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Der Kollegiale Dialog - Eine Methode für das Beratungsgespräch der FQA

Rita Franziska Nerl

veröffentlicht am 24.02.2015

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit an der Hamburger Fern-Hochschule im Studiengang Health Care Studies (B.Sc.)
Erstprüferin: Frau Dr. phil. Ines Nöbel
Zweitprüferin: Frau Diplom-Psychologin Anne-Katrin Kurz
Note: 1,0.

Zusammenfassung

In regelmäßigen Abständen wird seit Jahren in diversen Medienbeiträgen über die vermeintlich unangebrachten und unqualifizierten Kontrollen von Heimaufsicht oder MDK berichtet und die Vorgehensweise der Heimprüfungen angeprangert. Obwohl diese Kontrollen nichts Neues sind und somit den Unternehmen vertraut sein sollten, erhitzen sich immer mehr die Gemüter über den Inhalt und die Art und Weise der Qualitätskontrollen. Vorrangig sind Negativschlagzeilen zu vernehmen, die den Eindruck erwecken, dass die Prüfbehörden kompromisslos sind und einfach nur anordnen.
Der gesetzliche Auftrag der Heimaufsicht, Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen durchzuführen, besteht eigentlich schon seit Jahren, so dass anzunehmen wäre, dass sich die Prüfinstitutionen und die Betreiber der Einrichtungen im partnerschaftlichen Dialog zum Wohle des Bewohners befinden. Beider Aufgaben ist es, das Wohl der Bewohner zu fokussieren: der Heimbetreiber als Anbieter von Dienstleistungen und die Behörde mit seinem Schutzauftrag, die Würde sowie die Interessen und Bedürfnisse pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen vor Beeinträchtigungen zu schützen. 
In Bayern wurde im Jahr 2008 das länderspezifische Pflegewohn- und Qualitätsgesetz (PfleWoqG) eingeführt. Explizit wurde im Gesetz darauf verwiesen, dass die Behörde nicht nur Überwachungs- und Kontrollbehörde, sondern vorrangig Ratgeber und Partner sein sollte. Im multiprofessionellen Team sollten die Einrichtungen geprüft werden und als Ratgeber und Partner die Einrichtungen in ihren Qualitätsentwicklungsprozessen begleiten.
Im Rahmen dieser Gesetzesnovellierung wurde der Name „Heimaufsicht“ verändert, um auch nach außen die „neue“ Rolle transparent zu machen. „Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht“ (FQA) ist die neue Bezeichnung.
Ein gut gemeinter politischer Ansatz: die Prüfbehörden sollen nicht nur „Prüfen und Abfragen“, sondern die Einrichtungen in ihrem Qualitätsentwicklungsprozess auch unterstützen; doch dies scheint bei den Einrichtungen nicht immer so anzukommen.

Die Hauptergebnisse einer 2006 durchgeführten Erhebung, die sich mit der Rolle der Heimaufsicht beschäftigte war, dass die Qualität nicht von außen hinein geprüft und hinein kontrolliert werden kann. Als weitere Erkenntnis ist aufgeführt, dass die Heimaufsicht den essentiellen Auftrag haben muss, eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Beratung der stationären Pflegeeinrichtungen anzubieten und durchzuführen (vgl. Schmitz, Schnabel 2006).

In der vorliegenden Bachelorarbeit wurde daher der Frage nachgegangen, ob der Kollegiale Dialog eine geeignete Methode für das Beratungsgespräch der FQA im Sinne des Gesetzes sein könne, um die Einrichtungen in ihrem Qualitätsentwicklungsprozess zu begleiten.
Des Weiteren galt es aus den gewonnenen Erkenntnissen praxisrelevante Handlungsempfehlungen für eine gelingende Heimaufsichtsprüfung und -beratung zu formulieren.

Zunächst wurden die zugrundeliegenden Normen erfasst, der theoretische Bezugsrahmen des Kollegialen Dialogs verortet und verschiedene Begrifflichkeiten wie Kollegialer Dialog, Beratung, partnerschaftlich und Ratgeber definiert.
Nach der Methode der Ratingkonferenz, also mit qualitativen und quantitativen Erhebungsinstrumenten, wurde in Bayern in sieben stationären Pflegeeinrichtungen der Beratungsbedarf aus der Perspektive der Pflegeexperten erfasst.
Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Sachlage, aktueller bezugswissenschaftlicher Grundlagen und den Befragungsergebnissen wurde sowohl der Frage nach der Umsetzungsmöglichkeit des Kollegialen Dialogs nachgegangen als auch die Begrenzungen dieser Methode und somit des Beratungsauftrages der FQA herausgearbeitet.
Aus der Konvergenz dieser Diskussion ließen sich abschließend verschiedene Handlungsempfehlungen generieren.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autorin
Rita Franziska Nerl
Health Care B. Sc. Pflege
geprüfte unabhängige Pflegesachverständige
Website www.pflegemitsachverstand.de
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Rita Franziska Nerl: Der Kollegiale Dialog - Eine Methode für das Beratungsgespräch der FQA. Veröffentlicht am 24.02.2015 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/214.php, Datum des Zugriffs 17.04.2021.


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