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Morbus specialis

Vision einer Behandlung

Christian Koch

Veröffentlicht am 15.09.2009.

Originalbeitrag.

Das Gesundheitswesen befindet sich in einer Umbruchphase, die u.a. von stärkerer Dienstleistungsorientierung, besserer Vernetzung unterschiedlicher Leistungen, Konzentrationsprozessen in der Branche, zunehmendem Technikeinsatz und medizinischem Fortschritt geprägt wird. Die folgende, fiktive Schilderung eines Patienten veranschaulicht – leicht idealisiert und nicht ohne ein Augenzwinkern – verschiedene in nächster Zukunft realisierbare Potentiale dieser Entwicklung.

Schon mehrfach wurde ich per E-Mail von meinem MVZ [1] daran erinnert, dass wieder eine Vorsorgeuntersuchung fällig wäre.

„Mein MVZ“ klingt zurecht ein wenig nach medizinischer Heimat: In der Tat handelt es sich um einen multipersonalen Hausarzt. Dr. Schulz als Facharzt für Allgemeinmedizin ist seit sechs Jahren mein persönlicher Ansprechpartner [2]. Durch Urlaube und Notfalldienste habe ich auch schon eine seiner beiden Kolleginnen kennen gelernt. Zu den weiteren fachärztlichen und therapeutischen Angeboten hatte ich dank bester Gesundheit zumindest noch keinen direkten Kontakt. Dass der Kardiologe bei der Befundung der letzten Vorsorgeuntersuchung einbezogen wurde, habe ich nur an der Rechnung gesehen. Allerdings ist es für mich beruhigend, dass der oB-Vermerk [3] nicht auf mangelnder Kenntnisse, sondern wohl ausschließlich auf meinem erfreulichen Gesundheitszustand beruht. Bisher habe ich, abgesehen von der reibungslosen Urlaubsvertretung mit unmittelbarem Zugriff auf alle bisherigen Untersuchungsergebnisse, also noch wenig von der Integration der Angebote profitiert.

Dass hinter Herrn Dr. Schulz eine leistungsfähige Organisation steckt, zeigt bereits die eingangs erwähnte, fast schon penetrante Erinnerung an die lästige Vorsorgeuntersuchung. Einsicht in die Sinnhaftigkeit der Untersuchung hat zwar zu meiner Zustimmung zur automatischen Erinnerung geführt, bedeutet aber noch nicht, dass ich gerne die notwendige Zeit opfere. Nach der dritten E-Mail gestehe ich mir ein, dass meine elektronische Patientenakte mit Erinnerungen länger durchhalten wird als ich mit meiner persönlichen Verdrängungsarbeit. Denn die Terminerinnerungen werden von einem Programm generiert. Dabei werden Alter, bisherige Befunde und individuelle Vereinbarungen automatisch berücksichtigt, so dass der Terminvorschlag bereits einen vorläufigen Untersuchungsplan enthält. Mein Paket umfasst diesmal u.a. erweitertes Blutbild, Belastungs-EKG, Lungenfunktionstest und Ultraschalluntersuchung des Unterleibs. Nach einem Klick auf den Link am Ende der Mail gelange ich – wie beim Online-Banking – über eine verschlüsselte Verbindung zum Webserver des MVZs und kann mir einen Termin aussuchen. Dabei wird der Untersuchungsumfang berücksichtigt und gleich auch ein Termin für die Besprechung der Befunde vereinbart. Den Patientenlaufzettel drucke ich mir direkt aus. Vorsorglich setze ich noch schnell das Häkchen für den SMS-Erinnerungsdienst, der mich am Vorabend nochmals auf den Termin aufmerksam machen und an das nüchterne (!) Erscheinen erinnern wird.

Wenn ich mich erstmal zu einem Termin durchgerungen habe, gehe ich eigentlich ganz gerne zum MVZ, weil mir die freundliche Atmosphäre gefällt, die eher an eine Bar oder Hotellounge als eine Arztpraxis erinnert. Am Vortag hat mir ein Bote die notwendigen Utensilien für Urin- und Stuhlprobe geliefert. Morgens werde ich am Empfang freundlich begrüßt und direkt persönlich angesprochen. Ich habe den Verdacht, dass die hervorragende Gedächtnisleistung des Empfangspersonals, eher seltene Besucher wie mich persönlich anzusprechen, auch auf der elektronischen Patientenakte beruht. Jährlich wird bei der Routineuntersuchung der Akte ein aktuelles Foto beigefügt, dass ganz beiläufig am Empfang aufgenommen wird. Das Foto dient eher der Vermeidung von Verwechselungen als der Befundung. Der Empfang dürfte also heute morgen eine Terminliste mit Namen, geplanter Behandlung und Foto auf seinem Bildschirm haben. Die Proben werden mir abgenommen und verschwinden direkt im Laborbereich.

