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(Re-) Produktionen von Ungleichheit und Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel der internationalen Freiwilligendienste

Friedrich Keil

veröffentlicht am 13.05.2016

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Hochschule Darmstadt
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit
Erstreferentin: Prof. Dr. Susanne Spindler
Zweitreferentin: Prof. Dr. rer. soc. Angelika Groterath
Note: 1,3.

Zusammenfassung

Um der großen Nachfrage junger Erwachsener nach entwicklungspolitischen Auslandsaufenthalten zu Anfang des Jahrtausends gerecht zu werden, wurde 2007 schließlich der entwicklungspolitische, internationale Freiwilligendienst weltwärts durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet. Die Beliebtheit internationaler Freiwilligendienste (IFD) speist sich aus der „verstärkte[n] Mobilität junger Menschen und der damit einhergehenden Reiselust, die mit etwas Sinnvollem verbunden werden soll“ (Haas 2012, S. 1).

Junge Erwachsene sollen sich bei weltwärts durch die Zusammenarbeit und dem Austausch mit Menschen aus dem Globalen Süden weiterbilden und nach ihrer Rückkehr dem entwicklungspolitischen Bereich idealerweise erhalten bleiben. Weltwärts dient also auch der Nachwuchsförderung bezüglich der Entwicklungs-zusammenarbeit (EZ) und Entwicklungspolitik (EP). Vom Januar des Jahres 2008 an bis heute reisen Freiwillige, meist junge AbiturientInnen, im Rahmen von weltwärts, zunächst unter dem Motto „Lernen durch tatkräftiges Helfen“ (Haas 2012, S.20) in den Globalen Süden, um dieses in die Tat umzusetzen. Der aktuelle Schwerpunkt des Dienstes liegt auf dem Lernen durch die Begegnung und Zusammenarbeit mit den Menschen aus den sogenannten Partnerländern (vgl. weltwärts 2014a, S. 2).

Doch der IFD muss sich regelmäßiger Kritik, z.B. von Seiten der sog. postkolonialen Wissenschaften, stellen. So wird weltwärts beispielsweise dafür kritisiert, dass es sog. neokoloniale Tendenzen aufweist (vgl. Haas 2012, S. 87), was kurz gesagt bedeutet, dass Herrschaftsmuster und Ungleichheitsverhältnisse der Kolonialzeit zwischen Globalem Norden und Süden, die auf Rassismus beruhen, im Hier und Jetzt reproduziert werden. In der folgenden Ausarbeitung soll sich diesem Sachverhalt angenähert und analysiert werden, inwiefern weltwärts, als ein Beispiel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Rassismus und soziale Ungleichheit reproduziert.

Kapitel zwei widmet sich zunächst dem Themenfeld der IFD in Deutschland, vor allem weltwärts. Es erfolgt eine Zuordnung zur EZ. Kapitel drei setzt sich folglich mit einigen Theorien, besonders aus dem Feld der postkolonialen Theorie auseinander, die zur Untersuchung von weltwärts auf seine Ungleichheit und Rassismus (re-) produzierenden Potenziale hin hilfreich sein können (Kapitel 3). Danach folgt in Kapitel vier die Analyse, während in Kapitel fünf ein Fazit gezogen wird. Insgesamt erfolgt eine Orientierung an der Gliederung von Haas (2012) und Kontzi (2015).

Literatur

  • Haas, Benjamin (2012): Ambivalenz der Gegenseitigkeit. Reziprozitätsformen des weltwärts-Freiwilligendienstes im Spiegel der Postkolonialen Theorie. Hrsg. von Fisher, Jörn: Interdisziplinäre Studien zu Freiwilligendiensten. Band 2. 1. Auflage. Köln
  • Kontzi, Kristina (2015): Postkoloniale Perspektiven auf „weltwärts“. Ein Freiwilligendienst in weltbürgerlicher Absicht. hrsg. von Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI), Freiburg; Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Bonn; Sektion „Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik“ der deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW); GIGA German Institute of Global and Area Studies, Hamburg; Institut für Entwicklung & Frieden (INEF), Duisburg, Zentrum für  Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn: Die Reihe „Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik“. Band 15. 1. Auflage. Baden Baden
  • weltwärts (2014a): Geh weltwärts! Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst.
    [Flyer, Anm. d. Verf]. Online unter http://www.weltwaerts.de/de/publikationdetail.html?id=2; Download am 25.09.2015

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autor
Friedrich Keil
B.A. Soziale Arbeit
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Zitiervorschlag
Friedrich Keil: (Re-) Produktionen von Ungleichheit und Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel der internationalen Freiwilligendienste. Veröffentlicht am 13.05.2016 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/27586.php, Datum des Zugriffs 23.05.2022.


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