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Grundsätze für ein Controllingsystem

Christian Koch

Veröffentlicht am 24.08.2016.

Diese Grundsätze sollen als Controllingleitbild sicherstellen, dass alle Akteure bei der Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung des Controllingsystems des Trägers in die gleiche Richtung arbeiten. Ein Konsens über Grobziele und Rahmenbedingungen erleichtert eine effektiven Arbeit.

  1. Controlling umfasst alle Bereiche des Trägers. Das System betrifft alle Rechtsträger, Ehren- und Hauptamtliche, Verbandsarbeit und soziale Dienstleistungen, kleine und große Arbeitsfelder, Projekte und Einrichtungen.
  2. Controlling berücksichtigt politische, fachliche und wirtschaftliche Perspektiven. Das System dient der Zielbestimmung und effektiven Zielerreichung. Es zeigt Handlungsalternativen auf, unterstützt deren Bewertung und koppelt die Ergebnisse zurück. Dabei sind immer die drei oben genannten Perspektiven z.B. im Sinne der Balanced Scorecard integriert zu betrachten.
  3. Rechnungslegung und Controlling orientieren sich an handelsrechtlichen Grundsätzen. Das Controlling soll mit differenzierten Auswertungen einen jederzeitigen und den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gewähren. Die bei Gebietskörperschaften verbreitete kameralistische Betrachtung ist für einen Wohlfahrtsverband ungeeignet, da er seinen Finanzbedarf nicht im Rahmen der Steuerhoheit decken kann.
  4. Controlling ist eine interne Dienstleistung. Die Entscheidungsträger sind Kunden der internen Dienstleistung Controlling. Die Angebote richten sich nach dem Bedarf dieser Kunden. Sie umfassen Berichte, Auskünfte, Informationssysteme zur selbständigen Nutzung, Moderation, Beratung und Schulung. Die Vermittlung von Kompetenzen und Informationen erfolgt persönlich, elektronisch und schriftlich.
  5. Controlling soll auf effektive Weise Entscheidungen unterstützen. Controlling ist keine Selbstzweck. Es verursacht Kosten und muss diese durch bessere Entscheidungsgrundlagen rechtfertigen. Wirtschaftliches Controlling bedeutet, vorhandene Informationssysteme zu nutzen, neue Angebote nach Art und Tiefe an der Bedeutung der betroffenen Entscheidungen auszurichten und bestehende Angebote regelmäßig auf ihren Nutzen zu überprüfen.
  6. Controlling schafft Transparenz. Der Umgang mit fremdem Vermögen verpflichtet zu besonderer Sorgfalt. Fehlentscheidungen lassen sich hierbei nie vollständig vermeiden. Durch Controlling sollen sie möglichst selten vorkommen, früh erkannt werden und und durch die Verantwortlichen angemessen auf sie reagiert werden. Übergeordnete Instanzen – bis zur Mitgliederversammlung – sind im Rahmen vertrauensvoller Zusammenarbeit zur Aufsicht und Kontrolle über diese Steuerungsprozesse verpflichtet. Sie haben auf absehbare Fehlentwicklungen und unterbliebene Korrekturen zu reagieren.
  7. Controlling integriert Fach- und Praxiswissen. Ein optimales Controlling verbindet zentrale methodische und betriebswirtschaftliche (Richtlinien-)Kompetenz mit den fachlichen und wirtschaftlichen Kenntnissen der Entscheider vor Ort.
  8. Controlling ist Teil des Risikomanagements. Risikomanagement bedeutet, alle im Sinne des KonTraG bestandsgefährdenden sowie alle weiteren wesentlichen Risiken möglichst frühzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. Dazu wird das Controlling um ein Internes Kontrollsystem (IKS) und ein Frühwarnsystem ergänzt.

Autor
Dipl.-Kfm. Christian Koch
Geschäftsführer der socialnet GmbH und selbständiger Unternehmensberater für Nonprofit-Organisationen
Homepage www.npoconsult.de
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Zitiervorschlag
Christian Koch: Grundsätze für ein Controllingsystem. Veröffentlicht am 24.08.2016 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/27643.php, Datum des Zugriffs 26.07.2017.


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