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Transgender

Prof. em. Dr. rer. nat. Udo Rauchfleisch

veröffentlicht am 15.04.2019

Etymologie: lat. trans (hin-)über, jenseits und engl. gender Geschlecht

Englisch: transgender

Dieser Begriff bezeichnet zum einen Menschen, die sich mit der Geschlechtsrolle, die ihnen üblicherweise bei der Geburt, in der Regel anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale, zugewiesen wurde, nur unzureichend oder gar nicht beschrieben fühlen, und stellt zum anderen eine Selbstbezeichnung für Menschen dar, die sich mit ihren primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen nicht oder nicht vollständig identifizieren können.

Überblick

  1. 1 Begriff
  2. 2 Dynamik des Transgendering
  3. 3 Quellenangaben
  4. 4 Informationen im Internet

1 Begriff

Transgender wird zumeist als Oberbegriff verwendet, unter den so unterschiedliche Phänomene subsumiert werden wie Transsexualismus/Transsexualität, Transidentität (Rauchfleisch 2016, 2019), Transvestitismus, Intersexualität, Crossdressing, Dragkings und Dragqueens (soweit das Verkleiden für sie nicht Travestie, i.S. einer öffentlich zur Schau gestellten Verkleidungskunst, bedeutet, sondern ihm ein originäres Bedürfnis zugrunde liegt) sowie Menschen mit den verschiedensten nichtbinären Identitäten wie Androgynie, queergender, bigender, pangender und gender fluid.

Mitunter wird der Begriff Transgender auch synonym mit Transidentität verwendet.

2 Dynamik des Transgendering

Mit Elkins et al. (2006) kann das Transgendering als sozialer Prozess verstanden werden, der sich gegen die Vorstellung binärer Geschlechter (Mann oder Frau) richtet. Transgender streben danach, diese Binarität zu überwinden.

3 Quellenangaben

Elkins, Richard und Dave King, 2006. The Transgender Phenomenon. Los Angeles: Sage. ISBN 978-0-7619-7163-4

Rauchfleisch, Udo, 2016. Transsexualität – Transidentität: Begutachtung, Begleitung, Therapie. 4., völlig überarbeitete Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-46270-6 [Rezension bei socialnet]

Rauchfleisch, Udo, 2019. Transsexualismus – Genderdysphorie – Geschlechtsinkongruenz – Transidentität: Der schwierige Weg der Entpathologisierung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-40516-1

4 Informationen im Internet

Verfasst von
Prof. em. Dr. rer. nat. Udo Rauchfleisch
Klinische Psychologie Universität Basel, Psychoanalytiker (DPG, DGPT)/psychologischer Psychotherapeut in privater Praxis in Basel.
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