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Vertreibung

Johannes Lang, Nicole Lang

veröffentlicht am 19.05.2025

Synonym: Zwangsmigration

Englisch: expulsion; eviction; displacement

Der Begriff Vertreibung bezeichnet die dauerhafte und erzwungene Verlagerung von Bevölkerungsgruppen – meist Minderheiten – aus ihrem Herkunftsgebiet infolge von Gewalt oder deren Androhung. Er ist juristisch nicht einheitlich definiert und wird im allgemeinen wie politischen und historischen Sprachgebrauch oft unscharf von Begriffen wie Flucht, Migration oder Deportation abgegrenzt.

Überblick

  1. 1 Zusammenfassung
  2. 2 Bedeutung in der BRD
  3. 3 Religiöse Einflüsse
  4. 4 Vertreibungen vor 1945
  5. 5 Vertreibungen nach 1945
  6. 6 Deutsche Vertriebene nach 1945
  7. 7 Gründe für Vertreibung
  8. 8 Folgen der Vertreibung am Beispiel Gesundheit und Bildung
  9. 9 Gender-Aspekt
  10. 10 Aktuelle Beispiele
  11. 11 Bedeutung für die Soziale Arbeit
  12. 12 Quellenangaben
  13. 13 Literaturhinweise

1 Zusammenfassung

Eine Fixierung des Begriffes auf eine Minimaldefinition lässt sich nur schwer vornehmen. Eine nicht abschließende, aber möglichst umfassende Definition bietet die folgende: Vertreibungen sind dauerhafte Flucht, Umsiedlungen oder Ausweisungen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe oder Minderheit, die infolge von Gewalt oder deren Androhung ihre Herkunftsregion verlassen. Bereits seit dem 12.08.1948 ist die Vertreibung einer bestimmten Gruppe aus einem Gebiet ein Verstoß gegen das Völkerrecht der Genfer Konvention (Franzen und Troebst 2010, S. 694). Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass das Bestehen von ethnischen Unterschieden nicht zwangsläufig zur Vertreibung der Minderheit führt. Es kann zu einer gleichberechtigten Gesellschaft mit verschiedenen Minderheiten und einer Majorität kommen. Obgleich diese Beispiele in Europa selten sind, kann auf die Kantonsbildung Jura in der Schweiz und das, nach langer konfliktreicher Geschichte, friedliche Zusammenleben in Südtirol verwiesen werden (Gebhardt 2013, S. 158 f.). In der Regel werden auch gegenwärtig bestimmte ethnische, religiöse oder nationale Gruppen bevorzugt oder benachteiligt. Die Konsequenzen daraus sind die Flucht, die Migration oder die Vertreibung der schikanierten Minderheiten (a.a.O., S. 158). Insgesamt sind die Dynamiken der Vertreibungen komplexer als je zuvor (Garlick 2011, S. 10).

2 Bedeutung in der BRD

In den deutschen Sprachgebrauch kam das Wort erst Mitte der 1950er-Jahre, auch durch die Einführung des Bundesvertriebenengesetzes (1953), das bis heute die Rechte vertriebener Deutscher regelt. Zu diesem Zeitpunkt wurde erstmals zwischen Vertreibung, Flucht, Deportation und Migration unterschieden. In den vergangenen Jahren wurde der Begriff Zwangsmigration synonym benutzt (Franzen und Troebst 2010, S. 695; Schirilla 2018, S. 426–427). Zu diesem Zeitpunkt, Mitte der 1950er-Jahre, etablierten sich allmählich die ersten Überzeugungen im Zentrum der Gesellschaft, die darauf beruhen, dass die Deutschen im Zweiten Weltkrieg nicht nur Täter:innen waren. Diese Sichtweisen zeigen, wie auch Deutsche vertrieben wurden und Opfer des Krieges waren (Zimmer 2009, S. 80). Mit diesem geschichtlichen Hintergrund verdeutlicht sich, warum die Begrifflichkeit Vertreibung in Deutschland lange Zeit ausschließlich im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und den Zwangsmigrationen deutscher Staatsangehöriger aus Osteuropa standen (Franzen und Troebst 2010, S. 695). Das bereits zuvor erwähnte Bundesvertriebenengesetz von 1953 definiert im ersten Absatz seines § 1 „Vertriebener“ im folgenden Wortlaut:

„Vertriebener ist, wer als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger seinen Wohnsitz in den ehemals unter fremder Verwaltung stehenden deutschen Ostgebieten oder in den Gebieten außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches nach dem Gebietsstande vom 31. Dezember 1937 hatte und diesen im Zusammenhang mit den Ereignissen des zweiten Weltkrieges infolge Vertreibung, insbesondere durch Ausweisung oder Flucht, verloren hat“ (§ 1 BVFG)

