socialnet Logo

Triple P

Dr. Thomas Dirscherl

veröffentlicht am 04.08.2023

Übersicht über alle Versionen

Abkürzung von: Positive Parenting Program

Interessenlage: Der Autor ist Geschäftsführer der Triple P Deutschland GmbH, einem Unternehmen der Triple P International Group (zertifiziertes B-Corp Unternehmen).

Fassung: Überarbeitung

Triple P (Positive Parenting Program) ist ein Präventionsprogramm mit dem Ziel, die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken, damit sie eine starke Beziehung zu ihren Kindern pflegen, die individuelle Entwicklung fördern, ruhig und konstruktiv mit dem Verhalten der Kinder umgehen und Problemen vorbeugen können.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Grundlagen der positiven Erziehung
  3. 3 Menschenbild
  4. 4 Programmvarianten von Triple P
  5. 5 Triple P als „Public Health“-Ansatz
  6. 6 Kritikpunkte
  7. 7 Umsetzung und Grenzen
  8. 8 Quellenangaben
  9. 9 Informationen im Internet

1 Zusammenfassung

Triple P (Positive Parenting Program) ist ein wissenschaftlich fundiertes und präventiv ausgerichtetes Programm mit dem Ziel, die elterliche Beziehungs- und Erziehungskompetenz zu stärken, um die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und die Prävalenz und Inzidenz von emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Im Wesentlichen werden hierzu Fachkräfte fortgebildet, um sie in ihrer Arbeit mit Eltern zu unterstützen. Der Ansatz kann auf rund 40-jährige Forschung zugreifen und wird an der University of Queensland, Australien, am Parenting and Family Support Centre von Prof. Dr. Matthew Sanders und seinem Team in enger Zusammenarbeit mit Praktiker:innen und Familien fortlaufend weiterentwickelt. Das Programm zeigt Eltern Wege auf, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, sie aktiv dabei zu unterstützen, altersspezifische Anforderungen zu bewältigen sowie auf kindliches Verhalten konstruktiv und nicht verletzend zu reagieren. Der Mehrebenenansatz umfasst verschiedene Angebote in unterschiedlichen Modalitäten (Einzelkontakte, Gruppenangebote, Selbsthilfematerialien, Online) und Intensitäten (leichte bis intensive Unterstützung). Die Selbstregulation elterlicher Kompetenzen ist ein zentrales Konzept des Ansatzes. Der multidisziplinäre und gemeindenahe Fokus ermöglicht eine große Breitenwirksamkeit und erlaubt niedrigschwellige, nicht stigmatisierende Angebote überall dort, wohin Eltern sich mit ihren Fragen zur Erziehung wenden. Die Wirksamkeit des Mehrebenenansatzes und seiner Bestandteile wurde bisher in rund 400 Studien nachgewiesen.

Triple P wird aktuell in 32 Ländern angewandt, fortlaufend evaluiert und erweist sich in verschiedenen Kulturen, sozioökonomischen Gruppen und Familienstrukturen als hilfreich.

2 Grundlagen der positiven Erziehung

Damit sich ein Kind gesund entwickeln kann und gewaltfrei, geschützt und gefördert aufwächst, ist eine verbindliche und vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern nötig. Triple P hat die wesentlichen Grundprinzipien der positiven Erziehung in fünf Bereichen zusammengefasst (Markie-Dadds et al. 2007, S. 3 f.):

