. 49 ff.; Stierlin 2001, S. 11–38).

Für den Ansatz der Mailänder Schule sind drei Konzepte von besonderer Relevanz:

  1. Hypothetisieren wird nicht nur als Informationssammlung, sondern zugleich als therapeutische Handlung verstanden, die Modifikationen im System mit sich bringt.
  2. Zirkularität impliziert das Erfragen von Beziehungen, Unterschieden (etwa im Verhalten) oder hypothetischer Konstellationen.
  3. Neutralität definiert sich insbesondere über Wirkung gegenüber den Mitgliedern des Familiensystems im Sinne der Bündnisvermeidung bzw. der Abwesenheit von Verstrickungen (Selvini-Palazzoli et al. 1981; Hoffman 2000, S. 280 ff., Kriz 2015, S. 274.).

2.3 Kybernetik zweiter Ordnung

Im Zusammenwirken von systemtheoretischen Ideen, von sozialem sowie radikalem Konstruktivismus, aber auch durch den Einfluss von Kritik an den teilweise direktiven Interventionen der oben beschriebenen Therapieformen, gewinnt in den 1980er-Jahren die Idee der Kybernetik zweiter Ordnung an Einfluss. Zentral hierfür ist die Entdeckung der*des Beobachters*in, demgemäß Wirklichkeitsbeschreibungen (eben auch in Beratungs- und Therapieformaten) nicht als objektive und linear zu gestaltende Prozesse verstanden werden, sondern dem*der Beobachter*in eine Mitverantwortung für die Wirklichkeitserzeugung zugeschrieben wird.

„Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt. Der Beobachter spricht durch seine Äußerungen zu einem anderen Beobachter, der er selbst sein könnte; alles, was den einen Beobachter kennzeichnet, kennzeichnet auch den anderen. Der Beobachter ist ein menschliches Wesen, d.h. ein lebendes System, und alles was lebende Systeme kennzeichnet, kennzeichnet auch ihn“ (Maturana und Varela 1970, S. 34).

Anstatt der Idee einer unabhängigen Außenpositionierung der*des Berater*in, wie in der Kybernetik erster Ordnung, erweitert sich der Aufmerksamkeitsfokus in Systemischen Ansätzen seit den 1980er-Jahren auf die Wirkungen der*des Berater*in bzw. der*des Therapeut*in. Die Beobachtung der*des Beobachter*in und die Idee der Selbstreferenz geht mit einer Sensibilisierung für narrative Konzepte sowie einer Intensivierung der Gestaltung von Beratung/​Therapie als Kooperationsgeschehen einher (Schlippe und Schweitzer 2016, S. 53 ff.; Simon 2017, S. 40 ff.). Stand in der Kybernetik erster Ordnung noch die Idee der Homöostase (Gleichgewichtszustand) im Interessensfokus, avanciert in der Phase der Kybernetik zweiter Ordnung die Idee der Autopoiese (Selbsterzeugung) zu einer zentralen Theoriereferenz (Maturana und Varela 2018, S. 50 f.).

„Jedes Tun ist Erkennen und jedes Erkennen ist Tun. Alles Gesagte ist von jemandem gesagt“ (Maturana und Varela 2018, S. 32).

Hieran schließt sich die Idee des narrativen Ansatzes an, als deren zentrale Figur der Australier Michael White (1948–2008) gilt. White befasste sich – u.a. auf Ideen Michel Foucaults und des Konstruktivismus rekurrierend – mit Zusammenhängen von (Selbst-)Erzählungen und Selbstkonzepten. Zusammen mit dem Neuseeländer David Epston (*1944) entwickelte White einen Ansatz, der die Möglichkeiten der Einflussnahme auf Selbsterzählungen und Wirklichkeitserleben im systemischen Arbeiten fokussierte (Schlippe und Schweitzer 2016, S. 59 ff.; White und Epston 2020).

Die Entwicklung und Etablierung der Systemischen Therapie sowie Beratung in Deutschland ist untrennbar mit Helm Stierlin (*1926) verbunden, der 1974 an der Universität Heidelberg den Lehrstuhl für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie übernahm. Um Stierlin herum organisierte sich die sogenannte Heidelberger Gruppe (u.a. Michael Wirsching, Fritz B. Simon, Gunther Schmidt, Arnold Retzer, Jochen Schweitzer), deren kreative Arbeiten systemisch-konstruktivistische und hypnosystemische Ansätze entfalteten (Ritscher 2006; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 35).

