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Anwaltschaftliche Lobbyarbeit in der Sozialen Arbeit

Ann-Katrin Steibert

Veröffentlicht am 23.06.2014.

In Bezug auf anwaltschaftliches Handeln für sozialbenachteiligte Menschen oder lobbyistische Interessensvertretung durch Sozialverbände liegen kaum Forschungsergebnisse vor. Fachlexika der Sozialen Arbeit gehen nur bedingt auf Begriffe wie „Sozialanwaltschaft“ und „Soziallobbying“ ein. Dennoch steht die Nichtthematisierung auf wissenschaftlicher Ebene im Kontrast zur verbandlichen Praxis, welche verstärkt durch interessensbezogene Öffentlichkeitsarbeit und ein anwaltschaftliches Selbstverständnis gekennzeichnet ist (vgl. Dietz 2013: 109). Insofern unternimmt dieser Text den Versuch, sich dem Thema aus einer theoretisch-wissenschaftlichen Perspektive anzunähern. Hierbei soll es darum gehen ein Verständnis für das Handlungsfeld politische Soziale Arbeit zu schaffen und sich der Verbandsarbeit mit Blick auf anwaltschaftliche Lobbyarbeit durch Verbände und daraus resultierenden Herausforderungen anzunähern.

Politisches Handeln in der Sozialen Arbeit

Soziale Arbeit und Politik stehen in einem engen Wechselverhältnis zueinander. Soziale Arbeit agiert unter einem politisch konstruierten Rahmen. Daher nimmt Politik einerseits Einfluss auf die Lebensbedingungen des Klientel und andererseits „auf die Arbeits- und Hilfebedingungen der Sozialen Arbeit“ (Rieger 2013: 59). Soziale Arbeit ist infolgedessen abhängig von Politik und erfüllt deren Bestimmungen. Trotzdem verfügt sie über Möglichkeiten Politik über differenzierte Wege zu beeinflussen (vgl. Benz; Rieger; Schönig; Többe-Schukalla: 2013: 8; Rieger 2013: 59).

Betrachtet man die geläufigen Theorien Sozialer Arbeit, beispielsweise Lebensweltorientierung nach Thiersch oder Systemische Soziale Arbeit nach Staub-Bernasconi, so ist diesen die Grundüberzeugung einer gewinnbringenden Doppelstrategie aus „Einzelfallhilfe und Sozialreform“ (Rieger 2013:56) inhärent – ein Bedürfnis nach politischer Einmischung durch Soziale Arbeit ist damit identifizierbar (vgl. ebd.).
Ferner ist im Ethikkodex der Sozialen Arbeit ein klarer Auftrag zu erkennen, Situationen zu identifizieren, in welchen es zu Verteilungsungerechtigkeiten und unterdrückerischen Praktiken kommt, diesen entgegenzuwirken und Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit über diese in Kenntnis zu setzen (vgl. International Federation of Social Workers 2005: 7).

Laut Löffler (2011:1) hat Soziale Arbeit klare gesetzliche Verankerungen – zu finden in den Menschenrechten, der Kinderrechtskonvention, im Grundgesetz sowie beispielsweise im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII -„die eine (Um)Gestaltung bestehender Verhältnisse notwendig machen und begründen“(Löffler 2011: 1) und damit politisches Handeln in der Sozialen Arbeit legitimieren. Soziale Arbeit hat für die Verbindlichkeit und Gewährleistung der obengenannten Rechte einzutreten und bei Nichteinhaltung dieser durch Formen der Einmischung entgegenzuwirken.
Im Folgenden soll dies an einem Beispielen verdeutlicht werden.
§1 SGB VIII erklärt, dass „jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung“(ebd.) hat. In diesem Kontext ist Jugendhilfe zur Förderung verpflichtet. Sie trägt demnach per Gesetz die Verantwortung, Benachteiligungen zu reduzieren und positive Sozialisationsbedingungen zu gestalten. In diesem Sinne ist sie gesellschaftspolitisch tätig, da es zur Wahrung und Herstellung gesunder und förderlicher Aufwachsbedingungen „der Auseinandersetzung mit Entscheidungsinstanzen“ (Löffler 20011:1), hier vorrangig mit Politik und Verwaltung bedarf (vgl. ebd.).
Insofern findet Soziale Arbeit Argumente für ein grundlegendes politisches Handeln in Gesetzestexten, beispielsweise im Sinne von Kompetenzzuweisungen als Sachverständige mit Beratungsfunktion. Zentraler Ausgangspunkt für Einmischungsprozesse bildet dessen ungeachtet immer noch die Selbstmandatierung der Sozialen Arbeit, die aus professionsbezogenen Werten, Konzepten und Theorien und daraus ableitend einer spezifischen sozialarbeiterischen Haltung resultiert (vgl. Güntner; Langer 2014: 247).
Das heißt im Umkehrschluss, dass politisches Handeln erst dann zur politischen Sozialen Arbeit wird, wenn es seine Begründung in sozialarbeiterischer Professionalität findet. Demzufolge verlangt dieses Handeln eine fachliche Problemanalyse, deren Beurteilung sowie davon abgeleitete Forderungen und Lösungsvorschläge, welche auf sozialarbeiterischen Wissensbeständen und Werthaltungen basieren (vgl. Güntner; Langer 2014: 251).

Des Weiteren kann das Engagement eines Sozialarbeiters auf einer politischen Ebene als eine von vielen Hilfeformen Sozialer Arbeit verstanden werden. Nach Rieger (2013: 58f.) kann Soziale Arbeit mittels einer „Politik als Hilfe“ (Rieger 2013:58) die Inklusionschancen ihres Klientel auf vielfältige Weise erhöhen. Dementsprechend kann sie beispielsweise auf politische Entscheidungs- und Meinungsprozesse einwirken, in dem sie sich etwa für den Ausbau sozialer Infrastruktur einsetzt. Auf diesem Wege kann sie für ihr Klientel einen erleichterten Zugang zu gesellschaftlichen Systemen, wie dem Bildungssystem oder dem Arbeitsmarkt, erreichen.
Politische Soziale Arbeit analysiert somit die Folgen politischer Entscheidungsprozesse für die Lebenslage und Alltagsbewältigung des Klientel sowie die daran anschließenden Hilfeprozesse und versucht Wege zu finden auf politische Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen (vgl. ebd.: 59f.).