Dem deutschen Gesetz nach bezeichnet der Ausdruck „Vertriebene“ demnach all diejenigen Deutschen (mit Bezug auf Artikel 116 des Grundgesetzes), die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren hatten. Mit dieser Definition schloss dieses Gesetz im Jahr 1953 ungefähr acht Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland ein. Dazu zählen die zahlreichen deutschen Umsiedler der „Heim-ins-Reich“-Bewegung (Volksdeutsche), ebenso sind die deutschen Aussiedler bzw. Spätaussiedler inbegriffen (Franzen 2010, S. 696). Die Bezeichnungen „Aussiedler“ und „Spätaussiedler“ sind gegenwärtig noch im Kontext der deutschen Vertriebenen gebräuchlich. Als Aussiedler gilt, wer infolge der von den alliierten Siegermächten gebilligten Vertreibungen im Rahmen der Aussiedlungsaktionen bis 1949 seine Heimat – insbesondere in den deutschen Ostgebieten, im Sudetenland, in Ungarn, Rumänien, der Sowjetunion und Jugoslawien – verlassen musste und ab 1950 in die Bundesrepublik Deutschland kam. Personen, die nach 1990 nach Deutschland kamen, werden bis heute Spätaussiedler genannt (Kotzian 2010b, S. 215). Seit 1958 sind die Vertriebenen in Deutschland in einem Dachverband, dem „Bund der Vertriebenen“, organisiert. Er repräsentiert die 15 Millionen Deutsche, die nach der Vertreibung in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben (Bund der Vertriebenen 2025).

3 Religiöse Einflüsse

Auch in der Bibel wird bereits auf den ersten Seiten der Schöpfungsgeschichte von Vertreibung gesprochen.

23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.

24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.“ (Katholische Bibelanstalt 1980, S. 20)

Durch den paradiesischen Tabubruch der Menschen (Adam und Eva) werden diese aus dem Paradies vertrieben bzw. mit der Vertreibung bestraft (Hartmann 2014, S. 20). Dies zeigt, dass Vertreibung keine neuartige Erscheinung ist, sondern die Welt schon seit Menschengedenken beherrscht. So wurden im Namen von Jesu, aber auch von Allah, in der Geschichte der Menschheit neben grausamen Massakern und Deportationen auch unzählige Vertreibungen erzwungen bzw. mit Gewalt durchgesetzt (Kordes und Demorgon 2006, S. 59).

Selbstverständlich findet Vertreibung auch seinen Platz in der jüdischen Geschichte. Hier wird bereits in der Thora von einer Reihe von Prüfungen für das jüdische Volk gesprochen, eine davon ist die Vertreibung aus ihrem Land (Hartmann 2014, S. 26–27). Einschneidend in die jüdische Geschichte sind die Ereignisse des Holocaust bzw. der Shoah. Deren Folge war auch die Errichtung eines jüdischen Staates in einem vorwiegend arabisch besiedelten Gebiet (Krell 2009, S. 98), wodurch es zu Spannungen kam und schließlich zu Vertreibungen und Flucht auf palästinensischer Seite. Dieses kollektive Bewusstsein wird bis heute auf beiden Seiten über Generationen weitervermittelt (a.a.O., S. 85).

Mit Blick auf die dritte monotheistische Weltreligion – in einer direkten Anknüpfung an den Konflikt zwischen Israel und Palästina – zeigt sich, dass auch in der islamisch geprägten Welt Vertreibungen ein bekanntes Phänomen sind. Bereits im ersten arabisch-israelischen Krieg kam es durch einen enormen Auswanderungsdruck zu Vertreibungen der jüdischen Bevölkerung (a.a.O., S. 101). Weiterhin bestehen auch in anderen Gebieten ungelöste ethnische Konflikte. Die Region um Kirkut ist etwa seit Jahren von Vertreibungen geprägt: Zunächst wurde eine Zwangsarabisierung unter Saddam Hussein durchgeführt, nach dem Sturz Husseins schwelte der Konflikt weiter und es kam zu Vertreibungen von arabischen Einwohnern (Hippler 2012, S. 68–69). Eine Schlussfolgerung aus diesen schlaglichtartigen Beispielen der religiös behafteten Vertreibungen ist, dass das Thema Vertreibung nicht auf bestimmte Religionen oder Ethnien beschränkt ist.

