Tiergestützte Therapie
Prof. Dr. Sabrina Naber
veröffentlicht am 26.05.2025
Die Tiergestützte Therapie (TGT) – eine Form von Tiergestützter Intervention (TGI) – ist eine strukturierte therapeutische Maßnahme. Diese wird von qualifizierten Fachkräften durchgeführt und beinhaltet den zielgerichteten Einsatz von Tieren, um die physischen, kognitiven, verhaltensbezogenen und/oder sozio-emotionalen Fähigkeiten der Klient:innen in Einzel- oder Gruppensettings zu fördern.
Überblick
1 Grundlagen
Die TGT ist eine gezielte, geplante und strukturierte therapeutische Intervention, die von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, der Pädagogik oder dem Sozialwesen durchgeführt oder angeleitet wird, wie beispielsweise von Therapeut:innen, Psycholog:innen oder Sozialarbeiter:innen.
Die Fortschritte der Klient:innen werden dabei systematisch erfasst und professionell dokumentiert. TGT wird ausschließlich von qualifizierten Fachpersonen mit entsprechender beruflicher Weiterbildung (z.B. durch Lizenz, Hochschulabschluss oder gleichwertige Qualifikation) innerhalb ihres jeweiligen Fachgebiets angeboten und/oder angeleitet. Ziel der TGT ist es, physische, kognitive, verhaltensbezogene und/oder sozio-emotionale Fähigkeiten der Klient:innen zu fördern – sowohl in Einzel- als auch in Gruppensettings.
Die Fachkraft, die die TGT durchführt oder anleitet, muss über fundierte Kenntnisse zum Verhalten, den Bedürfnissen, der Gesundheit sowie zu Stressanzeichen und deren Regulation bei den eingesetzten Tieren verfügen (IAHAIO 2018, S. 5; TVT 2021, S. 3).
TGT findet in verschiedenen Settings statt, wie beispielsweise beim therapeutischen Reiten, Hippotherapie, hundegestützte Therapiestunden u.v.m. Die TGT wird von einer Fachkraft mit einer zusätzlichen TGI-Weiterbildung entwickelt und durchgeführt bzw. angeleitet. Die Zielgruppen von TGT sind heterogen für Menschen jeden Alters mit beispielsweise körperlichen und/oder geistigen Behinderungen, orthopädischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen etc. (Deutscher Tierschutzbund o.J.).
2 TGI-Weiterbildung
Als Basis für eine qualitativ hochwertige Arbeit in der TGT ist eine Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Interventionen unerlässlich. Empfehlenswert sind Qualifikationen die durch die International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT) oder European Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT) akkreditiert wurde. Eine Auflistung der zertifizierten Institute ist auf der Homepage des Bundesverband Tiergestützte Intervention e.V. zu finden (BTI o.J.).
3 Quellenangaben
Bundesverband Tiergestützte Intervention e.V. (BTI), [ohne Jahr]. Weiterbildungsinstitute [online]. Hage: Bundesverband Tiergestützte Intervention e.V. [Zugriff am: 13.05.2025]. Verfügbar unter: https://tiergestuetzte.org/tiergestuetzte-intervention/​weiterbildung/
Deutscher Tierschutzbund e.V., [ohne Jahr]. Tiergestützte Interventionen. Menschen helfen, Tiere schützen [online]. Bonn: Deutscher Tierschutzbund e.V. [Zugriff am: 13.05.2025]. Verfügbar unter: https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/​Seiten/​tierschutzbund.de/Downloads/​Broschueren/​Broschuere_Tiergestuetzte_Interventionen.pdf
International Association of Human-Animal Interaction Organizations (IAHAIO), 2018. Definitionen der IAHAIO für tiergestützte Interventionen und Richtlinien für das Wohlbefinden der beteiligten Tiere [online]. Seattle: IAHAIO [Zugriff am: 13.05.2025]. Verfügbar unter: https://iahaio.org/wp/wp-content/​uploads/2021/06/iahaio-white-paper_2018_german_final.pdf
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), 2021. Tiere im sozialen Einsatz: Merkblatt Nr. 131 (Allgemeine Grundsätze) [online]. Belm: TVT [Zugriff am: 13.05.2025]. Verfügbar unter: https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/?no_cache=1&download=TVT_MB_131_Tiere_im_sozialen_Einsatz_Nov._01.pdf&did=178
4 Informationen im Internet
- Bundesverband Tiergestützte Intervention e.V. (BTI): Weiterbildungsinstitute
- European Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT)
- International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT)
- TVT-Merkblätter für verschiedene Tierarten im sozialen Einsatz
Verfasst von
Prof. Dr. Sabrina Naber
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