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Mauern sind keine Brücken

Jos Schnurer

Veröffentlicht am 17.09.2013.

Mauern wurden und werden bis heute errichtet, um Unvereinbares voneinander zu trennen. Mauern können Schutz bieten und Gewalt abhalten. Mauern können ein- und abgrenzen. Im Magazin der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 11.07.2013 (S. 19-26) haben Ulrich Ladurner (Text) und Kai Wiedenhöfer (Fotos) Situationen dargestellt, was Mauern bewirken: In der spanischen Exklave Melilla, an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, in Bagdad zwischen den Stadtvierteln Al-Atthamia und Al-Kahira, im nordirischen Belfast, in Panmunjom an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea, im Westjordanland zwischen dem palästinensischen Flüchtlingslager Schuafat und der israelischen Siedlung Pisgat Zeev, mit dem aus Fässern und Sandsäcken errichtetem Schutzwall im zyprischen Nikosia, der den türkischen vom griechischen Teil der Insel abriegelt… Überall, auch beim Mauerbau in Berlin und den Grenzbefestigungen zwischen der DDR und der BRD, an der historischen Chinesischen Mauer, ging es darum, Freundes- von Feindesland zu trennen, Eigenes von Fremdem zu schützen und mit Waffen, Parolen und Ideologien zu verteidigen.

Die Wortbedeutung kommt vom Lateinischen „murus“ und dem Mittelhochdeutschen „mũre“. Ursprünglich wurden Mauern aus Natursteinen, mit oder ohne Mörtel errichtet, um Burgen, Städte und Felder einzugrenzen, Grenzwälle zu errichten, als tragende Fundamente für Gebäude zu dienen, Flüsse und Seen aufzustauen. Heute erleben wir eher Mauern, meist aus Kunststoffmaterialien, bei unseren PKW-Fahrten entlang der Autobahnen und Schnellstraßen als Lärm- und Sichtschutz für die dahinter liegenden Siedlungen.

In Sprichwörtern werden die negativen Erfahrungen ausgedrückt, die Menschen mit Mauern haben: „Den Teufel an die Mauer malen“ - „Mit dem Rücken zur Mauer stehen“ – „Ein Mauerblümchen sein“ – „Jemanden an die Mauer spielen“ – „Eine Mauer des Schweigens bilden“ – „Von einer Mauer von Vorurteilen zu stehen“ – „Mauern in den Köpfen haben“. Lieder rufen auf, Mauern zu überwinden: „Aus grauer Städte Mauern ziehn wir durch Wald und Feld. Wer bleibt, der mag versauern, wir fahren in die Welt„; und Mauern werden im Kanon verspottet: „Sur le mur se tient une petite punaise…“. Der Bürgermeister des Ortes „Mauern“, im Nordosten des bayerischen Landkreises Freising, zwischen Moosburg und Nandlstadt gelegen, heißt auf der Homepage Gäste seiner Gemeinde willkommen und kündigt einen abwechslungsreichen und interessanten Aufenthalt im „Tor zur Hallertau“ an.

Chinesische Mauer - Foto: Jos Schnurer

Chinesische Mauer - Foto: Jos Schnurer

Verändern heißt Zukunft denken

Die von den Vereinten Nationen beauftragte Weltkommission „Kultur und Entwicklung“ hat als Ergebnis des Nachdenkens über den aktuellen Zustand der Welt und ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung 1995 den dramatischen Appell formuliert: „Die Menschheit steht vor der Herausforderung umzudenken, sich umzuorientieren und gesellschaftlich umzuorganisieren, kurz: neue Lebensformen zu finden“. Interdisziplinär arbeitende Expertinnen und Experten aus dem berühmten MIT, dem Massachusetts Institute of Technologie, darunter der deutsche Wissenschaftler Claus Otto Scharmer, haben 2007 die Ergebnisse des Nachdenkens darüber, wie die Einstellungen des „Take, make, waste“ (Nimm, nutze es, wirf weg!) verändert und ein Denken und Handeln der Menschen für eine nachhaltige Entwicklung implementiert werden kann, als Bericht an den Club of Rome vorgelegt:„Theorie U. Leading From the Future as it Emerges. The Social Technology of Presencing“. Der Carl Auer Verlag, Heidelberg, bringt die deutsche Übersetzung heraus. Es ist ein Schlüssel für ein genaues Hinsehen auf die von uns Menschen selbst erzeugten Probleme in unserer sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden (Einen?) Welt. Die Grundlagen und Methoden dafür finden wir in den europäischen Denkprozessen und in der amerikanischen Aktionsforschung. Damit fügen sich die beiden Wertekonstanten zu einer neuen Blickrichtung und damit zur Herausforderung zum Perspektivenwechsel zusammen. Aber das Umdenken vollzieht sich nicht als eine „Flucht nach hinten“, mit all den erkennbaren und deutlich werdenden Formen, wie Fundamentalismen, Nationalismen und Egoismen, sondern als „Umstülpung des sozialen Feldes“, und zwar als „Presencing“ (Vergegenwärtigung oder Anwesendwerden) und „Sensing“ (Er-spüren) von den Wirkungsweisen einer entstehenden Zukunft [1].

Nach dem Menschsein des Menschen fragen

Was ist der Mensch? Diese Menschheitsfrage hat Menschen zu allen Zeiten, mit den unterschiedlichen Intentionen und bei verschiedenen Lebensformen intellektuell und alltäglich bewegt. Dass der Mensch ein zôon logon echon, ein vernunft- und sprachbegabtes Lebewesen ist, hat der griechische Philosoph Aristoteles zur Grundlage seines Denkens gemacht. Der Mensch ist von Natur aus in der Lage und fähig, ein eu zên, ein gutes Leben zu führen. Mit der Frage „Wie kann der Mensch dem Menschen ein Mensch sein?“ haben die Humanisten den Wert und die Würde des Menschen als Voraussetzung für ein menschliches Zusammenleben postuliert. Und in der von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 proklamierten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht zuoberst: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen“. Der Mensch soll des Menschen Mensch sein; diese Vision bleibt – trotz der Jahrhunderttausende alten und deprimierenden Erfahrung, dass der Mensch des Menschen Wolf sei. In der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden Welt steht auf dem Spiel: Entweder es gelingt, dass die Menschheit die Vielfalt und Unterschiedlichkeit des Menschseins als einheitsbildend und als Chance eines humanen Überlebens und Weiterentwickelns begreift – oder die Menschheit geht zugrunde! [2]

Vom Homo oeconomicus zum Homo empathicus

Zivilisationsgeschichten sind Erzählungen, Berichte, Analysen und Betrachtungen über die Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Sie beruhen auf je spezifischen Weltbildern und philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen „wie wir geworden sind, was wir sind“, und zwar meist bezogen auf die jeweilige eigene kulturelle Identität und Herkunft. Betrachten wir die Zivilisations-(Welt)Geschichte, so können wir erkennen, wie dies Norbert Elias in seiner „Theorie der Zivilisation“ ausgedrückt hat, dass „der Prozess der Zivilisation eine Veränderung des menschlichen Verhaltens und Empfindens in einer ganz bestimmten Richtung ist“ (Norbert Elias, Über den Prozess der Zivilisation, Frankfurt/M. 1976). Dabei werden in den Zivilisationsgeschichten überwiegend die kulturellen und technologischen Leistungen und Veränderungen hervorgehoben, während die ursprünglich auf dem eu zên, der Fähigkeit zum guten Leben beruhenden Menschform verloren gegangen ist oder in der Euphorie des „Wirtschaftsmenschen“ einfach vergessen wurde. Immerhin wird der Begriff „Zivilisation“ in der Wirklichkeit einer immer interdependenter und sich entgrenzender entwickelnden Welt, der Globalisierung, heute verstanden, den menschlichen und kulturellen Werten einen zentralen Platz im Rahmen der technischen und ökonomischen Entwicklung einzuräumen [3].

