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Warum wir uns auch über viele kleine Lexikonartikel freuen

04.03.2019    Christian Koch Kommentare (0)

Zur Antwort könnte ich darauf verweisen, dass wir ein Lexikon und kein Handbuch erstellen, möchte aber eine differenziertere Begründung liefern.

Zwei Begriffe – zwei Bedeutungen

Die wichtigste Begründung für viele eigenständige Artikel ist, dass unterschiedliche Begriffe auch eine unterschiedliche Bedeutung haben. Daher möchten wir gerne zu jedem Begriff, der für das Sozial- und Gesundheitswesen relevant ist, einen eigenen Artikel erstellen. Dabei werden viele Begriffe von untergeordneter Bedeutung nur einen kurzen Beitrag erfordern.

Als Alternative kämen Verweise in Frage oder nur eine entsprechende Verschlagwortung eines übergreifenden Artikels, in dem der Begriff am Rande erläutert wird. Verweise oder Verschlagwortung haben den Nachteil, dass die LeserIn den eigentlich gesuchten Begriff in dem Artikel heraussuchen muss und nicht sichergestellt ist, dass er auch angemessen behandelt wird. Getrennte Artikel führen bei einer Suche schneller zum  Ziel.

Getrennte Artikel ermöglichen eine differenzierte Darstellung und Vertiefung

Betrachten wir als Beispiel die Begriffe Montessori, Maria und Montessori-Pädagogik (z.Zt. noch in Arbeit). Unter Maria Montessori erwartet die Leserin, dass ihr die Persönlichkeit Montessoris nähergebracht wird. Unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen hat sie ihre Pädagogik entwickelt, wie waren ihre persönlichen Lebensumstände und wie war die zeitgenössische Rezeption ihrer pädagogischen Ansätze? Dagegen wird ein Beitrag zur Montessori-Pädagogik auf die Gründungspersönlichkeit hinweisen, seinen Schwerpunkt aber in der Darstellung von Menschenbild, Methoden, Anwendungsfeldern, Verbreitung und aktuellen fachlichen Entwicklungen haben.

Betrachten wir als zweites Beispiel die noch nicht verfügbaren Begriffe Aldehyddehydrogenase und Alkoholabbau. Während bei Montessori Person und Pädagogik beide eine vertiefende Darstellung rechtfertigen, mag bei diesem Begriffspaar die Darstellung des Alkoholabbaus, z.B. mit Blick auf die Suchttherapie, relevanter sein als die ausführliche Darstellung eines einzelnen daran beteiligten Enzyms. Der Beitrag zum Alkoholabbau könnte z.B. eine graphische Darstellung zum Stoffwechselprozess enthalten, statistische Angaben über Abbauraten, Informationen zur Störung des Alkoholabbaus etc. Da sich das socialnet Lexikon nicht an MedizinerInnen, BiologInnen oder ChemikerInnen richtet, genügen dagegen bei dem Enzym Informationen zu unterschiedlichen Bezeichnungen und wenige Sätze zur Bedeutung für den menschlichen Stoffwechsel (bei gesunden Menschen, bei Erkrankungen), verlinkt u.a. mit Alkoholabbau.

Die geringe inhaltliche Bedeutung des Beitrags verleitet dazu, ihn zu Gunsten des umfassenderen Beitrags Alkoholabbau aufzugeben und dort einen Satz zum Enzym zu verfassen. Abgesehen davon, dass es zwei verschiedene Begriffe sind und die LeserIn durch getrennte Artikel schneller zu einer Antwort gelangt, gibt es weitere Gründe für die Aufteilung in zwei Beiträge.

Unterschiedliche Metadaten

Zu jedem Begriff werden von der Redaktion mit Unterstützung der AutorInnen systematisch Metadaten erfasst und strukturiert wiedergegeben. Dies sind u.a.

