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„… und erbt sich fort von Geschlecht zu Geschlecht“ – Neue Studien zur intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit

Hans-Peter Heekerens

Veröffentlicht am 31.07.2018.

Zusammenfassung
Der Beitrag stellt von den jüngsten nationalen und internationalen Analysen zur intergenerationalen Tradierung von sozialer Ungleichheit bzw. intergenerationaler sozialer Mobilität (die beiden Konzepte verhalten sich spiegelbildlich) solche zu drei thematischen Schwerpunkten vor: „Bildungstrichter“, „Gatsby-Kurve“ und „Genetisches oder soziales Erbgut?“ Dem voran gestellt sind einführende Darstellungen zum Konstrukt der intergenerationalen Tradierung sowie zu den Konzepten der primären und sekundären Herkunftseffekte. Der Beitrag schließt mit sich aus den vorgängigen Analysen zur intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit ergebenden Forderungen an Politik, Gesellschaft und die Soziale Arbeit.

Überblick

„Intergenerationale Tradierung“ – was ist das?

Es gibt keine „intergenerationale Tradierung“ – jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es Sonne und Regen gibt. „Intergenerationale Tradierung“ ist ein theoretisches Konstrukt, das auch unter anderen Namen daherkommt: „intergenerationale Transmission“ etwa oder „transgenerationale Tradierung“ sowie ähnlichen Begriffspaaren. Intergenerationale Tradierung ist den meisten Menschen unseres Kulturkreises zwar nicht der Bezeichnung, wohl aber der Sache nach seit Jugendzeiten bekannt. So auch mir. Im Konfirmationsunterricht einer kleinen evangelischen Gemeinde in Baden wurde gelehrt, dass man auf die Frage, wodurch die Sünde in die Welt gekommen sei, zu antworten habe: „Die Sünde ist in die Welt gekommen durch den Sündenfall der ersten Menschen und erbt sich fort von Geschlecht zu Geschlecht.“ Das ist auf wenige Worte gebracht die im westlichen Christentum mit Schwankungen zwischen den Konfessionen zu findende Erbsündenlehre. Andere Religionen kennen dieses theologische Konzept meines Wissens nicht, jedenfalls nicht das Judentum und der Islam. In der christlichen Theologie scheiden sich die Geister an der Frage, ob denn der Erbsünde eine Realität wie Sonne und Regen sei oder aber eine theologische Konzeption, die man nur im Zusammenhang mit der christlichen Erlösungslehre verstehen könne. Religiös und theologisch Interessierte können sich gerne in die Thematik – ein weites Feld! – vertiefen.

Hier hingegen gilt es der Frage nachzugehen, wie und wann die intergenerationale Tradierung auf dem Gebiet des Profanen (Weltlichen) an Bedeutung erlangte. Dies in aller Breite und Tiefe auszuführen, würde den Rahmen einleitender Bemerkungen sprengen. Ich belasse es bei der Anmerkung, dass die Entstehung und Ausbreitung eines weltlichen Konzeptes von intergenerationaler Tradierung eben dort auf der Welt geschah, wo das Christentum tiefe Spuren im Gedankengut hinterlassen hat(te); das kann ich nicht als Zufall ansehen. Mit Blick auf (West-)Deutschland ist zu sagen, dass die Idee der intergenerationalen Tradierung, ohne dass der Begriff fiel, ab den 1970ern an Bedeutung gewann in dem Maße, als sich die Familientherapie vor allem durch das Wirken Helm Stierlins (ausführliche Darstellung: Reitz, 2014; vgl. die Rezension) ausbreitete, die zunehmend mehr mit dem Instrumentarium der mehrere Generationen überspannenden gen(e)ographischen Analyse (s. etwa Kaiser, 1984) arbeitete.

Analysen dieser Art vermittelten Einsichten darein, welche „Erbstücke“ psycho-sozialer Art (Neigung zum Fremdgehen, Hang zur Pedanterie, Vorliebe für riskante Freizeitaktivitäten, nichteheliche Schwangerschaft etc.) der nachfolgenden Generation Bürde oder Geschenk war. Die familientherapeutische gen(e)ographische Analyse stand am Anfang einer qualitativen Forschung zur intergenerationalen Tradierung, wie wir sie heute in Einzelbeiträgen wie „Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen“ (Moré, 2013) oder in dem Sammelband „Intergenerationale Qualitative Forschung“ (Böker & Zölch, 2017) finden.

In der quantitativ verfahrenden empirischen Sozialforschung Deutschlands gewann das Thema „intergenerationale Tradierung“ erst in den 1980ern – und damit mindestens ein Jahrzehnt später als in den USA an Bedeutung (vgl. Heekerens, 1987a). Zu den damals betrachteten intergenerationalen Traditionsstücken gehörten, ohne dass dies stets so benannt worden wäre, Indikatoren sozialer Ungleichheit: „Scheidung“ (etwa Heekerens, 1987b) beispielsweise oder „Bildungsstand“ (etwa Heekerens, 1987c). Diejenige akademische Disziplin, die Fragen der intergenerationalen Tradierung am intensivsten nachging und bis heute nachgeht, ist diesseits wie jenseits des Atlantiks die Ökonomie. Die betrachtet verstärkt die intergenerationale Tradierung sozialer Ungleichheit, indem sie psychosoziale Erbstücke wie etwa „Sozialhilfebezug“ oder „Bildungsstand“ in den Blick nimmt. Mit dem zweiten Indikator beginnen wir die Betrachtung der intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit.