Eine Welt der offenen Gesellschaften

Im Diskurs um Mobilität und Wanderungsbewegungen der Menschen stehen sich zwei grundsätzliche Gesellschaftsvorstellungen gegenüber: Eine Gemeinschaft ist stabil, wenn sie eine ethnisch geschlossene und in sich gefestigte Einheit darstellt. Grenzen und Mauern sind Bollwerke, die dies ermöglichen; oder: Segregation kann kulturelle Nähe und Wohlbefinden für Individuen ermöglichen, aber auch zu einer Mauer von Abwehr und Einigelung werden. Beides ist abhängig von der Aufgeklärtheit, Friedfertigkeit und Empathie der Bevölkerung, was bedeutet, dass sich dort, wo es bereits soziale Ungleichheit und kulturelle Fremdheit gibt, das räumliche Auseinanderdriften von Bevölkerungsgruppen und die Distanz verstärken und verstetigen [4].

Domäne der Gerechtigkeit

Die dikaiosynê, die Gerechtigkeit, wird bereits bei den griechischen Philosophen als Rechtssinn und Grundauffassung vom guten und richtigen Leben formuliert. Platon stellt sie als Tugend über alle anderen Denk- und Verhaltensweisen der Menschen; und Aristoteles unterscheidet zwischen der ausgleichenden und austeilenden Gerechtigkeit. Während in der ersteren Tugend die Rechts- und Gesetzesgerechtigkeit zum Ausdruck kommt, geht es in der zweiten Ausdifferenzierung um die Verteilungsgerechtigkeit. Über allem aber steht, was in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 festgestellt wird: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen“. Mit Rawls „Theorie der Gerechtigkeit“ (1971/1975) wird die neuzeitliche Auffassung konkretisiert durch die Festlegung zum einen auf die Prinzipien Freiheit und Gleichheit, zum anderen durch die Forderung nach sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit für jeden Menschen. Die Feststellung, dass unsere Welt, in der wir Menschen leben, nicht gerecht sei, ist eine vielfach wiederholte, in Analysen und Prognosen festgestellte Tatsache. Diesen Zustand der Ungerechtigkeit in der Welt zu beseitigen, unternehmen immer wieder Individuen und Institutionen Anstrengungen, stellen Forderungen und legen Lösungsansätze und Strategien vor, wie ein humanes, gerechtes und friedliches Leben aller Menschen auf der Erde theoretisch begründet und praktisch zustande gebracht werden kann. Die Suche nach globalen Gerechtigkeitsperspektiven beginnen und enden immer in der Zusammenschau der lokalen und globalen menschlichen Bedürfnisse und Hoffnungen. Im philosophischen, ethischen, gesellschaftlichen und politischen Theoriediskurs zur globalen Gerechtigkeitsproblematik haben sich im wesentlichen zwei Auffassungen herausgebildet, die sich argumentativ und praktisch konträr gegenüber stehen. Die wissenschaftliche Debatte reicht dabei von der Suche nach Anschluss-Argumenten, bis hin zur themen- und auffassungszentrierten Beweisführung: Kosmopolitismus versus Partikularismus. Während auf der einen Seite der „gerechtigkeitstheoretische Kosmopolitismus“ die globale Gerechtigkeit und die moralische Bedeutsamkeit als Grundpfeiler der Theorie setzen, stellt der „gerechtigkeitstheoretische Partikularismus“ fest, dass sich die „Gerechtigkeitsprinzipien nicht über den gesamten Erdball erstrecken, sondern dass sie auf ganz bestimmte Domänen der Gerechtigkeit beschränkt sind“ [5].

Achtet auf die Sprache: Der Mensch ist ein sprach- und vernunftbegabtes Lebewesen

Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) erklärte, dass der Mensch, im Gegensatz zum Tier, ein zôon politikon, ein politisches, sprach- und vernunftbegabtes Lebewesen ist. Der Mensch unterscheidet sich durch Laute und Stimmen (phôné) von anderen Lebewesen dadurch, dass er mit Hilfe seines Verstandes in der Lage ist, nicht nur lautliche Reaktionen zu zeigen, wie etwa ein Tier, das Schmerzhaftes oder Lustvolles zum Ausdruck bringt, sondern vernünftig etwas wahrnehmen und äußern kann. Schon immer, seit Menschen miteinander durch Gesten und Sprachen kommunizieren, wurde darüber nachgedacht, wie die Sprache des Menschen und wie die verschiedenen Sprachen, mit denen sich die Menschen in ihrer jeweiligen Gemeinschaft verständigen, entstanden sind. Wir gehen davon aus, dass auf der Welt mehr als 5.000 verschiedene Sprachen gesprochen und überwiegend auch geschrieben werden, wobei die Dialekte noch gar nicht mitgezählt sind. Bis vor wenigen Jahren wurde durch neurophysiologische Forschungen erkannt, dass sich das Sprachzentrum, die Fähigkeit also, zu sprechen, in der linken Gehirnhälfte des Menschen befindet [6]. Mit den neuen, bildgebenden Verfahren können Forscher heute bei lebenden Menschen verfolgen, wie das Gehirn arbeitet [7].

