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Demokratiefördernde Jugendsozialarbeit im ländlichen Raum als Prävention gegen das Erstarken rechtsextremer Jugendorganisationen am Beispiel der „Identitären Bewegung“

Martina Freisinger

veröffentlicht am 13.12.2021

socialnet Materialien. Reihe 2: Akademische Abschlussarbeiten

Bachelorarbeit zur Abschlussprüfung an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit”
Erstgutachterin: Prof. Dr. Anja Dieterich
Zweitgutachter: Tim Wersig
Wintersemester 2020/2021
Note: 1,0.

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit werden der Rechtsextremismus und rechtsextreme Jugendorganisationen als gesellschaftliche Probleme herausgestellt. Generelle Merkmale dieser Ideologie sind die Ablehnung gesellschaftlicher Vielfalt zugunsten eines vermeintlich einheitlichen „Volks“ und eines autoritären Staats. Die „Identitäre Bewegung“ hüllt diese Werte in moderne Begriffe und profitiert von einer breiten Vernetzung mit anderen extrem rechten Akteur*innen sowie Parteien und Organisationen in diesem politischen Spektrum, die in die nicht rechtsextreme Mehrheitsgesellschaft hineinwirken.

Dem Erstarken dieser Organisationen entgegenzuwirken ist die zentrale Motivation der demokratiefördernden Jugendsozialarbeit. Als deren wichtigste Grundsätze werden Niedrigschwelligkeit, das Vermitteln von Selbstwirksamkeit und die Alltagsnähe der Arbeit beschrieben. Gegenüber der schulischen politischen Bildungsarbeit und der Extremismusprävention, mit denen sie zusammenwirkt, zeichnet sich die demokratiefördernde Jugendsozialarbeit durch ihre Unabhängigkeit von einer schulischen Agenda und einer konkreten Gefährdungslage aus.

Studien zum politisch-gesellschaftlichen Engagement von Jugendlichen zeigen, dass ein Fremdheitsgefühl zur Parteipolitik und zu demokratischen Institutionen existiert. Deutlich wird ebenfalls, dass privilegierte Jugendliche ein größeres Interesse an Politik und weniger privilegierte Jugendliche häufiger rechtsextreme Einstellungsmuster aufweisen. Der Gestaltungsanspruch, den Jugendliche für sich erheben, hat sich deutlich verstärkt und wird von einem persönlichen Zugang zu engagierten Gruppen und konkreten Identifikationspunkten beeinflusst. Auf diese Erkenntnisse wird durch verschiedene politische Programme der Beteiligung von Jugendlichen in Politik und Gesellschaft reagiert, etwa durch eine gezielte Unterstützung lokaler Initiativen in der Ansprache von Jugendlichen oder der gesetzlichen Verankerung von Jugendbeteiligungsstrukturen in Kommunen.

Als drei wesentliche Herausforderungen und Perspektiven der demokratiefördernden Jugendsozialarbeit werden die interkulturelle und interdisziplinäre Öffnung der Einrichtungen der Sozialen Arbeit, der professionelle Umgang mit Rechtsextremismus und rechtsextrem orientierten Jugendlichen sowie die besondere Förderung von Partizipation bei benachteiligten Jugendlichen beschrieben. Vom Engagement der Sozialen Arbeit in diesen drei Bereichen
hängt es ab, wie stark sie in Zukunft die demokratische Gesellschaft fördern und der rechtsextremen Ideologie entgegenwirken kann.

Anlagen

  1. Bachelorarbeit (pdf)

Autorin
Martina Freisinger
Sozialarbeiterin (B.A.)
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Zitiervorschlag
Martina Freisinger: Demokratiefördernde Jugendsozialarbeit im ländlichen Raum als Prävention gegen das Erstarken rechtsextremer Jugendorganisationen am Beispiel der „Identitären Bewegung“. Veröffentlicht am 13.12.2021 in socialnet Materialien unter https://www.socialnet.de/materialien/29384.php, Datum des Zugriffs 22.01.2022.


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