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Transkulturelle Pflege

Exemplarische Untersuchung der Angebotsstruktur für Migranten in Hamburg Billstedt

Elma Delkic

Veröffentlicht am 27.03.2015.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Master-Thesis zur Erlangung des akademischen Grades „Master of Science“ (M.Sc.) im Studiengang Stadtplanung an der HafenCity Universität Hamburg, Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung

BetreuerInnen der Arbeit:
Prof. Dr. Ingrid Breckner (Arbeitsgebiet Stadt- und Regionalsoziologie)
Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger (Arbeitsgebiet Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung)
Note: 1,3.

Zusammenfassung

Im Fokus gegenwärtiger öffentlicher Debatten steht die gesellschaftliche Alterung im Zuge des demografischen Wandels. „Die Bevölkerung in Deutschland ist die älteste in Europa und die zweitälteste der Welt“[1], so Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. In diesem Kontext wird ein neues Phänomen in der Bundesrepublik beobachtet. Der gesellschaftliche Alterungsprozess bringt vor allem eine Vielzahl an älteren Migrantinnen und Migranten zum Vorschein. „Im Jahr 2030 wird jeder vierte in Deutschland lebende ältere Mensch ein Migrant sein“[2], verkündet nicht nur der Caritasverband, sondern prognostizieren gegenwärtige Studien mitunter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. [3] Zusammenfassend gesagt: „Ältere Menschen ausländischer Herkunft sind eine der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppen.“[4] Von dieser dynamischen Entwicklung ist in erster Linie die türkeistämmige Bevölkerung der ersten Gastarbeitergeneration betroffen. Sie befindet sich mittlerweile im Rentenalter bzw. steuert unaufhaltsam auf dieses zu. Den Traum von der Rückkehr ins Heimatland verwerfen sie und ziehen stattdessen einen Verbleib hierzulande vor. Die Hauptgründe für diese Entscheidung sind: Die hier lebenden Kinder und Familie, die gute gesundheitliche Versorgung und die emotionale Entkoppelung vom Heimatland bei gleichzeitig wachsender Vertrautheit mit den deutschen Verhältnissen. [5] An die zunehmende Alterung ist aber auch die steigende Gefahr einer Pflegebedürftigkeit gekoppelt. Bereits im Jahr 2009 gab es knapp 2,3 Mio. pflegebedürftige Personen in der Gruppe der über 65-Jährigen von denen 192.000 einen Migrationshintergrund verfügten. [6] Die Stadtgesellschaft wird somit nicht nur älter, sondern auch kulturell-vielfältiger. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche pflegerischen Versorgungsmöglichkeiten bieten Städte, um Migrantinnen und Migranten im Alter ihren Bedürfnissen entsprechend umsorgen zu können. Dieser Fragestellung geht die Masterarbeit auf den Grund und demonstriert exemplarisch anhand der Hansestadt Hamburg mit dem multiethnischen Stadtteil Billstedt als Fokusraum, dass die Bildung transkultureller Pflegestrukturen ein stabiles, breitgefächertes und interdisziplinäres Netzwerk braucht, welches aus dem Engagement der Stadtteilakteure im Rahmen einer integrativen Stadtentwicklungspolitik herauswächst.

Anlagen

  1. Masterarbeit (pdf)

Quellennachweis

Aden, Mareike (2003): Unbeschwerte Kommunikation. Artikel vom 20.09. 2003. taz Hamburg. In: Interkultureller Pflegedienst GmbH (2013): Pressemeldungen. Hamburg.
http://www.interkultureller-pflegedienst.de/9.html. Aufruf am 23.03. 2013.

Ärzteblatt (2011): Zahl pflegebedürftiger Migranten nimmt stetig zu. Köln. Artikel vom 11.01.2011.
http://www.aerzteblatt.de/ nachrichten/44203/Zahl_pflegebeduerftiger_Migranten_nimmt_stetig_zu.htm. Aufruf am 23.03.2013.

BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) (Hrsg.) (2012): Pflegebedürftigkeit und Nachfrage nach Pflegeleistungen von Migrantinnen und Migranten im demographischen Wandel. Forschungsbericht 12. Nürnberg.
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/ DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb12-pflegebeduerftigkeit-pflegeleistungen.pdf?__blob=publicationFile. Aufruf am 30.05.2013.

MiGAZIN (2012): Demografie. Ohne Migranten sähe Deutschland noch älter aus. Artikel vom 12.10.2012. Köln.
http://www.migazin.de/2012/10/12/ohne-migranten-sahe-deutschland-noch-alter-aus/. Aufruf am 29.05.2013.

Naegele, Gerhard (2008): Demografischer Wandel und demographisches Altern in Deutschland: Probleme, Chancen und Perspektiven. In: Kreuz, Volker; Reicher, Christa; Scholz, Tobias (Hrsg.) (2008): Zukunft Alter. Stadtplanerische Handlungsansätze zur altersgerechten Quartiersentwicklung. Institut für Raumplanung, Technische Universität Dortmund (IRPUD). Dortmund. S. 13-26

Obermann, Elke (2003): Entwicklung innovativer Konzepte zur sozialen Integration älterer Migranten/innen. Abschlussbericht an die Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung und Soziales. ISAB-Berichte aus Forschung und Praxis Nr. 81. Köln.

Paillon, Monika (2010): Kultursensible Altenpflege. Ideensammlung mit Fokus Demenz. München.

Rahmani-Ghassabeh, Mohammad (2010): Wohnen im Alter – Kultursensible Pflege muslimischer Migranten in Berlin. Dissertation. Berlin.

Stanjek, Paul; ZWAR Zentralstelle NRW (2004): Ältere Migrantinnen und Migranten in der ZWAR-Arbeit. Dortmund.


[1] MiGAZIN (2012)

[2] Aden (2003)

[3] vgl. BAMF 2012: 6ff.; Obermann 2003: 60; Ärzteblatt (2011)

[4] Rahmani-Ghassabeh 2010: S. 48

[5] Vgl. Naegele 2008: 14; Paillon 2010: 21; Stanjek/ZWAR Zentralstelle NRW 2004: 10

[6] Vgl. BAMF 2012: 7


Autorin
Elma Delkic
M. Sc. Stadtplanung, Quartiersentwicklerin bei der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung in der Abteilung Soziale Stadtteilentwicklung und Bürgerbeteiligung
Homepage www.lawaetz.de
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Elma Delkic: Transkulturelle Pflege. Exemplarische Untersuchung der Angebotsstruktur für Migranten in Hamburg Billstedt. Veröffentlicht am 27.03.2015 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/220.php, Datum des Zugriffs 08.12.2019.


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