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Beratung zwischen Tür und Angel – Voraussetzungen und Chancen im Handlungsfeld der offenen Jugendarbeit

Vicky Wallberg

veröffentlicht am 12.08.2021

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Studiengang Soziale Arbeit
Erstprüferin: Prof. Dr. Melanie Plößer
Zweitprüferin: Prof. Dr. Erika Schulze
Sommersemester 2021
Note: 1,0.

Zusammenfassung

In dieser Arbeit wird sich der Frage gewidmet, welche Chancen eine Beratung in offenen Settings bzw. Beratung „zwischen Tür und Angel“ innerhalb Sozialer Arbeit bieten kann und welche Voraussetzung für die Nutzung dieser Beratungsform gegeben sein müssten. Diese Fragestellung wird bearbeitet, indem die Zielgruppe und die Möglichkeiten offener Jugendarbeit in den Blick genommen werden.

Es wird in Kapitel 2 zunächst ein grundsätzlicher Einblick in die Bedeutung von Beratung und ihre Funktion innerhalb Sozialer Arbeit gegeben.

Anschließend werden in Kapitel 3 gesellschaftliche Machtverhältnisse betrachtet und vor dem Hintergrund dieser herausgestellt, weshalb Hilfe in Form von Beratung für Individuen unserer Gesellschaft relevant ist. Wie machtvolle gesellschaftliche Diskurse Beratung beeinflussen und welchen Effekt das auf Adressat*innen Sozialer Arbeit haben kann, wird unter Punkt 3.1 dargelegt. Es wird dadurch die Rolle von Sprache im Zusammenhang mit Macht verdeutlicht, um aufzuzeigen, wie wichtig der reflexive Umgang von Sprache seitens Berater*innen ist. Außerdem wird die zusätzliche Funktion von Beratung als Instanz von Gesellschaftskritik unter Punkt 3.2 thematisiert.

Um die Zielgruppe offener Jugendarbeit und ihre Lebensumstände und Problemlagen zu verstehen und daraus abzuleiten, welche Beratungsform für sie in Frage kommt, geht es in Kapitel 4 um Jugendliche und ihre Bedarfe im Hinblick auf Beratung. Zunächst wird im Allgemeinen auf Ausschlüsse und erschwerte Zugänge bezüglich formalisierter Beratungsangebote eingegangen. Anschließend wird unter Punkt 4.1 die Lebensphase Jugend betrachtet, um ein Bild von den Themen Jugendlicher und den auf sie einwirkenden gesellschaftlichen Einflüssen zu bekommen. Daraus soll der Bedarf an Beratung für die Zielgruppe Jugendliche abgeleitet werden. Weshalb es für Jugendliche jedoch nicht so einfach ist, sich beraten zu lassen, wird unter Punkt 4.2 verdeutlicht. Hier wird die erschwerte Zugänglichkeit von formalisierten Beratungsangeboten für Jugendliche in den Blick genommen.

In Kapitel 5 wird die Beratungsform „offene Beratung“ bzw. „Beratung zwischen Tür und Angel“ und ihre Chancen für Adressat*innen vorgestellt. Daran anknüpfend wird unter 5.1 das Konzept der Lebensweltorientierung eingebracht und in Bezug auf die Zielgruppe Jugendliche mit Beratung zusammengeführt. Es werden dafür Aspekte der Lebensweltorientierung nach Thiersch im Hinblick auf eine Beratung für Jugendliche interpretiert. Um herauszufinden, welche Möglichkeiten das Handlungsfeld offener Jugendarbeit für Beratungssituationen bietet, werden unter Punkt 5.2 verschiedene Aspekte offener Jugendarbeit auf ihre Potenziale für offene Beratungsgespräche untersucht. Diese Aspekte sind die Alltagsnähe offener Jugendarbeit, die Freiwilligkeit ihrer Angebote, die Möglichkeiten zur Einbeziehung von Peers, ihre räumlichen Ressourcen und Spielräume und ihre Möglichkeiten sich parteilich für Jugendliche einzusetzen.

In Kapitel 6 wird auf Voraussetzungen eingegangen, die erfüllt sein müssen, um die Chancen offener Beratung in der Sozialen Arbeit nutzen zu können. Es wird zunächst der Aspekt der Professionalisierung offener Beratungssettings als Voraussetzung für deren Nutzung angesprochen. Anschließend wird die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen thematisiert, in denen offene Beratungssettings sich bewegen, um ihren Einfluss auf die Ermöglichung von offenen Beratungsgesprächen zu verdeutlichen. Zuletzt wird untersucht, welche Voraussetzungen Professionelle in Form verschiedener beruflicher Fähigkeiten erfüllen müssen, um Beratung leisten zu können. Dafür wird als Erstes der Aspekt der Beziehungsarbeit als Grundlage von Beratung herangezogen. Weiterhin wird darauf eingegangen, welche Wissens- und Kompetenzressourcen Professionelle für Beratungsgespräche brauchen. Abschließend wird hinterfragt, ob das Studium Sozialer Arbeit Absolvent*innen mit den notwendigen Kompetenzen für Beratungsarbeit ausstattet und ob Sozialarbeitende somit nach ihrem Studium in der Lage sind, Beratungsgespräche in offenen Settings, wie der offenen Jugendarbeit, zu führen.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autorin
Vicky Wallberg
Sozialarbeiterin (BA)
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Zitiervorschlag
Vicky Wallberg: Beratung zwischen Tür und Angel – Voraussetzungen und Chancen im Handlungsfeld der offenen Jugendarbeit. Veröffentlicht am 12.08.2021 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/29328.php, Datum des Zugriffs 22.09.2021.


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