(Über-)Leben und (Über-)Leben lassen

Überlebenskünstler werden Menschen bezeichnet, die die Kunst beherrschen, zu (über-)leben. Bezeichnenderweise werden sie entweder, wie in der gleichnamigen US-Filmkomödie aus dem Jahr 1983, als komische Typen dargestellt, die sich tollpatschig in ihrer Umgebung bewegen und trotz der komischen Sachen, die sie erleben, überleben; oder als künstliche Wesen, wie etwa in den Star Wars-Serien, die nicht von dieser Welt sind. Überleben als ein Lebensziel wird auch gespielt in den Survival-US-TV-Shows und in den tumben Fernseh-„spielen“ nach dem Motto: „Nur einer kommt durch“. Survivalismus. Überlebenskunst, wird eine Lebenseinstellung bezeichnet, die dazu dienen soll, vorhersehbare (lebens-)gefährliche Situationen einzuüben, zu trainieren, um sie bei einem tatsächlichen Stattfinden als „lebensrettend“ anwenden zu können. Daraus sind Managerkurse, Urlaubsangebote und Abenteuer-Events entstanden, die Menschen freiwillig mitmachen und sogar viel Geld dafür bezahlen. Es muss also etwas dran sein an dem Willen zum Überleben. Und es scheint so, dass diese Anstrengungen nicht nur das physische, sondern auch das psychische und das eu zên, das „gute Leben“ betreffen. Damit begeben wir uns auf das Feld der „Lebens„- Forschung, das der Philosophie und der angewandten Wissenschaften. Kieler Forscher spekulieren darüber, dass es so etwas wie ein „Methusalem-Gen“ für das menschliche Leben geben müsse. Ein Stoff im Blut von Menschen, die (obwohl sie lebensgefährlich leben – Rauchen, Trinken, keinen Sport treiben, sich ungesund ernähren… ; als Beispiel wird dabei oft der 105jährige Schauspieler und Operettenstar Johannes Heesters angeführt) älter werden als vergleichbare Probanten. Und sie haben aus dem Blut von Greisen ein Gen heraus gefiltert, das sie Foxo 3 A nennen, und das eine Rolle beim menschlichen Insulinstoffwechsel spielt. Der ernüchternde Hinweis, dass dieser Stoff im Erbgut der betreffenden Menschen vorhanden sei und (noch?) nicht erzeugt werden könne, jedoch grenzt die Erwartungen ein, dass der legendäre „Jungbrunnen“ gefunden sei [8]. Dieser Ausflug in die Legendenwelt vom „ewigen Leben“ soll hinführen auf die ganz andere Frage, nämlich die, wie gefährlich das Leben ist und ob und wenn ja, wie es möglich ist, gefahrvolle Situationen im menschlichen Leben zu bestehen, ohne daran zu sterben: Der in New York lebende Produzent beim amerikanischen Nachrichtensender NBC, Ben Sherwood, macht sich auf die Suche, um zwei Fragen zu beantworten: „Was braucht man wirklich zum Überleben?“ und „Welche Art Überlebender sind Sie?“ [9].

Was lässt den Menschen gelingen?

Die uralte, immer wieder interessante und notwendige neue Frage nach dem individuellen und gesellschaftlichen Menschsein lässt sich beantworten, wenn es gelingt, das Sosein des Menschen und seine Frage nach dem „Wer bin ich?“ einzubetten in die jeweilige Wirklichkeit seines Lebens. Es gibt Analysen, die davon ausgehen, dass insbesondere in der sich immer interdependenter, entgrenzender und globaler entwickelnden (Einen?) Welt die Frage nach dem Sinn des Lebens dringlicher wird denn je. Denn es sind die gesellschaftlich gemachten, den jeweiligen Strukturen unterliegenden Bedingungen und Voraussetzungen, die das Leben der Menschen zu einer Funktion der Gesellschaft machen, oder die Formen von Selbstbestimmung und Freiheit ermöglichen. Das sind Fragen, die sich in erster Linie an Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen, Philosophen und Gesellschaftswissenschaftler richten. Von ihren Antworten kann es abhängen, wie Individuen in gesellschaftlichen Zusammenhängen leben und ihr Leben betrachten können. Dies setzt voraus, dass der Mensch in der Lage ist, sich zu verändern, also den Wandel als Entgrenzung zu verstehen. Damit sind wir bei einem Begriff, der sich insbesondere im Diskurs um Globalisierung und Öffnung der Welt etabliert hat: Individuelle Begrenztheit, nationale Grenzen und fremdbestimmte Eingrenzungen weichen einer Grenzüberschreitung, die als Erweiterung des eigenen Horizonts und von machtvollen Abhängigkeiten verstanden und, soll die „Ent-Grenzung“ gelingen, als Aufklärung und Freiheit erlebt wird [10]

„Fremd ist nicht einfach nur das Andere, sondern das Andere, das als störend empfunden wird“,

diese eher tautologisch anmutende Aussage bestimmt die Auseinandersetzung um Konflikt und Begegnung von Menschen, um Ablehnung und Zustimmung, wenn Menschen aufeinander treffen, die sich fremd sind in Aussehen, Auffassung und Herkunft. Die Fragen nach Zusammen- oder Auseinanderleben, nach Freundschaft oder Feindschaft bestimmen seit jeher den Diskurs, wie Menschen in Gemeinschaften zusammen leben: Homogen oder heterogen; weil Menschen immer vielfältige Lebewesen sind in ihrer Einheit der Menschlichkeit. Migration, sowohl als historische Wanderungsbewegungen, wie vor allem als aktuelle Erscheinungen in der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden (Einen?) Welt, trägt dazu bei, dass ethnozentriertes Denken und Handeln der Menschen abgelöst wird durch ein inter- und transkulturelles Bewusstsein. Das entsteht freilich nicht automatisch oder ist von vorn herein vorhanden, sondern muss sich individuell und lokal- und globalgesellschaftlich entwickeln [11]. Die Bereitschaft zur Integration, als gegenseitiger Prozess, muss gelernt und durch Aufklärung und Information vermittelt werden, auf allen Bildungsebenen! Im europäischen Kontext stellt der Erwerb einer europäischen Identität eine der größten Herausforderungen dar. Im wissenschaftlichen Bereich kommt der Migrations- und Integrationsforschung eine besondere Bedeutung zu. Deshalb hat das Institut für Volkskunde der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität im Studiengang „Europäische Ethnologie“ vier Studientagungen durchgeführt, um den Themenkomplex „Fremdheit und Migration“ zu reflektieren [12].

Humanismus und Kritik = Weltbewusstsein

Die Suche nach der Menschlichkeit in der Vielfalt der Kulturen und die Fragen nach dem Menschsein in der Moderne werden drängender [13]. Universalität als Vision und unverzichtbare Signatur für ein globales Weltbewusstsein erfordert, einen Dialog der Zivilisationen auf Augenhöhe in Gang zu bringen und zu ergründen, wie sich die Janusköpfigkeit der Welt zwischen Gut und Böse verändern lässt hin zu einer globalen Ethik. Es gilt, die Foucaultsche Klage zu widerlegen, man könne in unserer heutigen Zeit (1971) nur noch in der Leere des verschwundenen Menschen denken [14].

Friedens- und Konfliktforschung im Spannungsfeld von Politik und Wissenschaft

Frieden ist…, die Antworten darauf sind vielfältig, programmatisch und ideologisch. Im philosophischen Diskurs ist Frieden erst einmal der Zustand des gewaltfreien Zusammenlebens der Menschen, und zwar lokal und global. Inwieweit ein friedliches Existieren ein Naturzustand oder eine von den Menschen zu erbringende Leistung darstellt, ist umstritten. In Kants Hoffen vom „ewigen Frieden“ steckt nämlich der Abrüstungsgedanke und die republikanische Gesinnung; wie auch in der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) „die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt“ postuliert wird. In der Verfassung der UNESCO (1945) wird festgestellt, „da Kriege im Geiste der Menschen entstehen, (müssen) auch die Bollwerke des Friedens im Geiste der Menschen errichtet werden“. In der Deklaration von Yamoussouro, des UNESCO-Kongresses „Frieden im Denken der Menschen“ (1989), wird Frieden in seiner Ganzheit definiert als Ehrfurcht vor dem Leben,, als das kostbarste Gut der Menschheit bestimmt, mehr als das Ende bewaffneter Auseinandersetzung erkannt, als eine ganz menschliche Verhaltensweise bestätigt, als eine tiefverwurzelte Bindung an die Prinzipien der Freiheit, der Gerechtigkeit, der Gleichheit und der Solidarität zwischen den Menschen programmiert und als eine harmonische Partnerschaft von Mensch und Umwelt deklariert. Nicht zufällig, sondern in den Zeiten des politischen Aufbruchs und der (deutschen und europäischen) Bewusstwerdung, dass es eines Weltbürgertums bedarf, wurde 1968 die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) als ein Forum von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegründet. Es galt und es gilt bis heute, den Stellenwert des Friedensdenkens und -handelns nicht nur in der alltäglichen Politik zu verdeutlichen, sondern auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Friedens- und Konfliktfragen zu etablieren [15].