  1. Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen. Kinder brauchen eine sichere und interessante Umgebung, um sich ohne größere Risiken und ständige Verbote gut entwickeln zu können. Ein Zuhause mit spannenden Beschäftigungsmöglichkeiten weckt die Neugier des Kindes und fördert seine sprachliche und geistige Entwicklung. Das Kind ist aktiv und beschäftigt, problematisches Verhalten wird unwahrscheinlicher.
  2. Eine positive und anregende Lernumgebung schaffen. Wenn Eltern aufmerksam sind, das Kind unterstützen und ermuntern, ist es motiviert, Neues auszuprobieren und sich häufiger angemessen zu verhalten.
  3. Sich konsequent verhalten. Konsequent zu erziehen bedeutet, sofort und vorhersehbar auf unangemessenes Verhalten zu reagieren und dem Kind auf wertschätzende Weise beizubringen, wie es sich angemessen verhalten kann. Kinder lernen dann, verantwortungsbewusst zu handeln und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen.
  4. Realistische Erwartungen entwickeln. Keiner ist perfekt. Damit niemand überfordert wird, die Eltern genauso wenig wie das Kind, ist es wichtig, realistische Erwartungen zu entwickeln. Die Ziele müssen sowohl dem Entwicklungsstand des Kindes als auch den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Erziehenden entsprechen.
  5. Die eigenen Bedürfnisse beachten. Eltern, die ihren eigenen Bedürfnissen nach Intimität, sozialem Anschluss, Erholung und Zeit nachgehen, erziehen meist entspannter. Gute Eltern zu sein bedeutet nicht, dass Kinder ihr Leben völlig beherrschen.

3 Menschenbild

Triple P betrachtet den Menschen sowohl in seinem Alltag als auch in der Beratung als aktives Wesen: Er strebt nach Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbststeuerung. Um in der Beratung Erfolge zu erzielen, müssen sich Eltern auch mit ihren Motiven, Zielen, Überzeugungen und Werten beschäftigen. Ebenso muss der soziale, soziokulturelle und lebensgeschichtliche Kontext der Familie Berücksichtigung finden. Von dem/der Berater:in, Trainer:in oder Kursleiter:in wird im Rahmen von Triple P eine positiv-einfühlsame Grundhaltung erwartet, die auf den Stärken der Familie aufbaut.

Ein besonders wichtiges Prinzip bei Triple P ist das der Selbstregulation (Karoly 1993). Dazu gehört insbesondere die Vermittlung von Fertigkeiten, die Familien in die Lage versetzen, Probleme unabhängig und selbstständig zu lösen. Das bedeutet konkret: Die Hauptverantwortung für die Frage, wie sie ihre Kinder großziehen möchten, bleibt bei den Eltern. Sie wählen selbst diejenigen Bereiche aus, an denen sie arbeiten möchten.

Anstelle möglichst vieler Hilfen bekommen die Eltern genau so viel Unterstützung, wie sie benötigen (Suffizienz oder Prinzip der minimalen Intervention). Das macht Eltern unabhängig von äußerer Hilfe, ist kosteneffektiv und stärkt Motivation und Selbstvertrauen der Eltern. Eltern lernen außerdem, erworbene Fertigkeiten und neues Wissen flexibel auch über die aktuelle Situation hinaus anzuwenden.

4 Programmvarianten von Triple P

Um auf persönliche Situationen einzugehen und die Bedürfnisse einer Vielfalt von Familien anzusprechen, bietet Triple P Programmvarianten an. Triple P kann von Einzelpersonen etwa im Rahmen eines Gesprächs oder von ganzen Kommunen als Präventionsstrategie genutzt werden. Es gibt leichte bis intensive Unterstützung für Eltern von Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren, das Angebot reicht von niedrigschwelliger bis zu intensiver Intervention. Darüber hinaus gibt es Programmvarianten für weitere Zielgruppen, etwa für Eltern von Kindern mit Behinderungen oder für werdende Eltern. Die fortlaufende internationale Forschung stößt neue Triple P-Entwicklungen an, die, sofern ihre Wirksamkeit bestätigt wurde, in die Triple P-Programmreihe aufgenommen werden. Das Mehrebenenmodell der flexiblen Unterstützung gliedert sich in fünf Ebenen:

  • Ebene 1: Universelles Triple P. Allgemeine Informationen über Elternschaft und Erziehung unter Nutzung verschiedener Medien und/oder der Stay Positive Kampagne.
  • Ebene 2: Kurze Informations- und Beratungsangebote. Niedrigschwellige Angebote mit allgemeinen Informationen zu Entwicklung und Erziehung im Einzelkontakt oder in größeren Gruppen sowie konkrete Unterstützung bei spezifischen Fragen im Einzelkontakt.
  • Ebene 3: Themenspezifische Beratungs- und Trainingsangebote. Kurzberatung zur Unterstützung der Bewältigung einzelner Herausforderungen mit aktivem Training von Erziehungsfertigkeiten in wenigen, kurzen Terminen.
  • Ebene 4: Umfassende Trainingsangebote. Intensives Elterntraining im Einzel-, Gruppen- oder Selbsthilfeformat (per Buch oder online).
    Besonderheit auf Ebene 4: Triple P Online. Richtet sich direkt an Eltern und kann eigenständig oder in Verbindung mit einem anderen Beratungsangebot genutzt werden.
  • Ebene 5: Vertiefende Familieninterventionen. Intensives und individuell zugeschnittenes Elterntraining mit Modulen zum Eltern-Teamwork, zur Stressbewältigung sowie mit praktischen Übungen zu den Erziehungsfertigkeiten oder (für Familien mit erhöhtem Risiko der Kindeswohlgefährdung) zur Ärgerbewältigung und dem Hinterfragen ungünstiger Gedanken.
Mehrebenenmodell
Abbildung 1: Mehrebenenmodell (eigene Darstellung)

5 Triple P als „Public Health“-Ansatz

Mit der Stärkung elterlicher Beziehungs- und Erzieungskompetenz setzt Triple P an einem zentralen Schutzfaktor für das seelische Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen an (Dirscherl 2023), so wie es die Weltgesundheitsorganisation in einer aktuellen Leitlinie empfiehlt (WHO 2022). Triple P versteht sich dabei als Programm für kommunale Prävention. Die Vielfalt der Angebote ermöglicht ihren vernetzten Einsatz in verschiedensten Bereichen der Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsysteme. Obwohl Einigkeit darin besteht, dass viele evidenzbasierte Elternprogramme einen positiven Einfluss auf Kinder, Familien und Kommunen haben, erreichen die meisten Programme nur eine geringe Anzahl von Eltern. Ein System, das – wie Triple P – als integrierte Präventionsstrategie eingesetzt werden kann, die Unabhängigkeit fördert und eine große Anzahl von Eltern erreichen kann, erlaubt, die Effekte in der ganzen Kommune sichtbar zu machen.

Die Entstigmatisierung der Inanspruchnahme von Unterstützung bei der Erziehung ist hier ein wichtiges Ziel. Die breite Streuung von Informationen und zielgerichtete Information über die Möglichkeiten (z.B. durch Elternabende in Kitas, Vorträge, Netzwerktreffen) ermöglicht ein „Normalwerden“ des Gesprächs über Erziehung und somit die leichtere Annahme von Hilfsangeboten. Letztere sollten in der „Dosis“ passend zum Bedarf der Familien sein. Manchen Eltern reicht der Besuch eines Vortrags oder ein kurzes Gespräch mit einer Fachkraft, andere benötigen intensivere Begleitung. Wünschenswert ist, dass die Inhalte der verschiedenen Angebote einander nicht widersprechen, sondern einheitlich und mit ähnlichen Worten vermittelt werden.

Der zunehmenden sprachlichen Vielfalt kann Triple P als internationales Programm mit Materialien in vielen verschiedenen Sprachen entsprechen. Viele der Programmvarianten stehen mittlerweile als internetbasierte Versionen zur Verfügung und werden auf der Grundlage positiver Wirksamkeitsnachweise teilweise bereits seit einigen Jahren in Deutschland erprobt (Dirscherl 2020).

