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Die queere Perspektive auf die herrschende heteronormative Ordnung

Herausforderungen für die Soziale Arbeit

Finn Kristopher Hornhues

Veröffentlicht am 29.10.2020.

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Studiengang Soziale Arbeit
Erstprüferin: Prof. Dr. Melanie Plößer
Zweitprüferin: Prof. Dr. Claudia Rademacher
Sommersemester 2020
Note: 1,0.

Zusammenfassung

Wie hat sich Heteronormativität als zentrales Ordnungsprinzip westlicher Gesellschaften entwickelt? Und welche Herausforderungen stellen sich mit den queer motivierten Perspektiven auf Heteronormativität für die Soziale Arbeit?

Die vorliegende Arbeit nähert sich dem Entstehungsprozess der Norm der Heteronormativität in Kapitel 2.1 und 2.2 an, worauf in 2.3 Effekte der Heteronormativität abgeleitet werden. Die Analyse der heteronormativen Ordnung beschränkt sich auf den Blickwinkel von Heteronormativität als Privileg eines eurozentristischen Konstrukts patriarchaler Machtverhältnisse. Im Folgenden wird mithilfe des historischen Blicks und der Entwicklung der biologisch-medizinischen Forschung die Entwicklung der binären Geschlechterordnung zusammenfassend dargestellt. Dieser Einblick in die Entstehung von Zweigeschlechtlichkeit wird gegen Ende des Kapitels in 2.3 mit einer Erkundung der Folgen der somit entstandenen Heteronormativität abgeschlossen. Queer Theory und Queer Studies betreiben Kritik an der Norm von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität und decken dekonstruierend deren allumfassenden Einfluss auf. Über die Jahrhunderte wurden diskriminierende Verhaltensweisen mit wissenschaftlichen Begründungen legitimiert, diese erfuhren durch die Bildung einer queeren Perspektive Veränderung. Wichtigen Merkmalen der Entstehung von Begrifflichkeiten und Theorien geht das Kapitel 3.1 nach, gefolgt von einer Dekonstruktion der medizinischen Legitimationsweise von Zweigeschlechtlichkeit in Kapitel 3.2. In Kapitel 3.3 wird der Kampf um die rechtliche Anerkennung von Menschen außerhalb der Heteronormativität dargestellt. Aufschluss geben die rechtlichen Regelungen jedoch nur über homosexuelle, trans* und inter* Menschen, da zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Gesetzestexte und Rechte für weitere Identitäten außerhalb des heteronormativen Systems existieren. Abschließend findet sich die Verknüpfung von Sozialer Arbeit und Heteronormativität, die in Kapitel 4.1 in ihren reproduzierenden Eigenschaften und in 4.2 in Unterstützungsleitungen für queere Menschen aufgeschlüsselt vorliegen. Hierbei liegt der Fokus auf der Kritischen Sozialen Arbeit.

Diese Arbeit beleuchtet also die Legitimierung von Heteronormativität, die De-konstruktion dieser sowie die Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit, die sich der Herausforderung von kritischer, queerer Reflektion annehmen sollte, um die eigene Reproduktion der heteronormativen Ordnung zu unterbinden und gesellschaftliche Veränderungen hin zu einer Vielfalt von Identitäten mitzugestalten.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autor
Finn Kristopher Hornhues
Sozialarbeiter (B.A.)
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Zitiervorschlag
Finn Kristopher Hornhues: Die queere Perspektive auf die herrschende heteronormative Ordnung. Herausforderungen für die Soziale Arbeit. Veröffentlicht am 29.10.2020 in socialnet Materialien unter http://www.socialnet.de/materialien/29129.php, Datum des Zugriffs 29.11.2020.


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