4 Vertreibungen vor 1945

Eine umfassende Abbildung aller Vertreibungen der Menschheitsgeschichte ist in diesem Rahmen nicht möglich. Ein Beispiel für Vertreibungen in der frühen Neuzeit – frühe Neuzeit wird hier am Augsburger Konfessionsfrieden Mitte des 16. Jahrhunderts definiert – zeigt, wie unberechenbar Vertreibungen sind. Dort waren es vor allem Auswanderer, die selbst das Leid der religiösen Intoleranz und Dekulturation in ihrem Heimatland zu spüren bekommen haben und schließlich vertrieben wurden – der Auslöser einer ersten Globalisierungswelle. Dieser Globalisierung folgte nach der Zeit der Entdeckung und des Handels eine Zeit der Vertreibung und der Versklavung, vorrangig in Bezug auf indigene Völker und afrikanische Arbeiter:innen (Kordes und Demorgon 2006, S. 59 f.). Diese globalen Vertreibungen sind nicht die ersten und leider nicht die letzten Ereignisse ihrer Art. Im 20. Jahrhundert bestimmen Flucht und Vertreibungen das Bild Europas (Gans et al. 2013, S. 354). Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg verloren rund neun Millionen Menschen ihre Heimat. Diese Entwicklung war die Folge der Friedensverträge und der Re-Territorialisierung. Bereits einige Jahre später kam es im Dritten Reich zu weiteren Vertreibungen, darunter unter anderem sechs Millionen Jüdinnen und Juden und weitere sieben Millionen Menschen in Osteuropa (Gebhardt 2013, S. 158).

5 Vertreibungen nach 1945

Im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg und dem damit verbundenen Zusammenbruch Deutschlands und der Teilung Europas wurden in kürzester Zeit weitere 30 Millionen Menschen vertrieben bzw. zu einer Zwangsmigration gezwungen (Gebhardt 2013, S. 158). Millionen deutscher Flüchtlinge und Vertriebener kamen nach Kriegsende in die westliche Besatzungszone. Diese Zuwanderungsströme unterschieden sich von späteren, meist durch ökonomische Auslöser wie dem Wirtschaftswunder gespeiste, Migrationen (Kökgiran und Kökgiran 2014, S. 285). Insgesamt kann man von rund zwölf Millionen deutschen Vertriebenen aus den Ostgebieten ausgehen, die als Minderheiten in ganz verschiedenen Herkunftsgebieten in Osteuropa lebten (Kotzian 2010a, S. 200). Die Schicksale, die alle Vertriebenen betreffen, sind der Verlust von Besitz und Heimat. Selbst für die Nutznießenden des NS-Regimes zerbrach die materielle Welt und somit die Heimat, die Häuser und aller Besitz (Gabriel und Nicklas 2006, S. 65). Somit waren selbst die, die zuvor noch profitiert hatten, häufig Vertriebene im eigenen Land.

In Europa gab es die letzten großen Vertreibungen in den 1990er-Jahren infolge des Zerfalls Jugoslawiens. In den anschließenden Auseinandersetzungen in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo wurden Millionen Menschen vertrieben und zur Flucht gezwungen (Gans et al. 2013, S. 362). Selbstverständlich gab es weitere Vertreibungen auf der ganzen Welt (für eine ausführliche Beschreibung der Vertreibungen in Europa im 20. Jahrhundert: Brandes et al. 2010).

Ein Blick über Europa hinaus nach Afrika zeigt, wie sehr auch dort Vertreibungen eine Rolle spielen. Gerade ab den 1960er-Jahren fanden in und nach Ruanda, Burundi und dem Kongo immer wieder massive Vertreibungen statt, die sich in den folgenden Jahren wiederholten (Garlick 2011, S. 6). Zu den erschreckenden Beispielen in Afrika zählt auch die Apartheid in Südafrika, dort wurden Menschen massenhaft entrechtet und vertrieben, dies sogar ganz legal nach dem Willen der geltenden Gesetze (Kastner 2010, S. 205).

6 Deutsche Vertriebene nach 1945

Die erste Generation der deutschen Vertriebenen nach 1945 wurde gesellschaftlich vorwiegend als „Vertriebene“ etikettiert. Nichts konnte das Geschehene ausblenden, umso erstaunlicher ist es, dass in der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ von 1950 der „Verzicht auf Rache und Vergeltung“ niedergeschrieben wurde (Kotzian 2010b, S. 223). Der Leidensdruck dieser Menschen in ihrer ehemaligen Heimat in Mittel-, Ost- und Südosteuropa war so groß, dass nur der Weg zurück nach Deutschland blieb. Die Repressionen umfassten zum Beispiel (Zwangs-)Assimilation durch Verbot der deutschen Sprache oder aber starke Diskriminierung der verbliebenen Minderheiten. Deswegen führte schließlich oftmals der Weg zurück in die deutsche „Heimat“, die die Vorfahren vor zum Teil mehreren hundert Jahren verlassen hatten (a.a.O.). In der Bundesrepublik wurden die Vertriebenen zwar aufgenommen und eingegliedert, blieben aber je nach Herkunft als Schlesier, Egerländer oder mit anderen Bezeichnungen der Herkunftsregionen markiert. Eine Assimilation fand nicht statt und die Identität der ersten Aussiedlergeneration war, indem sie die Schlesier etc. blieben, somit auch gefunden (a.a.O., S. 224).