Ein weiterer Marker innerhalb Systemischer Ansätze ist die lösungsorientierte Kurztherapie, welche unmittelbar mit den Namen Steve de Shazer (1940–2005) und Insoo Kim Berg (1934–2007) verbunden ist. Beide kultivierten diesen Ansatz seit Mitte der 1970er-Jahre am Brief Family Therapy Center in Milwaukee. Charakteristisch für lösungsorientiertes Vorgehen ist eine radikale Ressourcenorientierung, die sich verdichtend in der Wunderfrage (als eine detailreiche ressourcenbasierte Lösungsvisualisierung) findet, welche inzwischen als eine der zentralen Techniken systemischen Arbeitens gilt. Ebenso als einflussreich im systemischen Feld hat sich die Idee einer Differenzierung des Klient*innenverhaltens in Besucher*in, Klagende*r, und Kunde*in erwiesen. Diese Unterscheidungskategorien haben sich als nützlich für die Auftragsklärung(en) und Arbeitsbeziehung(en) in Beratungs- und Therapieprozessen erwiesen (Berg 1999; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 55 ff.; Shazer 2015).

Als zentraler Vertreter der Kybernetik zweiter Ordnung gilt außerdem der Norweger Tom Anderson (1936–2007). Eine der entscheidenden Leistungen Andersons besteht darin, das Zweikammermodell der Mailänder Schule aufzulösen und die bis dahin hinter dem Einwegspiegel verborgenen Therapeut*innen als Reflektierendes Team (RT) in den Raum systemischen Arbeitens zu holen. Die wertschätzenden, neutralen sowie im Konjunktiv formulierten Gedanken des Reflektierenden Teams in unmittelbarer Anwesenheit der Klient*innen haben einerseits Einfluss auf die Zirkularität des Beratungsgeschehens. Andererseits kann das Reflektierende Team mit der Grundidee von „Kooperation statt Intervention“ (Schlippe und Schweitzer 2016, S. 63) als Demokratisierung von Beratung/​Therapie verstanden werden (Anderson 1990; Caby 2016; Schlippe 2012).

2.4 Aktuelle Entwicklungen

Während in den 1980er bis Mitte der 1990er-Jahre Schwerpunktsetzungen auf Narrationen und Geschichten als sinn- und wirklichkeitsgenerierende Konzepte fokussiert wurden, geraten Mitte der 1990er-Jahre Emotionen in den Aufmerksamkeitshorizont systemischen Arbeitens. Die Akzentuierungen des Emotionsverstehens finden sich insbesondere in Arbeiten zu Säuglingsforschung, Bindungstheorien, Traumaarbeit, neurobiologischer Forschung sowie in der Relevanzbetonung der beraterisch-therapeutischen Beziehungsgestaltung (Ludewig 2018, S. 67 ff., Schlippe und Schweitzer 2016, S. 64 ff.).

Vor dem Hintergrund der variantenreichen Entwicklungspfade ist seit Mitte der 1990er-Jahre eine enorme Differenzierung des Systemischen Ansatzes zu konstatieren. Diese Differenzierungsprozesse sind mit zunehmenden Anerkennungslogiken und Einflussnahmen systemischen Denkens in Professionen und Disziplinen (etwa der Sozialen Arbeit, Psychologie, Medizin) verbunden, aber auch in dem Herausbilden neuer Felder (z.B. Profitbereichen, wie dem Coaching) zu beobachten. Exemplarisch für jüngere Ausdifferenzierungsprozesse im Beratungs- und Therapiespektrum seien genannt (Ludewig 2018, S. 62, Schlippe und Schweitzer 2016, S. 34):

  • Affekt- und bindungszentrierte systemische Therapien
  • Aufstellungsarbeiten
  • Aufsuchende Familientherapie
  • Case-Management
  • Elterncoaching
  • Hypnosystemisches Arbeiten
  • Klinische Theorien
  • Ökosystemische Ansätze
  • Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP)
  • Systemisches Forschen
  • Systemisches Management
  • Systemische Soziale Arbeit

Der inter- und transdisziplinäre Charakter des Systemischen Ansatzes geht mit einem enormen Facettenreichtum an Organisationsformen, Standardisierungsversuchen und Ausgestaltungen einher. Die beiden mitgliedsstärksten Gesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit:

  • DGSF – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V.
  • Systemische Gesellschaft (SG) – Deutscher Verband für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung e.V.