6 Kritikpunkte

  • „Triple P beschäftigt sich nicht mit den Ursachen der Probleme in den Familien.“
    Als Ursachen für Schwierigkeiten berücksichtigt Triple P – neben dem genetischen Erbe und gesellschaftlichen Faktoren, z.B. Freunde, Schule und Medien – vor allem das familiale Umfeld. Hier wiederum werden insbesondere die Kommunikation und Interaktionen zwischen den Familienmitgliedern betrachtet und als mögliche Ursachen von Problemen in der Familie analysiert. Eltern werden dabei begleitet, eigene Verhaltensweisen zu reflektieren und den eigenen Anteil und die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
  • „Triple P kümmert sich nicht um die Rechte der Kinder, sondern nur um die Möglichkeiten der Eltern, wie diese ihre Kinder dazu bringen können, zu gehorchen.“
    Kinder haben das Recht auf Förderung ihrer Entwicklung und eine gewaltfreie Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten (§ 1631 BGB, § 1 SGB VII). Eine Aufgabe von Elternprogrammen ist es, eine Anwaltsfunktion für Kinder zu übernehmen und dabei diese Rechte zu stärken. Triple P unterstützt Eltern bei der liebevollen, fördernden und zuverlässigen Erziehung durch die Vermittlung kindgerechter, positiver Erziehungsfertigkeiten und macht sich so zum Anwalt der Kinder.
  • „Triple P ist ein sehr technisches bzw. rezepthaftes Konzept; Gefühle der Kinder spielen dabei keine Rolle.“
    Liebe, Zuneigung und Fürsorge von Eltern zeigen sich ihren Kindern in vielen kleinen, ganz konkreten Dingen, die Eltern tun oder unterlassen, z.B. schnell und feinfühlig auf Bedürfnisse der Kinder reagieren, kuscheln, Grenzen setzen, eine Geschichte vorlesen, Kinder altersangemessen selbst Entscheidungen treffen lassen, loben. Und bei all diesen Dingen spielt das „Wie“ eine wesentliche Rolle. Sogar so scheinbar einfache Dinge wie Loben können Eltern geschickter oder weniger geschickt machen, sodass sich ihre Kinder mehr oder weniger gelobt fühlen. Ein Lob kommt meist dann gut an, wenn es zeitnah zum Anlass, diesen konkret beschreibend, ehrlich und begeistert geäußert wird. Alle diese Details sind wichtig für das Gelingen eines Lobes. Je konkreter und genauer wir über diese Details mit Fachleuten und Eltern sprechen, umso technischer wirkt vielleicht unsere Sprache. Gerade diese Details aber können am Ende einen großen Unterschied machen – für die Gefühle von Eltern und Kindern.
  • „Triple P vertritt eine rigide und dressurmäßige Erziehungshaltung.“
    Triple P vertritt eine autoritative (manchmal auch demokratisch oder partizipativ genannte) Erziehungshaltung. Dazu gehört vor allem viel Liebe, Wärme und Zuneigung, sowie eine gute Tagesstruktur, gemeinsame Rituale und einige wenige, faire und klare Regeln sowie Zuverlässigkeit in den elterlichen Reaktionen. Dies bietet Kindern Sicherheit. Eltern, die autoritativ erziehen, nutzen die vielen täglichen Interaktionen mit ihren Kindern als Lernchancen und fördern so ganz nebenbei wichtige Lernkompetenzen.
    Lernen, so wie es bei Triple P verstanden wird, findet stets und ständig statt, unabhängig davon, ob wir wollen oder nicht. (Und auch unabhängig davon, ob manches davon z.B. als „Konditionierung“ bezeichnet wird oder nicht.) Wenn Eltern diese Grundlagen des Lernens besser verstehen, können sie in der Kindererziehung vieles bewusst besser machen, statt unbewusst schlechte Gewohnheiten weiter zu vertiefen.
  • „Triple P ist nur für gebildete, mittelständische Familien konzipiert.“
    Alle großen Studien zur Auswertung von Triple P haben auch Familien mit geringem sozioökonomischem Status und hohem Risiko für Probleme untersucht (z.B. Zubrick et al. 2005). Weder der sozioökonomische Status noch der Bildungsstand der Eltern hatten Einfluss auf die Wirksamkeit von Triple P oder die Zufriedenheit dr Eltern (z.B. Heinrichs et al. 2006). Der Mehrebenenansatz von Triple P umfasst zahlreiche Angebote, die in Intensität, Modalität und Zielgruppenorientierung variieren. So wird der Zugang für ganz unterschiedliche Familien erleichtert. Triple P als integrierte, kommunale Präventionsstrategie, oder einzelne Angebote wie Triple P Online, erreichen nachweislich überproportional viele Familien mit niedrigem sozioökonomischen Hintergrund (z.B. Frantz et al. 2015).
  • „Triple P ist nicht auf ethnische Minderheiten übertragbar.“
    Das australische Programm Triple P ist in zahlreiche Sprachen übersetzt und wird international angewandt, z.B. in Kanada, in den Niederlanden, in Schottland, Singapur, Hongkong, in der Schweiz, der Türkei, den USA, mit australischen Aborigines, im Iran. Die Übersetzung in verschiedene Kulturen verlangt natürlich veränderte und angepasste Beispiele und Modelle, nicht jedoch gänzlich andere Erziehungsfertigkeiten. Viele Ergebnisse zeigen, dass Triple P und die empfohlenen Erziehungsfertigkeiten in verschiedenen kulturellen Gruppen auf eine hohe Akzeptanz stößt. Aktuell wird Triple P Online z.B. in arabischer Sprache für Menschen mit Fluchthintergrund in Deutschland angeboten und wissenschaftlich begleitet (Abteilung für Klinisch Psychologische Intervention der Freien Universität Berlin o.J.).
  • „Es ist für vielbeschäftigte Eltern nicht möglich, alle Erziehungsfertigkeiten einzuführen.“
    Triple P-Erziehungsfertigkeiten sind auf Dauer und mit der Routine eine Erleichterung für Eltern im Umgang mit ihren Kindern und weitaus weniger aufwendig als die meist wenig kindgerechten und wirkungslosen Alternativen, z.B. häufiges Schimpfen.
    Es ist darüber hinaus nicht nötig, alle Erziehungsfertigkeiten neu einzuführen. Viele werden bereits erfolgreich genutzt, andere wiederum sind in der Familie nicht notwendig oder passend. Jede Familie entscheidet, welche Anregungen und Hilfen für sie individuell wichtig sind. Die konkreten Erziehungsziele werden von den Familien, nicht von Triple P oder einer anderen äußeren Instanz vorgegeben.

