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Soziales Kapital - Entstehungsgeschichte und Relevanz für die Konzeptbildung und Maßnahmeplanung der Klinischen Sozial Arbeit

Joschka Sichelschmidt, Ino Cramer

veröffentlicht am 20.05.2014

Zusammenfassung

Das Konzept des sozialen Kapitals in den Ausführungen von Bourdieu, Putnam und Coleman liefert grundlegende Handlungsmöglichkeiten für die Klinische Sozialarbeit, welche als Fachsozialarbeit mit einem eigenständigen Behandlungsansatz im Sozial- und Gesundheitssystem zu verstehen ist. Trotz dieses Mehrwertes ist der Begriff des Sozial Kapitals nur eingeschränkt tauglich und muss durch andere Konzepte auf Individual- und Gesellschaftsebene erweitert werden, um explizite Handlungsmöglichkeiten der Klinischen Sozialarbeit entwickeln zu können.

Am Beispiel der Gerontologie wird beschrieben, wie eine Weiterführung des Grundgedankens des Sozialen Kapitals mit den hier vorgenommen Anpassungen und Erweiterungen, einmal eine Schärfung des Berufsprofils der Klinischen Sozialarbeit im Gesundheitswesen erbringen kann und damit einhergehend eine positive Wirkung auf die Kostenentwicklung im heutigen Sozial- und Gesundheitssystem entfalten kann, da Integrationsbemühungen in individuelle Lebensführungssysteme durch Klinische Sozialarbeit sozialtherapeutisch mit Beachtung persönlicher Ressourcen bearbeitet werden können, da durch gelungene Integration und Ressourcenstärkung die finanziellen Belastungsfaktoren z.B. durch verlängerte Aufenthalte in Krankenhäusern oder eine erhöhte subjektive Gesundheit minimiert werden können.

1. Einleitung

Im Folgenden wird der Zusammenhang von sozialem Kapital – eine andere in der Literatur gebräuchliche Bezeichnung ist Sozialkapital – und Gesundheit, unter dem Gesichtspunkt des Nutzens für die Klinische Sozialarbeit und bezogen auf den Handlungskontext der Gerontologie, untersucht.

Der Begriff Sozialkapital wird in der Literatur unterschiedlich definiert, wobei sich viele Autoren auf Bourdieu (1983), Coleman (1988) und Putnam (1995) beziehen und deren Konzept in ihre Forschungsfragen integrieren. Deshalb wird nachfolgend (Kapitel 2) die begriffliche Herkunft des Ausdrucks soziales Kapital bezogen auf die vorab erwähnten Autoren und ihre ideengeschichtliche Entwicklung dargestellt und zusammengefasst diskutiert.

Kapitel 3 geht dann vertieft auf den Nutzen des Konzepts soziales Kapital für die Klinische Sozialarbeit ein und betrachtet es auch kritisch hinsichtlich seines praxeologischen Nutzwertes. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Betrachtung des Konzeptes des sozialen Kapitals. Leitend für diese Abschlussbetrachtung ist die in dieser Arbeit aufgestellte Definition von sozialem Kapital (Kapitel 2), unter besonderer Berücksichtigung der Relevanz für die Klinische Sozialarbeit mit dem Schwerpunkt Altenarbeit.

2. Begriffliche Herkunft und ideengeschichtliche Entwicklung des Begriffs des sozialen Kapitals

Kapital wird gemäß Bourdieu (1983) als „akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter, „inkorporierter“ Form“ (ebd., S. 183) verstanden. Aus dieser allgemeinen Definition lässt sich ableiten, dass der Begriff Kapital ursprünglich aus einer wirtschaftstheoretisch- philosophischen Schule stammt und später von den Sozialarbeitswissenschaften aufgegriffen wurde, um ihre Konstrukte vom sozialen Zusammenleben besser beschreiben zu können. Die Theorien der Sozialen Arbeit heben ihre Begriffsbestimmung des Kapitals aber auf die Ebene des ‚Sozialen‘ und bedingen dadurch eine Erweiterung für die letztliche Legitimation des Handelns in der Sozialen Arbeit.

