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Ganzheitliche Wahrnehmung als professionell pädagogische Ressource

Alana Bergen

Veröffentlicht am 10.08.2020.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Studiengang Soziale Arbeit
Erstgutachterin: Prof. Dr. Cornelia Muth
Zweitgutachter: Prof. Thomas Henke
Sommersemester 2020
Note: 1,0.

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit geht der Frage „Kann meine ganzheitliche Selbstwahrnehmung im Kontakt mit Klient*innen unterstützend wirken?“ nach.

Thesen für die Arbeit sind:

  1. Kontakt löst wechselseitig ganzheitlich Reaktionen aus.
  2. Die Reaktionen können im bestimmten Kontakt mit Körper und Intuition entdeckt werden.
  3. Die Reaktionen können hilfreiche Hinweise für den Kontakt mit Klient*innen geben.
  4. Ein ganzheitlicher Kontakt mit sich selbst kann gelernt werden.
  5. Das Kontakterleben mit dem eigenen Körper und der Intuition hat im professionellen Kontakt mit Klient*innen Raum.
  6. Bestimmte Körperteile können mir bestimmte Signale zeigen.

Mit Hilfe von Husserls „phänomenologischer Methode“ erfolgt die Auseinandersetzung mit den Phänomenen „Pädagogik“, „Ganzheitlichkeit“ und „Selbstwahrnehmung“. Hierzu wird zunächst näher auf die Methode eingegangen. Diese ist in Rückschritte gegliedert, die zur „transzendentalen Subjektivität“ führen. Im ersten Teil widmet sich die Autorin den Definitionen der Phänomene. Woraufhin sie sich im ersten Rückschritt „Meine natürliche Einstellung“ davon distanziert und versucht naiv und spontan, die sich ihr gegebene Welt zu erfassen. Im dritten und vierten Rückschritt, dem Kapitel „Ganzheitliche Wahrnehmung in der Pädagogik“ steht die Betrachtung der „phänomenologischen Reduktion“ und der „eidetischen Reduktion“. Hierzu geht die Autorin auf ihre Denk-Erlebnisse, das Wesen von Pädagogik, Ganzheitlichkeit und Selbstwahrnehmung aus ihrer Perspektive und aus der Perspektive von Merleau-Ponty (Good 1998), der Gestalt-Arbeit (Fuhr/Gremmler-Fuhr 2002) und einer Arbeit von Maurer und Täuber (2010) ein (vgl. Danner 2006, S. 142ff). Hierbei wird deutlich, dass wir alle unsere eigenen Wirklichkeiten konstruieren und diese in einem engen Zusammenhang mit der Wahrnehmung steht (vgl. Foerster 1993a zit. nach Fuhr/Gremmler-Fuhr 2002, S. 31f). Die Arbeit von Merleau-Ponty macht sichtbar, dass Wahrnehmung im fundamentalen Zusammenhang mit dem Leib steht (vgl. Good 1998, S. 63). Und durch die Arbeit von Maurer und Täuber wird auf körperpsychotherapeutische und neurologische Erkenntnisse eingegangen, die sich auch auf die Pädagogik beziehen lassen (vgl. Maurer/Täuber 2010, S. 303ff). Das vorletzte Kapitel „Mein erlerntes Wissen“ führt die Autorin zu ihrer transzendentalen Subjektivität. Hier bezieht sie das Erlernte auf ihr Leben (vgl. Danner 2006, S. 142ff).

In einem abschließenden Fazit werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt. So wird im letzten Kapitel deutlich, was die Fragestellung und die Ergebnisse für die Autorin als zukünftige Sozialarbeiterin bedeuten. In der Sozialarbeit spielt Wahrnehmung insbesondere als Kontaktgrenze zu Klient*innen eine wichtige Rolle (vgl. Fuhr/Gremmler-Fuhr 2002, S. 87f). Wahrnehmung kann als Diagnostikum verwendet werden (vgl. Maurer/Täuber 2010, S. 303), wozu es Selbsterfahrung und Selbstbewusstheit bedarf (vgl. Fuhr/Gremmler-Fuhr 2002, S. 32f).  In der professionellen Haltung können beispielsweise Achtsamkeit und Gewahrsein speziell beachtet werden (vgl. Fuhr/Gremmler-fuhr 2002, S. 156ff). So sieht die Autorin, in Anlehnung an die verwendete Literatur, Fähigkeiten, die mit Wahrnehmung in Zusammenhang stehen, als zentrale Kompetenzen für die Soziale Arbeit.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autorin
Alana Bergen
Soziale Arbeit (B.A.)
E-Mail Mailformular


Zitiervorschlag
Alana Bergen: Ganzheitliche Wahrnehmung als professionell pädagogische Ressource. Veröffentlicht am 10.08.2020 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/29093.php, Datum des Zugriffs 03.12.2020.


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