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Materialien zum Stichwort „Kunsttherapie“

Detaillierung der kunsttherapeutischen Berufsfelder sowie entsprechende Literaturhinweise

Karl-Heinz Menzen

Veröffentlicht am 30.08.2019.

Überblick

  1. Allgemeine Psychiatrische Kliniken
  2. Forensisch-Psychiatrische Kliniken
  3. Gerontopsychiatrische und Neurogeriatrische Kliniken
  4. Soziale oder medizinische Beratungseinrichtungen und Sozialpsychiatrische Dienste
  5. Kliniken für Psychotherapeutische Medizin
  6. Kliniken für die Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters
  7. Psychosomatische Kliniken
  8. Kliniken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  9. Spezielle Sucht-Kliniken
  10. Kliniken für Orthopädie, speziell der Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane
  11. Kliniken für Orthopädie, speziell für Rheuma und/oder immunologisch erkrankte Menschen
  12. Rehabilitationskliniken für chronische Erkrankungen besonders im Kindes- und Jugendalter
  13. Rehabilitation in der pädiatrischen Onkologie
  14. Mutter-/Eltern-Kind-Kurkliniken und Familienrehabilitation
  15. Einrichtungen/Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  16. Neurologische Kliniken
  17. Rehabilitationsfeld Klinik für Augenheilkunde
  18. Rehabilitationsfeld Hals-Nasen-Ohren-Klinik, speziell Audiologie
  19. Rehabilitationsklinik für Hauterkrankungen
  20. Literaturhinweise

Allgemeine Psychiatrische Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: Wir begegnen in diesen Kliniken teilweise schwer erkrankten Menschen mit sog. Schizophrenie, mit schizoaffektiven, zuweilen auch wahnhaften Störungen, zuweilen mit nur kurzen psychotischen Erlebnisphasen, oft auch mit substanzinduzierter Störung infolge von Drogeneinnahme. Die Diagnosen, wie sie hier aufgeführt werden, lauten i.d.R. endogene, also körperorganisch verursachte Psychosen, Schizophrenie, Borderlinestörungen, manisch-depressive Störungen, psychoaffektive, Angst- und umfassende Persönlichkeitsstörungen. Sie sind – wenn auch in den Katalogen des ICD-Systems (International Classification of Diseases) oder des DSM-Regelwerks (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Diseases) immer wieder neu aufgelegt – in der Regel aufgrund der Voruntersuchungen, die u.U. auch schon neurobiologische und -genetische Gesichtspunkte einbeziehen, deskriptiver Natur, d.h. sie sind zunächst eine Art von Typisierungskatalogen (Andersch 2014), die in Lehrbüchern die Phänomene der Erkrankungen so bezeichnen, dass eben diese in ihren Bedeutungen, eben in dem, was uns Patienten signalisieren wollen, eher umschreibend und nicht immer einfach zu dekodieren sind. Eines ist den aufgeführten Krankheitsphänomenen aber gemein: die sozialen Interaktionen sind zusammengebrochen, weil die Signale, die Zeichen aus der jeweiligen Umwelt so unstrukturiert-überflutend erlebt werden,

  1. dass sie angesichts von psychosozialer Übererregung, z.B. von Psychotraumata, nicht ohne weiteres dekodiert, d.h. entschlüsselt werden können;
  2. dass sie angesichts von genetisch-bedingten Proteinstörungen (die Proteine Shank, Neurexin, Neuroligin, DISC1 betreffend) die übererregenden Signale/Protein-Informationen nicht mehr frequenz-verständigend vermitteln können und das Klinikpersonal bis an die Grenze seiner Kapazität herausfordern.

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Ein Hinweis des Neuropsychiaters vermag die Funktion und Aufgabe der KT zu umschreiben: „Hilfreich für das wirkliche Verständnis der komplizierten Kommunikationsstörungen, die psychischen Erkrankung zugrunde liegen, wäre ein Tätigkeits- und gestaltorientiertes Modell, das“ muster- und symbolorientiert, wie Andersch ausführt, „an Zeichenprozesse, an Bedeutung vermittelnde Symbole gekoppelt ist“ (Andersch 2014). Hilfreich, so wäre dieses Statement zu lesen, wäre es, von den Zeichen des Symptoms ausgehend, sich auf die Spuren der Vergangenheit der/des PatientIn zu begeben, ihre/seine Herkunft, ihre/seinen Kontext, ihre/seine Beziehungen in einer quasi ethnografischen, erzählerischen Form wieder aufleben zu lassen, – ohne aber, und daran scheitert zuweilen der Vorschlag, deren/dessen psychische Belastung zu reaktualisieren. Das dürfte da umso schwerer sein, als viele der in der Psychiatrie anzutreffenden PatientInnen zwar genetisch vorbelastet, aber gerade aus diesem Grund die aktuellen psychischen Belastungen wie zum Beispiel schwere Psychotraumata nicht verarbeiten können. Also ist an dieser Stelle vielleicht das Wort des Psychoanalytikers Jacques Lacan angebracht, der von einem ‚Kreisen um die leere Spur‘ spricht, davon, dass wir als Therapeuten die angesprochene äußerst schwerwiegende Belastung nicht direkt angehen dürfen und beachten sollten, „dass der Kranke die vieldeutige Virtualität des Dialogs eingebüßt“ hat (Foucault 1969, S. 42 f.), dass er zwar schematisch seine Umwelt erfasst, aber nicht mehr über jenes Bedeutungsspektrum verfügt, das ihm eine Orientierung in dieser Welt ermöglicht. Also muss die KunsttherapeutIn darauf achten, die Bedeutungen der/des PatientIn aufzugreifen, verlorene Strukturen und Hinsichten auf die Welt wiederherzustellen, vorsichtig, was hier bedeutet: nicht fantasievoll und frei flottierend, sondern realitätsangemessen ihre/seine Malerei, ihre/seine Zeichnungen, ihre/seine Performances anzuleiten, sodass sie/er ihre/seine Umwelt nicht mehr abwehrend, d.h. nicht mehr bloß schematisierend, aber auch ohne kontextual-belastende Bedeutungen erfasst, sondern diese wieder realitätsgerecht wahrzunehmen in der Lage ist. Das Ziel der KT ist ggfs. eine strukturierende Wahrnehmung (vgl. methodisch: Menzen 2017b, S. 114; Hartwich 2010, S. 195–210).