Ideengeschichtlich stammt die erste Nennung des sozialen Kapitals von Pierre Bourdieu (1983), der das Sozialkapital als „individuelle Ressource neben ökonomischen, kulturellem und symbolischem Kapital“ (Zwingenberger 2003, S. 23) beschreibt. Bourdieu (1983) geht in seiner Beschreibung der Theorie davon aus, dass sich die in der Gesellschaft ablaufenden sozialen Interaktionen als ein Spiel beschreiben lassen und dass sich individuelle Handlungen als Züge von Spielfiguren definieren lassen. Anders als Bourdieu (1983) sehen Putnam (2000) und auch Coleman (1988) das Sozialkapital als Strukturmerkmal einer Gesellschaft, dass die Effizienz eines koordinierten Handelns erhöhen kann (vgl. Pantucek 2008, S. 6). Allgemein erfasst Pantucek (2008) die Definition des Sozialkapitals nach Putnam (2000) als eine Fokussierung auf horizontale Netzwerke und begründet den Verdienst Putnams darin, „das Vertrauen in die Möglichkeit solcher persönlich grundierter Austauschverhältnisse als allgemeine Voraussetzung von ökonomischen und politischen Austauschverhältnissen begründet zu haben“ (Pantucek 2008, S. 6).

Die moderne funktional differenzierte Gesellschaft besteht nach Luhmann (1973) aus verschiedensten Systemen, die einer bestimmten, aber differenten Kommunikationslogik unterliegen. Um die Logik des Systems, in welchem sich ebenso die Klinische Sozialarbeit befindet, besser beschreiben zu können, kann der Begriff vom Sozialkapital verwendet werden, denn dieser verbindet verschiedene Erklärungsmodelle vom funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenleben. Nach Fukuyama (2002) ist das soziale Kapital eine biologische Determinante, denn er behauptet, dass die Wurzeln des sozialen Kapitals in der Natur des Menschen liegen. Weiter kann mit dem Begriff Sozialkapital „gesellschaftliche Normen und Quellen menschlicher Motivation beschrieben [werden], wobei der Akzent auf Merkmalen der sozialen Organisation liegt“ (Veer 2011, S. 88) (symbolische Kapitalform (Euler 2006, S. 13)). Der dritte Punkt, der mit dem sozialen Kapital umschrieben werden kann, ist nach Veer (2011) eine ökonomische Begriffsbestimmung, die davon ausgeht, dass es eine individuelle Nutzenmaximierung gibt, die eine entsprechende Investitionsstrategie innehat. Veer (2011) weist darauf hin, dass dieser Ansatz auf die Theorieschule von Coleman zurückzuführen ist (Rational-Choice-Ansatz (Euler 2006, S. 13)). Viertens kann mit dem sozialen Kapital auch in der Systemlogik von Politik argumentiert werden, denn hier geht es um die Beschreibung von menschlichem Verhalten, welches durch die Rolle der Institutionen, der politischen und sozialen Normen bestimmt wird. Zusammenfassend kann nach Lederer (2005) gezeigt werden, dass sich der Begriff des sozialen Kapitals in drei Analyseebenen unterteilen lässt, denn die vorab vorgestellten Erklärungsmodelle spiegeln nach Lederer (2005) nicht die exakte Position eines der theoretischen Begründer wider. Lederer (2005) unterscheidet zwischen der Mikro-, Meso- und der Makroebene. Die erste Ebene stellt dabei die individuellen Ressourcen sozialer Beziehungen dar, die für den Einzelnen wichtig sind, die zweite Ebene sieht das soziale Kapital in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Strukturen, also davon, in welcher Position in der Gesellschaft sich die Individuen befinden und die dritte Ebene beschreibt die Ebene des Kollektivs (vgl. Veer 2011, S. 89).

Pantucek (2008) befindet zwar die Einbeziehung der Erklärungsmodelle von Coleman/Putnam in die Handlungslogik der Sozialen Arbeit als nicht tauglich, da diese Ansätze Sozialkapital mit bürgerschaftlichem Engagement gleichsetzen und Politik, Staat und Machtverhältnisse ausblenden – andere Autoren widersprechen aber dieser Aussage. Haug (2000) z. B. formuliert, dass soziales Kapital „als instrumentell einsetzbare, individuelle aber nicht unabhängig von anderen verfügbare Ressource“ (ebd., S. 62) beschrieben werden kann, also dass Sozialkapital immer an andere Personen gebunden ist (vgl. Barth et al. 2003).