Primäre und sekundäre Herkunftseffekte

Der Bildungsverlauf eines Menschen wird beeinflusst von vielen Faktoren, die man grob Anlage oder Umwelt zuschlagen kann. Wir werden auf die Frage, welchen relativen Einfluss Anlage- bzw. Umweltfaktoren bei der intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit bzw. (anders formuliert) der sozialen Mobilität von einer Generation zur nächsten noch ausführlich im Abschnitt Genetisches oder soziales Erbgut? zu sprechen kommen. Hier werden zunächst einmal nur Umweltfaktoren betrachtet und zwar solche, die für das Bildungssystem Deutschlands von vorrangigem Interesse sind. Wo es keine (mit realistischem Aufwand erreichbaren) allgemeinbildenden Schulen gibt, wie das in vielen Armuts- und Krisengebieten (noch) heute der Fall ist, erübrigt sich die Frage, wer weshalb dorthin gehen dürfe, könne, müsse oder solle. Und wenn der Besuch guter (Hoch-)Schulen – wie etwa in den USA – viel Geld kostet, dann stellen sich Fragen, die auch hierzulande gestellt werden, anders und in verschiedener Weise. Die nachfolgenden Ausführungen machen erst einmal nur Sinn für Bildungssysteme wie dem deutschen und diesem ähnlichen.

In Deutschland wird seit bald einem halben Jahrhundert, verstärkt seit PISA 2000, darüber diskutiert, woher der für Staaten mit einem am Leistungsgedanken orientierten Bildungssystem erstaunlich starke Einfluss der familiären Herkunft auf Bildungschancen und -beteiligung rührt. Zur Erklärung wird auch hierzulande meist zurückgegriffen auf eine Unterscheidung, die der französische Soziologe Raymond Boudon (1973) in seinem Werk über Chancen(un)gleichheit und soziale Mobilität in Industriegesellschaften getroffen hat: die von primären vs. sekundären Herkunftseffekten (zu einem ersten Überblick s. Gwosć, 2015).

Die primären Herkunftseffekte beschreiben, grob gesagt, den Zusammenhang zwischen dem familiären Hintergrund von Schüler(inne)n und deren Schul- bzw. Studienerfolg. Sie werden seit rund zwei Jahrzehnten in nationalen und internationalen Schulleistungsstudien erforscht. Primäre Herkunftseffekte beziehen sich auf mit der sozialen Schicht variierende Leistungen im Bildungssystem. Kinder aus höheren Sozialschichten erlangen durch die kulturelle Ausstattung ihrer Familie, die Sozialisation und die gezielte Förderung von für Bildungseinrichtungen vorteilhaften Eigenschaften und Motivationen, bessere (Schul- und Studien-)Leistungen, die ihnen bei der Zulassung zu weiterführenden Bildungswegen bessere Chancen eröffnen.

Das Ausmaß, in dem Eltern den Bildungsverlauf ihrer Kinder beeinflussen können, ist in der Perspektive der primären Herkunftseffekte abhängig von den einer Familie zur Verfügung stehenden bildungsrelevanten Ressourcen. Diese können nach einer von Pierre Bourdieu (1983), einem anderen französischen Soziologen, getroffenen Unterscheidung in ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital differenziert werden. Als ökonomisches Kapital wird alles, was direkt in Geld umwandelbar ist, beschrieben. Beim kulturellen Kapital unterscheidet er das erworbene Wissen einer Person (inkorporiertes Kulturkapital), Besitztümer wie Bücher oder Musikinstrumente, die nur von Personen adäquat genutzt werden können, die über das notwendige inkorporierte Kulturkapital verfügen (objektiviertes Kulturkapital) sowie schulische und akademische Titel (institutionalisiertes Kulturkapital). Mit sozialem Kapital schließlich ist ungefähr das gemeint, was landläufig mit „die richtigen Beziehungen haben“ bezeichnet wird.

Die sekundären Herkunftseffekte stellen ab auf den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungswahlen, also den Entscheidungen einzelner Kinder bzw. deren Eltern an Schlüsselstellen oder Übergängen (Schwellen) der Bildungslaufbahn: Kindergarten ja oder nein (bzw. früher oder später) etwa, Gymnasium ja oder nein, (Bachelor-)Studium ja oder nein, Masterstudium ja oder nein. Die Boudonsche Konzeption der sekundären Herkunftseffekte hat auch in Deutschland die Forschung zu sozialer Ungleichheit entscheidend beeinflusst. Diese Forschung hat u.a. gezeigt, wie nachhaltig sekundäre Herkunftseffekte sind; genannt seien hier beispielhaft eine Studie zur sozial selektiven Aufnahme eines Studiums (Lörz & Schindler, 2011) sowie eine zur ebenfalls sozial selektiven Entscheidung für ein Masterstudium nach dem Bachelor (Ebert & Stammen, 2014).

Die sekundären Herkunftseffekte umfassen das Verhalten bei Bildungsentscheidungen, welches auf individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen beruht. Das heißt die Kosten (monetäre Kosten und Opportunitäts- oder Verzichtskosten) werden dem Nutzen (Berufschancen, Einkommen, Erhalt des elterlichen Status) gegenübergestellt und unter Berücksichtigung der eingeschätzten Erfolgswahrscheinlichkeit abgewogen. Die Entscheidungen zwischen verschiedenen Bildungswegen variieren mit der sozialen Herkunft aufgrund unterschiedlicher Bewertungen dieser einzelnen Posten. Familien mit geringer ökonomischer Ausstattung und einer höheren Distanz zu weiterführender Bildung neigen dazu, Bildungskosten zu überschätzen und Bildungserträge zu unterschätzen.