Forensisch-Psychiatrische Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: Die „Forensische Psychiatrie ist die Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Strafvollzug: Denn neben der psychiatrischen Behandlung hat sie zugleich die Aufgabe der Sicherung von Menschen, die auf Grund einer psychischen Erkrankung Straftaten begangen haben, und bei denen Erkrankung und daraus resultierende Gefährlichkeit fortbestehen“ (Schmidt-Quernheim und Hax-Schoppenhorst 2008). In der forensischen Psychiatrie, auch Forensik oder Maßnahmen-/Maßregelvollzug genannt, werden delinquent gewordene Menschen mit unterschiedlichsten psychiatrischen Krankheitsbildern sicherheitsverwahrt und behandelt. Eine große Rolle spielen hierbei Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F2 ICD-10), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F6 ICD-10) und Intelligenzminderung (F7 ICD-10). Bei einem hohen Prozentsatz der PatientInnen besteht zusätzlich eine Drogen- und Alkoholproblematik. Das Klientel, welches sich häufig aus verschiedensten Kulturen zusammensetzt, was eine zusätzliche Herausforderung aufgrund der innerinstitutionellen Prozesse darstellt, kommt vorwiegend aus den unteren sozialen Schichten. Viele von ihnen haben Teile ihrer Kindheit und Jugend in Heimen verbracht. Ein Großteil der PatientInnen war vor der Maßnahme bereits mehrmals in Haft oder psychiatrischen Einrichtungen (Schmidt-Quernheim und Hax-Schoppenhorst, S. 68, 70, 75), wurden in ihrer eigenen Biografie selber Opfer von Gewalt und/oder Vernachlässigung und entwickelten in der Vergangenheit komplexe Traumatisierungen und Persönlichkeitsveränderungen (von Spreti et al. 2018, S. 189). Die Delinquenzbereiche der hier untergebrachten PatientInnen umfassen sowohl Tötungs-, Körperverletzungs- und Sexualdelikte, als auch Nötigung, Sachbeschädigung, Brandstiftung, Raub, Diebstahl, Verkehrsdelikte und mehr.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Im Rahmen der Therapie- und Behandlungs-pläne spielt die Beziehungsgestaltung eine besondere Rolle und Problemstellung. „Die Entwicklung der Beziehungsfähigkeit ist eine schwierige und oft langwierige Aufgabe, da viele straffällige Menschen in ihrem bisherigen Leben in dieser Hinsicht zum Teil schwerste Enttäuschungen und Verletzungen sowie eine große Zahl von Beziehungsabbrüchen erlebt haben. Es ist jedoch eben dieser Bereich, in dem wir in erster Linie ansetzen und Veränderungen bewirken können, da der Kern jeder Begleitung und Therapie die Beziehung zwischen Klient und Betreuenden ist“ (Rauchfleisch 2013, S. 9). Als essentiell in der Behandlung dieser Menschen zeigt sich die Wichtigkeit, soziale und psychische Probleme gleichermaßen zu berücksichtigen und im Auge zu behalten, da diese sehr stark aufeinander einwirken. Rauchfleisch (2013, S. 124) bezeichnet dies als bifokales Behandlungskonzept. Kunsttherapie mit psychisch kranken StraftäterInnen: „Spontane Zeichnungen und Bilder von Patienten erweisen sich als diagnostisch aufschlussreich, sie vermitteln einen Weg in die Gefühls- und Erlebenswelt des Patienten; sie sind unmittelbarer Ausdruck lebenswichtiger Momente und stellen ein bleibendes Zeugnis dar. Während der Kunsttherapeut als Begleiter im schöpferischen Entwicklungsprozess wirkt, wird das entstehende Werk als »therapeutischer Partner« verstanden, der wichtige und hilfreiche Mitteilungen über nicht bewusste Zusammenhänge macht“ (Schmidt-Quernheim und Hax-Schoppenhorst 2008, S. 161). Es betrifft, wie erwähnt, eine hohe Anzahl psychotischer Menschen. Die verbale, reflexive Auseinandersetzung mit dem Werk zeigt sich dabei meist als größere Herausforderung, wird nach und nach aber immer mehr möglich. „Die Aufgabe des Kunsttherapeuten besteht unter anderem darin, dem Patienten die Konzentration auf sein inneres Erleben und den inneren Dialog mit dem Werk zu erleichtern“ (Heimes 2010, S. 38; Völlmecke 2012).

Gerontopsychiatrische und Neurogeriatrische Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: In den geriatrischen und gerontopsychiatrischen Kliniken finden wir hauptsächlich Menschen mit neurologisch-progredienten oder nicht-progredienten Erkrankungen, mit Schlaganfällen unterschiedlichster Form, mit Schädel-Hirn-Traumata (i.d.R. nach Unfällen), mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Pick’sche Krankheit (überproportionale Ansammlung von Eiweiß im Vorderhirn), Alzheimer Erkrankung (progredienter Ausfall von Hirnarealen) oder Parkinson-Erkrankung (Irregulation der Dopamin-Ausschüttung), aber auch mit geriatrischen Funktionsstörungen, insbesondere mit Blasen- und Darmstörungen, auch mit arteriellen Verschlusskrankheiten, degenerativen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, u.a.m. (Menzen 2008).

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Kunst- als Gestaltungstherapie von zunehmend behinderten, dementiell bedrohten Menschen erweist sich zuweilen als eine Suche nach dem richtigen Zugang zu diesen Menschen. Wenn der Betroffene aphasisch ist, wird er meine Aufforderung, dies oder jenes zu machen, mitunter gar nicht verstehen; selbst wenn er sie versteht, wird er diese vielleicht in ihrem Zusammenhang nicht verstehen können. Wenn er agnostisch ist, werden sich ihm die Bedeutungen der Worte oder aber der ihm vorgelegten Bilder nicht erschließen können. Ist er apraktisch oder ataktisch, kann er den Zusammenhang oder die Details der Wort- oder Bildanweisungen im Hinblick auf sein Handeln mental nicht aufrufen. Das Ziel der Hilfestellung ist es, die gestörte Formerkennung, den nicht erkannten Gestalt-Zusammenhang in seinen jeweiligen Bezügen von Details, in seinen elementaren Verweisungen, in seinen sinneshaft-mentalen Zusammenhängen wieder zugänglich zu machen. Dies gelingt nach langen Erfahrungen mit den Betroffenen in der Regel durch eine zeichnerische/malerische Formvorgabe (Menzen 2019, Kap. 6.2.2.2). Wenn wir nach einem Prozess des Bild-Kopierens (beispielsweise eines Miro oder Kandinsky) einen genaueren Blick auf die Ergebnisse werfen, bemerken wir, dass die einen eher linear-schematisch, die anderen eher raumaufteilend, die PatientInnen insgesamt stark an der Farbe der Vorlage orientiert, also je nach Entwicklungsstand recht unterschiedlich formal-ästhetisch an die Aufgabe herangehen. Gemessen an der Absicht der/des KunsttherapeutIn – es sollte zunächst nicht mehr sein als eine Art interessierten Hinschauens, Abmalens, eine Art des Wahrnehmungstrainings, das sie/er den meisten Demenzkranken in Bezug auf ihre Alltagsbewältigung und im Wissen um den Verfall so mancher ihrer Hirnareale wünscht –, fallen die Ergebnisse recht unterschiedlich aus. Das entspricht in deren Unterschiedlichkeit durchweg dem Stand der dementiellen Erkrankung, bei der zunehmend mehr Gehirnareale ausgefallen sind. Die/der KunsttherapeutIn hat also eine Gruppen-Projekt-Arbeit zu leisten, in der die individuelle Förderung nicht aus den Augen geraten darf, bei der das Wahrnehmungstraining des Hinschauen, Erkennens, des Identifizierens (Farbe, Form, Gegenstand) in seiner Ausrichtung zu beachten ist (Menzen 2017a, Kap. 2.2.2.3; ders. 2017b, Kap. 4.5.3; ders. 2019, Kap. 6).