7 Umsetzung und Grenzen

Um möglichst positive Wirkungen für Familien entfalten zu können, sollte ein Programm sowohl theoretisch fundiert und wissenschaftlich geprüft als auch gut implementiert sein. Triple P kontrolliert daher fortlaufend die Qualität der Fortbildung, setzt fachlich fundierte pädagogische und psychologische Kenntnisse sowie Berufserfahrung voraus und unterstützt durch die Akkreditierung die Umsetzung des Gelernten in die Praxis. Darüber hinaus gibt es für akkreditierte Fachkräfte Supervisionsangebote. Triple P Anbieter werden dabei unterstützt, ihr Angebot zielgruppenspezifisch und bedarfsgerecht zu gestalten. Einrichtungen, Organisationen und Kommunen, die Triple P implementieren, werden passgenau begleitet und unterstützt. Dabei nutzen speziell geschulte Implementierungsberater:innen das Rahmenmodell zur Implementierung von Triple P, das auf der Grundlage der internationalen Implementierungsforschung entwickelt wurde (Mc William et al. 2016; Sanders 2023).

Die Umsetzung des Programms mit neuen Zielgruppen, in neuen Kontexten und Varianten wird regelmäßig nach wissenschaftlichen Standards evaluiert. Triple P wird aufgrund der sehr guten Wirksamkeitsnachweise von den Vereinten Nationen als am besten untersuchtes Elternprogramm weltweit empfohlen (UNODC 2010).

Das Programm stößt dort an seine Grenzen, wo es um die Therapie psychischer Störungen oder um soziale Problemstellungen wie z.B. Überschuldung geht. In manchen dieser Fälle gibt es Triple P-Angebote, die ergänzend zur eigentlichen Versorgung wirksam sind.

8 Quellenangaben

Abteilung für Klinisch Psychologische Intervention der Freien Universität Berlin, [ohne Jahr]. IMPROVE-MH [online]. Berlin: Abteilung für Klinisch Psychologische Intervention der Freien Universität Berlin [Zugriff am: 31.07.2023]. Verfügbar unter: https://www.mentalhealth4refugees.de/de/improve-mh

Dirscherl, Ronja, 2020. Eltern digital unterstützen. Smarte kommunale Prävention. In: Forum Kriminalprävention [online]. (1), S. 27–30 [Zugriff am: 31.07.2023]. ISSN 1618-4912. Verfügbar unter: https://www.forum-kriminalpraevention.de/files/​1Forum-kriminalpraevention-webseite/pdf/2020-01/​Eltern_digital_unterstuetzen.pdf