Güntner und Langer (2014: 243-247) stellen in diesem Zusammenhang fest, dass sich noch kein autonomes Politikfeld – sie bezeichnen es als „Sozialarbeitspolitik“ – herausgebildet hat. Es geht bei politischer Sozialer Arbeit vielmehr um ein politisches Handeln von in der Sozialen Arbeit Tätigen im Interesse ihrer Zielgruppen. Politisches Handeln in der Sozialen Arbeit ist demnach ein „auf die Durchsetzung von Interessen gerichtetes Handeln von Akteuren der Sozialen Arbeit in verschiedenen Feldern“ (ebd.: 247). Durch dieses Vorgehen können Veränderungen mit Blick auf den Berufsstand, beispielsweise im Sinne einer Verbesserung sozialarbeiterischer Arbeitsbedingungen, die Geltendmachung „professionspezifischer Deutungsmuster“ (ebd.), die Erfüllung der Interessen des Klientel sowie gesellschaftliche Strukturen im Sinne einer Ausrichtung für ein mehr an sozialer Gerechtigkeit, geschaffen werden. Als hervorzuhebendes Beispiel gilt die Kinder- und Jugendhilfepolitik, bei welcher sich die einzelnen Akteursgruppen in ständiger Auseinandersetzung über Reformbedarfe befanden und befinden. Diese prägen dadurch das Politikfeld in seiner heutigen Gestalt und beeinflussen auf diese Weise Soziale Arbeit und deren Zielgruppen immens.
Hierfür erfordert es laut Rieger (2014: 330) „einer professionell und disziplinär entwickelten Sozialarbeitspolitik“ (ebd.), denn nur so können dringend benötigtes Lobbying sowie Politikberatung „auf allen politischen Ebenen“ (ebd.) an Bedeutung gewinnen.
Folgt man Rieger (2013: 63-67) weiter, sollte eine wissenschaftliche Institutionalisierung politischer Sozialer Arbeit als „Teildisziplin der Sozialarbeitswissenschaft“ (ebd.) verstärkt vorgenommen werden, welche dann wiederum politische Soziale Arbeit in ihrer praktischen Anwendung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen anreichern kann.

Politisches Handeln in der Sozialen Arbeit kann laut Rieger (2013: 64-67) in vier Bereiche unterteilt werden, die nachfolgend kurz skizziert werden:

1. Politikimplementation
Unter Politikimplementation ist das stete Handeln Sozialer Arbeit „in einem politisch gestalteten Umfeld“ (Rieger 2013: 64) gemeint. Soziale Arbeit transformiert in ihrem täglichen Handeln allgemeine (sozial)politische Richtlinien, Konzepte und Gesetze in individuelle Hilfeleistungen. Auf diesem Wege kann sie entweder den Status quo aufrechterhalten oder sich für eine Veränderung der Rahmenbedingungen sozialarbeiterischen Agierens einsetzen. Zu beachten gilt, dass die nach fachlich-ethischen Überlegungen bewusste Umsetzung politischen WillensHandlungsspielräume in der Praxis schafft und als Impulsgeber für weiteres politisches Handeln Sozialer Arbeit dienen kann (vgl. ebd.: 64f).

2. Politikberatung
Politikberatung meint die Information, in Kenntnissetzung, aber auch Irritation von politischen Akteuren (vgl. Rieger 2013: 66). Politikberatung unternimmt den Versuch der Vermittlung von „Entstehungs- und Reproduktionsbedingungen sozialer Probleme sowie möglicher Interventionsansätze“ (ebd.) an politische Funktionsträger.

3. Soziallobbying
Kramer zufolge (2002: 10) ist unter Lobbyismus die Lenkung der Macht in bestimmte Richtungen zu verstehen. Einfach ausgedrückt bezeichnet Lobbying ein Tauschgeschäft zwischen der Politik, die Informationen, Beratung und Legitimation sucht und anderen Gruppen, die Einfluss im politischen Geschäft benötigen (vgl. Rieger 2013: 66).
In diesem Sinne kann Soziallobbying als strategische Beeinflussung von politischen Machthabern beschrieben werden. Hierbei kann in verschiedene Richtungen gewirkt werden, beispielsweise kann versucht werden, die Entscheidungsfindung „zu beschleunigen, zu verzögern oder eine Entscheidung ganz zu verhindern“ (Rieger 2014: 340).
Dieses lobbyistische Vorgehen zielt auf die Unterbreitung und Geltendmachung eigener Interessen sowie die Verteidigung der Rechte und Interessen anwaltschaftlich zu vertretender Personen. Networking, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit gelten als zentrale Elemente des Lobbying (vgl. Rieger 2013: 66).
Unterschieden kann zwischen direktem und indirektem Lobbying sowie zwischen Beschaffungs- und Gesetzes-Lobbying werden. Gesetzes-Lobbying zielt auf „die inhaltliche Gestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen“ ab (Rieger 2014: 340), wohingegen Beschaffungs-Lobbying versucht, öffentliche Mittel zu erlangen. Direktes Lobbying meint das direkte Zusammentreffen mit Entscheidungsträgern und Entwickler von Reformen, Gesetzen und Konzepten auf ministerialer und Verwaltungsebene. Beim indirekten Lobbying geht es hingegen darum über sogenannte Dritte, wie etwa die Medien, auf Entscheidungeneinzuwirken (vgl. ebd.).

In der politischen Praxis zeigt sich jedoch eine Unschärfe in der Grenzziehung zwischen „objektiver Beratung“(Hustedt; Veit; Fleischer 2010: 16) – Versorgung mit problemlösungsorientiertem Wissen – und Lobbyarbeit (vgl. Hustedt et al 2010: 16; Leif 2010: 3).
Ein „Politik beraternde(r) Charakter“ (Rieger 2014: 338) ist dem Soziallobbying laut Rieger (2014: 338) inhärent. Denn Politiker bedürfen der Information aufgrund der starken Komplexität vieler Themen. Träger können auf diese Weise über ihre Positionen und Schwierigkeiten aufklären und die Stimme sogenannter schwacher Interessen [1] in den politischen Diskurs einbringen. Lobbyarbeit muss, will sie ihre Ziele durchsetzen, auf rationale Politikberatung zurückgreifen. Laut Lösche (2006: 339; vgl. Rieger 2014: 338) bedarf es für erfolgreiche Lobbyarbeit Überzeugungskraft, Argumentationsfähigkeit, Informationsbereitschaft sowie „Kooperieren und Koordinieren, kurz: Es geht um solide, kompetente, inhaltsreiche Politikberatung“ (ebd.). Denn nur so kann ein intensives Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, auf welcher Grundlage Einflussnahme möglich ist. Soziallobbying ist aber nicht nur „interessensgeleitete Politikberatung“ (Rieger 2014: 343), sondern geht oftmals mit Auseinandersetzung und der „Ausübung von (öffentlichem) Druck“ (ebd.: 338) einher (vgl. ebd.). Ferner können durch diese Form der Einwirkung auf das politische Geschäft Handlungen von Regierungsvertretern überwacht und ähnlich geartete Meinungen in der Bevölkerung zusammengefasst, sowie auf Missstände aufmerksam gemacht werden (vgl. Dietz 2013: 124).