Wie definiert, kann mit dem Begriff des Sozialkapitals die Grundessenz, warum eine Gesellschaft existiert, beschrieben werden. Auffällig ist aber, dass auf der einen Seite Putnam (1995 und 2000) und Coleman (1988) das soziale Kapital als kollektives Gut sehen, von dem die Gesellschaft profitiert, während Bourdieu das soziale Kapital auf das Individuum innerhalb der Gesellschaft bezieht. Koob (2007) fasst alle drei Sozialkapitalkonzepte zusammen und ordnet Bourdieus Konzept auf der Mikro- und Mesoebene ein und definiert dies in diesem Zusammenhang als ‚Privatgut‘. Coleman (1988) und Putnam (1995) ordnet Koob (2007) auf der Mikro-, Meso- und Makroebene ein, lokalisiert das soziale Kapital bei Putnam (1995) als überwiegend öffentliches Gut und bei Coleman (1988) als gleichrangig öffentliches und privates Gut. Es ist also in der Folge strikt zu unterscheiden, welche der diskutierten Positionen benutzt wird, da diese drei Theorien den Begriff des Sozialkapitals grundsätzlich unterschiedlich auffassen und hieraus zwangsläufig unterschiedliche Handlungsmodelle ableiten. Folgerichtig besteht für Moldaschl (2008) die „Fungibilität von Sozialkapital […] bei individueller Verfügung ganz anders […] als bei gemeinschaftlicher bzw. gesellschaftlicher. Daher führe ich hier eine Unterscheidung ein, […]: die von individuell und sozial verfügbarem bzw. kurz von individuellem und sozialem Sozialkapital“ (ebd., S. 6).

Im Folgenden wird von den Autoren eine Begriffsbestimmung des Sozialkapitals, ähnlich der aufgestellten Unterteilung von Moldaschl (2008) benutzt.

Das Sozialkapital wird in der weiteren Diskussion einerseits als die in jedem Individuum vorhandenen Ressourcen und Erfahrungen gesehen, Netzwerke für sich individuell nutzbar zu machen und dem zugrundeliegend, über das notwendige Wissen darüber zu verfügen, welche Netzwerke für die Überwindung spezifischer Probleme existieren und demgemäß individuell förderliche Systeme selektieren zu können. Andererseits ist der gesellschaftliche Nutzen von Sozialkapital in der Funktion zu sehen, einen Rückfluss der individuellen Ressourcen und Erfahrungen in die Gesellschaft zu erbringen.

3. Der Nutzen des Konzepts des Sozialkapitals für die Klinische Sozialarbeit

Die Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit beschreibt die Klinische Sozialarbeit als Fachprofession der Sozialen Arbeit und als eine behandelnde Sozialarbeit. Das Ziel der Klinischen Sozialarbeit ist eine Einbeziehung von sozialen und psychosozialen Aspekten in (soziotherapeutische) Beratung und psychopädagogische Unterstützung von gesundheitlich gefährdeten, erkrankten und behinderten Menschen. Der Fokus der Fachdisziplin ist die ‚person in environment‘ Perspektive mit der Einbeziehung eines psychosozialen Verständnisses von Gesundheit, Krankheit und Störung (Salutogenese).

Franzkowiak et al. (2011) definieren Klinische Sozialarbeit unter Bezug von Pauls und Mühlum (2005) als Sozialarbeit, die in einem speziellen Behandlungskontext erfolgt und an Behandlungsprozessen beteiligt ist und eigene Beratungs- und Behandlungsaufgaben wahrnimmt. Demzufolge sind die wichtigsten Adressaten Klinischer Sozialarbeit „Klienten und Patienten mit psychosozialen Problemen“ (Pauls und Mühlum 2005, S. 7; zitiert nach Franzkowiak et al. 2011, S. 182). Weiter wird das Handlungsfeld der Klinischen Sozialarbeit beschrieben als auf der Mikro-, Meso- und Makroebene wirkend und wendet sich an „Hilfe- und Behandlungsbedürfnissen schwer erreichbarer Personen und marginalisierter Gruppen“ (ebd., S. 183).

Kleiß (2008) vertritt die Ansicht, dass „Professionelle Soziale Arbeit […] spezialisiert [ist] auf die Analyse und den Umgang mit individuellen Problemlagen“ (ebd., S. 1), geht aber davon aus, dass diese Problemlagen strukturell bedingt sind. Anders ausgedrückt ist in der Sozialen Arbeit immer vom ungleichen Verhältnis zwischen Sozialarbeiter und Hilfeempfänger auszugehen. Nach Staub- Bernasconi (2006) kann „Die Anerkennung, dass individuelle Probleme auch strukturbedingt sind […] [auch als] Eingeständnis [gewertet werden], dass sich auch etwas an gesellschaftlichen Machtstrukturen ändern müsste“ (ebd., S. 17).

