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Erinnerungspädagogik und das Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja im nationalsozialistischen Deutschland

Tim Linnemann

veröffentlicht am 25.08.2021

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur staatlichen Abschlussprüfung an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Studiengang Soziale Arbeit
Erstgutachter: Prof. Dr. Claus Melter
Zweitgutachterin: Dipl.-Soz.Arb. Yasmina Gandouz-Touati
Sommersemester 2021
Note: 1,0.

Zusammenfassung

Es gibt wohl kaum einen historischen Zeitabschnitt über den in den letzten Jahrzehnten so viel geforscht und für die Öffentlichkeit mittels Publikationen, Beiträgen, Filmen usw. zugänglich gemacht wurde, wie der des Nationalsozialismus und der Shoah. Die erschütternden Dimensionen dieser vernichtenden Ideologie finden sich zudem in zahlreichen erinnerungspädagogischen Ausstellungs- und Erinnerungskonzepten wieder. Doch nicht jede
der verfolgten und ermordeten Opfergruppen der Nationalsozialist*innen werden darin ausreichend oder überhaupt thematisiert. Eine davon sind nach wie vor die der Sinti*zze und Rom*nja, obwohl sie neben den jüdischen Menschen die größte Opferzahl darstellen. Das Ziel dieser Arbeit soll daher sein, einerseits einen aufklärenden Einblick in die nationalsozialistische Verfolgungsgeschichte und ihre Nachwirkungen der Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland zu geben und anderseits erinnerungspädagogische Handlungsansätze und Methoden aufzuzeigen. Gleichermaßen dient sie aber auch mit ihren vielen aussagekräftigen Einzelschicksalen und Zeugenaussagen, die exemplarisch für die hunderttausenden ermordeten Sinti*zze und Rom*nja im Nationalsozialismus stehen, als Form der ewigen Erinnerung.

Zunächst werden zu Beginn der Arbeit einige zentrale Begrifflichkeiten definiert, die relevant für das weitere Textverständnis sind. In dem folgenden Kapitel wird kurz auf die Herkunft der Sinti*zze und Rom*nja eingegangen sowie auf ausgewählte Ereignisse ihrer Geschichte in Deutschland bis zum Beginn der Nazi-Diktatur. Das anschließende Kapitel beschreibt die umfassenden Verfolgungs- und Diskriminierungspraxen der Nationalsozialist*innen. Dazu werden die Zwangssterilisationen, die Nürnberger Gesetze, die Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle, die kommunal errichteten Zwangslager, die Diskriminierung im Alltag sowie die Aktion Arbeitsscheu Reich und die anschließend systematisch durchgeführten Deportations- und Vernichtungsabwicklungen als fundamentale Kernpunkte des Porajmos dargestellt. Daran anknüpfend wird im nächsten Kapitel über die schweren Bedingungen der Überlebenden nach dem Porajmos berichtet, welche sich insbesondere durch die verweigerte Anerkennung und „Wiedergutmachung“ kennzeichnen. Was unter Erinnerungspädagogik verstanden wird und warum diese eine enorme Relevanz für unsere Gesellschaft darstellt, wird im letzten Kapitel erörtert. Hierbei steht zum einen der Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja in der gegenwärtigen Zeit im Fokus und zum anderen werden ausgewählte erinnerungspädagogische Ereignisse der Historie nach 1945 analysiert. Darüber hinaus werden verschiedene Methoden aus der erinnerungspädagogischen Praxis näher erläutert, wo beispielsweise unter dem virtuellen Gedenken auch neuere Vorgehensweisen
fallen. Beendet wird die Arbeit mit einem Fazit und Ausblick.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autor
Tim Linnemann
Soziale Arbeit (B.A.)
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Zitiervorschlag
Tim Linnemann: Erinnerungspädagogik und das Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja im nationalsozialistischen Deutschland. Veröffentlicht am 25.08.2021 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/29336.php, Datum des Zugriffs 17.09.2021.


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