Zwei Minuten später bin ich schon um einige Milliliter Blut erleichtert worden. Eine Mitarbeiterin schleust mich durch weitere Untersuchungsräume und nach nur 20 Minuten sitze ich im hausärztlichen Wartebereich, an den die drei Behandlungsräume der drei AllgemeinmedizinerInnen angrenzen. Hier herrscht kein Durchgangsverkehr, sondern ich könnte in Gesellschaft von zwei anderen Patienten in Ruhe die Zeitung lesen, wenn ich nicht schon nach zwei Minuten von Herrn Dr. Schulz in seinen Behandlungsraum gebeten würde.

Für mich ist immer noch ungewohnt, dass wir uns nicht – getrennt durch einen dicken Schreibtisch – gegenüber sitzen, sondern schräg nebeneinander an einer Art Besprechungstisch Platz nehmen. Alle wesentlichen Daten sind auf dem Patientenbildschirm eingeblendet. Befunde können auch auf die weiße Fläche hinter dem Besprechungstisch projiziert und dort detailliert erläutert werden. Über ein weiteres Terminal, dass dem Patienten nicht einsehbar ist, steuert der behandelnde Arzt die Abläufe in der Praxis. Nach einer kurzen Besprechung von Umfang und Ablauf der Vorsorgeuntersuchung, erfolgt eine erste Anamnese durch Befragung und körperliche Untersuchung. Die Patientenakte hat dabei aus den hinterlegten Daten und vereinbartem Leistungsumfang eine Standardanamnese abgeleitet, die der Arzt durch weitere Fragen und Untersuchungen situationsgerecht erweitern kann. Während der Erfassung der Ergebnisse erläutert Dr. Schulz seinen bisherigen Eindruck von meinem Gesundheitszustand. Während wir noch einige Minuten auf die Laborergebnisse warten, kommen wir auf meine starke berufliche Belastung zu sprechen. Herr Dr. Schulz informiert mich über das Stress-Reduktions-Programm, dass seit zwei Jahren erfolgreich vom MVZ angeboten wird. Ich lasse mir Informationen per Mail zusenden, hake das Angebot aber innerlich schon ab – wegen Zeitmangel!

Zum Gesprächsende liegen dann auch fast alle Ergebnisse, bis auf speziellere Blutuntersuchungen, vor. Alle Werte liegen im grünen Bereich. Nur bei der Ultraschalluntersuchung wurde eine leichte Anomalie festgestellt, die entweder weiter diagnostiziert oder zumindest im halbjährlichen Rhythmus beobachtet werden sollte. Ich entscheide mich, aus Zeit- und Kostengründen, für die zweite Variante, wobei ich schon ahne, dass halbjährlich ein dehnbarer Begriff ist, den meine Patientenakte viel enger auslegen wird als ich.

Für die Besprechung der endgültigen Ergebnisse der Blutuntersuchung war ja schon ein Termin vereinbart worden, der in den Vorjahren immer per Mail von Dr. Schulz abgesagt worden war, da keine negativen Befunde vorlagen. Daher verabschiedete ich mich mit einem „bis in einem halben Jahr“.

Für den weiteren Verlauf meiner Patientengeschichte spielt die organisatorische Einbindung meines MVZ in einen weltweiten Verbund eine wesentliche Rolle. Das mein MVZ Franchisenehmer von IMS [4] ist, war mir bisher noch nicht bewusst. IMS betreibt weltweit Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Labore und Medizinische Zentren. Letztere werden zu einem Drittel in eigener Regie und zu zwei Dritteln über Franchisenehmer betrieben. Die Organisationsform richtet sich u.a. nach den lokalen gesetzlichen Regelungen der medizinischen Versorgung, aber auch nach Aspekten der Finanzierung und Vorhandensein lokalisierter Kompetenzen des Konzerns in der Region. Die meisten deutschen MVZ werden durch GbR von Ärzten betrieben. Die Verbundsteuerung ist dezentralisiert und erfolgt über regionale Verbundzentren [5] und fachbezogene Kompetenzzentren [6].