Als kurzer Exkurs, der unserer Meinung nach wichtig für die späteren Argumentationen ist, muss an dieser Stelle definiert werden, was Macht in der Interaktion zwischen Menschen bedeutet. Nach Weber (1972) ist unter Macht zu verstehen, wenn ein Mensch den eigenen Willen auch gegen Widerstände durchzusetzen versucht, egal wie gut oder wie schlecht die Chancen für das Gelingen dieses Vorhabens stehen. Weiter ausdifferenziert betrachten Sofsky und Paris (1994), Paris (1998) und Ricken (2005) den Begriff und definieren Macht in der sozialen Interaktion als „ein Netz von verschiedenen, einander ebenso verstärkenden wie auch durchkreuzenden Kräften […]“ und es braucht eine sogenannte Gegenmacht, um als Macht in die Interaktion einwirken zu können. Abschließend beschreibt Fantini (2000, S.25) Macht als in Beziehungen immer enthalten, denn sie wirkt in diese ein, lange „bevor sie als Anweisung, Druck, Zwang oder ähnliches“ (ebd., S. 25) von den Interaktionspartnern erkannt wird.

Unter Beachtung dieser Ausführung zu den Einflüssen von Macht und Beeinflussung in den sozialarbeiterischen, sozialen und pädagogischen Interaktionen ist es nach Kleiß (2008) immanent wichtig für eine nachhaltige Problemlösung, die monokausale Sicht einer individualisierten Problemverortung zu verlassen und ebenso die gesellschaftlichen Machtstrukturen zur Lösung sozialer Probleme zu berücksichtigen.

Germain und Gitterman (1999) sehen als Aufgabe der Sozialen Arbeit, dass diese auf Personen und ihr explizites Umfeld, aber auch ihre intersystemischen Kommunikationswechselwirkungen einwirken muss. Daher ist es nach dieser Definition, der Auftrag der Sozialen Arbeit, auf das Individuum einzuwirken, aber auch die, von der Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit geforderte, ‚person in environment‘ Orientierung zu berücksichtigen. Sie verfestigt sich in der Fachdisziplin der Klinischen Sozialarbeit, mit ihrem spezifischem Wissen über soziale Faktoren und deren Ursachen in der Entstehung sozialer Probleme und gesundheitsschädigender sowie krankheitsbegünstigender Stressoren als elementare Profession zur Behandlung von gesundheitlichen und sozialen Problemen. Gelingen kann dies der Klinischen Sozialarbeit aber nur, wenn sie die Ressourcen, die im Klienten und in seiner Umwelt vorhanden sind, einbezieht und diese Ressourcen den Stressoren, die auf die subjektive Lebensqualität einwirken, entgegenstellt.

Kritisch bleibt dabei aber nach Pantucek (2005) anzumerken, dass eine reine Orientierung der Klinischen Sozialarbeit auf die Ressourcen der Klienten wenig effektiv ist, denn die gesellschaftlichen und somit machthaltigeren Strukturen bleiben dabei unverändert. Pantucek (2008) postuliert in diesem Zusammenhang, dass „Das Klientel der Sozialen Arbeit […] eben an einem Defizit an Ressourcen, von Information/ Wissen bis zu materiellen Ressourcen [leidet], und dieser Mangel ist durch Willensanstrengung und positive Rahmung („Reframing“) i.d.R. eben nicht auszugleichen“ (ebd., S. 8).

Als Ausweg aus dieser eher destruktiven Sichtweise bieten sich Ansätze der Sozialraumorientierung an, die eine Veränderung mit einer Ressourcenperspektive der benachteiligenden Strukturen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene versucht. Herriger (2008) sagt, dass es das „Ziel der Empowerment-Praxis ist […], die vorhandenen (wenn auch vielfach verschütteten) Fähigkeiten der Menschen zu kräftigen und Ressourcen freizusetzen, mit deren Hilfe sie die eigenen Lebenswege und Lebensräume selbstbestimmt gestalten können“ (ebd., S. 1). Herriger (2005) beschreibt vier Prozesse der sozialräumlichen Segregation, die für multiple soziale Spaltungen verantwortlich sind. Dies sind erstens die Verstetigung von Einkommensarmut und Arbeitslosigkeit, zweitens die Verfestigung von sozialräumlichen Mustern der residenziellen Segregation, drittens entstehen seiner Ansicht nach sogenannte ‚Kolonien der Ausgeschlossenen‘ und viertens gibt es eine Verschärfung der ethnischen Segregation nach innen (vgl. ebd., S. 2f.).