4. Politischen Bildung
Die Ermöglichung der Herausbildung eines politischen Bewusstseins sowie politischer Selbstorganisation und -vertretung stehen im Bereich politischer Bildungsarbeit im Vordergrund. Soziale Arbeit kann über Maßnahmen politischer Bildung eine Befähigung zu autonomer und selbstverantwortlicher politischer Partizipation und Bewusstseinsbildung leisten und Demokratieverständnis fördern. Durch dieses Empowern sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Interessen zu artikulieren und durchzusetzen. Methodisch können Sozialarbeiter Partizipationsprozesseschwacher Interessenrahmen, indem sie sie organisieren, moderieren oder institutionalisieren [2] (vgl. Rieger 2013: 58; 66; Linden 2013: 104).
Kann die Durchsetzungsfähigkeit schwacher Interessen über Maßnahmen politischer Bildung nicht in ausreichendem Umfang erreicht werden, tritt anwaltschaftliche Interessensvertretung zur Stärkung von Teilhabemöglichkeiten der Betroffenen und zur Gewährleistung „ihre Stellung als vollwertige (politische) Bürger“ (Rieger 2013: 58), in Kraft (vgl. ebd.).
Politische Arbeit ist der Sozialen Arbeit damit immanent und unterliegt daher dem Professionalisierungsanspruch. Klienten haben einen Anspruch darauf, dass ihnen diese Art von Hilfe professionell zugutekommt (vgl. Rieger 2013: 59). Benz (2013:71) merkt dabei an, dass, sofern es um politische Interessensvertretung geht, diese immer um die Kompetente der Mitbestimmung der Zuvertretenden ergänzt werden muss, was deren Einbezug in den Prozess der Interessensidentifikation, Planung und Durchführung verlangt.

Anwaltschaftliche Lobbyarbeit durch Verbände

Anwaltschaftliches Handeln kann beschrieben werden als Handeln in Stellvertreterfunktion. Hierbei entsteht eine Beziehung zwischen anwaltschaftlich Tätigen, Zuvertretenden und einer dritten Instanz, bei welcher die Rechte der Zuvertretenden einklagt werden sollen. Zu Anwaltschaft kann es überall dort kommen, wo Menschen Unrecht angetan wird, ihre Interessen an den Rand gedrängt oder unterdrückt werden. Durch eine asymmetrische Machtverteilung zwischen Zuvertretenden und dritter Instanz sind die Zuvertretenden nur bedingt in der Lage, ihre eigene Situation zu verändern (vgl. Hilpert 2001: 84f.; vgl. Güntner; Langer: 2014: 250). Anwaltschaft kann damit als „ein Instrument zur Korrektur von Ohnmachtskonstellationen“ (Hilpert 2001: 84) charakterisiert werden und soll im weiteren Kontext als „eine systematische und institutionell gefestigte Aufmerksamkeit für ganz bestimmte Formen des Übermächtigt- und Ausgeliefertseins“ (ebd.) begriffen werden.
Verbandliche Lobbyarbeit bezeichnet einerseits die Vertretung der Interessen des Klientel, sowie andererseits der Einsatz für die eigenen Interessen des Verbands in Politik und Gesellschaft (vgl. Gillich 2013: 16). Diese will politische Interessensvertreter über relevante Themen aufklären und für diese Themen Sensibilität schaffen (vgl. Dietz 2013: 125). In diesem Zusammenhang wird vielfach von einem Einwirken der Verbände auf die Ansichten der Legislative und Exekutive sowie auf die öffentliche Meinung gesprochen (vgl. Dietz; Gillich 2013: 11).
Unter anwaltschaftlicher Lobbyarbeit soll im Weiteren die Interessensvertretung hilfebedürftiger Menschen durch Verbände verstanden werden.
Im Weiteren sind, wenn von Verbänden die Rede ist, vorrangig die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege – Caritas, Diakonie, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und Parität -die sich im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAG) zusammengeschlossen haben, gemeint. Auf Bundes- wie Landesebene stellt die BAG einen bedeutsamen „sozialpolitischen Gesprächspartner“ (Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) (o.J.))dar (vgl. ebd.). In diesem Sinne begreifen sich diese Verbände als am „gemeinwohlorientierte Akteure“ (Speth 2010: 10).
Wohlfahrtsverbände fungieren daher als Organe gesellschaftspolitischer Mitwirkung, die an der Prägung und Wahrung des Sozialstaats auf unterschiedliche Weise partizipieren. So beteiligen sie sich beispielsweise auf den unterschiedlichen politischen Ebenen an diversen Gremien wie etwa dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss oder dem Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Union (vgl. Hartmann 2001: 29). Ferner versuchen sie über Soziallobbying, die Herausgabe von Expertisen sowie „durch Öffentlichkeitsarbeit und Proteste […] eine Lobby für Menschen, die von unterschiedlichen sozialen Problemlagen betroffen sind, zu etablieren“ (Zimmermann; Huster 2014: 83). Wohlfahrtsverbände begreifen sich diesbezüglich als „Mitgestalter des Sozialstaats“ (Dietz 2013: 112).
Sozialpolitische Anwaltschaft gilt als unabdingbarer Bestandteil von Sozialer Arbeit und ist damit essentielles Element des Selbstverständnisses von Wohlfahrtsverbänden (vgl. Dietz; Gillich 2013: 11). In einem Selbstverständnispapier der BAG ist laut Lehner (2001: 151) Anwaltschaft als gemeinsames Identitätsmerkmal der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtpflege zu identifizieren.

„Den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege ist gemeinsam, dass sie nicht nur als Träger sozialer Dienste und Einrichtungen repräsentieren. Sie motivieren darüber hinaus Menschen zum Einsatz für das Gemeinwohl und verstehen sich als Anwalt für Hilfebedürftige – dem Gedanken sozialer Gerechtigkeit folgend“ (Ragati 1997: 2).