Ein Teil meines Blutes wurde in das nationale Fachlabor des Verbundes transportiert. Die Untersuchungsergebnisse flossen im Laufe der Nacht in meine Patientenakte ein. Am nächsten Morgen lag die Akte bei Dr. Schulz in der Wiedervorlage mit dem Vermerk „Abschluss Vorsorgeuntersuchung – Befund beachten“.

Das System der automatischen Wiedervorlage ist eines der wichtigsten Qualitätssicherungsinstrumente des MVZ. Es tröstet mich ein wenig, dass mein Arzt von der „automatischen Patientenakte“ genauso penetrant zur Sorgfalt angehalten wird wie sein Patient. Sollte Dr. Schulz krank werden, würde der Vorgang sofort in der Wiedervorlage der vertretenden Ärztin auftauchen. Dabei würde das System meine Akte vorrangig der Kollegin von Dr. Schulz zuordnen, die mich zuletzt vertretungsweise behandelt hat. Normalerweise könnte Dr. Schulz die Daten mit einem Mausklick aufrufen und bei normalen Werten mit einem weiteren Klick die vorgemerkte Abschlussbesprechung mangels Bedarf absagen. Da die letzte Blutuntersuchung kritische Werte enthält, würde in meinem Fall das System zumindest eine kurze Beurteilung der Ergebnisse und eine individuelle Mitteilung an den Patienten verlangen. Dr. Schulz bestätigt den Besprechungstermin, ergänzt einen persönlichen Satz bei der standardisierten Bestätigungsemail und bittet Fachärztin Dr. Kuhn um konsiliarische Stellungnahme zum Untersuchungsbefund. Damit liegt meine Akte nun bei der Kollegin von Dr. Schulz unerbittlich auf Wiedervorlage, wobei der Besprechungstermin als Frist vermerkt ist.

Leicht beunruhigt komme ich zur abschließenden Besprechung der Vorsorgeuntersuchung. Dr. Schulz fasst die relevanten Befunde, Ultraschall und bestimmte Blutwerte, zusammen und stellt die Bewertung durch Dr. Kuhn vor. Ich habe einen Morbus specialis [7]. Frau Dr. Kuhn stößt wenige Minuten später zu der Besprechung und erläutert die Behandlungsmöglichkeiten von Morbus specialis. Sie schlägt eine Operation in einer amerikanischen Spezialklinik vor, die weltweit die meisten Erfahrungen hätte. Zufällig gehört die Klinik auch zum IMS-Konzern. Ich zögere und würde wegen des weitreichenden Eingriffs gerne eine Zweitmeinung hören. Mir werden von der Fachärztin drei mögliche Kollegen genannt, die in nicht konzerngebundenen Einrichtungen arbeiten. Ich erhalte von Dr. Schulz noch einen Link und Einmalkennwort mit Zugang zu den Befunddaten für die konsiliarische Stellungnahme des Zweitgutachters. Es wird in einem Monat ein Termin für die weitere Behandlungsplanung vereinbart. Vorher werde ich um Rückmeldung gebeten, falls ich mich schon für eine bestimmte Behandlung entschieden habe.

Jetzt muss ich die Ergebnisse erstmal sacken lassen. Am nächsten Tag mache ich einen Termin bei einem Zweitgutachter aus. Die Zugangsdaten übermittele ich telefonisch gleich mit. Bei der Besprechung im Laufe der nächsten Woche bestätigt der Facharzt die Befundung seiner Kollegin. Als weitere Spezialkliniken nennt er Anbieter in Russland und China, wobei das russische Angebot deutlich kostengünstiger, ggf. allerdings auch qualitativ weniger abgesichert wäre. In beiden Fällen schrecken mich die Sprachbarrieren ab. Positiv äußert sich der Mediziner über die unkomplizierte, zeitnahe und hochwertige Bereitstellung aller Befunde.