3 Systemische Haltungen

Die folgenden aufgeführten Haltungsaspekte stehen in unmittelbaren Wechselwirkungen und Zusammenhangsbildungen miteinander. Sie potenzieren sich gegenseitig. Dementsprechend hat Haltung, im Sinne einer inneren Einstellung, die in Handeln überführt wird, maßgeblichen Einfluss auf die Beziehungsgestaltung mit Nutzer*innen systemischen Arbeitens.

  • Autonomie bezieht sich auf die kontinuierliche Rückkopplung und Einbeziehung der Klient*innen in systemisches Arbeiten. Prämisse hierbei ist die Idee einer grundlegenden Selbstbestimmung von Menschen und im Kontext systemischen Arbeitens von Klient*innen. Dies impliziert die Expertise des eigenen Lebens, insbesondere des subjektiven Wirklichkeitserlebens und der eigensinnigen Lebensgestaltung vor dem Hintergrund permanenter Wahlmöglichkeiten. Die Anerkennung von Autonomie prägt das systemische Arbeiten inhaltlich, methodisch und prozessual. Letztlich umfasst Autonomie, als Form von Macht, auch widerständiges Verhalten z.B. in der Mitwirkungsverweigerung oder Ablehnung von Beratung und Therapie (Paulick und Wesenberg 2019).
  • Lösungsorientierung impliziert sowohl das Beleuchten und Würdigen bisheriger Lösungsversuche als auch die Fokussierung zukunftsorientierter Lösungsvarianten. Lösungsorientierung meint dabei sowohl das methodische Navigationshandeln als auch das Suggerieren einer Grundüberzeugung, dass Lösungen überhaupt möglich sind. Entsprechende Perspektiverweiterungen lassen sich beispielsweise über das Erfragen von mindestens sieben Möglichkeiten generieren (Herwig-Lempp 2012).
  • Neugier als Haltung des wertschätzenden Verstehenwollens impliziert das Erfragen von subjektiven Wirklichkeitsbeschreibungen und den Eigenlogiken sozialer Systeme. Indem die Nutzer*innen des Systemischen Ansatzes als Expert*innen des eigenen Lebens anerkannt werden, werden zugleich ihre Autonomie und ihr Wissen respektiert. Insbesondere mittels offener Fragen (W-Fragen) lassen sich Perspektiverweiterungen, Lösungsversuche, Ressourcen und Zusammenhänge erfragen. Neugier geht unmittelbar mit Zirkularität und Hypothesenbildung einher und ist ein maßgeblicher Parameter von Beziehungsgestaltung
  • Neutralität bezieht sich auf die beteiligten Personen, gegenüber den Problemen/​Symptomen und gegenüber den Ideen der Klient*innen. Personenbezogen meint Neutralität das Vermeiden eines Parteilichkeiteseindruckes zugunsten einer Allparteilichkeit. Hinsichtlich der Probleme/​Symptome bedeutet Neutralität den Verzicht auf eine wertende Positionierung bezüglich der thematisierten Beratungsanlässe oder beschriebener Verhaltensweisen. Dergestalt bleibt offen, ob der*die Systemiker*in intendiert, den Problemerhalt zu fördern oder dessen Absenz zu befürworten. Ebenso werden die Ideen der Klient*innen zu Problemerklärungen, Sichtweisen, Wirklichkeitskonstruktionen oder Lösungsideen wertungsoffen verhandelt (Schlippe und Schweitzer 2016, S. 205 f.). Die Haltung von Neutralität findet ihre Grenzen in speziellen Kontexten von Beratung/​Therapie. Insbesondere in Zusammenhängen von Gewalt (etwa Täter*innenarbeit, Kinderschutzarbeit, häusliche Gewalt) gilt es eine Parteilichkeit aufseiten des Opferschutzes einzunehmen.
  • Ressourcenorientierung: Ressourcenorientierung wird im Systemischen Ansatz weitestgehend konsensual als Grundhaltung deklariert (Barthelmess 2016, S. 126 ff.; Hanswille 2016, S. 407; Hosemann und Geiling 2013, S. 30; Schlippe und Schweitzer 2016, S. 209 ff.). Mit dem grundlegenden Einnehmen einer Perspektive auf Ressourcen können Wirklichkeitsbeschreibungen mit Selbstwirksamkeitserfahrungen kombiniert werden (Paulick 2019). Systemische Interventionen lassen sich dabei auf den ethischen Imperativ verdichten: „Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst.“ (Foerster 1993, S. 49).
  • Wertschätzung/Würdigung meint eine respektvolle und ressourcenorientierte Grundhaltung Systemen und ihren Themen gegenüber. Im systemischen Denken meint diese Grundhaltung nicht nur würdigende Kommunikation und Interaktion, sondern umfasst auch ein wohlwollendes Selbstverhältnis.
  • Zirkularität bezeichnet das Betrachten von Kommunikation und Verhalten in Wechselwirkungen und Rückkopplungen. Im Gegensatz zu linearer Kausalität und Determinismus forciert zirkuläres Arbeiten das Spielen mit Perspektiven und Beobachtungspositionen in Systemen und den jeweiligen Wirklichkeitskonstruktionen der Beteiligten. Damit einher gehen Unterschiede, die Unterschiede machen (Simon 1993; Simon und Rech-Simon 2018).