Der „Bildungstrichter“ im deutschen Hochschulbereich

Mit „Bildungstrichter“ bezeichnet man gemeinhin eine Graphik, mit der bestimmte Ergebnisse von (Sozial-)Erhebungen im Bildungsbereich anschaulich in Form eines Trichters dargestellt werden. Zur Illustration ein Beispiel aus der unten präsentierten Tabelle 1: Von 100 Grundschulkindern aus nicht akademischem Elternhaus fangen 21 ein Studium an und eine(r) wird promoviert. Meist wird bei „Bildungstrichter“-Analysen ein Vergleich vorgenommen zwischen mindestens zwei sozialen Herkunftsgruppen (wie in Tab. 1). Auch für andere Formen (Tabellen- oder Textform) der Darstellung von Ergebnissen einschlägiger (Sozial-)Erhebungen im Bildungsbereich wird der Begriff „Bildungstrichter“ verwendet.

„Bildungstrichter“-Analysen kalkulieren mit Unterschieden zwischen dem „Vorher“ und „Nachher“ an bestimmten Schwellen, die vom jeweiligen Bildungssystem vorgegeben sind. In nachstehender Tabelle 1 nicht betrachtet sind die verschiedenen (Bildungs-)Schwellen, die hierzulande zwischen Grundschulzeit und (möglichem) Studienbeginn liegen: die Übergänge „Primarstufe – Sekundarstufe I“ und „Sekundarstufe I – Sekundarstufe II“, „Erwerb der Studienberechtigung“ und „Studienaufnahme“. Die Betrachtung dieser vier Schwellen klärt, weshalb Akademikerkinder drei Mal so häufig wie Akademikerkinder ein Studium aufnehmen (können und wollen). Diese Bildungsabschnitte sind hinsichtlich primärer und sekundärer Herkunftseffekte schon recht gut untersucht, die nachfolgenden, die möglichem Erwerbseinkommen weitaus näher sind, eher wenig.

Tabelle 1: Sozialgruppenspezifische Bildungsbeteiligungsquoten im Hochschulbereich sowie in Klammern davor die jeweiligen Übergangsquoten, Deutschland heute (jeweils in Prozent)
kein Elternteil mit Hochschulabschluss (Nichtakademikerkinder) betrachtete Gruppe mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss (Akademikerkinder)
100 Grundschüler(innen) 100
(21) 21 Studienanfänger(innen) 2007 – 2009 (Mittelwert) (74) 74
(70) 15 Bachelorabsolvent(innen) 2012 (85) 63
(56) 8 Masterabsolvent(innen) 2014 (72) 45
(15) 1 Promotionsabsolvent(innen) 2014 (22) 10

(nach Angaben von Stifterverband, 2017, S. 12 Abb. 1; die dort gebotenen Daten beruhen auf repräsentativen Erhebungen; Lesehilfe: Von 21 Nichtakademikerkindern, die ein Studium beginnen, schließen 15, d.h. 70 Prozent der Studienanfänger(innen) mit einem Bachelor ab; bei den Akademikerkindern sind es aber 85 Prozent)

Die in Tabelle 1 gebotenen Daten konzentrieren sich, wie gesagt, ganz bewusst auf die Bildungsabschnitte ab möglichem Studienanfang. Eindrucksvoll demonstrieren sie zweierlei: 1. Der Bildungstrichter verjüngt sich weiterhin. 2. Die Verengung ist bei den Nichtakademikerkindern stärker als bei den Akademikerkindern. Das erste Ergebnis fällt erwartungsgemäß aus, das zweite nicht. Das zweite Resultat zerstört die gängige Vorstellung, Nichtakademikerkinder hätten, wenn sie denn erst einmal mit dem Studium anfangen (können und wollen), mit den Studienanfängern aus Akademikerfamilien gleichgezogen. Werch ein Illtum! Primäre und sekundäre Herkunftseffekte wirken auch im Studium – und selbst nach einem mit Promotion abgeschlossenen Universitätsstudium, wie der Eliten-Forscher Michael Hartman (2016) eindrucksvoll gezeigt hat.

Tabelle 1 zeigt übrigens nicht die ganze Wahrheit zur sozialen Selektion ab Studienbeginn. Soziale Ungleichheit reproduziert sich in einem bestimmten Maße durch den Unterschied von Bachelor- und Masterstudium bzw. -abschluss. Der ist in Tabelle 1 markiert, nicht aber ein anderer: der von (Fach-)Hochschule und Universität. Die Absolvent(inn)en der (Fach-)Hochschule erzielen – allen Festreden von „Gleichheit“ zum Trotz – im Mittel ein deutlich geringeres Einkommen. Nun finden sich Nichtakademikerkinder verstärkt an (Fach-)Hochschulen: Im Jahre 2016 stellen sie 48 Prozent aller Studierenden in Deutschland, aber nur 32 Prozent an Universitäten, 58 Prozent hingegen an (Fach-)Hochschulen (Middendorf u.a., 2018, S. 28, Bild 3.5). Nicht verwunderlich daher, dass Nichtakademikerkinder in manchen Studiengängen, die ausschließlich oder überwiegend an (Fach-)Hochschulen gelehrt werden, die Studierendenmehrheit stellen: etwa im Jahr 2016 mit 60 Prozent in der Sozialen Arbeit (Heekerens, 2018).