Soziale oder medizinische Beratungseinrichtungen und Sozialpsychiatrische Dienste

Spezifität der Beeinträchtigung: Seit Juli 1994 (folgend: 01.07.02009) gilt eine nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ zustande gekommene „Vereinbarung über besondere Maßnahmen zur Verbesserung der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Ersatzkassenbereich“. Die sog. Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV) sieht den Einsatz von sog. „komplementären Berufen“ (SPV § 3 Abs. 3; § 43a SGB V) wie z.B. den der ErgotherapeutInnen vor, erwähnt zwar nicht explizit die Kunst- und GestaltungstherapeutInnen, welche aber in der Praxis diesen komplementären Berufen zugerechnet werden. Die Vereinbarung listet insbesondere auf: „ein Heilpädagoge und ein Sozialarbeiter bzw. eine entsprechende Zahl von Mitarbeitern mit jeweils vergleichbaren Qualifikationen wie Fachschul-, Fachhochschul- oder Hochschulabschluss mit kinder- und jugendpsychiatrischer bzw. therapeutischer Zusatzqualifikation“ (SPV § 3 Abs. 2).

Sozialpsychiatrische Dienste haben die Aufgabe, nicht nur in akuten Konfliktfällen zu beraten d.h. angesichts von suizidalen Wünschen lebensbegleitend zu sein, sie haben sich seit ca. 20 Jahren in den komplementären, die psychiatrische Begleitung ergänzenden Behandlungsangeboten bestens bewährt.

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Die KT hat die Aufgabe, ergänzend zu den nicht nur beratenden sondern auch medikamentösen Heilhilfsmitteln, bildnerisch auf den sozialen Kontakt, der in den meisten Fällen in schwerer psychischer Not abgebrochen oder gefährdet ist, hin zu arbeiten. Um die Versorgung der Kinder, Jugendlichen und Familien sicherzustellen – so eine der Leitlinien dieses Angebots –, ist die KT nicht unbedingt auf das gesamte Repertoire, das sie mit sich führt, angewiesen; an 1. Stelle steht die Aufnahme und Festigung der sozialen, i.d.R. familialen Beziehung. Diese ergibt sich daraus, dass – wie Carl Gustav Jung gesagt hat – der KT/Innen sich in die Beziehungsnot, in den Konflikt des/der PatientIn versetzt, ohne den Boden der therapeutischen Distanz zu verlieren. Die medialen, bildnerischen Angebote sind hierbei, wie die Praxis und die Anstellungsangebote zeigen, außerordentlich hilfreich (Rotter 1994).

Kliniken für Psychotherapeutische Medizin

Spezifität der Beeinträchtigung: Vordergründig geht es um PatientInnen mit spezifisch psychischen Symptomen wie Ängsten, Zwängen, Süchten, Depressionen, chronischen Funktionsstörungen. Und ihnen sind zugedacht Maßnahmen, die nach dem Gutachten des Landes Baden-Württemberg (1998) in einem psychosomatisch-psychotherapeutischen Krankenhaus oder den entsprechenden Abteilungen für Psychotherapeutische Medizin vorgenommen werden. Die Abgrenzung von psychosomatisch und psychotherapeutisch orientierter Medizin ist nicht immer trennscharf. Wenn es in der Diktion von Thure von Uexküll in der Psychosomatik mit Vorrang darum geht, die erstarrten Muster des Alltags aufzulösen, die Signale und Zeichen um uns herum, d.h. die Sicht und Bezeichnung der Dinge zu hinterfragen; auf diese Weise konfliktbeladene Konstellationen der PatientInnen neu zu sichten und ihnen zu ermöglichen, ihren/seine Eltern, ihren/seinen EhepartnerInnen oder ihre/seine Schwiegereltern beispielsweise neu zu erleben, – dann tun die KT/Innen das, was Uexküll fordert: die Fixierungen, die Zuordnung von Zeichen, die symbolischen Konnotationen aufzulösen und neu auszurichten (Menzen 2018, Kap. 4.5).

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Was könnte geeigneter sein, also jenseits der mit bestimmten Bezeichnungen belegten, bedeutungsfixierten Sachverhalte, im klinisch-therapeutischen Zusammenhang, d.h. in einer Gruppe von PatientInnen diese Sachverhalte neu zu erleben, – mit malerischen, plastischen, performancehaften, theatralischen Mitteln so auszudrücken, dass ich neue Aspekte an ihnen entdecke; an meinen Eltern, Müttern und Vätern, Ehemann und -frau, Kindern und Nachbarn. Die Grundannahme lautet: Ein starrer, unflexibler, fixierender Blick führt zuweilen zu „fixen Ideen“, wie schon die Psychiatrie des 19. Jahrhunderts feststellte (Pierre Janet). Also hat die/der KunsttherapeutIn die Aufgabe, die generelle Kompetenz eines Bildes, mehrdeutig sein zu können, so zu nutzen, so aufs Papier, so in Szene zu setzen, dass die/der PatientIn aus ihren/seinen neurotisch-starren Haltungen erlöst werde, dass sie/er diese modifiziere und hiermit „bedeutungsoffene Gedankenräume“ ermögliche – in der Hoffnung, auch ihre/seine Verhaltensweisen von ihren Fixierungen zu befreien: „Zeichen (haben) ihre Bedeutungen nicht aus sich selbst […], sondern aus den Beziehungen, in denen sie stehen“ (Poppenberg 2019, S. 40). Bild-Zeichen wollen gelesen und zunächst nach Maßgabe ihrer möglichen, schließlich im Sinne der/des PatientIn zutreffenden Bedeutung ausgedrückt sein.

Kliniken für die Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters

Spezifität der Beeinträchtigung: Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie KJP behandelt Störungen von Heranwachsenden bis zu deren 21. Lebensjahr. Was früher die PsychagogInnen waren, eine Berufsgruppe von ÄrztInnen, PsychologInnen, PädagogInnen mit psychoanalytischer Lehranalyse, kann nunmehr nach entsprechender Ausbildung, d.h. einer analytischen, tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Aus- oder Weiterbildung an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen. In Zukunft ist die Ausbildung an die Hochschulen delegiert. In den Behandlungsprozess ist wo immer möglich das soziale Umfeld (Eltern, Geschwister, Kindergarten, Schule, etc.) berücksichtigt und gegebenenfalls in den therapeutischen Prozess mit einbezogen. Schwerwiegende Störungen des Kindes- und Jugendalters wie Selbstverletzungen, Schulverweigerung, destruktiv-aggressives Verhalten, Sozialverhaltensstörungen oder Suchtverhalten, aber auch solche wie Zwangsstörungen, Essstörungen (Magersucht, Bulimie), oft in Folge schwerer psychischer, psychotraumatischer Beeinträchtigungen, Depressionen (auch endogene, manisch-depressive Störungen, Suizidalitätswünsche), anderweitige Psychosen (Schizophrenie), aber auch schizoide, dissoziative Störungen (Konversionsstörungen), – diese insgesamt schweren Beeinträchtigungen gehören zum alltäglichen Bild, dem die/der KunsttherapeutIn begegnet.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Es ist eine psychisch schwer belastende Arbeit, die bildnerische TherapeutInnen in diesem Berufsfeld zuweilen leisten. Erfordert dieses doch, wie C.G. Jung gesagt hat, sich in das Leiden der PatientInnen hineinziehen zu lassen; die eigenen Krankheitsanteile nicht nur zu kennen (psychoanalytische Selbsterfahrung), sondern auch im jeweiligen Fall auf der Folie der therapeutischen Beziehung so zu reaktualisieren (Übertragung-Gegenübertragung), dass das wieder aufgerufene Wissen im Therapieprozess dienlich ist, aber die therapeutische Distanz erhalten bleibt. Kenntnisse der neurologischen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter sind gefordert (Stichw.: Abschaltung von vielen Hirnzell-Arealen; „neural pruning“ – so dass PatientInnen kurz vor dem 20. Lebensjahr besonders häufig in den sowohl allgemeinen wie speziellen Psychiatrien anzutreffen sind). Auch sollten die jugendlichen Kompensationsmechanismen so vertraut sein (Suchtmittel, Videospiele, Musiktendenzen, Mediengebrauch), dass sie nicht pauschal abgelehnt werden, – so dass der/die künstlerische TherapeutIn in der Lage ist, sich in die/den jugendlichen PatientIn hineinzuversetzen.