Um die Frage danach zu klären, wie das Konzept des sozialen Kapitals für die Klinische Soziale Arbeit im Gemeinwesen genutzt werden kann, ist in diesem Kontext vorab aber der Gebrauch des Wortes Sozialkapital weiter zu beleuchten. Auffällig ist, dass in Fachtexten beim Bezug auf die Anwendungspraxis der Förderung von sozialem Kapital, dann häufig nur noch die Rede von förderlichen und hinderlichen Netzwerkbeziehungen ist und der Begriff des Sozialkapitals explizit nicht mehr verwendet wird. Es macht den Anschein, wie es auch Braun (2001) sieht, dass das soziale Kapital ein Füllwort ist, welches sich nach Außen gut präsentiert, aber im Kern wenig über, um nach Luhmann (1973) und seiner Theorie der Systeme zu sprechen, eine mögliche Programmierung eines Systems aussagt. Nach Braun (2001) sagt das Wort soziales Kapital, wie es in Deutschland genutzt wird nur aus, dass es eine „Hoffnung auf die Revitalisierung von sozialen Bindungen, Beziehungen und Netzwerken in einer bunten und lebendigen Bürgergesellschaft“ (ebd., S. 11) schürt. Das eigentliche Verständnis von Bourdieu (1983), der das Sozialkapital als individuell angelegtes Privatgut (vgl. Koob 2007) und als Multiplikator für ökonomisches und kulturelles Kapital betrachtet und somit der „(Re)-Produktion sozialer Ungleichheit“ (Braun 2001, S. 12) dient und damit gleichzeitig auch Festiger des Mechanismus von Macht und Herrschaft ist, bekräftigt die Kritik an einer uneinheitlich gebrauchten Definition des Begriffs. Auch Badura (2007) sieht das Wortgeflecht soziales Kapital auf Grund seiner „mangelhaften definitorische[n] Klarheit und Messbarkeit“ (ebd., S. 5) durchaus kritisch und beschreibt in Anlehnung an Arrow (2000), dass „soziale Netzwerke […] zwar positive ökonomische Auswirkungen [hätten], […] gleichwohl aber nicht das Prädikat „Kapital“ [verdienen], da sie primär aus nicht ökonomischen Motiven entständen und gepflegt würden“ (Badura 2007, S. 5).

Abschließend kann aufgrund der hier angeführten kritischen Beschreibungen dem Begriffsgebrauch soziales Kapital als Handlungskonzept der Klinischen Sozialarbeit nicht zugestimmt werden – besser ist im Sinne der Autoren, den Begriff Sozialraumorientierung mit dem Fokus auf Netzwerkförderung zu benutzen, zu welchem auch die aufgestellte Definition am Ende von Kapitel zwei passt:

Das Sozialkapital wird in der weiteren Diskussion einerseits als die in jedem Individuum vorhandenen Ressourcen und Erfahrungen gesehen, Netzwerke für sich individuell nutzbar zu machen und dem zugrundeliegend über das notwendige Wissen darüber zu verfügen, welche Netzwerke für die Überwindung spezifischer Probleme existieren und demgemäß individuell förderliche Systeme selektieren zu können. Andererseits ist der gesellschaftliche Nutzen von Sozialkapital in der Funktion zu sehen, einen Rückfluss der individuellen Ressourcen und Erfahrungen in die Gesellschaft zu erbringen

Sinnvoll ist aber an Bourdieus (1983) Ausführungen zum sozialen Kapital, der „Multiplikatoreneffekt [des sozialen Kapitals] auf das verfügbare ökonomische und kulturelle Kapital“ (Braun 2001, S. 5). Nach Bourdieu (1983) ist das „ökonomische Kapital […] unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar […]; das kulturelle Kapital ist unter bestimmten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertierbar […]; das soziale Kapital […] ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls in ökonomisches Kapital konvertierbar“ (ebd., S. 185). Für die Klinische Sozialarbeit im Gemeinwesen mit dem Fokus auf der Förderung von Netzwerkbeziehungen verdient dieser Gedanke von Bourdieu (1983) besondere Aufmerksamkeit, denn er sagt aus, dass eine Förderung einer Form des Kapitals eine positive Wechselwirkung auf die anderen Formen haben kann. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch als Konsequenz für die Praxis der Klinischen Sozialarbeit, dass die benachteiligten Personen und Gruppen, die über wenig Kapital in einer dieser Formen verfügen, in der Regel auch in den anderen beiden Formen geschwächt sind. Zum Beispiel haben Personen mit geringer Bildung (kulturellem Kapital) dementsprechend wenig Zugang zu ökonomischen Kapital und kaum Zugang zu förderlichem Sozialkapital. Der Begriff ‚förderliches Sozialkapital‘ bezeichnet den Zugang zu Netzwerken, die auf positive Entwicklungsfaktoren einwirken können (heterogene Netzwerke). Angenommen wird an dieser Stelle, dass Personen mit einem besonderen Förder- und Unterstützungsbedarf zwar Zugang zu Netzwerken haben, diese Netzwerke sich aber durch eine große Homogenität der Lebenssituationen auszeichnen.