Ich entscheide mich für die von meinem MVZ vorgeschlagene Behandlung. Als ich dies der Rezeption telefonisch mitteile, wird der Besprechungstermin sofort vorverlegt. So sitze ich schon am nächsten Tag mit Dr. Schulz und Dr. Kuhn am Besprechungstisch. Sie erklären mir, dass ich für die nächsten Monate sozusagen zwei Hausärzte habe, weil die aktuelle Erkrankung vorübergehend im Vordergrund stehen würde. Mit der Operation und anschließenden Rehabilitationsmaßnahme dürfte allerdings alles endgültig ausgestanden sein. Dr. Kuhn hat sich auf die Sitzung trotz des kurzen Vorlaufs hervorragend vorbereitet. Mit dem internationalen Fachzentrum hat sie die grundsätzliche Vorgehensweise abgestimmt, da sie die Diagnose zum ersten Mal gestellt hat und die als optimal angesehene Behandlung der selten auftretenden Erkrankung sich in letzter Zeit mehrfach geändert hat. Fachlich gilt die Operationsmethode der amerikanischen Partnerklinik als bestmögliche Behandlung. Mit dem deutschen Regionalzentrum wurde ein Behandlungsplan abgestimmt und das Verwaltungspersonal des MVZ entsprechend instruiert.

Mein Behandlungsplan sieht folgende Stationen vor

  1. weitere Diagnostik und Operationsvorbereitung im MVZ unter fachlicher Federführung von Frau Dr. Kuhn, praktisch überwiegend durch Dr. Schulz realisiert
  2. Operation in der amerikanischen Spezialklinik
  3. unmittelbar anschließende, fünfwöchige Rehabilitation in einer tschechischen Kureinrichtung, selbstverständlich auch IMS-eigen
  4. weitere therapeutisch-rehabilitative Unterstützung und Nachsorge durch das MVZ, federführend durch Dr. Schulz mit voraussichtlich zwei Kontrolluntersuchungen durch Dr. Kuhn.

Neben den medizinischen Leistungen werden mir noch weitere administrative Serviceleistungen angeboten. Da ich von dem Untersuchungsergebnis immer noch ziemlich mitgenommen bin, nehme ich die meisten Angebote dankbar an. Das MVZ organisiert unter Einbeziehung der Regionalzentren „Deutschland“ und „Amerika West“ u.a. die Beschaffung aller Reiseunterlagen und -buchungen inkl. der Erledigung von Einreiseformalitäten, die Begleitung auf dem Transport Amerika – Tschechien und die Kostenabrechnung mit der Krankenkasse.

Im weiteren Verlauf der Behandlung wird mir erst deutlich, welche Vorteile die verbundinterne Leistungserbringung hat. Sowohl in der Klinik wie in der Reha-Einrichtung begleitet mich die elektronische Patientenakte. Wie ich erst in Amerika mitbekomme, hat der dort behandelnde Arzt über diese Akte die Operationsvorbereitung mit Dr. Schulz und Dr. Kuhn präzise und zeitnah koordiniert. An den Tagen vor dem Abflug hat er täglich einen Blick in die Akte geworfen und alle aktuellen Untersuchungsdaten unmittelbar zur Verfügung gehabt. Aus der Ferne hat er die Medikation angepasst und eine weitere Untersuchung veranlasst, als würde ich schon in Amerika auf seiner Station liegen.

Auch wenn Dr. Schulz fachlich einige Aufgaben abgegeben hat, bleibt er mein persönlicher Ansprechpartner. Sowohl in Amerika wie in Tschechien waren alle Patientenbetten mit schwenkbaren Flachbildschirmen ausgestattet. Der „PS“ [8] zeigte sich gleich mit einer deutschen Benutzeroberfläche und bot neben der omnipräsenten Patientenakte, Hinweise zu Behandlungs- und Untersuchungsterminen, Informationen zum Krankenhaus und seinen Serviceleistungen, Video on Demand, Fernsehprogramme und einen Internetzugang mit Videotelefonie. Am zweiten Tag nach der Behandlung meldete sich Dr. Schulz, zum Glück unter Beachtung der Zeitverschiebung, und erkundigte sich nach meinem Befinden. Er richtete Grüße von Dr. Kuhn aus, die sich mit dem Operateur unterhalten hatte und mit Operationsverlauf und den ersten Untersuchungsergebnissen sehr zufrieden war. Als es mir nach einigen Tagen besser ging, habe ich auch mal den Abschnitt zum Datenschutz im PS studiert. Dort wird erläutert, wer welche Daten einsehen kann bzw. wo die jeweilige Zustimmung des Patienten erforderlich ist. So sieht z.B. die Rezeption nicht, ob und wie lange ich nach der Operation Inkontinenzprobleme hatte. Oder der Zugriff des amerikanischen Arztes auf meine Akte ist auf zwei Monate nach der Operation beschränkt, sofern Dr. Schulz den Zugriff nicht ausdrücklich länger freigibt. Nach Legitimation mit der Kundenkarte kann ich mein persönliches Datenschutzprofil in meinem MVZ auch jederzeit einsehen und ändern. Alle Daten liegen in den IMS-Rechenzentren verschlüsselt vor und können z.B. von der Systemadministration nicht gelesen werden.