Sicherheit, als kollektives Gut, droht zu einem privaten Luxus zu werden

Ein absolut sicheres Dasein für die Menschen gibt es nicht. Das Risiko ist immanent, was sich im Sprichwort: Das Leben ist eines der risikoreichsten Unternehmungen“, niederschlägt. Die Lösung des Problems kann freilich nicht darin liegen, sich fatalistisch allen Gefährdungen des Lebens hinzugeben, oder sie zu ignorieren; vielmehr müssen die zum Sicherheitsgedanken unabdingbar gehörenden Gegebenheiten von Gefahr und Wagnis reflektiert werden. Ob dies im „Geist der Rechenhaftigkeit“ geschieht, bei dem gegenwärtige und zukünftige Risiken mit rationalen Mitteln „kalkulierbar“ werden und damit sich die Möglichkeiten der Abwendung von Gefahren vorhersehen und abmildern lassen, oder ob Risikobereitschaft gar als ein intelligentes Handlungsfeld für kapitalistisches Gewinnstreben angesehen wird, gehört zu den neuen Forschungsfeldern in den sozialwissenschaftlichen Fächern und Fachbereichen und damit auch zu denen des politischen und gesellschaftlichen Handelns. Wenn Ulrich Beck von der „Weltrisikogesellschaft“ spricht und die neue, historische Schlüssellogik einer globalen Verantwortungsethik einfordert [16], bedarf es eines intensiven Nachdenkens darüber, wie innere und äußere Sicherheit für die Menschen bewertet und im Politiktransfer umgesetzt werden kann.

Migration als internationales Phänomen

Dass Wanderungsbewegungen in der Menschheitsgeschichte keine neuartigen und überraschenden Entwicklungen sind, wird im Zusammenhang mit dem Diskurs um Migrationspolitik und -forschung immer wieder betont. Die Motive, warum Menschen ihre Heimat verlassen, um in der Fremde zu leben, sind so vielfältig wie ihre Lebensbedingungen, Hoffnungen, Bedürfnisse und Wünsche. In der Migrationsforschung wird von Push- und Pull-Faktoren gesprochen, wenn nach den Ursachen gefragt wird, warum Menschen (aus-) wandern. Im deutschen Migrationsdiskurs verdeutlichen sich das Auf und Ab der gesellschaftlichen Befindlichkeiten, Fremdenfeindlichkeit und Empathie, öffentliche Meinungsbildung und Demagogie, Für und Wider einer sich öffnenden oder geschlossenen Gesellschaft. Die Auseinandersetzungen über die jahrzehntelang geführte Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei oder keins, belastet bis heute die gesellschaftliche Diskussion, und die rassistisch, nationalistisch und fremdenfeindlich daher kommenden Parolen – „Das Boot ist voll“ und „Deutschland den Deutschen“ – sind noch nicht überwunden; auch nicht angesichts der lokalen und globalen Entwicklung, und schon gar nicht bei Berücksichtigung der demografischen und wohlstandsorientierten Aspekte. Immerhin: Insbesondere in der Migrationsforschung werden seit ein paar Jahren Schneisen in die allzu tumben Meinungsauswüchse geschlagen; etwa die Frage, wie eine humane und gerechte Flüchtlingsbetreuung aussehen solle [17], zur Situation von „illegalen“ Migranten [18], zum Aspekt der Kriminalisierung von Migration [19] , zur Tragödie der Bootsflüchtlinge [20], zu den Wanderungsbewegungen an den Grenzen Europas [21], zu den Auseinandersetzungen über die physischen und psychischen Folgen von Migration [22], der Aufruf zur Toleranz [23] , Einstellungsuntersuchungen über die Migrationsthematik [24].

Europäische Identität – Bilder und Wirklichkeiten

Homogenität oder Diversität? Was ist ein Europäer? Ein im geschichtlichen und kulturellen Werden geformter Angehöriger eines Kontinents? Ein doppel-(janus)gesichtiger Mensch, der vom historischen Prozess des Guten und Bösen geprägt ist? Oder einfach nur ein auf einem geografischen (kulturellen und politischen) Konstrukt eines Kontinents geborenes, ethnisches Individuum? Oder eine eurozentrierte Identifikationsfigur? Gibt es so etwas wie eine „europäische Lebensart“? Gibt es vorfindbare und identifizierbare Kriterien, die einer „differenzierten Abgrenzung des Kulturraums Europa gegenüber anderen Kulturen dienen bzw. eine kritische Hinterfragung des globalen Anspruchs der europäischen Kultur leisten? [25]. Im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. Juni 1978 heißt es zur Begründung, das Thema Europa im schulischen Unterricht zu behandeln, u. a.: „Europa ist nicht nur ein geographischer Begriff. Das Europa-Bild ist wesentlich geprägt durch das gemeinsame historische Erbe und eine gemeinsame kulturelle Tradition“. Und im Entwurf der bisher nicht verwirklichten „Verfassung für Europa“ (2003) wird in der Präambel zum Ausdruck gebracht, „dass der Kontinent Europa ein Träger der Zivilisation ist und dass seine Bewohner, die ihn seit den Anfängen der Menschheit in immer neuen Schüben besiedelt haben, im Laufe der Jahrhunderte die Werte entwickelt haben, die den Humanismus begründen: Gleichheit der Menschen, Freiheit, Geltung der Vernunft“. Ist die Frage nach der europäischen Identität obsolet oder aktuell? Weil etwa in der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden (Einen?) Welt Nationen und Kontinente bedeutungslos werden? Zwar dürfte die Klassifizierungs- und Wertestufung, die Welt in Welten einzuteilen – in die Erste Welt: Europa, die Zweite Welt: Amerika, und die Dritte Welt: Entwicklungsländer, sogar in die Vierte… – überholt sein; denn die Frage nach der inter- und transkulturellen Bedeutung in einer globalisierten Welt wird ja überwiegend nicht mit der Utopie eines Weltbürgertums beantwortet; vielmehr mit der „lebensformbezogenen Werteethik“ und der „universalistischen Ethik der kommunikativen Konsensbildung“ (Karl-Otto Apel, 1992). Im internationalen Diskurs über Welt- und Menschenbilder wird deshalb von den „Vielfalten“ und einer „Vorstellung von einer Pluralität national oder nationalstaatlich verfasster Gesellschaften“ ausgegangen [26]. Europa gestalten, politisch, wirtschaftlich, kulturell, sozial, das steht auf der Agenda der Europäer. Aber wer sind sie, die Europäer? Welches Bewusstsein ist in ihnen von einem gemeinsamen Kontinent Europa? Wie lässt sich das, was als „europäische Identität“ bezeichnet wird, in die Köpfe, Herzen und Taten der Menschen in Europa bringen? [27].