Der erhöhte Anteil von Nichtakademikern an den (Fach-)Hochschulstudierenden dürfte mehrere Gründe haben. Man kann an primäre und sekundäre Herkunftseffekte denken: Möglichweise war der NC eines gewünschten Universitätsfaches (etwa Psychologie) zu hoch oder ein (Fach-)Hochschulstudium war einem wie der sprichwörtliche Spatz in der Hand wertvoller als eine Taube auf dem Dach. Möglicherweise waren primäre und/oder sekundäre Herkunftseffekte (auch) schon vorher im Spiel und haben, womit wir bei einem dritten Grund wären, dazu geführt, dass gar keine allgemeine oder auch nur fachgebundene Hochschulreife erlangt wurde, sondern nur die Fachhochschulreife. Weil man (oder frau) nicht auf einem Gymnasium war, sondern auf einer beruflichen Schule. Von dort kommen 2016 gut 22 Prozent aller Studienanfänger(innen) aus nichtakademischem Elternhaus, aus akademischem hingegen nur knapp 9 Prozent (Kracke, Buck & Middendorf, 2018, S. 4, Abb.2)

Die in Tabelle 1 dargestellten Daten wurden nicht an ein und derselben Gruppe von Nichtakademikerkindern bzw. Akademikerkindern gewonnen; sie entstammen also nicht einer Panelstudie, sondern Surveys zu unterschiedlichen Zeitpunkten, die zu einer Trendanalyse zusammengesetzt wurden. Das schwächt nach aller Erfahrung mit vergleichbaren Analysen die Aussagekraft der in Tabelle 1 gebotenen längsschnittlichen Betrachtung etwas, aber nur wenig. Mit gebotener Vorsicht muss man die Daten in Tabelle 1 aber dennoch betrachten – weil sie ein wenig veraltet sind. In den letzten Jahren hat sich nämlich der Trend, ein Studium zu beginnen, noch einmal verstärkt – und dies besonders bei den Nichtakademikerkindern (dort ist viel mehr „Luft nach oben“) als bei den Akademikerkindern. Nach Berechnungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW; Kracke, Buck & Middendorf, 2018, S. 4, Abb.2) lag die Studienanfängerquote 2016 für Akademikerkinder bei 79 Prozent (2007-2009: 74 lt. Tab. 1) und für Nichtakademikerkinder bei 27 (2007-2009: 21 lt. Tab. 1).

Die in Tabelle 1 dargestellten Daten sind solche des Bildungsstandes. Diese werden in Deutschland, den USA und andernorts als Indikatoren für erzieltes (bei der Elterngeneration) oder zu erwartendes (bei der Kindergeneration) Einkommen aus beruflicher Tätigkeit und damit als Marker für den sozioökonomischen Status angesehen. Dass man das, weil es für diese Annahme zahllose Forschungsbefunde gibt, darf, ist in der quantitativ verfahrenden empirischen Forschung weitgehend Konsens. Man sollte sich aber einige Umstände vor Augen führen, die Zweifel daran wecken, dass „Bildungsstand“ wirklich ein valider (gültiger) Indikator des sozioökonomischen Status ist. Konzentrieren wir uns auf Deutschland. Hier ist die Aussagekraft von „akademischem Bildungsstand“ als Indikator des sozioökonomischen Status mehr als in anderen Ländern (der EU oder der OECD) eingeschränkt deshalb, weil wir eine sehr gute berufliche Ausbildung und deren Absolvent(inn)en gute Berufschancen und Verdienstmöglichkeiten haben. Ein Handwerksmeister erzielt hierzulande ein höheres Einkommen als ein Sozialarbeiter oder gar eine Grundschullehrerin. Und umgekehrt garantiert Akademisierung keineswegs ein höheres Einkommen, wie derzeit Frühpädagog(inn)en und Pflegkräfte mit einem (Fach-)Hochschul-Bachelor erfahren.

Die „Gatsby-Kurve“

Für den Januar 2012 plante Alan B. Krueger, damals Chef-Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama einen Vortrag über die Chancenungleichheit in den USA. Dabei wollte er Bezug nehmen auf ein Diagramm, das abbildet, wie stark die ökonomische Ungleichheit in einem bestimmten Staat korreliert mit der sozialen Mobilität im Zwei-Generationen-Vergleich. Das Diagramm hatte der kanadische Ökonomie-Professor Miles Corak (mit Kollegen) 2011 entworfen, der dem Schaubild eine übliche wissenschaftliche, sprich „langweilige“ Bezeichnung gegeben hatte. Alan B. Krueger, ein Homo politicus durch und durch, suchte nach einer plakativ-eingängigen Bezeichnung und fand sie dann mit „Great Gatsby Curve“ – in der Bezeichnung anspielend auf Francis Scott Fitzgeralds Romanfigur „Der große Gatsby“ von 1925 (die Dreharbeiten zur neuerlichen Verfilmung mit Leonardo DiCaprio als „Großer Gatsby“ hatten im September 2011 begonnen).

Miles Coraks Arbeit mit der „Gatsby-Kurve“ erschien zunächst (Corak, 2013a, 2013b) in US-amerikanischen Fachpublikationen für Ökonomie und wurde dann hierzulande als Diskussionspapier Nr. 9929 des Bonner „Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit“ (IZA), dessen Research Fellow er seit 2001 ist, veröffentlicht (Corak, 2016). Seither wird im deutschsprachigen Raum über die „Gatsby-Kurve“ auch außerhalb ökonomischer Fachkreise diskutiert. Populär ist sie hier seit Anfang Juli 2018; da wurde sie als sechste der „Kurven, die die Welt bewegen“, in der ZEIT-Serie, die ökonomische Theorien und Einsichten anhand von Grafiken verständlich zu machen sucht, vorgestellt. Sie ist hier in der Form, wie sie im IZA-Papier (Corak, 2016) publiziert wurde, in Abbildung 1 dargestellt; die Beschriftung stammt vom Autor.