  • Etymologie
  • Englische Bezeichnung
  • Abkürzungen
  • Formeln
  • Synonyme
  • Weitere Schreibweisen
  • Andere Bezeichnungen
  • Veraltete Bezeichnungen

Diese werden künftig für die Suche und andere Formen der automatisierten Analyse genutzt werden. Ohne einen gesonderten Beitrag je Begriff ist diese Darstellung und Analyse nicht möglich.

Unterschiedliche Verschlagwortung

Ein gesonderter Beitrag wird auch gesondert verschlagwortet. So erhält Aldehyddehydrogenase u.a. die Schlagwörter Enzym, Medizin und Chemischer Stoff. Alkoholabbau würde davon nur das Schlagwort Medizin erhalten. Der Verschlagwortung kommt mit zunehmendem Ausbau des Lexikons eine immer größere Bedeutung zu.

  1. Schlagwörter unterstützen die Suche: Durch die Suche nach Enzym wird Aldehyddehydrogenase nur gefunden, wenn es als eigener Begriff mit Enzym verschlagwortet wurde.
  2. Über Schlagwörter können Listen generiert werden: Durch die einheitliche Verschlagwortung aller Personen mit "Person" bietet das Lexikon demnächst eine Liste von Persönlichkeiten des Sozial- und Gesundheitswesens. Oder eben eine Liste aller (behandelten) Enzyme.
  3. Schlagwörter steuern die socialnet Recherche: Wenn bei der Recherche nach Aldehyddehydrogenase gesucht wird und Aldehyddehydrogenase als eigener Begriff im Lexikon vorkommt, dann kann die Recherche die Verschlagwortung nutzen, um z.B. spezifische Links für Chemische Stoffe für die Fortführung der Recherche anzubieten. Sofern der Begriff nur in einem anderen Artikel am Rade behandelt wird, ist dies nicht möglich.
  4. In Abhängigkeit von der Verschlagwortung bietet die Redaktion Mustergliederungen für Artikel an, damit z.B. Personen oder Chemische Stoffe einheitlich behandelt werden können.

Höhere Transparenz

Google bietet Suchergebnisse an, ohne dass deutlich wird, warum gerade diese angezeigt werden. Wikipedia leitet viele Begriffe auf einen anderslautenden Beitrag weiter, wobei es die Weiterleitung anzeigt, aber nicht die Beziehung der Begriffe erläutert. Häufig werden die alternativen Begriffe im ersten Absatz aufgeführt, ohne dass immer auf semantische Differenzierungen eingegangen wird. Durch die generelle Behandlung (fast) jedes einzelnen Begriffs wird die Beziehung des Begriffs zu dem verlinkten ausführlicheren Artikel verdeutlicht, hier also z.B. wieso von Aldehyddehydrogenase auf Alkoholabbau verlinkt wird.

Hindernisse

Zwischen Wunschdenken und Realität schlummert erheblicher Arbeitsaufwand. Mehr einzelne Beiträge bedeuten zunächst für die Redaktion mehr Arbeit, die diese Begriffe anlegen, verschlagworten, verlinken und mit Metadaten ausstatten muss. Schließlich müssen AutorInnen gewonnen werden. Und gerade kurze Beiträge sind leider für Autorinnen besonders undankbar. Beiträge mit nur wenigen Sätzen müssen besonders sorgfältig formuliert werden und sie dürften kaum wissenschaftliche Reputation einbringen. Teilweise verfasst die Lexikonredaktion auch selber kurze Beiträge, läuft dabei aber immer Gefahr wegen fehlender fachlicher Expertise Aspekte zu übersehen oder die Seriosität von Quellen falsch einzuschätzen.

In einem komplexen diskursiven Prozess mit unseren AutorInnen bestimmen wir immer wieder neu die Balance zwischen umfassenden, einen Überblick vermittelnden Hauptartikeln und kurzen Begriffserläuterungen. Besonders durch viele solcher kurzen Beiträge gewinnt das Lexikon an Wert für die NutzerInnen. Daher sind wir besonders dankbar, wenn AutorInnen sich auch die Mühe machen, Begriffe im Umfeld Ihrer Hauptartikel jeweils mit wenigen Sätzen zu erläutern.

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