Dementsprechend bekommen Verbände ihr Mandat nicht explizit von den Notleidenden selbst verliehen, sondern von ihrer Basis, die sich zu diesem Selbstverständnis als „Anwalt für Hilfebedürftige“ (Lehner 2001: 151) bekennt. Dieser identitätsstiftende Kern resultiert letztlich aus den unterschiedlichen Weltanschauungen der Verbände. Aus dieser Motivation heraus suchen die Verbände Kontakt zu den Lebenswelten von und zeigen sich solidarisch mit benachteiligten Mitbürgern (vgl. ebd.: 153). In diesem Sinne sind Wohlfahrtsverbände Weltanschauungsverbände. Sie erheben für sich den Anspruch, die Interessen Ausgegrenzter und von Ausgrenzung bedrohter Menschen auf politischer Ebene durchzusetzen, vorausgesetzt eine vollständige Selbstvertretung der betroffenen Gruppe ist aus bestimmten Gründen nicht möglich (vgl. Gillich 2013: 18). Es geht den Verbänden folglich darum, mittels Aufklärung und Beratung von Politikern deren Handeln in eine Richtung zu lenken, welche benachteiligten Menschen höhere Teilhabechancen verspricht (vgl. Dietz 2013: 125).

Anwaltschaftliches Handeln durch Verbände ist insofern sinnvoll, da durch die Bündelung von Interessen in Verbänden eine „Mobilisierung von Machtressourcen“ (Benz 2013:83) durch kollektives Handeln als Verband bewirkt werden kann. Dies soll im politischen Diskurs „Mitbestimmung auf Augenhöhe“ (ebd.) ermöglichen (vgl. ebd.).
Es geht den Verbänden demnach nicht darum ihre eigene Vormachtstellung zu sichern, sondern vielmehr wird „Macht als Mittel zum Zweck“ (Güntner; Langer 2014: 252) der besseren Durchsetzung von Interessen genutzt (vgl. ebd.).
Wohlfahrtsverbände begreifen sich insofern nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Sozialanwälte und Solidaritätsstifter (vgl. Gillich 2013: 16). Infolgedessen erfüllen Wohlfahrtsverbände nach Gillich (2013: 16f.) drei Funktionen.

1. Dienstleistungsfunktion
Im Rahmen ihrer Dienstleistungsfunktion bieten die Wohlfahrtsverbände als soziale Einrichtungen ihrem Klientel Dienste an. Aus dieser Funktion heraus kann der Verband nur bedingt anwaltschaftlich agieren, da er verpflichtet ist, die Aufträge seines Auftraggebers zu erfüllen, auch wenn diese im Gegensatz zu den Interessen der Nutzer seiner Angebote stehen.

2. Solidaritätsfunktion
Verbände teilen die Grundüberzeugung, dass für einen funktionierenden Staat solidarische Strukturen und damit das Vorhandensein einer Möglichkeit zur Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben unumgänglich ist. Basis hierfür bildet die Existenz eines soliden sozialen Sicherungssystems. Dementsprechend setzen sich Verbände für die Sicherung und den Ausbau dieses Systems ein (vgl. ebd.).

3. Anwaltsfunktion
Als Sozialanwälte versuchen Wohlfahrtsverbände auf Strukturverbesserungen (politische Anwaltsfunktion) hinzuwirken und sich unmittelbar für Benachteiligte einzusetzen (individuelle Anwaltsfunktion) (vgl. ebd.).
Die politische Anwaltsfunktion legt ihr Hauptaugenmerk auf „sozialpolitische Lobbyarbeit auf Kommunal-, Landes-, Bundesebene“ (Gillich 2013: 24), welche für eine Optimierung des Systems sozialer Sicherung und für eine Reduzierung sozialer Problemlagen kämpft (vgl. Caritas Speyer 1995: 3). Die individuelle Anwaltsfunktion kennzeichnet sich durch die Unterstützung von notleidenden Menschen bei der Geltendmachung von Rechten in unmittelbarem Kontakt wie etwa in Beratungsstellen (vgl. Gillich 2013: 24).

In ihrer Rolle als Sozialanwälte beeinflussen Verbände nicht nur das politische Geschäft, sondern auch gleichzeitig den Rahmen, in dem sie als Dienstleister agieren. Sozialarbeiter sorgen in ihrer Dienstleisterfunktion für die Implementierung von Gesetzen und spüren unmittelbar deren Auswirkungen für das eigene Handeln wie für die Klientel. Diese Folgen können gegebenenfalls zu aktivem politischen Handeln im Sinne eines Eintretens für eine Modifikation bestimmter Gesetzestexte und deren Auslegungen durch Soziale Arbeit führen. Insofern bedingen sich Anwalts- und Dienstleistungsfunktion wechselseitig und formen die Hilfe- und Arbeitsbedingungen, unter denen Soziale Arbeit tätig ist (vgl. Lehner 2001: 157).

Überdies werden mittels politischer Einmischung durch Wohlfahrtsverbände „ungerechte Verteilungs- und Machtaspekte“ (Gillich 2013: 27) angesprochen und es wird der Versuch unternommen diese umzugestalten. Politische Einmischung durch Verbände vollzieht sich immer in Zusammenarbeit mit dem Klientel und befähigt mittels Methoden der Aktivierung sozialbenachteiligte Menschen zu Selbstorganisation und Selbsthilfe und lässt sie durch Selbstwirksamkeitserfahrungen ihre eigenen Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten entdecken und umsetzen. Ferner unterstützt sie den Aufbau „solidaritätsstiftender Netzwerke“ (ebd.) zwischen in der Sozialen Arbeit Tätigen einerseits und Menschen in ähnlichen Lebenslagen andererseits (vgl. ebd.: 27).

Herausforderung der Verbände im Rahmen ihrer anwaltschaftlichen Tätigkeit

Das Selbstverständnis der Wohlfahrtsverbände, Anwälte der Benachteiligten zu sein, untersteht mannigfaltigen Herausforderungen, von denen im Nachfolgenden zwei aufgegriffen werden sollen:
Mit der Einführung des New Public Management ergeben sich neue Bedingungen für die Wohlfahrtsverbände, die einen Keil zwischen Dienstleistungsfunktion und Anwaltsfunktion – zu Ungunsten letzterer – zu treiben suchen (vgl. Gillich 2013: 18). Seithe (2012: 247) spricht in diesem Zusammenhang von einer internalisierten schizophrenen Situation, in der sich die Verbände befinden, die sich in einem Zwang zum Unternehmertum bei gleichzeitigem Verlangen nach Fachlichkeit zeigt. Verbände müssen nunmehr, um ihren Fortbestand zu sichern, „mit zwei Zungen sprechen“ (ebd.). Die Gefahr, dass hierbei die Anwaltsfunktion auf der Strecke bleibt, ist unübersehbar.
Wie Rieger (2013: 54) bereits anmerkte, unterliegen Verbände bei ihrer politischen Tätigkeit einem gewissen Professionalitätsanspruch, dessen Erfüllung bezweifelt werden kann. Dietz (2013: 121) spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem Dilettantismus und dadurch erzeugter Ineffektivität in der sozialpolitischen Lobbyarbeit. Insofern ist die Frage zu stellen, welche Kompetenzen von den in der Interessensvertretung Tätigen erworben werden müssten, um politisch agieren zu können.