Für die Generation der bis 1955 Geborenen wurde nicht die Vertreibung an sich zum prägenden Erlebnis, sondern die Nicht-Zugehörigkeit in der Umwelt. Diese Erlebnisse wurden häufig mit angestrengter Integration versucht zu verarbeiten. Integrationsbemühungen gingen so weit, dass diese Generation besonders bemüht war, nicht aufzufallen (a.a.O.).

Der nachfolgenden Generation, die die Vertreibung nicht mehr selbst erlebt hatte und bereits in die Gesellschaft integriert war, wurde es trotzdem nicht leicht gemacht, zu ihrer Herkunft zu stehen. Ein klares Bekenntnis der „Schlesier“ zu ihrer „Heimat in Schlesien“ war auch politisch nicht erwünscht (a.a.O., S. 225). Erst in der dritten Generation sind diese Identitätsprobleme nicht mehr angezeigt. „Die ‚Enkel‘ sind unbestreitbar Bayern, Franken, Schwaben oder Rheinländer“ (a.a.O., S. 226).

7 Gründe für Vertreibung

Gerade das 20. Jahrhundert zeigt ein breites Spektrum, wie Vertreibung herbeigeführt wurde und welche Auslöser zugrunde lagen. Die deutsche Geschichte ist geprägt vom Zusammenbruch des dritten Reiches, daneben brachen auch andere faschistische Regime sowie zahlreiche Kolonialreiche zusammen. Diese Entwicklungen zogen ethnische Vertreibungen in bis dato noch unbekanntem Ausmaß nach sich. Allein 14 Millionen „Reichsdeutsche“ wurden aus den Ostgebieten nach Westeuropa vertrieben. Eine ähnlich hohe Anzahl von Muslim:innen und Hindus wurde in Indien und Pakistan vertrieben. Durch diesen gesamten Wandel bildeten sich neue Nationen, die durchaus wieder Vertreibungen mit sich brachten. Die Auslöser waren auch hier mannigfaltig, es konnten ideologische (siehe DDR bis Jugoslawien, Guinea bis Tansania), religiöse (siehe Pakistan) oder politisch-ökonomische Gründe vorliegen. Im gravierendsten Fall führten diese Entwicklungen bis zum Ethnozid (Serbien, Ruanda), der eine Zwangsmigration auslöste (Kordes und Demorgon 2006, S. 56).

In der Ethnizitätsforschung ist das Phänomen bekannt, dass Völker mit Territorien zur Deckung gebracht werden sollen – ein Ziel, das vor allem durch ethnische Umsiedlung und Vertreibung verfolgt wird (Hirschauer 2014, S. 185). Mit der Vorstellung, dass staatliche mit ethnischen Grenzen gleich sein müssen, wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts massenweise Zwangswanderungen ausgelöst. Nach diesen, hauptsächlich in Europa stattfindenden Vertreibungen, folgten weitere große Zwangswanderungen durch die Entkolonialisierung sowie den Zusammenbruch der Sowjetunion und Jugoslawiens (Franzen und Troebst 2010, S. 694–695). In den Machtkämpfen um die Staatswerdung ist die Geschichte voll von Vertreibung bis zum Völkermord (Gromes 2011, S. 256–257).

Spätestens durch die Auseinandersetzung im Kosovo (1991-1999) und der dort stattfindenden Vertreibungen bekam das Thema Vertreibung internationale Beachtung und wurde schließlich im Statut von Rom des Internationalen Strafgerichtshofs als Verbrechen gegen die Menschlichkeit klassifiziert (Franzen und Troebst 2010, S. 694). Vertreibungen werden überwiegend aus einer Machtposition heraus organisiert und richten sich gegen Minderheiten, die dem Zwang bzw. dem Druck der Majorität nicht standhalten.