„Das Ende des Eisernen Vorhangs hat ein rundum neues Europa hervorgebracht“

Denk ich an Europa in der Nacht…, dann, so könnte man – anders als dies Heinrich Heine bei seinem Nachdenken über das marode Deutschland seiner Zeit empfunden hat und dabei um seinen Schlaf gebracht wurde - im Sinne von Erhard Busek, dem ehemaligen österreichischen Vizekanzler und seit 2002 als Sonderkoordinator des EU-Stabilitätspaktes für Südosteuropa, formulieren: Bin ich aufgewacht! Nicht in erster Linie deshalb, weil ich Schlechtes und Peinigendes geträumt habe, sondern weil ich weiß und hoffe, dass Europa eine Seele hat, zumindest eine bräuchte. Busek geht es in seinem Standpunkt erst einmal davon aus, dass politische, staatliche und internationale Krisen heute, in der Zeit der sich immer interdependenter entwickelnden Welt, nicht mehr mit militärischen Mitteln gelöst werden dürfen, sondern mit denen einer Zivilgesellschaft, mit „Good Governance“. Sein Arbeitsfeld als internationaler Krisenmanager ist Europa. Dabei legt er zuerst den Finger in die Wunde, die von dominanten Staaten (des Westens) gerne gegen die so genannten „kleinen“, als unbedeutender angesehenen Länder (des Südens und Ostens) aufgemacht wird; man also mit zweierlei Maß misst, wenn es um politische Krisensituationen geht. Aus seinen Erfahrungen als europäischer Krisenmanager und überzeugter Europäer zieht er zehn Lehren, die paradigmatisch die Kriseninvestitionen der Europäischen Union aufzählt, wie „Krisenmanagement der EU ist eine Pflicht„; zum Umdenken aufruft, wie „Das Ziel des Krisenmanagement ist nicht mehr Macht, sondern mehr Humanität„; bis hin zum Blick nach Innen, nämlich: „Krisenmanagement erfordert eine Reform der EU“. Sein Credo ist und bleibt dabei die drängende Aufforderung an die Europäer, sich im Alltagsleben wie beim Zusammenleben im Gemeinsamen Europa auf die erworbenen Prinzipien der Toleranz, nämlich auf „die faszinierende Freiheit und Vielfalt“ zu besinnen. Daraus entsteht eine Antwort auf die vielgestellte Frage, was denn, in den Zeiten der Globalisierung, einen Europäer ausmache? Sie ist so einfach wie kompliziert, so selbstverständlich wie (noch) fremd: Ein Europäer bekennt sich zu Menschenrechten und Menschenwürde, er sieht Grundfreiheiten, demokratische Legitimation als unverzichtbar an, er setzt sich für Frieden und die Ablehnung von Gewalt ein, erachtet die Achtung der anderen Menschen und die Solidarität für sie als Auftrag und ist überzeugt, dass eine ausgewogene Entwicklung, Chancengleichheit, wissenschaftliches Denken, ethisches Handeln, die Bewahrung des Ökosystems und die Verantwortung des Individuums das Menschsein ausmachen [28].

Auf dem Wartegleis der Geschichte?

Die Rangier-, Abstell- und Wartegleise der Bahnhöfe liegen meist in den hässlichsten und herunter gekommensten Gebieten der Bahnhofsviertel in den Städten; vermutlich, weil die Waggons entweder ausgesondert, oder reparaturbedürftig sind, oder derzeit nicht benötigt werden. Dieses Bild ist ganz gut geeignet, um die Europa-Skepsis zu beschreiben, die allenthalben vorherrschrt: Wie viel Europa darf es sein? Die vielfachen Aufforderungen, einen Perspektivenwechsel im Denken und Handeln der Menschen zu vollziehen, weil das Ende des Wachstums erreicht und die Menschheit sich am Wendepunkt ihrer Geschichte befinde (Club of Rome), dass die Menschheit an einem entscheidenden Punkt angelangt sei (Agenda 21), der Planet Erde vor der Überhitzung stehe (Worldwatch Institute), nur ein grundlegender Paradigmenwechsel den Menschen eine humanere Gegenwart und Zukunft bringen könne (Weltkommission „Kultur und Entwicklung“), dienen auch dem Geschäftsführer der Allianz Kulturstiftung, Michael M. Thoss, dazu, vom „Ende der Gewissheiten“ zu sprechen und in einer Bestandsaufnahme nach „Quo vadis, Europa?“ und danach zu fragen, welche Lehren Europa aus der vielfachen Weltkrisen ziehen solle [29].

„Wie Gott Janus hat Europa zwei Gesichter“,

so formulierte es der damalige Präsident des Europa-Parlaments zur Eröffnung der internationalen Konferenz „Weltkultur und Europa – ein Dialog der Zivilisationen“, die vom Europäischen Parlament in Straßburg vom 21. – 22. November 1991durchgeführt wurde (vgl.: UNESCO-Kurier 7/8-1992, „Universalität – eine europäische Vision?). Und der französische Historiker Fernand Braudel (1902 – 1985) verglich Europa in seinem Werden und seiner Geschichte mit Hölle und Paradies zugleich. In dem vom Europäischen Konvent verfassten – und bis heute nicht ratifizierten – Entwurf eines „Vertrags über eine Verfassung für Europa“ (2003), heißt es in der Präambel u.a., dass der „Kontinent Europa ein Träger der Zivilisation ist und dass seine Bewohner, die ihn seit den Anfängen der Menschheit in immer neuen Schüben besiedelt haben, im Laufe der Jahrhunderte die Werte entwickelt haben, die den Humanismus begründen: Gleichheit der Menschen, Freiheit, Geltung der Vernunft“. Die Geschichte Europas verbindet sich mit Grauen und Aufklärung [30], zwischen Entwicklung und Verwicklungen, zwischen Kriegen und Revolutionen, Kolonialherrschaft und Befriedung, Totalitarismus und Freiheit [31].

Migration, Mobilität, Pluralisierung, Hybridisierung

Migration ist das Drängendste der Welt, aber gleichzeitig das Selbstverständlichste – weil der Mensch als „zôon kinêseôs“ schon immer unterwegs war [32]. Erst langsam und zögerlich setzt sich im öffentlichen Bewusstsein der Menschen durch, dass Migration, sowohl als freiwilliger Aufbruch zu neuen Lebensinhalten, als auch als erzwungene, räumliche und physische Veränderung kein Drama bedeutet, das Abwehrreaktionen erforderlich machte und Furcht erzeugen muss, sondern die Bereitschaft erfordert(e), ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass wir Menschen auf der Erde in EINER WELT leben, aufeinander angewiesen und auch in der Lage sind, human, friedlich und gerecht zusammen zu leben. Die Suche nach der globalen Ethik bedarf eines immerwährenden und immer wieder neuen Denk- und Handlungsantriebs. „Migration, Mobilität, Pluralität / Hybridisierung als aufeinander bezogene Phänomene… (sind ) im zentraleuropäischen Raum keineswegs neuartig ( ) “, das ist keine neue Erkenntnis, sondern wird in der Migrationsforschung immer wieder betont; wenn auch die rapide, interdependent und entgrenzend sich entwickelnde Welt neue Formen und Zustände der Wanderungsbewegungen der Menschen hervorgebracht hat und zu Denkmustern herausfordert, die nicht alleine das „Wir“ und die „Anderen“ als Maßstab des Zusammenlebens betrachten, sondern Solidarität in hybride und transkulturelle Selbstverständlichkeit und „Kultur als Pluralisierung möglicher Identitäten“ [33].