Dirscherl, Ronja, 2023 [im Erscheinen]. Stärkung von Elternkompetenz als Schlüsselfaktor für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: Eine Public-Health-Aufgabe. In: Public Health Forum. 31(3). ISSN 1876-4851

Frantz, Inga, Mark Stemmler, Kurt Hahlweg, Julia Plück und Nina Heinrichs, 2015. Experiences in Disseminating Evidence-Based Prevention Programs in a Real-World Setting. In: Prevention Science. 16(6), S. 789–800. ISSN 1389-4986

Heinrichs, Nina, Kurt Hahlweg, Annett Kuschel, Sonja Krüger, Heike Bertram, Sylvia Harstick und Sebastian Naumann, 2006. Triple P aus Sicht der Eltern. In: Kindheit und Entwicklung. 15(1), S. 19–26. ISSN 0942-5403

Karoly, Paul, 1993. Mechanisms of self-regulation: A systems view. In: Annual Review of Psychology [online]. 44(1), 23–52 [Zugriff am: 06.02.2019]. ISSN 0066-4308. Verfügbar unter: https://doi.org10.1146/annurev.psych.44.1.23

Markie-Dadds, Carol, Karen M.T. Turner und Matthew Sanders, 2007. Das Triple P Gruppenarbeitsbuch: Das Begleitbuch zum Triple P-Grupentraining. 2., überarbeitete Auflage. Münster: PAG Institut für Psychologie. ISBN 978-3-931521-43-1

McWilliam, Jenna, Jacquie Brown, Matthew R. Sanders und Liz Jones, 2016. The Triple P Implementation Framework: the Role of Purveyors in the Implementation and Sustainability of Evidence-Based Programs. In: Prevention Science [online]. 17, S. 636–645 [Zugriff am: 31.07.2023]. Verfügbar unter: doi:10.1007/s11121-016-0661-4

Sanders, Matthew R., 2023. The Triple P System of Evidence-Based Parenting Support: Past, Present, and Future Directions. In: Clinical Child and Family Psychology Review [online]. [Zugriff am: 31.07.2023]. Verfügbar unter: doi:10.1007/s10567-023-00441-8

UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime), 2010. Compilation of Evidence-Based Family Skills Training Programmes [online]. Wien: United Nations Office on Drugs and Crime [Zugriff am: 25.07.2023]. Verfügbar unter: https://www.unodc.org/documents/​prevention/​family-compilation.pdf

World Health Organization (WHO), Hrsg., 2022. WHO guidelines on parenting interventions to prevent maltreatment and enhance parent-child relationships with children aged 0–17 years [online]. Genf: World Health Organization [Zugriff am: 25.07.2023]. PDF e-Book. ISBN 978-92-4-006550-5. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789240065505

Zubrick, Stephen R., Kristine A. Ward, Sven R. Silburn, David Lawrence, Anwen A. Williams, Eve Blair, Deborah Robertson und Matthew R. Sanders, 2005. Prevention of Child Behavior Problems Through Universal Implemention of a Group Behavioral Family Intervention. In: Prevention Science. 6(4), S. 1–18. ISSN 1389-4986

9 Informationen im Internet

Verfasst von
Dr. Thomas Dirscherl
Geschäftsführer Triple P Deutschland GmbH
Mailformular

Es gibt 1 Lexikonartikel von Thomas Dirscherl.

Zitiervorschlag anzeigen

Alle Versionen

  1. 04.08.2023 Thomas Dirscherl [aktuelle Fassung]
  2. 18.03.2019 Thomas Dirscherl

Weitere Lexikonartikel

Recherche

zum Begriff Triple P

Rezensionen

Buchcover

Kristina Dobers, Andrea Ackermann, Sina Leonhardt: Wenn der innere Dino brüllt. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2025.
Rezension lesen   Buch bestellen

zu den socialnet Rezensionen

Urheberrecht
Dieser Lexikonartikel ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion des Lexikons für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.

Werden Sie Sponsor des socialnet Lexikons!

Profitieren Sie von hoher Sichtbarkeit in der Sozialwirtschaft, attraktiven Werberabatten und Imagegewinn durch CSR. Mit Ihrem Logo auf allen Lexikonseiten erreichen Sie monatlich rund 90.000 Fachkräfte und Entscheider:innen.
Mehr erfahren …