Beschreibung des Bildes
Abbildung 1: Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit und intergenerativer Einkommenselastizität in verschiedenen Staaten (1980er - 1990er): Die „Gatsby-Kurve“ (Quelle: Corak, 2016, p. 12 Fig. 2)

Die waagrechte (x-)Achse von Abbildung 1 bildet den Gini-Koeffizienten für Einkommen ab. Der Gini-Koeffizient ist ein oft genutztes Maß zur Abschätzung ökonomischer Ungleichheit, die sich als Ungleichheit beim Einkommen, beim Vermögen oder einem Index aus beidem zeigen kann. Der Wert des Gini-Koeffizienten kann in verschiedenen Skalierungen angeben werden: 0–1, 0–100 (wie im vorliegenden Fall) oder 0–1000. Der Wert 0 markiert vollständige Gleichheit, der Wert 1, 100 oder 1000 radikale Ungleichheit. Die in Abbildung 1 genannten Gini-Koeffizienten für Einkommen beziehen sich auf das Jahr 1985.

Das liegt ungefähr in der Mitte der Jahre zwischen Geburt und den Dreißigern jener Männer, deren Einkommen sowie das ihrer Väter die Datengrundlage für die Werte auf der senkrechten (y-)Achse bilden. Dass nur Väter und Söhne betrachtet wurden hat den Grund, dass über die betrachteten Staaten hinweg, Männer weitaus häufiger ein regelmäßiges und andauerndes Erwerbseinkommen haben als Frauen. Die auf der senkrechten (y-)Achse dargestellten Werte sind solche der „intergenerativen (Erwerbs-)Einkommenselastizität“, die angibt, welcher Anteil des Einkommens eines Sohnes statistisch vorhergesagt werden kann aufgrund des Einkommens seines Vaters; die möglichen Werte reichen von 0 (kein Effekt) bis 1 (Totalaufklärung). Der in Abbildung 1 für Deutschland ausgewiesene Wert von ca. 0.32 oder 0.33 meint beispielhaft: In Deutschland „vererbt“ ein Vater rund 32 bzw. 33 Prozent seines Einkommensstatus an den Sohn (gleiche Werte bei Coban & Sauerhammer, 2017 und Institut der deutschen Wirtschaft, 2018a). Das Konstrukt „intergenerative soziale Mobilität“ ist gleichsam das Umkehr-Konzept von „intergenerativer sozialer oder Wohlstands-Elastizität“, von der „intergenerative Einkommenselastizität“ nur ein Teil(aspekt) ist.

Die Linie, die die Graphik von links unten nach rechts oben durchzieht, ist die Regressionslinie nach der Methode der kleinsten Quadrate. Bei dieser Berechnung wird zu einer Datenpunktwolke, wie sie in Abbildung 1 zu sehen ist, eine Linie gesucht, die möglichst nahe an den einzelnen Datenpunkten verläuft.

Die zentrale Aussage von Abbildung 1 ist: Je ungleicher (Erwerbs-)Einkommen verteilt ist, desto geringer fällt die intergenerative soziale Mobilität in Sachen (Erwerbs-)Einkommen aus. Man kann die Kernaussage aber auch so formulieren: Je geringer die intergenerative soziale Mobilität in Sachen (Erwerbs-)Einkommen ist, desto ungleicher fällt das (Erwerbs-)Einkommen aus. Alan B. Krueger wollte natürlich, dass nur die erste mögliche Interpretation als zentrale Botschaft der „Großen-Kurve“ ankommt. Und viele Ökonomen sowie die meisten Mitglieder der Sozialen Kultur folg(t)en ihm darin. Das können sie, aber sie müssen gute Gründe dafür aufführen, dass der in der „Gatsby Kurve“ dargestellte Zusammenhang (Korrelation) kausal und zwar im ersten oben genannten Sinne interpretiert werden darf.

Miles Corak hat dazu in seinen genannten Schriften gute Gründe vorgetragen, ebenso Alan B. Krueger (2015). Die zentrale Argumentation hat, kurz skizziert, zwei Elemente: 1. Der zentrale „Transmissionsriemen“ ist die berufsrelevante Qualifikation der Kinder. 2. In die investieren Eltern ungleich in dem Maße der ökonomischen Ungleichheit. In einem Land, in dem zu Zeit der Elterngeneration völlige ökonomische Gleichheit herrscht, der Gini-Koeffizient also bei 0 liegt, sind primäre und sekundäre Herkunftseffekte auf die berufsrelevante Qualifikation ohne nennenswerte Bedeutung.

Zwei Anmerkungen noch. Zum Ersten: Die Bezeichnung „Gatsby-Kurve“ hatte die beabsichtigte Öffentlichkeitswirkung. Sie ist aber falsch darin, dass sie von einer „Kurve“ spricht, der tatsächliche Graph aber eine Linie ist. Ferner benennt sie mit Jay Gatsby eben keinen Prototypen mit hoher „intergenerativer Einkommenselastizität“, sondern einen mit recht niedriger; Jay Gatsby ist ein Self-made Man. Ein „Rand Corporation“-Mitarbeiter hat daher (vgl. Bieber, 2018), in ironischer Anspielung auf Friedrich August von Hayeks anti-sowjetisches Werk „The road to serfdom“ (Chicago: University of Chicago Press, 1944) einen anderen Namen vorgeschlagen: Line to serfdom (Linie zur Knechtschaft).

Zum Zweiten muss man sich vor Augen halten, dass die in Abbildung 1 zu findenden Werte des Gini-Koeffizienten keineswegs solche der „ökonomischen Ungleichheit“ sind, wie das im genannten ZEIT-Artikel dargestellt wird. Es sind Werte des Gini-Koeffizienten lediglich für (Berufs-)Einkommen, nicht aber auch für Vermögen und Einkünfte aus Vermögen (Miet- und Pachtzinsen, Einkünfte aus Kapitalvermögen)! Und das ist ein Unterschied, der einen gewaltigen Unterschied macht: In Deutschland liegt der Gini-Koeffizient – ausgedrückt in der 0 bis 1- Skala, beim bedarfsgewichteten Nettoeinkommen 2015 bei 0,3 (wie in Abb. 1), beim Nettovermögen je Haushalt 2017 aber ca. bei 0,8 (Institut der deutschen Wirtschaft, 2018b).