Migration ist Alltag

Menschen wandern, seit es sie gibt; aus unterschiedlichen Gründen, massiv oder verhalten, je nach den Lebensbedingungen und Umweltsituationen, nach den Zwängen, Hoffnungen und Illusionen, die sie antreiben, locken und herausfordern. Die Erwartungshaltungen der sich auf den Weg machenden Menschen und die Aufnahmebereitschaft der Sesshaften gegenüber den Ankommenden stoßen oft genug auf diametral entgegengesetzte Bedingungen, die von der Gastfreundschaft bis hin zu rassistischen Ablehnungen reichen. „Deutschland ist (k)ein Einwanderungsland“ und die aktuellen Befürchtungen, dass unser wirtschaftlicher Wohlstand bald flöten gehe, wenn es nicht gelingt, (qualifizierte!) Einwanderer ins Land und an die Arbeitsplätze zu holen, sind auch so ein Widerspruch. Mögen da auch noch so wohlmeinende und programmatische Ansagen unters Volk gebracht werden, wie „Einwanderung ist Vielfalt ist Bereicherung ist interkulturelle Identität!„; die Sarrazins und Seehofers und … werden nicht müde, eine „ethnoreine“ Bevölkerung herbeizuwünschen und demagogisch herbeizurassisieren. Soweit das platte Ärgernis! Im wissenschaftlichen Diskurs hat Migration, spätestens seit durch die sich immer interdependenter, entgrenzender entwickelnden, durch Umweltschädigungen gefährdeten und durch antidemokratische Machtverhältnisse deformierte Welt, eine gegenwartsstabilisierende und zukunftsweisende Bedeutung erlangt. Die Frage, wie ein Bewusstsein von der lokalen und globalen Normalität menschlicher Mobilität in das Bewusstsein der Menschen gebracht werden kann, hat zahlreiche Konzepte hervorgebracht und Interkulturelles, Transkulturelles und Globales Lernen als allgemeinbildende Lernaufgabe formuliert [34].

Diskurstheoretisches Verständnis von Subjektkonstitutionsprozessen

Über Migration als freiwillige wie erzwungene Wanderungsbewegungen von Menschen gibt es vielfältige Zugänge: anthropologische, ethnologische, politische, moralische, inter- und transkulturelle. Die Stichworte dazu reichen von A wie Assimilation bis Z wie Zuwanderungspolitik. Migrationspolitik umfasst dabei lokale wie globale Herausforderungen. Als 1994 sechzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Manifest „Deutschland und die Einwanderung“ veröffentlichten, da trieb sie die Sorge um, dass „vor dem Hintergrund der fremdenfeindlichen Ausschreitungen ( ) sich die Diskussion in Deutschland vorwiegend auf Fragen der Schadensbegrenzung und in der Sache auf die Themen Gewalt, Jugend, Medien und mögliche Konflikte in einer multikulturellen Gesellschaft (konzentriert)“, und die wesentlich bedeutsameren Fragestellungen in den Hintergrund geraden, dass „Deutschlands Zukunft ( ) auch von einer Migrations- und Integrationspolitik mit Vernunft und Augenmaß (abhängt)“ (Klaus J. Bade, Hrsg., Das Manifest der 60. Deutschland und die Einwanderung, München 1994, 231 S.). Die politischen und wissenschaftlichen Fragestellungen und Antworten werden bislang eher verhalten unter den Aspekten der interkulturellen Kommunikation und den Fragen nach einer Interkulturalität in der Einen Welt diskutiert (Jürgen Beneke / Francis Jarman, Hrsg., Interkulturalität in Wissenschaft und Praxis, Hildesheimer Universitätsschriften, Bd. 15, 2005, 273 S.). Ein Aspekt der bildungs- und erziehungswissenschaftlichen Migrationsthematik ist zwar seit den Ergebnissen der internationalen und nationalen Schulvergleichsuntersuchungen (PISA, u.a.), stärker in den Blickpunkt geraten; etwa der Frage, wie Migrationsphänomene im pädagogischen Diskurs Eingang finden [35], doch die Zusammenhänge von „Migration und Psyche“ [36]  finden bisher wenig Aufmerksamkeit und Forschungsanlass.

Parallel- oder Tangentengesellschaft?

Begrifflichkeiten haben es in sich. Sie können Richtpunkte oder Irrlichter sein. Sie können als Schlagwörter im übertragenen und im direkten Wortsinn daherkommen. Sie werden erfunden und eingesetzt, um entweder eine Situation zu benennen oder sie zu diskriminieren. Sie sind Hilfskonstruktionen oder haben Ge- und Verbotscharakter. Sie können zur Alltagssprache gehören , sich als Kunstwörter entwickeln oder zu No-Names werden. Der Begriff „Parallele“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus „para“ = „neben“ und „alleon“ = „einander“ zusammen. In der Geometrie sind das zwei Gerade, die nebeneinander verlaufen und sich nicht nähern. Dahinter steht das Menetekel der nicht überwindbaren Trennung – „Sie können zueinander nicht kommen„- in der mittelalterlichen Ballade waren es zwei Königskinder, die nicht zueinander finden konnten, weil der trennende, reißende Fluss dies verhinderte. In der teils humoristischen, sarkastischen oder veralbernden Interpretation des Liedtextes wird daraus gemacht: Weil er nicht schwimmen kann; weil er kein Schiff oder Floß bauen kann; weil er keine Lust hat, sich anzustrengen; weil er die Bademütze vergessen hat…

Der Begriff „Parallelgesellschaft“ bezeichnet in der deutschen Migrationsdebatte die Situation, dass bei der Zuwanderung von Fremden in die Mehrheitsgesellschaft Probleme der Eingliederung gibt und die eingewanderten Minderheiten in eigenen Gruppierungen zusammenfinden, sich also gewissermaßen außerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Organisationsformen selbständig formieren. Diese an sich normale und logische Form, dass in der Fremde die sich ethnisch und kulturell einander näher fühlenden Menschen Kontakt zueinander suchen, wird bei den Auseinandersetzungen um Einwanderungsgesellschaft(en) jedoch verstanden als Abgrenzung und Verweigerung zur Integration (wobei nicht selten die Forderung nach Assimilation gemeint ist) und als Bedrohung der eigenen kulturellen Identität empfunden. Der Bielefelder Soziologe und Migrationswissenschaftler Wilhelm Heitmeyer hat den Begriff Anfang der 1990er Jahre in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt. Spätestens seit Nine-Eleven wird der Bildung von Parallelgesellschaften in nationalen Mehrheitsgesellschaften eine deutliche, öffentliche Aufmerksamkeit zugewendet und den (legitimen) Gemeinschaftsbildungsprozessen das Etikett „Terrorismusverdacht“, zumindest aber „Integrationsunwilligkeit“ angeheftet [37].