4. Diskussion des Konzepts soziales Kapital in der Handlungsrelevanz der Klinischen Sozialarbeit mit dem Bezug auf Altenarbeit

Wie in den vorhergehenden Kapiteln, Argumentationen und kritischen Hinweisen gesehen, eignet sich allein das Konzept vom sozialen Kapital nicht, um Handeln in der Klinischen Sozialarbeit zu begründen. Ebenso lässt sich von dem Begriff und seiner durchaus schwammigen Definition keine Perspektive für die Altenarbeit ableiten. Wie definiert, ist ein sinnvolleres, in diesem Diskurs zu implementierendes Konstrukt, eine Orientierung auf die Stärkung von förderlichen Netzwerkbeziehungen und die Nutzung dieser. D. h. es sollen einmal Ressourcen zur Überwindung individuell schwieriger Lebenssituationen geschaffen werden (Individualebene) und zweitens auch Ressourcen auf gesellschaftlicher Ebene geschaffen werden, die als Kompensator und zur Veränderung bzw. als Überwindungsinstrument defizitär empfundener gesellschaftlicher Strukturen dienen (Strukturebene).

Merkmale, die unserer Ansicht nach positive und damit auch für die Individuen förderliche Netzwerke definieren sind:

  1. Heterogene Netzwerke, die aber von allen Individuen erreichbar bleiben, um eine möglichst breite Informationsvielfalt zu garantieren und somit neue Perspektiven zur Überwindung individueller sozialer Probleme zu geben.
  2. Die Netzwerke sollen nach Gerhardter (2001) möglichst qualitativ und quantitativ ausgewogen sein. Die Anzahl von Netzwerkbeziehungen darf, um die Heterogenität des Netzwerks zu gewährleisten, nicht zu klein sein. Damit aber alle Personen im Netzwerk auch optimal unterstützt werden können, dürfen die Netzwerkstrukturen aber auch nicht unüberschaubar groß sein.
  3. Stabilität des Netzwerks über einen größeren Zeitraum, um so dazu beizutragen, emotionale Beziehungen zwischen Mitgliedern zu entwickeln. Dieser Zustand kann so im Netzwerk eine Reziprozitätsnorm etablieren (vgl. Heusinger und Kümpers 2007).
  4. Offenheit, d. h. jeder kann freiwillig dem Netzwerk beitreten und es auch wieder freiwillig verlassen.

Pantucek (2009) definiert als relevante Größe für eine Funktionalität des Netzwerkes die Dichte eines Unterstützungsnetzwerkes mit der Formel Dichte= n/ {[n (n-1/ 2}. Pearson (1997) hat diese, von Pantucek (2009) aufgenommene Dichteformel aufgestellt und definiert Dichte als Indikator für die Enge und Zentriertheit des Netzwerksystems, wobei zu erwähnen ist, dass eine besonders hohe Netzwerkdichte nicht zwangsläufig als gut bewertet werden muss, da die Mitglieder in der Autonomie eingeschränkt sind und nur wenig differenzierte Ressourcen zur Verfügung haben. Die Visualisierung sozialer Netzwerke mit Hilfe einer Netzwerkkarte als diagnostisches Element der Klinischen Sozialarbeit ist eine hilfreiche Methode, um nützliche und destruktive Netzwerkstrukturen zu erkennen und hieraus Methoden zur Veränderung und Beeinflussung der hilfebedürftigen Person im Netzwerk und ihrer Netzwerkbeziehungen oder des Netzwerks an sich entwickeln zu können.

Bezogen auf das gerontologische Arbeitsfeld der Klinischen Sozialarbeit stellt sich die Etablierung von Netzwerkkarten als diagnostische Methode als sehr sinnvoll dar, da insbesondere in diesem Arbeitsbereich die Netzwerkbeziehungen immer wichtiger werden. Nach Heusinger und Kümpers (2007) ist es für die Altenarbeit besonders wichtig, formelle aber auch informelle Netzwerke gleichberechtigt und äquivalent zueinander zu betrachten und zu fördern. Einzig das Einbeziehen von Netzwerkanalysetechniken bleibt im Arbeitsbereich Gerontologie, aber auch in anderen relevanten Arbeitsbereichen der Klinischen Sozialarbeit defizitär, denn nur durch das Erstellen von Netzwerkkarten wird der individuelle Hilfe- und Förderbedarf nicht sichtbar. Ergänzend zu der Netzwerkanalyse darf aber nicht auf eine individuumszentrierte soziale Diagnostik der Faktoren, die eine Verschiebung des HEDE Kontinuums zum Pol ‚Krankheit‘ bewirken, verzichtet werden (vgl. Antonovsky 1987; 1997; Franke 2006; Franke und Witte 2009).