Ein beträchtlicher Teil des Nettovermögens besteht aus Wohneigentum, und es macht in Deutschland zunehmend mehr einen Unterschied, ob man in eigener Wohnung leben kann oder zur Miete leben muss. In München macht so etwas für das nach Mietzahlung verfügbare bedarfsgewichtete Nettoeinkommen einen Unterschied zwischen einem Viertel und der Hälfte des bedarfsgewichteten Nettoeinkommens aus. Nicht überall im Lande ist schon „München“. Aber dennoch: Würde man statt der in Abbildung 1 dargestellten intergenerativen (Erwerbs-)Einkommenselastizität intergenerative Wohlstandselastizität betrachten, also Vermögen und daraus erzieltes Einkommen mit berücksichtigen, so würde sich der Wert von .32/.33 nahezu verdoppeln auf .6. Dass diese Schätzung höchst realistisch ist, zeigt das Ergebnis einer neuen Studie, die am Ende des nächsten Abschnitts vorgestellt werden wird.

Genetisches oder soziales Erbe?

In der Forschung zur intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit wurde die Frage nach der Art des „Transmissionsriemens“ – genetisch, sozial, beides? – lange Zeit nicht explizit thematisiert und empirisch analysiert. Vielmehr wurde – meist stillschweigend – davon ausgegangen, dass es bei intergenerationaler Tradierung Kräfte sowohl genetischer als auch sozialer Art sind. Das zeugt von pragmatischer Klugheit aus zumindest zwei Gründen. Der eine Grund ist: Wenn man sich die Anlage-Umwelt-Kontroverse auf dem Gebiet der Psychologie anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass jede Studie, die eine Frage klären wollte, mindestens zwei neue aufwarf. Das gilt ja, um nur relevante Faktoren für Bildungserfolg in den Blick zu nehmen, nicht für Intelligenz, einem Musterexemplar der Anlage-Umwelt-Kontroverse, sondern auch für Geduld, wo die neuere Forschung zeigt, dass Kontextvariablen wie Kultur und Sozialisation eine entscheidende Rolle zu deren Ausbildung spielen (vgl. Lamm u.a., 2017; Stangl, 2018; Sutter, 2014; Watts, Duncan & Quan, 2018).

Dass die Anlage-Umwelt-Kontroverse so leicht kein Ende findet und m.E. auch auf lange Sicht nicht finden kann, mag tröstlich sein für Forscher(innen), weil sie sicher sein dürfen, dass die „Forschungs-Desiderata“ so schnell nicht ausgehen. Es wäre aber lähmend für alle an der Erhöhung der sozialen Mobilität Interessierten, wollten sie bei der Anlage-Umwelt- Frage auf end-gültige Antworten warten. Die gehen davon aus, dass intergenerationale Tradierung in einem praktisch bedeutsamen Maße auch durch Umweltfaktoren bestimmt wird. Und davon, dass viele dieser Umweltfaktoren veränderbar sind. Diese doppelte Grundüberzeugung führt beispielsweise auf dem Gebiet der intergenerationalen Tradierung von Bildungsabschlüssen dazu, dass soziologische Konzepte wie jene der primären und sekundären Herkunftseffekte entwickelt und empirisch überprüft werden oder – und das verstärkt seit PISA 2000 - das Bildungssystem Deutschlands auf den Prüfstand gestellt wird.

An der Erhöhung der sozialen Mobilität können Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen interessiert sein: aus moralischen („soziale Gerechtigkeit“), politischen („bei zu viel sozialer Ungleichheit zerbricht die Gesellschaft“) oder ökonomischen („Erschließung brachliegenden Humankapitals“). Was auch immer ihre Beweggründe sind, es muss für sie alle (v)erschreckend gewesen sein, als 2014 das Buch „The son also rises“ (Clark, 2014; Kurzfassung: Clark & Cummins, 2014a, 2014b) des britischen Ökonomen Gregory Clark, derzeit Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Davis erschien. In der Frankfurter Allgemeinen fand sich kurz nach Erscheinen des Buches eine Rezension (Hank, 2014), die mit den Worten beginnt:

„Schlechte Nachrichten für die Freunde von Gerechtigkeit und Gleichheit: Wer die herrschende Klasse abschaffen und den Unterdrückten dieser Erde an die Macht verhelfen will, muss scheitern, mag er sich noch so anstrengen. Wer an Aufstiegschancen für jedermann glaubt, einerlei aus welcher Familie, Sippe oder Religion, ist ein Illusionär. Herkunft lässt sich nicht überspielen; was zählt, ist die Familie. Oben bleibt oben, und unten bleibt unten. Daran ändern weder deutsche Sozialpolitiker noch kommunistische Revolutionäre etwas.“

So kann man die Botschaft von „The son also rises“ zusammenfassen, sollte aber, wenn man diese Botschaft wirklich ernst meint, ihren Kern klarer zum Ausdruck bringen. Den Halbsatz „was zählt, ist die Familie“ muss man ändern in: „was zählt, ist das genetische Potential der Familie (und nicht ihr sozialisatorisches)“. Das ist die Pointe, auf die Gregory Clark hinaus will, und die das Herrenklassische seiner Anschauung auf den Begriff bringt. Mit dieser Denke hat er uns schon durch sein erstes Buch „A farewell to alms“ (Clark, 2007; frei übersetzt: „Ein Abgesang auf Almosen“) vertraut gemacht; dessen Kernbotschaft mit „Das Kapitalisten-Gen“ (Breuer, 2010; vgl. Steiner, 2009) bestens getroffen ist.

