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Reflexion über Anti-Schwarzen Rassismus in Deutschland und Perspektiven für eine rassismuskritische Soziale Arbeit in Deutschland

Jordan Schwarz

Veröffentlicht am 08.07.2020.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur staatlichen Abschlussprüfung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, Bachelor of Arts Soziale Arbeit
Erstprüferin: Prof. Dr. Theresia Wintergerst
Zweitprüfer: Prof. Dr. Ralph-Christian Amthor
Wintersemester 2019/20
Note: 1,0.

Zusammenfassung

Warum steht die gegenwärtige Nicht-Repräsentation Schwarzer Menschen in Deutschland in einem historischen Zusammenhang mit der deutschen Kolonialzeit? Worin könnte die Ursache liegen, dass Schwarzen Menschen Rassismuserfahrungen abgesprochen werden und sie als Fremde wahrgenommen werden, obwohl sie teilweise bereits seit mehreren Generationen in Deutschland leben? Wie äußert sich Rassismus in der Sozialen Arbeit und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für eine rassismuskritische Soziale Arbeit ziehen?

Anti-Schwarzer Rassismus ist in der Debatte um Rassismus in Deutschland noch ein relativ junger Begriff. Er beschreibt den Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, welcher nicht dem Nationalsozialismus, sondern bereits vorkolonialen Denkfiguren entspringt. Trotz oder wegen seiner jahrhundertealten Geschichte wird der Zusammenhang des gegenwärtigen Anti-Schwarzen Rassismus und der kolonialen Bestrebungen der 1890er-Jahre ungenügend wahrgenommen. Deshalb wird zu Beginn dieser Bachelorarbeit tiefergehend auf die Entstehung des Rassenbegriffs und die Kolonialgeschichte Deutschlands eingegangen.

Im mittleren Teil der Bachelorarbeit wird ein Überblick über die Entstehung verschiedener Rassismusdefinitionen gegeben und der Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis beschrieben. Außerdem wird auf verschiedene Abwehrmechanismen, die in Zusammenhang mit der Konfrontation oder der Auseinandersetzung mit Rassismus bestehen, eingegangen.

Auch heute noch erfahren Schwarze Menschen Rassismus im Alltag auf struktureller, institutioneller wie individueller Ebene. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession verpflichtet sich dazu, u.a. gegen rassistische Diskriminierung vorzugehen. Jedoch muss Rassismuskritik auch innerhalb der Strukturen der Sozialen Arbeit gelebt werden um nachhaltig gegen den gesellschaftlich verankerten Rassismus vorgehen zu können.

Im Rahmen der „PADucation - 1. Konferenz afrodiasporischer Perspektiven in sozialen Berufen“ wurden deshalb zwei Schwarze Sozialpädagog*innen zu ihren Rassismuserfahrungen in ihren Institutionen befragt. In den Expert*inneninterviews werden sowohl Rassismuserfahrungen von Adressat*innen als auch die der Professionellen erfasst.

Im Anschluss werden daraus Perspektiven und konkrete Handlungsvorschläge für eine rassismuskritischere Soziale Arbeit herausgebildet.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autor
Jordan Schwarz
Sozialpädagoge (B.A.)
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Zitiervorschlag
Jordan Schwarz: Reflexion über Anti-Schwarzen Rassismus in Deutschland und Perspektiven für eine rassismuskritische Soziale Arbeit in Deutschland. Veröffentlicht am 08.07.2020 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/29064.php, Datum des Zugriffs 07.08.2020.


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