Psychosomatische Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: In den klinischen Einrichtungen für onkologische, gastrointestinale, gynäkologische, herz-kreislauf-belastende, Ess-, Atemwegs- und Stresserkrankungen, zunehmend auch für selbstdestruktive und/oder suizidale wie sonstige psychovegetative Störungen, – in diesen oft akuten, aber zumeist klinisch- rehabilitativen Einrichtungen sind es in der Regel die von klein auf im Verlauf verstörender kindlicher Beziehungen falsch programmierten psycho-vegetativen Reaktionsformen, die im Fortgang des Lebens als unbearbeitete die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stark beeinträchtigen. Es sind dysregulierte Muster des Verhaltens, die entsprechend vegetativ dysfunktional, affektiv-unangemessen sowohl somato-/körperausdrücklich, d.h. organisch wie psychisch inadäquat zum Ausdruck kommen.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Auf dem Hintergrund der Erfahrung, dass es bei den genannten mental-leibhaftig-korrelierenden Symptomen immer um Konflikte geht, die hintergründig verstörende familiale Beziehungsformen aufweisen, – auf diesem Hintergrund hat der berühmte Psychosomatiker Thure von Uexküll seine mit den unterschiedlichen Symptomatik arbeitenden klinischen ExpertInnen darauf verwiesen, dass sie – und das gilt auch für die KunsttherapeutInnen – sich speziell auf die Signal- und Zeichengebungen der KlientInnen einstellen müssten. Seine Unterscheidung des sogenannten „Ikonischen“ (unspezifische Signale wie im Koma), des „Indexikalischen“ (unzusammenhängende Signale wie in der Psychose) und des „Symbolischen“ (eine Art der kommunikativen Übereinkunft in dem, was die/der PatientIn der/dem TherapeutIn sagen will – wie im Fall der Essstörung), – dieses grundsätzliche, aber leider unübliche Herangehen an das psychosomatische Symptom kommt der/dem KunsttherapeutIn entgegen, insofern sie/er in dem klinischen Team die besondere Aufgabe hat, die bildnerischen Ausdrücke der PatientInnen als Zeichen/Symbole zu verstehen, die auf Vergangenes verweisen. Im Falle schwerer Psychotraumata ist diese Herangehensweise besonders angebracht, da infolge der psychotraumatischen Verletzung das Symptom in Folge der schweren Verletzung allenfalls analog, nicht direkt umschrieben werden kann – und die Zeichen/ Symbole sich als Türöffner zu den im Gedächtnis abgelegten Kernmotiven erweisen können (Menzen 2018, Kap. 1.5.2).

Forschungsstand: Positive Effekte kunsttherapeutischer Interventionen auf den Behandlungsverlauf von PatientInnen mit psychosomatischen Beschwerdebildern reichen von einer allgemeinen seelischen und körperlichen Zustandsbesserung, einer Steigerung der Empfänglichkeit für (auch andere) therapeutische Interventionen bis hin zur gezielten Auseinandersetzung mit der Krankheitsproblematik (Oster et al. 2014, S. 73 f.). Die Auswertung der Effizienzstudien zur Untersuchung der Wirksamkeit von Kunsttherapie in der Behandlung von PatientInnen mit einer Essstörung ist hiernach vielversprechend (Lauschke et al. 2014, S. 194).

Kliniken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Spezifität der Beeinträchtigung: Menschen mit zuweilen seit der Kindheit und in Folge anhaltenden psychotraumatischen hohen Stresserfahrungen, die sie in ihrer Gen-Ausstattung epi-genetisch so verändert haben, dass sie aus dem Kreislauf der Stress-Reaktionen nicht mehr hinaus finden, zeigen sich oft in den Abteilungen für PatientInnen mit Risikofaktoren und chronischen Schäden des Herz-Kreislaufsystems.

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Es dürfte kaum ein besseres Angebot für dieses Klientel geben als die imaginativ-fokussierende, bildnerische/malerische und/oder musikalische bzw. tänzerische/performancehafte Betätigung. Stressabbauend und ablenkend von den momentanen Problemen, besser gesagt: Neu ausrichtend auf Hinsichten bzw. Perspektiven, die bisher ausgeblendet waren, ist hier die künstlerische Therapie neben der medizinischen Versorgung die erste Wahl der Behandlung. Beispielsweise können colllagentherapeutische (Kollmorgen 1988), aber auch musik- und theatertherapeutische Angebote, in deren Verlauf die/der PatientIn sich ästhetisch-lustvoll den Farben und Formen, Melodien, Tönen oder Rollen überlassen, d.h. von ihnen leiten muss, von den seitens der PatientInnen lebenslang erfahrenen und eingeübten Stressmuster wegführen. Am Ende muss die/der KunsttherapeutIn auch auf neurologischem Hintergrund wissen, wie Stressmuster zu handlen sind, d.h. was sie von dem/der TherapeutIn erfordern, genauer: wie neurologisch und kortikal erlernte Muster überschrieben werden und wie Beziehung in diesem Prozess zu gestalten ist, – was wohl eine der Grundsätze der sich anbietenden Therapien ist (Hörmann 2009a; 2009b).

Spezielle Sucht-Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: Die speziellen Suchtkliniken für Sucht- und Abhängigkeitskranke, für alle Formen von Spielsüchten (neuerdings auch: Internet-), aber auch für Alkohol- und Drogenabhängige und deren Familien, – diese Kliniken wollen nicht nur für Erwachsene, sondern auch für sozial destabilisierte Jugendliche und junge Erwachsene ein Angebot sein, mit den Abhängigkeits-, speziell sozialen Verwahrlosungserscheinungen, auch mit der darüber bedingten sozialen Isolation außerhalb der Klinik leben zu können.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Die KT hat die Aufgabe, die Trostlosigkeit der in der Regel ungelösten und scheinbar unlösbaren Suchtproblematik und des damit verbundenen Kreislaufes von depressiven und zwanghaften Verhaltensweisen zu durchbrechen. Systemisch orientiert, setzt sie diesen Kreislauf mit den PatientInnen ins Bild, um die eigene Vulnerabilität (Verletzlichkeit, Schwäche, Verführbarkeit) im Kontext der alltäglichen Erfahrungen, aber auch um den Entstehenszusammenhang des Immer-wieder-Rückfalls ins Gespräch mit dem Betroffenen oder der Gruppe zu bringen. Letztlich geht es nicht nur darum, mit den zur Verfügung stehenden bildnerischen Mitteln sich die Anlässe des Suchtverhaltens vor Augen führen zu können. Da die Abwehrstrukturen der PatientInnen sehr geschwächt sind, geht es zunächst aber darum, die Selbstkräfte und -gefühle in den bildnerischen Projekten und Gruppenaktionen sichtbar zu machen und kommunikativ aus ihrer Isolation zu befreien. In der Folge sind aber die systemischen Aspekte der Erkrankung in den Blick zu nehmen, sind die unmittelbaren alltäglichen Bezugspersonen soweit wie möglich mit einzubeziehen, die Lehrer, WerkstättenleiterInnen und -meisterInnen, alle Personen, die stützend in diesem Prozess sein können (Bolay et al. 1993; Petzold et al. 2006).