Schäfer et al. (2010) stellen das Modell der Schutzfaktoren als wichtiges Element, um Krankheiten und somit bedingte soziale Probleme, in ihrer Entstehung zu verhindern (Prävention), sowie als oppositioneller Gegenspieler in der Manifestierung von Krankheiten und der Förderung von, für die Gesundheit als positiv zu beurteilende Wirkmechanismen (Gesundheitsförderung). Schutzfaktoren fungieren somit als Gegenspieler zu der zwangsläufigen Kostensteigerung im Gesundheitssystem, die durch den demographischen Wandel verursacht wird. Im Modell der Schutzfaktoren wird neben den sozialen Schutzfaktoren, wie den sozialen Netzwerken, noch zwischen personalen Schutzfaktoren, wie der Kontrollüberzeugung, den Selbstwirksamkeitserwartungen, der Widerstandsfähigkeit, dem positiven Denkstil sowie dem dispositionellen Optimismus, dem Kohärenzsinn und dem allgemeinen Lebensstil als Schutzfaktor unterschieden. Verfolgt man das Konzept, dass auch alternde Menschen über gesellschaftlich relevante Ressourcen verfügen, bietet der der Konzeption der Klinischen Sozialarbeit zugrunde liegende Ansatz der Gesundheitsförderung, basierend auf dem salutogenetischen Konzept von Antonovsky (1987 und 1997), Anhaltspunkte zur Stärkung der persönlichen Ressourcen und damit auch des ‚Nutzwertes von Leistungen‘ alternder Menschen für die Gesellschaft.

Eine einfache Möglichkeit, neben der Erhebung der Netzwerke, auch das Kohärenzgefühl zu bewerten, welches als Indikatormaß für ein subjektiv gut empfundenes Leben gilt, bietet sich der SOK- 9 Fragebogen von Singer und Brähler (2007) an, welcher mit seinen nur neun kurzen Fragen besonders für den Arbeitsbereich Gerontologie und Geriatrie als äußerst ökonomisch einzuschätzen ist. Anhand der Ergebnisse, ausgehend von der Netzwerkanalyse und dem ermittelten Kohärenzgefühl können dann zielgerichtete und somit auch für die Gesellschaft kostengünstigere, Interventionen zur Stabilisierung, oder im Optimalfall zur Behebung der Stressoren, die auf das Netzwerksystem oder auf das Individuum einwirken, geplant und eingesetzt werden.

Dieser von uns als sehr positiv empfundene Ansatz setzt allerdings voraus, dass alternde und alte Menschen nicht als finanzielle und gesellschaftliche Belastung angesehen werden, sondern auch ein enormes Potenzial für die sozialen Netzwerke innerhalb der Gesellschaft bieten, welches man keinesfalls außer Acht lassen darf. Diesen von uns präferierten Ansatz einer Analyse der Netzwerkbeziehungen und Ermittlung des subjektiven Kohärenzsinn, und damit Fokussierung auf die Potenziale und Ressourcen alternder Menschen, setzen beispielsweise die Seniorennetzwerke Köln (2008) in ihrem Konzept zur Altenarbeit um. Hier postuliert man, dass z. B. ältere Menschen ein Mehrwert für die Gesellschaft bedeuten, da sie über Ressourcen wie Erfahrungswissen, Zeit und soziale Kompetenzen verfügen. Die Seniorennetzwerke Köln (2008) leiten hieraus einen Anspruch auf gesellschaftliche Partizipation ab. Auch die wissenschaftliche Perspektive bestätigt den positiven Blick auf das Altern. Wahrendorf und Siegrist (2008) sprechen z. B. vom Alterskapital und meinen damit die Zunahmen von Ressourcen, Kompetenzen und Potenzialen im Alter. Auch Veer (2011) findet, dass es im Diskurs um ‚gutes Altern‘ darum geht, „die steigenden personellen, ökonomischen sowie zeitlichen Ressourcen von Menschen des dritten Lebensalters zu nutzen. Damit soll vor allem ein Eigenbeitrag zur Entschärfung der durch die demographische Entwicklung hervorgerufenen Belastungen der sozialen Sicherungssysteme gefördert werden“ (ebd., S. 47).