Ökonomisierung und ihre Folgen für anwaltschaftliches Handeln

In den letzten Jahren lässt sich ein Paradigmenwechsel vom klassisch fürsorgenden und versorgenden zum aktivierenden Sozialstaat erkennen, welcher mit dem Auftreten einer „neuen Armut“  [3] einhergeht. Aus dieser Erkenntnis heraus sind die Wohlfahrtsverbände angehalten verstärkt sozialanwaltschaftlich tätig zu sein (vgl. Dietz 2013: 111). Ihre Aufgabe ist es, für die durch diese Veränderungen betroffenen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen Position zu beziehen und sich für deren Rechte stark zu machen (vgl. Dietz; Gillich 2013: 11).
Hinsichtlich dieses Paradigmenwechsels und mit diesem einhergehenden Ökonomisierungsprozess im Feld der Sozialen Arbeit verändern sich auch die Rolle und das Aufgabengebiet der Wohlfahrtsverbände. Den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege stehen heute erschwerte Bedingungen bei der Ausübung ihrer Rolle als Anwälte der Benachteiligten gegenüber (vgl. Dietz 2013: 111; Hartmann 2001: 50). Hartmann (2001: 50) spricht sogar davon, dass Wohlfahrtverbände „in ihrer gesellschaftspolitischen Funktion eher in die Defensive gedrängt worden sind“(ebd.).
Als Auftraggeber der Wohlfahrtverbände setzt der Sozialstaat bei der Erfüllung seiner gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben heute vorrangig auf marktorientierte Prinzipien – zu Ungunsten der Interessen der Nutzer seiner Angebote. Effizienz und Effektivität gelten als vorrangige Elemente diesen Denkens und führen gleichsam in vielen Fällen zu Preisdumping innerhalb des sozialen Dienstleistungssektors (vgl. Gillich 2013: 17). Zu beachten gilt, dass Preissenkungen tendenziell mit Qualitätsverlust der Angebote und mit schlechten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter dieser Einrichtungen einhergehen (vgl. Dietz 2013: 114). Daraus folgt: Soziale Einrichtungen werden über staatliche Bestimmungen in Dienstleistungsunternehmen umgewandelt; der Fokus des Handelns verlagert sich von Gemeinnützigkeit auf Marktförmigkeit (vgl. Kloos 2001: 57; Seithe 2012: 426).
Auf Initiativen des Gesetzgebers hin sind weitgehend „gleiche Wettbewerbsbedingungen für freigemeinnützige und privat-gewerbliche Anbieter“ (Kloos 2001: 57) entstanden. Seither steht der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern im Vordergrund (vgl. Dietz 2013: 114). Die konkurrierenden Verbände können auf diese Art „politisch gegeneinander ausgespielt werden“ (ebd.: 115). Das Schließen von Bündnissen zur Kritikausübung, zur Auflehnung gegen schlechte Rahmenbedingungen und ungenügende Ausstattung mit finanziellen Mitteln wird nicht vollzogen. Stattdessen verwenden die Verbände ihre Ressourcen zur glorifizierenden Selbstpräsentation ihrer Häuser und versuchen dabei zugleich den Preis und damit vielfach auch den Wert ihrer Angebote weiter zu drücken (vgl. Dietz 2013: 114-117).
Ferner gibt der Staat, konträr zur Auslegung und zum Verständnis des Subsidiaritätsprinzips -„als Schutzprinzip für den Einzelnen und als Beschränkungsprinzip für den Staat“ (ebd.: 113) -die Verantwortung fast vollständig an die Träger ab, ohne diesen eine ausreichende Vergütung zur angemessenen Aufgabenerfüllung zu gewähren (vgl. Dietz 2013: 113; Gillich 2013: 17). Die enge Beziehung zum Staat gerät dabei durch geringe Gegenleistungen seinerseits in ein Ungleichgewicht (vgl. Kloos 2001: 57).
Mit der Umdeutung des Subsidiaritätsprinzips und der Transformation neoliberaler Ideologien in, um es mit Lessenich zu sagen, eine „Neuerfindung des Sozialen“ (2008), mussten die Wohlfahrtsverbände ihre Vorrangstellung und ihre enge Beziehung zum staatlichen Kostenträger über die Jahre einbüßen (vgl. Dietz 2013: 113ff.).

Mit der Anerkennung der zugeschriebenen Rolle als Wettkämpfer und Konkurrent um Ausschreibungen auf dem Sozialmarkt verliert die Anwaltschafts- und Solidaritätsfunktion der Wohlfahrtverbände ihre Kraft (vgl. Dietz 2013: 114; Gillich 2013: 17). Denn ein Verband, der in seiner Dienstleistungsfunktion vorrangig Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen inne hat und sich mit diesem auf dem Gesundheitsmarkt behaupten muss, wird wohl kaum die defizitäre Situation dieser Einrichtungen anprangern. In Anbetracht der „vollständigen finanziellen Abhängigkeit vom „Monopolisten“ Staat (schrumpfen) die Spielräume für sozialpolitische Anwaltschaft“ (Dietz 2013: 115).Ein Verband, der in seiner Dienstleistungsfunktion auf staatliche Wohlgesonnenheit angewiesen ist, hat kaum eine Möglichkeit, in Auseinandersetzung mit Politikern seine sozialpolitischen Forderungen gleichberechtigt zu vertreten (vgl. ebd.). Aus gemeinnützigen Dienstleistern werden so Handlanger einer neosozialen Politik.
Laut Spindler (2009: 114) werden die Verbände auf diese Weise zu „Vollstreckern von Behördenaufträgen“ (ebd.) instrumentalisiert, die bei Gegenwehr mit Sanktionen, wie der Aberkennung von Aufträgen, rechnen müssen.
Auszugehen ist hierbei von einer systematisch induzierten „sozialpolitischen Entwertung der Verbände“ (Dietz 2013: 115). Aus einer Begegnung auf Augenhöhe zwischen staatlicher Institution und sozialer Organisation wird nun mehr von Seiten der Politik und Verwaltung eine Begegnung mit austauschbaren Leistungserbringen, deren politische Durchsetzungskraft vernachlässigbar scheint (vgl. ebd.).