Die in „The son also rises“ veröffentlichte Untersuchung war angelegt als den Zeitraum 1858–2012 umfassende und fünf Generationen überspannende Panel-Studie mit über 20.000 Personen aus England und Wales, deren Reichtum zum jeweiligen Todeszeitpunkt erfasst wurde. Die ermittelte intergenerative Reichtumselastizität liegt bei .70 bis .75, und selbst über fünf Generationen hinweg findet sich noch eine signifikante Relation. Auf die intergenerative Reichtumselastizität haben die im Zeitraum 1858 – 2012 stattgefundenen tiefgreifenden sozialen und ökonomischen Veränderungen nur geringe Auswirkung. Es ist dieser letzte Befund, den man ernst nehmen darf für die These, die von Generation zu Generation weiter gegebene soziale Ungleichheit beruhe im Wesentlichen auf genetische Ausstattung. Hohe zeitliche Konstanz eines bestimmten Merkmals wird in den Humanties, den Wissenschaften mit Bezug auf Menschen (als Individuen oder Kollektive), bis zum Beweis des Gegenteils als Zeichen genetischer Fixierung angesehen.

Nicht als Argument für die These biologischer Vererbung darf man die Höhe der intergenerationalen Elastizität werten. Der o.g. Wert für intergenerative Reichtumselastizität liegt mit .70 bis .75 in der in Höhe der intergenerativen Einkommenselastizität des heutigen Peru (s.o. Abb. 1) – und die kann man sehr gut allein aus sozialen Gründen erklären. Hohe zeitliche Konstanz eines bestimmten Merkmals wird, wie gesagt, in den Humanties bis zum Beweis des Gegenteils als Zeichen genetischer Fixierung angesehen. Solche Gegenbeweise werden fortlaufend geführt, ja man könnte die Geschichte der Humanities schreiben als eine Geschichte der Enttarnung von Biologismen; hier nur zwei Beispiele.

Im ersten erfährt man, dass in einer Studie von Psycholog(inn)en der University of Wisconsin (Hansen u.a., 2013, 2015) per Kernspintomographie festgestellt wurde, dass bei dreijährigen Kindern die Graue Substanz am größten ist, wenn sie aus Familien mit hohem sozioökonomischen Status (SÖS) kommen, am zweitgrößten bei Kindern aus Familien mit mittlerem SÖS und am kleinsten bei Kindern mit Eltern des niedrigen SÖS. Man weiß, dass dieser schichtspezifische Größenunterschied der Grauen Substanz nach dem dritten Lebensjahr immer wieder nachzuweisen ist, die Größe der Grauen Substanz mit schulisch relevanten Fähig- und Fertigkeiten korreliert und schulische Leistungen sozialschichtabhängig sind. Jetzt könnte man 1+1 zusammenzählen und erklären, sozialschichtspezifischer Bildungserfolg sei genetisch bedingt – zumindest teilweise. Man sollte das nicht tun. Denn in der genannten Wisconsin-Studie wurde durch wiederholte Messung gezeigt, dass es im fünften Lebensmonat noch überhaupt keine schichtspezifischen Unterschiede in der Größe der Grauen Substanz gab; solche waren erst ab dem fünften Lebensmonat und ab dann in zunehmendem Maße nachweisbar.

Das zweite Beispiel betrifft „Geduld“ (ein theoretisches Konstrukt der Psychologie). Von der sprach Gregory Clark bereits in seinem ersten Buch und sie spielt eine bedeutsame Rolle in seinem Herrenklassekonzept. Ich stimme mit ihm vollkommen darin überein, dass Geduld eine bedeutsame Rolle sowohl bei Bildungs- als auch ökonomischem Erfolg spielt. In der Frage, ob und wie sehr Geduld genetisch fixiert sei, scheiden sich unsere Geister. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Mai 2010 (Breuer, 2010) hat er auf den Interviewer-Hinweis „Aber die bloße Möglichkeit, dass Gene eine Rolle spielen könnten, ist doch ein recht schwaches Argument“ geantwortet: „Ein Verhalten, das zweifellos genetisch beeinflusst ist, ist beispielsweise die Geduld.“ Ja mei, was an unserem Denken, Fühlen, Handeln und Verhalten ist denn nicht „genetisch beeinflusst“? Die einzig interessante Frage ist doch nicht das „ob“, sondern das „wie sehr“. Wissenschaftlich gesprochen: Wie viel Varianz klärt Vererbung im Falle „Geduld“ auf? Die Antwort auf Basis neuerer und neuer Forschungsbefunde (Literatur s.o.) kann nur lauten: ganz, ganz wenig und praktisch unbedeutend.

Man könnte die kritischen Anfragen an Gregory Clarks Herrenklasse-Theorie über die zwei vorgetragenen Hinaus fortführen. Denn solche Anfragen stellen lediglich eine indirekte Kritik dar, die die Anschauung, soziale Ungleichheit sei im Wesentlichen zurückzuführen auf unterschiedliche Gen-Ausstattung, zwar ins Wanken, nicht aber zum Einsturz bringen können, Dies kann nur eine direkte Kritik. Eine diese begründende Untersuchung müsste zeigen, dass die intergenerative Elastizität von „Wohlstand“ (welcher Indikator auch immer gewählt sei) über die Zeiten mit relevanten epochalen Veränderungen in signifikanter Weise schwankt. Eine solche Untersuchung wurde im Frühjahr 2018 publiziert: im Economic Journal (128, 576–611) unter dem Titel „The transmission of inequality across multiple generations: testing recent theories with evidence from Germany“ durch Sebastian Till Braun, seit Juni 2018 Lehrstuhlinhaber Empirical Economic History an der Universität Bayreuth und Jan Stuhler, Associate Professor an der Madrider Universidad Carlos III.