8 Folgen der Vertreibung am Beispiel Gesundheit und Bildung

Viele Studien zeigen, dass Vertreibungen ein Risiko für verschiedene gesundheitliche Faktoren sind. Mit der Vertreibung gehen häufig traumatische Erlebnisse einher, z.B. Kriegshandlungen oder körperliche Gewalt. Diese Ansammlung von Ereignissen führt zu einem höheren Risiko, an psychischen Erkrankungen oder somatoformen – körperliche Beschwerden, die nicht bzw. nicht ausschließlich auf organische Erkrankungen zurückzuführen sind – Störungen zu leiden (Glaesmer 2014, S. 197–198; Wanner 2018, S. 624). Bei Untersuchungen mit Menschen, die Vertreibungen im und nach dem Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, wurde festgestellt, dass diese häufiger Symptome von Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen zeigen. Zudem ist die Selbsteinschätzung des subjektiven Gesundheitsstatus signifikant schlechter als bei Nichtvertriebenen. Diese Befunde können vor allem auf das vermehrte Erleben von Traumata zurückgeführt werden (Dapp et al. 2011, S. 65–66). Gerade am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden viele Menschen vertrieben und erlebten dort traumatische Ereignisse und lebensbedrohliche Bedingungen (Glaesmer 2014, S. 197).

Eine weitere Studie des DIW Berlin greift die Folgen von in Kolumbien vertriebenen Kindern und Jugendlichen auf. Hierbei lassen sich negative gesundheitliche Effekte in allen untersuchten Altersklassen feststellen. Insbesondere kommt es bei vielen vertriebenen Kindern zu einer Mangelernährung (Wald 2014, S. 1196). Dieses Ergebnis wird durch Regressionsanalysen bestätigt: Vertreibung führt zu signifikant schlechterem Ernährungszustand bei Kindern bis fünf Jahren (a.a.O., S. 1194 f.). Ebenso können vertriebene Menschen, zumindest zeitweise, nicht an Bildung partizipieren. Zudem werden ggf. bereits erreichte Bildungsabschlüsse in einem anderen Land nicht anerkannt (Schmitt 2018, S. 638).

9 Gender-Aspekt

Ein kurzer Blick auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Thema Vertreibung zeigt, dass sich die Schicksale durchaus unterscheiden. Während nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen auf der Flucht sind, gibt es ca. zwei Millionen Frauen, die neben der Vertreibung noch Vergewaltigungen durch die Soldaten der Roten Armee erleben mussten (Böhmer 2012, S. 29). Diese eventuell über Jahre verdrängten Erlebnisse können im Alter wieder hervorkommen und den betroffenen Frauen den Lebensabend erschweren. Kritisch sind vor allem die Lebensphasen, in denen sie auf Hilfe und Unterstützung bei der Pflege angewiesen sind. Mit dem zunehmenden Alter greifen die bis dahin erfolgreichen Überlebensstrategien nicht mehr (a.a.O.). Neben den geschlechtsspezifischen Erfahrungen von Vertreibung nimmt zudem die alleinige Betreuung von Kindern eine große Rolle ein. Mütter sind häufig mit ihren Kindern zusammen auf der Flucht, sie haben somit nicht nur die Aufgabe ihr eigenes Leben zu schützen, sondern müssen sich auch noch um ihre Kinder kümmern.

10 Aktuelle Beispiele

Einige ausgewählte, aktuelle Beispiele zeigen, dass Vertreibungen sowohl im kleinen Sozialraum als auch global weiterhin stattfinden. So bestanden – und bestehen höchstwahrscheinlich noch immer – polizeiliche Vertreibungsstrategien. Mit diesen Strategien sollen Menschen, meist aus der Drogenszene oder obdachlose Menschen, aus der öffentlichen Wahrnehmung vertrieben werden. Zur „Verbesserung“ der allgemeinen Lebensqualität werden diese marginalisierten Gruppen aus dem öffentlichen Raum einer Stadt vertrieben (Huber 2014, S. 32–33). Dies berichten auch Praktiker:innen aus der mobilen und aufsuchenden Jugendarbeit, die aufgrund von Vorgaben diesen Vertreibungsdruck umsetzen müssen (a.a.O., S. 109).

Sinti*zze und Rom*nja sind bereits seit vielen Jahren immer wieder Opfer von Vertreibungen. Dabei verloren die Sinti*zze und Rom*nja ihre Heimatorte nicht, wie ihnen oftmals nachgesagt wird, aus freiem Wandertrieb. Vielmehr flohen sie vor Krieg oder Vertreibung. Im geschichtlichen Verlauf erfolgten unzählige Gesetzesbestimmungen zum Umgang mit den Sinti*zze und Rom*nja auf deutschem Gebiet. Hierbei gab es etwa die Nichtverfolgung von Straftaten gegen Sinti*zze und Rom*nja (z.B. bei Mord) oder aber konkrete Vertreibungsvorschriften. Ende des 18. Jahrhunderts gab es sogar Bestrebungen zur staatlichen Zwangsassimilation und einer sesshaften Lebensweise (Trauschein 2014, S. 12–14). Bis heute werden die Sinti*zze und Rom*nja in Europa diskriminiert und vertrieben.

