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Auf dem Weg zu einem Selbstverständnis von Beratung in der Sozialen Arbeit

Beratung als transprofessionelle und sozialarbeitsspezifische Methode

Petra Gregusch

Veröffentlicht am 03.08.2013.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Die vorliegende Arbeit wurde vom Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Kassel als Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie (Dr. phil.) angenommen.
Erster Gutachter: Prof. Dr. Werner Thole
Zweite Gutachterin: Prof. Dr. Staub-Bernasconi.

ISBN (PDF): 978-3-936978-01-8
URN: urn:nbn:de:101:1-201401133165

Printausgabe: Petra Gregusch: Auf dem Weg zu einem Selbstverständnis von Beratung in der Sozialen Arbeit. socialnet Verlag (Bonn) 2016. 372 Seiten. ISBN 978-3-936978-04-9. 19,90 EUR
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Zusammenfassung

Ziel der Dissertation war es, theoretische Grundlagen der Beratung in der Sozialen Arbeit zu beschreiben und hiervon ausgehend eine professionsübergreifende sowie eine auf Soziale Arbeit bezogene normative Beratungstheorie zu entwickeln. Die Ausgangsthese lautete, dass multidisziplinäre Konzepte zum Beratungshandeln viele Gemeinsamkeiten aufweisen, die die Basis einer professionsübergreifenden normativen Beratungstheorie darstellen und - sofern diese an theoretische und methodische Grundlagen der Sozialen Arbeit anschließen - auch für Soziale Arbeit handlungsleitend sind. Es stellte sich die Frage nach dem Spezifikum der Beratung in der Sozialen Arbeit. Professionsübergreifende wie sozialarbeitsspezifische Merkmale wurden über die Untersuchung des Beratungsbegriffs, des Verhältnisses von psychosozialen Professionen und Beratung sowie Anforderungen an eine integrative Beratungstheorie erschlossen und auf den Grundlagen des systemtheoretischen Paradigmas Sozialer Arbeit herausgearbeitet. Die Relevanz des Themas ließ sich sowohl für den Kontext der Professionalisierung Sozialer Arbeit als auch für den Kontext einer sich etablierenden Profession Beratung feststellen.

Dass Beratungskonzepte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen, konnte anhand der Untersuchung von sieben Beratungstheorien multidisziplinärer Herkunft bestätigt werden. Professionsübergreifend ist Beratungshandeln grundsätzlich charakterisierbar als sozialer Interaktionsprozess, in dem Beratende die Beratenen zur Bearbeitung verschiedener aufeinander bezogenen emotio-kognitive Problemlöseprozesse anregen. Methodisch ist Beratung als Regelsystem beschreibbar, das auf die Stabilisierung und Veränderung der emotio-kognitiven Struktur der Beratenen zielt und dabei fünf zentrale Submethoden, das Stützen, das Reflektieren, das Informieren, das Konfrontieren und das Problemlösetraining verwendet. Je nachdem, ob Beratung eher als allgemeine sozialdiagnostische oder Interventionsmethode beschrieben wird, sind geringfügige konzeptionelle und methodische Variationen hinsichtlich der Gewichtung der Bearbeitung einzelner Problemlöseprozesse bzw. methodischer Schwerpunkte feststellbar. Den ermittelten Gemeinsamkeiten stehen Unterschiede in der Konzeption menschlicher Probleme und ihrer Veränderung gegenüber, die Auswirkungen auf das grundlegende Verständnis des Gegenstands psychosozialer Professionen sowie eines professionellen Erkenntnis- und Handlungsmodus haben.

In der vorliegenden Arbeit wird für ein interprofessionell integratives Modell von Beratung plädiert, das zwischen einer problem-, erkenntnis- und handlungstheoretisch professionsübergreifenden und einer - spezifischen Wissensbasis unterscheidet. Beratung wird darin nicht als eigenständige Profession, sondern als eine zentrale Methode aller psychosozialen Professionen verortet, nicht zuletzt um der unbestrittenen Notwendigkeit einer Methodenvielfalt in der Sozialen Arbeit, aber auch anderen Professionen, Rechnung zu tragen. Beratung findet transprofessionell Verwendung als Beratungsdiagnostik, als Kompetenzen aktivierende und fördernde kommunikative Veränderungsarbeit in Bezug auf den spezifischen Professionsgegenstand und schließlich als spezielle kommunikative Veränderungsarbeit, in der professionsspezifische Bedingungen berücksichtigt werden. Das Analyseresultat verweist vor allem auf Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Einbettung problem- und handlungstheoretisch integrativer Beratungsdiagnostik in psychosozialen Professionen und der Entwicklung und Systematisierung spezieller Beratungstheorien.

Anlagen

  1. Dissertation als PDF/A (pdf)

Anlagen

  1. Dissertation als PDF/A (pdf)

Autorin
Dr. phil. Dipl.- Päd. Petra Gregusch
Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Departement Soziale Arbeit


Zitiervorschlag
Petra Gregusch: Auf dem Weg zu einem Selbstverständnis von Beratung in der Sozialen Arbeit. Beratung als transprofessionelle und sozialarbeitsspezifische Methode. Veröffentlicht am 03.08.2013 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/154.php, Datum des Zugriffs 20.02.2019.


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