4 Methoden und Techniken

Der Systemische Ansatz ist weit mehr als die Bündelung von systemischen Techniken und Methoden. „Seine theoretischen, praxeologischen und kontextuellen Grundlagen sind komplex und vielfältig“ (Levold und Wirsching 2016, S. 9). Dergestalt ist ein verantwortungsbewusstes Agieren nach dem Systemischen Ansatz eingebettet in die oben beschriebene systemische Haltung.

Vor dem Hintergrund des Systemischen Ansatzes haben sich in der Praxis Systemischer Beratung, Systemischer Therapie und Systemischer Sozialer Arbeit als Methoden und Techniken insbesondere bewährt:

  • Auftragsklärung (Herausarbeiten von Zielformulierungen der Beteiligten im systemischen Arbeiten)
  • Bewältigungsfragen (biografisches Erfragen von erfolgreichen Krisenbewältigungen im Lebensverlauf)
  • Fragen nach Ausnahmen (ermöglichen eine Musterunterbrechung und kontrastieren die Idee von Linearität)
  • Genogramm (grafische Darstellung von Familien über mehrere Generationen)
  • Hausaufgaben (im Sinne von kreativen Beobachtungs- oder Verhaltensaufgaben zwischen den einzelnen Sitzungsterminen)
  • Lebensflussmodell (biografische Beschau des eigenen Lebens, Erzählen von Ressourcengeschichten, Sammeln von erworbenen Ressourcen auf Karteikarten oder anhand von Symbolen, das eigene Leben als Ressourcengeschichte entwerfen)
  • Neugierfragen (offene Fragen die Wirklichkeitsbeschreibungen und Narrationen anregen, mit der Ausnahme von „Warum?“, bieten sich W-Fragen an)
  • Paradoxe Intervention (Techniken, die zu einer Beibehaltung, Verschlimmerung des „Problems“ auffordern)
  • Reframing (Umdeuten, Neurahmen zwecks alternativer Sinn- oder Bedeutungskontexte)
  • Ressourcentagebuch (Dokumentieren und Sammeln von selbstbeobachteten oder rückgemeldeten Ressourcen in einem selbstgeführten Journal/​Tagebuch)
  • Skalierungen (Messen von subjektiv erlebten Ressourcen und zugleich Durchbrechen von statischem Erleben)
  • Verschlimmerungsfrage (als Pendant zur Wunderfrage wird ex negativo, ein Worst-Case-Szenario des eigenen Handelns entworfen und dergestalt eigene Gestaltungsspielräume sichtbar gemacht, s. auch paradoxe Intervention)
  • VIP-Karte (nach Herwig-Lempp 2012; Überblick über besonders wichtige Personen im Leben von Klient*innen)
  • Visualisierungen (bildliches und/oder imaginatives Sichtbarmachen Wirklichkeitsauffassungen, z.B. per Systembrett)
  • Wunderfrage (Entwickeln einer Lösungsvision bzw. eines Lösungsskripts basierend auf vorhandenen Ressourcen)
  • Zirkuläre Fragen (Beobachtungsfragen und Fragen die zum Perspektivwechsel auffordern)

5 Berufliche Zugänge und Praxisfelder

Der Systemische Ansatz ist als „transdisziplinäres und multiprofessionelles Projekt“ (Schwing 2016, S. 151) verstehbar und „lässt sich aus keiner einzelnen akademischen Disziplin alleine ableiten“ (Levold 2016, S. 15). Berufliche Zugänge finden sich insbesondere über:

  • Soziale Arbeit
  • Psychologie
  • Medizin (systembiologisches Paradigma)
  • Sozialwissenschaften
  • Pädagogik (systemisch-konstruktivistische Ansätze)
  • Seelsorge/​Theologie
  • Krankenpflege

Entsprechend des mannigfaltigen Charakters des Systemischen Ansatzes ergibt sich eine Vielfalt von Praxisfeldern, in denen systemisch gearbeitet werden kann. Exemplarisch seien genannt:

  • Aufsuchende Familientherapie
  • Aufsuchende Hilfen
  • Arbeit mit Gewaltbetroffenen
  • Frühe Hilfen
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Onlineberatung
  • Paar-, Familien-, Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatung
  • Psychiatrie
  • Psychotherapeutische Praxis
  • Schule
  • Suchtkliniken
  • System Krankenhaus
  • Täter*innenarbeit

6 Quellenangaben

Anderson, Tom, 1990. Das Reflektierende Team: Dialoge und Dialoge über die Dialoge. Dortmund: Borgmann. ISBN 978-3-8080-0284-1

Baethge, Gisela, Klaus G. Deissler und Günther Reich, 2017. Ein Plädoyer für Nachhaltigkeit? (1980). In: Wolf Ritscher, Tom Levold, Dörte Foertsch und Petra Bauer, Hrsg. Erkunden, erinnern, erzählen: Interviews zur Entwicklung des systemischen Ansatzes [online]. 2., korrigierte Auflage. PDF e-Book. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 71–87. ISBN 978-3-647-40620-6

Barthelmess, Manuel, 2016. Die systemische Haltung: Was systemisches Arbeiten im Kern ausmacht. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-49161-4 [Rezension bei socialnet]

Bateson, Gregory, Don D. Jackson, Jay Haley und John H. Weakland, 1984 [1969]. Schizophrenie und Familie. Frankfurt/M.: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28085-0

Berg, Kim Insoo, 1999. Familien-Zusammenhalt(en): Ein kurztherapeutisches und lösungsorientiertes Arbeitsbuch. 6. Auflage. Dortmund: Verlag modernes Lernen. ISBN 978-3-8080-0360-2

Boszormenyi-Nagy, Ivan und Geraldine Spark, 2015 [1973]. Unsichtbare Bindungen: Die Dynamik familiärer Systeme. 10. Auflage. Stuttgart: Klett Cotta. ISBN 978-3-608-94840-0 [Rezension bei socialnet]

Caby, Filip, 2016. Reflektierendes Team. In: Tom Levold und Michael Wirsching, Hrsg. Systemische Therapie und Beratung: das große Lehrbuch. Heidelberg: Carl Auer, S. 250–255. ISBN 978-3-89670-577-8 [Rezension bei socialnet]

Foerster, Heinz von, 1993. Wissen und Gewissen. Frankfurt/Main: Suhrkamp. ISBN 978-3-518-28476-6

Hanswille, Reinert, 2016. Traumatisierungen. In: Tom Levold und Michael Wirsching, Hrsg. Systemische Therapie und Beratung: das große Lehrbuch. Heidelberg: Carl Auer, S. 403–409. ISBN 978-3-89670-577-8 [Rezension bei socialnet]

Herwig-Lempp, Johannes, 2002. Maschinen, Menschen, Möglichkeiten – eine kleine Ideengeschichte des systemischen Arbeitens. In: KONTEXT. 33(3), S. 190–212. ISSN 0720-1079

Herwig-Lempp, Johannes, 2012. Ressourcenorientierte Teamarbeit. Systemische Praxis der kollegialen Beratung. Ein Lern- und Übungsbuch. 4. unveränderte. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-46197-6 [Rezension bei socialnet]

Herwig-Lempp, Johannes, 2012. VIP-Karte. In: Jan V. Wirth und Heiko Kleve, Hrsg. Lexikon des systemischen Arbeitens: Grundbegriffe der systemischen Praxis, Methodik und Theorie. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme, S. 451–454. ISBN 978-3-89670-827-4 [Rezension bei socialnet]

Hoffmann, Lynn, 2000. Grundlagen der Familientherapie: Konzepte für die Entwicklung von Systemen. 4. überarbeitete Auflage. Salzhausen: iskopress. ISBN 978-3-89403-408-5

Hosemann, Wilfried und Wolfgang Geiling, 2013. Einführung in die Systemische Soziale Arbeit. Stuttgart: UTB. ISBN 978-3-8252-4008-0 [Rezension bei socialnet]

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7 Literaturhinweise

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8 Informationen im Internet

Autor
Prof. Dr. Christian Paulick
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Zitiervorschlag
Paulick, Christian, 2020. Systemischer Ansatz [online]. socialnet Lexikon. Bonn: socialnet, 23.10.2020 [Zugriff am: 18.06.2021]. Verfügbar unter: https://www.socialnet.de/lexikon/Systemischer-Ansatz

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