Soziale Arbeit an Schulen im Landkreis Bad Kreuznach - Steuerung im Dialog
Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung (2012- 2013)
Prof. Dr. Andreas Thimmel, Anke Frey
veröffentlicht am 14.08.2014 | Aufsatz
Zusammenfassung
Der Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung hat über den Zeitraum von zwei Jahren das Modellprojekt durch Beratung, Qualitätsentwicklung und Evaluation wissenschaftlich begleitet. Das Kreisjugendamt Bad Kreuznach fungierte als zentrales Bindeglied in der Steuerung der Kommunikation und umfassenden Beteiligung von Akteuren der Jugendhilfe, der Schulen, Elternvertreter/-innen sowie von Akteuren aus Politik und Verwaltung. Es folgt damit ausgehend vom Handlungsfeld Sozialer Arbeit an Schulen einer spezifischen modernen Grundausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, „Probleme mehr in ihrer Verwobenheit wahrzunehmen“ (Tölle, 2013, 523) und eine breite Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu übernehmen.
Der Bericht beschreibt in Kapitel 1 die Ausgangssituation Sozialer Arbeit an Schulen im Landkreis Bad Kreuznach, die den Kontext für das Modellprojekt bildet. Die Projektstruktur und die beteiligten Akteure und Formate des Gesamtprojektes werden dargestellt.
Kapitel 2 skizziert Auftrag und Rolle der wissenschaftlichen Begleitung und das empirische Vorgehen der begleitenden Evaluation.
Kapitel 3 umreißt theoretische Bezüge, die für die Entwicklung des Modellprojekts und die Interpretation der Ergebnisse herangezogen wurden. Zentraler konzeptioneller Bezugspunkt ist ein lebensweltorientiertes Konzept Sozialer Arbeit, das sowohl problembezogen als auch präventiv ausgerichtet ist und dass grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen an allen Schulformen adressiert. Mit diesem Anspruch sind bestimmte Implikationen verbunden, auf die in den Evaluationsergebnissen aus den Perspektiven der Fachkräfte und den Jugendlichen selbst wieder Bezug genommen wird.
Kapitel 4 stellt die Ergebnisse der begleitenden Evaluation dar. Zum einen die Ergebnisse der Befragung der Schulsozialarbeiter/-innen (quantitative Befragung), die zu Beginn des Projektes in 2012 durchgeführt wurde. Zum anderen die Ergebnisse der Befragung von Schüler/-innen (quantitative und qualitative Befragung), die in 2013 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fachkräfte tendenziell – insb. in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Ressourcen- eher problembezogen arbeiten, hierbei jedoch eine starke und für alle beteiligten bedeutsame Funktion im Kooperationsmanagement innehaben (mit Eltern, mit den Sozialen Diensten des Jugendamtes und weiteren Schnittstellen). Sie entfalten auf unterschiedlichen Ebenen eine sondierende und entlastende Funktion innerhalb der Schule und darüber hinaus. Die systematische Einbindung in die Schulstruktur ist dabei wichtige Voraussetzung. Das Potenzial zur Vermeidung kostenintensiver Interventionen (z.B. in den Hilfen zur Erziehung) ist hier, so die Hypothese, noch nicht hinreichend erfasst und genutzt. Aus der Perspektive der befragten Jugendlichen sind die Fachkräfte Sozialer Arbeit an Schulen vor allem als biografisch begleitende relevante erwachsene Personen bedeutsam, auf die sie bedarfsorientiert und vor allem selbstgesteuert zurückgreifen können. Wesentlich ist hier die flexible Zeitstruktur der Fachkräfte und die thematische Offenheit in Bezug auf jugendliche Anliegen bei gleichzeitiger Gewissheit über deren Verschwiegenheit. Haben Jugendliche erst einmal Kontakt zur Sozialen Arbeit an Schulen, so steigt auch deren Inanspruchnahme bei Problemen oder benötigtem Rat.
Kapitel 5 fasst weiterführende Fragestellungen zusammen, die für die zukünftige Ausgestaltung des Arbeitsfeldes und der Vernetzung im Landkreis Bad Kreuznach relevant sind. Die Kontinuität und Präsenz der Fachkräfte an den Einzelschulen aber auch die Entwicklung einer sozialraumorientierten Ausrichtung im Landkreis sind hier zentrale Themen.
Inhalte
Kontext des Modellprojekts Soziale Arbeit an Schulen
Ausgangssituation: Soziale Arbeit an Schulen an allen Schultypen, Projektstruktur
Auftrag der wissenschaftlichen Begleitung und Forschungsdesign
Soziale Arbeit an Schulen – Gegenstandsbestimmung
Begriffsbestimmung, Gesetzliche Grundlage, Ziele und Zielgruppen, Aufgabenbereiche und Handlungsprinzipien, Soziale Arbeit an Schulen im Kontext der Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Synthese: Lebensweltorientiertes Konzept Sozialer Arbeit an Schulen
Ergebnisse der Evaluation
Soziale Arbeit an Schulen – die Perspektive der Schulsozialarbeiter/-innen
Rahmenbedingungen, Aufgabenfelder, Differenzierungen für die weiterführenden Schulen, Differenzierungen für Grundschulen, Akzeptanz und Zufriedenheit mit der Sozialen Arbeit an Schulen, Systematische Einbindung in die Schulstruktur, Schulsozialarbeiter/-innen: Schnittstelle zu Lebenswelt und Sozialraum, Qualitätsentwicklung
Soziale Arbeit an Schulen – die Perspektive der Jugendlichen
Ausgangspunkt: Sozialpädagogische Nutzerforschung, Das Bild von Schule aus Sicht der Jugendlichen, Ansprechpartner/-innen der Jugendlichen , Zugänge und Kontakt zur Sozialen Arbeit an Schulen, Soziale Arbeit an Schulen – Ansprechort und Ansprechperson
in unterschiedlichen Dimensionen, Wünsche an die Soziale Arbeit an Schulen
Themen für die Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit an Schulen – Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Verfasst von
Prof. Dr. Andreas Thimmel
Professor für Soziale Arbeit / Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln, Leiter des Forschungsschwerpunkts Nonformale Bildung
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Anke Frey
Dipl. Päd., wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Köln am Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung
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Es gibt 1 Materialie von Andreas Thimmel.
Es gibt 1 Materialie von Anke Frey.