Heimat ist, wo ich engagiert bin

Es sind gleich zwei Dilemmata zu verzeichnen: Wer seine Heimat verlässt, um anderswo eine neue Heimat zu finden, gibt Gewohnheiten, Sicherheiten, Geborgenheiten und Gewissheiten auf, um solche und bessere im Migrationsprozess wieder zu finden, stößt aber dort meist auf Unsicherheiten und Ungewissheiten. Und: Die Mehrheitsgesellschaft verweigert dem Eingewanderten den Wunsch nach Zugehörigkeit und Integration. In der nationalen und transnationalen Integrationspolitik wird von der „Steuerbarkeit von Zuwanderung und Integration“ gesprochen [38]  und in der Migrationsforschung gibt es verschiedene Analyse- und Begründungskonzepte, wie Integrationsprozesse ablaufen, aber auch verhindert werden. Gegen rassistische und fremdenfeindliche Parolen setzen mittlerweile Migrantinnen und Migranten, die in der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft „angekommen“ sind, selbstbewusste Zeichen: „Wir haben wesentlich mehr Gemeinsames als Unterschiedliches“ [39], und sie fordern ein faires, soziales und gleichberechtigtes Miteinander ein [40].

Es muss gelingen, mit den nach Deutschland eingewanderten Menschen einen gemeinsamen gleichberechtigten und fairen Diskurs über die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung zu führen und Probleme bei der Integration in die deutsche Gesellschaft als gemeinsame Herausforderung, wie als gemeinsame Chance bei der Entwicklung hin zu einer gerechteren, friedlicheren und humaneren Gesellschaft zu begreifen [41]. Und: Nicht lamentieren und agitieren, sondern argumentieren – „Zusammensetzen ist besser als Auseinandersetzen“ [42].

Ängste und Ideologien beim Wort nehmen

Der Titel „Der Geist geistloser Zustände“, dem religionskritische Betrachtungen zugrunde liegen [43], lässt sich ohne weiteres auf den Umgang mit dem Fremden, dem Andersartigen und den Fremden übertragen [44]. Katastrophen- und Horrorberichte wollen suggerieren, dass die vermeintliche ethnische und kulturelle Einheit einer Gesellschaft durch den Zuzug von andersdenkenden, anders aussehenden und sich vom Eigenen unterscheidenden Menschen in die scheinbar homogene kulturell und religiös gewordene Gemeinschaft gefährdet oder sogar aufgelöst werde; ja sogar, dass die angestammte Identität untergehen könne. Die in den Menschenrechten grundgelegten Werte der Conditio humana zeigen sich in Empathie und im Bewusstsein von der Einheit des Menschengeschlechts [45], und in der Fähigkeit zum aufgeklärten Denken. Es sind die von Ideologen und Rassisten in die Welt gesetzten apokalpyptischen Szenarien, die die Angst vor Überfremdung schüren. Dabei ist das langgehegte Märchen von der in die Gene gelegten „Fremdenangst“ ja längst widerlegt [46], und die Bedeutung der Wandel-, Veränderungsfähigkeit und Vielfältigkeit menschlichen Denkens und Handelns dürfte im Bewusstsein der Menschheit Eingang gefunden haben [47]. Augen und Ohren gegen diese ideologischen Zuschreibungen zumachen ist nicht die Lösung; vielmehr geht es darum, den Verstand zu benutzen, in die Geschichte der Menschheit zu schauen, die verschiedenen Entwicklungsprozesse zu begreifen und die Probleme, wie sie sich lokal und global in den Bereichen Religion, Einwanderung, Extremismus, Integration und Kooperation ergeben, empathisch, solidarisch und eben human zu lösen [48].

Stereotypen, Klischees und andere Vorurteile

Mehrheitsgesellschaften, die sich national, völkisch, politisch oder geschichtlich als ethnische Gemeinschaften verstehen, haben sich immer schon abgegrenzt gegenüber vermeintliche oder tatsächliche Eindringlinge, Zuwanderer, die sie als Fremde und nicht Dazugehörige ablehnen oder ihnen zumindest distanziert gegenüberstehen. Die philosophische, psychologische und anthropologische Auffassung, wie sie in der globalen Ethik der Menschenrechte vertreten wird, beruht ja auf der Annahme, dass der Mensch ein mit Verstand ausgestattetes, ein gutes Leben anstrebendes und auf ein friedliches Zusammenleben mit anderen Menschen angewiesenes Lebewesen ist. Bei den Auseinandersetzungen um Mehrheiten und Minderheiten, um Identifikationen und Identitäten kommt es darauf an zu erkennen, dass „der Fremde ich bin“ und Eigensein und Fremdsein die beiden Seiten der einen humanen Medaille sind. Und: Dass ein aktives Eintreten für Menschenrechte Pflicht für alle Menschen ist: „Wer sich darauf beschränkt, einen Stein ins Wasser zu werfen, verletzt meines Erachtens eine Grundregel der Demokratie, nämlich die der Rede und Gegenrede“(Paul Scheffer) [49].

Aus der selbstverschuldeten Ignoranz ausbrechen

Die Menschheit muss in ihrer Existenz einen Perspektivenwechsel vollziehen, will sie überleben. Das ist keine fatalistische Erkenntnis, sondern eine Einsicht, die mittlerweile in vielfältiger Weise auf den Tisch des menschlichen Lebens gelegt wurde; etwa durch die Berichte an den Club of Rome, dass die Grenzen des Wachstums erreicht seien (1972), dass sich die Menschheit am Wendepunkt ihrer Geschichte befinde (1974), dass die Welt im Jahr 2000 noch übervölkerter, verschmutzter, ökologisch noch weniger stabil und für Störungen anfälliger sein wird als 1980 (Global 2000. Bericht an den Präsidenten), dass „throughput growth“, Durchflusswachstum eingestellt und eine tragfähige Entwicklung auf der Erde eingeleitet werden müsse (Brundtland-Bericht 1987), dass die Menschheit an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte angelangt sei, (Agenda 21, 1992) und dass die Menschheit vor der Herausforderung stehe umzudenken, sich umzuorientieren und gesellschaftlich umzuorganisieren und neue Lebensformen finden (Weltkommission „Kultur und Entwicklung“, 1995) und erkennen müsse, dass der Mensch zur Erde und nicht die Erde dem Menschen gehöre (MAB). Mit der Metapher „Tanz des Lebens“ drückt die 1929 geborene US-amerikanische Systemwissenschaftlerin und Buddhismus lehrende Joanna Macy mit der Theorie der „Tiefen Ökologie“ aus, dass die Erde ein lebendes, ganzheitliches System ist, in dem alle Dinge miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. In fünf exemplarischen Geschichten zeigt sie auf, wie wir ein neues Weltbewusstsein erlangen können: Durch ein Handeln, das die Zerstörung der Erde und ihrer Lebewesen aufhält; durch Analysieren der strukturellen Ursachen und Schaffung von Alternativen, und einen Bewusstseinswandel herbeizuführen [50].

Das Bild von der Mauer hat dazu geführt, 50 Literaturhinweise zu geben, was Mauern bewirken und wie Mauern überwunden werden können, damit ein friedliches, gerechtes, gutes Leben für alle Menschen auf der Erde, die wir zu Einer Welt gestalten müssen, möglich wird!