In dieser Studie wurde die sozioökonomische Situation, definiert durch beruflichen und Bildungsstatus, von gut 10.000 Familien im Deutschland des 19. bis 20. Jahrhunderts bis in die vierte Generation zurück untersucht. Von den Ergebnissen sind hier nur jene referiert, die für den Vergleich mit Gregory Clarks Untersuchungsresultaten von Bedeutung sind. Das sind drei: 1. Das Ausmaß der intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit ist größer als dies auf zwei Generationen beschränkte Analysen zeigen (so auch Gregory Clark). 2. Die intergenerative Wohlstandselastizität wird mit .6 niedriger angesetzt als bei Gregory Clark (mit .70 - .75). 3. Entgegen Gregory Clarks Befund ist die intergenerative Wohlstandselastizität keineswegs über die Zeit konstant; sie schwankt zwischen .5 und .7. Mit diesem letzten Resultat ist nach meiner Bewertung der genetisch begründeten Herrenklasse-Konzeption Gregory Clarks die einzige Stütze weg geschlagen.

Was tun?

Die Ergebnisse der Braun-Stuhler-Studie vermitteln zwei zentrale Nachrichten: eine schlechte und eine gute. Die schlechte zuerst: Die Tradierung sozialer Ungleichheit ist größer als dies sich im üblichen Zwei-Generationen-Vergleich von Berufs- und/oder Bildungsstatus zeigt (und wäre nach meiner Einschätzung, würde man Vermögen in die Betrachtung mit einbeziehen). Schlecht ist die Nachricht natürlich nur für jene Menschen, die an der Erhöhung der sozialen Mobilität interessiert sind, welcher Art auch immer ihre Gründe sein mögen: moralischer („soziale Gerechtigkeit“), politischer („bei zu viel sozialer Ungleichheit zerbricht die Gesellschaft“) oder ökonomischer („Erschließung brachliegenden Humankapitals“).

Die gute Nachricht: Wir dürfen weiterhin davon ausgehen, dass die intergenerationale Tradierung von sozialer Ungleichheit nicht genfixiert (früher hieß das „gottgewollt“) ist, sondern sich auch – genetische Einflüsse sind damit nicht ignoriert – sozialen Einflüssen verdankt. Damit erweist sich die Tradierung sozialer Ungleichheit, ohne dass diese Idee als illusionäres Hirngespinst diffamiert werden könnte, als prinzipiell beeinflussbar durch soziale Interventionen. „Soziale Interventionen“ steht hier für ein Spektrum ganz unterschiedlicher Maßnahmen verschiedener Akteurinnen und Akteure: von Bildungspolitik bis zur psychosoziale Beratung.

Konzentrieren wir uns hier auf Bildungspolitik. Der Bonner Ökonomie-Professor Armin Falk, Leiter des 2016 gegründeten Institute on Behavior & Inequality (briq) in Bonn, hat ziemlich rasch nach Veröffentlichung des Hochschul-Bildungs-Berichts 2017/18 (Stifterverband, 2017) von 2017 in der ZEIT einen öffentlichen Appell an die deutsche Sozialdemokratie gerichtet („Ein Rat an die Genossen“; Falk, 2018), der darlegt, was eine gute Bildungspolitik bedeuten könnte:

„Das traditionelle sozialdemokratische Programm besteht aus einer Art sozialer Reparaturwerkstatt: Umverteilen, Weiterbilden, Sozialhilfe. Es ist die zum Teil hilflose, aber finanziell auch ausgereizte Verengung auf die Bekämpfung der Ungleichheit, wenn diese bereits eingetreten ist. Es ist eine Politik im Nachhinein.

Was wir brauchen und worin eine programmatische Erneuerung der Sozialdemokratie bestehen könnte, ist eine vorausschauende Politik, also die hemmungs- und bedingungslose, kraftvolle Verbesserung von Startchancen. Statt sich an den Schröderschen Reformen abzuarbeiten (die im Prinzip richtig waren), mit der Linken in einen Umverteilungsüberbietungswettbewerb zu treten oder in den elenden, rechten Sündenbock-Ausländer-sind-schuld-Gesang einzustimmen, sollte eine neue Politik vertreten werden: eine Befähigungspolitik, die beides ist, wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht.

Hierzu zählen massive Investitionen in frühkindliche Förderprogramme, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, Hilfsangebote für (werdende) Eltern, bessere Ausstattungen in Schulen und Bildungseinrichtungen, Programme, die Kindern helfen, mit Aggression und Selbstkontrollproblemen fertigzuwerden, die ihre Erwartungen für die eigene Zukunft von der sozialen Herkunft lösen und ihnen die Möglichkeit eines erfolgreichen Lebens aufzeigen.“

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Autor
Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Heekerens
Hochschullehrer i.R. für Sozialarbeit/Sozialpädagogik und Pädagogik an der Hochschule München
Homepage de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Heekerens
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Zitiervorschlag
Hans-Peter Heekerens: „… und erbt sich fort von Geschlecht zu Geschlecht“ – Neue Studien zur intergenerationalen Tradierung sozialer Ungleichheit. Veröffentlicht am 31.07.2018 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/28167.php, Datum des Zugriffs 17.08.2018.


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