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Die Einführung des Sozialgesetzbuchs II – Grundsicherung für Arbeitssuchende - und seine Bedeutung für Profession und Praxis der Sozialen Arbeit

Susanne Grußler

Veröffentlicht am 21.01.2016.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Diplomarbeit im Studiengang Soziale Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, eingereicht im April 2005
Betreuer: Prof. Dr. Werner Haisch
Note: 1,0.

Zusammenfassung

Die Reform Hartz IV hat grundlegende Auswirkungen für die Profession aber auch auf die Praxis Sozialer Arbeit. Aus diesem Grund muss die Soziale Arbeit Stellung beziehen  und einzelne Bereiche der Reform beobachten und analysieren. Diesem Zweck dient diese Arbeit, dazu berichte ich über Auswirkungen auf die ALG II-Empfänger, als potentielle Klienten der Sozialen Arbeit.

Der Grundsatz der Reform, das „Fördern und Fordern“, verlangt Aktivierung des einzelnen Arbeitslosen und beschuldigt diesen, für die Arbeitslosigkeit selbst Verantwortung zu tragen. Diese strategische Zuschreibung ist nicht gerechtfertigt und führt zur Stigmatisierung der Erwerbslosen. Die Politik blendet jedoch kumulative Problemlagen und existentielle Härtefälle, die durch Hartz IV entstehen, gänzlich aus. Für viele Betroffene bietet daher die Soziale Arbeit das letzte Auffangnetz. Nach meinem Standpunkt der Menschenrechtsprofession von STAUB-BERNASCONI ist es daher dringliche Aufgabe der Sozialen Arbeit, Problembereiche bei Hartz IV zu analysieren und zu thematisieren. Wohlfahrtsverbände nehmen diese Lobbyfunktion bereits ein, diese Stärkung der Erwerbslosen ist vor allem auch durch ein starkes Machtgefälle zulasten der Erwerbslosen im Fallmanagement von Nöten.

Ein effektives Fallmanagement, bedarf zur Zielerreichung ebenso der Fachlichkeit der Profession, diese bietet das nötige Handlungsinstrumentarium. Mangelnde Integration der sozialen Arbeit ins Fallmanagement käme einer Absprache an die Problemlösungskompetenz gleich, Soziale Arbeit könnte künftig bei der Ausführung der sozialen Hilfen lediglich reagieren statt zu agieren.
Das überwiegend regionale Angebot der Eingliederungshilfen befindet sich derzeit im Aufbauprozess. In dieser Ausgestaltungsphase bedürfen kollidierende Zielsetzungen der Sozialen Arbeit und der Arbeitsgemeinschaft der Kommune laufender Aushandlungsprozesse.
Fraglich ist, inwieweit es der Profession bei Hartz IV gelingen wird, ihr Selbstverständnis in dieser Phase zu behaupten und im Hinblick auf die Sicherung der eigenen Existenz die Ideale der Menschenrechtsprofession zu wahren?

Anlagen

  1. Diplomarbeit (pdf)

Autorin
Susanne Grußler
Dipl. Sozialpädagogin und Bankkauffrau
seit 2006 in der Schuldnerberatung tätig
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Zitiervorschlag
Susanne Grußler: Die Einführung des Sozialgesetzbuchs II – Grundsicherung für Arbeitssuchende - und seine Bedeutung für Profession und Praxis der Sozialen Arbeit. Veröffentlicht am 21.01.2016 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/27368.php, Datum des Zugriffs 27.10.2020.


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