Mit dem Klimawandel wird es eine ganz neue Art der Vertreibung auf der Welt geben. Bereits heute werden Menschen durch Naturkatastrophen oder aufgrund von veränderten klimatischen Bedingungen aus ihrer Heimat vertrieben. Die steigende Bevölkerungszahl, Wasser-, Nahrungs- und Energiemangel werden nicht nur zu zunehmenden kriegerischen Konflikten führen, sondern auch zu größeren erzwungenen Wanderungsbewegungen (Garlick 2011, S. 12–13). Die Folgen des Klimawandels könnten somit die größten Risikofaktoren für kommende Vertreibungen auf der ganzen Welt sein.

11 Bedeutung für die Soziale Arbeit

Eine in Deutschland ankommende vertriebene Person kommt häufig als erstes mit Fachkräften der Sozialen Arbeit in Kontakt. Auf dem langen und meist schwierigen Weg vom Flüchtling zur Integration benötigt es Begleitung, manchmal gar über Generationen. Dabei sollte jede sozialarbeiterische Fachkraft bedenken, dass hier keine Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen ankommen, sondern dass diese Menschen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Für diesen Verlust der Heimat, die Vertreibung und die Zwangssituation muss man Verständnis und Respekt entgegenbringen und dies am besten auch nach außen vermitteln (Emminghaus 2008, S. 35–36).

Ansprüche an die sozialarbeiterische Fachkraft gibt es viele. So soll sie die „Problemlösungsfunktion; Konzeptionsfunktion; adressatenbezogene Strukturierungsfunktion; Strukturierungsfunktion bezüglich der inneren Ressourcen; Multiplikatorenfunktion; Politikfunktion“ (Aschenbrenner-Wellmann und Ehrismann 2014, S. 368) übernehmen. Dabei befindet sich die sozialarbeiterische Fachkraft in einer Dilemma-Situation. Zwar wird sie immer an einer Dienstleistungsbeziehung mit dem respektvollen Umgang unter erwachsenen Menschen arbeiten. Dies entspricht meist dem Wunsch der Klient:innen. Trotzdem wird es Situationen geben, in denen der unter der Vertreibung leidende Mensch in infantile Bedürfnislagen zurückfallen könnte. Die traumatischen Erlebnisse, die Ängste und die Erwartungen sowie die Verunsicherung durch die neuen gesellschaftlichen Normen führen zu einer hohen Verletzlichkeit. Hierfür müssen Sozialarbeitende handlungssicher emotionale Schonräume anbieten und diesen Situationen mit Empathie begegnen (Müller 2006, S. 218).

Zudem befinden sich die Sozialarbeitenden in der Flüchtlingsarbeit mit Vertriebenen oftmals im Spannungsfeld des doppelten Mandates zwischen Ethik und Recht. Das Ausländer- und Zuwanderungsrecht schränkt die aus sozialarbeiterischer Sicht notwendigen Interventionen in manchen Bereich ein (Aschenbrenner-Wellmann und Ehrismann 2014, S. 368). Ein wichtiger Bezugspunkt in diesem Dilemma der Sozialarbeitenden kann die Berufung auf die allgemeinen Menschenrechte sein. Dies wird aber in der aktuellen, praktischen Umsetzung nicht genutzt. In der Folge der Spannungen zwischen den Mandaten kann es dazu kommen, dass Soziale Arbeit selbst Vertreibungen vornimmt, z.B. Drogenkonsumierende aus dem öffentlichen Raum verdrängt.

Ein Aspekt, der in der Arbeit mit jungen Migrant:innen und Flüchtlingen beschrieben wird, ist die Ethnisierung sozialer Konflikte. Dies kann auf dem Weg zur Konfliktlösung ein Problem werden. Ähnliches gilt für die Konflikte im Kontext des Heranwachsens und der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft. Diese Adoleszenzkonflikte können durch das Flüchtlingsschicksal bzw. die traumatischen Erlebnisse der Vertreibung überlagert oder noch ausgeprägter werden (Müller 2006, S. 211–212).