Kliniken für Orthopädie, speziell der Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane

Spezifität der Beeinträchtigung: Es handelt sich um Maßnahmen für erkrankte Menschen, die in ihrer Körperlichkeit beeinträchtigt sind, speziell in ihrer körperlichen Haltung, ihren Bewegungsabläufen bzw. den Bewegungsorganen, die so erkrankt sind (beispielsweise an der Wirbelsäule), dass die Betroffenen gemeinhin am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilhaben können (infolge dessen nach WHO-Definition bei längerer Erkrankung auch zur Gruppe der sogenannten Behinderten gehören).

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Besonders tanztherapeutische Programme, hier speziell mit Parkinson-PatientInnen, haben gezeigt, dass es möglich ist, aus der bisherigen Fixierung körperlicher Verhaltensweisen herauszuführen. In diesem Verfahren zeigt sich, dass der phänomenologische Begriff des Leibes (statt des Körpers) das im Leben der Betroffenen Fixierende oft leibhaftig, d.h. im Bezug zum anderen zeigt und darüber verändert, zumindest beeinflusst werden kann. Starre und schematische Abläufe der Bewegung werden im angeleiteten Tanz dermaßen sowohl musikalisch wie performancehaft angeleitet, sich auf den Anderen (Mit-TänzerIn) zu beziehen. Die/der TanztherapeutIn begegnet dem Symptom einer/s PatientIn in der gleichen Modalität, in der es ausgedrückt wird, auf einer impliziten, d.h. einer symbolischen, körperlichen und leibhaftig-kommunikativen Ebene. Tanz-und theatertherapeutische Angebote eignen sich entsprechend vorzüglich bei Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane (Hörmann 2009b; Huwyler 2013; Löwe 2018).

Kliniken für Orthopädie, speziell für Rheuma und/oder immunologisch erkrankte Menschen

Spezifität der Beeinträchtigung: Es handelt sich bei den Betroffenen um Menschen, die in der Regel mit Entzündungen des Knie-, Hüft-, Schulter-, Hals-Nacken-Bereichs vorstellig werden, die bes. chronisch polyarthritisch und reaktiv arthritisch erkrankt sind. Diese Beeinträchtigungen haben 1. gemeinsam ein schweres Stresssyndrom, das die Muskulatur der Betroffenen agonistisch wie antagonistisch in jenen Widerspruch versetzt, den wir alle nachempfinden können, wenn wir im Stress sind und uns nicht entspannen können. Da die muskulären Anspannungsimpulse hochaktiv bleiben, im Gegensatz dazu die muskulären Entspannungsaufforderungen, ebenfalls aktiv, nicht beantwortet werden, entsteht eine muskuläre-verkrampfte Pattsituation, die zu einer ständigen Anspannung von Muskeln und Sehnen und entsprechenden Entzündungen führt (Cremerius 1978; Bondroi 2016). Diese Beeinträchtigungen zeigen bei näherem Hinsehen 2. aber auch eine schwere immunologische gestörte Reaktion, bei der verschiedene Organe betroffen und entsprechend fachübergreifend verschiedene HelferInnen gefragt sind (Schubert 2018). Die Muskeln, Sehnen und Bänder, aber eben auch Augen, Herz, Nieren oder Darm können betroffen sein; Autoimmunerkrankungen stehen hierbei oft im Mittelpunkt der Behandlung. Es sind dies zuweilen angeborene Erkrankungen; sie sind aber immer entzündlicher Natur. Neben dem Muskelaufbautraining sind selbstredend alle jene Therapieformen gefragt, die eher auf Stressfreiheit und Entspannung zielen.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Menschen mit rheumatischen Erkrankungen bedürfen einer Therapie, die sie nicht nur zu einer äußeren, wie wir oben sahen, sondern auch zu einer inneren Beweglichkeit anleiten. Es geht nicht nur um Arthritis, Polyarthritis und steife Gelenke; es geht vor allem um eine innere Befindlichkeit, die einen Zustand von „Mit- sich-in- Einklang-Sein“ und Flexibilität vermittelt. Die bildnerischen Therapien sind dazu vorzüglich in der Lage, auch wenn sie scheinbar nicht unmittelbar klinisch in den erkrankten Status der/s PatientIn einzugreifen vermögen. Die/der KT vermag es, gestalterisch-gezielt und durchaus in den möglichen Gegensätzen in das Spektrum von Zeichen, Farben und Formen, mit Bildern und plastischen Materialien gestalterisch-formend solchermaßen einzuführen, dass die zuweilen etwas klischeehaft, hier aber zur Geltung kommenden „Selbstkräfte“ tatsächlich wieder entdeckt werden und ggfs. musikalisch-instrumental oder stimmhaft neue Erlebnisräume aufgetan sind (Bondroi 2016; Hörmann 2019a).

Rehabilitationskliniken für chronische Erkrankungen besonders im Kindes- und Jugendalter

Spezifität der Beeinträchtigung: Es handelt sich um eine große Gruppe chronisch-somatisch erkrankter Menschen. Es sind Kinder, Jugendliche, Erwachsene mit Störungen der Organsysteme, des Stoffwechsels oder der Immunabwehr. Es sind Heranwachsende mit Asthma bronchiale, mit Adipositas, d.h. mit Essstörungen, mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis, mit Allergien wie Heuschnupfen, mit Tumor-, Blut- und Krebserkrankungen, mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen u.a.m., die – es sind gesellschaftsweit fast 10 Prozent unserer Heranwachsenden, in einzelnen Bundesländern davon abweichend bis zu 25 Prozent (DAK Niedersachsen 2019) – unserer Hilfe bedürfen. Ein Kinder- und Jugend-Survey (-Report) (http://www.bzga.de/) zeigt, dass es sich um somatische wie psychische Funktionsstörungen handelt. Unter den chronischen psychischen Erkrankungen finden sich u.a. ADHS, Depressionen, Zwangsstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Psychosen. Aspekte der Immunologie, d.h. der immunspezifischen Reaktionen kommen zur Geltung (https://gesundheits-foerderung.bildung-rp.de/chronische-erkrankungen.html; Schubert 2018; Günter 2013).