Dank reibungsloser Zusammenarbeit der Anbieter wurden Doppeluntersuchungen vermieden und die notwendigen Behandlungsschritte frühzeitig sowie nahtlos ineinandergreifend erbracht. Wieder daheim bei der ersten Besprechung im MVZ hatte man fast den Eindruck, Dr. Schulz und Dr. Kuhn wären bei der Operation und Rehabilitation dabei gewesen. Anregungen des amerikanischen Spezialisten und Erfahrungen der Therapeuten in Tschechien flossen in die Nachsorge des MVZ ein.

Insgesamt bin ich kostenmäßig gut ausgekommen. Die Krankenkasse konnte von IMS überzeugt werden, dass die relativ teure Behandlung in Amerika langfristig auf Grund der besseren Prognose geringere Folge- und damit auch Gesamtkosten verursacht. Die relativ preiswerte, aber überwiegend deutschsprachige stationäre Rehabilitation in Tschechien hat das Budget entlasten können. Die nicht versicherten Service- und Zusatzleistungen beliefen sich letztlich auf wenige hundert Euro und haben erheblich zum Wohlbefinden und wahrscheinlich auch zum Behandlungserfolg beigetragen.

Drei Monate später ist Dr. Schulz wieder mein alleiniger Hausarzt. Ich habe ein ganz neues Verhältnis zu meiner elektronischen Patientenakte entwickelt. Die Erinnerung an eine Vorsorgeuntersuchung wird von mir jetzt immer sofort bearbeitet. Und an der Rezeption kennt man mich jetzt auf jeden Fall persönlich, auch ohne Foto in der Patientenakte.


[1] MVZ = Medizinisches Versorgungszentrum: integriertes Angebot verschiedener (fach-)ärztlicher, therapeutischer und pflegerischer Leistungen aus einer Hand mit lokalem Einzugsgebiet

[2] Von den bei anderen, vergleichbaren Anbietern üblichen Anglizismen wurde ich bisher bei meinem MVZ verschont. Sonst wäre mein Hausarzt, wie ich ihn immer noch altmodisch nenne, nicht persönlicher Ansprechpartner, sondern client manager oder personal patient supporter.

[3] oB = ohne Befund: kein Hinweis auf einen Behandlungsbedarf

[4] IMS = International Medical Services: fiktiver internationaler Anbieter medizinischer Leistungen

[5] regionale Verbundzentren sind u.a. zuständig für Administration, Anpassung an regionale Rechtssysteme, Sprachen und Kulturen, allgemeine Weiterbildung, Qualitätssicherung, Controlling

[6] überregionale Fachzentren sind u.a. zuständig für Forschung, Entwicklung fachlicher Standards und Verfahren, spezielle Weiterbildungsangebote

[7] Morbus specialis: Eine seit kurzem bekannte, fiktive Erkrankung, die nur an wenigen Kliniken weltweit erfolgreich behandelt wird. Aktueller Stand bester fachlicher Behandlung ist ein mikroinvasiver Eingriff mit anschließendem rehabilitativem Trainingsprogramm.

[8] PS = Patientenservice: EDV-System zur Betreuung stationär aufgenommener Patienten im IMS


Autor
Dipl.-Kfm. Christian Koch
Geschäftsführer der socialnet GmbH und selbständiger Unternehmensberater für Nonprofit-Organisationen
Homepage www.npoconsult.de
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Christian Koch: Morbus specialis. Vision einer Behandlung. Veröffentlicht am 15.09.2009 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/25.php, Datum des Zugriffs 26.07.2017.


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