12 Quellenangaben

Aschenbrenner-Wellmann, Beate und Regina Ehrismann, 2014. Die Soziale Arbeit mit Flüchtlingen. Rahmenbedingungen und methodische Herausforderungen. In: Soziale Arbeit. 63, S. 366–373 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 2942-3406. doi:10.5771/0490-1606-2014-10-11-366

Bund der Vertriebenen, 2025. Verband: Strukturen, Organisation, Aufgaben [online]. Berlin: Bund der Vertriebenen [Zugriff am: 05.05.2025]. Verfügbar unter: https://www.bund-der-vertriebenen.de/verband

Böhmer, Martina, 2012. Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Lebensgeschichte alter Frauen. In: Sozial Extra. 36(5-6), S. 29–31 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1863-8953. doi:10.1007/s12054-012-0059-x

Dapp, Ulrike, Regina Fertmann, Jennifer Anders, Silke Schmidt, Franz Pröfener und Christine Deneke et al., 2011. Die Longitudinal-Urban-Cohort-Ageing-Studie (LUCAS). In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. 44(2), S. 55–72 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1435-1269. doi:10.1007/s00391-011-0244-8

Emminghaus, Wolf Bernhard, 2008. Flüchtlinge in Deutschland. In: Sozial Extra. 11(12), S. 35–38 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1863-8953. doi:10.1007/s12054-008-0107-8

Franzen, K. Erik, 2010. Vertriebene. In: Detlef Brandes, Holm Sandhausen und Stefan Troebst, Hrsg. Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. Unter Mitarbeit von Kristina Kaiserová, Dmytro Myeshkov und Krzysztof Ruchniewicz. Wien: Böhlau, S. 696–698. ISBN 978-3-205-78407-4

Franzen, K. Erik und Stefan Troebst, 2010. Vertreibung. In: Detlef Brandes, Holm Sandhausen und Stefan Troebst, Hrsg. Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. Unter Mitarbeit von Kristina Kaiserová, Dmytro Myeshkov und Krzysztof Ruchniewicz. Wien: Böhlau, S. 693–696. ISBN 978-3-205-78407-4

Gabriel, Nicole und Hans Nicklas, 2006. Mémoire: Europäische Erinnerungskultur am Beispiel Deutschlands und Frankreichs. In: Hans Nicklas, Burkhard Müller und Hagen Kordes, Hrsg. Interkulturell denken und handeln: Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis. Lizenzausg. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Bd. 595), S. 63–73. ISBN 978-3-593-38020-9 [Rezension bei socialnet]

Gans, Paul, Christine Lang und Andreas Pott, 2013. Bevölkerungsdynamik und Migration. In: Hans Gebhardt, Rüdiger Glaser und Sebastian Lentz, Hrsg. Europa: eine Geographie. Berlin: Springer Spektrum, S. 329–377. ISBN 978-3-827-42720-5

Garlick, Madeline, 2011. Flüchtlingsströme und Fluchtursachen im 20. Jahrhundert: Entstehung des UNHCR. Nürnberger Tage zum Asyl- und Ausländerrecht. 05.10.2011. Nürnberg: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Gebhardt, Hans, 2013. Politische Geographien Europas. In: Hans Gebhardt, Rüdiger Glaser und Sebastian Lentz, Hrsg. Europa: eine Geographie. Berlin: Springer Spektrum, S. 129–185. ISBN 978-3-827-42720-5

Glaesmer, Heide, 2014. Traumatische Erfahrungen in der älteren deutschen Bevölkerung: Bedeutung für die psychische und körperliche Gesundheit auf Bevölkerungsebene. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. 47(3), S. 194–201 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1435-1269. doi:10.1007/s00391-014-0624-y

Gromes, Thorsten, 2011. Demokratisierung trotz fehlender Voraussetzungen? Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Makedonien im Vergleich. In: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft. 5(2), S. 253–276 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1865-2654. doi:10.1007/s12286-011-0105-2

Hartmann, Jürgen, 2014. Religion in der Politik: Judentum, Christentum, Islam. Wiesbaden: Springer Fachmedien. ISBN 978-3-658-04731-3

Hippler, Jochen, 2012. Zum Zustand des Irak beim Abzug des US-amerikanischen Militärs. In: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik. 5(1), S. 61–71 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1866-2196. doi:10.1007/s12399-011-0240-5

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Huber, Sven, 2014. Zwischen den Stühlen: Mobile und aufsuchende Jugendarbeit im Spannungsfeld von Aneignung und Ordnungspolitik. Wiesbaden: Springer VS (Sozialraumforschung und Sozialraumarbeit, 11). ISBN 978-3-658-03318-7

Kastner, Fatima, 2010. Restributive versus restaurative Gerechtigkeit: Zur transnationalen Difussion von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen in der Weltgesellschaft. In: Regina Kreide und Andreas Niederberger, Hrsg. Staatliche Souveränität und transnationales Recht. Mering: Rainer Hampp Verlag (Zentrum und Peripherie, 8), S. 194–211. ISBN 978-3-86618-486-2

Katholische Bibelanstalt, 1980. Die Bibel: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Stuttgart: Katholische Bibelanstalt. ISBN 978-3-920-60934-8