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Eines ist sicher, das Kind mit Neurodermitis benötigt nicht nur juckreizstellende Medikamente – es benötigt Hilfestellungen, mit dem Juckreiz und der ständigen Fokussierung auf die Haut umzugehen. Das Kind mit Atemnot- und infolge Schlafproblemen bei Asthma bronchiale wird bald in Schule, im Alltag und in der Freizeit ausgegrenzt, zum Hilfefall stigmatisiert und in seinen Selbstwertgefühlen geschwächt werden. Es benötigt Hilfestellungen, die seine sozialen und schulischen Leistungen verbessern und sein Selbstgefühl steigern. Eine Art der Um-Orientierung und -Fokussierung ist in beiden Fällen nötig. Kinder mit chronischen Erkrankungen sind in ihrem Selbsterleben so geschwächt, dass sie der Reintegration in ihr normales Umfeld bedürfen. Die nicht-leistungsorientierte, eher spielerisch und projektorientierte bildnerische, eher: performance- und theater-orientierte Arbeit in Gruppen von Gleichaltrigen mit sorgfältig verteilter Rollenzuweisung ist angebracht. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) empfiehlt die Rückkehr der Kinder schon während der Reha in den Alltag der Schulklassen (Kaindl 2017; Bondroi 2016).

Rehabilitation in der pädiatrischen Onkologie

Spezifität der Beeinträchtigung: Ein Einblick in die pädiatrische Onkologie zeigt eine Vernetzung von physischen, psychischen wie sozialen Aspekten; er führt ein in die Situation der ganzen Familie und der Geschwister der betroffenen Kinder. Diese erfordert, so eine These der Salutogenese (Antonovsky), eine Kohärenz, sprich: eine familial und psychisch nicht verzweifelt-auseinanderfallende, sondern in sich stimmige Befindlichkeit aller extrem Betroffenen. Sicher sind da Bluterkrankungen, sind da Tumore und Karzinome lebenswichtiger Organe, sind da die Erkrankungen des Knochenmarks, die das Leben des Kindes/Jugendlichen jetzt bestimmen. Und da sind 25 Prozent, die Zahl jener Kinder, die sterben werden. Aber wen es trifft, bleibt ungewiss. In dieser Situation scheint es wichtig, den Heranwachsenden zu einer klaren inneren Selbstgewissheit und zu seinem Selbsterleben zu verhelfen.

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Experteninterviews zeigen, dass die erkrankten Kinder die kunsttherapeutische Betreuung positiv aufnehmen; zeigen vermehrt, dass die Kunsttherapie als eine wichtige Unterstützung bei der Behandlung und Begleitung von onkologischen Erkrankungen, deren Nebenwirkungen und allen Betroffenen, also den Kindern selbst, aber auch den Familien und dem medizinischen Personal angesehen werden kann. Wie kann Kunsttherapie onkologisch erkrankte Kinder im Krankheitsverlauf stärken und unterstützen? Wir sind kulturelle Wesen, die sich nicht nur subjektiv, sondern vor allem durch die Menschen um sich herum wahrnehmen. In diesem Zusammenhang ist eine rein objektive, auf die Pathogenese beschränkte Analyse absurd, nicht zielführend, und ethisch fragwürdig. Gestalterisch tätig werden in einem Lebensabschnitt, in dem man wenig selbst über sein Leben bestimmen kann, in dem man aber gestaltend tätig wird in solcher Situation, kann an diese wichtige Ressource erinnern, kann diesen Grundaspekt des Menschseins zum nicht zu unterschätzenden resilienten Faktor werden lassen. Und den finden wir bei all dem, was uns in der onkologischen Pädiatrie begegnet, immer wieder – Kinder, die zu einer ungeahnten Stärke gefunden haben. Es gibt keine Methoden, die besonders zu bevorzugen sind, es gibt das Material und die Gabe, den Moment zu nützen, das was die Beziehungsaufnahme mit sich bringt. Man kann bei Interessen anknüpfen oder Dingen, die man beim Reingehen ins Zimmer der/s kleinen PatientIn sublim bemerkt. Zu dem Thema kommt es dann von allein. Die Kunsttherapie ist eine Bereicherung, da sie das Lebendige, das Traurige aber auch die Freude spielerisch sichtbar macht. Vor allem Kinder können in der Kunsttherapie ihre eigene Resilienz wahrnehmen und diese stärken. Die Kunsttherapie kann den Kindern eine Art Insel bieten, auf der sie sich frei von Druck gestalten, sich ausdrücken und Geschehenes verarbeiten können, auf andere Gedanken gebracht werden und es ihnen ermöglicht wird, auf gestalterischem Weg sich selbst wieder wertzuschätzen. Die erkrankten Kinder sind oft stark und bringen trotz ihres Krankheitszustands eine große Kraft auf, die beeindruckend sein kann und Respekt erfordert. Das Berufsfeld der pädiatrischen Onkologie, wiewohl u.U. psychisch belastend, erweist sich als ein Praxisfeld der künstlerischen Therapien, die nicht nur auf eine lebens- und persönlichkeits-strukturierende Begleitung aus sind, auch nicht nur beispielsweise die neurobiologischen Aspekte wie die einer Depression nach solch einschneidenden Lebensereignissen einbeziehen, sondern um die Beziehungsübertragungen wissen, die den/die TherapeutIn persönlich herausfordern, sich auf die Gefühle von Verlassenheit einzulassen, denen die Betroffenen u.U. hilflos ausgeliefert sind (Hegerl und Mergl in Juckel 2014, S. 90 f.; Henn und Gruber 2004).

Mutter-/Eltern-Kind-Kurkliniken und Familienrehabilitation

Spezifität der Beeinträchtigung: Die Klinik ist speziell dafür eingerichtet, die zum Teil belasteten, oftmals verstörten Beziehungen zwischen Mutter/Vater und Kind im Sinne einer psychosozialen Regeneration von Eltern und Kind in einzel-, gruppen- und familientherapeutisch-rehabilitativen Angeboten mit den Mitteln des medialen Ausdrucks zunächst nicht-verbal, in der Folge verbal zu artikulieren. Von gesprächstherapeutisch orientierten Gruppensitzungen der Mütter bzw. Väter bis zu speziellen spieltherapeutischen Angeboten für die Kinder sollen die in ihren Kommunikationsformen verstörten Familienmitglieder wieder zusammengebracht werden.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Die KT hat die Aufgabe, mit all den ihr möglichen medialen Mitteln die Mütter/Väter zu entlasten, die Mutter-Vater-Kind-Beziehungen zu stärken und die familiär dysregulativen Kommunikationsformen so zu verändern, dass diese wieder unbelastet gelebt werden können. Formen eines Elterncoachings sind auch mit bildnerischen wie mit musikalischen Mitteln umsetzbar. Den Musik-, Tanz- und Gestaltungstherapien kommt eine kommunikativ entspannende, interaktiv enthemmende Aufgabe zu, um im Nachgang die problematischen Beziehungen in Worte kleiden zu können. Das sogenannte Jeux Dramatiques, eine spielerische Form von Nacherzählung, die mit farbigen Tüchern und Musik versucht, sich in Rollen zu versetzen, gehört zum Repertoire der KT/Innen, die am Rande des Spiels durchaus auch in die Rolle der/des FamilienbiografIn schlüpfen und zwar nicht direkt aber erzählerisch kommentieren darf (Weiss 1999; Menzen 2016, S. 212 f.).

Einrichtungen/Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Spezifität der Beeinträchtigung: „Als Behinderte gelten Personen, die durch eine nicht nur vorübergehende Beeinträchtigung ihres Gesundheitszustandes in ihrer Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft eingeschränkt sind“ (Bauer 1992, Bd. A--F, 257).