Dennoch ist es an der Zeit, dass sich die Verbände wieder auf ihr anwaltschaftliches Selbstverständnis besinnen, um sich als Verband oder im verbandlichen Bündnis gegen Sozialabbau und die Ökonomisierung des Sozialen zur Wehr zu setzen. Es gilt, sich für ein neues Aufblühen des traditionellen Subsidiaritätsverständnisses einzusetzen und Eigenverantwortung wieder vom Einzelnen bzw. vom Leistungsträger auf die öffentliche Hand zu übertragen (vgl. Seithe 2012: 247f.).
Einige Möglichkeiten, die Verbänden bei der Umsetzung dieser Ziele offen stehen, sollen hier in Kürze Berücksichtigung finden:
An erster Stelle sollte Selbstvergewisserung stehen. Die einzelnen Verbände müssen sich klar darüber werden, welches Gewicht sie ihren einzelnen Funktionen (Anwalts-, Dienstleistungs-, Solidaritätsfunktion) beimessen wollen, um danach ihr weiteres Handeln auszurichten (Dietz 2013: 124f.).
Verbände müssen, wollen sie weiterhin Anwälte der Benachteiligten sein, die extremen Einschränkungen in ihrer anwaltschaftlichen Tätigkeit offenlegen und skandalisieren (vgl. ebd.: 115). Ferner sollten sie weniger „über Maßnahmen, Richtlinien und Förderpläne“ (Dettling 2001: 69) diskutieren, sondern wieder mehr die normative Komponente des Sozialstaats in den Blick nehmen und damit die Frage nach einer gerechten Gesellschaft abermals in den gesellschaftspolitischen Fokus rücken (vgl. ebd.).

Laut Dietz (2013:124) sollten die Verbände mit sich selbst ressourcenorientiert umgehen und ihre Stärken in den Fokus nehmen. Dietz (2013:124) spricht an dieser Stelle von einer besonderen Klientennähe der Verbände. Denn Verbände können in ihrer Funktion als Dienstleister unmittelbar die Auswirkungen von Gesetzesänderungen identifizieren und mit diesen an Politik und Auftraggeber herantreten. Als zweite Ressource nennt er Vernetzung und meint damit, dass Verbände im Regelfall regional gut vernetzt sind und daher solide Beziehung zu „Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft“ (ebd.) führen, welche als soziales Kapital wirken und von Verbänden machtvoll genutzt werden können. An dritter Stelle geht er auf eine spezifische Kenntnis der Verbände ein. Verbände verfügen über solide Kenntnisse in Bezug auf die Lebenswelt der Betroffenen, sprich auf die Situation vor Ort und deren Bedeutung auf einer fachlichen Ebene, welche zu einem „Vertrauensvorschuss in der Öffentlichkeit“ (ebd.) beitragen.
Ressourcenknappheit, folgt man Dietz (2013:124) weiter, sollte von den Verbänden kreativ genutzt werden. Eine Möglichkeit scheint die Eingehung „neuer strategischer Partnerschaften in der Lobbyarbeit“ (ebd.), zum Beispiel mit Gewerkschaften oder Selbsthilfeorganisationen, zu sein. Durch den Aufbau breiter Bündnisse, beispielsweise gegen Jugendarbeitslosigkeit oder durch Installation von „Netzwerkstrukturen zur Koordination der politischen Interessensvertretung“ (Benz 2013: 83), kann die Wirksamkeit und Durchsetzungsfähigkeit anwaltschaftlicher Verbandsarbeit gestärkt werden (vgl. ebd.). Denn, einfach ausgedrückt, schafft Masse Macht – hier zu verstehen als Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit, durch welche der Druck auf politische Entscheidungsträger erhöht und die Umsetzung von Forderungen leichter „erkämpft“ werden kann (vgl. Voss 2010: 28).
„Sie [die Verbände] sollten sich als eigenständige Akteure begreifen, die temporäre Allianzen schließen und sich dabei auch längerfristig […] in exekutive und parteipolitische Strukturen einbinden lassen“ (Linden 2013: 104f).
Außerdem agiert der Verband im Sinne seines Selbstverständnisses gegen Benachteiligung und für Inklusion (vgl. Gillich 2013:26). Insofern besteht für ihn die Option, sich aus den staatlichen Vorgaben zu befreien „und die Lebenslagen (seiner) Klientinnen und Klienten und deren Interessen zum zentralen Ausgangspunkt (seines) Handelns zu machen“ (ebd.). Beispiele für diese Emanzipation wären unter anderem die Zurückweisung von Aufträgen oder die bewusste Nichtteilnahme an Ausschreibungen, insofern sie nicht mit dem ethischen Kodex des Verbands übereinstimmen (vgl. ebd.). Außerdem kann hierunter auch die Überprüfung und gegebenenfalls Skandalisierung politisch beliebter und juristisch verankerter Konzepte auf ihre Inklusionsfähigkeit und ihren menschenwürdigen Umgang, wie zum Beispiel im Rahmen des Prinzips des Förderns und Forderns, gemeint sein (vgl. Linden 2013: 104).

Anwaltschaftlicher Dilettantismus?!

Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass sozialpolitische Kampagnen und Positionspapiere von Verbänden, obgleich wertvolle Ressourcen darin investiert und diese fachlich gut ausgearbeitet sind, „weitgehend folgenlos bleiben“ (Dietz 2013: 121). Die dadurch erzeugte Frustration führt leider nur in den seltensten Fällen zur selbstkritischen Reflexion und zu einer gebotenen Neujustierung der sozialanwaltschaftlichen Arbeit. Daher folgert Dietz (2013: 122): „Der Professionalisierungstrend der Sozialen Arbeit ist am Arbeitsfeld der Sozialanwaltschaft vorübergegangen“ (ebd.). Gerade die sozialpolitische Lobbyarbeit wird zumeist von Sozialarbeitern ausgeübt, die über keine wesentlichen Kenntnisse und Qualifikation im Bereich des Lobbying verfügen. Die sozialarbeiterische Ausbildung, ob Diplom, Bachelor oder Master, zeichnet sich gerade nicht durch den Erwerb von Kenntnissen der strategischen Interessensvertretung und Einflussnahme aus. Methoden der Öffentlichkeitsarbeit, des Lobbying sowie der Kampagnendurchführung werden allenfalls als Randthemen behandelt. Eine „Professionalisierung der Lobbyarbeit“ (ebd.) von Verbänden und damit einhergehend eine Professionalisierung politischer Sozialer Arbeit scheint notwendig. Denn auf Dilettantismus, welcher oftmals auf ideologischem Denken basiert und paternalistische Haltungen und Verhaltensweisen begünstigt, folgt vielfach planloser Aktivismus und Ineffektivität politischer Aktion (vgl. Dietz 2013: 121ff.).
Daraus ableitend folgt: wollen Verbände die Interessen ihres Klientels sinnvoll vertreten, müssen sie ihr Handeln reflektieren, notwendige Strategien für dieses ausarbeiten und sich wesentliche Fachkenntnisse im Bereich sozialpolitischer Anwaltschaft aneignen (vgl. ebd.: 122).
Essentiell scheint eine genauestens ausgearbeitete Strategie der Einflussnahme zu sein, welche die Zielsetzung und das Vorgehen detailliert bestimmt. Dies könnte beispielsweisebedeuten, bei der Erarbeitung eines Gesetzesentwurfs zu unterstützen oder einen „Änderungsantrag vor der Gesetzesverabschiedung“ (ebd.) in die Wege zu leiten. Beides könnten sinnvolle Wege sein, deren Vor- und Nachteile in entsprechender Situation abzuwägen sind.

Nicht vergessen werden darf dabei, dass Sozialanwaltschaft Handeln im Spannungsfeld zwischen Interessen der Betroffen und gesellschaftlichen Interessen bzw. staatlichen Ansprüchen ist. Soziale Arbeit übernimmt diesbezüglich eine Mittler- und Übersetzungsfunktion. Sozialarbeiter haben die Kompetenz in beiden Welten zu agieren und beide Sprachen, die der Betroffenen und die der Politik und Verwaltung, zu sprechen. Demzufolge muss Soziale Arbeit diese Funktion gekonnt wahrnehmen, um auf diesem Wege, in Zusammenarbeit mit ihrem Klientel, deren Handlungsmöglichkeiten auszubauen (vgl. Gillich 2013: 18f).

Professionelles politisches Handeln in der Sozialen Arbeit kann nur gewährleistet werden, insofern ein ausreichendes Verständnis und eine angemessene Kenntnis von politischen Inhalten und Institutionen zur Verfügung steht (vgl. Rieger 2013: 64). Hier müssen die Ausbildungseinrichtungen Sozialer Arbeit herangezogen werden. Es gilt das Curriculum dieser Einrichtungen so zu verändern, dass notwendige Fähigkeiten und Fachwissen hinsichtlich advokatorischer Interessensvertretung vermittelt werden.
An dieser Stelle sollen zur Veranschaulichung einige dieser wesentlichen Kenntnisse genannt werden:

Aneignung

  • einer milieuübergreifenden Sprachfähigkeit,
  • von Methoden des Kontaktaufbaus und dessen Verstetigung,
  • von Kenntnissen in der „Formulierung mehrheitsfähiger und umsetzbarer Positionen, die auf validem Zahlenmaterial basieren“(Dietz 2013:122),
  • von Kenntnissen über Gesetze und Verordnungen sowie über Strukturen, Institutionen und Entscheidungsverfahren auf allen politischen Ebenen,
  • von Kenntnissen über die Ausarbeitung von Expertisen,
  • von Kenntnissen über die Durchführung von Presse-, Netzwerk-, und Gremienarbeit (vgl. ebd.: 122f.)

Ferner spielen heute neue Instrumente des Lobbying, wie Sozialmonitoring oder Sozialplanung, eine gewichtige Rolle (vgl. ebd.).Es handelt sich demnach um die Vermittlung eines spezifischen Fachwissens, eines „Instrumentenkoffers“ zur Politikanalyse und zum praktischen Handeln im politischen Geschäft, sowie einer kritischen Reflektionsfähigkeit. Außerdem gelten ein hohes Maß an Selbstsicherheit und Motivation zur Durchsetzung eigener Anliegen als zentrale Ressourcen (vgl. Dichler 2014: 117). Des Weiteren verlangt anwaltschaftliches Handeln im größtmöglichen Umfang Partizipation durch die Zuvertretenden. Diese Maßgabe fordert von den Sozialanwälten den Willen zum partnerschaftlichen Handeln und damit einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit der zuvertretenden Personengruppe (vgl. Hilpert 2001: 85; 88).

Für eine Professionalisierung politischer Sozialer Arbeit und im Speziellen anwaltschaftlicher Lobbyarbeit durch Verbände, kann auf diverse vorhandene Ressourcen zurückgegriffen werden. Einerseits kann sich im Rahmen der Bezugswissenschaften auf eine große Anzahl politikwissenschaftlicher Literatur, unter anderem zum Thema Lobbying, bezogen werden. Andererseits bieten einige Konzepte der Sozialen Arbeit selbst Anknüpfungspunkte für eine Einflussnahme auf das politische Geschäft wie beispielsweise Community Organizing oder Empowerment (vgl. Dietz 2013: 121f.).

Lobbyismus, wie eben schon angedeutet, stellt sich bei einer guten Kombination von „Politikberatung, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit“ (Dischler 2014: 112)als ertragreich heraus.
Vernetzung ermöglicht Zugänge sowie eine schnelle Kontaktaufnahme zu Entscheidungsinstanzen und eine zeitnahe Umsetzung politischer Aktionen, wie zum Beispiel das Aufsetzen von Positionspapieren oder Protestaktionen, beispielsweise als Reaktion auf Reformvorschläge. Netzwerkarbeit meint in diesem Sinne den Auf- und Ausbau von Vertrauensverhältnissen, welche eine schnelle Informationsweitergabe und gegenseitige Beachtung der eigenen Anliegen garantieren sollen (vgl. Rieger 2014: 343f.).

Nach Puschmann (2001: 183) bedarf es für gelingende Lobbyarbeit eine „deutlich positionierende Öffentlichkeitsarbeit“ (ebd.). Es gilt sich selbst eine Sensibilität für die Bedürfnisse benachteiligter Gruppen zu schaffen, diese als Verband zu internalisieren und an die Öffentlichkeit zu tragen.
Daher hat Öffentlichkeitsarbeit mit Bezug auf Soziallobbying eine Ergänzungs- und Unterstützungsfunktion inne. Fortlaufende Öffentlichkeitsarbeit, etwa durch Kampagnenführung, soll das Zusammengehörigkeitsgefühl der angesprochenen Gruppe stärken und eine stabile Positionierung dieser bewirken, von welcher dann Aktionen durchgeführt werden können (vgl. Rieger 2014: 344).