Kökgiran, Gürcan und Anna-Lena Kökgiran, 2014. Altwerden in der Migration. In: Britta Marschke und Heinz Ulrich Brinkmann, Hrsg. Handbuch Migrationsarbeit. 2., überarbeitete und aktualisierte Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 283–293. ISBN 978-3-531-19944-3 [Rezension bei socialnet]

Kordes, Hagen und Jaques Demorgon, 2006. Interkulturelle Geschichte zwischen Aussonderung und Verschmelzung. In: Hans Nicklas, Burkhard Müller und Hagen Kordes, Hrsg. Interkulturell denken und handeln: Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis. Lizenzausg. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Bd. 595), S. 55–62. ISBN 978-3-593-38020-9 [Rezension bei socialnet]

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Kotzian, Ortfried, 2010b. Sonderfall Bundesrepublik Deutschland: Deutscher und doch Migrant – Aussiedler zwischen Identitätsfindung und gesellschaftlicher Akzeptanz. In: Europäisches Journal für Minderheitenfragen. 3(3-4), S. 212–228 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1865-1097. doi:10.1007/s12241-010-0082-8

Krell, Gert, 2009. Die Last der Geschichte: Zur Bedeutung der NS-Zeit und des Holocaust für den Nahostkonflikt und die Staatsgründung Israels. In: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik. 2(1), S. 84–106 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1866-2196. doi:10.1007/s12399-008-0021-y

Müller, Burkhard, 2006. Soziale Arbeit und das Interkulturelle – oder: Wie löst man einen Knoten? In: Hans Nicklas, Burkhard Müller und Hagen Kordes, Hrsg. Interkulturell denken und handeln: Theoretische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis. Lizenzausg. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, Bd. 595), S. 211–219. ISBN 978-3-593-38020-9 [Rezension bei socialnet]

Schirilla, Nausikaa, 2018. Migration und Soziale Arbeit. In: Beate Blank, Süleyman Gögercin, Karin Elinor Sauer, Barbara Schramkowski, Hrsg. Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft: Grundlagen – Konzepte – Handlungsfelder. Wiesbaden: Springer VS, S. 425–434. ISBN 978-3-658-19540-3

Schmitt, Caroline, 2018. Transnationale Biografiearbeit mit geflüchteten Menschen. In: Beate Blank, Süleyman Gögercin, Karin Elinor Sauer, Barbara Schramkowski, Hrsg. Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft: Grundlagen – Konzepte – Handlungsfelder. Wiesbaden: Springer VS, S. 635–644. ISBN 978-3-658-19540-3

Thurn, Hans Peter, 2014. Kultur, Zivilisation, Alltag. In: Stephan Moebius und Clemens Albrecht, Hrsg. Kultur-Soziologie: Klassische Texte der neueren deutschen Kultursoziologie. Wiesbaden: Springer VS. ISBN 978-3-658-03224-1

Trauschein, Therese, 2014. Die soziale Situation jugendlicher „Sinti und Roma“. Wiesbaden: Springer VS (Bildung und Gesellschaft). ISBN 978-3-658-01865-8 [Rezension bei socialnet]

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Wanner, Martina, 2018. Migration und Gesundheit. In: Beate Blank, Süleyman Gögercin, Karin Elinor Sauer, Barbara Schramkowski, Hrsg. Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft: Grundlagen – Konzepte – Handlungsfelder. Wiesbaden: Springer VS, S. 623–634. ISBN 978-3-658-19540-3

Zimmer, Matthias, 2009. Die Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland vor und nach 1989. In: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik. 2(1), S. 66–83 [Zugriff am: 05.05.2025]. ISSN 1866-2196. doi:10.1007/s12399-008-0017-7

13 Literaturhinweise

Brandes, Detlef, Holm Sundhaussen und Stefan Troebst, Hrsg., 2010. Lexikon der Vertreibungen: Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. Wien: Böhlau. ISBN 978-3-205-78407-4

Ghosh, Bimal, 2018. Refugee and Mixed Migration Flows: Managing a Looming Humanitarian and Economic Crisis. Wiesbaden: Springer International Publishing. ISBN 978-3-319-75274-7

Schmidt, Johannes Dragsbeak, Leah Kimathi und Michael Omondi Owiso, Hrsg., 2019. Advances in African Economic, Social and Political Development Ser: Refugees and Forced Migration in the Horn and Eastern Africa: Trends, Challenges and Opportunities. Wiesbaden: Springer International Publishing. ISBN 978-3-030-03721-5

Verfasst von
Johannes Lang
Sozialarbeiter B.A.
Führung im Sozial- und Gesundheitswesen M.A.
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Nicole Lang
Sozialarbeiterin B.A.
"Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft" M.A.
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