Wir unterscheiden geistige, körperliche und emotionale Beeinträchtigungen, welche erstere m.E. durch Gen-Mutation und/oder Stoffwechsel-/Signal-/Informations-unterversorgung des Gehirns, welch letztere in Folge der geistigen und körperlichen Störungen, zumeist aber aufgrund gravierender Beziehungsstörungen entstehen, die nicht nur die geistig-kommunikative, sondern auch die Körper- bzw. Leib-, d.h. Beziehungssphäre schwer schädigen. In der Regel sind die frühen Zeichen-, Symbol- und sprachlich-sozialen Kommunikationsformen schwer gestört, da sie zwar vorbewusst, vorsprachlich noch gut entwickelt, aber gemessen an einem vergleichsweisen Entwicklungsstand fast immer entwicklungsverzögert sind. Das schließt nicht aus, dass gerade die frühen Lebens- und Entwicklungsstadien besser als in der vergleichsweise normalen kindlichen Entwicklung ausgeprägt sind. Was sich besonders in den bildnerischen Ausdrücken z.B von Menschen mit Autismus zu zeigen vermag.

Funktion der/des KunsttherapeutIn: Die KT findet salutogenetisch (d.h. ressourcen-orientiert) gerade in den vorsprachlich-vorsymbolischen Kompetenzen, d.h. in den sehr einfachen, elementaren, aber gerade darin sehr ausgeprägten sinneshaften Orientierungen wie die der Farben, Formen, Perspektiven, Rhythmik (bildnerisch, musikalisch, performancehaft), der Dimensionen, der Melodien, aber auch in starken emotionalen Beziehungsangeboten einen guten Ansatz der Begleitung des beeinträchtigten Menschen (Bode und Wachtlin 2018, S. 69 f.; Franzen 2009; Menzen 2017a; Smith-Roley et al. 2003).

Neurologische Kliniken

Spezifität der Beeinträchtigung: Neurologisch, neurobiologisch und -genetisch bedingte Auffälligkeiten sind indiziert. Akut- oder rehabilitativ-klinische Maßnahmen sind erforderlich bei frühkindlicher Hirnschädigung, bei entwicklungspathogenen Fehlregulationen des zentralen Nervensystems, im Fall erworbener Hirnschädigung, bei geistiger Behinderung als Folge neurogener Noxen, auf jeden Fall bei Hypoxien (Sauerstoffunterversorgung des Gehirns), bei neurodegenerativen Erkrankungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, besonders bei Schlaganfall, Unfall (Schädel-Hirn-Traumata/ SHT) und in den dementiellen Abbauphasen u.a.m.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Die seit den frühen 1990er Jahren ermittelten Erkenntnisse fasste der Neurologe M. Zeki 1993 wie folgt zusammen: Er führte aus, dass nach dem ersten Netzhaut-Form-Farb-Bewegungs-Richtungs-Check dessen, was wir wahrnehmen, getrennte Nervenbahnen die Farb-, Form- und Bewegungssignale einem Verteiler übermittelten, der diese wie ein Dispatcher wiederum speziellen Sortierfächern für Linien, Kanten, Farben, Orientierung, Bewegung, Form, Größe, räumliche Position u.a. zuweise, wo sie dann jeweils parallel verarbeitet und nach ihrer jeweiligen Erkennung zurückgemeldet und neuronal synchronisiert, d.h. zusammengefasst würden. Das Auge als erste eigenständige Verarbeitungsinstanz gebe die Signale an den Thalamus weiter, der die Reize selegiere und an die primäre Sehrinde als den Dispatcher weiterleite, woraufhin mindestens 30 weitere Hirnareale mit speziellen Aufgaben wie Raumrichtung, Gesichtserkennung, Bewegungs- und Farbanalyse in Kraft träten und es zur Integration aller analysierten Merkmale komme. – Was aber unternimmt die KT/In, wenn das Wahrnehmungsprozedere gestört ist; wenn die neuronale Verarbeitung visueller Informationen nach den Hinsichten von Umriss, Farbe, Tiefe, Kontrast, Größe, Ort, Bewegung, Objektbeziehung u.a. nicht gelingt? Die Antwort scheint einfach: Sie muss diese gestörten Informationen dermaßen kompensieren, dass sie gezielt einzelne Wahrnehmungskompetenzen fördern kann. Das gelingt nur, wenn sie bildnerische, d.h. malerische, zeichnerische, skulpturale Vorlagen extrapolieren, weiterbearbeiten lässt, um in diesem Prozess die erforderlich zu trainierenden Einzelaspekte mit den PatientInnen anzugehen. Die kann sie bildnerisch-rezeptiv, d.h. beispielsweise durch Bild-Betrachtung und -Kommentierung; das kann sie auch per Extrapolation, d.h. Farb-Form-etc.-Weiterführung des Bildes z.B. in der Gruppe: Auf dem Tisch liegen Bildexponate, beispielsweise Kandinsky-Kopien, die nach allen Seiten hin weitergemalt werden zu einem großen Bildformat (Menzen 2019, Kap. 6.2.2.1 f.). Das Ziel heißt immer: Das Wahrgenommene zu dekodieren. d.h. zu erkennen, die Zusammenhänge des Wahrgenommenen (beispielsweise Farben, Formen) durch Weiterbearbeitung des Gesehenen herzustellen; schließlich die malerische Abfolge der Gestaltung zu planen (im Falle von Unfall und anschließendem Koma ist das Vorher-Nachher, ist die Zeitstruktur verloren); die Umsetzung des Geplanten (Bild, Figur – „wie und womit setze ich um?“) anzugehen; das ermalte Bild oder die gestaltete Figur in all ihren Aspekten zu beschreiben und sich darüber auszutauschen. Und das alles mit Lust, in guter Atmosphäre – eine der grundlegenden Bedingungen des Lernerfolgs, der da heißt: seine Umwelt wieder zu erkennen und diese einschätzen zu können hinsichtlich der Angemessenheit der eigenen Reaktionen auf sie.

Rehabilitationsfeld Klinik für Augenheilkunde

Spezifität der Beeinträchtigung: Mit großen Ängsten betreten die PatientInnen die Klinik. Sie leiden an Linsen-Eintrübungen (Katarakt), zu Beginn des Katarakts: an schwächer werdenden Kontrasten, an verblassenden Farben; sie leiden an Entzündungen der Retina, Makulablutungen und -degeneration (des sog. „gelben Flecks“ in der Mitte der Netzhaut), Netzhaut-Ablösungen, an den Folgen von Verletzungen des Auges (Ätzungen, Prellungen, Astigmatismus, d.h. Hornhautverkrümmung), Fehl-Kurz-Weitsichtigkeiten und den damit verbundenen Problemen, in einer großen Zahl an einer Akkomodationsunfähigkeit des Auges im Alter, – das sind Probleme, mit denen die/der KunsttherapeutIn zu tun hat.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Sie/Er muss es wissen: Über die Hälfte aller Eindrücke werden von den Augen hergestellt. Die Visualisierung nicht nur psychischer, sondern auch körperlich-organismischer Probleme gehört zum wesentlichen Aufgabenbereich der KT/In. Wer einmal erlebt hat, wie groß die depressiven Verstimmungen augenerkrankter PatientInnen sind, kann erahnen, was das Herstellen und gelingende Betrachten von Bildern bewirken kann. Beides ist nicht nur Diagnostikum, sozusagen den PatientInnen ständig begleitenden Gradmesser seiner Erkrankung, da im Akt des Sehens oder Tuns Rückmeldung gebend. Beides, das Herstellen und das Betrachten der Bilder – es kann therapeutisch wirken: Der Umgang mit, besonders aber das Gestalten von Bildern eröffnet die Möglichkeit, diffus-beängstigende, depressiv machende und infolge sogar darüber die Gefühle ausblendende psychische Zustände auszudrücken, anzuschauen, neu zu gestalten und zu differenzieren. In Einzel- und Gruppensitzungen können die zum Vorschein kommenden Gefühle im Bild stabilisierend wirken und erlebt werden.