[1] Claus Otto Scharmer, Theorie U. Von der Zukunft her führen, 2009, Rezension

[2] Jörn Rüsen, Hrsg., Perspektiven der Humanität. Menschsein im Diskurs der Disziplinen, 2010, Rezension

[3] Jeremy Rifkin, Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein, 2010, Rezension

[4] Paul Scheffer: Die Eingewanderten, 2008, Rezension

[5] Christoph Broszies / Henning Hahn, Hrsg., Globale Gerechtigkeit. Schlüsseltexte zur Debatte zwischen Partikularismus und Kosmopolitismus, 2010, Rezension

[6] Wadim L. Deglin, Unsere zwei Gehirne, in: UNESCO-Kurier 2/1994, S. 4ff

[7] Christoph Antweiler, Mensch und Weltkultur. Für einen realistischen Kosmopolitismus im Zeitalter der Globalisierung, 2010, Rezension

[8] vgl. dazu auch: John Gray, Wir werden sein wie Gott. Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit, 2012, Rezension

[9] Ben Sherwood, Wer überlebt? Warum manche Menschen in Grenzsituationen überleben, andere nicht, 2009, Rezension

[10] Rainer Funk, Entgrenzung des Menschen, 2012, Rezension sowie: Dirk Lange, Hrsg., Entgrenzungen. Gesellschaftlicher Wandel und politische Bildung, 2011, Rezension

[11] Willi Jasper, Hrsg., Wie viel Transnationalismus verträgt die Kultur? 2009, Rezension

[12] Max Matter / Anna Caroline Cöster, Hrsg., Fremdheit und Migration. Kulturwissenschaftliche Perspektiven für Europa, 2011, Rezension

[13] Jörn Rüsen, Hrsg., Perspektiven der Humanität. Menschsein im Diskurs der Disziplinen, 2010, Rezension

[14] Manfred Geier, Aufklärung. Das europäische Projekt, 2012, Rezension

[15] Peter Schlotter / Simone Wisotzki, Hrsg., Friedens- und Konfliktforschung, 2011, Rezension

[16] Ulrich Beck, Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit, 2007, Rezension

[17] Verein Flüchtlingsbetreuung nach dem Münchner Modell e.V., Hrsg., Flüchtlingsbetreuung im Sammellager „mit Sonderaufgaben“, 2003, in: Rezension

[18] Jörg Alt, Leben in der Schattenwelt. Problemkomplex „illegale“ Migration, 2004, Rezension

[19] Klaus Jünschke / Bettina Paul, Hrsg., Wer bestimmt denn unser Leben? Beiträge zur Entkriminalisierung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus, 2005, Rezension

[20] Gefährlicher Transit. Die afrikanische Wanderung nach Europa, 2006, Rezension

[21] Transit Migration Forschungsgruppe, Hrsg., Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas, 2007, Rezension

[22] Sigrid Scheifele, Hrsg., Migration und Psyche. Aufbrüche und Erschütterungen, 2008, Rezension

[23] Paul Scheffer, Die Eingewanderten. Toleranz in einer grenzenlosen Welt, 2008, Rezension

[24] Judith Schicklinski, Migration und europäische Zuwanderungspolitik, 2009, Rezension

[25] vgl. dazu: Michael Gehler / Silio Vietta, Hrsg., Europa – Europäisierung – Europäistik: Neue wissenschaftliche Ansätze, Methoden und Inhalte, 2010, Rezension

[26] vgl. dazu: Philip Thelen, Vergleich in der Weltgesellschaft. Zur Funktion nationaler Grenzen für die Globalisierung von Wissenschaft und Politik, 2011, Rezension

[27] Benjamin Drechsel; Hrsg., Bilder von Europa. Innen- und Außenansichten von der Antike bis zur Gegenwart, 2010, Rezension

[28] Erhard Busek, Zu wenig, zu spät. Europa braucht ein besseres Krisenmanagement, 2007, Rezension

[29] Michael Thoss, Hrsg., Das Ende der Gewissheiten. Reden über Europa, 2009, Rezension

[30] Manfred Geier, Aufklärung. Das europäische Projekt, 2012, Rezension

[31] Helmut König u.a., Hrsg., Gerechtigkeit in Europa. Transnationale Dimensionen einer normativen Grundfrage, 2008, Rezension

[32] Jörg Gertel / Sandra Calkins, Hrsg., Nomaden in unserer Welt. Die Vorreiter der Globalisierung. Von Mobilität und Handel, Herrschaft und Widerstand, 2011, in: socialnet Rezensionen, Rezension

[33] Gertraud Marinelli-König / Alexander Preising, Hrsg., Zwischenräume der Migration. Über die Entgrenzung von Kulturen und Identitäten, 2011, Rezension

[34] Asit Datta / Harry Noormann / Neville Alexander / Sharon Beder / Christoph Butterwegge, Hrsg., Zukunft der Migration, Zukunft des transkulturellen Lernens, 2010, Rezension; sowie: Gregor Lang-Wojtasik / Ulrich Klemm, Hrsg., Handlexikon Globales Lernen, 2012, Rezension

[35] Paul Mecheril / Mario do Mar Castro Varela / Inci Dirim / Annita Kalpaka / Claus Melter, Migrationspädagogik, 2010, Rezension; sowie: Elisabeth Rangosch-Schneck, Lehrer – Lernen – Migration. Außen- und Innenperspektiven einer „interkulturellen Lehrerbildung“,2012, Rezension

[36] Sigrid Scheifele, Hrsg., Migration und Psyche. Aufbrüche und Erschütterungen, 2008, Rezension

[37] Alexander-Kenneth Nagel, Hrsg., Diesseits der Parallelgesellschaft. Neuere Studien zu religiösen Migrantengemeinden in Deutschland, 2013, Rezension

[38] vgl. dazu: Stefan Luft, Staat und Migration, 2009, Rezension

[39] Mehmet Gürcan Daimagüler, Kein schönes Land in dieser Zeit. Das Märchen von der gescheiterten Integration, 2011, Rezension

[40] Zafer Senocak, Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift, Hamburg 2011, Rezension

[41] Nilüfer Keskin, Probleme der Integration türkischer Migranten zwischen der zweiten und dritten Generation, 2010, Rezension

[42] Hilal Sezgin, Hrsg., Manifest der Vielen. Deutschland erfindet sich neu, 2011, Rezension

[43] Maxi Berger / Tobias Reichardt / Michael Städtler, Hrsg., „Der Geist geistloser Zustände“. Religionskritik und Gesellschaftstheorie, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2012, 222 S., Rezension

[44] Sylke Bartmann / Oliver Immel, Hrsg., Das Vertraute und das Fremde. Differenzerfahrung und Fremdverstehen im Interkulturalitätsdiskurs, 2010, Rezension

[45] Hans Joas, Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte, Rezension

[46] Utta Isop / Viktorija Ratkovic, Differenzen leben. Kulturwissenschaftliche und geschlechterkritische Perspektiven auf Inklusion und Exklusion, Rezension

[47] Dorothee Kimmich / Schamma Schahadat, Hrsg., Kulturen in Bewegung. Beiträge zur Theorie und Praxis der Transkulturalität, Rezension

[48] Doug Saunders, Mythos Überfremdung. Eine Abrechnung, 2012, Rezension

[49] Jost M. Kramer / Robert Schediwy, Minderheiten, 2012, Rezension

[50] : Joanna Macy / Norbert Gahbler: Fünf Geschichten, die die Welt verändern, 2013, Rezension


Autor
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer: Mauern sind keine Brücken. Veröffentlicht am 17.09.2013 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/157.php, Datum des Zugriffs 07.12.2019.


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