Voraussetzung für gewinnbringendes Lobbying stellt das Vorhandensein notwendiger Rahmenbedingungen dar; hierunter fällt die Bereitstellung „organisatorische(r) Ressourcen (Personal, Ausstattung und Organisationskultur)“ (Rieger 2014: 343) sowie ständiges Monitoring (vgl. ebd.). Unter Monitoring ist die fortwährende inhaltliche wie strukturelle Analyse politischer Prozesse zu verstehen. Sozialmonitoring meint weiter die Sammlung von relevanten Informationen bezüglich „sozialer Problemlagen sowie zu Durchführung und Wirkung von Maßnahmen und Interventionen“ (ebd.), die für den Lobbyisten ein zentrales Argumentationswerkzeug darstellen können (vgl. ebd.).

Nach Rieger (2013:65) sowie Dischler (2014: 114f.) ist die Voraussetzung, die zu professionellem politischen Handeln führen kann die „Reflexion der gegebenen sozialpolitischen Handlungsbestimmungen“ (ebd.) sowie die Manifestation eines politischen Bewusstseins. Von hier aus können Handlungsspielräume nutzbar gemacht und Anwaltschaft politisch professionell durchgeführt werden. Denn Soziale Arbeit ist immer politisch. Wenn sie ihre Handlungsspielräume bewusst nutzt, aber auch, wenn sie sozialpolitische Vorgaben ohne Reflexion ihrer sozialpolitischen Folgen umsetzt (vgl. Rieger 2013: 65).
Insofern sollten Studierende der Sozialen Arbeit im Rahmen ihres Studiums die Erkenntnis erlangen, dass die Probleme und Herausforderungen, denen sich Sozialbenachteiligte und Sozialarbeitende in ihrem Alltag gegenübergestellt sehen, konstruiert und damit veränderbar sind (vgl. Seithe 2012: 423).
Im Rahmen des Aufbaus eines politischen Bewusstseins geht es um die Aneignung einer kritischen Haltung und die Bereitschaft, sich gegen ungerechte Praktiken zur Wehr zu setzen (vgl. ebd.). Es gilt zu verhindern, dass junge Menschen durch das Studium zu angepassten, nach Standards agierenden Technokraten werden. Sinnvoll scheint ein verstärkter Rückbezug auf eine berufsbezogene Ethik und Haltung, für welche das Studium Zeit einräumen müsste (Seithe 2013: 13ff.). Denn nur auf diesem Weg kann fachlich, (selbst-)reflexives Handeln auf allen Ebenen möglich werden. Dies muss insbesondere dann geschehen, wenn davon auszugehen ist, dass Sozialarbeiter in ihrer Tätigkeit das Prinzip der Effizienz, gerade auch und vor allem durch politische Reformen, verinnerlicht haben (vgl. Seithe 2012: 172; Dischler 2014: 117).

Im Rahmen der Abhandlung zur Anwaltsfunktion von Verbänden wurde die Bedeutung von Vernetzung sowie der Ausbildung breiter Bündnisse verdeutlicht. Seithe (2012: 423) spricht in diesem Zusammenhang davon, dass in der Sozialen Arbeit Tätige den Willen und die Kompetenzen hinsichtlich der Organisation von Zusammenschlüssen mit Akteuren ähnlich gearteter Interesse erwerben müssen, um Hand in Hand „gegen die bestehenden Missstände“ (ebd.) vorzugehen.
Weiter merkt sie an, dass es nicht nur die Kenntnis über Netzwerkarbeit ist, die vielen Studierenden heutzutage fehlt, sondern insbesondere scheinen nach Seithe (2012: 421f.) solidarische Strukturen, die gewinnbringende Zusammenarbeit begründen, innerhalb der Disziplin und Profession durch neoliberale Tendenzen in der Sozialen Arbeit inzwischen komplett begraben zu sein. „Denn längst ist aus Solidarität Konkurrenz und Wettbewerb, ist aus Netzwerkarbeit eine Modernisierungsmethapher für mehr Effizienz geworden“ (ebd.: 422). Durch die dadurch entstehende geringe Beteiligung von Sozialarbeitern etwa in Gewerkschaften, Bündnissen oder Berufsverbänden werden diese in ihrer Durchsetzungskraft geschwächt und als sozialpolitischer Gesprächspartner kaum mehr wahrgenommen.
Auch wenn im Bundesgebiet an einzelnen Stellen aufkeimende Gruppen politisch aktive und kritische Sozialarbeitende zu identifizieren sind, scheint es bisher nicht gelungen, diese einzelnen Gruppierungen zu einer breiten Basis zu vernetzen. Es ist an der Zeit, dass diese Gruppen aufeinander treffen, sich vereinigen, um über gemeinsame „Ziele und Perspektiven“ (ebd.: 422) nachzudenken (vgl. Seithe 2012: 418-422). Nur so hat Soziale Arbeit die Chance zu „einer gesellschaftlichen Kraft“ (ebd.: 414) zu werden, die sich für die Rechte ihres Klientel einsetzt und „explizit und offensiv für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte eintritt“ (ebd.).

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[1] Unter schwachen Interessen ist eine relative Benachteiligung von Personen und Gruppen bezogen auf die Durchsetzungsfähigkeit ihrer politischen Interessen, auf Grund fehlender Fähigkeiten und Kompetenzen zu verstehen (vgl. Lob-Hüdepohl 2012:7; Von Winter; Willems 2000: 14).

[2] Hierzu lassen sich in „Bürgermacht- Eine Streitschrift für mehr Partizipation“ von Roland Roth einige Anregungen finden.

[3] Neue Armut in diesem Kontext bezieht sich vor allem auf das Phänomen der Verarmung von oder der von Armut bedrohten kinderreichen Familien und Alleinerziehenden. Also nicht wie zu Zeiten der Industriegesellschaft auf vor allem ältere Menschen und Personen der Unterschicht. Bei der „neuen Armut“ handelt es sich oftmals um kurzzeitige Phasen der Armut, die insbesondere durch verdeckte Formen gekennzeichnet sind (vgl. Bopp 2001: 103; Zentrum Bildung (o.J.): de).


Autorin
Ann-Katrin Steibert
Studentin im Masterstudiengang Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt "Bildung und Integration" an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen
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Zitiervorschlag
Ann-Katrin Steibert: Anwaltschaftliche Lobbyarbeit in der Sozialen Arbeit. Veröffentlicht am 23.06.2014 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/195.php, Datum des Zugriffs 07.04.2020.


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