Rehabilitationsfeld Hals-Nasen-Ohren-Klinik, speziell Audiologie

Spezifität der Beeinträchtigung: Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik, und in ihr der Spezialbereich der Audiologie, ist als Arbeitsbereich der bildnerisch orientierten Kunsttherapie noch wenig besetzt; die musiktherapeutich spezialisierten KollegInnen finden in ihr allerdings ein fruchtbares Arbeitsfeld. Die Vorgänge beim Hören und die Erkrankungen der Hörorgane und deren Behandlungsmöglichkeiten sind insofern von Interesse, als sie nicht nur mit den Vorgängen des Sehens unmittelbar verbunden und an der Entstehung der Bildwahrnehmung beteiligt sind; sie sind bewegungs- und haltungsangemessen, mit allen Sinnen vernetzt und darüber kommunikations- wie beziehungsstörungskonstitutiv. Das noch unterentwickelte Interesse der eher bildnerisch orientierten KunsttherapeutInnen an diesem Fachgebiet dürfte darin begründet sein, dass die KT sich noch schwer tut, ihr berufliches Interesse unter spezifisch naturwissenschaftlichen, genauer unter psycho-physiologischen und -neurologischen Gesichtspunkten zu fokussieren. Sie ist seit ihrem Beginn ggfs. noch zu stark psychoanalytisch basiert, noch zu sehr in einem symbolisch-ausdrücklichen und in einem psychodynamisch-beziehungsorientierten Denken verfangen, um die neurophysiologisch gestörten Funktionen des Wahrnehmungsprozesses in dessen physiologischen, umfassend beziehungsbasierten Aspekten miteinzubeziehen. Die neuroanalytische Betrachtungsweise (Solms, Kaplan-Solms, Thurnbull) ist – ähnlich wie in ihrem „Mutterfach“ der Psychoanalyse – noch wenig rezipiert. Der traumatologische Schwerpunkt der HNO-Klinik richtet das Interesse auf die Verletzungen des Ohres, der Nasen-Neben-Höhlen, der Mundhöhle, Luftröhre und Rachen, wobei auch die Sehnerven und die Bewegungsmodalitäten (Raumrichtungsanalyse) einbezogen sind.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: KT/Innen, die dieses Berufsfeld wählen, sehen sich schnell gravierenden Beziehungsstörungen, verursacht beispielsweise durch Tinnitus oder akutem Hörverlust, gegenüber. In der Begleitung von PatientInnen, die an tiefen Halsabszessen leiden, erleben sie die belastende Erfahrung von Eingriffen, die durchaus selbst wiederum belastend, psychotraumatischer Natur zu sein vermögen. Künstlerische Therapie, nicht nur die bildnerisch sondern auch musikalisch orientierte, können kompensatorische Hilfestellung sein, um die Erfahrung des Ausgeliefertseins abzumildern. Im Fall schwerer Hörstörungen ist die musikalisch-therapeutische Begleitung selbstredend von großem Wert bei der Neuorientierung und dem Erhalt des Selbstwerts.

Rehabilitationsklinik für Hauterkrankungen

Spezifität der Beeinträchtigung: Die Ulmer Haut-Klinik (Prof. Thomas) hat es schon früh gewagt, die Haut als eines der wichtigsten Organe der psychischen wie physiologischen Entwicklung des Menschen, speziell die Erkrankungen der Haut nicht nur unter physiologischen, sondern auch unter psychoanalytischen, hier speziell unter psychodynamischen Aspekten anzugehen. Sie hat erkannt, dass schon früh in der Entwicklung über das Greifen und Tasten die emotional einprägsamsten Beziehungserfahrungen gemacht werden. Die Unterbindung dieser Erlebnisse bzw. der affektiven Eindrücke, so die Erkenntnis, kann zu Hautinfektionen führen (Spitz 1974; Bowlby 1958, 2016). Es handelt sich um Kompensationsformen von Affekt-Äußerungen, die die Unsicherheit in den Selbst- und Objektrepräsentanzen der unterschiedlichen Entwicklungsphasen (oral-anal-genital) verstellen und zu regressiven Handlungen in Bezug auf die Behandlung der Haut führen (streicheln, kratzen, schlagen, – also auto- oder homo-erotisch, sexuell behandeln). Die klinische Therapie versucht demgemäß, die Bedeutungsgebungen der Haut zu analysieren und ggfs. die abgewehrte Form der Beziehungserfahrung in ihrer – oft nur vorbewussten – Gefühlsausdrücklichkeit zu integrieren. Neurodermitische, exzemische, allergische Formen der Hautreaktionen finden zuweilen dieses Wegs ihre Erklärung, die die klassisch-dermatologische Herangehensweise aber einbezieht. Die vorgestellte Behandlungsform hängt eng zusammen mit dem psychosomatischen Therapiemodell Thure von Uexkülls, das die Therapie an den Signalen/Zeichen (ikonisch, indexikalisch, symbolisch) der PatientInnen orientiert.

Funktion des/der KunsttherapeutIn: Das Ulmer Modell ist zwar nur eines unter vielen, aber es gestattet am ehesten den bildnerischen TherapeutInnen, das Bedürfnis der/s PatientIn in seiner Psychodynamik modellhaft zu verstehen und entsprechend material- und inhalts-ästhetische Angebote zu machen, d.h. flüssige, weiche, harte Materialien zu offerieren und die damit sich verbindenden Assoziationen zu ermöglichen, um sich in die Mangelsituation der/s PatientIn einzufühlen.

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Autor
Prof. Dr. phil.habil. Karl-Heinz Menzen
Dipl.-Theol., Dipl.-Psych., Klin. Psychologe, Gesprächspsychotherapeut, Psychologischer Psychotherapeut / Zulassung in Deutschland und Österreich, Supervisor BDP, Dr. phil., 2. Vors. der Deutschen Ges. für Künstlerische Therapien, Mitherausgeber der Zeitschriften „Kunst & Therapie“ und „Musik-, Tanz- & Kunsttherapie“/ MTK; seit 2013 Leitung des Masterstudiengangs Kunsttherapie M.A. an der Sigmund-Freud-Universität Wien.
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Zitiervorschlag
Karl-Heinz Menzen: Materialien zum Stichwort „Kunsttherapie“. Detaillierung der kunsttherapeutischen Berufsfelder sowie entsprechende Literaturhinweise. Veröffentlicht am 30.08.2019 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/28897.php, Datum des Zugriffs 23.09.2019.


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