Ausgehend von der Einbeziehung des Konzepts des sozialen Kapitals und seiner ideengeschichtlichen Herleitung ist bei Hinzunahme der Profession der Klinischen Sozialarbeit klar geworden, dass das Konzept von sozialem Kapital für die Handlungspraxis nicht ausreichend und nicht zielführend im Hinblick auf die Planung von Interventions- oder Präventionsmaßnahmen ist. Es liefert gute Ideen für thematische Diskussion, um soziale Missstände in der Gesellschaft und um versteckte Ressourcen aufzuzeigen, die genutzt werden müssen, um die sozialstaatlichen Aufgaben aufrechterhalten zu können. Das am Ende von Kapitel zwei von den Autoren hinsichtlich seiner praxeologischen Implikation entwickelte Erklärungsschema von einer Ressourcenorientierung beim Individuum, aber auch im Netzwerk, bewies sich in der Fachdiskussion als standhaft und konnte als gut befunden werden. Auch die Forderung nach einer Implementierung von Netzwerkanalysetechniken und psychometrischer Diagnostik zur Planung von Hilfe- und Unterstützungsmaßnahmen ist im Hinblick auf die Kosten, die das ‚normale‘ Gesundheitssystem verschlingt, eine vernünftige Forderung. Sie zielt darauf ab, die Gemeinwesenarbeit ökonomisch gestalten zu können, um jeden Menschen, der Teil der bedürftigen Netzwerke ist, entsprechend seiner individuellen Ansichten fördern und unterstützen zu können.

Letztendlich zeigt dieses Abschlussplädoyer für eine Klinische Sozialarbeit mit dem Fokus auf einer ressourcenorientierten Förderung von Netzwerken, dass es in diesem Zusammenhang besser ist, diese Ressourcenorientierung als generalisierte Aufforderung an alle Arbeitsfelder der Klinischen Sozialarbeit weiterzugeben und nicht ausschließlich für den Bereich der Gerontologie zu sehen. Passend dazu können Schäfer et al. (2010) zitiert werden, die sich in Anlehnung an die Ottawa Charta zur Gesundheitsförderung von 1986 der WHO äußern, dass Gesundheitsförderung die gesamte Bevölkerung in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen umfasst und nicht nur spezielle Risikogruppen, und dass Gesundheitsförderung primär eine Aufgabe des Gesundheits- und Sozialbereiches und keine medizinische Dienstleistung darstellt (vgl. ebd., S. 27).

Die erörterten Argumente eröffnen unter der Perspektive des Potenzialdiskurses eine Legitimation für gesundheitsfördernde und rehabilitative Maßnahmen aller Menschen, und damit auch explizit alter Menschen, zum Erhalt der individuellen Potenziale und Ressourcen. Hierdurch ermöglicht man auch Menschen im hohen Alter eine gesellschaftliche Partizipation. Durch eine Einbeziehung alter Menschen in soziale Gesundheitsarbeit, die nicht nur auf individueller, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene wirkt, können verdeckte Potenziale und Möglichkeiten zur Teilhabe freigelegt werden, die letztlich Kosten im nur ‚verwahrenden Gesundheitssystem‘ einsparen.

Ebenso bieten diese Argumente auch eine gute Handlungsgrundlage für die Profession der Klinischen Sozialarbeit für alle Lebensbereiche, in welchen es um Ressourcen und Potenziale geht, sowie die Möglichkeit diese als Handlungsfeld der Klinischen Sozialarbeit weiter zu erschließen.

5. Literaturverzeichnis

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AutorInnen
Joschka Sichelschmidt
Erziehungswissenschaftler (M.A.); Klinischer Sozialarbeiter (M.A.)
Wissenschaftliche Interessengebiete: Psychometrie, Theorie der Sozialen Arbeit, Gesellschaftstheorie und -kritik
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Ino Cramer
Diplom Sozialarbeiter (FH); Klinischer Sozialarbeiter (M.A.)
Arbeitsschwerpunkte: Multimodale Schmerztherapie, Sozialtherapie als therapeutischer Zugang der Sozialen Arbeit
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Zitiervorschlag
Joschka Sichelschmidt, Ino Cramer: Soziales Kapital - Entstehungsgeschichte und Relevanz für die Konzeptbildung und Maßnahmeplanung der Klinischen Sozial Arbeit. Veröffentlicht am 20.05.2014 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/189.php, Datum des Zugriffs 20.04.2021.


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