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Der Wunsch nach Normalität – psychoanalytische Anmerkungen zur Covid-19-Pandemie

Hans-Adolf Hildebrandt

veröffentlicht am 17.08.2021

URN: urn:nbn:de:101:1-2021081718090841831829

Zusammenfassung

Seit über einem Jahr prägt die COVID-19-Pandemie als größte gesellschaftliche Krise seit dem Zweiten Weltkrieg das öffentliche und private Leben, selbstredend auch die therapeutische Praxis und die therapeutische Beziehung. Wie reagieren Menschen auf diese Bedrohung? Die Frage, ob die Coronapandemie spezifische psychische Effekte bewirkt oder ob die überfordernde und belastende Situation eher bereits bestehende Konflikte und Defizite verstärkt, lässt sich kaum beantworten. Es ist zu überlegen, auf welche psychischen Dispositionen die Erfahrung von Ohnmacht und Hilflosigkeit und die Bedrohung durch Tod und schwere Krankheit bzw. der Verzicht auf vertraute soziale Kontakte und gewohnte Intimität insbesondere bei jungen Menschen trifft. Es wird mittlerweile vermehrt davon berichtet, dass eine stärkere Nachfrage nach Psychotherapie zu verzeichnen sei. Unbeachtet bleibt dabei jedoch die hinter der krankheitswertigen Symptomatik anzunehmende unbewusste Psychodynamik. Da das Individuum ein soziales und vergesellschaftetes Wesen ist, kann davon ausgegangen werden, dass sich die erfahrenen kulturellen und sozial-ökonomischen Bezogenheiten in seinem Charakter widerspiegeln mit dem das Individuum wiederum auf durch die Pandemie verursachte gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Die Betrachtung der unbewussten Psychodynamik aus der Perspektive der analytischen Sozialpsychologie ermöglicht ein Verständnis davon, wie gesellschaftliche Gruppierungen auf den bedrohlichen Covid-19-Fremdkörper reagieren. Anhand von exemplarischen Sitzungen einer gruppenanalytischen Behandlung mit Jugendlichen wird der Frage nachgegangen, über welches psychische Wachstumspotenzial Jugendliche verfügen, um die aktuelle Krise zu bewältigen.

Anlagen

  1. Der Wunsch nach Normalität – psychoanalytische Anmerkungen zur Covid-19-Pandemie (pdf)

Autor
Dr. Hans-Adolf Hildebrandt
Diplom-Pädagoge, M.A., Kinder- und Jugendpsychotherapeut ­(bkj, DFT), Gruppenanalytischer Organisationsberater, und Diplom-Supervisor (D3G, DGSv), Gruppenpsychotherapeut (D3G), Forensischer Sachverständiger Familienrecht (IQfSV)
Website www.hans-adolf-hildebrandt.de
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Zitiervorschlag
Hans-Adolf Hildebrandt: Der Wunsch nach Normalität – psychoanalytische Anmerkungen zur Covid-19-Pandemie. Veröffentlicht am 17.08.2021 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/29330.php, Datum des Zugriffs 17.09.2021.


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